Reisebericht

100 Tage quer durch das Südliche Afrika

von Luigi15 · begonnen 05. Jan. 2022 · 88 Teile

Teil 2126. Jan. 2022
Reisetag 18 (19. August 2021) – Kagga Kamma – Zederberge

Heute geht es für uns aus den Bergen in die Berge – von den Swartruggens-Bergen in die Zederberge… Ich weiß nicht, wie oft ich an dieser Bergkette bereits vorbeigefahren bin, immer wenn es vom Namaqualand in den Westküstennationalpark oder eben weiter nach Kapstadt ging. Nun ist es endlich so weit, auch dieser weiße Flecken auf meiner Südafrika-Landkarte wird verschwinden.

Um 8:00 Uhr sitzen wir, das Auto ist bereits gepackt und Christian hat auch schon die Scheiben von der leichten Eisschicht befreit, beim Frühstück. Ich esse in den letzten Tagen fast immer nur Müsli, das Omelette oder andere Speisen mit Eiern kann ich momentan nicht mehr sehen. Kurz vor 9:00 Uhr geht’s dann endgültig los und wir verlassen diesen schönen Flecken Erde. Südafrika ist tatsächlich gesegnet mit schönen Landschaften…

In einem Bogen werden die Swartruggens-Berge umfahren, ebenso wie das Groenfontein PGR. Der Weg windet sich durch eine karge Landschaft.
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Zwischen den Hügeln wurden an einigen Stellen Staudämme angelegt, rundum ist es herrlich grün.
In Richtung Katbakkies-Pass stehen vereinzelt kleinere Farmen inmitten einer schier endlosen Weite, die von verwitterten Kalkinseln durchsetzt ist.

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Langsam steigt die gut ausgebaute Schotterpiste zum Pass hin an, wir stellen erstaunt fest, dass neben der Straße zahllose Protea-Büsche stehen – leider sind die Blüten noch nicht voll geöffnet. Das muss wenige Wochen später ein grandioser Anblick sein… Die Zederberge sind Teil der Kap-Flora-Region und damit auch UNESCO Weltnaturerbe.

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Daneben finden sich aber auch zahlreiche andere Blütenpflanzen und zudem wieder viele Sukkulenten.

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Fasziniert sind wir auch von den grandiosen Felsformationen dieses Faltengebirges, die uns hier umgeben. Vom Pass hinunter kann man auch die wunderbar angelegte Straße, die wir eben entlanggefahren sind, sehr gut erkennen.

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Vor uns breiten sich die ersten Weinreben inmitten der Bergwelt der Zederberge aus.

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Diese Bergkette erstreckt sich über ein sehr überschaubares Gebiet etwa 300 km nördlich von Kapstadt. Die Erosion hat in diesem Sandsteingebirge grandiose Felsformationen entstehen lassen.
Immer wieder halten wir, um die vielen Blüten zu fotografieren – wir hoffen, dass dies bereits ein Fingerzeig für die Blütenpracht im Namaquqland sein wird…

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Kurz vor unserem heutigen Tagesziel, dem Sanddrif Resort, treffen wir erstmals auf die blühenden Buschigen Kapringelblumen. Bilder wie diese kennen wir bisher nur aus dem Namaqualand. Auch ein kleiner Friedhof ist völlig damit überwuchert. Wir sind begeistert von dieser Pracht.

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Um im Sanddrif Resort einchecken zu können, müssen wir zunächst in das wenige hundert Meter entfernte Dwarsrivier fahren, wo sich direkt neben dem bekannten Weinkellerei die Rezeption befindet. Wir bestellen hier auch gleich die Permits für die Wanderungen, die wir eingeplant haben. Um in dieser Region wandern zu dürfen, benötigt man eine Genehmigung, auf die auch die Codes für die Zahlenschlösser notiert werden, die die Zufahrten zu den Parkplätzen versperren. Auch der Schlüssel für unser Chalet wird uns hier ausgehändigt. Wir sind für die kommenden beiden Nächte im Haus „Jupiter“ untergebracht, einem geräumigen Gebäude mit vollständig eingerichteter Küche und schönem Aufenthaltsraum.

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Die Häuser, die nach den Planeten benannt sind, stehen verstreut in einem wunderbaren, parkähnlichen Garten, direkt am Matjiesrivier.

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Wir sind begeistert von so viel Schönheit… Aus den Bäumen zwitschern die Vögel, was für eine Idylle… Der Kapbülbül (Cape Bulbul) und die Gelbbauchprinie (Karoo Prinia) sitzen direkt vor unserem Haus.

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Obwohl es hier genug zu beobachten gibt, wollen wir heute noch hoch hinaus – eine Wanderung zum berühmten Malteserkreuz steht noch an. Dazu fahren wir am frühen Nachmittag zunächst vorbei an der Weinkellerei um kurz darauf in eine Piste abzuzweigen. An einem Gittertor benötigen wir den Zahlencode, der am Wanderpermit notiert ist, um bis zu den Parkplätzen weiterfahren zu können.
Der Parkplatz liegt ziemlich genau in einer Meereshöhe von 1000 müNN, um zum Ziel zu gelangen, müssen wir etwa 400 Höhenmeter bewältigen. Christian führt natürlich seinen GPS Tracker mit – sicher ist sicher…
Der Pfad führt vom Parkplatz zunächst durch ein sandiges Flussbett, Proteabüsche sind auch hier überall zu sehen.

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Nach der Überquerung des Baches beginnt der Weg allmählich anzusteigen, deutlich sichtbar windet er sich zwischen Felsblöcken hindurch.

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Bald hat man soviel Höhe gewonnen, dass man bereits einen schönen Überblick über die Landschaft genießt, im Hintergrund ist die Dwarsrivier-Farm mit den umliegenden Weinbergen auszumachen.

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Es folgt nun ein etwas steileres Stück, das uns ordentlich zum Keuchen bringt, wir sind aber auch sehr rasch unterwegs; die Gesamtdauer der Wanderung ist mit rund fünf Stunden ausgeschildert – diese Zeit haben wir nicht benötigt…

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Nachdem dieses Steilstück, das aber nie ausgesetzt ist, überwunden ist, genießt man wiederum einen grandiosen Ausblick in die Bergwelt.

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Schließlich ist eine große Hochebene erreicht, aus der sich die Felsformation des Malteser-Kreuzes bald deutlich abhebt.

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Nun muss man nur noch die letzten Meter geradeaus und das Ziel ist erreicht… Man sollte hier deutlich auf den Boden achten, denn die Euphorie hat bei mir dazu geführt, dass ich zwei Mal beinahe auf eine Schlange getreten wäre – vermutlich keine giftige, aber jedenfalls völlig unnötig. Auch wenn die Temperaturen niedrig sind, hier gibt es diese Tierchen…
Christian ist ein kurzes Stück hinter mir, aber er ist sicher noch mehr mit Fotografieren beschäftigt!

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Das Malteser-Kreuz ist eine der markantesten Felsformationen dieses Gebirges. Wir umrunden das interessante Gebilde, auf der Suche nach dem besten Blickwinkel…

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Obwohl die Sonne scheint, ist es hier oben doch einigermaßen windig, sodass wir nicht allzu lange ausharren.

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Wir suchen eine Stelle, wo wir vom Wind geschützt eine kurze Pause einlegen können, ehe der Rückweg angetreten wird. Sogar Frischwasser gibt es direkt aus dem Berg.

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Nach einer kurzen Rast sind wir bereit zum Rückweg. Nun ist das Licht zur Landschaftsfotografie natürlich wesentlich besser, außerdem haben wir die Sonne nun im Rücken.

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Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg, der auch zum Aufstieg benützt wird, dennoch haben wir an einer Stelle eine Markierung übersehen – wir steigen ein kurzes Stück zurück und bald sind wir wieder richtig…
Um 17:30 Uhr sind wir wieder zurück in unserem Chalet – am Weg hatten wir noch einen kurzen Stopp an der Rezeption von Dwarsrivier eingelegt, denn nur dort gibt es freies WLAN…, außerdem sehen wir auch dort riesige Blumenfelder.

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Müde, aber sichtlich begeistert kehren wir ins „Haus Jupiter“ zurück, wo wir heute selbst für das Abendessen zuständig sind, denn hier im Resort gibt es kein Restaurant. Wir grillen Boerewors, dazu kochen wir Kartoffeln. Zufrieden stoßen wir mit einem guten Glas Wein an, diesen haben wir zuvor von der Cederberg-Kellerei gekauft.

Gefahrene Tageskilometer: 118
Teil 2227. Jan. 2022
Reisetag 19 (20. August 2021) – Zederberge

Ich wache mit einigermaßen heftigen Schmerzen auf – mein linkes Knie ist stark angeschwollen und lässt sich kaum abbiegen; das sind natürlich keine allzu guten Vorzeichen für die für heute geplante Wanderung. Wir haben das Permit für den Wolfberg Arch gelöst, eine weitere Sehenswürdigkeit hier in den Zederbergen. Dazu muss man aber durch die sogenannten „Cracks“ aufsteigen, eine sehr steile Passage, die fitte Knie verlangt, denn es sind dabei immer wieder auch Felsbarrieren zu überwinden. Mein linkes Knie ist leider eine gewisse Schwachstelle, seit dort vor Jahren das Kreuzband seinen Dienst quittiert hat. Bei Überanstrengung schwillt es gelegentlich rasch an – so leider auch heute.

Ich will Christian natürlich nicht im Wege stehen und so beschließen wir, dass er zu einer Wanderung aufbricht, während ich – soweit das möglich ist – rund um das Resort kleinere Spaziergänge unternehme und einen „Waschtag“ einlege, denn ich konnte natürlich nicht für mehr als drei Monate T-Shirts, Unterwäsche oder Socken mitbringen. Am späteren Nachmittag wollen wir dann wieder gemeinsam zu den Stadsaal Caves aufbrechen, denn bis dahin sollte ich zumindest wieder einigermaßen einsatzfähig sein.
Mich trifft es doch einigermaßen hart, zunächst mehr oder weniger zum Nichtstun verurteilt zu sein, auf der anderen Seite will ich aber eines definitiv nicht, nämlich für längere Zeit Probleme zu haben…

Ich koche mir Tee und frühstücke eine Kleinigkeit (wir haben ohnedies nur Käse und Brot mitgebracht), beim Blick aus dem Fenster wird mir richtig wehmütig, denn die Sonne strahlt aus einem wolkenlosen Himmel. Das Resort ist einigermaßen gut gebucht, immer wieder ziehen Wanderer an unserem Haus vorbei – das macht die Sache nicht unbedingt angenehmer!
Gegen 10:00 Uhr hat die Sonne die Temperaturen soweit ansteigen lassen, dass ich einen Stuhl auf den Rasen schleppe, um in der Sonne weiter in meinem Buch zu lesen. Dabei werde ich aber immer wieder abgelenkt. Zunächst fällt mein Blick auf die wunderbaren Felsformationen, die auch von hier aus auszumachen sind. Bald tausche ich den E-Reeder gegen meine Kamera ein…

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Ich beobachte auch einige Maskenweber (Southern Masked Weaver), die relativ zutraulich sind.

