Reisebericht

Relaxte Abenteuertingeltour Mapungubwe NP + KNP

von ALM · begonnen 01. Juli 2022 · 18 Teile

Teil 101. Juli 2022
Ein herzliches Hallo am Freitag-nach-Eins-macht-jeder-sein-Nachmittag.

Für alle Interessierten stelle ich hiermit einen kleinen Reisebericht unseres diesjährigen Mai/Juni- Trips ein. Dieser eher informativer Natur; also ohne gefühlsdusseligen Ausschweifungen nach zweieinhalb Jahren Afrikaabstinenz mit dementsprechendem Afrikafernweh 🤪 😉

Ausgangslage:
Im September 2021 hatten wir kurzentschlossen geplant, eine nachweihnachtliche 16-Tage-Relaxabenteuertingeltour von Nord nach Süd durch den KNP zu unternehmen, so wie zum Jahreswechsel 2015/16 letzmalig.
Gesagt, Covid-geimpft, geplant, ausbaldowert, gebucht, gefreut und Geduld bewiesen.
Die Lufthansa sandte uns dann eine nette E-Mail mit dem Hinweis, daß sich der Rückflug Johannesburg-Frankfurt geändert hatte. 5 Minuten zeitliche Differenz erachteten wir im Covid-Alltagsleben mehr als vertretbar; stimmten dieser Flugänderung also zu. So weit so gut….
Bis drei Tage danach die böse Tante Omikron an die Tür klopfte und „Hallo, hier bin ich“ rief.
Alles Jammern wäre ja sowieso vergeblich, jede Äußerung wäre ja nur die Stimmbänder unnötigerweise beansprucht gewesen, somit schwiegen wir in der Hoffnung, die Kranichairline würde aufgrund der neuen Corona-Variante abermals einen unserer Teilflüge ändern. In diesem Fall hätten wir dann dankend abgelehnt und uns den Flugpreis erstatten lassen, um somit ein Reset to zero zu erlangen. Abe nix da. Stur blieb es bei den Flugzeiten und uns blieb nichts anderes übrig, als ebenso stur die Flugtage zu ändern. Sprich: Von Ende Dezember bis Mitte Januar 2022 auf Ende Mai bis Mitte Juni 2022. Dabei hingen wir noch zwei zusätzliche Tage dran und hatten dann damit eine ordentliche 18-tägige Grundlage, alle unsere Sanparks-Übernachtungen neu zu ordnen bzw. auszubauen. Sodann kreierten wir also unseren Plan B, welcher sich wie folgt darstellte:

-Ankunft JNB, Autoübernahme, Fahrt nach Polowkane - Hotelübernachtung
-Fahrt über Louis Trichart und Musina in den Mapungubwe NP
-Übernachtung Mapungubwe NP – Leokwe Rest Camp – Chalet
-Übernachtung Mapungubwe NP – Vhembe Bush Camp – Cabin
-Fahrt über Musina, die R508 und R525 zum Pafuri Gate in den KNP mit Übernachtung Punda Maria – Safari Tent
-Übernachtung Sirheni Bush Camp – Bungalow
-Übernachtung Shingwedzi – Bungalow
-Übernachtung Shimuwini Bush Camp – Bungalow
-Zwei Übernachtungen Letaba – Safari Tent
-Übernachtung Balule – Hut
-Übernachtung Tamboti – Safari Tent
-Übernachtung Satara – View Chalet
-Übernachtung Lower Sabie – Safari Tent Bush View
-Übernachtung Lower Sabie – Safari Tent River View
-Übernachtung Pretoriuskop – Perimeter-Chalet
-Fahrt von Pretoriuskop über Skukuza, Berg-en-Dal und Malelane Gate, Nelspruit, Bronkhorstspruit ins Ezemvelo Nature Reserve
-Fahrt nach JNB mit einem Stop zum Abschluß, der sich als supergenial gelungene Überraschung herauskristallisierte.


Dies nun für’s Erste – Fortsetzung folgt.

So long,

Alm
Teil 205. Juli 2022
Mapungubwe National Park
Leokwe Rest Camp

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Teil 305. Juli 2022
Unser zweiter Tag im Mapungubwe National Park

Bekanntlicherweise fängt ja nur der frühe Vogel den Wurm… Da wollten wir mal auf Mainstream machen und stellten die Wecker auf fünf Uhr früh. Die Bialetti-Caffetiera war am Vorabend bereits auf dem Feuer und der so gewonnene Kaffee im Kühlschrank untergebracht. Die Fridge stand auf Stufe 1 mit dem Ergebnis, daß sich eine kleine Kaffeeeisschicht über Nacht in der Tasse gebildet hatte und, mit Vollmilch aufgegossen, zu einem Iced Coffee mutierte; genau so, wie ich ihn mag. Über die Elektrizitätsvergeudungen seitens Sanparks will ich jetzt nicht ein extra Faß aufmachen.
Wir fuhren vom Leokwe Rest Camp zur Picnicsite und dann quasi parallel zum Limpopo durch den River Forst zur Zebra Pan und weiter bis zu einem Abzweig einer kleinen Pad zum Scroda Dam. Leider endete diese kurze Stichstraße vor einer hohen Wand aus Gras und bot keinen Blick auf den Dam. Bevor wir uns wieder zurück zum Leokwe Rest Camp aufmachten, fuhren wir noch ein wenig den Khongoni Loop entlang. In unserem Cottage zurück, warfen wir die Herdplatte an und brutzelten uns erst einmal ein paar Spiegeleier mit Speck. Nach dem leckeren Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Main Gate respektive der dortigen Reception, um das Leokwe Rest Camp Cottage aus- und die Vhembe Wilderness Cabin einzuchecken. Doch dieses Vorhaben wurde erfolgreich vereitelt. Kaum den Aufstieg der steilen Mainpad absolviert, fanden wir uns von Elefantenhorden umzingelt. Warten war angesagt. Es wurden immer mehr und somit traten wir den Rückzug zunächst im Rückwärtsgang bis zur erstbesten Wendemöglichkeit an. Wir fuhren wieder runter Richtung Ebene und verharrten dort ein wenig aus. Doch nach insgesamt knapp einer Stunde entschieden wir uns, die Reception von „hintenrum“ zu erreichen… Will heißen, wieder durch die Ebene, zur Picnicsite hoch, den Limpopp River Forest entlang zur Zebra Pan, dann an der Einfahrt zu den Vhembe Wilderness Cabins vorbei immer weiter auf eine geartete Mopanehochebene, um dann in großen Schwüngen und Bögen aus Osten die Reception zu erreichen. Sozusagen ein großer Loop im Ostteil des Nationalparks. Wir checkten aus und checkten ein und fuhren auf gleicher Pad zurück bis zum Abzweig für die Vhembe Wilderness Cabins. Die kurzen ca. zwei Kilometer dieser Zufahrtspad waren zunächst sehr steil und überaus steinig und für einen normalen Sedan Car nur bedingt geeignet. Doch überwunden das erste Stück der Pad wand sich diese dann in sanften Kürvchen durch den offenen Busch, um unterhalb eines felsigen Hügels abrupt zu enden. Dort befindet sich der „Parkplatz“ für die Gäste der vier Cabins. Das Gepäck muß anschließend über einen kurzen, aber steilen, mit großen Steinen in Beton gegossenen, gepflasterten Weg hochschleppen. Für an Hüftgelenkspatholgie leidenden Gästen nicht unbedingt ein optimaler Start zu einem Aufenthalt in Mitten der Wilderness. Oben angekommen befindet sich zunächst auf der rechten Seite die Exunterkunft des Caretakers; mit deutlicher Betonung auf der Silbe Ex, denn der Holzlattenverschlagszaun hinter dem verlassenen Haus war komplett zerstört; die Reste des Selbigen lagen unschön in der Gegend rum. Gleich im Anschluß dann eine große Cabin, die als Küche und Lapa dient und sowohl einen Gasherd, einen Kühlschrank und eine Gefriertruhe für den gemeinschaftlichen Gebrauch zur Verfügung stellt. Das Boma mit hohen Holzlatten umfriedet, denn es handelt sich ja um ein Wilderness Camp ohne Elektrovence. Auf der linken Seite, über einem Tal gelegen, dann die vier Holzcabins, welche mit Dusche und separater Toilette sowie einer ordentlichen Holzterrasse mit Blick auf das darunterliegende Valley ausgestattet sind. Darüber hinaus verfügt jede Cabin über ein eigenes Boma mit Braaifacility; der Uneingezäuntheit des Camps geschuldet auch dieses mit einem anderthalb Meter hohen Holzstangenzaun umgeben. Alles in allem kann man das Vhembe Wilderness Camp so beschreiben: Schöne kleine Unterkunft mit Lumberjackcharme.
Durch die Felsen hindurch kann man auf einem kleinen Weg einen zwischen den Felsen positionierten Splashpool erreichen. Zu unserem Bedauern zeigte sich dieser aber ohne Wasser und somit war es nix mit schnell mal zur Abkühlung ins frische Naß zu hüpfen. Deses kleine Manko beeinträchtigte jedoch nicht unser Rundumwohlbefinden im Vhembe Camp.
Für die Übernachtung verlangte Sanparks 821,75 Rand. Im Gesamtkontext kann man auch hier nicht über diesen Preis meckern.
Abends befeuerten wir den Braaigrill mit ordentlich Holz, vertilgten beefiges Fleisch mit Avocado-Tomaten-Salat und lauschten den tausenden Geräuschen der afrikanischen Dunkelheit.


Bilder vom Vhembe Wilderness Camp

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Teil 406. Juli 2022
Bevor es auf unserer Tour weitergeht unser Resümee hinsichtlich des Mapungubwe Nationaparks

Trotz jahrzehntelangen Reisens im südlichen Afrika wurde der Mapungubwe NP von uns stets ausgesnobt. Seine Lage im äußersten Norden Südafrikas, seine kleine Ausdehnung und die u. E. eingeschränkte Möglichkeit, diesen Nationalpark planerisch in eine „runde“ Tour zu integrieren (von dort über Beitbridge nach Zimbabwe…da winken wir schon immer ab…. oder über den Limpopo rüber in den Tuli Block in Botswana…klappt nur, sofern dies der Limpopo wasserstandstechnisch zulässt) waren stets Knock-out-Kriterien für uns und somit blieb der Mapungubwe NP ein weißer Landstrich auf unserem bunten Globus. Doch bei dieser Tour, deren Hauptziel zwei Wochen KNP war, ließ er sich gut einpflegen. Leider waren die zwei Nächte viel zu kurz. Wir erwarteten nicht, daß die Landschaft so herrlich offen und interessant gewesen wäre. Die Masse an Baobabs haben uns schlicht umgehauen und die kleine Menge an Touristen haben ihr Übriges dazu beigetragen, daß wir uns wirklich rundum wohlfühlten dort. Zwar sind die Möglichkeiten an Loops eher überschaubar, doch dadurch, daß wir nur den Ostteil erkundet hatten und den Westteil nicht, betrachten wir aus heutiger Sicht fünf Nächte als Minimum, um ausreichend Zeit zu haben, beide Teile des NPs entspannt zu erkunden. Außerdem sollte man open minded sein, und einfach einmal den gleichen Loop zwei oder drei Mal gemütlich zu befahren und oder in entgegengesetzter Fahrtrichtung. Aber dazu braucht es eben Zeit.

