Schon gefühlt ewig bin ich beim Forum dabei, aber längst nicht so aktiv, wie einige Mitglieder, welche immer wieder unermüdlich hilfreiche und interessante Informationen ins Forum stellen. An dieser Stelle mal ein grosser HERZLICHER DANK dafür.
Als kleines Dankeschön von mir habe ich mir vorgenommen, zur Botswana-Gruppenreise «Maun-Kasane» (Oktober 2022) einen Reisebericht einzustellen. Es ist zwar nicht eine weltbewegende (oder Forum-bewegende) neue Route mit erst-Sichtungen und Wahnsinnsabenteuern, aber: In diesem Forum sind anteilsmässig viel mehr Selbstfahrer unterwegs als Reisende in Gruppen, und dies erst noch behütet bei einem Veranstalter. Ich sehe aber immer mal wieder Beiträge, wo sich Leute genau nach Gruppenreisen erkundigen.
Ich denke, dass es durchaus interessant sein kann, mal zu sehen und zu lesen, was da so abläuft, warum eine Gruppenreise durchaus Sinn und Freude machen kann, und wo man denkt: «ist halt eine Gruppenreise». (Der Bericht soll aber keine Diskussion «Gruppenreisen – Selbstfahrer» auslösen – er soll einfach zeigen, wie ich es erlebt habe.)
Ich selber bin in meinen bisherigen Reisen im südlichen Afrika meist in Gruppen unterwegs gewesen, da meine Lebenspartnerin eher zur Gruppe «Reisemuffel – und schon gar nicht Afrika» gehört. So habe ich aus der Not eine Tugend gemacht und bin «halt» meist in Gruppen gereist: Teilweise eingebucht in Standard-Angeboten, in letzter Zeit aber mehr und mehr als fixe Gruppe, wo wir uns alle bereits kennen.
Ich gebe es zu: Bei den «eingebucht-Reisen» bin ich einigen Leuten begegnet, die mich (und manchmal auch die Guides) an den Rand des Wahnsinns getrieben haben. Dies war aber die Minderheit. Die entscheidende Reise für die Motivation für weitere Gruppenreisen war im 2010. (Khaudum, Caprivi).
Reise 2010
Wir waren zu zehnt. Ein Paar aus Österreich, sieben Deutsche und ich als einziger Schweizer. Niemand hatte sich vor der Reise gekannt (ok - das Paar schon). Und wir hatten so gut harmoniert untereinander, dass wir in den Folgejahren immer wieder (zuerst jährlich, dann 2-jährlich, jetzt wieder fast jährlich) zusammen Reisen ins südliche Afrika unternommen haben. Ab und zu kam jemand neuer dazu oder andere haben ihr Reisehobby reduziert.
Auf der diesjährigen Reise sind wir drei Teilnehmer (2x D, 1x CH) aus der Urgruppe-2010 und 4 (CH) aus neueren Reisen und 1 Neuling (CH), den aber die meisten hier privat bereits bestens kennen. Für mich ist der Schlüssel zum Erfolg bei Gruppenreisen eindeutig, dass die Teilnehmer sich kennen und untereinander harmonieren. Hingegen bergen Reisen, bei denen ich mich einfach mal einbuche in unbekannte Gruppenzusammensetzungen, wohl ein paar Risiken ( - aber auch Chancen!!)
Fotos: Ein Reisebericht ohne Fotos… geht gar nicht. Nur: Ich selber habe vor ein paar Jahren aufgehört auf Reisen zu fotografieren. Ich hatte das mal testweise gemacht und festgestellt, dass das mir hilft, viel intensiver zu schauen und die Szenerien, seien es Landschaften, Tiere, Menschen, Pflanzen, aber auch Gerüche, Stimmungen, in mich aufzusaugen. So habe ich das nicht-Fotografieren auf Reisen grösstenteils beibehalten. Aber keine Angst, meine Mitreisenden haben mir eine schöne Serie an Bildern zur Verfügung gestellt, welche die Geschehnisse auf der Reise untermalen sollen. Im Gegenzug erhalten sie von mir einen Reisebericht, basierend auf dem Tagebuch, welches ich jeweils auf Reisen schreibe.
Tagebuch schreiben
Sprache: Als Schweizer habe ich leider die Verwendung des «ß» nie gelernt. Ihr werdet also im Reisebericht «Strassen» finden, aber keine «Straßen». Auf einer früheren Reise hatte mir einmal eine Teilnehmerin erklärt, was es mit dem «ß» eigentlich auf sich hat. Aber ich muss zugeben: Ich habe das in der Zwischenzeit vergessen (oder «vergeßen»?). Sprache-2: Wir Schweizer haben ja manchmal Wörter im Dialekt, die sehr speziell sind. Und einige davon sind für mich unübersetzbar ins richtige Deutsch. Im textlichen Zusammenhang kann aber meist erahnt werden, was gemeint ist. Und ein Bisschen Heimvorteil für die Schweizerische Leserschaft muss/darf sein, oder?
Welche Reiseroute war es denn, und warum? Mit welchem Veranstalter? Wie war der Buchungsprozess? Wie sind wir gereist (Fahrzeug, Camping-Equipment)? Guide, Camp-Assistent? All dieses Vorbereitungsgeplänkel und grundlegende Infos zur Reise kommen im nächsten Kapitel.
Ich wünsche Euch frohe Festtage und alles Gute fürs 2023 Kudu
Teil 225. Dez. 2022
Kapitel 2 – «Nach der Reise ist vor der Reise»
Im 2021 waren wir im Oktober im Kaokofeld unterwegs. Wir waren zu 7. unterwegs, mit zwei Fahrzeugen, von welchen eines der Guide und das andere wir selber fuhren. Zwei Teilnehmerinnen waren mutigerweise (immerhin waren es sehr oft wild-Camps) das erste Mal auf so einer Campingreise mit dabei. Wir waren so Feuer und Flamme (ein herzliches Danke1000 an den Veranstalter, der das einfach perfekt im Griff hatte), dass wir schon während der Reise erste 2022er-Pläne schmiedeten. Ich konnte alle begeistern dafür, nun mal nach Botswana zu fahren - auf eine reine «Tieregucken-Reise».
Ich erinnerte mich an eine Reise im 2014 mit Bushways (Maun). Damals war die Route: Vic Falls – Kasane – Tsodillohills – Delta (Mokoro bei Nguma) – Maun – Kasane -Vic Falls. Vor allem der Abschnitt Maun-Kasane (also mit Moremi-Khwai-Savuti-Chobe) hatte es mir angetan.
Gabelracke 2014
Und so war bei mir schnell die Idee geboren, diesen Abschnitt nochmals unter die Räder zu nehmen, aber nicht in einer Woche wie damals, sondern in ca. 12 Tagen. Abweichend von den Standard-Angeboten, wollte ich keine Mokoro-Ausflüge im Programm drin haben, da ich schon gefährliche Situationen erlebt habe und ich die Fahrten durch die 4-Meter-hohen Papyrus-Kanäle jeweils als nicht soo prickelnd empfand. Wir sollten aber nicht zu kurz kommen mit «Wasser», denn nach den Bushways-Tagen hängen wir noch 2 Tage in Kasane an, wo wir 2 Bootscruises unternehmen können. Auch die Vic Falls haben wir aus dem Programm gestrichen, da die Meisten von uns diese schon mal gesehen haben. (Und wir in der Schweiz haben ja selber schon sehr schöne Wasserfälle – vor der Haustür notabene).
So begann dann im Dezember 2021 bereits der Kontakt mit Bushways und schon im Januar bin ich dann schnell und unkompliziert mit Bushways einig geworden bezüglich der Route. Diese habe ich dann den potentiellen Kandidat*innen vorgelegt – und schon bald waren wir zu 8. und ich konnte beim Veranstalter definitiv diese individuelle Gruppenreise buchen. Das war so ungefähr anfangs März 2022. (Zu 8. heisst: Im Safari-Fahrzeug von Bushways können auf jeder der vier 3er-Sitzreihen zwei Personen sitzen. Ideal.)
Es galt noch die Unterkunft für die abschliessenden zwei Nächte in Kasane zu reservieren und die zwei Boots-Cruises. Auch dies ging ganz unkompliziert von statten.
Und das also ist die geplante Route: - Ankunft in Maun und erste Übernachtung im Communitiy Camp Kaziikini - Moremi (HATAB-Campsite) - Moremi (HATAB-Campsite) - Khwai (HATAB-Campsite) - Khwai (HATAB-Campsite) - Khwai (HATAB-Campsite) - Khwai Guesthouse - Savuti (HATAB-Campsite) - Savuti (HATAB-Campsite) - Chobe Riverfront (HATAB-Campsite) - Chobe Riverfront (HATAB-Campsite) - Ende Bushways-Safari - Kasane (Chobe River Cottages) - Abend-Boat-Cruise - Kasane (Chobe River Cottages) - Morgen-Boat-Cruise mit Frühstück - Rückflug ab Kasane
Da ich selber kein Botswana-Spezialist bin und mein Netzwerk dorthin höchst bescheiden ist, war ich unendlich froh, im Hintergrund ein Heinzelmännchen (also richtigerweise gesagt: ein HeinzelFRAUCHEN) als Hilfe gehabt zu haben, welche selber auch schon mit Bushways unterwegs war (und wieder sein wird) und hier im Forum bestens bekannt ist. Danke vielmals!!!
Ah ja – Flüge mussten ja auch noch gebucht werden. Dies haben aber alle Teilnehmer selber gemacht. Das war auch bereits im März 2022 und es hat sich ausbezahlt, dies frühzeitig zu erledigen, denn die Preise sind dann plötzlich gestiegen - was zu erwarten war.
Irgendwann war dann wirklich alles unter Dach und Fach und in der WhatsApp-Gruppe wurden schon bald fleissig «noch … Tage!»-Messages gepostet.
Das lange Warten der letzten Wochen, Tage und zuletzt Stunden hat endlich ein Ende. Auch das Bangen, ob die swiss-Piloten nun streiken oder nicht, oder ob es eine/n von uns acht noch im letzten Moment mit Covid erwischt hat – das alles ist nun vorbei. Ich sitze im Flieger nach Johannesburg und mir kommt das «falsche» Sprichwort «die Zeit vergeht wie im Fluge» in den Sinn. Aber da muss ich durch und mir mein Botswana-Abenteuer mit Geduld verdienen.
Was die zwei folgenden Wochen uns wohl alles auftischen werden? Ich nehme mir vor, die Reise mit möglichst wenig Erwartungen anzutreten. Aber ganz ohne geht es nicht: Mir ist schon wichtig – und das erwarte ich wirklich - , dass wir als Gruppe gut harmonieren werden, inklusive Bushways-Crew, und wir es immer mal wieder lustig haben werden. Und ich kann es mir gar nicht anders vorstellen, als dass es so sein wird, denn ich kenne alle meine Mitreisenden wirklich gut, sei es aufgrund früherer Reisen, oder weil wir seit Jahren, ja Jahrzehnten befreundet sind. Es wird funktionieren!
Die Erwartungen an die Safari? Keine Speziellen. Oder doch…? Ich würde mich freuen über Sichtungen und Erlebnisse in der Natur, die dank der Erfahrung und dem Knowhow des Guides zustande kommen, welche mir wohl als Selbstfahrer verborgen bleiben würden. Ob dies nun grosse Geschichten mit Schwergewichten, wie Elefanten, Rhinos, Hippos sind, oder ganz kleine Stories von Termiten, Skorpionen oder das plötzliche Auftauchen eines Angolaschmetterlingfinkes – das ist mir alles recht.
aus der 2014er-Reise: Ein Moremi-Must-Have-Bild
Und einen Wunsch habe ich ganz fest: Niemand soll krank werden, sich verletzen oder verunfallen. Mal schauen, ob es so herauskommt – jedenfalls habe ich mich jetzt müde geschrieben und schlafe nach Johannesburg hinüber, wo wir in den Maunflieger wechseln werden.
Teil 425. Dez. 2022
Kapitel 4 – «Ankunft in Maun – mit fehlendem Gepäck» (20.10.2022)
Der Flug nach Johannesburg war halt ein Flug, wie es ein Langstreckenflug nun mal ist. Das Warten bis zum Abflug nach Maun verkürzen wir uns im Austauschen von Neuigkeiten – bei acht Leuten gibt es immer einiges zu erzählen. Und auf den zwei Stunden Flug nach Maun können wir schon mal von oben unser Ziel durch das Flugzeug-Fensterchen anvisieren.