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Als ich aufstehe um mir etwas zum Trinken zu holen, sehe ich bei meiner Rückkehr, dass mein Sessel bereits besetzt ist.

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Das ist aber noch nicht genug, denn ein Kapbülbül (Cape Bulbul), der zuvor noch auf einem Ast gesessen ist, hat es sich auf der Sessellehne bequem gemacht…

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Als ich hinter dem Haus einen wunderbar blühenden violetten Busch ablichte, flüchtet eine Rehantilope (danke Maddy!) aus ihrem Versteck.

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Hier in unmittelbarer Nähe zu den Häusern blühen nicht nur die herrlichen Buschigen Kapringelblumen sowie andere Blumen, es gibt sogar noch einige der heute sehr seltenen Zedern zu bestaunen, die diesem Gebirge den Namen gegeben haben.

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Sehr schwer zu sehen sind die Agamen, die sich von den flechtenüberzogenen Steinen kaum abheben.

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Weiters entdecke ich einige Proteabüsche sowie ein Kapfrankolin (Cape Spurfowl).

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Gegen Mittag zeigt die aufgetragene Salbe langsam Wirkung – oder zumindest bilde ich mir ein, dass die Schwellung im Knie nicht mehr ganz so arg spannt…
Am frühen Nachmittag kommt auch Christian wieder von seiner Wanderung zurück und zusammen trinken wir Cafe, ehe wir wieder kurz nach Dwarsrivier fahren, um Internetverbindung zu haben. Von dort geht es schließlich direkt zu den Stadsaal Caves, einem weiteren unglaublich schönen Bereich der Zederberge.
Die Stadsaal Cave-Region ist bekannt für die sehr gut erhaltenen Felszeichnungen, die bis zu 20.000 Jahre alt sein sollen (markiert als: Elephant Painting Rock Art)

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Ansonsten besticht auch diese Region wieder mit herrlichen Felsformationen. Das versteckte Labyrinth aus Grotten wurde seit dem 19. Jhdt als Treffpunkt verschiedener politischer Gruppierungen genutzt und erhielt so auch seinen heutigen Namen. Bereits die Anfahrt zeugt von der Schönheit der Landschaft.

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Ein Spaziergang zwischen den erodierten Felsen ist keine besondere Herausforderung, gelegentlich heißt es aber „Kopf einziehen“, denn manche der Durchgänge sind durchaus niedrig… Auch ich humple wieder mit. Vom Parkplatz weg kann man in zwei Richtungen laufen, wir haben das Areal im Uhrzeigersinn durchstreift.

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Stellenweise türmen sich Säulen auf,

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stellenweise sind große Grotten ausgeschwemmt

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Und manchmal fehlt der Durchblick, wo es tatsächlich weiter geht…

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An einigen Stellen gelangt man zu einer Art „Balkon“ einer Felsenkanzel, die einen traumhaften Ausblick auf die umliegende Landschaft bietet.

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Dieser Platz markiert für mich eine der schönsten Stellen, in dieser grandiosen Umgebung! Im Hintergrund sieht man dieser die imposante Schichtstufenlandschaft, die wir aus Kagga Kamma kommend passiert hatten.

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Pflanzen finden offenbar fast überall Halt!

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Hier könnte ich ewig sitzen und die Stille genießen – wir sind hier nur zwei Damen begegnet, die es sich auf einem Felsen in der Sonne gemütlich gemacht hatten. Hier ist wirklich das Zentrum vom Nichts…

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Da der Pfad hier als Rundweg angelegt ist, gibt es immer etwas Neues zu entdecken.

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Überwältigt von der Schönheit dieser Landschaft fahren wir die kurze Strecke wieder zurück zum „Haus Jupiter“, um dort erneut den Griller anzuwerfen. Zwei schöne Stücke vom Rind warten schon auf uns, dazu kochen wir wieder Kartoffeln (das Essen ist vielleicht etwas eintönig, aber wir wollten nicht zu viel einkaufen für die beiden Tage). Dazu kredenzt der „Küchenchef“ einen Cederberg Shiraz 2018.
Morgen geht es wieder zurück an die Küste, darauf freuen wir uns natürlich, andererseits würden wir es auch hier noch länger aushalten…

Gefahrene Tageskilometer: 55
Teil 2327. Jan. 2022
Reisetag 20 (21. August 2021) – Zederberge – Lamberts Bay

Als wir Morgen aus dem Fenster blicken, ist die Wiese wiederum von einer leichten Reifschicht bedeckt, das bedeutet auch, dass wir (in diesem Fall Christian) wieder Eis abkratzen werden… Falls sich manche fragen, warum mein Reisefreund immer zum Handkuss kommt: Er will das so, ich war für die Buchung der Unterkünfte und Autos verantwortlich, er kümmert sich um das Auto.
Das Resort liegt auf einer Meereshöhe von knapp über 1000 müNN, da kann es bei wolkenlosem Himmel gelegentlich schon ordentlich abkühlen während der Nachtstunden.
Zum Frühstück gibt es das obligate Käsebrot, dazu trinken wir Tee. Heute wollen wir schon wieder sehr zeitig starten, denn wir müssen unbedingt (müssen ist vielleicht das falsche Wort – wir wollen unbedingt) möglichst früh in Lamberts Bay sein, denn die Vormittagsstunden sind zum Fotografieren der Tölpelkolonie am besten. Also sind wir bereits um 7:15 Uhr startklar, den Schlüssel für das Haus lassen wir wie vereinbart im Zimmer liegen.
Für die knapp 60 km lange Strecke zwischen Sanddrif und der N7 benötigen wir rund eine Stunde, es ist diese eine sehr kurvige Strecke und zudem gibt es das eine oder andere größere Loch in der Pad. Von der N7 ist es dann nicht weit zur Abzweigung auf die R364, die uns direkt nach Lamberts Bay führt.

Lamberts Bay, eine Kleinstadt, ist ein bedeutender Fischereihafen, zudem werden hier auch viele der in Südafrika verkauften Pommes Frittes hergestellt, das Hinterland ist überzogen von Kartoffelfeldern. Wir parken unser Auto direkt im Hafen vor dem Restaurant Isabella, das wir heute noch mehrfach heimsuchen werden…
Lamberts Bay ist vor allem auch bekannt für sein Bird Island Nature Reserve, das, wie der Name sagt, eigentlich auf einer Insel liegt. Nur die Insel gibt es nicht mehr, seit eine Mole eine feste Verbindung zum Festland bildet. Hier auf diesem relativ kleinen Flecken Erde gibt es eine riesige Brutkolonie von Kaptölpeln (Cape Gannet), die wir heute aufsuchen wollen. Mehr als 20.000 Exemplare dieser wunderschönen weißen Vögel mit ihren charakteristischen gelblichen Köpfen und dem langen Schnabel sollen hier brüten – ein Zählversuch gestaltet sich eher schwierig…
ACHTUNG: In diesem Kapitel folgen viele Vogelbilder - wer das nicht will, einfach im nächsten Teil weiterlesen...

Bereits auf dem Weg zum Brutplatz sehen wir die ersten Vögel über uns kreisen und eine Dominikanermöwe (Kelp Gull) kündigt unser Kommen lautstrak an. Auch eine Gruppe Hartlaubmöwen (Hartlaub’s Gull) stimmt in das Geschnatter mit ein.

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Das gesamte Ausmaß dieser Kolonie ist sehr schwer abzuschätzen, da es kaum einen Blickwinkel gibt, auch nicht von einem kleinen Aussichtsturm hinunter, der alle Bereiche ausleuchtet.

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Dicht an dicht sitzen tausende dieser Vögel zusammen, zwischen den Erwachsenen kann man auch gut die Jungtiere an ihrem flaumigen Federkleid ausfindig machen.

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Die Hälse der am Boden befindlichen Tiere sind stets nach oben gerichtet, denn aus dieser Richtung kommt das Futter angerauscht.

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Auch das Kommunikationsverhalten zwischen den Vögeln untereinander können wir gut beobachten. Gelegentlich muss auch einer der Kameraden gemaßregelt werden…

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Wir beobachten die Tiere beim Reinigen des Federkleides – manchmal scheint das auch nötig zu sein.

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Am faszinierendsten finden wir aber, den grazilen Tieren bei ihren Flugkünsten zusehen zu dürfen. Mit weit ausgestreckten Flügeln kommen sie vom Meer landwärts, um schließlich mit aufgestellten Flügeln ihre Geschwindigkeit abzubremsen. Dann wird der Blick für die Landung nach unten gerichtet, denn wie soll man sonst erkennen, wo genau der richtige Platz ist in diesem Getümmel? Auf der anderen Seite gibt es aber natürlich genau so viele Tiere, die dabei sind, wieder auf das Meer hinauszustarten, um Nahrung aufnehmen zu können. Ein ewiger Kreislauf, der hier lautstark kommentiert wird.
Hier einige der Bilder, die am Vormittag in dieser einzigartigen Brutkolonie der Kaptölpel entstanden sind (ich weiß, es sind zu viele, aber ich kann mich nicht entscheiden, ich habe ohnedies schon ausgewählt):

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Wir sind so begeistert von dem Treiben, können fast nicht loslassen. Nach mehr als zwei Stunden gehen wir zurück zum Auto. Nun gibt es einen Cafe-Stopp im Isabella-Restaurant, das direkt am Hafenbecken liegt. Zum Kaffee genehmigen wir uns einen Cheese-Cake.
Dieser Stopp kommt gerade zur rechten Zeit, eine Pause tut nun wirklich gut. Anschließend schlendern wir noch kurz am Hafenbecken entlang, wo wir neben den Fischerbooten auch die Boote der Krabben- und Langustenfischer bestaunen.