Nun geht es weiter…


Tag 3
Vhembe Wilderness Camp (Mapungubwe NP) --> Punda Maria Rest Camp (KNP)

Zu unserem Leidwesen mußten wir nach nur einer Nacht in der Wilderness Cabin schon Abschied nehmen. Gerne wären wir noch einen weiteren Tag im Vhembe geblieben, um einfach nur auf der Terrasse lesend rumzulümmeln oder mit dem Leica-Fernglas das davorliegende Tal und die gegenüberliegenden näheren und ferneren Felswände akribisch abzuscannen.
Als Weg zur Reception, um den Check-out zu erledigen, wählten wir wieder „Oststrecke“ durch die „Hochebebene“, denn wir wollten nicht nochmals in einen Eli-Roadblock geraten. Scheinbar tummeln sich die grauen Riesen im Mai und Juni gerne in den Wäldern und den felsigen Schluchten im südwestlichen Gebietes des Ostteils des Mapgungubwes; dies der Grund unserer Streckenwahl zur Reception. Dort ausgecheckt ging es wieder über die 65 km lange Tadellosasphaltpiste nach Musina. Notgedrungen mußten wir dort unseren Großeinkauf für unseren Aufenthalt im KNP erledigen. Die Musina Mall schien uns dafür am ehesten geeignet. Rasch hatten wir im Shoprite alles Nötige eingekauft; jetzt nochmal volltanken, dann ging es über die R 508 mit wunderschöner Landschaft bis zur R 525, die uns ans Pafuri Gate des KNPs bringen sollte. Letztere R war landschaftlich wenig reizend; sehr viele mausegraue Agrarbetriebe reihten sich wie eine Perlenkette aneinander. Lediglich die letzten Kilometer vor dem Pafuri Gate waren etwas hübscher. Das Einlassprozedere am Gate war rasch erledigt und schon waren wir ein weiteres Mal im Krüger Nationalpark.
Vom Pafuri Gate bis knapp vor die Brücke, die über den Luvuvhu führt, zeigte sich der KNP von einer wenig abwechslungsreichen Art. Mopanewälder – that’s it. Das erste Getier haben wir sodann auch erst kurz vor dieser Brücke in Augenschein nehmen dürfen. Mittlerweile hatte sich der Himmel sehr bedeckt und sämtliche Farben hatten ihre Schärfe verloren.
Unsere erste Nächtigungsstätte war ein Safari Tent im Punda Maria Rest Camp. Diese Tents liegen etwas erhöht hinter den ganzen Sanparksfacilitygebäuden wie Reception, Restaurant, Shop and Wäscherei. Obwohl die Safari Tents noch nicht viele Jahre auf dem Buckel haben, präsentierten sie sich jedoch im typischen Sanparks-no-maintenance-Stil. Abgerockt und mit kaputten Lampen bereits der Boardwalk vom eigenen Autostellplatz; noch abgerockter die Außenküche auf der vor dem Zelt befindlichen Holzterrasse; die äußeren Zeltfensterstofflappenläden mit abgerissenen Klettbändern. Nun denn… Sanparks, wie man es kennt. Im Zeltinneren jedoch alles tiptop sauber und die Dusche quasi neu. Das runde vom Boden sich aufwärts entwickelnde Waschbecken in Philipp Strack-Style hatte nur einen Wasserzulauf; die dazugehörigen Hähne befanden sich rechts an der Seite des trichterartigen, bodenstehenden Waschtisches und waren derart verdreht, daß ein Zudrehendes Wassers kaum möglich war. Das in einem separaten Räumchen befindliche WC wies keine Bodenverschraubungen mehr auf, mit dem Resultat, daß, wenn man von seiner Stuhlgangsitzung aufstand, das ganze Klo aufwippte. Auch hier: Alles fanée, wie man in Italien diesen französischen Terminus zur Beschreibung von abgehalftertem, verlottertem Zeug gebraucht. Wir nahmen es wie immer mit Geduld und sagten uns: Fanée is funny – und gut ist!
Der Himmel wurde immer schwärzer, der Wind lebte auf und in einiger Entfernung entlud sich ein Gewitter. Bei frischer Temperatur grillten und aßen wir unsere Steaks und verköstigten den letzten Rest vom Hermanus-Merlot.


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Leider mit falscher Einstellung aufgenommen

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Teil 511. Juli 2022
Tag 4

Trotz der Gewissheit heute wirklich nur eine kurze Wegstrecke zurücklegen zu müssen, denn unsere nächste Unterkunft war das Sirheni Bush Camp, rappelte der Wecker stoisch um fünf Uhr früh – um Punkt sechs fuhren wir aus dem Punda Maria Rest Camp. Als Morning Drive entschieden wir uns für den Mahonie Loop, die S99. Doch die Tierwelt machte sich sehr rar. Wieder zurück im Camp, packten wir unsere drei, vier Sachen und machten uns auf die S60. Diese Gravel Road wird gerne als Abkürzung genutzt, wenn man vom Pafuri Gate nach Punda Maria oder umgekehrt auf dem Weg ist. In entspannter Urlaubsmanier fuhren wir wie die klassischen Sonntagsfahrer, die in ihrem 80er-Jahre Dieseldaimler und darin befindlichem Wackeldackel und dazugehörigem gehäkelten Klopapiermäntelchen samt Inhalt zum Kaffeeausflug in den Odenwald tuckern. Nicht selten fuhren die hinter uns fahrenden Autos dicht auf uns auf, um dann im Niki Lauda-Schwung zum Überholmanöver anzusetzen; alles zum Unwohlbefinden u. a. der grauen Riesen, mit denen man ja immer rechnen muß. Beim dritten Formel-1-Nachahmer war es dann so weit. Ein mordsgroßer Bulle trat ein paar Schritte zu Seite und machte dem Straßenrowdy mit wild wedelnden Ohren und Rüsselschlägen klar, wer hier der Boss ist. Gut so! Auch auf der S60 war die Ausbeute an Fauna an diesem Morgen eher dürftig. Dies sollte sich aber schlagartig ändern. Kaum auf der asphaltierten H1-8 trafen wir zahlreiche Waterbockgroßfamilienherden an. Unglaublich, wie tiefenentspannt die Tiere waren. Bis zu unserem Bananenfrühstückstopp auf der Babalala Picnic Site ließen sich am Wegesrand große Giraffenverbünde beobachten. Dazwischen immer wieder die schwarz-weiß-gestreiften Gesellen in Begleitung einzelner Gnu-Singles. Auf der Picnic Site unterhielten wir uns lange mit einem Pärchen aus Kapstadt, die in einem Mini-4x4 durch den KNP tourten. Ferner ergab sich ein sehr interessantes Gespräch mit einer älteren Dame südafrikanischer Herkunft, die seit Jahrzehnten in der Nähe von Lusaka wohnt und sich über die gesellschaftlichen Probleme ihrer Geburtsnation große Sorgen machte. Die Longtalks beendet, machten wir uns auf den kurzen Weg zum Sirheni Bush Camp. Problemlos konnten wir schon um 12.30 Uhr unser Cottage beziehen; ein adrettes Häuschen mit quasi neuer Küche inside und ordentlichen Terrassenstühlen, die sogar mit sauberen Polsterkissen ausgestattet waren. Das Häuschen war die Nr. 13 und somit fast am Ende der Häuserreihe, die auf 15 rechteckigen Cottages bestand. Die Terrassen derer sind zu dem dahinter fließendem Flüßchen ausgerichtet. Leider versperrt uns die Vegetation hinter dem Elektrovence die Sicht auf den Fluß, was aber nur bedingt von mir als negativ bewertet wurde; denn das Fließgewässer war eh nur noch an einigen Stellen als große, lange Pfützen vorhanden und außer vereinzelter Büffel und kleinen Impala-Grüppchen tummelte sich so gar nix Tierische dort.
Wenn man im Sirheni Bush Camp absteigt, dann sollte man sich bewußt sein, daß es eigentlich keine Loops drumherum gibt, die man zu einem Game Drive ansteuern könnte. Dieses kleine Übernachtungscamp liegt wirklich mitten im Busch; ich würde eher sagen: im Wald. Wer auf die Pirsch gehen möchte, muß die kurze Camp-Zufahrt zurück und sich dann mit dem dort befindlichen Angebot an Pads entlang des Mphongolo-Flüßchen zufriedengeben. Nach einem langen Spaziergang am Vence entlang zum Main Hide, von dort zur Reception und queer durch den Wald zurück zu unserem Cottage hatten wir keine Lust mehr, mit dem Wagen nochmals eine Pad abzufahren. Da die 15 Cottages verhältnismäßig weit auseinander stehen, war es sehr still. Diese himmlische Ruhe genossen wir mit Lesen. Abends das obligatorische Braai-Prozedere mit anschließendem Früh-zu-Bett-gehen.
An der Ausstattung, des Status und der Sauberkeit unseres Cottage konnten wir nichts aussetzen. Einzig die Badewanne wies einen kalkverkrusteten Boden auf, was zur Folge hatte, daß wir unsere Bewertung etwas reduzierten. Wobei ich sagen muß, daß wir uns nicht auf einen gemeinsamen Wert einigen konnten. So ist es halt, wenn zwei Individuen mit diversen Parametern vor die Aufgabe gestellt werden, eine Valutierung vorzunehmen. Von mir bekam das Sirheni, auch und gerade für seine kleine Größe und der Lage in Mitten des vielen Grüns, glatt eine 8,5 von 10, wobei die Badewanne für einen Punkt Abzug verantwortlich war. Wäre diese nicht verkrustet gewesen, hätte es für mich zu 9,5 Punkten geführt. Wohingegen die Bewertung des zweiten Reisenden mit einem müden: 6 Punkte - basta! zum Ausdruck gebracht wurde. Diese Punktzahl war dem Fakt geschuldet, daß a) direkte Loops zum Game Driven fehlten, b) durch die vielen hohen Bäume viel zu viel Schatten gab und c) ein freier Blick auf daß Flüßchen fehlte. Fazit: Des einen Freud, des anderen Leid. Der Preis für das Cottage lag bei 1.591 Rand…da kannste nedd meckern!


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Teil 611. Juli 2022
Tag 5

Auch der heutige Tag sollte nicht durch lange Fahrerei auftrumpfen. Unsere nächste Übernachtungslocation war ein Bungalow BD2 im Shingwedzi Rest Camp. Nach dem obligatorischen 5-Uhr-Milchkaffee überfuhren wir Punkt sechs die Demarkationslinie des Sirheni Gates und freuten uns über den schönen Sonnenaufgang. Scheinbar weckte nicht nur in uns das herrlich kitschige, bunte Farbspektakel am Himmel muntere Stimmung; auch die vielen Zebras am Wegesrand kuschelten, knuddelten sich, hüpften und sprangen wie junge Teenager beim ersten Love-for-ever-Schmalz-Boy-Group-Konzert.


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Langsam bummelnd erreichten wir den Abzweig nach Shingwedzi, bogen jedoch rechts statt links ab, um den kurzen Confluence Loop noch abzufahren, auf dem sich einige Impalas langweilten. Aber von wegen Confluence… Zum Einfließen gab es gar nix und im Shingwedzi River konnte man nur eine eyelinerdickes Rinnsal ausmachen. Nun denn… Der Magen knurrte und ein Frühstück war angesagt. An Shingwedzi hatte ich so ganz und gar andere Erinnerungen… um aufrichtig zu sein… keine guten…zumindest was die Unterkunft anbelangte. Das letzte Mal übernachteten wir im Jahre 2010 dort. Das Chalet von damals hatte ich mental als in sandig-staubigem Umfeld befindliche, ganz simpel gehaltene Doppelhäuschenhälfte abgespeichert und auch die zwei uralten Stühle und der Tisch, an denen gefühlt ein Jahrhundert Apartheidmief klebten, fielen mir sofort wieder ein. Positiv in Erinnerung hatte ich ein kleines Hide, welches an einem kleinen Gewässer und in kurzer Entfernung vom Rest Camp positioniert war. Wir parkten unseren Wagen ab und gingen zum Restaurant, welches dort, wie in Punda Maria, von Tindlovu geführt wird. Die Tindlovu-Speisekarte würde ich jetzt mal nett ausgedrückt als sehr überschaubar beschreiben; für den Frühstückshunger aber ausreichend. Hingegen spottete das Angebot der Hauptgerichte jedweder Beschreibung. Dem abendlichen Gast wurde da außer profanem Einerlei nix, aber auch gar nix geboten. Tatsache, die uns jedoch so ziemlich Wurst war, da wir grundsätzlich die Sanparks-Lokale zum Abendessen nicht aufsuchen.