Botswana wir kommen (Landeanflug Maun)
Die Anreise geht also bestens vor sich und unser Guide Moscow erwartet uns mit der Tafel «Bushways Buehler x8». Aber dann ein erster Paukenschlag: Die Tasche von Irma erscheint nicht auf dem Gepäckband. Wir müssen bei einer Art Lost-Baggage-Stelle Meldung erstatten und den Kontakt zum Bushways-Office erstellen. Moscow kennt das Malheur von früheren Reisen und kann die Situation beruhigen, da bis jetzt das Gepäck fast immer am Folgetag in Maun eintraf.
Wir acht verlassen also den Flughafen mit sieben Taschen, fahren zu einem Einkaufszentrum, wo wir uns mit ein paar Pulas aus dem ATM bereichern, Irma das Allernötigste einkaufen kann für die nächsten Tage und wir alle uns mit ein paar süssen oder salzigen Snacks und Peacefull Sleep Dosen ausstatten.
Auf dem Parkplatz erhalten wir von einem Bushways-Mitarbeiter für Irma einen Schlafsack, den Moscow telefonisch bestellt hat. Was für ein Service. Ich habe bereits ein sehr gutes Gefühl mit unserem Guide.
Dann geht’s raus aus Maun, Richtung Nordosten. Immer spärlicher wird die Besiedlung des 58’000-Seelen-Städchens, und bald schon sehen wir erste Tiere am Rand der Strasse, sogar einmal Elefanten.
unser erster Elefant
Nicht mal drei Stunden nach der Landung in Botswana treffen wir bei der Kaziikini Community Campsite ein. Unsere Blicke werden natürlich magisch angezogen von den Elefanten, die am zaunlosen Wasserloch stehen. Aber erstmal beziehen wir die zwei Fixed-Tents mit Ensuite Bad – man: tönt das snobbish – ein Doppel-Dome-Zelt und zwei single-Dome-Zelte. Letztere sind je ein wenig grösser als die normalen Dome-Zelte, da darin grosse Matratzen mit Bettzeug auf uns warten. Die Einweisung durch den Camp-Manager ist etwas schlampig; Moscow und wir müssen ein paarmal nachfragen, wo es denn lang geht und welches nun unsere Zelte und Häuschen sind. Aber schlussendlich erhalten wir alles genau so, wie bestellt. Und alle Unterkünfte sind sauber und zweckmässig.
Beim Öffnen der Tasche bemerken Nora und ich, dass bei unseren Taschen Sachen fehlen: WC-Rolle, Sackmesser, Proviantbox (Nussmischungen, Müesliriegel, Bündner Nusstörtli!). Vermutlich haben die Sachen am Tambo Airport einen neuen Besitzer bekommen…
Wir haben noch ein wenig Zeit, um uns umzuschauen. Obwohl nahe (vielleicht 100m) an der Strasse zum South Gate es Moremi gelegen, fühlen wir uns bereits im Busch angekommen. Nebst dem Kommen und Gehen der Elefanten sehen wir auch Impalas und diesen oder jenen Vogel (ich meine wirklich die Federtiere ). Und es riecht so richtig nach Afrika. Den Sound machen wie üblich die Frankolins und Tokos.
Elefanten gucken am Kaziikini-Wasserloch
Das Abendessen nehmen wir im Restaurant des Camps ein. Es gibt Essen vom Buffet, welches ok ist, aber uns nicht vom Hocker haut. Die Atmosphäre ist etwas lieblos, Personal (oder Freunde und Kollegen) lehnt gelangweilt am Geländer. Bestelltes Getränk kommt nicht; in Gedanken sehe ich Sprechblasen «wie lange bleiben die, bis wir endlich Feierabend machen können?». (Für uns als Gruppe mit Essen im Restaurant und somit Kontakt zu Personal würde ich wohl Kaziikini nicht zur ersten Wahl zählen; wäre ich als Selbstfahrer und -versorger unterwegs, dann aufgrund der Lage und des Wasserlochs auf jeden Fall gerne wieder).
Müde von der doch langen Anreise ist es noch nicht mal Farmers Midnight (21.00), als wir uns alle schlafen legen.
Teil 525. Dez. 2022
Kapitel 5 – «zum Auftakt grad mal Wildhunde» (21.10.2022, Morgen)
Das Frühstück – wieder im Restaurant – ist auf 6:30 angesetzt. Das Aufstehen fällt uns allen leicht. Wir sind alle so busch- und safari-hungrig, dass wir es kaum erwarten können, hier endlich Richtung Moremi abzufahren.
Zuerst gibt es aber ein wenig Unruhe: Bernd wird die Kamera gestohlen. Er hatte sie während dem Abendessen über die Stuhllehne gehängt gehabt. Am Morgen will er sie im Restaurant holen – aber weg ist sie! Grosse Aufregung. Aber bald löst sich die Situation auf. Nora, seine Frau hatte die herrenlose Kamera gesehen und sie sicherheitshalber schon mal mitgenommen. Kommunikation gut, alles gut 🙂 . Und wie es sich gehört, hat sich Bernd bei allen (auch dem aufgescheuchten Personal) gebührend endschuldigt.
Unterdessen macht Anita noch ein schönes Elefantenbild:
elefantisches Morgen-Geplänkel
Aber endlich, um 7.30, geht es los. Bereits hat Chicco – unser Camp Assistent und Koch – unsere Taschen im Anhänger eingeladen und wir acht verteilen uns auf die vier Sitzreihen. Wir werden jeden Tag im freestyle-System wechseln. Ein fixes Rotations-System haben wir nicht.
Unter den Sitzbänken ist der Platz gut genutzt. Vor allem Reihe 1 ist «interessant»: Kühltruhe mit unseren Getränken (natürlich nur ein kleiner Teil davon). Diese hat Bushways im Vorfeld für uns eingekauft und bereits im Auto verstaut. Auch Sitzbank Reihe 4 ist wichtig: Wassertank. Und so ist der Stauraum überall zweckmässig genutzt.
Vor jedem Sitzplatz hat es in der Rückenlehne der vorderen Reihe Fächer, wo Flaschen, Kekse, Bücher, etc. untergebracht werden können.
Als Überraschung hat uns Bushways für jede Person bereits vor der Abfahrt eine gläserne Trinkflasche – mit eingraviertem Bushways-Logo (Hyäne=grosser Wunsch von Bernd) – reingesteckt. Diese Flasche wird wohl in Zukunft beim einen oder anderen auf dem Bürotisch als Wasserflasche Erinnerungen an die Reise wecken.
Aber jetzt geht’s wirklich los. Mit beim Auto nach vorne herunter geklappter Frontscheibe fahren wir Richtung Moremi South Gate, welches wir nach einer halben Stunde erreichen und wir dürfen uns inklusive Passnummern einschreiben. Bald schon sehen wir Elefanten, Giraffen, Impalas.
Sprung-Impala
Keine Stunde oder zwei im Park drin treffen wir auf ein Rudel Wildhunde, welches sich unter Sträuchern von der nächtlichen Jagd erholt. Es ist nicht das letzte Mal, dass ich sage: «Als Selbstfahrer wäre ich da sicher daran vorbei gefahren», denn die Tarnung der «Painted Dogs» unter den Sträuchern, im Schattenspiel der Blätter und der Gräser ist einfach genial.
Wildhund im Schatten – Mann, hat der/die grosse Ohren!
Immer wieder wird Position und Strauch gewechselt und der Boden aufgescharrt, um in einer kühleren Kuhle liegen zu können. Oder einfach mal wechseln zu anderen Hunden und sich dort zwischen zwei reinquetschen.
Schlaf-Pause
Wow! Was für ein Auftakt.
Dann wieder Elefanten: Zwei Elefanten stehen etwas abseits der Gruppe, scheinen aber irgendwie dazuzugehören. Sowohl die Mutter als auch ihr Baby (wie lange ist ein Elefantenbaby ein Baby…?) haben einen verkürzten Rüssel. Wir sehen aber, dass die beide trotzdem Wasser in den Rüssel saugen können, auch das Baby.
Auch Kurzrüssler haben Durst
Wir spekulieren, was da passiert sein könnte. Löwen, Hyänen, Krokodile könnten Übeltäter gewesen sein, aber auch Drahtschlingen-Fallen wären möglich. Auch kommt uns der Gedanke, ob da sogar diese Rüsselverkürzung genetisch weitergegeben worden sein könnte. In Google habe ich nichts dazu gefunden. Vielleicht weiss ja jemand etwas dazu.
Die zwei Kurzrüssler sehen übrigens wohl genährt aus und scheinen sich mit ihrem Handicap arrangiert zu haben. Einzig ihr sozialer Status in der Gruppe scheint ein wenig angeschlagen zu sein. Kommen die andern Gruppenmitglieder dahergelaufen, so weichen sie sofort aus.
die zwei Kurzrüssler haben das Feld geräumt.
(In der Folge sehen wir noch ein, zwei Kurzrüssler und einige Halb-Schwänzer, letztere auch bei anderen Tierarten.)
Noch vor dem Mittagslunch sehen wir Moorantilopen (Letschwe, Lechwe, Litschi, jeder wie er will….) und Halbmondantilopen (Leierantilope, Tsessebe) und Riedböcke. Auch erste Hippos gibt es zum Bewundern.
lachendes Hippo?
Natürlich auch Zebras:
einfach immer schön – die Zebis
Zebras auf dem zarten Botswana-Grün mag ich besonders gerne
Und erste Vögel im und am Wasser gibt’s auch…
Hagedasch
… aber auch der Strasse entlang sehen wir ein paar Basis-Vögel, wie Glanzstare, Gelbschnabel-Tokos, u.v.m. Bei meinen Leuten heisst es anfänglich noch: «da! – ein Vogel.» Da muss ich subtil ran gehen, um in angemessener Dosis ein paar Ornithologen-Viren zu pflanzen. Ich selber habe sehr gerne (gefiederte) Vögel, bin aber meilenweit davon entfernt, mich als Birder zu bezeichnen.
Vögel werden aber im Laufe der Reise – vor allem eine spezifische Art! – von grosser Bedeutung sein.
Teil 626. Dez. 2022
Kapitel 6 – «von wegen langweiliger Sandtopf» (21.10.2022, Nachmittag)
Nun gibt’s zum ersten Mal Busch-Lunch. Da wir mit Anhänger unterwegs sind, kann Chicco grad seinen Küchentisch runterklappen und seines Amtes walten. Er macht einen Thunfischsalat, Randensalat (Randen=rote Beete) und auch grünen Salat mit Gurken gibt es. Werden wir verwöhnt!
Weiter geht es. Was für Landschaften! Keine Spur von «Botswana ist ein langweiliger Sandtopf», wie ich es auch schon von einem namibischen Veranstalter gehört habe. Ständig wechselt die Vegetation, Farben spielen ein richtiges Konzert miteinander, mal hat es Wasser, mal nicht. Man kann sich kaum satt sehen.
von wegen langweiliger Sandtopf
Bei einer Herde Elefanten erklärt uns Moscow das Kühlsystem der Elefanten. Klar wusste ich, dass sich Elefanten mit Wasser bespritzen und dass das Wackeln der Ohren eine Kühlung bewirkt. Aber wie und warum es funktioniert erfahre ich heute das erste Mal.
Auch zu den Impalas gibt es Neues zu lernen. Hier ein Bock mit seiner Frauen-Herde… , dort Bachelor-Herden… Ja das kenne ich. Mir war aber nicht bekannt, dass es die Natur wieder mal raffiniert eingerichtet hat, um die genetische Vielfalt zu erhalten. So verbraucht der Herden-Bock viel Energie zum Verteidigen seiner Herde und kommt gar nicht so richtig zum Fressen. Andererseits haben die Bachelor-Böcke ein Easy-Life und können sich stark fressen. So geht man davon aus, dass es meist zur Paarungszeit zu einer Auswechslung des Herden-Bocks kommt, was eben Inzucht-mässig günstig ist. (Ich hoffe, dass ich das richtig wiedergegeben habe.)
Klassische Impala-Herde
Und auch die Paviane stellen sich uns vor. Wir werden sie auf der Reise immer wieder antreffen, in unterschiedlichster Gruppengrösse, Gruppenzusammensetzung und Szenen.