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In der Stadt tanken wir nun noch das Auto voll um anschließend einen kurzen Ausflug Richtung Süden zu unternehmen, wo wir zu einem kleinen Strandspaziergang aufbrechen. Hier treffen wir wieder auf einen Blütenteppich, der uns begeistert.

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Eine Dominikanermöwe sitzt auf ihrem Nest, das Schwarzkehlchen (African Stonechat), das zunächst auf einem Zaunpfahl sitzt, fliegt rasch zu einem Strauch weiter.

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Auch am Weg Richtung Strand ist es sehr bunt, das Schwarzkehlchen scheint uns irgendwie zu verfolgen…

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Am Strand dominieren die Dominikanermöwen, die sofort auffliegen, sobald wir uns zu weit nähern. Wir schauen aber mehr auf die Muscheln, die an den Strand gespült wurden.

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Christian hat eine Halbinsel okkupiert und schaut auf den Kelp, der überall im Wasser zu sehen ist. Einige der riesigen Pflanzen sind auch angeschwemmt.

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Auch ein Weißstirn-Regenpfeifer (White-fronted Plover) zieht seine Runden.

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Nun fahren wir wieder zurück in die Stadt, um unser Zimmer im Lamberts Bay Hotel zu beziehen. Das Hotel liegt sehr zentral, ist etwas in die Jahre gekommen, bietet aber dennoch saubere Zimmer zu einem guten Preis.
Wir parken das Auto im bewachten Hof und machen uns ein wenig frisch, bevor wir zu einem kurzen Spaziergang durch den Ort aufbrechen. Auch dabei gelangen wir bald wieder ans Meer, das offenbar eine gewisse Anziehungskraft auf uns ausübt. Hier am Strand tummeln sich einige Einheimische, die Kinder sind sogar im Wasser anzutreffen.

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Wir sind begeistert vom Ausblick, der sich auf die umliegenden Dünenfelder bietet, auch der Blick zurück auf den Ort ist durchaus ansprechend.

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Am späteren Nachmittag laufen wir wieder zurück Richtung Hafenbecken, denn nun strahlt die Sonne vom Westen landeinwärts und die Lichtverhältnisse sind natürlich ganz anders als am Vormittag. Die Boote strahlen in der Nachmittagssonne.

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Wir spazieren die Hafenmole entlang und bestaunen den Blumenteppich, der sich an vielen Stellen ausbreitet.

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Dabei sehen wir auch Eilseeschwalben auf Felsen sitzen (Swift Tern), einen Gemeinen Star (Common Starling), weitere Dominikanermöwen und Kronenscharben (Crowned Cormorant).

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Vor allem der Größenunterschied zwischen Kronenscharben und den Kap-Kormoranen (Cape Cormorant) ist interessant zu sehen.

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Am Pier sitzt auch noch eine Guineataube (Speckled Pigeon).

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Zum Abschluss unseres Aufenthaltes hier in Lamberts Bay wenden wir uns aber nochmals den Kaptölpeln zu, die nun im Licht der langsam untergehenden Sonne ein ganz besonders schönes Bild abgeben. Sie scheinen es jetzt besonders eilig zu haben, irgendwie wirkt die Szenerie sehr hektisch.

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Es werden nochmals die letzten Fische des Tages abgeliefert, wir können uns kaum vorstellen, dass bald Ruhe einkehren wird…

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Zum Abendessen gehen wir wieder in das Restaurant Isabella, wo wir diesen grandiosen Tag ausklingen lassen. Jetzt freuen wir uns auf die Wildblumen im Namaqualand, die, so hören wir zwischendurch immer wieder, heuer besonders schön blühen sollen… Morgen werden wir das wissen!

Gefahrene Tageskilometer: 150
Teil 2428. Jan. 2022
Reisetag 21 (22. August 2021) – Lamberts Bay – Kamieskroon

Jetzt sind wir bereits drei Wochen gemeinsam in Südafrika unterwegs – die Zeit ist sehr rasch verstrichen, wenn wir uns die Bilder ansehen, die wir bereits „eingesammelt“ haben, dann können wir tatsächlich sehr zufrieden sein mit unserer Ausbeute. Der Besuch des Namaqualand-Nationalparks soll nun ein weiterer Höhepunkt auf unserer Rundreise sein, darauf haben wir uns beide besonders gefreut.

Um 7:00 Uhr schreiten wir zum Frühstück, schon kurz vor 8:00 Uhr rollen wir aus dem Hof des Lamberts Bay Hotels. Uns hat es hier gut gefallen, das Zimmer war einfach, aber sehr sauber, das Frühstück gut und reichlich, wir sind sehr zufrieden. Wir folgen aus der Stadt hinaus zuerst der R364 Richtung Clanwilliam um bald auf die Schotterpad Richtung Vredendal abzuzweigen. Über die R363 geht es weiter nach Klawer, wo wir dann auf die N7 treffen, der wir bis Kamieskroon folgen. Die Fahrstrecke ist heute wieder eher kurz und wir kommen zügig voran.

Nördlich von Kamieskroon zweigen wir schließlich auf die Pad Richtung Verbe Farm ab. Diese Fahrstrecke von rund 300 km bringen wir gut hinter uns, es gibt auch keine längeren Stopps entlang der Route. Um etwa 11:30 Uhr haben wir unser heutiges Tagesziel erreicht und sind froh, dass wir das Zimmer sofort beziehen können – was heißt hier Zimmer, wir werden ein ganzes Haus bewohnen, das Stonehouse…
Dieses Häuschen macht seinem Namen alle Ehre:

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In diesem kleinen Häuschen werden wir die nächsten beiden Tage ohne elektrisches Licht, bei Kerzenschein oder mit Petroleum-Lampe verbringen – Romantik pur, wohl aber mit dem falschen Urlaubspartner…
Die Umgebung kann sich sehen lassen, Köcherbäume und bunte Blumen überall, einfach nur schön.

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Wozu also noch in den Nationalpark fahren, wir haben die Wildblumenblüte direkt vor der Tür.
Aber natürlich fahren wir heute Nachmittag sofort in den Namaqualand Nationlpark weiter, auch deshalb, weil eine Regenfront für die kommenden Tage angekündigt ist – da wollen wir natürlich vorsorgen. Über Kamieskroon erreichen wir den Nationalpark nach rund 40 Kilometern. Wir stoppen am Visitor Center und von dort geht es weiter auf den rund 3,5 km langen Korhaan Walking Trail.
Bereits vor Erreichen des Visitor Centers stoppen wir unser Auto, denn wir trauen unseren Augen nicht…

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Ein Blütenmeer soweit das Auge reicht. Die Halbwüste des Namaqualandes verwandelt in ein Meer aus orangen Buschigen Kapringelblumen. Dimorphotheca sinuata wird diese Pflanze genannt, die nach den Winterregen im Frühling diese Landschaft völlig verwandelt. Wir fahren weiter und parken unseren Wagen, hier hält es uns nicht im Auto, wir müssen raus…
Mehrere Trails führen durch die Landschaft, es sind aber nur wenige Personen unterwegs, obwohl Hochsaison sein sollte. Orange dominiert, gibt es auch andere Farben.

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Aber auch Vögel können wir hier entdecken, darunter die Samtwida (Yellow Bishop).

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Hügelauf und hügelab ziehen sich die orangen Flächen hin, tatsächlich soweit das Auge reicht, grenzenlos.

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Der Trail ist schön angelegt und gut markiert, wir benötigen etwa 2,5h für den Rundweg, aber wir stoppen auch oft und fotografieren.

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Zurück am Auto beschließen wir, weiter in den Westen des Nationalparks zu fahren, um auch diese Ecke kennenzulernen. Wir wollen das wunderbare Wetter nutzen. Es dominieren die Granitkuppen mit ihren typischen runden Verwitterungsformen. Dazwischen sind malerisch die Köcherbäume eingestreut.

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Aber auch hier, wo es wesentlich trockener ist, gibt es Blütenpflanzen, es dominieren aber die Sukkulenten.

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Vorbei an kleinen Farmen geht es weiter Richtung Küste. Weite und Einsamkeit sind greifbar…

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Ziel dieses Ausflugs ist der an der Atlantikküste liegende Ort Hondeklip Bay, wo das Schiffswrack „Aristea“, ein Minensuchboot im 2. Weltkrieg, gestrandet ist. Die Brandung tost und wir genießen den Spätnachmittag am Meer.

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Auch den Abend verbringen wir noch in Hondeklip Bay, wir fahren in den Ort, der nur aus wenigen Häusern besteht, darunter sind aber zumindest zwei Restaurants am Hafen. Wir setzen uns in das „Dop & Kreef“, wo wir einen vorzüglichen Fisch essen, dazu gibt es ein Glas Weißwein. Das Essen ist ein Gedicht, die Stimmung am Meer unüberbietbar – einer der schönsten Abende auf dieser Reise. Leider verabsäume ich es, das mit einem Foto zu dokumentieren – aber die Erinnerung ist tief in meinem Kopf gespeichert! Nach dem Essen treten wir die Rückfahrt an – Christian übernimmt, ich öffne die unzähligen Gittertore der Farmen, die wir am Rückweg nach Kamieskroon passieren. Inzwischen ist es dunkel, es geht langsam vorwärts, aber wir machen unseren Weg zurück zur Verbe Farm, wo wir todmüde in die Betten unseres Steinhäuschens fallen…

Gefahrene Tageskilometer: 541
Teil 2529. Jan. 2022
Reisetag 22 (23. August 2021) – Kamieskroon – Springbok / Goegap NR

Planänderung – das ist der Plan! Ursprünglich wollten wir heute die Gegend um Kamieskroon nach weiteren Wildblumen absuchen, aber eine Schlechtwetterfront für den kommenden Tag „zwingt“ uns zu einer Planänderung. Da wir unbedingt das Goegap NR bei Springbok bei möglichst gutem Wetter besichtigen wollen, ziehen wir diesen Ausflug um einen Tag vor. Kamieskroon ist nicht weit von Sprinbok entfernt, insofern ist das auch kilometertechnisch keine große Sache…
Am Morgen spazieren wir zunächst noch am Farmgelände herum, gestern hat es uns hier sehr gut gefallen und wir wollen mehr entdecken.

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Ziel unseres kurzen Ausflugs sind die zahlreichen Köcherbäume, die auf jeder Kuppe der Farm stehen. Diese Baumaloen sind vor allem am Morgen oder dann auch wieder am Abend am besten zu fotografieren, dann leuchtet der Stamm in einem besonderen Licht.

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Aber auch die anderen blühenden Büsche zwischen den Granitkuppen verdienen unsere Aufmerksamkeit.