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Mit einem Toasted Sandwich, leckeren Fritten und wirklich veritablem Cappuccino gestärkt, machten wir uns zunächst papierkartentechnisch auf die Suche nach dem eben genannten Hide. Aber nix da. Alle Wege führen zwar nach Rom, aber keine Linie auf der Tinkers Map zu einem Hide ganz in der Nähe. Wie gut, wenn man da Tracks4 Africa auf dem eigenen Navi hat und die Sachlage verifizieren kann. Aber auch das kleine Garmin-Display weigerte sich strikt, ein nahes Hide anzuzeigen. Als einzige strohgedeckte Ausguckhüttchen wurde das Kanniedood Hide sowohl auf Papier als auch auf dem Navigationsgerät aufgeführt. Aber dieses matchte so gar nicht mit unserer Erinnerung, weil am Shingwedzi River gelegen und viel zu weit. Abgespeichert bei uns war: Aus Shingwedzi raus, die Zufahrtstraße hoch bis zur Kreuzung, dann über den Shingwedzi River und gleich wieder rechts abbiegen, um dann auf kleiner Pad mit dichtem Grün rechts uns links in Kürze vor dem kleinen Hide zu stehen, das auf ein Gewässer blickte. Nun gut… Es half ja nix… Tinkers und T4A können nicht irren, wir aber schon, sagten wir uns, also auf zum Kanniedood Hide. Wenn da nur nicht der Grader gerade gewesen wäre. Langsam ließen wir diesen vor sich hin gradern und bewegten uns wegen des Staubes mit ausreichender Distanz im Schritttempo dahinter. Aber da riß mir der Geduldsfanden. Ich war so ziemlich genervt von meiner schlechten Erinnerung und befahl, bei nächstbester Möglichkeit zu wenden. Dies sorgte kurzzeitig für Diskussionsbedarf im Fahrzeug. Meiner Order wurde jedoch Folge geleistet, wir drehten unser Vehikel fuhren wieder zurück, um dann rechts abzubiegen und über die niedere Brücke den Shingwedzi River zu überqueren, das kurze Stück bis zur Asphaltstraße zu fahren, links abzubiegen, um abermals den gleichen Fluß zu überqueren, um dann den Confluence Loop in entgegengesetzter Fahrtrichtung abzuröddeln. Alles in allem mit minimalster Tiersichtung. Von Stimmungsaufhellung keine Spur; auch dann nicht, als wir entschlossen, bis zum Redrock Lookout zu fahren. Bei einem längeren Aufenthalt dort bewunderten wir einen kapitale Waterbuck, knippsten eine zutrauliche Eidechse, die sich auf der Holzbrüstung sonnte und lauschten den schimpfenden Flußpferden, die sich scheinbar gegenseitig unten in den Tümpeln dummanmachten.
Meine Stimmung wurde jedoch besser, als wir auf unserem Rückweg nach Shingwedzi zunächst ein putziges Chamäleon todesmutig über die Asphaltstraße spazieren sahen.

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Weiters dann an der Reception, als wir fragten, ob unser Bungalow bereits bezugsfertig wäre. Die scheinbar auf Anteilnahmslosigkeit dressierte Dame hinter dem Tresen checkte und rückte ohne viel die Stimmbänder zu beanspruchen bereits gegen 13 Uhr den Schlüssel raus. Zwei kleine Triumphe an diesem Tag.

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Unser BD2-Bungalow lag in der Nähe des Swimming Pools, welcher uns neu erschien, denn 2010 hatten wir diesen nicht auf dem Schirm dort. Wir räumten unsere Sachen in unser 1.397 Rand teures BD2. Nicht schlecht, Herr Specht! Diese Doppelbungalowhälfte war echt in Schuß. Wir fragten uns nur, warum man denn in solche Höhe bauen muß, wenn nur ein Schlafzimmer erschaffen werden soll. Man hätte darin locker und leicht eine ordentliche Holzdielendecke einziehen können, um oben noch zwei Schlafplätze zu platzieren. Was da dem bauleitenden Architekten wohl in den Sinn gekommen ist, so viele Kubikmeter an Räumlichkeit zu verschenken…?!?! Oder war es vielleicht einer Baumafia geschuldet, daß man so hohe Hütten erstellt? Wenn ich jetzt in Italien wäre und dort die A 4 entlangführe, dann würde ich ob der tausenden Brücken, die über die Autobahn dort führen, zum letzteren optieren. Egal… Architektenspleen hin oder gesetzeswidrige Bauklüngel her… Die Temperatur gab es her und somit begaben wir uns zum Swimming Pool. Ein erfrischendes Bad mit Blick auf Impalas und Kudus, ja, das hat etwas.

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Zum Afternoon Drive machten wir dann nochmals die gleiche Runde über die niedere Brücke und zum Confluence Point, an dem sich nun Herden von Impalas mit wackelnden Ohren und wedelnden Schwänzchen ein Stelldichein gaben. Abends bewunderten wir dann mit großen Augen unsere Bungalownachbarn, die, wie anläßlich einer Braai-Meisterschaft am Kap, mit für uns unbekannten Geräten um die Wette eiferten, wer das größere, schönere, perfektere Feuer in die Schale bekommt. Die Müdigkeit kam schnell und wir verzogen uns ins Bett, um im Dunkeln gegen den weit oben befindlichen Dachfirst zu blicken.

Diesen Tagesbericht kann ich jedoch nicht so zum Abschluß bringen, ohne daß ich rufe:
@Maddy
Mayday, mayday... Was habe ich da denn für ein Federvieh geknippst?

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Teil 706. Sept. 2022
Tag 6

Nachdem der Open-the-gate-Startschuß im Shingwedzi Restcamp gefallen war, bogen wir sodann gleich in Confluence Loop ein, um unsere Tagestrecke zur folgenden Nächtigungsstätte im Shimuwini Bushveld Camp zu beginnen. Außer ein paar zittrigen Impalas war dort nix los. Dafür umso mehr Getiergetummel gleich im Anschluß auf der Asphaltstraße. Ein Rudel Hyänen labte sich an einem Etwas hinten im Dickicht. Weiter südwärts in schönster Morgensonne sich graziös gebende Giraffen und einige Büffel. Nach zwei Stunden Trödelgamedrive war uns noch nicht nach Frühstückspause und somit entschlossen wir uns zu einem Debüt. Wir bogen links zum Mooiplaas-Wasserloch ab und fuhren weiter in die Nshawu-Marsch. Dieses Gebiet östlich Mopanis war für uns Neuland. Ach was war die Landschaft herrlich dort. Solitäre Elefantenteenagerknaben sowie deren, ebenfalls dem Einzelmüßigang sich hingebenden, Väter und Großväter streiften durchs Dickicht und die Marsch. Es war wie bei einem BBC-Dokumentarfilm. Klasse. Jetzt hatten sich aber der Hunger breitgemacht und wir machten einen Einkehrschwung im Mopani Restcamp. Mit dem Mopani ist das für uns immer so eine Sache… In der Vergangenheit würdigten wir diesem stets unsere Aufmerksamkeit lediglich in Form eines obligatorischen Frühstückstopps. Das rote Plüschsofachaiselongue im großen Foyer vor dem Eintritt ins Restaurant war für uns zu einem Eyecatcher mit Symbolcharakter geworden. Das Ding stand immer an der gleichen Stelle. Wie ein purpurner, flauschiger Fels in der Brandung, der jeglichen Widrigkeiten der KNP-Welt standhaft trotzte. Schnurstracks bahnten wir uns mit flotten Schritten den Weg zum Restaurant, bevor wir kurz vor dem Gebäudeeingang einen Schock bekamen: Das rote Lümmelsofa war weg! Oh je, das konnte nix Gutes verheißen. Und siehe da: Ohne übermäßig dem Aberglauben zu frönen, präsentierte sich uns das wenig Gute in Form des Restaurantpächters. Schon wieder ein Tindlovu Restaurant mit der gleichen kurzgehaltenen, langweiligen Speisekarte. Jetzt ist es ja so, daß wir uns im Vorfeld unseres KNP-Aufenthaltes mittels Internet hätten schlaumachen können, welcher Betreiber welches Restcamplokal unter den Fittichen hat. Haben wir jedoch nicht gemacht, weil 1. für uns das Angebot an zu erhaltenden Speisen weniger als eine Sekundärangelegenheit ist und 2. für uns zu einem Urlaub auch der Terminus „Überraschung“ gehört; sowohl im positiven als auch im weniger schönen Wortsinn. Wir sind halt keine hyperwissenshungrigen Internetjunkies, die im Netz auch noch das kleinste Etwas, was in einem Urlaub ansteht oder anstehen könnte, peinlichst genau verifizieren, um auch ja 100% für sämtliche Imponderabilien (grins, grins lilytrotter) gerüstet zu sein. Nachdem wir das übliche Toasted Sandwich mit lecker-fettigen Fritten gespachtelt hatten, kamen wir mit einem südafrikanischem Rentnerpärchen ins Gespräch, dessen Dame es sichtlich genoß, mit Ihrem NSA- oder BND-tauglichem Fotoobjektiv die Krähenfüße der sich hinter dem Pioneerdam befindlichen KNP-Gäste abzulichten. Dem netten Geplauder schloß sich ein adretter Endsechziger mit gepflegtem, silbrigem Vollbart an. Er tat zum Besten, daß ca. fünf „britische“ Meilen nördlich Mopanis ein großes Löwenrudel sich an einem direkt am Straßenrand befindlichen Riß labte. Na das war mal eine Nachricht. Ruckzuck hatten wir gezahlt und begaben uns auf den Weg. Nach Adam Riese und Eva Zwerg sollte also nach etwa acht Kilometern ein Augenschmaus auf uns warten. Die H1-6 war autofrei. Auch nach acht Kilometern. Ebenfalls nach zehn Kilometern. Kurz hinter dem Abzweig zur S144, selbstredend ohne auch nur ein Wagen gesichtet zu haben, hielten wir. Daß der smarte Senior gelispelt hatte und von preußischer Meile gesprochen haben sollte, wir aber britische aufgeschnappt hatten, schlossen wir kategorisch aus. Komisch – nun denn – macht ja nix. In genau diesem Augenblick, um 10.39 Uhr, kam ein stattlicher Leopard aus dem Gebüsch und auf unser Fahrzeug zu. Zunächst konnten wir unser Trostpflasterglück gar nicht wahrhaben. Der gepunktete Katzenmann hielt kurz an, beäugte uns lange und legte sich dann unter einen großen Busch direkt neben unserem Wagen. Wir beobachteten den Leo gute 20 Minuten, ohne daß auch nur ein einziges Automobil an uns vorbeifuhr. Kaum zu glauben… und das auf einer der Hauptstraßen des KNPs. Da sag doch noch einmal einer, der KNP ist immer rammelvoll und gleicht dem Oktoberfest am Tag der Eröffnung desselbigen.

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Mit freudigen Augen verabschiedeten wir uns vom Punktekater und fuhren, nachdem wir beschlossen hatten bei unserem nächsten KNP-Aufenthalt Mopani übernachtungstechnisch auf alle Fälle mit zwei Nächten gebührend zu berücksichtigen, in südlicher Richtung zum Shipandani Hide; für uns stets ein Hippohighlight. So war es auch dieses Mal. An der Tsendze-Brücke beobachteten wir außerdem buntes Federtier, bevor wir nach zum Shimuwini Bushveld Camp aufbrachen.