Pavian-Doppelstöcker
Nicht zu vergessen, die immer wieder unterschätzten Gnus:
hier möchte ich auch ein Gnu sein
Im mittleren Nachmittag kommen wir bei unserer Campsite an. Es gibt hier eigentlich nichts, was auf eine Campsite hindeutet, ausser dem Schild «HATAB-Campsite MGR12. Die Lage ist einmalig: Hohe Bäume spenden Schatten und wir haben Blick auf Wasser.
Chicco weist uns ins Zelt Aufstellen ein, er sieht aber schnell, dass wir die Zelte bestens kennen und lässt uns selbständig unseres Amtes walten.
Unterdessen stellen die Guides die zwei WC-Zelte auf. Vorher aber wird ein ca. 60cm tiefes Loch gebuddelt. Darüber wird ein Klo-Brillen-Gestell gestellt. Einerseits denke ich mir, dass es ein ziemlicher Luxus ist… Aber gegenüber von anderen Reisen, wo jede/r mit dem Spaten jedes Mal irgendwo sein eigenes Löchlein gegraben hat und wieder zuschüttet, finde ich das Bushways-System viel besser. Denn beim Verlassen der Campsite wird das tiefe Klo-Loch wieder mit Erde und Asche vom Feuer zugeschüttet, so dass kaum Spuren von unseren Hinterlassenschaften übrig bleiben.
Noch schnell die Tische und Stühle aufstellen und «endlich» das erste Mal einen Tag mit einem Gin-Tonic begiessen. Es herrscht eine geniale Stimmung. Alle sind glücklich und aufgedreht, inklusive Guide und Koch.
Von der Temperatur her war es heute ein bisschen heiss, aber nicht so, dass wir leiden mussten.
Zwischen GT und Abendessen gesellen sich im Sumpf draussen noch ein paar Klunkerkraniche zu uns und die Hippos stimmen sich und uns akustisch auf die Nacht ein.
Herrlicher Sonnenuntergangsblick auf sie Sumpfebene (und links GT-Bestuhlung)
Ein erstes Mal dürfen wir uns nun von Chicos Kochkünsten – er kocht immer auf dem Holzfeuer - überzeugen: Hackfleisch-1-Topf (eigentlich Chilli con Carne, ohne Maiskörnli, welche ich eh als unverdaulich behandle), Reis, Nachspeise. Es war sehr lecker, wir haben alle mehrmals geschöpft.
Vor dem Schlafen gehen gibt Moscow noch eine detaillierte Einweisung zum «Pinkelverhalten in der Nacht», aber diese Story spare ich noch auf 😉 .
Auch heute gehen wir alle wieder früh ins Zelt, schliesslich wollen wir ja morgen früh aufstehen und auf Pirschfahrt gehen.
Wir stehen mit der Sonne auf. Es braucht keinen Wecker – die Frankolin-Gang ist ja weckermässig botswanaweit unterwegs. Bereits haben wir alle den Bezug zu Datum, Wochentag, Uhrzeit verloren.
… und was in der Nacht geschah, gehört wurde – ein Elefant wollte ins Camp, Moscow hat ihn verjagt. Derweil haben viele von uns des Elefanten Geschlurfe im Sumpf draussen gehört. Das hat sich wohl viel näher angehört, als es wirklich war. Wir konnten den Elefanten bis zu unserer Abfahrt zum Gamedrive jedenfalls draussen in seinem Sumpf beobachten, sicher über hundert Meter von uns entfernt.
Das Frühstück ist einfach, aber zweckmässig: Toastbrot, Butter, Konfitüren, Honig, Müesli. Dazu Kaffee oder Tee. Was braucht es mehr? Schon bald sind wir unterwegs, ohne Anhänger und ohne Chicco, der im Camp zum Rechten schaut und wohl den Lunch und das Dinner vorbereitet.
Nach vielleicht einer Stunde treffen wir auf zwei Löwen. Sie sind recht scheu und lassen uns nicht nahe an sie herankommen.
Moscow hat diese zwei hier noch nie gesehen und vermutet, dass sie neu im Territorium sind.
Einer der zwei Schönen, Neuen
Und wenn Löwen «einen auf Zebra machen»:
Die Zwei in Zebra-Pose
Aber wow: Gestern, am ersten Tag, Wildhunde, heute Löwen… Wenn wir nur nicht schon zu schnell unser Pulver verschiessen! Später sehen wir einen Schreiseeadler mit einem grad erbeuteten Fisch, den er verspeist.
Immer wieder sehen wir Wasserböcke, Moorantilopen, Zebras, Impalas, Elefanten, Giraffen.
Das Impala überwacht die Wasserböcke…?
Bei den Vögeln tasten wir uns so langsam ran: Graurückenreiher, Sporengänse, Witwenente, Nilgänse, Scharlachspint.
Scharlachspint
An einem noch nicht geöffneten Elefanten-Kadaver versuchen sich Weissrückengeier als Elefanten-Öffner. Aber noch ist das Kadaver zu, so dass noch keine Hyänen zum Festschmaus angekommen sind.
Elefantenkadaver
So viele Sichtungen schon – das ruft nach einem Kaffeehalt. Dafür findet Moscow ein Plätzchen an herrlichster Lage. Wir geniessen Roibuschtee, Ruskies, Früchte und beobachten gleichzeitig friedlich grasende Zebras, Gnus (sind bei Zebras meist inbegriffen und kommen in Reiseberichten oft viel zu kurz) und Moorantilopen.
Dann fahren wir zu einer Höhle oder einem Bau von Hyänen. Vermutlich sind die Jungen drin, aber eine Hyäne lässt sich hier und in der Umgebung nicht blicken. Aber wir nähern uns so langsam einer Hyänen-Sichtung – Bernd’s Top-Wunsch für diese Reise.
die third-bridge-Gang
Am Mittag sind wir zurück im Camp. Und – yeahh – das Gepäck von Irma ist hier. (Man beachte, mit wie wenig Gepäck man auskommen kann.)
Moscow und Irma – freuen sich beide über das Reisegepäck
Zum Lunch gibt es eine Art English Breakfast mit weissen Bohnen, Mini-Buurewurs, Speck, Spiegeleier, Toast. Wir geniessen es.
Chicco in seiner Küche
Es gibt zum ersten Mal Siesta-Time. Nora und ich versuchen endlich mal unser Tagebuch a-jour zu bringen, denn seit Maun sind wir schlicht weg nicht dazugekommen, immer war immer «öppis chäibs» los. (Ich entschliesse mich, auf dieser Reise mal nur Stichworte aufzuschreiben, statt schon ausformulierte Sätze zu bilden, was mir dann zu Hause halt mehr Arbeit bescheren wird, welche ich aber im Rahmen meines Wiedereingliederungsprogrammes gerne auf mich nehmen werde).
Chicco hat am Morgen auch schon das Duschzelt aufgestellt, aber irgendwie fühlen wir uns noch nicht duschreif. Naja – ein wenig drunter stehen und abkühlen tut schon gut.
Man spürt: Alle geniessen es, hier zu sein. Mal wird heftig diskutiert über irgendwelche Themen, dann kehrt wieder Ruhe ein.
Siesta - so
Und immer ist auch im Sumpf draussen etwas zum Schauen, oder im Camp wuselt ein Kardinalspecht auf/an seinem Baum rum.
Siesta - oder so?
Dann werden schon mal erste Kleidungsstücke gewaschen – man nutze die Gunst der Schnelltrocknungstemperaturen. Obwohl wir ja erst vor 48 Stunden in Maun angekommen sind, kommt es uns vor, als ob wir schon ewig unterwegs sind. Ist das nicht herrlich?
Der Nachmittags-Gamedrive steht unter dem Fokus «Hyäne». Wir fahren zum Bau und zum Elefanten-Kadaver. Aber immer noch ist der geschlossen und es sind keine Fress-Gäste eingetroffen.
Aber wir sehen andere Tiere. Zum Beispiel eine ganz junge Giraffe mit noch schwabbeligen Hörnchen, welche erst im Laufe des ersten Jahres von aussen nach innen am Kopf anwachsen und hart werden.
Junge Giraffe mit Gummi-Hörnchen
Auch Wasserböcke sind zu sehen. Ihre Anpassung ans Wasser-nahe Leben mit Fell-Imprägnierung hat den angenehmen Nebeneffekt, dass wegen diesen Imprägnierungsdrüsen das Fleisch nicht besonders gut schmeckt und dass sie deshalb nur selten gejagt werden. Die Story der Klobrille am Po erspare ich Euch (ist ja «Safari für Anfänger») – Moscow hat sie auch nicht erzählt.
Auch Gabelracken gibt es immer wieder. (wichtig!)
unser Glücksbringer
Zu guter Letzt sehen wir noch einen Schakal beim Maulwurf-Jagen. Er macht den typische Maussprung, den ich zu Hause auch von Füchsen oder unserem Hund oder Kater kenne. An seiner Effizienz muss der Schakal aber noch arbeiten. Immerhin bescheren die vielen Jagd-Versuche unseren Fotografen viele Foto-Versuche. Ich bin gespannt…
Mats hat ihn gut erwischt!
Die Tafel ist angerichtet – aber wir sind noch sehr beschäftigt mit dem Sonnenuntergang:
Sonnenuntergang im ersten HATAB-Camp
Käse-Maccaroni und zur Nachspeise Schoggi-Banane krönen den erfolgreichen Tag, assistiert von ein paar Savannas und Bieren. Moscow stellt uns vor dem Schlafen gehen noch ein Rätsel. Er hat es schon angetönt bei den Zebra-Sichtungen. Ich hoffe, ich schreibe das richtig auf englisch: «on which side of a zebra do we find the most stripes?». Ihr müsst genau schauen… das betont er immer wieder, wenn wir Zebras begegnen. (Geht auch auf deutsch: «Auf welcher Seite haben die Zebras am meisten Streifen?») (In der Folge werden wir ihm auch ein paar Rätsel aufgeben 😉 )
Teil 826. Dez. 2022
Kapitel 8 – «Polygamie und Kinderraub» (23.10.2022)
Moorantilopen vor dem (unserem) Frühstück
Wieder eine andere Tagesstruktur. Denn wir müssen erstmals das Camp abbauen. Chicco instruiert uns, wie er die Zeltfaltung haben möchte und dann geht es ruckzuckzackzack.
Teamwork – für uns einfach selbstverständlich
Da wir alle schon ein «paarmal» so gereist sind fällt uns das leicht und auch so Details wie «Zahnbürste und -pasta ins Tagesgepäck, nicht in die Tasche packen» sind uns wohlbekannt.
Schon kurz nach Sieben fahren wir los Richtung Khwai. Unsere anvisierte Campsite MGR4 ist aber immer noch im Moremi drin. Dort werden wir 3 Nächte bleiben.
Wir fahren nochmals beim Elefantenkadaver vorbei, aber immer noch ist er ungeöffnet und hat keine weiteren Fressgäste angelockt. Unterwegs sehen wir eine Straussenfamilie: Eltern mit sieben Jungen. Ein schönes Bild. Wir erfahren, dass das Brutgeschäft polygam vor sich geht, wie das Paar dann das Brutgeschäft organisiert (er nachts, sie tagsüber auf den Eiern) und dass es durchaus mal zu Kinderraub kommen kann.
sieben Sträusschen
Der Himmel ist heute ein wenig bedeckt, ja es gibt sogar ein paar scheue Regentropfen. Bei diesen Tropfen, welche ja Pulas heissen, wie die botswanische Währung, darf die Verwendung als «Prost»-Wort nicht vergessen werden. Also: Savanna in die Hand und: «Pula!». Beim Kaffeehalt an einem wiederum wunderbaren Platz gibt es ein paar interessante Pflanzen zu bewundern: Zum Beispiel Wilder Cannabis. Aber nur angucken!
Und auch diese Wunderschöne: Vermutlich Abrus precatorius subs. africanus. Hat laut diversen Seiten im www auf englisch ganz viele Namen, auf deutsch: Paternostererbse, wird oft für Halsketten, Rosenkränze verwendet – und ist hochgiftig:
Paternostererbse
Nebst Kaffee/Tee und Rusties schnipselt Anita für uns ‘was ganz Gesundes:
gesunde Pause
Unterwegs gibt es immer wieder Tiere zu sehen, inzwischen auch vermehrt auch die Lieblinge von Anita: Kudus. Und teilweise stellen sie sich sogar fotogen hin, nicht wie sonst oftmals nur vom Fotografen abgewendet.