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Zurück im Quartier entdecken wir ein Kapsperlingspärchen (Cape Sparrow), das direkt vor unserem Eingangstor sein Nest in einer Aloe angelegt hat. Wir warten ein wenig und die beiden setzen ihren Nestbau fort…

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Gegen 10:00 Uhr legen wir los und fahren zunächst nach Springbok, wo wir den Tank auffüllen und im Whimpy das WLAN nutzen. Außerdem gibt es ein kleines Frühstück, in der Farm sind wir ja wieder einmal Selbstversorger und das heißt wieder nichts Gutes…
Kurz vor Mittag verlassen wir Springbok, das auch von einem Blütenteppich umgeben ist.

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Wenige Kilometer weiter ist in der Nähe des Flugplatzes das Goegap Nature Reserve erreicht. Auf rund 16 ha Fläche finden sich hier zahllose Sukkulenten und – genügend Regen im Winter vorausgesetzt – Wildblumen. Durch mehrere Trails, die mit dem Auto erkundet werden, ist das große Areal gut erschlossen.
Bereits am Weg zum Visitor Center können wir sehen, dass der Regen offenbar ausreichend war, die Blütenpracht ist überwältigend. Es scheinen aber im Gegensatz zum Namaqualand NP gelbe Blüten zu dominieren…

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Nach unserer Ankunft verweilen wir aber zunächst beim Visitor Center, wo ein wunderbarer Sukkulenten Garten angelegt ist.

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Mit dem Auto geht es nun weiter auf die sogenannte „Rooiberg-Runde“, ein Trail, der als besonders schön beschrieben wird, fahrtechnisch aber nicht ganz ohne ist, denn es müssen mehrere sehr steile und vor allem steinige Passagen überwunden werden. Vom Visitor Center weg geht es zunächst in ein breites Tal hinein. Die Köcherbäume sind auf nahezu allen Erhebungen auszumachen. Wir bleiben immer wieder stehen und machen kurze Spaziergänge durch die bezaubernde Landschaft.

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Es ist kaum zu glauben, wie viele verschiedene Pflanzen blühen – der Artenreichtum ist definitiv größer als im Nationalpark.

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Langsam steigt die Pad an, die Felsen treten näher an die Straße heran. Es ist schwierig einen Parkplatz für das Auto zu finden, denn sobald man am Straßenrand parkt, überfährt man automatisch Blüten…

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Wir versuchen möglichst wenig Spuren zu hinterlassen, halten den Wagen auch fast durchwegs auf der Sandstraße, es sind Gott sei Dank sehr wenige Fahrzeuge unterwegs, sodass wir niemanden blockieren.

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Die Straße steigt nun merklich an, das Gebirge rundum wird schroffer und die Blütenteppiche dünnen aus. Dafür sehen wir eine Vielzahl völlig neuer Arten…

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Von hier oben genießen wir einen wunderbaren Rundblick hinunter in das Tal, durch das wird kurz vorher gefahren sind.

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Nach einer Fahrzeit von etwa drei Stunden kommen wir wieder zurück zum Visitor Center, wo wir noch kurz durch den Köcherbaumgarten laufen, ehe wir die Rückfahrt in das nahe Springbok antreten.

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In Springbok treffen wir um etwa 16:30 Uhr ein und beschließen, gleich hier das Abendessen einzunehmen, denn in unserem Quartier ist kein Restaurant vorhanden und wir wollen nicht selbst zum Kochlöffel oder zur Grillzange greifen. Eine Rangerin im Nature Reserve hatte uns die „Toren Steak Ranch“ im Zentrum empfohlen, die wir nun aufsuchen.
Wir essen beide ein großartiges Steak – der Laden ist nicht klein und sehr gut besucht! Zum Essen trinken wir ein Bier, anschließend geht es wieder zurück nach Kamieskroon in unser schickes Steinhäuschen. Dort werfen wir die Öllampen an und lassen die Tage in dieser Traumlandschaft des Namaqualandes revue passieren…

Gefahrene Tageskilometer: 186
Teil 2629. Jan. 2022
Reisetage 23 und 24 (24. und 25. August 2021) – Kamieskroon – Springbok – Augrabies Falls NP

Schon während der Nachtstunden haben wir den Regen auf dem Blechdach unseres Häuschens wahrgenommen und als wir am Morgen durch die kleinen Fenster schauen, sehen wir – fast nichts, denn der Nebel umhüllt die Landschaft. Wir sind froh bereits gestern unser Besichtigungsprogramm abgeschlossen zu haben, von daher kann uns das schlechtere Wetter also ziemlich egal sein. Wir kochen uns Tee und Christian sichtet die aufgezeichneten Tracks, ehe wir unsere Sachen packen um die wunderbare Farm kurz nach 8:00 Uhr zu verlassen.

Fazit Verbe Farm: Der erste Eindruck war durchaus ein kleiner Schock – wer ist es schon gewohnt, in einem Steinhäuschen ohne Elektrizität und weitere Annehmlichkeiten zu wohnen. Wir haben uns aber extrem wohlgefühlt und die Besitzer, Pieter und Verenica waren äußerst zuvorkommend. Ein Gasherd kann genutzt werden, ein gasbetriebener Durchlauferhitzer für Warmwasser ist vorhanden. Christian zweifelt jedoch, dass die beiden Geräte unserem Tüv standhalten würden… Wir würden hier wieder wohnen wollen, wenn wir in der Gegend Halt machen; ein kleines Problem: Das nächste Restaurant befindet sich in Kamieskroon. Am Farmgelände sind aber auch „ganz gewöhnliche“ Häuser vorhanden, die auch angemietet werden können.

Wir fahren wieder zurück zur N7 und auf dieser weiter nach Springbok, wo wir wieder im Whimpy einen Cafe-Stopp einlegen. Auch das WLAN können wir wieder nutzen.
Im Anschluss daran fahren wir auf der N14 noch wenige Kilometer weiter, wo sich etwas abseits der Hauptstraße die Unterkunft für die kommende Nacht befindet, das Apollis Cottage.
Da wir das Quartier schon zu Mittag erreichen, sind wir froh, das Zimmer gleich beziehen zu können. Inzwischen hat sich auch der Nebel wieder gelichtet und die Sonne hat die Oberhand gewonnen – die angekündigte Schlechtwetterfront hat wohl einen Bogen um uns geschlagen…
Wir wandern am Nachmittag in der näheren Umgebung des Cottage herum und werden dabei vom Haushund begleitet.

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Die Umgebung ist eigentlich sehr schön, eine typische Halbwüstenlandschaft mit Granitkuppen durchsetzt, aber in der Mitte von „absolutem Nichts“. Wir verbringen den restlichen Tag mit Lesen und dem Sortieren beziehungsweise Löschen von Bildern, wir schaffen wieder etwas Ordnung.
Wir haben vereinbart, das Abendessen im Apollis Cottage einnehmen zu wollen – und da nimmt „das kulinarische Unheil“ seinen Lauf: Die Managerin fährt zum Einkaufen und kommt nicht wieder – die beiden Hausangestellten übernehmen die Küche, müssen mit dem Servieren aber auf die Rückkehr der Managerin warten – diese kommt aber nicht – sie beschließen nach Ewigkeiten das Essen doch zu servieren – dieses kommt beinahe kalt auf den Tisch – wir machen gute Miene zum bösen Spiel und essen ein wenig – die Lammrippen sind aber ohnedies nahezu fleischlos und würden auch für einen Vegetarier passen, die Nudeln sind breiähnlich und in ihrer Konsistenz nur noch schwer zu erkennen…
Letztendlich beschließen wir nach Springbok zurückzufahren, um dort im Steakhaus den Hunger zu stillen – dieses ist aber ausgebucht… Wir fahren wieder zurück und setzen uns in den Aufenthaltsraum zu den anderen drei Gästen. Zusammen trinken wir das eine oder andere Glas Wein und bald ist der Kummer vergessen… Die beiden angestellten Damen haben zwischendurch die Besitzerin des Hauses, die in den Niederlanden wohnt, über die Situation informiert und wir werden den Abend über mehrfach aus Europa kontaktiert. Die Dame entschuldigt sich bei uns und wir erhalten Wein zur Kompensation… wir lehnen jedoch dankend ab.

Gefahrene Tageskilometer: 153

Nachdem es vom gestrigen Tag nur zwei Bilder gibt, muss ich das heute wieder etwas gutmachen. Wir erhalten unser Frühstück, drei weitere Anrufe aus Europa und eine mehr oder weniger freundliche Entschuldigung der Verwalterin zum Abschied… Das ist die einzige Unterkunft während der mehr als drei Monate, die ich vermutlich nicht mehr wieder aufsuchen werde – aber vielleicht war es ja nur eine Verkettung unglücklicher Umstände, ich will niemandem Böses unterstellen… Außerdem nehmen wir die Angelegenheit auch vor Ort schon sehr sportlich…

Kurz vor 8:00 Uhr brechen wir auf und fahren über die N14 weiter über Pofadder und Kakamas in den Augrabies Nationalpark, den wir kurz vor 11:00 Uhr erreichen. Wir genehmigen uns zunächst einen Kaffee ehe wir unsere Zimmer beziehen, die bereits bereitstehen – auch dieses Camp ist weit davon entfernt ausgebucht zu sein.
Am Nachmittag starten wir zu einer Rundfahrt durch den Augrabies NP, der sich südlich des Oranje Flusses entlang der Grenze zu Namibia erstreckt. Wichtigstes Highlight des NPs ist sicherlich der knapp 60 m hohe Fall von Südafrikas mächtigstem Fluss. Der Wasserfall ist im September wesentlich unspektakulärer, weil der Oranje weniger Wasser führt – dennoch lohnend und einen Besuch wert.
Zuerst laufen wir entlang des Wasserfalles von einer Aussichtsplattform zur nächsten, um einen möglichst guten Blick in die tiefe Schlucht zu erhaschen. Auf einigen Felsen sitzen fette Klippschliefer und eine Kapstelze (Cape Wagtail) thront malerisch auf Schilfhalmen.

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Auch wenn nicht allzu viel Wasser über die Kante fließt, ist das Getöse des Wasserfalles weithin wahrzunehmen. Die Gischt spritzt hoch auf.