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Dort kamen wir Punkt 14 Uhr an und belegten unser GD4-Cottage. Das Häuschen mit Outdoor Kitchen-Eßzimmer war sehr geräumig und sehr sauber. Die mit einer Badewanne ausgestattete Naßzelle war so ziemlich abgerockt. Um sich unter dem Regenduschkopf naß machen zu können, bedurfte es für einen 1,92 m großen Kerl wie mich einer Mindestkompetenz in Rhythmischer Sportgymnastik. Wie kann man das Ding auf solch niederer Wandhöhe anbringen. Ich will jetzt nicht sagen, daß man in aufrechter Körperhaltung den Duschkopf als Bidet hätte verwenden können. Nein, so viel tiefergelegt war er nun auch nicht; aber quasi 😵 . Naja, vielleicht war auch hier einer der Intelligenzbolzen aus der Shingwedzi-Architektentruppe am Werk. Den Nachmittag nutzen wir, um die Stille im Camp zu genießen. Da Shimuwini am Ende einer Sackgravelroad liegt und es keine Loops in unmittelbarer Nähe gibt, erübrigte sich somit das Gamedriven; es sei denn, man hätte sich auf eine etwas längere Fahrt gemacht, aber dazu hatten wir keine Lust. Bis Gateschluß haben wir keine weiteren Gäste auf dem Gelände angetroffen, und somit frönten wir der Mutter-Natur-Geräusche, freuten uns außerdem am großartigen Hippogetummel im Letaba River Dam und machten einen Spaziergang durchs Campgelände, welches sogar ein Boma vorzuweisen hatte. Diesem war ein klitzekleiner Swimming Pool (war sogar mit Wasser gefüllt und dieses war sauber und sah einladend aus) vorgelagert. Beides machte einen sehr ordentlichen und gepflegten Eindruck.

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Dem allabendlichen Braai folgte etwas Lesen und ein frühes Zu-Bette-Gehen. Und das muß jetzt auch einmal hier gesagt werden: In dem Bett schliefen wir wirklich wie die Engel und wachten ausgeruht und ohne Kreuzschmerzen auf.
Teil 821. Sept. 2022
Tag 7

Um kurz nach 6 Uhr sagten wir Shimuwini Tschüs und begaben uns auf den Weg. Die nächsten beiden Nächte hatten wir uns im Letaba Restcamp einquartiert. Doch zuvor wollten wir unsere Frischfleischvorräte aufstocken. Dies, weil wir in den kleinen Shops der Restcamps in diesem Jahr lediglich tiefgefrorenes Fleisch vorfanden und das uns so gar nicht zusagte. Also beschlossen wir, da die in Musina getätigten Vorräte zur Neige gingen, in Phalaborwa zumindest einen Supermarkt aufzusuchen, um unsere fleischigen Gelüste zu stillen. Auf dem Weg von Shimuwini zur H14 wurden wir mitten auf der Pad mit einer Hyänenfamilie beglückt. Am Phalaborwa Gate angekommen, fragten wir nach einem Supermarkt. Der nette Gateguy erzählte uns vom nahegelegenen Spar. Diesen suchten wir auch auf, doch gefallen hat uns der Laden überhaupt nicht. Erstens war er klein und zweitens irgendwie sehr schlecht sortiert. Mit ein paar Tomaten und einer großen Flasche Milch verließen wir den Schuppen und begaben uns nach Downtown, wo wir bei Checkers alles fanden, was wir suchten. Jetzt ging es wieder zurück in den KNP. Kurz hinterm Gate bogen wir ab auf den Masorini-Parkplatz, um die kleinere der menschlichen Notdurften zu verrichten.

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Da hatte es die Reinemachefrau oder der Caretaker des Masorinis wohl gut gemeint, den Terminus Regenbogennation auch in einem kleinen KNP-Scheißhäuserl zu manifestieren 🤪

Im Letaba Restcamp angekommen hatten wir das Glück, unser gebuchtes CTT4 Tent früher als 14 Uhr zu belegen. Somit brachten wir unsere Siebensachen unter und, bevor es zum für uns obligatorischen Aufenthalt am Mantambeni Hide ging, statteten wir, wen wird es wundern???... aber es half ja nix, dem Tindlovu Restaurant einen Spätfrühstück- bzw. Frühmittagessenbesuch ab. Im Mantambeni Hide verbringen wir immer ziemlich viel Zeit; so auch dieses Mal. Umtriebige Flußpferdbanden konsultierten sich schwimmend und lautstark äußernd über ihre Reviere. Eine große Hippo-Familie mit allerlei Kleinst-, Klein- und Halbwüchsigennachwuchs döste zwischen böse dreinschauenden Crocs und scheu sich ans Wasser vortastende Waterbocks am gegenüberliegenden Ufer. Elefantenbullen stillten ihren Durst in gewohnter Einsamkeit. Unterhalb des Hides schickte sich eine Steinböckchenfamilie an, eine bequeme Liegehaltung einzunehmen. Allerlei Federtier flog von rechts nach links. Dazu, wie (fast) immer: Eine himmlische Ruhe. We love Mantambeni Hide! Gegen 16 Uhr trudelten wir zurück nach Letaba und machten einen kleinen Rundgang über das Restcamp. Die Ruinen des alten Shops und ein paar danebenliegende Facilitygebäude, die schon im September 2020 in Flammen aufgingen, waren noch immer nicht abgerissen und sorgten für einen weniger schönen Anblick.

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Unser CTT4 Tent war fenceseitig ausgerichtet und somit schauten wir von der Holzbohlenterrasse ins Grüne. Das Zelt war Sanparks-üblich ausgestattet und im Großen und Ganzen wenig ramponiert. Eine Sache störte jedoch immens: Direkt hinter dem Fence floß von links nach rechts ein einmal mehr, einmal weniger breites, trübes, stinkendes Wassers führende Rinnsal. Je nach Windrichtung eine wirklich unangenehme Aufenthaltsbegleiterscheinung. Der Geruch erinnerte an eine, aus einer defekten Vorkriegsmielewaschmaschine austretende Kloake; also kein der Natur entsprungener, eher menschengemachter Gestank. Wir gingen der Sache auf den Grund und, ohne visuell tiefer in die Detailursache einzutauchen, durften wir ein einer Waschmaschine gleichmachendes Geräusch feststellen, dessen Ursprung hinter einer Ansammlung an südafrikanischen Pensionärsfeldlagern auszumachen war. Die Rentnergangs mußten wohl oder übel eine mobile Waschmaschine mitgebracht haben und diese wurde dann je nach Anfallen von schmutziger Campwäsche bestückt. Die Abwässer wurden dann hinter das Fence gelenkt. Nur so konnten wir uns die Herkunft des stinkenden Rinnsalgestankes erklären, denn eine offizielle Sanparks-Restcampwäscherei konnten wir dort in der Ecke nicht ausmachen; wäre auch viel zu entlegen gewesen für die tägliche Arbeit der Restcampreinemachefrauen. Aber 100%ig sind wir der Sache nicht nachgegangen.

Der Abend verlief business as usual mit einem Braai vor dem Zelt und mal mehr, mal weniger Persillaugengeruch. Lediglich eine junge Hyäne, die konzentriert auf unser Grillgut stierte, beglückte uns hinter dem Fence.
Teil 928. Sept. 2022
Tag 8

Und täglich grüßt das Murmeltier… Punkt 6 Uhr standen wir stramm am Gate, um ausnahmslos die H1-6 nordwärts bis zum Shipandani Hide hoch- und wieder runterzufahren. Die weite Landschaft an diesem Abschnitt dieser verkehrlichen Hauptarterie im frühen Morgenlicht hatte uns bei unseren früheren KNP-Besuchen stets gut gefallen. Außer uns wollten nur noch zwei weitere Fahrzeuge dem Spruch „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm“ folgen und zu unserem Glück lag deren morgentliches Ziel in südlicher Richtgung. Wir bogen in die andere Himmelsrichtung ab und befanden uns alleine auf weiter Flur. Nach ca. anderthalb Kilometer wurde unsere noch spärliche Aufmerksamkeit schlagartig in die Höhe katapultiert. Da kam doch tatsächlich ein Gepard aus dem Gebüsch getrottet, beäugte uns kurz, um dann mit einem gekonnten Sprung auf einen der KNP-bekannten Straßenverkehrsschildersteine zu hüpfen. Dort oben streckte und reckte er sich und nachdem seine Sehnen scheinbar ausreichend gedehnt waren, scannte er die nähere Umgebung ab. Das mit ordentlichen Fotos machen in solchen Momenten ist immer so eine Sache. Aber sei es drum, denn für uns zählt nur der Augenblick, der real erlebte Moment mit allem Drum und Dran, mit den Geräuschen und Gerüchen, die das visuell Erlebte mit Nachdruck unterstreichen. Alles, was man sowieso nicht auf Zelluloid festhalten und einem Dritten vermitteln kann.

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Überglücklich setzten wir unseren Morning Drive fort, beobachteten auf den Plains die stets fotogenen Zebras und quartierten uns nach knappen zwei Stunden langsamer Fahrt im Shipandani Hide ein. Die dort ansäßigen Hippos waren an diesem Morgen etwas verkatert und wortkarg und das gefiederte Vieh noch in den Nestern. Gegen 10 Uhr machten wir uns auf den Rückweg nach Letaba, um das gewohnte Toasted Sandwich mit Fritten zu uns zu nehmen.

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Anschließend statteten wir wieder dem Mantambeni Hide einen mehrstündigen Besuch ab und amüsierten uns dort über das Sozialverhalten der zahlreichen Hippofamilien. Wieder zurück im Restcamp nutzten wir die Gunst der Gelegenheit und genossenen unser Vorzeltambiente bis nach dem Abendschmaus ohne Waschlaugengeruch.

Unser Fazit zum Sanparks Safari Tent: Nett, aber unspektakulär, auch wenn am Perimeter gelegen und nur wenige Safari Tents drumherum vorhanden.
Teil 1028. Sept. 2022
Tag 9

Für diesen Morgen hatten wir uns ein von Sanparks organisiertem Morning Game Drive gebucht. Um Viertel vor fünf fanden wir uns vor der Rezeption ein und wurden von einer netten Rangerlady begrüßt. Sie übergab uns die üblichen verfilzten Wolldecken und mächtige Taschenlampen und forderte uns auf, auf den Bock zu springen. Was?... Nur wir?... Keine anderen Morninggamedrivler? Sehr gut. Somit hatten wir die Lady für uns alleine. In unserer abschließenden Beurteilung über den immateriellen Wert dieses morgendlichen Game Drives zog unsere Alleinstellung und die damit einhergehende totale Aufmerksamkeit der Sanpark-Rangerin nur auf uns und unsere Fragen und Anliegen das Unterfangen etwas nach oben. Denn wir waren enttäuscht, daß wir, außer einem kleinen Loopschlenker vor der Brücke über den Letaba River, ausschließlich die nordwärts führende Asphaltstraße abgrasten, ohne auch die nur für Sanparksverwaltungszwecken dienenden kleinen Pads rechts und links des Weges zu befahren, welche für den Individualverkehr gesperrt sind. Da auch die tierische Ausbeute an diesem frühen Morgen eher mau ausfiel, kamen wir zu dem Schluß, daß dieser Morning Game Drive zu den organisierten Drives eingruppiert werden konnte, die wir in den vielen Jahren absolviert hatten, deren Mehrwert sich eigentlich nur durch die um eine Stunde frühere Ausfahrt aus den Restcamps manifestierten. Über dieses unser Urteil kann man natürlich geteilter Meinung sein und ich denke, daß, hätten wir geographisch gesehen eine andere Richtung eingeschlagen, die mehr Loops geboten hätte, und ab und an auch mal in die für Sanparks reservierten, kleinen Wege eingefahren wären, das Erlebnis mit Sicherheit positiver ausgefallen wäre; auch ohne viel Getier vor der Nase gehabt zu haben.

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Zurück im Letaba Restcamp packten wir unsere Siebensachen und machten uns auf den Weg zu unserer nächsten Übernachtungsstätte, dem Balule Camp. Auf dem Weg dorthin trafen wir mitten auf dem Asphaltband ein, im wahrsten Sinne des Wortes, Mutterseelen alleingelassenes Hyänenkid. Auf den ersten Blick denkt man: Ohhh…. Wie süß und putzig. Dann sucht man mit wachen Augen die nähere Umgebung ab, um den Rest der aasfressenden Bande zu sichten. Aber nix da. Das kleine Etwas war ganz alleine auf weiter Flur und suchte verzweifelt die Aufmerksamkeit all dessen, was vor seinen kleinen runden, dunklen Augen auftauchte. Ohne Zweifel, das arme Ding wurde entweder von der Mutter tragischerweise vergessen oder absichtlich ausgestoßen. Eine herzzerreißende Szene, die sich uns bot.