Anitas Lieblinge
Auch Gabelracken geben sich oft ungewohnt kooperativ und so langsam werden sie allen von uns vertraut. Das ist wichtig….
Gabelracke - Danke für die freundliche Zusammenarbeit
Bereits so um die Mittagszeit kommen wir beim MGR4-Platz an. Er liegt eigentlich am Ufer des Khwai, unter grossen Bäumen, aber der Fluss hat nur wenig Wasser, so dass die Entfernung zum eigentlichen Wasser gross ist und die Aussicht mehr aus Riedgras besteht, als aus Wasser. Auf der Karte sehe ich, dass westlich von unserem Camp, etwa 1.5 km der Dombo Hippo Pool ist. Bis zum North Gate bei Khwai sind es Luftlinie etwa 10 km.
geschäftiger Paul ( - welches Geschäft?)
Wieder fallen ein paar Pulas vom Himmel, aber nicht bedrohlich, so dass wir keine Überdächer auf die Zelte montieren. Die leichte Brise, welche uns heute Morgen auch begleitet hat, macht auch Dienstschluss und so wird aus dem vorerst angenehm kühlen Tag ein schwülheisser.
Nach dem Lunch gibt es Zeit für Siesta, welche jede/r nach seinem Gusto gestaltet. Was für ein Leben!
Im und auch ausserhalb des Camps gibt es ein paar Vögel zu sehen und zu bestimmen und das Birderwissen wird so langsam aufgebaut – bei den einen schneller, bei andern ein wenig zäher. (Braundrossel, Sattelstorch, Rotschnabeldrossel, Lappenstar, …) Ein Paradiesschnäpperpärchen bringt Anita fast zum Wahnsinn, da es vom Fotografiertwerden gar nichts hält.
schwierig...
Wenigstens das Baumhörnchen ist kooperativ
Baumhörnchen
So eine Siesta tut richtig gut und baut die Spannung auf für den nun kommenden Nachmittagsgamedrive.
Wir sehen wieder schöne Elefantengruppen…
…und auch das erste Mal einen Büffel, mir dem üblichen grimmigen Blick. Das alles geniessen wir in immer wieder wechselnden Landschaftsformen, hier vor allem sumpfig mit hohen Gräsern. Ein verletztes Impala (gebrochenes Bein?) führt uns vor Augen, dass wir hier nicht nur heile Welt antreffen.
Auf weitem Feld, ein wenig weit entfernt, zeigen uns zwei Giraffenbullen wie sie mit ihren Hälsen kämpfen können.
Giraffenkampf
Dabei können sie so harmlos dreinschauen:
"ich bin doch so nett!"
Bei einer mittelgrossen Paviangruppe entlockt uns ein zwei bis drei Tage altes, noch eine wenig rosa gefärbtes Junges so manches Schmunzeln.
Pavian-Mami mit Baby
Ein Hippo an Land wird von einem anderen aus seinem Territorium weggejagt und wir sehen, wie schnell die Kolosse rennen können.
Das Hippo vor seiner Nachtschicht - schon mit Türsteherblick
Bei der Rückkehr im Camp ist es schon dunkel, aber zeitlich gesehen sind wir «sauber» unterwegs (es ist noch nicht 19.00). Beim Einfahren ins Wäldchen hören wir in der Umgebung Hyänen rufen. (Aber immer noch keine gesehen…).
Chicco sitzt im nach oben geöffneten Anhänger drin, da es ihm alleine im Camp nicht mehr wohl war. Auch er hat ja die Hyänen gehört. Jetzt ist er erlöst.
Und schon bald ist es Zeit für das Abendessen, welches wie immer mit Chiccos Ruf «Dinner is ready – (Pause) – self-service as usual» angekündigt wird. Heute gibt es Rindsfilet und Gemüse. Wir sind begeistert, wie gut das schmeckt. Die Glut nützt Chicco noch um Brot zu backen, welches wir in den nächsten Tagen geniessen werden.
Während dem Essen hört Moscow plötzlich etwas Rascheln im Gebüsch. Er geht schauen und flüstert zu uns: «Come, and see the hyena!». Das wollen wir uns nicht entgehen lassen. Bernd holt noch die bessere Lampe aus dem Zelt. Ausser Bernd und mir können alle die Hyäne (genauer gesagt Tüpfelhyäne – das meine ich im Folgenden mit Hyäne also immer) kurz sehen, wir zwei kommen aber zu spät. Leider gibt es kein Bild, das den Tatbestand glaubwürdig dokumentiert. Der Traum von Bernd, eine Hyäne zu sehen, ist oder war in greifbarer Nähe. Wir sind uns alle einig und trinken uns Mut zu: Der Traum wird in Erfüllung gehen.
Ach ja – ich schulde ja noch Moscows Briefing «Pinkeln in der Nacht»: Nebst der Variante, sich im Zelt mit einer Pinkelflasche zu erleichtern, steht dem draussen-Pinkeln nichts entgegen. Wichtig ist dabei einfach, dass man die draussen-Situation vorher sorgfältig «untersucht». Das heisst akustisch und visuell mit Stirnlampe. Und sorgfältig ist dies ist nur möglich, wenn man das entspannt machen kann. Und entspannt kann dies nur gemacht werden, wenn man nicht wartet mit der Pinkel-Aktion, bis es nicht mehr anders geht. Diese ganzen Erläuterungen untermalt Moscow pantomimisch-humoristisch, so dass wir das nie mehr vergessen werden.
Er hat uns auch ermahnt, dass wir ab der Dämmerung nur noch mit Stirnlampe im Camp herumlaufen sollen und dabei nicht einfach nur auf den Boden leuchten, sondern immer auch in die Umgebung.
Teil 927. Dez. 2022
Kapitel 9 – «Hyäne dank Gabelracke» (24.10.2022)
In der Nacht haben wir immer wieder Hyänen rufen hören, und ein paar Male auch Löwen, aber weit weg. Trotzdem haben wir alle gut geschlafen. Wir freuen uns, dass wir auf diesem Camp nun für weitere zwei Nächte ansässig und wir beim Aufstehen nur an den kommenden Gamedrive denken müssen und nicht ans Zelt abbauen und Tasche packen.
Beim Losfahren sage ich spasseshalber als «Tier-Ziel-Definition»: «let’s go fort he Gabelracke». Tatsächlich sehen wir schon bald eine. Aber nicht nur das. Auf einer grünen Wiese am Wasser grast friedlich ein Hippo und Sattelstörche und Klunkerkraniche stochern nach ihrer Nahrung.
Sattelstörche
Und plötzlich sehen wir eine einzelne Hyäne auf freiem Feld. Zwar nicht hautnah, aber mit Fernglas oder Teleobjektiv kann man ihr gut in die Augen schauen. Gabelracke als Glücksbringerin? Das wird sie im Weiteren zu beweisen haben.
Bernds erste Hyäne
Dann eine nette Szene "gross trifft auf klein":
keine Angst vor grossen Tieren
Bald darauf hört Moscow über Funk von einem Leoparden. Dafür müssen wir aber kurz zum Northgate rausfahren. Das nehmen wir natürlich gerne in Kauf. Als wir am vermeintlichen Platz ankommen, ist er aber bereits nicht mehr zu sehen. Für uns ist das ok so. Es ist spannend, sich die Tiere manchmal ein wenig verdienen zu müssen. Und es führt uns vor Augen, dass wir hier nicht in einem Zoo sind – auch wenn es sich manchmal, z.B. bei Impalas und Zebras die kaum Scheu zeigen gegenüber uns, ein wenig so anfühlt.
So fahren wir zurück ins Camp, wo uns Chicco Rührei-Gemüse-Käse-Toast hinzaubert. Nicht nur wir geniessen es:
Fressdieb-Star
Wieder geniessen wir die Siesta. (Nora und ich müssen wieder «Büro machen» - ein schönes Ritual mit Kaffee und Keksen. Seit Jahren übrigens sind die Tennis-Kekse mein Favorit und ich habe meine «Gspändlis» (sorry – ein wenig Swissness muss sein im namibia-forum.CH) auch ein wenig infiziert damit. Unterdessen hat Moscow eine grosse Plane im Schatten hingelegt, so dass wir unsere Matratzen für ein Nickerchen darauf ausbreiten können. Nur – so richtig Relaxen ist hier nicht möglich. Immer ist etwas los… Da gibt es plötzlich «neue» Vögel im Camp oder wir verwickeln uns gegenseitig in Diskussionen über dies das.
Und schon bald ist es Zeit für den Nachmittagsgamedrive. «Let’s go fort he Gabelracke!». Wir widmen uns mal ein wenig den Zebras, die haben das auch verdient. Einerseits wegen ihrem Streifenmuster, wozu es ja viele Theorien gibt. Vor allem die mir noch nicht bekannte Tatsache, dass unter den schwarzen Streifen eine dickere Fettschicht liegt, da die schwarzen Streifen sich ja mehr erwärmen, weil sie die Sonnenstrahlen nicht so gut reflektieren wie die weissen, finde ich sehr interessant. Aber auch über die Ernährung und das Verdauungssystem erfahren wir neue Aspekte.
im Paradies, oder?
Später schauen wir lange einem sehr alten Elefanten zu. Er frisst mit seinen vermutlich letzten Mahlzähnen vor allem Gras. Um die Zähne zu schonen, schüttelt er das Gras immer sorgfältig aus, damit möglichst wenig Sand in sein Mahlwerk gelangt. Bis jetzt war mit nicht bewusst, dass alte Elefanten sich meist (wenn möglich) an Orten aufhalten, wo es Wasser und Gras gibt. Das ist sozusagen ihr letzter Ort, wo ein Überleben noch relativ einfach möglich ist. So überrascht es nicht, dass genau an diesen Orten viele alte Elefanten auch sterben. Es scheint aber nicht so zu sein, dass Elefanten gewisse Orte aufsuchen, um zu sterben, sondern viel eher, um noch ein Weilchen leben zu können.
Gnadenbrot
Vor dem Sundowner sehen wir weiter draussen im Gras ein Fahrzeug stehen, das eine Panne hat. Über Funk erfährt Moscow was los ist und klar: Wir fahren hin zum Helfen. Es ist ein wenig sumpfig, auf dem direkten Weg. Zu sumpfig… Wir werden für den guten Willen bestraft und bleiben selber stecken.
abgesoffen beim Helfen – und trotzdem gute Laune
Der Zufall will es, dass der Schwager von Moscow grad in der Nähe ist. So kommt er zu uns und zieht uns zum Schlamm raus. Am Schluss stehen die drei Safari-Fahrzeuge auf dem Sundowner-Platz und es wird viel gelacht. Die Guides und wir Safari-Touristen tauschen unter einander Neuigkeiten aus.
Beim Rausfischen von Getränken stösst sich Paul noch den Kopf an und es fliesst ein wenig Blut aus der Platzwunde. Ist aber nichts Schlimmes, nicht mal Steristrips sind nötig. (Schwester Hämmerli – unsere Nora – bedauert ein wenig, nur zu einem Minimaleinsatz zu kommen.)
Wir fahren zurück ins Camp und erfahren von Chico, dass eben noch ca. 8 Wildhunde am Camp vorbeigelaufen sind. Hoffentlich bleiben die noch ein wenig in unserer Nähe.
Eine Hähnchen-Gemüse-Pfanne vergnügt unsere Gaumen.
Bonne-Nuit.
Teil 1027. Dez. 2022
Kapitel 10 – «sie sind noch da» (25.10.2022)
Wie seit gestern üblich beim Abfahren: «Let’s go for the Gabelracke!». Inzwischen ist es Moscow, der das beim Losfahren proklamiert.
Kaum zum Camp raus mustern uns drei Büffel zum Wald raus. Ein freundliches Hallo sieht anders aus. Trotzdem haben sie es in die Liste der Big 5 geschafft. (Bild gibt es keines. «Meine» Fotografen haben wohl noch ein wenig geschlafen.)
Dann: Gabelracke - check! Es kann losgehen.
«Let’s go for the Gabelracke!» (ohne Gabel…)
Wie aus dem nichts kommen aus dem Wäldchen, dem wir entlangfahren, fünf Wildhunde gerannt und begeben sich so etwa 50 Meter hinaus ins sumpfige Gras. Je nach Position unseres Autos können wir manchmal zuschauen, wie sie gerade ein Impala verspeisen, das sie vermutlich einem Viererrudel abgejagt haben.
volle Konzentration
das war lecker
Die fünf bestehen (menschenmässig gesehen) aus einer traditioneller Familie: Vater, Mutter, 3 Kinder (wohl Drillinge 😎 ). Nach dem sie genug gefuttert haben, beginnen die drei jungen, vielleicht noch nicht mal jährigen «Hündchen» übermütig zu spielen: Sie rennen im sumpfigen Gras herum.
nicht mit vollem Magen spielen!