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Inzwischen ist die Sonne zumeist wieder hinter mächtigen Wolkentürmen verschwunden und ein Gewitter zieht auf. Sobald die Sonnenstrahlen durchdringen, ist der Fall aber herrlich ausgeleuchtet…

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Vom Visitor Center fahren wir nun weiter in den Nationalpark hinein, um an einigen der Aussichtspunkte in den tief eingeschnittenen Canyon zu halten. Im Park, wo sich die Granitfelsen an einigen Stellen mächtig auftürmen, beobachten wir eine ganze Gruppe Klippspringer.

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Die Lichtstimmungen über der kargen Landschaft werden minütlich eindrucksvoller, wir genießen den Blick vom Oranjekom Lookout auf die mächtige Schlucht unter uns.

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Während wir hier ein wenig herumspazieren und nach immer neuen Motiven Ausschau halten, zucken die ersten Blitze über dem Süden Namibias auf, es wird bedrohlich schwarz auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses.

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Wir beschließen noch ein Stück weiter in den Park hineinzufahren, auf der Suche nach einigen der Antilopen, die hier angesiedelt sind. Vorbei an einem wunderschönen Köcherbaum mit einem großen Siedlerwebernest sehen wir aber ausschließlich eine kleine Gruppe Oryx-Antilopen und ein niedliches Klippspringer-Pärchen.

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Wir fahren noch ein wenig in der wunderbaren Landschaft herum, ehe wir den Rückweg Richtung Camp antreten, um uns in unserem Häuschen frisch zu machen. Bereits auf dem Rückweg stellen wir fest, dass der Regenguss über Namibia hinweggezogen ist und Nebel aus der Landschaft aufsteigen.

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Der Ausflug in diesen Nationalpark hat sich für uns jedenfalls gelohnt, auch wenn wir faktisch nur einen Nachmittag hier verbringen durften. Aber wir wollen natürlich morgen relativ rasch aufbrechen, weil wir uns nach all den Steinen und Blumen endlich auch wieder auf eine Vielzahl von Tieren freuen – das jedenfalls ist unsere Erwartungshaltung, wenn wir an den Kgalagadi NP denken, der den krönenden Abschluss des ersten Teils meiner Reisen bilden soll. Das Abendessen nehmen wir im Restaurant im Camp ein und ich muss an dieser Stelle hervorheben, dass wir dort tatsächlich ein hervorragendes Service genossen haben. Die Bedienung war zuvorkommend, das Essen reichlich und vor allem sehr schmackhaft…

Gefahrene Tageskilometer: 372
Teil 2731. Jan. 2022
Reisetag 25 (26. August 2021) – Augrabies Falls NP – Kgalagadi NP

Ein Besuch im KTP gehört zu den ganz großen Erlebnissen in Südafrika – für mich gehört dieser Nationalpark zu den besonderen Naturwundern dieses Landes. Aus diesem Grund freue ich mich seit geraumer Zeit, endlich wieder hierher zurückkehren zu können, denn ich verbinde damit wunderschöne Erlebnisse… Ich werde etwa nie diesen ganz besonderen Moment vergessen: Wir (meine Familie und ich) sitzen an einem Heilig Abend vor unserem Chalet in Twee Rivieren, ein gewaltiges Gewitter zieht auf, Blitze zucken über den Nachthimmel und die Angestellten singen „Stille Nacht“… Gänsehaut! Ich freue mich, heute wieder dorthin fahren zu können…
Wir gehen zum Restaurant und trinken einen Kaffee, aufgrund des reichlichen Abendessens am Vortag verspüren wir keinen Hunger. Im Shop organisieren wir uns noch etwas Wasser und dann geht’s auch schon zum Auto. Aus einem Augenwinkel sehe ich jedoch noch einige Klippschliefer, die sich in der Sonne aufwärmen – so viel Zeit muss sein!

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Es entstehen noch rasch einige Fotos dieser putzigen Tiere und schon sind wir unterwegs! Die Sonne strahlt wieder vom wolkenlosen Himmel und wir fahren über Kakamas, Keimoes und die N14 weiter nach Upington, wo wir das Auto auftanken und in der Kalahari Mall im Spar einiges an Lebensmitteln einkaufen, denn in Twee Rivieren werden wieder zu Selbstversorgern… Von Upington geht’s dann weiter über die R360 und Askam bis nach Twee Rivieren.

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Entlang der schier endlosen, geraden Strecke stoppen wir nur kurz an einigen der riesigen Siedlerwebernester, die die alten Telefonleitungsmasten fast unter sich zu erdrücken drohen, beim Ausblick auf die Goerapan, eine der zahlreichen Salzpfannen und bei den neben der Straße herumliegenden Tsamma-Melonen. Wir kommen zügig voran und erreichen das Camp von Twee Rivieren um etwa 13:45 Uhr.

Die Landschaft der Kalahari gehört zu meinen absoluten Lieblingslandschaften, ich freue mich immer wieder über den Anblick der roten Sanddünen, die mehr oder weniger überwachsen sind, des flachwelligen Landes mit seinen im Wind wogenden verdorrten Grashalmen und der knorrigen, uralten Bäume, die dennoch der Last der riesigen Siedelwebernester standhalten. Wenn dann auch noch Tiere herumlaufen, dann umso besser!
Am Parkeingang registrieren wir uns, zeigen die Reservierung für das Chalet vor (wir erhalten die Nummer 24) und fahren dann weiter hinauf zu unserem Quartier, das wir für die kommenden drei Nächte beziehen.

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Wir haben uns dazu entschieden, in diesem Park nicht zu übersiedeln, einerseits weil ich aus Erfahrung weiß, dass viele Tiere im südlichen Parkabschnitt zu finden sind, andererseits auch, weil wir während unserer Rundreise bereits so viele Quartiere wechseln mussten, dass wir es zumindest zum Abschluss etwas gemächlicher angehen wollen.
Twee Rivieren ist das größte Camp im Park, aber diesmal ist es bei weitem nicht voll, auch am Campingplatz verteilen sich die anwesenherumstehenden Trailer gut über die weite Fläche. Vor Ort gibt es einen Shop, eine Tankstelle und zur Not auch ein Restaurant – über unsere Erfahrungen dort werde ich aber noch schreiben.

Von Twee Rivieren aus unternehmen wir unsere Pirschfahrten sowohl in das Auob- wie auch in das Nossob Rivier, ich möchte aber gleich hier anfügen, dass wir während unseres Aufenthaltes nie weiter als bis kurz nach Urikaruus im Auob-Tal und Dikbaardskolk im Nossob-Tal gekommen sind – wir hatten ausreichend Tiere in diesem relativ überschaubaren Areal. Wir sind aber sehr wohl auch die beiden Verbindungsstraßen zwischen diesen beiden Trockentälern gefahren.

Im Laufe der drei Tage im Park haben wir wenige Autos angetroffen, zumeist stehen wir allein bei unseren Sichtungen und haben ausreichend Zeit zum Fotografieren. Das ist ein beträchtlicher Vorteil auf der einen Seite, andererseits müssen wir uns auf unsere eigenen Augen verlassen – darauf zu warten auf ein stehendes Auto zu treffen, in der Hoffnung, dass von anderen etwas erspäht wurde, ist diesmal eher weniger erfolgversprechend…

Das Essen – sowohl am Morgen als auch am Abend, haben wir – bis auf eine Ausnahme – selbst zubereitet. Am Abend haben wir vor unserem Chalet gegrillt, am Morgen ein Picknick mitgenommen und dann unterwegs gegessen. So war gewährleistet, dass wir sofort bei Gate-Öffnung in den Park konnten. Das Abendessen im Restaurant des Camps war eine relative Katastrophe: Die Bedienung war zunächst nicht erfreut, dass wir überhaupt ins Lokal gekommen sind. Die drei Damen waren mit ihrem Handy beschäftigt, keine anderen Gäste weit und breit. Erst nach einiger Zeit wurde die Speisekarte an den Tisch gebracht – das wäre aber nicht nötig gewesen, denn es gab ohnehin nur Burger… Wir bestellten also zwei Burger, die lauwarm serviert wurden, zunächst innen noch ziemlich roh. Nach Urgenz wurde das behoben. Als wir auch noch Besteck orderten, brach für die Damen eine Welt zusammen – sie „schleuderten“ uns abgepacktes Plastikbesteck auf den Tisch… Wir sind an sich sehr pflegeleichte Gäste und sehen über vieles hinweg, aber der Service hier war tatsächlich von extrem mieser Qualität; das ist vermutlich auch der Grund, weshalb wir die einzigen Gäste im Lokal sind… sehr schade, denn gut geführt wäre das sicher eine kleine „Goldgrube“!
Nun aber zu den erfreulichen Dingen, den Tiersichtungen…

Die erste Ausfahrt führt uns von Twee Rivieren nach Samevloeiing, wo wir bereits kurz nach dem Gate das erste Tier sehen, einen junger Raubadler (Tawny Eagle), der auf einem abgestorbenen Ast sitzt.

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Als wir kurz darauf zur kleinen Wasserstelle kommen, sehen wir dort zu unserer Überraschung die ersten Katzen, zwei Geparde liegen unter einem Baum und dösen im Schatten, gelegentlich fallen ihnen die Augen zu…

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Die Tiere sind relativ weit von uns entfernt und die Lichtverhältnisse sind alles andere als optimal. Wir sondieren die Umgebung und sehen einen dritten Gepard auf einer Anhöhe noch etwas weiter entfernt sitzen.

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Wir parken unseren Wagen auf den kleinen Parkplatz ein, der westlich und etwas oberhalb des Wasserloches liegt, haben aber relativ wenig Hoffnung, dass sich in nächster Zeit etwas tun wird. Nach rund 20 Minuten, wir wollen eigentlich schon wieder weiterfahren, erheben sich die beiden Geparde unter dem Baum, strecken sich und marschieren geradewegs auf das Wasserloch zu.

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Die beiden trinken nur ganz kurz, es scheint, als würden sie lediglich ihre Zunge benetzen und legen sich dann unmittelbar neben dem Wasserloch wieder auf den Boden. Langausgestreckt liegen sie vor uns, heben aber immer wieder den Kopf und schauen wachsam um sich.

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Plötzlich springen die beiden auf und ziehen an uns vorbei, über die Pad und plötzlich sind sie zu dritt – das andere Tier hatte sich still und leise von der Anhöhe herunter in das Tal begeben und gemeinsam marschieren sie fort…

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Welch ein Erlebnis nach nur wenigen Minuten im Park! Am Weg nach Kij Kij, dem Ziel unseres Nachmittagsausfluges, sehen wir einige Oryx-Antilopen. Wir halten hier nur kurz, denn wir sind uns ziemlich sicher, dass wir diese Tiere bei besseren Lichtverhältnissen auf der Rückfahrt oder an den anderen Tagen auch noch dort antreffen werden.