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Gegen kurz vor elf erreichten wir Olifants Restcamp zum obligatorischen Spätfrühstück. Leider konnten wir dieses nicht draußen auf der großen Terrasse einnehmen. Diese wurde nämlich von Grund auf renoviert, obwohl von anwesenden Arbeitern keine Spur zu sehen war. Gemütlich machten wir uns dann auf den kurzen Weg zum Balule Camp. Dort hatten wir ein Roundavel gebucht, welches auch schon sauber geputzt fertig und zu beziehen war.

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Unsere zu kühlenden Nahrungsmittel verfrachteten wir in die Kühlvorrichtung der Gemeinschaftsküche und machten es uns mit Lesen unter den großen Bäumen bequem, bevor wir gegen 15.30 Uhr uns auf die S89 aufrafften, um einen kleinen Nachmittagsdrive zu unternehmen. Das Landschaftsbild fanden wir bezaubernd und die vielen Impalas, Giraffen, Gnus und anderes Kleingetier taten ihr Übriges dazu. Kaum rechts auf das H1-5 – Asphaltband abgebogen bremste uns eine kleine Gruppe Wilddogs aus. Die gefleckten Hunde scherten sich weder um uns, noch um die anderen sich dazugesellenden Fahrzeuge. Der ein legte sich quer auf die Straße, die anderen tobten im Gebüsch uns sprangen vom rechten zum linken Fahrbahnrand. Sie trollten sich im hüfthohen Gras, um anschließend eine Art von Rock'n'Roll auf das Teerparkett zu legen. Lust und Muße sich zu entledigen hatten sie keine und so verabschiedeten wir uns von den netten Kerlchen.

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Im Balule Restcamp angekommen zelebrierten wir einen Sundowner auch ohne grandiosen Weitblick und im Anschluß wurden wir Zeugen, wie eine Hundertschaft an Fledermäusen aus Ihren Fledermauskästen in die anbrechende Nacht flog. Gefühlt waren es Tausende. Der Strom wollte nicht abreißen, der aus den Kästen fiel. Zufrieden vom Tag genossen wir unser Braaigut. Derweil hatte der Caretaker Petroliumlampen an jedes Roundavel gehängt und auch in den Ablutions wurde auf diese Art und Weise Licht ins Dunkle gebracht.

Unser Fazit betreffs des Balule Restcamps: Obwohl spartanisch eingerichtet, doch muckeliges Roundavel mit sehr romantischer Note. Hier machen wir beim nächsten Mal bestimmt wieder einen Einkehrschwung.
Teil 1128. Sept. 2022
Tag 10

Motto des Tages: Auf ins Raubkatzenland. Nach frühem Milchkaffee verließen wir bei Gateöffnung das Balule Camp, genossen nochmals die S89 nun im morgendlichen Licht, um dann am Satara Restcamp vorbei direkt zum Sweni Picnic Spot zu fahren. Irgendwann muß es auf der Strecke zuvor etwas geregnet haben, denn der Asphalt war naß.

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Im schönsten Morgengegenlicht stolperten uns so einige tierische Zeitgenossen vor die Linse, bevor wir um Punkt Halb acht am Picnic Spot angekommen waren. Wir nutzten die dort entgeltlich zur Verfügung gestellte Gasflaschenbruzzelvorrichtung und machten uns ein deftiges Frühstück.

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So gestärkt kurvten wir dann am N’wenetzi River die Gegend ab. Anfänglich fuhren wir auf der S41 durch verbranntes, teils noch klimmendes Unter- und Obergehölz, bevor wir in die landschaftlich tolle S100 einbogen. Da es noch viel zu früh war, im Tamboti Tented Camp nach unserem gebuchten Zelt nachzufragen, fuhren wir gemütlich über den kleinen Nsemanisee zum Girivanatümpel, um uns dann über die H7 gemächlich auf den Weg nach Orpen zum Einchecken zu begeben.

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Die Dame an der Rezeption machte uns unmissverständlich aufmerksam: At Tamboti Tented Camp we have serious problems with monkeys and honey badgers – so, be very careful. Ok, zur Kenntnis genommen. Gegen 16.30 Uhr trafen wir dort ein, nahmen das uns zugewiesene Safari Tent No. 1 in Beschlag und machten sodann gleich einen Spaziergang durchs Camp; für uns war es der erste Aufenthalt dort. Die dort befindlichen Safarizelte sind großzügig über das Areal verteilt und stets mit Blick auf den Timbavati River gerichtet. Mit dem 1er-Zelt hatten wir eines der alten, abgehalfterten Tents erhalten, welches, zu unserem Leidwesen, auch noch einen nicht kurzen Weg zum Ablutionblock und der Gemeinschaftsküche hatte. Zu unserem Bedauern deshalb, weil 1. unbequem und 2. ... dazu komme ich später. So richteten wir es uns gemütlich auf der Holzveranda des alten, ungepflegten Safarizeltes ein uns genossen die untergehende Sonne mit einem kühlen Bierchen und Kartoffelchips. Anschließend machte sich einer daran, den Grill mit Feuerholz zu bestücken und der andere, im Zelt die logistischen Vorbereitungsmaßnahmen für die folgende Abendessenpräparation und den späteren Duschgang vorzunehmen. Kaum hatte ich die schwerfällige Holztür zum Zelt geöffnet und die Chipstüte inklusiver der leeren Flaschen auf einen von uns im Zeltinneren definierten Sammelplatz für den zu entsorgenden Müll gestellt, hörte ich ein lautes Rascheln. Ich drehte mich um und sah aus den Augenwinkeln, wie ein übermütig gewordener Vervet quer durchs Zelt hüpfte und eine angebrochene Tüte mit Toastbrot raubte. Schups war er mit seiner Beute auch schon wieder aus dem Zelt. Wie der Affe so dicht hinter mir durch die Tür ins Zelt gekommen ist und die kurze Zeit genutzt hatte, seinen Raubzug mit Bravour zu vollenden, um dann auch noch durch den schmalen Spalt zwischen zufallender Tür und Türrahmen zu kommen, war mir ein Rätsel. Alles ihm Hinterherlaufen meinerseits war von Mißerfolg gekrönt. Mit Genugtuung saß er auf einem Baum und genoß seine Beute. Tja, es passiert auch uns immer mal wieder. Derweil knisterte draußen das entfachte Feuer im Grill und wir begannen mit der Zubereitung unseres Avocado-Tomaten-Zwiebelsalates, den wir mit Argusaugen ob der Affenbedrohung bewachten. Das zu grillende Rinderfiletstück lag im Ganzen ebenfalls unter strenger Observation auf dem Tisch. Als es darum ging, den vor sich hin brennenden Holzscheiden einen Besuch abzustatten und diese gegebenenfalls zu wenden, kam aus dem Gebüsch hinter dem Braai ein lautes, dumpfes Geräusch und in Windeseile sahen wir uns Auge in Auge mit einem Honigdachs konfrontiert, der mit aggressiver Mimik und Gestik uns Furcht einflößen zu versuchte. Zunächst sprangen wir wie von der Tarantel gestochen zu Seite, nahmen dann den stets Gewehr bei Fuß bereitstehenden langen Stock und versuchen den schwarzweißen Teufel in Schach zu halten. Mittlerweile hatte dieser nämlich bereits einen großen Terraingewinn uns gegenüber zu verzeichnen und versuchte, uns mit fletschenden Zähnen auf die Holzterrasse des Zeltes zu drängen. Das ungemütliche Tier ließ nicht ab; im Gegenteil. Nur mit einem energischeren Fuchteln des langen Holzstockes gelang es uns, das Biest in die Flucht zu schlagen. Nachdem unsere Adrenalinspiegel wieder etwas abgeflacht waren, beschlossen wir aus gegebenem Anlaß den abendlichen Duschgang vor das Abendessen zu verlegen. So gingen wir dann einer nach dem anderen im Halbdunkel zu Fuß auf staubiger Pad zum Ablutionblock, während der am Zelt Zurückgebliebene mit wachsamem Auge sowohl Salat, Grillgut als auch alles andere Hab und Gut in Habachtstellung zu verteidigen hatte, sollte der schwarzweiße Teufel nochmals auftauchen. Tat er aber nicht. Noch nicht. Frisch geduscht gesellten wir uns in einem Verteidigungsring um den Grill und das darauf vor sich hin brutzelnde Filet, trugen es, sodann die perfekte Garstufe erreicht, auf die Terrasse und fingen an, es mit dem Salalmix aber ohne Toasbrot zu genießen. Bums!!! Einer Tomahawkrakete gleich warf sich der (vermutlich) selbe Honigdachs gegen den Metallmülleimer, öffnete mit seiner Schnauz und großem Erfolg den Eimer und bückte sich zu dreiviertel hinein, um nach Verwertbarem zu suchen. Da von uns keine Abfälle dort eingebracht wurden und vermutlich so gar nichts im Inneren vorhanden war, wendete sich der Kerl von der Tonne ab, um schnurstracks die Treppe zur Holzterrasse anzusteuern. Die zeitliche Abfolge war derart gering, daß wir es mit Mühe und Not schafften, dann parat stehenden Stock in die Hand zu nehmen, als der Teufel auch schon im Begriff war, die zweite Treppenstufe zu erklimmen. Notgedrungen legten wir unsere pazifistische Grundhaltung kurzzeitig zur Seite und gaben mit einem Schlag der Holzstange auf den Rücken des Tieres zu verstehen, daß wir von unserem Recht auf Selbstverteidigung lebhaft Gebrauch machen würden. Nach drei festen Klopfern auf festen, muskulösen Untergrund ließ der Teufel ab und trollte sich die Holzterrassentreppe hinunter. Da es ruhig blieb und wir von einem finalen Rückzug ausgingen, beendeten wir unser Abendmahl. Nun stand der Abwasch auf der Tages- bzw. Abendordnung. Aufgrund des Vorgenannten unterließen wir es, unseren ganzen Abwaschkrempel zu Fuß zur Gemeinschaftsküche zu bringen und fuhren stattdessen, mittlerweile war es stockdunkel, das Dreckgeschirr mit dem Wagen zur Küche. Absurd – ich weiß. Aber das nach Fleisch riechende Geschirr über Nacht bei uns im Zelt aufzubewahren, um es dann am Folgemorgen zu spülen, kam für uns nicht in Frage. Gesagt getan. Mit sauberen Tellern, Bestecken, etc. kamen wir wieder an unserem old-fashioned, abgenutzten Zelt an und verstauten das ganze Zeug darin. Da die Temperatur nicht gerade als mild bezeichnet werden konnte und es ein wenig windig war, beschlossen wir, den Außenvorhang des Zeltfensters, welches zur Holzterrasse zeigte, herunter zu lassen. Hätten wir das bloß unterlassen! Der starre Vorhang aus plastifziertem Safarizeltstoff war zur Hälft abgelassen, als ein handflächengroßes Skorpion aus seinem Schlaf gerissen und aus dem aufgerollten Stoff genau vor unsere Füße fiel. Na das hatte noch gefehlt! Mit dem bereits bekannten und bewährten Holzstock schubsten wir das unliebsame Tierchen durch einen Spalt der Holzterrassenleisten und hofften, daß keine seiner Zeitgenossen auf die Idee gekommen war, es sich im Inneren des Zeltes gemütlich zu machen. So begaben wir uns in die Betten und nach kurzem Lesen fielen uns auch schon die Augen zu. Irgendwann in der ersten Nachhälfte hörten wir wieder, wie der Honigdachs einen erneuten Versuch unternahmen, die Mülltonne zu inspizieren. Der metallene Deckel ging mit viel Lärm zu Boden und nach wenigen Augenblicken hörten wir, wie der Teufel nun auf unserer Holzterrasse wütete und mit seinen Tatzen versuchte, durch die Zeltwand durchzudringen. Das war uns aber jetzt schnuppe; wir vertrauten blind und müde dem Safarizeltstoffmaterial, obwohl alt und mürbe geworden in der Zeit.

