piccoThemenstarter6’388 Beiträge · seit 201128. Jan. 2025 ·
Hoi zämä
freshy schrieb:Lange war die Gegend eine Urlaubsdestination auch für einige von uns Fomis.
Mir ist schon klar worums Dir geht, aber es ist schon so dass diese Gegend spätestens seit dem ruandischen Geniozid 1994 nur noch in wenigen, kurzen Perioden touristisch genutzt werden konnte. Zumindest auf der DRC-Seite der Landesgrenzen. Denn dort waren seither immer wieder M23 und Konsorten unterwegs. Goma war z.B. 2013 auch schon mal in der Hand der M23. Damals wäre es sogar möglich gewesen ein Gorillatrecking im von den Rebellen gehaltenen Gebiet zu machen. Nur hat das niemand mit einer oder mehreren Hirnzelle(n) im Kopf auch wirklich gemacht... Hoffen wir dass die Versorgung mit Wasser, Lebensmittels und Elektrizität bald wieder klappt und vor allem dass die Bevölkerung keine Repressalien zu erdulden hat...auch wenns eine unrealistische Hoffnung ist...
picco schrieb: Hoffen wir dass die Versorgung mit Wasser, Lebensmittels und Elektrizität bald wieder klappt und vor allem dass die Bevölkerung keine Repressalien zu erdulden hat...auch wenns eine unrealistische Hoffnung ist...
Völliges Versagen der südafrikanischen Militärführung dort. Inzwischen 13 tote Soldaten, die Stützpunkte sind eingekreist. Man weiß nicht, wie man die Leute und die Verletzten rausbringen soll. Keine Luftunterstützung, nichts.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Ich hatte gestern Kontakt zu Megan Snair: Sie versichert, dass Spenden über PayPal im Moment noch in Goma ankommen. Sobald das nicht mehr geht, wird sie informieren.
Bitte liebe Fomis, wie ihr lest und hört, fehlt es in Goma an allem! Jedes Scherflein ist zumindest ein Tropfen, der dringend gebraucht wird. Nach jahrelanger Erfahrung mit den wirklich zuverlässigen Akteuren vor Ort bin ich sicher, dass das Geld im Moment noch an der richtigen Stelle ankommt.
Die Situation in Goma sieht weiterhin sehr schlimm aus! Aber wie Jean Bosco heute mitteilt, funktioniert der Weg über PayPal weiterhin, um Spenden nach Goma zu senden.
TAtacitus1’142 Beiträge · seit 202203. Feb. 2025 ·
Ramaphosas Versuch, Kagame in der jetzigen Situation (!!) die SAMIDRC als „Friedensmission“ (und PS: sich selber als Mediator) umzufärben ist, was sonst, gescheitert. Weil sie das eben dort nicht ist, sondern einen Kampfauftrag zur Unterstützung der FARDC hat(te). Das haben sie nicht geschafft und waren dafür auch nicht ausgerüstet.
Das SANDF-Kontigent hat nun in einer aussichtslosen Lage quasi kapituliert, auch wenn Waffenstillstand genannt. Kagame hat mit Ramaphosa Klartext geredet und die Truppe (prinzipiell korrekt) als Kriegspartei deklariert, ohne selber seine eigene (kriegs)parteiische Rolle in DRC zu begründen/rechtfertigen. Jedenfalls kann er sich das augenblicklich leisten und so gibt er sich generös und bietet der SANDF-Truppe, die faktisch seine Kriegsgefangenen sind, „freies Geleit“ an. Ob auch freie Versorgung, wird sich erst zeigen und als Druckmittel verwendet werden.
So geht das seit Tagen durch mehrere Medien.
Kagame hat Ramaphosa/RSA derzeit „im Sack“ und wird sie maximal demütigen und deren Notlage ausschlachten. Von EU kann sich RSA keine, über diplomatische Schmerzlinderung hinausgehende, Unterstützung erwarten, weil Ruanda/RDF, nach ähnlicher Erfolgslosigkeit der SANDF in Cabo Delgado, die einzige militärisch halbwegs erfolgreiche Truppe gegen die „Dschihadisten“ dort ist und von der EU dafür mit wiederkehrenden zweistelligen Millionenbeträgen ausgestattet wird. Mosambik nimmt das von beiden dankend an. mM
TAtacitus1’142 Beiträge · seit 202204. Feb. 2025 ·
Hallo Tacitus, danke für den schlimmen Artikel, den ich überflogen habe. Leider war zu erwarten, dass kein Frieden beabsichtigt ist. Die armen Menschen in der Region interessieren niemanden. Was mag aus ihnen werden???
Wir müssen mit Attentätern wie zuletzt in München, Rechtsextremisten, einer geänderten Politik dank Trump in den USA leben, aber was sich im Ostkongo tut, ist sehr viel schlimmer:
Das südafrikanische Militär, was die Hauptmasse der SADAC-Truppen stellt, ist ein zahnloser Tiger. Unabhängig davon werden sich Ruanda und Uganda durch UN-Reolutionen nicht beeindrucken lassen. Die UN und ihr Sicherheitsrat sind in der derzeitigen Geopolitik machtlos und quasi überflüssig.
Südliches Afrika seit 1992: 49 Reisen, 1.369 Tage, 174.380 km, 493 Vogelarten
Gestern brachte meine Tageszeitung zwei Berichte über Goma.
Anbei ein kurzer Abschnitt, der alles aussagt: Die Tübinger Professorin Edda Weimann von Ärztliche Mission e.V. versucht, die Menschen im Krisengebiet zu unterstützen.Sie sagt:
In Goma und im Nordkivu ist die Situation sehr dramatisch. Wir erhalten fast täglich Berichte von massiven Menschenrechtsverletzungen, sexualisierter Gewalt, Zwangsrekrutierungen und Schießereien. Die Krankenhäuser sind bereits voll von Menschen mit Schusswunden. Unsere Partner dort haben dem wenig entgegenzusetzen. Medikamente, Verbandsmterial gehen zur Neige. Viele Mitarbeitende sind geflohen, die verbliebenen sind traumatisiert und erschöpft. Dramatisch ist auch die Lage in den Flüchtlingscamps. Viele Camps sind zerstört.