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Weiters sehen wir eine Riesentrappe (Kori Bustard), einen Schabrackenschakal und einen Großen Singhabicht (Southern Pale Chanting Goshawk), der, mit dem Kopf im Schatten, auf einem Ast thront. Er dreht seinen Kopf hin und her, um dann letztendlich wegzufliegen.

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Parallel zur Straße spaziert ein Strauß neben uns her, es ist interessant zu beobachten, wie er seinen kleinen Kopf am langen Hals mit jedem Schritt wiegt… gelegentlich piekt er ein Körnchen auf, vermutlich aber nur Sand, denn sonst können wir hier nichts wahrnehmen…

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Unsere Fahrt wird einmal kurz durch zwei Südliche Baumagamen gestoppt, die sich die Pad als Balzplatz ausgesucht haben.

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Bei Kij Kij ist es verdächtig still, wo sonst eigentlich immer Tiere zu sehen sind, ist auf den ersten Blick gähnende Leere. Wir stellen den Wagen ab und scannen die Umgebung – vor allem die Schattenplätze unter den Bäumen. Zu unserer Freude haben wir bald den ersten Löwen-Kater ausfindig gemacht, der unter einem Baum und hinter abgestorbenen Ästen kaum auszunehmen ist.

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Der Kerl meint es gut mit uns, denn er erhebt sich wenig später und steuert direkt auf uns zu. Langsam trottet er zu einem Baum, der nur noch wenige Meter von uns entfernt steht, um sich dort wieder im Schatten niederzulassen.

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Das stattliche Tier ist nun so nahe bei uns, dass wir entsetzt feststellen können, wie viele Zecken über seinen Kopf spazieren… Das Ungeziefer scheint ihn aber nicht zu stören, denn er lässt seinen Kopf zu Boden plumpsen und schließt friedlich die Augen… Als wir uns im Auto bewegen, starrt er uns kurz an, dreht sich auf den Rücken und wälzt sich genüsslich im Sand.

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Nun ist an der Zeit, ein wenig zu gähnen. Er leckt sich über sein Maul, das er schließlich mehrmals weit aufreißt.

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Als der Löwenkater dabei die Zähne fletscht, sehen wir, dass der linke untere Fangzahn abgebrochen ist. Nun wird noch ein wenig gekratzt, ehe er sich am Boden ausstreckt und wieder vor sich hin döst…

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Wir treten nun langsam die Rückreise Richtung Twee Rivieren an, denn wir wollen nicht zu spät zum Gate kommen. Dabei sehen wir einen jungen Singhabicht, der, als wir mit dem Wagen stehenbleiben, sofort auffliegt, um sich in einem anderen Baum in unmittelbarer Nähe wieder niederzulassen.

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Rein zufällig fällt uns ein Fleckenuhu (Spotted Eagle-Owl) auf, der auf einem umgekippten Baumstamm im Schatten sitzt. Da gehört immer sehr viel Glück dazu, im richtigen Moment auf den richtigen Platz zu achten…

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Etwas weiter streift neuerlich ein Schabrackenschakal durch das weite Tal, ansonsten ist es, bis auf ein paar weitere Spießböcke, die aber fast zu nahe an der Straße stehen, eher ruhig.

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Wir sind mit dieser ersten Pirschfahrt durch den Park aber mehr als zufrieden, innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne haben wir bereits sehr viel gesehen. Der nächste Tag kann kommen, wohlwissend, dass wir nicht immer so viel Glück haben werden. Vor unserer Hütte werfen wir den Griller an und essen heute wieder einmal Boerewors mit Kartoffeln, dazu gibt es Salat, den wir fix und fertig aus dem Spar-Markt mitgenommen haben…

Gefahrene Tageskilometer: 420
Teil 2831. Jan. 2022
Reisetage 26 und 27 (27. und 28. August 2021) – Kgalagadi NP

Ein neuer Tag – neues Glück? Das Schöne an Pirschfahrten ist, dass man im Vorfeld nie weiß, was einem begegnen wird – jede Ausfahrt ist eine Überraschung. An den beiden Tagen, die wir zur Gänze im Park verbringen, wollen wir jeweils die Zeit am Morgen nutzen, sodass ich immer schon kurz vor Gate-Öffnung an der Rezeption stehe, um mir das Permit abzuholen. Leider ist es hier in Twee Rivieren so, dass man sein Permit am Abend an der Rezeption abgeben muss. Am darauffolgenden Morgen kann man es wieder beheben, nachdem darauf vermerkt worden ist, wo denn die Route etwa entlangführen wird…
Wir fahren um kurz nach 7:00 Uhr in den Park hinein, heute soll es zunächst von Samevloeiing in das Auob-Tal gehen. Das Licht am Morgen ist hier immer besonders schon, der rote Sand der Kalahari, die knorrigen Akazien und hin und wieder dazwischen auch einige blühende Pflanzen.

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In einem Baum sitzt ein junger Singhabicht (Southern Pale Chanting Goshawk), ein wirklich wunderschönes Tier. Zudem fällt uns ein junger Schwalbenschwanzspint (Swallow-tailed Bee-eater) auf. In einem Busch sitzt weiters ein Elfenastrild (Black-faced Waxbill).

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Ich bin ganz begeistert, eine Südbüscheleule zu sehen (Southern White-faced Owl), eine Erstsichtung für mich! Leider ist das Tier zwischen den Zweigen versteckt, es dauert eine Weile, bis wir einen Platz gefunden haben, der einigermaßen freie Sicht auf den Kopf ermöglicht.

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Im Auob-Tal treffen wir auf eine Gruppe Spießböcke. Die Tiere ziehen nur langsam in Richtung Mata-Mata, wahrscheinlich zu einem der nächsten Wasserlöcher.

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Eine Riesentrappe (Kori Bustard) spaziert, nicht weit von den Oryx-Antilopen, ebenfalls in westliche Richtung.

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Wir sind irgendwie verwundert, dass wir bisher relativ wenige Antilopen im Park gesehen haben, die, die wir sehen, sind alle sehr weit von der Straße entfernt, sodass Fotos kaum sinnvoll sind. Christian meint schon, dass wir vielleicht besser im Nossob-Tal aufgehoben gewesen wären, als wir zu unserer Freude neuerlich einen Löwenkater erspähen.
Das Tier wandert auch in westliche Richtung; aufgrund der Sonneneinstrahlung befinden wir uns also auf der „falschen Seite“… Wir fahren ein kleines Stück parallel neben dem stattlichen Raubtier her.

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Kurz vor Gemsbokplein haben wir die Möglichkeit, die „Seite zu wechseln“, denn hier führt eine Straße auf die andere Seite des Auob-Tales. Das ist unsere Gelegenheit, wir überholen den Löwen und warten dann, bis er wieder bei uns auftaucht – die Wahrscheinlichkeit, dass er das Tal verlässt, ziehen wir dabei nicht in Betracht.
Wenig später taucht er auch schon wieder aus dem hohen Gras auf…

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Er marschiert am Auto vorbei, ohne uns auch nur zu beachten – der Weg führt ihn direkt zum Wasserloch von Gemsbokplein, wo er seinen Durst stillt. Dazu stellt er sich mit den Vorderpfoten auf den künstlich errichteten Rand und dann wird gierig Wasser mit der Zunge gelöffelt.

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Anschließend stellt er sich auf den Rand und blickt zurück. Erst jetzt sehen wir, dass der Kerl blutverschmiert ist, seine Mähne ist stellenweise verklebt, auch rund um das Maul sind deutlich Spuren von Nahrungsaufnehme zu erkennen. Vermutlich wurde in der Nacht gejagt und gefuttert und jetzt wird getrunken, bevor er sich ein schattiges Plätzchen für eine ausgedehnte Rast sucht…

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Er verlässt seine Tränke und kommt wieder direkt auf uns zu. Er steht unmittelbar neben dem Auto und starrt uns durch das offene Fenster hindurch an – irgendwie ein mulmiges Gefühl!

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Langsam dreht der Kater ab und marschiert auf einen Busch zu, wo er sich niederlässt und damit aus unserem Sichtfeld verschwindet.

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Inzwischen ist ein zweites Auto bei uns eingetroffen und der Fahrer sagt uns, dass weitere Löwen im Anmarsch wären. Wir müssten nur hier warten, sie würden direkt am Weg hierher sein… Wir wollen aber nicht warten, sondern fahren wieder zurück Richtung Twee Rivieren, um zu sehen, ob tatsächlich „Verstärkung“ anrückt. Wir kommen nicht weit, da sehen wir zu unserer Freude ein Jungtier und eine Löwin im Gras. Leider sind wir lichtmäßig nun wieder auf „der falschen Seite“ – doch da hilft nichts, wir freuen uns dennoch riesig, denn das wäre Jammern auf sehr hohem Niveau…

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Erst jetzt sehen wir, dass ein weiterer Löwenkater mit von der Partie ist, denn das Junge steigt über ihn und versucht mit ihm zu spielen – doch dieses Ansinnen ist einseitig – wir hören ein Knurren und die beiden ziehen weiter…

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Was heißt die beiden ziehen weiter – eine weitere Löwin kommt stößt dazu und nun wird zu dritt marschiert!

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Nicht nur wir beobachten die Szene, auch eine kleine Gruppe Erdmännchen scheint an den Raubkatzen interessiert zu sein.

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Weitere Autos sind aufgetaucht und langsam wird es uns hier zu hektisch – manche Fahrer würden wohl am liebsten hupen, die Gesten aus den Autos sind unzweideutig, alle wollen in der ersten Reihe stehen, was auf einer schmalen Straße mit hohen Sandwällen auf der Seite aber nicht ganz leicht ist.
Wir wenden und fahren weiter Richtung Mata Mata, wir wollen eine Pause am Picknickplatz bei Kamqua einlegen. Doch so weit kommen wir nicht, denn es überschlagen sich die Ereignisse: Auf der Anhöhe oberhalb des Auob-Tales taucht plötzlich ein Gepard auf, der langsam in Richtung Picknickplatz schleicht.