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Fazit Tamboti Tented Camp: Da wollen wir zunächst nicht noch einmal aufwallen wollen. Wenn doch, denn man soll ja alles und jedem immer eine zweite Chance einräumen, dann nur in einem der neuen Zelte und auch nur dann, wenn dieses nahe an Ablution und der Gemeinschaftsküche gelegen ist. Das Problem mit dem oder den Honigdachs/en im Tamboti ist nicht neu und wir empfanden es als Ding der Unmöglichkeit, daß Sanparks hier nicht mit eisernen Besen kehrte und dem Problem ein Ende setzte. Nicht auszudenken, wenn eine Familie mit Kindern im Camp ist und sich solchem Teufelstier ausgesetzt sieht. Und die Sache wird ja nicht besser, wenn sich die Gäste gezwungen sehen, auf die Honigdachse einschlagen zu müssen, weil Sie um Leib und Leben fürchten müssen. Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn das schon genetisch begründete Aggressionsvolumen dieser Tiergattung weiter aufgeheizt wird. Das war für uns ja nicht das erste Mal, das wir mit Honey Badgern konfrontiert waren. Im Halali Camp im Etosha NP oder auch im Senyati Restcamp hatten wir es mit ihnen zu tun. Doch sowohl im Senyati als auch im Halali ist es schier unmöglich die Teufel außen vor zu lassen. Senyati ist nicht fenced und das Halali Restcamp ist solch ein großes Areal, daß es unmöglich ist, jedes Loch im Zaun zeitnah zu stopfen und das komplette Camp nach unliebsamen Tiergästen abzuscannen. Das Tamboti Tented Camp hingegen hat jedoch eine nun wirklich überschaubare Ausdehnung, daß es Sanparks möglich wäre, mit Nachdruck das Camp zu durchforsten, eventuelle Zaunlöcher zu stopfen und nicht erwünsche Fauna zu beseitigen. Selbstredend empörteten wir uns mächtig beim Check-out an der Orpen-Rezeption über das Erlebte und im Nachgang schilderten wir dieses ebenfalls im netten Fragebogen, den Sanparks mit der Bitte um Ausfüllen via E-Mail uns zugesandt hatte. Doch glauben wir nicht, daß sich da von Sanparksseite etwas tun wird. Das ist wie mit dem Hund und dem Mond. Es ist ja hinlänglich bekannt, daß es den Mond nicht kümmert, wenn ihn der Hund anbellt.
Teil 1205. Okt. 2022
Tag 11

Nach dem mehr oder minder unangenehmen Vorabend verspürten wir nach einem frühen Aufstehen nur den Wunsch, das Tamboti Tented Camp verlassen zu wollen. Der heutige Weg zur nächsten Übernachtungsstätte war nicht weit; es sollte das Satara Rest Camps ein. Dort hatten wir ein Chalet mit Perimeter gebucht. Hoffnungsschwanger auf nächste Abende ohne Honigdachsattacken begaben wir uns auf den Weg nach Osten. Die aufgehende Sonne gestaltete das Fahren nicht sehr angenehm. Mehr als angenehm waren aber sodann die erfolgten tierischen Erlebnisse. Kaum eine viertel Stunde aus Tamboti rausgefahren, tauchte im noch Vierteldunkel zur Linken ein Löwenfamilie im hohen Gras auf. Ein erstes Highlight, dem noch viele am gleichen Tag folgen sollten.

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Kaum zehn Minuten später schob sich die Sonne im Osten über die Hügelkette im Grenzgebiet zwischen Südafrika und Mosambik und läutete den Tag mit mattgleißender Farbpracht ein, als, wiederum nach ca. zehn Minuten, ein Leopard gemütlich das Asphaltband von links nach rechts überschritt, um im Dickicht zu verschwinden. Highlightnummer zwei des Tages.

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Noch mit unseren Freuden beschäftigt, sahen wir, eine fünf Minuten später, in der Ferne ein Tierchen, ebenfalls gemächlich, die Straße entlang und auf uns zu zulaufen. Here we go: Ein prächtiger, junger Herr Löwe schlenderte auf uns zu und dann trottelnd an uns vorbei. Drittes Highlight an diesem Tag – abgehakt und das um Punkt sieben Uhr in der Frühe.

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Unglaublich dachten wir, als wir, wiederum zehn Minuten später, uns mit einem Roadblock auseinandersetzen mußten. Nein, keine Elefantengroßfamilie. Ein Bande von Wilddogs belagerte die Straße und machten keine Anstalten, diese zu räumen. Freu, freu – das vierte Tageshighlight.

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Nach so vielen Höhepunkten innerhalb von knapp einer Stunde entschlossen wir, uns an der Timbavati Picnic Site ein reichhaltiges Frühstück zu brutzeln. Den kürzesten Weg über die S40 dorthin wollten wir nicht einschlagen; eine sehr gute Entscheidung wie sich einige Minuten später zeigen sollte. Noch immer auf der Orpen-Satara-Road hatte sich ein anderer Herr Löwe mal kurz auf die Seite gelegt, um vermutlich einige schläfrige Gedenkminuten für die Krieggefallenen dieser Welt zu absolvieren. Highlightnummer fünf. Das glaubt uns kein Mensch, dachten wir.

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Auf der Timbavati Picnic Site zauberten wir uns ein leckeres, deftiges Frühstück. Beobachteten die bunte Vogelwelt und gegen Viertel vor elf machten wir uns jetzt über die S40 auf den Weg zum Satara Restcamp. Kaum von der Orpen-Satara-Road auf die Satara-Olifants-Road abgeboten hinderte erneut eine Raubkatze den Straßenverkehr. Ein gemütlich vor sich hin wackelnder Panthera leo sorgte keine 200 m vor dem Satara-Gate für lebhafte Aufregung unter der mittlerweile zahlreichen Besucherschar.

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In Satara angekommen durften wir dann nach einer kleinen Pause am Swimming Pool bereits gegen 13.30 Uhr unser Chalet belegen. Am späten Nachmittag starteten wir dann nochmals für einen kleinen Game Drive Richtung Sweni, um dann dem Sonnenuntergang über dem Nsemani-Weiher mit seiner Farbpracht beizuwohnen.

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Diesen mehr als erfreulichen Tag ließen wir abends im Cattle Baron-Restaurant ausklingen, wobei eher die Servicedame als die Qualität des Mahls lobend hervorstach. Wenn wir nun bedenken, daß dieser Tag auch der Tag eines runden Geburtstages war, dann fragt man sich gerne: Was will man im Leben mehr!?!
Teil 1312. Okt. 2022
Tag 12

Um 5 Uhr rappelte der Wecker, reißte uns aus unseren Träumen und forderte uns unmißverständlich dazu auf, das bequeme, kuschelig-warme Bett zu verlassen. Das wie immer am Vorabend vorbereitete Mokkakännchen wartete bereits ungeduldig auf der Herdplatte unserer Außenküche, um duftenden Espresso hochkatapultieren zu dürfen. Mit Milchkaffee standen wir dann auf unserer Terrasse und blickten etwas fröstelnd in den noch dunklen Morgenhimmel. Die heutige Tagesetappe sollte uns über den Orpen Damm und einen Frühstücksstopp in Tshokwane ins Lower Sabie Restcamp führen. Dort hatten wir für zwei Nächte unsere Schlafstatt gebucht; die erste Nacht in einem Bush View Safari Tent und die Folgenacht in einem River View Safari Tent. Mittlerweile bietet das Lower Sabie Restcamp eine Großzahl an solchen Safarizelten. Bei unserem letzten Aufenthalt in Lower Sabie über den Jahreswechsel 2015/16 gab es nur fünf (glaube ich mich zu erinnern) dieser Safarizelte und diese direkt über dem Sabie-Fluß gelegen. Von diesen Erstzelten steht kein einziges mehr; alle wurden durch neue Zelte ersetzt, die sich aber eigentlich gar nicht Zelte schimpfen dürften, denn die Außenwände dieser Zelte sind in Leichtbauweise gemauert und mit dem üblichen olivgrünfarbenen Safarizeltstoff tapeziert.
Kurz vor sechs Uhr standen wir stramm am Gate und warteten auf dessen Öffnung. Wie allseits bekannt, ist die Gegend um Satara Katzenland und so reihten sich hinter uns viele weitere Fahrzeuge, um sich ebenfalls auf die Suche nach dem Raubgetier zu machen. Kaum war das Gate geöffnet und wir allerhöchstens 200 m vorangeschritten, da bremsten wir, der Straßenverkehrsregel des KNPs folgend: Animals have the right of way, abrupt ab. Von linker Seite wackelte ein stattlicher Herr Löwe auf die Fahrbahn, um dann schnurstracks auf dieser seinen Weg fortzusetzen. Das Tierchen hatten die wenigen Fahrzeuge, die vor uns fuhren, vermutlich in ihren Rückspiegeln gesehen, denn sie stiegen ebenfalls auf ihre Bremspedale.

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Wir waren noch beschäftigt, den Leo abzulichten, als auch schon der zweite seiner Gattung an unserem Fahrzeug vorbeischlenderte. Im Laufe des Tages haben wir erfahren, daß der Albinolöwe Kasper genannt wird.

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Es sollte nicht der letzte bleiben! Insgesamt fünf Großkatzen okkupierten, ohne sich am Lärm der Motorengeräusche zu stören, gemeinsam an diesem frühen Morgen das Asphaltband.

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Nach einer knappen viertel Stunde hatten wir genug von dieser gemähnten Bande und fuhren, an eleganten Giraffen, schüchternen Kudus und kessen Hyänen weiter gen Süden, bevor wir links auf einen Loop abbogen und dann am Parkplatz des Orpen Damms unseren Wagen abstellten. Die Oberfläche des Wassers war mal wieder mit invasivem Grünzeug übersät. Ich glaube, die Pflanze hat ihren Ursprung in Südamerika und wurde irgendwann in fernen Zeiten in den KNP eingeschleppt. Nun hat man seit vielen Jahren ein Riesenproblem damit. Ein, fürs Auge netter Farbtupfer ist es jedoch allemal.

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Da sowohl die Vierbeiner- als auch die Vogelwelt sich am Orpen Damm rarmachten, begaben wir uns nach 20 Minuten auf den Weg zur Tshokwane Picnic Site, um ein deftiges Frühstück in der Sonne einzunehmen.

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So gestärkt fuhren wir auf der H 10 zum Nkumbe Lookout, um unseren obligatorischen Weitsichtstopp einzulegen. Trotz daß es bereits kurz nach zehn Uhr war, war es im dortigen Hide noch stinkkalt. Deshalb platzierten wir uns auf eine der Bänke am Parkplatz, genossen von dort die Savannenlandschaft und unterhielten uns angeregt mit einigen spanischen Touristen. Im Anschluß fuhren wir gemütlich die H 10 runter bis zum Lower Sabie Restcamp, wo wir bis zur Schlüsselübergabe unseres Bush View Safarizelts die Zeit mit einem Latte Macchiato auf der großen Terrasse des Restaurants überbrückten. Nachdem wir das Zelt beziehen durften, machten wir uns auf den Weg zum Ntandanyathi Hide und über die S 137, ohne daß es zu spektakulären Treffen gekommen war.

Ebenfalls nix los auf der südwärts folgenden H 4-2. Naja, der Tag begann ja schon mit reichlich Sondersichtungen, deshalb durften wir nicht meckern. Irgendwo auf halber Strecke zwischen Lower Sabie Restcamp und dem Crocodile Bridge Restcamp drehten wir um, um zurückzufahren. Kaum nordwärts eingeschlagen, erblickten wir auf der Rechten eine Löwendame mit nicht näher definierbarem Anhang. Beide jedoch verschwanden recht rasch im hohen Gras und Gebüsch.

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Von weitem sahen wir nun einige Fahrzeuge mit aus den Fenstern schauenden langen Fotoobjektiven, welche auf einen Baum gerichtet waren. Und siehe da… Beim Annähern zeigte sich doch glatt ein Leopard in relaxter Lage auf einem dicken Ast.


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Nach ausreichender Beobachtungszeit ließen wir den Leo Leo sein und fuhren zum Lower Sabie. Dort machten wir es uns auf unserer Terrasse mit Bierchen, Kartoffelchips und Büchern bequem, bevor wir den Tag mit einem leckeren Steak, Avocados & friends beendeten.