Dabei kommen sie unserm Auto immer näher. Es spritzt von Wasser und Schlamm und verdreckt manchmal das Fell der sich überkugelnden Hunde. Zwischendurch muss eine/r ein wenig quietschen, wenn der Sturz oder Spielbiss eines Geschwisters zu heftig ist.
Aber jedes Spiel hat mal ein Ende (oder zwei…). Und was für welche! Die Familie zottelt auf dem Strässchen in Einerkolonne an uns vorbei. Eine richtige Wildhund-Parade. Was für ein Abgang. Das ist jedoch noch nicht alles… Schon nach wenigen hundert Metern biegen sie nochmals ab dem Strässchen ab Richtung Sumpfgras und steuern einen etwa zwei Meter hohen, abgeflachten Termitenhügel an. Nach und nach erklimmen alle den Termitenbau und posieren artig für uns.
Ausschau halten für das nächste Abenteuer
Was für eine Wildhundebegegnung! Wir sind alle hin und weg ( - und beim Tagebuch schreiben sind wir uns nicht mal mehr einig über die Reihenfolge von Essen – spielen – Parade – Termitenhügel.)
Auf der weiteren Fahrt erfüllt sich der Wunsch von Birgitt, eine Eule zu sehen: Ein Blassuhu (auch Milchuhu genannt) – ok, gefunden hat sie Moscow und wir nach langem Suchen auch. So schön!
Blassuhu / Milchuhu
Den Kaffeehalt machen wir an einem Ort mit Sicht auf Tümpel und Grasflächen und fühlen uns ein wenig beobachtet von den vielen verschiedenen Tieren, die dort grasen und im Wasser stochern.
Auf der Fahrt zum Khwai Guesthouse sehen wir noch Hornraben und schöne Pavian-Gruppen.
Im Guesthouse genehmigen wir uns einen Amarula. Wir übernachten aber erst morgen hier, dies IST sozusagen eine Vorwarnung an das Personal…
Danach Mittagessen, Siesta, Nachmittagsgamedrive.
Siesta
Nebst Verlust von Tageszeit, Wochentagen, und Informationen über das, was grad auf der Welt geschieht, gibt’s auch ein paar schwarze Löcher im Tagebuch. Hier ist grad eines…. das Ende des Kapitels ist im Wurmloch verschwunden. (Die gute Nachricht: ich habe mich wieder raus gekämpft)
Teil 1129. Dez. 2022
Kapitel 11 – «Löwen und Hyänen im kalten Wind» (26.10.2022)
Ein windiges und eher kühles Erwachen ist das heute, immer wieder donnert es in der Ferne. Die Regenzeit will sich wohl so langsam anmelden.
Heute ist wieder mal ein Zeltabbau-Tag. Trotzdem sind wir schon um sieben Uhr unterwegs. So alle drei Tage überrascht uns Paul seit Anfang der Reise mit Hanutta-Waffeln, die er vor der Abfahrt in einem unauffälligen Moment auf die acht Sitze (+ Fahrer-Sitze) verteilt. Und heute ist wieder so ein Hanutta-Tag. Das sind die kleinen Momente, die der Stimmung in der Gruppe einen stabilen Boden geben. Danke Paul.
Inzwischen ist nicht nur die Gabelracke ein Ouvertüre-Vogel geworden. Auch Wiedehopfe sehen wir immer wieder. Da wird am Boden gestochert was das Zeug hält. Es macht Spass dem schönen, quirligen Vogel zuzuschauen.
Wiedehopf
Auf der Fahrt gibt es anfänglich eher wenige Tiere. Aber Kudus für Anita bringen sich immer wieder ins Spiel.
Mister Kudu
Impalas, zwar häufig, aber einfach fotogen – gehen auch immer. Eine kleine Elefantenfamilie stapft durchs Wasser. So laufen wir uns gemächlich warm an diesem Tag.
Dann ein Funkspruch: «Löwen-Kill einer Pferdeantilope». Um das zu sehen, müssen wir ein wenig fahren, ca. ½ Stunde, durchs Khwai-Gate, und bald schon sind wir am Ort des Geschehens. Die Protagonisten sind: 6 Löwen, 4 Hyänen, Marabus, verschiedene Geierarten, die tote Antilope – und wir als Zuschauer. Die Löwen sind schon recht vollgefressen. Ein paar liegen dickbauchig unter einem Busch, andere sind noch bei der Beute. Dann wechseln sie sich ab. Es gibt bei jedem/r so eine Abwechslung zwischen fressen, Pause, fressen, Pause, ….
viel ist nicht mehr dran
Schon vor dem Löwenschmaus muss die Beute einmal unbewacht gewesen sein, denn eine der Hyänen war mit einem Teil eines Beines der Antilope unterwegs.
ziemlich lang, diese Knochen
Aber es ist ganz klar zu sehen: Hier haben die Löwen das Sagen. Bald sind es nur noch die drei gepunkteten Löwenbabys die spielerisch an der Beute knabbern.
"för der Gloscht"
Einer der drei grösseren Löwen ist dann aber in der Nähe, als Aufpasser. Irgendwann mal ist aber genug. Die Löwen überlassen schliesslich die Resten der Beute den Hyänen. Im ersten Moment kommen nur das Chef-Weibchen und ein Männchen zum Fressen, die anderen zwei Hyänen halten sich diskret im Hintergrund.
Wann gibt es endlich Futter?
Das fressende Männchen könnte wohl eine interessante Geschichte erzählen, bei der wir erfahren würden, woher der grosse Schlitz in der Nase stammt. Er scheint ausgeheilt zu sein und die Hyäne kann wohl «leben damit».
Schlitznasenhyäne
Unterdessen suchen sich die Löwen einen neuen Platz. Es ist heute nicht so heiss, wie an den Tagen zuvor. Also ist es auch nicht nötig sich unter dem engen Busch auf engem Raum zu kuscheln. Das Rudel läuft gemächlich auf und manchmal neben einem kleinen Fahrsträsschen vor uns weg. Wir können unser Auto so stellen, dass die Löwen von hinten auf uns zu laufen können.
Jetzt suchen wir uns ein schönes Plätzchen…
Der Plan geht auf, ja: mehr als auf. Das Rudel läuft an uns vorbei und platziert sich genau vor unserem Auto auf der Strasse und alle legen sich für ein Verdauungsschläfchen hin. Die jungen Drei haben etwas mehr Mühe damit, die Mutter mit vollem Bauch und die zwei halbwüchsigen Männchen (vielleicht Söhne des Weibchens) finden aber schnell ihren Siesta-Modus.
wirklich voll gefressen
Dass wir diese Löwen-Hyänen-Szene in dieser Art auf freiem Feld, bei etwa 40-80 cm hohem gelbem Gras, so beobachten konnten, verdanken wir zum grossen Teil dem heute bedeckten, eher kühlen Wetter. So ein Glück!
Schon am Mittag treffen wir beim Khwai Gueshouse ein, welches auch zu Bushways gehört. Wir werden herzlich empfangen und das Personal hat Freude Moscow und Chicco zu treffen. Wir haben hier eine Nacht Camping-Pause und können uns und unsere Wäsche wieder mal auf Vordermann/frau bringen. Auch darf ein wenig geWLANt werden. Heute hat Chicco Koch-Pause, so dass wir uns am feinen Salatbuffet des Guesthouses bedienen können. Den Nachmittags-Gamedrive lassen wir ausfallen – wir brauchen auch mal eine Pause. Den Apéro können wir am Feuer einnehmen und uns auf das Abendessen (Steak vom Grill) freuen.
GT
Es kommt uns dann ganz komisch vor, auf Holzstühlen, an einem massiven Tisch zu essen. Aber es hat sehr gut geschmeckt – trotzdem freuen wir uns schon wieder auf das Essen im Busch.
Hier ist also etwa Halbzeit der Bushways-Safari. Wie so oft auf Reisen kommt es mir ein wenig gemischt rein: Ging das schnell! Schon Halbzeit? Andererseits: Es fühlt sich an wie «schon ewig unterwegs». Wenn dieses diskrepante Gefühl aufkommt, heisst das bei mir: Alles gut, ja perfekt! Fazit Gruppe: Wir haben bis jetzt keinen einzigen schwierigen Gruppen-Moment gehabt und ich glaube behaupten zu dürfen, dass sich alle pudelwohl fühlen.
Teil 1229. Dez. 2022
Kapitel 12 – «auf in den Savuti» (27.10.2022)
Das Guesthousepersonal hat das Frühstück draussen aufgestellt. So schön, auch hier draussen frühstücken zu können. Leider fängt es ganz leicht an zu regnen, so dass ein spontaner Umzug ins Trockene stattfinden muss. Wir packen alle an und kaum ein Wimpernschlag später können wir weiter essen. Inzwischen haben Moscow und Chicco auch den Wassertank, welche sich im hinteren Teil des Fahrzeuges, teilweise unter dem Sitz (ich habe das nie so richtig untersucht), befindet, wieder aufgefüllt. Das heisst wir trinken die ganze Zeit schon einheimisches Wasser, welches aber gefiltert wird. Dieses Wasser füllen dann Moscow oder Chicco in eine 5-Liter-Petflasche mit Canvas-Isolationshülle, ab welcher wir wiederum unsere Trinkflaschen füllen können. Während der ganzen Reise hat niemand von uns irgend etwas mit dem Magen gehabt, was nicht sein sollte. Ich habe auch keine Stimmen gehört, dass das Wasser irgendeinen komischen Geschmack hat. Und wir haben VIEL Wasser getrunken. So in der zweiten Hälfte der Reise haben wir angefangen, dem Wasser ein wenig Gout zu geben, in dem wir mit O-Jus verdünnten, oder Vitamin-Brausetabletten verwendet haben. (Und wir hatten ja auch noch andere Getränke dabei – dazu später mehr).
Vor der Abfahrt stellen Moscow und Chicco die Frontscheibe senkrecht und stecken die Scheibenwischer an. Das ist das erste Mal auf der Reise und kommt uns ganz komisch vor. Aber schon bald kann das rückgängig gemacht werden. Paul und ich putzen noch unsere Brillen – das ist ein Ritual, welches seit der ersten gemeinsamen Gruppenreise im 2010 standhält und einfach dazugehört vor der Abfahrt, so alle zwei drei Tage. Die Fahrt zum Savuti ist recht lang und ein wenig eintönig.
faszinierend eintönig
Diese Eintönigkeit ist aber dennoch mit ein wenig Faszination gewürzt.
Steinböckchen
Es tauchen nun vermehrt Baobab-Bäume auf und die Tokos werden häufiger. Und die Farben variieren auch immer ein wenig, man muss nur gut schauen. Ein einsamer Büffel, den wir bald nach Khwai sehen, hat sich wohl in dieser Landschaft mal ein wenig vom Rummel in der Stadt zurückgezogen Den Mittagshalt (oder ist es der Tee-/Kaffee-Stopp?) halten wir bei bedecktem Himmel in Wurfweite (wenn jemand sehr gut wirft) von einem Wasserloch ab, wo Elefantengruppen in unterschiedlichen Zusammensetzungen zum Trinken kommen.
Mittagshalt
Wir sehen ein Baby, das frischen Elefantenkot seiner Mutter frisst. Moscow erklärt dieses Verhalten damit, dass so der Aufbau der Darmflora des Jungtieres gefördert wird.
Und ein Gelbschnabel-Toko (wird jetzt nicht mehr als «Vogel», sondern von allen mit Namen bezeichnet) wird zum Foto-Motiv.
Gelbschnabeltoko
Auf der Weiterfahrt sehen wir immer mal wieder Riesentrappen, die schwersten flugfähigen Vögel in Afrika. Bei dieser Vogelart ist das Männchen bis zu doppelt so schwer wie das Weibchen. Und es ist der Nationalvogel von Botswana. Allerdings kämpft auch die Gabelracke um diesen Titel.
Riesentrappe
Die Vegetation ist hier fast grün-los. Das einzige häufig Grüne sind die Apfelblatt-Bäume (auch Regenbaum genannt), welche wir auch im Camp CNP21 (21B) im Savuti als kleines Wäldchen haben.