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Wir fahren ein Stück parallel auf der Pad, als wir auch im Tal einen Gepard sitzen sehen…

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Die beiden haben es offensichtlich auf eine Herde Springböcke abgesehen. Der Gepard, der eben noch oben auf der Anhöhe war, sprintet plötzlich los und fegt in einem Höllentempo den Abhang herunter, die Springböcke stoben auseinander und sprinten Richtung Kamqua davon. Da das Gras hier sehr hoch ist, gelingen leider keine brauchbaren Bilder und wir können leider auch nicht erkennen, wann genau die Jagd abgebrochen wurde. Wir fahren jedenfalls weiter zum Picknickplatz, denn nun ist ein Boxenstopp wichtig. Raus aus dem Wagen und kurze die Füße vertreten… Auch hier ist nichts los, kein anderes Auto ist zu sehen.

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Für Frühstück bleibt aber dennoch keine Zeit, wir fahren ein kleines Stück weiter Richtung Urikaruus, um dann auf die Verbindungsstraße über die Dünen Richtung Nossobtal abzuzweigen. Hier sehen wir auf einem Baum eine Strichelracke (Purple Roller) sitzen.

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Der Ausblick auf die roten Dünen ist verlockend, doch irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir besser umkehren und im Auob-Tal bleiben sollten. Wir wenden und Wagen und fahren wieder retour Richtung Twee Rivieren.
Die Gruppe der Springböcke, die zuvor vor den Geparden geflüchtet war, hat sich inzwischen wieder gesammelt. Die Tiere wenden und marschieren nun ebenfalls in unsere Richtung.

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Wir kommen nicht weit, da sehen wir die Geparde direkt neben der Straße, auch sie sind Richtung Twee Rivieren unterwegs… Erst jetzt erkennen wir, dass es sich um drei Katzen handelt – vielleicht die drei, die wir gestern bei Samevloeiing gesehen haben?

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Zuerst gehen sie parallel zu uns, verschwinden teilweise im hohen Gras, kommen schließlich aber direkt auf die Straße zu. Eines der wunderschönen Tiere steigt plötzlich auf einen umgefallenen Baumstamm und schaut direkt zu uns ins Auto… so habe ich Geparde bisher noch nie gesehen…

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Die Tiere verhalten sich wie spielende Kinder, sie necken sich, sie fauchen sich an, sie balgen sich… einfach nur grandios, ein derartiges Schauspiel erleben zu dürfen!

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Wenig später marschieren alle drei direkt vor uns die Straße entlang. Wir wundern uns, dass immer noch kein weiteres Auto entgegenkommt – vermutlich gibt es eine Vollversammlung bei den Löwen…

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Wir halten den nötigen Abstand ein und wenig später biegen die Geparde nach links ab und verschwinden im hohen Gras… Für uns bedeutet das, dass wir nun wieder freie Fahrt haben, aber nicht lange, denn eine Löwin führt eine Autokolonne an… Jetzt wissen wir, wo die anderen Autos sind!

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Jetzt wäre interessant, ob sich die Löwin und die Geparde begegnen – sie marschieren jedenfalls aufeinander zu. Zudem wäre es interessant, wo die anderen Löwen geblieben sind, denn wir können keines der Tiere in weiterer Folge irgendwo bemerken. Sie liegen sicher im Schatten… Wir wollen unseren Wagen nicht wenden und uns hinter den anderen Autos einreihen, wir sind absolut mit dem zufrieden, was wir gesehen haben!

Der Vormittag war jedenfalls der ereignisreichste, den ich in diesem Park bisher erlebt hatte. Wir ändern unseren Plan und fahren zurück nach Twee Rivieren, um dort eine Mittagspause einzulegen. Erst am späteren Nachmittag wollen wir aufbrechen, um im Nossob-Tal nach weiteren Tieren Ausschau zu halten!

Fortsetzung folgt!
Teil 2901. Feb. 2022
Fortsetzung Reisetage 26 und 27:

Kurz vor 15:00 Uhr brechen wir wieder auf, um ein zweites Mal an diesem Tag unser Glück zu versuchen. Ziel ist das Nossob-Tal. Gestern war hier, wenn man von der Gepardensichtung absieht, nicht wirklich viel los. Mal schauen, was heute kommt…
Noch im Camp stoppen wir für einen Afrikanischen Riesentausendfüßer (Archispirostreptus gigas), von denen es eine große Zahl gibt.

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Unser erster Halt ist bei einer kleinen Kolonie Erdmännchen. Die putzigen Tiere sind fleißig am Graben, zwischendurch stehen sie aber auf und sondieren die Umgebung.

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Als nächstes sticht uns eine Weißflügeltrappe (Northern Black Korhaan) ins Auge, die in unmittelbarer Nähe zur Straße nach Insekten oder kleinen Reptilien sucht.

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In letzter Sekunde sehen wir gerade noch einen Honigdachs, der aber sofort verschwindet und sich nicht einmal zu uns umdreht… Mit diesen Tieren habe ich noch nicht meinen Frieden geschlossen, die wollen mich irgendwie nicht!

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Ein junger Kampfadler sitzt auf einem Webervogelnest – da müssen wir kurz reversieren, um einen besseren Blickwinkel zu erhaschen. Das Manöver mit dem Auto scheint ihn aber nicht zu stören, denn er bleibt brav auf seinem Ausguck sitzen.

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Weiters sehen wir eine Kapturteltaube (Ring-necked Dove) und einige Kaptäubchen (Namaqua Dove).

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Bei Kij Kij sehen wir die üblichen Spießböcke, die auch gestern bereits dort in der Nähe zu sehen waren, ansonsten bleibt es aber ziemlich still… Wir beschließen bei der Rückfahrt hier zu stoppen, dann sind auch die Lichtverhältnisse noch etwas besser. Kurz nach Kij Kij sehen wir ein paar Mahaliweber (White-browed Sparrow-Weaver) und einen Damara-Sperling (Grey-headed Sparrow), der auf einem Baumstamm herumturnt und eifrig einige Krümel aufpickt.

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Heute Nachmittag ist offenbar der „Tag der Vögel“, denn die Säugetiere sind noch nicht bereit sich zu zeigen… Dafür zeigt sich auch noch ein Lannerfalke (Lanner Falcon), dessen kräftige Krallen mir besonders imponieren.

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Als wir dabei sind, einen schönen Baum mit Siedlerwebernestern zu fotografieren, fällt unser Blick auch auf einige Afrikanische Borstenhörnchen, die direkt neben der Straße herumtollen. Sie haben in der Böschung zumindest einige Eingänge in ihren unterirdischen Bau.

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Inzwischen glühen die Dünen in der Nachmittagssonne, das Licht wird nun langsam immer besser und lässt das Herz höher schlagen.

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Bevor wir uns entschließen zu wenden, um nach Twee Rivieren zurückzufahren, sehen wir noch einen einsamen Springbock, eine laut krächzende Kapkrähe (Cape Crow) und einen weiteren jungen Singhabicht (Southern Pale Chanting Goshawk).

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Genau an der Stelle, an der wir den Wagen wenden, fällt uns eine Vierstreifen Grasmaus (auch: Striemengrasmaus) auf, die zunächst am Boden und bald darauf in einem Busch herumturnt. Auch in einem anderen Busch daneben tummelt sich ein niedlicher Nager…

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Am Rückweg bereiten uns zwei Schabrackenschakale viel Freude, die aus dem hohen Gras schielen, das nun bereits schön von der sich langsam senkenden Sonne bestrahlt wird.

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Einer der interessantesten Vögel, denen man hier begegnen kann, ist für mich immer wieder der Sekretär (Secretarybird). Dieser große Greifvogel, der eine Flügelspannweite von etwa zwei Metern aufweist, schreitet majestätisch neben der Pad dahin. Wir hatten bereits am Vormittag einige dieser Vögel im Auob-Tal gesehen, aber relativ weit entfernt. Dieser hier hat offensichtlich kein Problem mit unserer Anwesenheit und lässt sich bereitwillig ablichten…

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Wir begleiten ihn ein ganzes Stück weit und stoppen dann bei einem Maricoschnäpper (vielen Dank, Friederike!!!).

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Bei Kij Kij ist inzwischen mehr los, dort wo gestern noch der Löwe lag, hat sich eine ganze Herde Spießböcke und Springböcke versammelt. Wir stellen uns oberhalb des Wasserloches, dort wo die Verbindungsstraße ins Auob-Tal beginnt, auf und beobachten die Szenerie…

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Dort halten sich offensichtlich sogar Oryx-Antilopen an die Verkehrszeichen, bevor sie die Straße queren…

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Auch in weiterer Folge sehen wir diese Antilopen mit ihren gewaltigen, spitzen Hörnern.

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Für mich sind dies die schönsten Botschafter dieses Nationalparks, sie passen auch farblich fantastisch in die grandiose Szenerie!
Am Heimweg sehen wir noch einige Strauße, einen Singhabicht, der direkt neben uns eine Maus aus dem Gras fängt, mit ihr auf- und davonfliegt und das arme Nagetier in ein Nest hoch oben in einem Baum verfrachtet – die ganze Angelegenheit ging leider sehr rasch vor sich – Zeitlupe wäre hier hilfreich…

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Auch bei Leeuwdril gibt’s nochmals ein paar Spießböcke.

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Das letzte Bild des Tages stammt schließlich noch von einem Raubadler (Tawny Eagle), da ist die Sonne aber leider schon hinter einem Hügel verschwunden…

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Sehr müde und mit brennenden Augen kehren wir in unser Chalet zurück, wo wir heute zur Abwechslung wieder einmal ein Steak auf den Grill werfen. Wir nehmen die letzte verbliebene Flasche Wein aus dem Fundus und genießen den Abend – ein wenig neidisch schielen wir zu den Nachbarn, die vor ihrer Hütte mit schwerem Grillgerät auffahren und mindestens ein 5-Gänge Menü auf die Teller zaubern. Lange wird gezecht und gelacht, vermutlich reisen sie am nächsten Morgen ab… 😠

Fortsetzung folgt!
Teil 3003. Feb. 2022
Fortsetzung Reisetage 26 und 27:

Einmal geht es noch am Vormittag in den Park – irgendwie wird man etwas wehmütig, wenn eine Reise zu Ende geht. Für mich geht es ja noch etwas weiter, aber Christian werde ich in den wenigen Tagen am Flughafen abliefern. Man plant eine Reise, dann freut man sich drauf – und schwupps, ist die Sache auch schon wieder Geschichte… Aber vielleicht ist es so besser, denn eine Reise, die einem ewig lange vorkommt, ist wohl nicht immer ganz gelungen…

Es ist heute etwas später und ich steige wieder in das Auto, Christian ist noch nicht ganz fertig, er braucht noch etwas… kein Problem, ich hole das Permit und dann geht’s los, wir haben definitiv keinen Stress...
Der Plan für heute: Wir fahren durch das Nossob-Tal bis zum Picknickplatz Dikbaardskolk, dann weiter über die Dünenstraße ins Auob-Tal und durch dieses Tal dann wieder zurück nach Twee Rivieren. Da wir annähernd den ganzen Tag unterwegs sein wollen, haben wir etwas Proviant für ein verspätetes Frühstück und/oder einen Brunch mitgenommen, Kekse und Karotten, dazu etwas Brot und Käse sowie ein paar hartgekochte Eier. Wasser führen wir ohnedies immer in unserem Kühler mit…
Christian spaziert bereits an der Tankstelle vorbei, als ich mit dem Permit am Weg zu ihm bin – umso besser, wir können also gleich loslegen!