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Teil 1429. Nov. 2022
Nach einiger Forumsabstinenz wieder zurück, geht es hier nun weiter.


Tag 13

Wie immer pünktlich um sechs machten wir uns aus dem Staub. Unser Ziel für diesen Vormittag war das Skukuza Restcamp. Auf der H 4-1 war tiertechnisch gesehen überhaupt nichts los. Um nicht gar so früh in Skukuza anzukommen, machten wir einen Schlenker über die H 12 und H 1-2. Nun war frühstücken angesagt, und so schnappten wir uns im Take-away einen Cappuccino und ein Sandwich, setzten uns auf eine Bank mit Blick auf die Eisenbahnbrücke, auf der der bekannte Kruger Shalati - The Train on the Bridge stand. Einmal mehr kamen wir überein, daß Skukuza so überhaupt nicht unser Ding ist. Ordentlich begründen können wir dies nicht; es ist irgendwie ein Feeling, daß sich seit vielen Jahren in uns festgesetzt hat. Das ist wie mit anderen Orten auf dieser Welt. Da kommt man irgendwann einmal hin und sagt zu sich: Nööö – absolut nix für mich. Und da kann in Zukunft auch kommen was wolle, keine Chance mehr. Die Meinung steht wie ein Fels in der Brandung. So teilt sich Skukuza mit Mailand (ohhhh wie schrecklich) und Windhuk einen der obersten Ränge unserer Absolutnichtwohlfühl- und Nurschnellweghierorte. Gedacht, getan. So fuhren wir wieder zurück nach Lower Sabie, ebenfalls ohne große Sichtungen, und frühstückten das zweite Mal etwas deftiger unter der wärmenden Sonne auf der großen Terrasse. Um kurz vor zwei nachmittags konnten wir unser River View Safarizelt beziehen, von dessen Terrasse wir dann elf Giraffen bestaunen durften, welche wie die Indianer in einer Linie mit äußerster Vorsicht den Fluß überquerten. Kurz vor vier machten wir uns dann auf den Weg zu einem späten Game Drive. Unser erstes Ziel war zunächst das Mlondozi Hide, welches wir über die S 29 und recht hochstehendes Gras erreichten. Dort oben verweilten wir uns etwas in der Sonne und fuhren zum Schluß noch zum Sunset Lake in der Nähe des Lower Sabie Restcamps. Beim Abendessen auf unserer Terrasse lauschten wir den undefinierbaren Lauten, die auf der anderen Flußseite ihren Ursprung hatten. Einige Hyänen tauchten in tiefgreifende, kontroverse Konversationen ein und wir alsbald in die Decken unseres Zeltbettes.

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Teil 1529. Nov. 2022
Tag 14

Next Stopp – Pretoriuskop. Wieder schlugen wir die H 4-1 nordwärts Richtung Skukuza ein. Zunächst lief uns eine Hyänenmutti mit Nachwuchs vor die Linse und kurz hinter der Brücke auf der H 12 eine kleine Löwenfamilie.

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An Skukuza vorbei, legten wir auf dem Aussichtsberg Mathekeyane Grankop einen kurzen Stopp ein udn bewunderten dort die grazilen Blümchen, die durch die Felsen durchwachen.

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Von dort ging es zum Frühstücksseinkehrschwung nach Afsaal und anschließend über die Old Voortrekker Road.
Diese hatten wir schöner in Erinnerung. Gefallen hatte uns immer die weite savannenartige Landschaft dort. Mittlerweile ist die Vegetation jedoch so ziemlich hochgewachsen, daß eine schöne Aussicht über die Landschaft hinweg verwehrt wird. In Pretoriuskop angekommen machten wir einen kurzen Abstecher im dortigen Curio-Shop, bevor wir in unser Perimeterchalet einzogen.

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Nachmittags wurstelten wir uns über die S 14 und S 8 und weiter zum Shitlhave Dam. Die Loops um Pretoriuskop herum sind landschaftlich sehr schön. Viele entspannte Giraffen uns skeptische Waterböcke haben wir dort gesichtet.

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Der Shitlhave Damm macht dieses Mal mit einer enorm zahlreichen Waterbockgroßfamilie seine Aufwartung.
Wie immer wurde abends gegrillt. Im Anschluß folgte unsere letzte Nacht im KNP.
Teil 1619. Dez. 2022
Tag 15

Aufgrund Pannenerfahrung stets darauf bedacht, verbringen wir die letzte Nacht immer in der Nähe des Flughafens, von dem wir zurückfliegen. So auch bei diesem Tripp. Unsere letzte Nächtigungsstätte sollte aber, statt ein Hotel im Großraum Pretoria/Johannesburg, nochmals mitten in der Natur liegen. So entschieden wir uns, als Hardcorevorbucher, für ein Chalet im Ezemvelo Nature Reserve. Unser Weg dorthin führte uns von Pretoriuskop über die H 1-1 und die H 3 bis nach Berg-en-Dal. Auf dieser Strecke war uns das Glück nochmals mehr als hold. Außer einem Hyänengruppenverbund und einer großen Wilddogfamilie sollten wir nochmals in quasi Hautkontakt mit einem Leo kommen. Die Hyänen und die Wilddogs hatten wir auf der H 1-1 angetroffen; letztere kurz vor dem Abzweig auf die H 3.


Kaum rechts auf die H 3 abgebogen, merkten wir, wie wir von einem heller Hilux mehr oder weniger verfolgt und von hinten bedrängt wurden. Ja, auch in Nationalparks gibt es immer wieder Spinner, die meinen, sich in einem Wald-und-Wiesen-Provinzjahrmarkt-Austoscooter zu befinden. Wir gaben brav mit dem linken Blinker zu verstehen, daß wir beabsichtigen in sehr kurzer Kürze links anzuhalten und den Drängler vorbeisausen zu lassen. Gesagt, getan. Der weiße Nipponschlitten glitt jedoch nicht an uns vorüber. Nein, er bremste knackig und gab uns hinter hochgezogener Scheibe zu verstehen, die unsrige doch runter zu leiern. Wir leistetem der gestikulierenden Einladung Folge. Zwischenzeitlich hatte der 1980er-Jahre-Schnurrbartlookbure ebenfalls seine Scheibe heruntergelassen und redete im wahrsten Sinne des Wortes wild auf uns ein. Es gäbe Wilddogs ein paar Kilometer weiter hinten. Yes Sir, we can Boogie. Ja, haben wir bereits vor die Linse bekommen. Vielen Dank jedoch, daß Sie an uns gedacht haben. Nett sein können sie, die Buren ?? Naja, die schneefarbene High-Clearance-Kutsche zog von dannen und wir setzten gerade an, den Wagen wieder anzulassen, als wir aus den Augenwinkeln heraus ein Etwas kurz hinter dem Straßenrand sitzen sahen; genau dort, wo vor ein paar Augenblicken der Hilux uns den Blick versperrt hatte. Unfassbar: Ein stattlicher Leokater saß seelenruhig mit erhobenem Haupt auf einem Baumstamm und musterte uns mit wachen Augen. Das ist ein Moment, den man so nicht erwartet und daher dauerte es ein Weilchen, bis wir uns mental sortiert hatten und endlich zum Fotoapparat griffen. Das Licht war noch halbwegs perfekt und rundete somit dieses Erlebnis gut ab.

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Weiter ging es, am Afsaal Picnic Spot und walzernden Giraffenkerlen vorbei, gen Süden.

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Als unseren letzten Akt im KNP erkoren wir ein deftiges Frühstück in Berg-en-Dal aus. Anschließend noch einen kleinen Schwenker über die S 110 und S 120 und schlussendlich erreichten wir das Malelane Gate, wo wir auscheckten und auf die N 4 fuhren. Dort gab es zwar großes Verkehrsaufkommen, doch es hielt sich soweit in Grenzen, um nicht als unangenehm oder gar gefährlich hätte bezeichnet werden können. Ab Middelburg wurde der Himmel grau und diesig; Grund dafür sind die vielen Schlote, die unaufhörlich pusteten. Irgendwo dort oder Witbank, ich weiß es nicht mehr genau, machten wir an einer Servicestelle eine Tank- und Iced-Coffee-Pause. Währenddessen ich vom Händewaschen aus der Toilette kam, sah ich viele Leute an einer großen Fensterscheibe sich ihre dicken Nasen plattdrücken; alle starrten sie nach unten. Auch ich tat dies, man will ja nicht als Outsider gelten. Ohhhooo, da gab es doch glatt eine Menge an Impala, Gnus, Büffel & Co. und sogar Rhinos. Es machte den Anschein, als ob es ein riesengroßer gemischter Zoo bzw. ein kleines Game Reserve wäre - direkt hinter der Autobahnraststätte. Leider fällt mir deren Name nicht mehr ein. In Bronkhorstspruit verließen wir dann die N 4 und begaben uns für einen kurzen Steak- und Biernachkauf in den Superspar. Klar, die Atmosphäre dort ist jetzt nicht unbedingt als angenehm zu beschreiben – im Gegenteil. Aber um einiges weniger unangenehm als unsere bisherigen Aufenthalte in Katima Mulilo; Anmerkung der Redaktion: Schlimmer geht nimmer als dort! Nun ab auf die R 907, an einer großen Kohlemine vorbei, rechts auf Gravel ab und immer nur der Pad und deren Potholes folgen. Nach einer knappen halben Stunde waren wir am Eingang des Ezemvelo Nature Reserve angelangt, checkten dort fahrzeugtechnisch ein und anschließend ging es über eine enge, rotsandige Pad für ca. fünf Kilometer durch die Prärie. Es tummelten sich vereinzelte Gnus und Zebras im graublaßrünen Gras, auch konnten wir Girffen ausmachen. Für unsere letzte Nacht hatten wir, wie bereits geschildert, ein Chalet reserviert. Die Schlüssel waren schnell übergeben und wir steuerten unsere Bleibe oberhalb der Reception an. Sehr nett! Chaletbungalow mit schlichtem, aber sehr ansprechendem und intaktem und nicht abgewetztem Interieur. Die Chalets befinden sich quasi am Rand des "Waldes", welcher auf sich auf einer recht ausgedehnten Anhöhe befindet. Von den wenigen Chalets hat man einen Blick über hügeliges Land zum Dam und zu den Gebäuden, die u. a. auch die Reception beherbergen. Alles in allem nicht so pompös wie in einem Sanparks-Restcamp, doch alles heimelig. Nachdem wir diesen Tag lange genug im Auto saßen, machten wir einen kleinen Rundgang zur Reception, zum Dam, zur Campsite und wieder zurück. Die hinter der Reception gelegene große Campanlage füllte sich langsam mit Wochenendausflüglern. Einige dieser, eine spätpubertärende, mit sportlichen Muskeln vollgepackte Kerleclique, machten sich einen Spaß und plantschten mit einem roten Gummiboot im Wasser des Dams. Wir fanden es lustig, daß die Kerle sich in die kalten Fluten des Dams warfen und Gummibootversenken spielten und einfach ihren Spaß genossen. Fehlte nur noch Wenche Myhre mit ihrer Trällerstimme und die Party wäre perfekt gewesen. Wieder zurück an unserem Chalet wurde es sich zunächst um den Braai gekümmert und anschließend fuchtelte ich wie wild mit dem Smartphone in der Hand herum, um einen klitzekleinen Strich Internetsignal zu erwischen. Letzteres stellte ich jedoch als quasi Mission impossible dar, denn ich mußte querfeldein und Pad hoch und Pad runter und durchs Gras hüpfen, um das für den Check-In des Rückfluges benötigte Signal zu erhalten. Von Weitem mußten meine Bewegungen an einen 80er-Jahre Aerobic-Kurs mit Jane Fonda erinnert haben; es fehlte mir nur noch ein blaßfliederfarbenes Ganzkörperbodysuitcostum und dann hätte selbst der Altvordere Turnvater Jahn seine helle Freude an mir gehabt. Es fing bereits an zu dämmern, als ich, selbstverständlich in Schluckaufzeitabständen, so viel Signal auf dem Handydisplay hatte, daß es zum Lufthansa-Check-In reichte. Jetzt hatte ich mir aber das Abendessenfilet wahrlich verdient. Dieses wurde zwar im Freien zubereitet, aber aufgrund der heranziehenden Kälte im Chalet mit einem vollmundigen Rotwein genossen. Nach diesem langen Tag fielen uns dann auch alsbald die Äuglein zu und wir sanken, auch Dank des Rotweines, sanft unter den dicken Plumeaus in einen tiefen Schlaf.