Blätter des Apfelblatt-Baumes
Wir treffen dort im mittleren Nachmittag ein, stellen das Camp auf – und weil wir das so gut können und unsere Guides so gut zu uns schauen, bauen wir auch noch grad deren Zelte mit auf. Immer noch fallen ein paar scheue Regentropfen vom Himmel, sie behindern aber die Savanna-Runde nicht, die wir uns zur Feier der «Wiederaufnahme des Camping-Betriebes» genehmigen.
Prost - auf die zweite Hälfte der Reise
Und schon ist wieder Gamedrive-Zeit. Was hält wohl der Savuti für uns bereit? Es geht nicht lange, und wir begegnen einem Löwenpärchen – beide wohl noch nicht lange von zu Hause ausgezogen - , welches ein wenig unverschämt öffentlich auf der Strasse sich der Erhaltung des Löwenbestandes widmet. Im Unterschied zu früheren Beobachtungen von Löwen-Paarungen geht es bei den Zweien sehr lieb und rücksichtsvoll zu und her.
Erhaltung des Löwenbestandes
Zwischen den jeweiligen «Sets» liegen sie ganz nahe bei einander und himmeln sich gegenseitig an. Ab und zu leckt das Männchen seiner Angebeteten das Fell.
wir haben uns wirklich lieb
Lange schauen wir ihnen zu, natürlich ohne voyeuristische Gedanken. Dann müssen wir die zwei aber doch alleine lassen, denn wir möchten nochmals Wasser auffüllen. Ein Funkspruch durchkreuzt dieses Vorhaben aber jäh. Fast wie in einem Krimi reisst Moscow das Lenkrad herum und verkündet mit grossen glänzenden Augen: «Leopards!».
Funkspruch: Leopards!
Bald schon sind wir in deren Nähe. Aber noch sehen wir sie nicht. Auch ein anderes Fahrzeug hat sie bereits entdeckt, jedoch wieder verloren. Moscow und der andere Guide arbeiten perfekt zusammen, und plötzlich sehen wir die zwei: Eine Mutter mit ihrer noch ein wenig grosstatzigen, aber fast schon ausgewachsenen Tochter. Sehr schöne Tiere.
Mutter und Tochter
Aber sie sind nicht einfach faul am rum liegen, sondern sehr umtriebig.
im Eilschritt
Plötzlich verschwinden sie wieder im Unterholz, nur um später wieder an anderer Stelle aufzutauchen, wo die Guides vermutet haben, dass sie wieder aus dem Busch rauskommen. Einmal taucht die Tochter mit einem unterwegs erbeuteten Baumhörnchen auf, das sie in der Folge mit sich mitträgt. So können wir die Beiden eine Zeitlang begleiten – bis die Dämmerung in die Nacht übergeht. Wir sind völlig geflashed von dieser Sichtung, fahren zurück ins Camp und müssen das unbedingt mit einem Savanna verarbeiten. Man fragt sich nun vielleicht, wie gross denn unsere Getränke-Vorräte sind – dazu mehr im nächsten Kapitel. Zum Abendessen gibt es Kudu-Steaks, vom allerbesten Koch Chicco perfekt gegrillt. Und Kartoffelgratin. Und Butternutkürbisse. Und Nachspeise.
Kudu vom Grill
Was für ein Tag!
Teil 1329. Dez. 2022
Kapitel 12b – «Getränke»
Das Thema «Getränke» hat uns vor und während der Reise intensiv beschäftigt. Auf früheren Reisen haben wir meist dem Veranstalter angegeben, was wir so +/- gerne trinken und er hat dann im Vorfeld einen ersten Vorrat eingekauft. Unterwegs dann wurde nachgekauft aufgrund des jeweiligen Verbrauches. Das hat sich so eigentlich gut bewährt, und wir haben es wirklich auch genossen, unterwegs mal statt Wasser ein Süssgetränk zu trinken oder am Abend mal zusammen mit einem Gin Tin Tonic auf einen besonders schönen Tag anzustossen. Und Bier oder Savanna geht für die meisten von uns auf solchen Reisen immer.
Savanna ist nirgends so gut wie im Busch
Damit wir nach der Ankunft in Botswana schnell von Maun zur ersten Campsite wegfahren konnten, haben wir uns gut vorbereitet, in dem wir von allen Teilnehmern den geschätzten Tages-Bedarf ermittelt haben. Daraus haben wir dann eine Gesamt-Getränke-Einkaufsliste zusammengestellt für alle Tage und alle Teilnehmer. So sollte der Einkauf am ersten Tag schnell vor sich gehen. Wir konnten das aber sogar noch beschleunigen: Diese Einkaufsliste konnten wir an Bushways übergeben (per E-Mail) und die haben den Einkauf für uns besorgt. So haben wir am Ankunftstag das Fahrzeug bereits beladen mit unseren Getränken für die ganze Safari bis nach Kasane vorgefunden. Was für ein Luxus und was für ein Service von Bushways. Für das Kühlen der Getränke gab es eine Kühlbox, in der auch noch ein paar andere zu kühlende Sachen, wie Butter, angefangene Milch, etc. drin war. Aber für eine Tagesration Getränke hat der Platz immer grad so gereicht. Ganz unauffällig haben jeweils Paul und/oder Bernd die Kühlbox so bestückt, dass beim Mittagslunch oder am Abend immer sinnvolle Getränke kühl zur Verfügung waren. Auch haben die Beiden schon bald mal ein über-den-Daumen-gepeilt-Inventar gemacht und festgestellt, dass wohl jede/r seine Schätzung mit ein wenig Reserve abgegeben hat. Bald haben wir witzelnderweise von «Getränke-Pflichtkonsum» gesprochen. Schlussendlich war es sehr angenehm, dass wir nie Angst haben mussten, plötzlich auf dem Trockenen zu sitzen. Am Schluss der Bushways-Tage konnten wir den Guides ein paar Six-Packs überlassen und auch den Leuten vom Boat-Cruise in Kasane. Und in den Cottages hatten wir auch noch ein paar Getränke für uns. Ganz am Ende ist es jedenfalls gut aufgegangen.
Teil 1431. Dez. 2022
Kapitel 13 – «weder vöu Neuis» (28.10.2022)
Katrin (Sadie) hat es so gewollt…. diesmal in «Schwyzerdütsch». (Und GinaChris hat mir den inline-Übersetzungstipp gegeben)
Jetzt gibt es dazu zu sagen, dass unsere Mundart keine offizielle Grammatik hat und nur ganz selten geschrieben wird. Jeder macht das ein wenig wie er will. Dazu kommt, dass es von Region zu Region ja verschiedene Dialekte gibt. Diese unterscheiden sich teilweise in ganzen Wörtern (Kartoffel = Gommel, Härdöpel, Hördöpfu, etc.) oder auch nur in Nuancen ( viel = vell, vöu, etc.). Mein Buuretüsch, wie das Schwyzerdütsch auch genannt wird (hat nichts mit den Buren zu tun, sondern mit den Bauern) ist wohl seine Mischung aus Luzerner und Seetaler Dialekt. Schreibweise, halt grad so, wie es für mich am lesbar zu sein scheint. Auso – vell Spass!
Mier fahrid los ond send gspannt, öbmer d’Löie vo geschter weder fendid und was söscht no alles sech i üses Palmaeres wott iträge. Wir fahren los und sind gespannt, ob wir die Löwen von gestern wieder finden und was sonst noch alles sich in unser Palmares eintragen will.
Tatsächlech fended mier schneu weder Löie ganz i de Nöchi vo dene vo geschter. Es esch es anders Paar, aber met de gliiche Beschäftigung. Au es einzels Männli fendet mier. D’Chatze schiinid aber hött e chli fuul z’sii. (Belder: d’Fotografe hend wohl geschter e Löie-Öberdosis ghaa, drom gets käi Belder). Tatsächlich finden wir schnell wieder Löwen ganz in der Nähe derjenigen von gestern. Es ist ein anderes Paar, aber mit gleicher Beschäftigung. Auch ein einzelnes Männchen finden wir. Die Katzen scheinen aber ein wenig faul zu sein heute. (Bilder: Die Fotografen hatten wohl gestern eine Löwenüberdosis. kein Bild vorhanden)
Of de wiitere Fahrt dor d’Gägend chömmer e Chronekibitz beobachte, wienär (oder sie) üs vom Näscht met de Eier wott ablänke. Drom lömmerne schneu in Rue damett mer siis Bruetgschäft ned onnötig störid. Auf der weiteren Fahrt durch die Gegend können wir einen Kronenkiebitz beobachten, wie er (oder sie) uns von seinem Nest mit Eiern ablenken will. So lassen wir ihn schnell in Ruhe, damit wir sein Brutgeschäft nicht unnötig stören.
s'guet tarnti Näscht vom Chronekibitz
Baud druuf entdeckt d’Anita – während em Fahre – e afrikanischi Weldchatz imene Baumstruch enne. De Mosku esch beiidrockt. D’Chatz esch aber so guet versteckt, dass sie nor us emene gönschtige Wenku z’gseeh esch. Ech be gspannt of d’Föteli. Bald darauf entdeckt Anita während der Fahrt eine afrikanische Wildkatze in einem Baumstrauch. Moscow ist beeindruckt. Die Katze ist aber derart versteckt, dass sie nur aus günstigstem Winkel wirklich gesehen werden kann. Ich bin gespannt auf die Fotos.
Afrikanischi Weldchatz (nome d'Anita hed si so guet verwötscht)
Bemene Giraff amene Wasserloch haltid mier lang aa. D’Giraff wett trenke, esch aber sehr vorsechtig. Emmer weder brecht sie de Trenkversuech ab. Mier fahrid es betzeli wiiter ewäg vo de Szene ond de stemmts für ehn oder sie ond är trenkt de uusgebig. Debi diskutierid mier, worom dass es ächt Streckbei-Trenker aber au sötiigi met büügte Chneu ged be de Giraffe. Bei einer Giraffe an einem Wasserloch halten wir lange an. Die Giraffe möchte trinken, ist aber sehr vorsichtig. Immer wieder bricht sie ihren Trinkversuch ab. Wir fahren etwas weiter weg von der Szene und dann stimmt es für sie und sie trinkt ausgiebig. Wir diskutieren dabei, warum es wohl Streckbein-Trinker aber auch Beugeknie-Trinker gibt bei den Giraffen.
d'Giraffe bem Trenke (Streckbei-Trenker)
Benere Groppe Marabu diskuttierid mier öb die Vögu schön send… Öber da äigenartig Kehlsack (- das esch käi Chropf! -) gets offesechtlech ganz verschedeni Theorie. Näbscht Temperaturregulierig und Wechtiguusgsehwölle (i de Balzziit blosid d’Männnli de Sack fescht uf ond är gseed de füürrot us) chont au no d’Theorie vom Fuettervorrot is Speel. Bei einer Gruppe Marabus diskutieren wir, ob diese Vögel schön sind… Zum eigenartigen Kehlsack (, der kein Kropf ist! ) gibt es offensichtlich verschiedene Theorien. Nebst Temperaturregulierung und Wichtigaussehenwollen – in der Balzzeit blasen die Männchen denn Sack stark auf und er erscheint dann ganz rot - kommt heute auch die Theorie des Futtervorrates ins Spiel.
Ond so werds schnöu Mettag – s’öbleche Ritual «Siesta-Time» nemmt si Lauf. Uhrziit, Datom, Wochetag, s’Wältgschehe – all das verlüürt emmer me a Senn ond Wechtigkeit. Und so wird es schnell Mittag – das übliche Ritual «Siesta-Time» nimmt seinen Lauf. Uhrzeit, Datum, Wochentag, Weltgeschehen – all dies wird immer sinnfreier.
D’Nomitaggssafari verlauft ehnder ruig. E tierische Höheponkt send e chlini Groppe Löffuhönd gsee, wo mer es ziitlang schön hend chönne beobachte. Die Nachmittagssafari verläuft eher ruhig. Ein tierischer Höhepunkt waren eine kleine Gruppe Löffelhunde, die wir eine Zeitlang beobachten konnten.
Löffulhond meets Gnu
Emmer weder gsähmmer Elefante, einisch e riesegi Groppe bem Trenke. Die Groppe esch auwäg us mehrere Herde zämegsetzt. Mier fahrid es paar hondert Meter, deet äne, wo si vermuetlech nochem Trenke wärdid änelaufe. Tatsächlech chömmed si noch wenige Minute usem Gebösch ond de Strüch use, imene zemlech forsche Tempo, ond sie ziehnd henderem ond voorem Fahrzüüg a üss verbii. Was förne Energie! Immer wieder sehen wir Elefanten, einmal eine riesige Gruppe am Trinken, welche wohl aus mehreren Herden besteht. Wir fahren ein paar hundert Meter weiter, dorthin, wo sie vermutlich nach dem Trinken hinlaufen werden. Tatsächlich kommen sie nach wenigen Minuten aus den Gebüschen und Sträuchern heraus, in ziemlich forschem Tempo, und ziehen vor und hinter unserem Fahrzeug an uns vorbei. Was für eine Energie!
do chömeds z'seckle - was förne Energie
Ond emmer weder gsähmmer schöni Baobas – do grad e ganzi Groppe em «Baobab Paradise»: Und immer wieder sehen wir schöne Baobabs – hier gerade eine ganze Gruppe des «Baobab Paradise»:
Baobab Paradise
De humoreschtischi Höheponkt vo hötte esch de d’Söndauner-Fotiseschion à la «Mosku», wo mer met Savanna-Fläschli i verschedene Perschpektive ond met optische Tüüschige experimentierid. Au do beni of d’Fötteli gspannt. Humoristischer Höhepunkt war dann die Sundowner-Fotosession à la «Moscow», bei der wir mit Savanna-Fläschchen in verschiedenen Perspektiven und mit optischen Täuschungen experimentieren. Auch hier bin ich auf die Fotos gespannt.
Savanna-Fotiseschen
Zgrogg em Camp ghöredmer scho baud «Dinner is ready»: Millipapp ond ganz fiin ghackets Rendfleisch. Das esch es traditioneus Ässe do. Mmmmh. Zurück im Camp hören wieder schon bald «Dinner is ready»: Millipapp und ganz fein gehacktes Rindfleisch. Das ist ein sehr traditionelles Essen hier. Mmmh.
Fazit dieses Schwyzerdütsch-Kapitels: In Dialekt schreiben ist für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Die Kombination «Schwyzerdütsch-Reden und Schriftdeutsch schreiben» ist für mich wesentlich komfortabler.
Teil 1531. Dez. 2022
Kapitel 13 - richtiges deutsch...
im Original-Kapitel 13 auf "Schwyzerdütsch" findet ihr nun auch die Übersetzung ins richtige Deutsch dazu - siehe weiter oben.
Ich gelobe, keine weiteren solchen Eskapaden mehr zu produzieren.
Liebe Grüsse Kudu
Teil 1631. Dez. 2022
Kapitel 14 – «auf zur Chobe River Front» (29.10.2022)
Eine etwas lange Überfahrt Richtung Chobe NP steht uns bevor. Aber noch im Savuti drin gibt es ein paar Sichtungen und Landschaftseindrücke zu «bewältigen».
zum Geniessen
Zuerst sehen wir einen typischen Safari-Löwen: Am Strassenrand und faul.
Der schönste Kudu-Bock der Region will auch aufs Bild:
Und dann entdecken wir einen Schakal, der mit vier Jungen über das Feld zieht. In der Schnauze hat er eine Beute, wohl einen Springhasen. Immer wieder hält er an, damit wir ihn auch gut anschauen können. Dabei sehen wir, dass der Springhase lebt… Es ist das fünfte Junge, dass jetzt auch wieder selber gehen muss.
Schakalfamilie
Die Fahrt geht nun durch eine ziemlich karge Landschaft. Für uns kein Problem. Die einen machen ein Nickerchen, andere diskutieren über dies und das.
Baobab und Krokodil-Baum / Knob-Thorn-Tree (Acacia nigrescens)
Zwischendurch wird der Bewegungsnotstand bekämpft:
Moscow und Nora beim Jogging
Beim Ghoha-Gate (Nord-Ausgang Savuti) tanken die Guides Wasser nach, derweil die Vogel-Affinen (Tendenz: zunehmend 😮 ) unter uns die wunderschönen Scharlachweber und Trauerdrongos bestaunen.
Scharlachweber (m – Fitnesstraining)
Scharlachweber (w – am Arbeiten)
Bei einem Wasserloch gibt es Tea-Time. Hier schaffen es die fotogenen Gelbschnabeltokos den trinkenden Elefanten die Show zu stehlen. (Die Vögel übernehmen…?)
Bald erreichen wir die Hauptstrasse ausserhalb des Parks und das Fahrzeug muss wieder «umgerüstet» werden. (Scheibenwischer und Sicherheitsgurten-Pflicht).
Am Ufer des Chobe, unter Schatten spendenden Bäumen, haben wir einen wunderbaren Blick in das Chobe-Sumpfland, wo es sehr viele grasende Zebras und Impalas hat, grad angrenzend an die Rinderherden. Auf der anderen Seite des Flusses: Namibia. Ein wunderbarer Platz fürs Mittagessen.
Mittagessen mit Blick auf Ziegen, Chobe, Kühe und Zebras
Auf der kurzen Fahrt auf der Hauptstrasse erhalten wir einen kleinen Einblick ins Dorfleben und erhaschen immer wieder einen Blick auf die Grenzbrücke bei Ngoma.
Vor der Einfahrt in den Chobe statten wir dem Chobe Elephant Camp (ebenfalls zu Bushways gehörend) noch einen Kurzbesuch ab. Was für ein Hallo durch das Personal, als sie unsere zwei Guides sehen. Aber auch uns gegenüber sind die Angestellten sehr aufgestellt und freundlich.
Wir werden hier wieder einmal auf die WLAN-Resistenz geprüft. Die Prüfungs-Resultate sind unterschiedlich.
Nachdem Moscow ein paar administrative Angelegenheiten geregelt hat, fahren wir beim Ngoma Gate (unweit des Grenzüberganges nach Namibia) in den Chobe NP ein und sind gespannt, was wir in den letzten zwei Tagen noch alles erleben werden.
Wir fahren abwechselnd unten am Ufer, des sehr wenig Wasser führenden Chobes entlang, oder ein wenig zurückversetzt weiter oben durch sandiges und wenig Schatten gebendes Gelände.
Chobe Riverfront
Es wird wieder heisser und wir finden immer wieder Impalas dicht gedrängt auf kleinen Schattenflächen.
Impalas am/im Schatten
Auf der Fahrt zum Camp sehen wir viele Zebras, Impalas, Kudus, Krokodile, unsere erste Rappenantilope, Paviane, Giraffen, natürlich Kudus.
Zwei Elefantenherden sind am Wasser, baden, und haben ein wenig Zoff untereinander. Bei beiden Herden hat es sehr kleine Babys dabei.
durstige Elefanten
Schlussendlich biegt Moscow ab, Richtung kleines Wäldchen, mit vorwiegend blattlosen Bäumen, wo die Tafel CNP03 an einem Baum angebracht ist. Unser Camp.
Wir sind grad nicht alleine – eine Elefanten-Gruppe benutzt grad die Ost-Tangente Richtung Fluss. Das wird noch ein paarmal passieren.
Neue Campsite --> neue GT-Runde und Abarbeiten der Getränke-Vorräte.
romantischer geht’s kaum
Teil 1702. Jan. 2023
Kapitel 15 – «der letzte Tag, mit Regentanz und ein emotionaler Abend» (30.10.2022)
Nachts sind immer wieder Elefanten vorbeigezogen. Ein Campsite an bester Verkehrslage also. Auch Löwen haben wir die ganze Nacht rufen gehört. Deshalb treibt uns erstmals Moscow ein wenig an; der Aufbruch wird ein wenig hektisch. Das sind wir uns nicht mehr gewohnt, nach zehn dermassen chilligen Tagen. Aber es lohnt sich, dass wir kurz nach sechs losgefahren sind.
Elefanten beim Frühstückswasser
Und schon bald findet Moscow einen der nächtlichen «Lärmer». Es ist ein alter Geselle, dessen Kratzer und Narben am Gesicht und fast überall uns wohl viele Geschichten erzählen könnte. Er liegt faul, aber einigermassen fotogen im Sand.
Dann folgt ein Gamedrive unter dem Motto «grosse Gruppen». Elefanten, Impalas, Büffel, Giraffen, Paviane, Kudus – alle jeweils in grosser Anzahl. Dasselbe gilt leider grad auch für Mopane-Fliegen.
ganz viele Impalas gehen zum Wasser
Pavian mit ganz jungem Baby
Ein paar Mal sehen wir Warane. Plötzlich läuft ein Schakal über die Wiese und trägt erhobenen Hauptes eine Taube als Beute davon.
Schakal mit Taube
Dann gibt’s eine Vorstellung der Zebramangusten, welche viel herziger empfunden werden, als die vorher gesehenen Warane. Ich finde das ungerecht.
Büffel am Wiederkäuen
Und Vögel: Mich freut es, dass sich die Vogel-Muffel inzwischen ein wenig weiterentwickelt haben und doch schon einige Vögel kennen und sie sogar interessant finden.
man beachte: Jede Sitzbank im Auto ist besetzt
Die folgende Siesta ist anfänglich noch entspannt, wird aber nach und nach ein wenig ungemütlich wegen den lästigen Mopanefliegen. Und die Wildbienen sind ein wenig aggressiv, man muss aufpassen, dass man nicht gestochen wird. An duschen ist deswegen nicht zu denken. In der Ferne hört man es donnern und es sieht auch ein wenig schwarz aus. Chicco vermutet, dass es wohl ein wenig Regen geben könnte und wir montieren vorsichtshalber die Regenkappen bei unseren Zelten. Etwa eine Stunde vor dem letzten Nachmittagsgamedrive fängt es tatsächlich ein wenig an zu regnen, so dass auf unserer letzten Ausfahrt eher wenig los ist.
Trotz (oder wegen?) dem Regen sehen wir einen überaus aufgestellten Moscow. Mit Ohrstöpseln in den Ohren und strahlendem Gesicht tanzt er zur Musik aus seinem Handy. Ich will das auch hören. Er gibt mir einen seiner Kopfhörer und meine Beine fangen auch grad an mitzutanzen. Es ist Musik von Leonardo Dembo (1959-1996, Zimbabwe), welche genau passt zur Situation. Auch andere der Gruppe kommen und hören und tanzen mit beim kleinen, feinen Regentanz.
Regentanz
Als vorläufiges Schlussbouquet der Safari sehen wir nach ein paar faulen Safari-Löwen noch – schon fast im Dunkeln – zwei Löwen, die vor uns im Scheinwerferlicht auf der Strasse ihres Weges gehen. Vor dem Nachtessen – wir sitzen grad so schön alle beieinander beim Feuer - hält Mats eine Dankesrede an Moscow und Chicco für die unvergesslichen vergangenen Tage. Er findet sehr passende und emotionale Worte. Kein Auge bleibt trocken. Auch Moscows Worte an uns berühren uns sehr. Wer hätte gedacht, dass wir uns in nur mal elf Tagen so nahe kommen würden?
Jetzt kommen halt noch die vielen «das letzte Mal dies» und «das letzte Mal das». Also: Das letzte Mal Abendessen. Aber mit «netter Störung». Zwei Honigdachse inspizieren das Camp. Einer davon ist ganz schön dreist und geht von Zelt zu Zelt um zu schauen, ob er etwas Interessantes findet. Dass da auch grad noch eine Ginsterkatze dabei ist, stört die zwei Frechdachse nicht. Wir waren alle so überrascht von diesem unangemeldeten Besuch, dass wir nur wenige Beweisfotos vorweisen können.
Zeltinspektion
(Ich habe inzwischen aber auf Youtube ein Video gefunden, welches im Moremi (?) die selbe Situation zeigt: https://youtu.be/_ePIo71P1sc . Wieder zwei Dachse und eine Ginsterkatze, das kommt mir schon ein wenig eigenartig vor.)
Mit den kleinen Spiessen, mit welchen wir Marshmallows rösten, wird danach Einiges an Pyromaninnen-Schabernack getrieben, die Stimmung ist sehr aufgedreht und es geht bis über Farmers Midnight hinaus, bis wir die letzte Zeltnacht in Angriff nehmen. Auch diese Nacht hören wir die Löwen in der Ferne und die Honigdachse scheinen weiter auf dem Gelände herumzuwuseln.