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Teil 1723. Dez. 2022
Tag 16 Teil 1

Wenn wir in Afrika unterwegs sind, dann stehen wir ja jeden Morgen in Herrgottsfrühe auf. So auch den letzten Morgen, obwohl wir hätten ausschlafen können, denn unser Rückflug war erst für den Abend getaktet. Nun denn… Gegen kurz vor sechs machten wir die Augen auf und staunten nicht schlecht, als wir alle Fenster von innen beschlagen sahen. Es muß also kalt gewesen sein heute Nacht. Unsere Annahme zeigte sich jedoch als völlig fehlgeleitet, denn als ich mich mit dem ersten Kaffee auf den Weg nach draußen machte, die Chaletbungalowtür kaum geöffnet hatte, war es so, als ob mir jemand Stirn und Schläfen mit einem Vorschlaghammer bearbeitete. Es war nicht kalt, es war saukalt. Unser Vehikel war dick mit Reif und gefrorenen Wasserperlen eingepackt. Der Kaffee in meiner Hand dampfte wie die Schlote am gestrigen Tag um Middelburg herum. Jetzt wollte ich doch wirklich wissen, welche Temperatur um mich herum war. Ich ging also den Autoschlüssel holen und steckte ihn in das Zündschloss. Das Display am Bordcomputer zeigte mir satte -6° C an. Chapeau – mein lieber Scholli!!! Solch eine Temperatur während eines Afrika-Trips hatten wir zuletzt Ende Juli, als wir im KTP waren. Den Schlüssel wieder aus dem Zündschloss gezogen mußte ich sofort an diese KTP-Episode zurückdenken. Mit tiefgefrorenen Fingern das Dachzelt wieder unter die Haube zu bekommen, war ein wirklich unschönes Unterfangen, auf welches wir gerne verzichtet hätten. Wie gut, daß wir dieses Mal kein Zeltstoff unter eine starre Haube verbringen mußten. Wir ließen es gemütlich an, packten unsere Siebensachen in unsere zwei Handgepäckstück, gönnten uns einen zweiten Kaffee und fragten eine der Reinemachefrauen, die gerade bei uns am Chalet vorbeilief, ob sie die von uns in Polokwane zu Beginn unserer diesjährigen Afrikareise erworbene Kühlbox samt Kühlgelpacks haben wollte; gerne nahm die Dame die Teile an. Gegen zehn Uhr checkten wir bei der Reception aus und fuhren gemütlich Richtung OR Tambo Airport. Bis zu der von uns gewünschten Ankunft dort gegen 16 Uhr bot sich uns aber noch ausreichend Zeit, etwas zu erleben. Mein Vorschlag, doch wie so oft in der Vergangenheit ins Rietvlei Nature Reserve zu fahren und dort die Zeit wenigsten in der Natur totzuschlagen, wurde stehenden Fußes und mit Nachdruck abgelehnt. Zweiter Versuch: Wie wäre es mit einem Abstecher nach Pretoria City Center, ein bißchen Geschichte täte doch immer gut. Auch dieser Vorschlag wurde nonverbal mit einem Augenbrauenhochziehen und dabei das linke Auge etwas zusammenkneifend abschlägig beschieden. Ok – aller guten Dinge sind bekanntlich drei. Wie wäre es mit Waffelessen? Passte. Sehr gut, denn mittlerweile waren wir bereits an der Kreuzung der R 50 mit der R 51 angekommen und OR Tambo kam uns immer näher. Jetzt mußte ich nur noch auf die Schnelle ein entsprechendes Lokal finden, welches heiße Waffeln auf der Karte hatte. Nach einigem Googlemapsgoogeln blieb meine Aufmerksamkeit hängen: The Summit Creamery Coffee Shop and Artisanal Cheese. Die Bilder auf Google versprachen absolut kein hippes Hipster- oder Start-up-Girlyambiente, doch besser als nix dachte ich – Hauptsache Waffeln. Wenn einer das Auto lenkt und konzentriert hinter dem Steuer sitzt, da ergibt sich diesem, Gott sei Dank, keine Gelegenheit, mit sich mit dem Zeigefinger durch die Googlebilder zu scrollen. Wirklich Gott sei Dank – dies war mein Glück. Denn wäre es möglich gewesen, war ich mir zu 1000% sicher, daß auch mein dritter Vorschlag sang- und klanglos abgelehnt worden wäre. So nutzte ich den sich mir bietenden Vorteil aus und versuchte mit netten Worten und Überzeugung kreierenden Floskeln das, was Google mir als Bildmaterial bot, so gut es ging aufzuhübschen. Ein paar Minuten später trafen wir in einem Ort an, wo wir dann rechts abbiegen und die Straße bis zum Ende fahren sollten. So zumindest gemäß des schlauen Googlmapshirns. Gut, wir bogen also ab, folgten der Straße bis an ihr Ende und… Sahen nichts. Kein Schild, kein gar nix. Die Entscheidung, ob nach links oder rechts abzubiegen, hatten wir rein emotiv mit rechts beschieden und fuhren keine hundert Meter, als sich zu unserer Rechten ein Hinweisschild mit dem von uns gesuchten Ziel zeigte.
Teil 1823. Dez. 2022
Tag 16 - Teil 2

Wir fuhren also auf das Grundstück rauf, parkten uns bei anderen wenigen Autos gleich rechts ab und liefen zu dem größeren Gebäude, vor dem eine Familie auf Bänken saß und speiste. Um die Ecke sollte dann der Eingang zum Lokal sich auftun. Lokal ist ja ein wirklich dehnbarer Begriff. Uns kam es eher so vor, als wenn es sich um eine Ex-Landmaschinengarage handelte, in der zwei Theken platziert und an der Wand eine riesengroße Schiefertafel gehängt wurde, auf der sich die Speisekarte zum Ablesen befand. Gemütlich ist anders, dachten wir. Nun gut, jetzt waren wir hier und jetzt blieben wir auch hier. Zu unserem großen Glück und zu unserem großen Erstaunen, wie sich später herausstellen sollte. Wir gingen wieder aus der ehemaligen Landmaschinenhalle raus und suchten uns ein Plätzchen an einem Tisch in der Sonne. Eine junge Frau brachte uns die Menükarte und wir wählten. Deftige Waffeln mit Pilzen und Käse für mich. Pancake und süßen Firlefanz für das Zuckerschleckermaul. Zunächst wurden die beiden von uns georderten Cappuccini geliefert. Jetzt sagen wir von uns selbst, keine großen Ansprüche an derartig koffeinhaltige Heißgetränke zu stellen, wenn wir uns außerhalb Italiens aufhalten. Ok, aber das war nix. Wirklich nix oder überhaupt nix als Beschreibung zu geben, wäre aber zu viel des Bösen gewesen und so harrten wir der Dinge, sprich der Speisen, die wir bestellt hatten. Zu unserer großen Überraschung waren die beiden Teller der Hit, zumindest visuell, und ließen Gutes vermuten. Diese Vermutung verwirklichte sich in Realität. Sehr, sehr schmackhaft. Zu den Pancakes wurde selbstgemachter Joghurt mit selbstgemachter Marmelade serviert. Mein Süßmaul war begeistert und ich ebenfalls. Nach einer Weile kam, wir vermuteten, daß es sich um die gute Mutter der Stube handelte, eine Frau mittleren Alters zu uns und fragte, ob wir zufrieden wären. Somit war der Boden einer kleinen Konversation geebnet und wir kamen ins Gespräch. Nach einer Weile kam auch der Herr des Hauses zu uns und wir plauderten über das Familienbusiness. Dabei kam heraus, die Familie nicht nur die Ziegen, die Schafe und das Federvieh hielt, welche sich in großen umzäunten Areale auf dem Grundstück tummelten. Nein, die Familie unterhält auch noch eine Game Farm zwischen Nelspruit und der Grenze zu Mosambik, aus der anderes Vieh kommt, welches verwurstet wird. Der ganze Stolz des Herren war die Käseherstellung, die er uns auch umgehend zeigte. Neben der Thekenräumlichkeit befand sich eine Käseküche, in der wir die einzelnen Käse und deren Herstellung erklärt bekamen. Selbstredend ließ es sich die Familie nicht nehmen, uns die ganzen Käsessorten probieren zu lassen. Selbst der größte Stolz des Hauses, ein Caprino, wurde in seiner ganzen Größe vor uns platziert und angeschnitten. Meine Fresse !!!... War der lecker.

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Aber auch alle anderen Käsesorten waren deliziös. Wer aus der Käseküche Italiens kommt, sprich dem Piemont, dem kommen solche Ausschweifungen der Begeisterung normalerweise nur selten über die Lippen. Aber was wahr ist, muß auch als wahr bezeichnet werden und somit sparten wir nicht mit unserem Lob. Doch der Käse war ja noch nicht alles. Wir wurden aus der Käserei auf den davor befindlichen grünen Rasenplatz komplementiert, um dann einige Stufen unter die Erde zu laufen. Dort unten angekommen tat sich eine Art Weinkeller auf, in dem vielerlei Salamiwürste vor sich hin reiften und wo für die Zukunft angedacht ist, einen großen Tisch auszustellen, um die Gäste in wohligem Ambiente mit käsigen, wurstigen und gemüsigen Leckereien zu leckerem Wein zu verköstigen. Ein tolles Familienprojekt, wie wir fanden. Eigentlich noch toller, als wir erfuhren, daß die Familie dem Slow Food – Zirkel Südafrikas angehörig ist. Das war mal eine Ansage mit Pauken und Trompeten. Denn wir kennen sowohl das Konzept als auch viele, viele Etablissements, die sich der Slow Food – Philosophie verschrieben haben und bis auf wenige, wirklich wenige Ausnahmen haben wir stets lecker auf slowe Art zubereitete regional Zutaten als regionaltypische Gerichte verkostet. Dabei hatten wir in den letzten knapp 20 Jahren ja quasi einen Heimspielvorteil, denn Slow Food wurde in den Langhe, genauer gesagt in Bra, gegründet und das Monferrato, die Langhe und die Waldensertäler waren ja nur einen Katzensprung von unserem Zuhause entfernt. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir waren von The Summit Creamery vollauf begeistert und können dieses, zumindest gegenwärtig wenig attraktive Lokal nur wärmstens weiterempfehlen. Wir hoffen, daß die Familie, die wirklich ihre Herzen mit voller Wucht in die Herstellung von solchen Köstlichkeiten einbringt, zukünftig einen entsprechenden Erfolg verbuchen darf. Besonders toll fanden wir, daß es auch in/um Johannesburg Menschen gibt, die das gastronomische Erlebnis auf ihre Fahnen geschrieben haben. Die gute und sehr gute Küche fanden wir stets nur im Western Cape, wobei das Konzept der tollen, teils komplett durchdesignten Lokale am Kap nicht unbedingt mit der Philosophie von Slow Food einhergeht. Mit wohlgekitzelten Gaumen und Glücksgefühlen, deren größten Anteile wir bei der Familie ließen, um diesen mentalen Auftrieb für ihr Werk zu geben, verabschiedeten wir uns und machten uns auf die Socken zum OR Tambo Airport. Der vollgetankte Wagen war ruckzuck zurückgegeben und wir, ja lediglich mit Handgepäck ausgestattet, ebenso rasch durch die Sicherheitscheckschleuse und die Passkontrolle gekommen. Nun standen wir in der uns wohlbekannten Abflughalle mit Blick auf die Piste und warteten auf unseren Lufthansaflug.
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