Und die Auflösung des Zebra-Rätsels? Moscow wäre sicher enttäuscht, wenn ich das hier verraten würde.
Teil 1804. Jan. 2023
Kapitel 16 – «Kasane» (31.10.2022)
Das letzte Mal «Abbau der Bude».
abgebaut
Auf der kurzen Fahrt nach Kasane verabschiedet sich stellvertretend für die anderen Tiere erst mal die Löwenfraktion.
kommt wieder – ich warte auf Euch!
Beute-AusSicht
Elefanten, Kudus und Gabelracken spielen die Beleidigten und lassen sich nicht blicken. Einzig eine überaus aktive grosse Gruppe Zebramangusten gibt eine gebührende Abschiedsvorstellung.
Zebramangusten
Wir sind schon um neun Uhr bei den Chobe River Cottages. Dort sind sie etwas überrascht, dass wir schon so früh kommen, aber wir haben Glück und können bereits alle fünf Chalets beziehen. Es gilt nun so langsam sich wieder an die «andere» Welt zu gewöhnen. Mir scheint, dass hier genau der richtige Ort dafür ist. Wir ertappen uns das eine und andere Mal, dass wir bereits wieder in Beziehung zu unwichtigen Dingen treten, wie eine nicht brennende Lampe oder ein nicht funktionierender Lichtschalter. Immerhin waren wir fast zwei Wochen richtig gut im Modus des «Laissez-faire-Lebens».
Die Frau an der Rezeption ist sehr hilfsbereit mit dem Kontakt zur Boatscruise-Frau und macht uns auch die Reservation fürs Abendessen im Old House.
Vor dem Boat-Cruise mit Kempho Safaris gehen wir noch schnell im Buzz Café, welches grad nebenan gelegen ist, etwas Kleines essen. Na ja sowohl «schnell», als auch «etwas Kleines» ist uns beides nicht ganz gelungen. Wir haben alle viel zu viel gegessen und es ist schon fast Zeit für den Boatcruise, als wir das Café verlassen.
Der Gamedrive auf dem Boot mit unserm Guide Mujo beginnt etwas harzig. Mujo war missverständlicherweise zu Ohren gekommen, dass wir eine Birder-Gruppe seien und ist nun ein wenig irritiert, dass das nicht so ist. Mir tut das sehr leid für ihn, denn er sucht und findet seine gefiederten Freunde mit grosser Leidenschaft. Ich kann das aber gut mit ihm besprechen und ihm erklären, dass wir einfach alle alles in der Natur gerne haben und interessant finden, auch wenn wir uns bei den so zahlreichen Vögeln hier viele Namen nicht merken können. Bald schon stimmt die Chemie zwischen Mujo und uns. Chapeau wir er sich auf uns eingelassen hat!
Rapids
Wir fahren zuerst zu den Rapids. Viele Nimmersatte inklusive Jungvögel lassen sich hier aus ganz neuer Perspektive fotografieren.
Trio Nimmersatt jr.
Auch Krokodile, nicht grad Kleine, sind mit uns auf Augenhöhe – oder darüber.
mal in in DH?
Bei den Vögeln zeigt uns Mujo alle verschiedenen Arten der Kingfisher und da staunen selbst die Vogelmuffel über die Farben- und Formenvielfalt.
Malachit-Eisvogel
Wir fahren dann weiter Richtung Westen. Es ist eine mystische Stimmung, denn in der Ferne (oder sagen wir: noch weit genug weg) wird es bedrohlich schwarz und es blitzt und wir hören zeitverzögert das Donnern.
Dann sehen wir drei Löwen am Ufer liegen, nicht weit entfernt davon trinkt ein Elefant Wasser am Ufer. Und unterwegs sehen wir immer mal wieder Impalas, Warane, Krokodile und verschiedenste Vogelarten, darunter wunderschöne Purpur- und Goliath-Reiher. (Silberreiher und Kuhreiher, aber auch Sattelstörche und Nimmersattem sowie Schreiseeadler*), gehören inzwischen bei allen zum «habe-ich-auf-sicher-Repertoire»).
Schreiseeadler
Apropos «Störche und Reiher». Beim Flugbild haben Störche einen gestreckten und Reiher einen s-förmigen Hals. Schade, dass es nicht umgekehrt ist, denn die Eselsbrücke s-Storch = s-Hals war doch so praktisch gewesen.
Zum Schluss haben wir einen schönen Sonnenuntergang mit Gewölk und Mujo stellt sein Boot perfekt in Foto-Position. Dazu Bier oder Savanna aus dem Pflichtkonsum.
Chobe Sonnenuntergang
Wir freuen uns alle auf den Boat-Cruise morgen früh und verabschieden uns von Mujo.
Beim Abendessen im Old House sind wir froh, dass wir auch nur etwas Kleines essen können, nach dem opulenten Mittagessen. Das Essen war sehr lecker, aber das Bush-Ambiente hat uns allen etwas gefehlt.
*) Wir haben uns auf der Reise gefragt, ob der Schreiseeadler (auf Englisch laut Avibase: African fish eagle oder African sea eagle) und der Weisskopfseeadler (USA, Kanada) die gleiche Vogelart ist. Zu Hause gegoogelt: nein, das sind zwei verschiedene Vogelarten.
Teil 1905. Jan. 2023
Kapitel 17 – «Frühstück mit den Büffeln» (1.11.2022)
Schon weit vor sechs Uhr werden wir abgeholt. Es ist ganz ruhig auf dem Wasser. Lange sehen wir kein anderes Boot. So habe ich mir das vorgestellt.
Wir sehen viele Vögel, Krokodile, Hippos, Büffel.
abtauchen
auf Augenhöhe
Speziell – und so noch nie gesehen – gefallen mir die Scherenschnäbel, teilweise beim Brüten, an welche wir ganz nahe ranfahren konnten.
Für das Frühstück auf dem Boot parkt Mujo das Schiff am Ufer bei einer Büffelherde. Die Büffel sind teilweise recht nahe, aber interessieren sich kaum für uns.
Frühstück-Zuschauer
Wir geniessen es: Das letzte Mal frühstücken. Zum Frühstück mischt sich noch ein Blaustirnblatthühnchen in die Szene. Es pickt wie verrückt nach einer toten Libelle und es realisiert überhaupt nicht, dass wir inzwischen nur noch einen halben Meter von ihm entfernt sind.
Libelle als Frühstück für das Blaustirnblatthühnchen (juv.)
gemischte Gruppe
Nach dem Frühstück können wir noch den Elefanten beim Trinken zusehen. Gestern hat uns Mujo noch erklärt, dass die Jahres-Zeit für Unmengen an Elefanten beim Trinken etwas vorbei sei. Aber trotzdem gibt es heute noch eine richtig schöne Abschiedsvorstellung: Unser Boot liegt am Ufer und von der Böschung herunter kommen grad zwei Elefanten-Herden herunter gerannt – die müssen durstig sein – und stellen sich neben unser Boot, trinken und dann wird ausgiebig geplanscht. Was für eine Elefantenverabschiedung.
im eiligen Anmarsch
Wasser!
Bei den Kormoranen und Schlangenhalsvögeln wundern wir uns immer wieder über deren tiefe Wasserlage. Sieht aus, als die nächstens absaufen. Dies jedoch hat einen Sinn: Diese Vögel jagen tauchend, und da wäre ein gut imprägniertes Federkleid hinderlich. Demgegenüber ist aber Zeit zu investieren im Trocknen der Federn, was man bei diesen Gesellen ja immer wieder gut beobachten kann. Danke Mujo, für solche Background-Informationen.
Gemütlich tuckern wir zurück und sagen noch dem einen oder anderen Vogel, Waran oder Krokodil «tschüss – bis bald!».
Nilgans
irgendwie der Star unter den Vögeln - oder einer davon
auf Wiedersehen
Auf der Terrasse vom Chalet «Anita» gibt’s einen frühen Apéro, welche gute Feen im Superspar eingekauft haben. Danach gehen ein paar von uns noch ein wenig shoppen, schliesslich müssen die Pulas weg. Unterdessen wird es immer schwärzer am Himmel und es fallen ein paar wenige Tropfen vom Himmel. Immer noch ist es schwülheiss.
Unser Plan, nochmals ins Old House zum Essen zugehen wird durch das folgende Gewitter mit Blitz und Donner und Stromausfall (und somit geschlossenem Eingangstor) vereitelt. Wir essen und trinken unsere letzten Vorräte, wiederum auf der Veranda von Anita. Die paar Tropfen, die vom Himmel fallen beunruhigen uns vorerst nicht gross. Aber bald schon regnet es wie aus Strömen. Wir erstürmen das Innenleben des Chalets. Draussen ist auf der Veranda bereits ein kleiner See entstanden. Bei anderen Chalets hat der See auch seinen Weg ins Chalet hinein gefunden…
Das alles kann unserer Stimmung aber nichts anhaben. Wir resümieren die letzten vierzehn Tage und finden einfach nichts, das anders sein sollte, als es war.
Und deshalb: Einfach das letzte Mal «in Botswana schlafen».
Schon um sieben sind wir fast alle auf den Beinen. Das andauernde Gewitter in der Nacht hat uns nicht aus unserem tiefenentspannten Modus werfen können. Anita hat bereits Kaffee gebraut und lädt uns dazu auf ihre Veranda ein. Dann packen widerwillig unsere Taschen.
Es ist grau am Himmel und die Wetterprognose für Kasane besagt, dass es in den nächsten sieben Tagen hier vor allem regnen wird. Ist das der Beginn der Regenzeit? Was für ein Wetter-Reise-Glück haben und hatten wir!
Um zehn Uhr haben wir alle ausgecheckt, dürfen aber eines der Chalets (natürlich das von Anita) noch bis am Mittag für unser Gepäck belegen.
wir hinterlassen ein Perlhuhn…
Wir gehen nochmals ins Café Buzz und frühstücken ausgiebig («farmers breakfast» sag ich da nur).
etwas Kleines zum Frühstück
Dabei bekommen wir Besuch im Garten: Ein halbzahmes Warzenschwein treibt sich in den Gartenbeeten rum und erhofft sich wohl das eine oder andere Häppchen. (Die aufmerksame Leserschaft wird sich nun fragen: Ist das tatsächlich das erste Warzenschwein, das uns auf der Reise begegnet ist? Nein – überhaupt nicht. Zur Freude von Nora haben wir unterwegs immer mal wieder Warzis gesehen. Mal einzelne, mal Familien, mal faule, mal regelrechte Sprinter. Dass sie im Reisebericht bis zu diesem Kapitel nicht vorgekommen sind, ist der Überforderung des Autors geschuldet, welcher einfach über zu viele andere Beobachtungen und Erlebnisse dieser Reise Herr werden musste.)
Den Transfer zum Flughafen besorgt nochmals Kempho Safaris. Sie haben uns das spontan als «complementary» gratis zu den Boat-Cruises dazugegeben.
der letzte Gamedrive - zum Flughafen
Unsere nicht bewältigten Getränke überlassen wir den Leuten der Chobe River Cottages und dem Boat-Cruise-Unternehmen.
Das Einchecken für unseren Flug nach Johannesburg im sehr übersichtlichen, topmodernen Flughafen von Kasane geht ganz schnell. Uns bleibt noch Zeit unsere letzten acht per Zufall mitgekommenen Savannas draussen unter einem kleinen Bäumchen ihrem geplanten Bestimmungszweck zuzuführen. Wir beglückwünschen uns damit zu dieser rundum gelungenen Reise. Ich sehe und spüre ein paar feuchte Äuglein.
zum letzten Mal: Savannaaaah
tschüss Kasane - tschüss Botswana
In Johannesburg wähnen wir uns schon fast ein wenig im europäischen Herbst. Es ist dunkelgrau am Himmel und kühle 15 Grad empfangen uns.
Hier müssen wir uns von Nora und Bernd verabschieden. Sie erlauben sich noch ein wenig Anschlussprogramm in Namibia. Das gönnen wir ihnen von Herzen.
Nach dem üblichen Transit-Shopping verabschieden wir auch noch Paul, der mit einem anderen Flug, fast zeitgleich wie wir, nordwärts fliegt.
Nach zehn gefühlt ewigen Flugstunden kommen wir in Zürich an. Trotz phantastischer Reise freuen wir uns alle natürlich auf unsere Lieben, die überaus zufriedene und gestärkte Rückkehrerinnen und Rückkehrer in Empfang nehmen dürfen.