Am ersten größeren Baum, den wir auf der rechten Seite der Straße innerhalb des Parks sehen, sitzt ein schlaftrunkener Milchuhu (Verreaux’s Eagle-Owl). Wieder müssen wir kurz reversieren, um einen astfreien Blick auf das Gesicht erhaschen zu können. Der große Vogel mit den gewaltigen Krallen blinzelt nur kurz auf, damit war es das an Aufmerksamkeit uns gegenüber. Da schon der nächste Wagen hinter uns hält, fahren wir weiter das Tal entlang…

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Auch am Wasserloch Samevloeiing, wo wir am ersten Besuchstag die grazilen Geparde bewundern durften, ist wieder etwas los, ein Gaukler (Bateleur) sitzt am Beckenrand und putzt sein Gefieder. Als ein Schabrackenschakal auftaucht, fliegt der große Raubvogel auf und davon… Was mich hier stört ist, dass Arbeiter bei Ausbesserungsarbeiten offenbar ein Gitter neben der Wasserstelle vergessen haben - hoffentlich wird das nicht zu einer bösen Falle...

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Auch heute sehen wir einen Lannerfalken (Lanner Falcon), doch heute ist es ein Jungtier mit dem für ihn typischen Federkleid.

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In der Nähe von Rooiputs ist der Tag für uns bereits nach einer rund 45-minütigen Fahrt gerettet – ein Auto steht am Wegrand und der Fahrer deutet mit der Hand, indem er wild herumgestikuliert: Ein wunderschöner Leopard marschiert aus dem Schatten eines Baumes auf uns zu… Da die Zahl der Autos aber zunimmt und sich einige wirklich blöd verhalten (ein Junge setzt sich direkt ins Fenster, der Oberkörper ist weit aus dem Wagen…) dreht der Leo schließlich ab und stapft davon… Vermutlich wirft das bevorstehende Wochenende seine Schatten voraus.

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So ein Glück, wir sind begeistert! Wir waren mit dem bisher Gesehenen schon mehr als zufrieden…
Wir sehen weiters einen Rotbauchwürger (Crimson-breasted Shrike), der an den Panzern von Käfern herumpiekt und einen weiteren Sekretär.

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Hinsichtlich weiterer Säugetiere ist dieses Tal auch heute leider ziemlich ausgestorben – stimmt nicht ganz, ein Steinböckchen ausgenommen.

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Kurz vor Kij Kij steuert eine Gruppe Gnus eilenden Schrittes auf das Wasserlochen zu, andere suchen bereits den Schatten und stehen nur herum.

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Nun geht es für uns zum Picknickplatz von Melkvlei, wo wir eine Pause einlegen. Wir essen Käsebrote und spazieren ein wenig auf und ab, tauschen uns mit einigen Reisenden aus, die auch hier stoppen. Auch die Vierstreifen-Grasmäuse, die wir gestern schon fotografiert hatten, flitzen herum und warten unter den Tischen auf Krümel. Ich bin hinter einem Mahaliweber (White-browed Sparrow-Weaver) her.

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Nach einer knappen Stunde geht es für uns wieder weiter, es ist nun bereits die Mittagszeit angebrochen und wir sind skeptisch, viele Tiere zu sehen, obwohl es heute nicht sonderlich warm ist, eher ein etwas kühlerer Wind weht, der immer wieder auch Wolken vor sich hertreibt…
Wir fahren schließlich ein kurzes Stück über Melkvlei hinaus, machen das eine oder andere Landschaftsfoto und sehen – weit entfernt – den zweiten Leoparden dieses Tages… Diese Raubkatze ist aber so weit weg, dass kein gutes Foto gelingt…

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Nicht weit entfernt von Kransbrak stoppen wir für einen Gleitaar (Black-winged Kite), der malerisch auf einem Ast thront. Das Tier ist tatsächlich sehr nahe und auch nicht scheu…

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Es geht eine ganze Weile bergauf und bergab, aber es tut sich nicht besonders viel. Eine alte Pantherschildkröte wechselt die Straßenseite und ein weiterer Gleitaar ist zu sehen, der aber sofort wegfliegt.

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Kurz vor Dikbaardskolk biegen wir auf die „Dünenstraße“ ab, die uns hinüber in das Auob-Tal bringen wird. Kurz sehen wir eine Tüpfelhyäne, die sich aber nur von hinten zeigt und zudem sehr rasch wieder verschwunden ist. Wir haben die totale Einsamkeit vor uns, es sind überhaupt keine weiteren Fahrzeuge zu sehen, dagegen war das Nossob Rivier richtig verkehrsreich…
Ich denke, es ist die Wasserstelle von Moravet, die wir nach einiger Zeit erreichen – eigentlich wollen wir schon weiterfahren, entscheiden uns dann aber doch, das kurze Stücke rechts weg zur Wasserstelle zu fahren – vielleicht eine der besten Entscheidungen (in fotografischer Hinsicht), die ich jemals getroffen habe: Da steht, direkt an der künstlich angelegten Tränke, ein Karakal… natürlich unsere Erstsichtung (nach dem Motto: „once in a lifetime“). Er spaziert entlang der Tränke, blickt sich zu uns um und verschwindet den Hang aufwärts laufend auch schon wieder aus unserem Blick – ich war so perplex und hatte damit zu tun, zumindest ein paar Fotos zu schießen, dass alles andere zu kurz kommt, wir sind richtiggehend geflasht…

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Das sind Momente, für die gibt man viel… Vor zwei Jahren war es ein Erdwolf im Etosha Nationalpark, dann ebenfalls vor zwei Jahren, das Erdferkel in der Entabeni Lodge in den Waterbergen und nun der Karakal hier im KTP… Glückseligkeit!
Das ganze Schauspiel ist vermutlich nach einer Minute vorbei – dann stehen wir wieder allein in einer weiten Landschaft.
Die Straße schlängelt sich dahin und wir haben uns viel zu sagen, wir philosophieren über Glück und Pech, darüber, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz zu stehen; was wäre gewesen, wenn wir eine längere (oder kürzere) Pause eingelegt hätten, was hätten wir gesehen, wenn wir die Runde von heute in die andere Richtung gefahren werden… usw.
Von der Anhöhe blicken wir in das Tal hinunter, eine kleine Gruppe Oryx-Antilopen steht hier dicht beieinander.

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In der Nähe vom Picknickplatz Kamqua treffen wir auch noch auf eine größere Gruppe Giraffen. Während einige der Tiere im Tal unterwegs sind, zieht eine weitere Gruppe die südliche Talschulter entlang. Erst in letzter Sekunde fällt unser Blick auf einen Buschhasen, der unter einem Strauch kauert.

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Im Auob-Tal, wo der Baumbestand etwas dichter ist, sehen wir einen weiteren Singhabicht, von denen es offenbar doch eine relativ große Zahl im Nationalpark gibt. Dieser sitzt mit seiner Beute, einer Echse, auf dem Boden.



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Zurück im Nossob Tal, kurz nach der Wasserstelle von Samevloeiing, stoppen wir hinter einem stehenden Auto, aus dem zwei Teleobjektive herausragen. Wir erhalten den Hinweis, dass sich in dem Baum, der ein riesiges Webervogelnest trägt, eine Eule befinden würde. Nach einigem Suchen werden wir fündig: Ein weiterer Fleckenuhu (Spotted Eagle-Owl) schläft zwischen den Zweigen.

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Am Weg zurück zum Camp halten wir schließlich auch noch, um einen Steppenfalken (Greater Kestrel) zu bewundern.

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Diese letzte Fahrt durch den Park war ein voller Erfolg, voll unglaublich schöner Eindrücke kehren wir in das Camp zurück. Heute wollen wir nicht selbst kochen, sondern im Restaurant zu Abend essen – das Ergebnis dieses Versuchs habe ich schon in der Einleitung zum KTP beschrieben… Wir sind extra etwas früher zurückgekehrt, um keinen Stress hinsichtlich der Restaurantöffnungszeiten zu haben – des wäre im Nachhinein betrachtet, nicht wirklich nötig gewesen. Aber diesen Tag kann nichts trüben!

Gefahrene Tageskilometer: 260
Teil 3103. Feb. 2022
Reisetage 28 und 29 (29. und 30. August 2021) – Kgalagadi NP – Johannesburg OR Tambo

Die Gefühlslage hat sich auch über Nacht nicht verändert – das Stimmungsbarometer steht immer noch auf Hochdruck… Wir konnten wunderschöne Momente im KTP genießen und ich freue mich schon auf eine Rückkehr, obwohl wir den Nationalpark noch nicht verlassen haben. Wir haben gestern noch ein wenig darüber diskutiert, ob wir heute vielleicht am Morgen nochmals in den Park fahren sollten – letztendlich haben wir die Idee aber verworfen, denn die Ausbeute ist jetzt schon gigantisch und wir fühlen uns zusehends müde… Das waren intensive Tage und wir beschließen, etwas kürzer zu treten.
Hinsichtlich der Route nach Kuruman, wo wir heute Nachmittag in der Red Sands Country Lodge eintreffen werden, verständigen wir uns darauf, den Umweg über Upington zu nehmen. Die Strecke ist zwar um einiges Länger, aber wir können uns beim Fahren abwechseln. In Upington wollen wir zudem in der Mall ein gutes Frühstück einnehmen, unsere Lebensmittelvorräte sind aufgebraucht. Die Strecke über Van Zylsrus kenne ich zu wenig, da kann ich nichts dazu beitragen, ob wir auch dort ein Restaurant finden würden, vermutlich wohl eher nicht…
Gegen 09:00 Uhr checken wir aus, geben den Schlüssel zum Chalet zurück und rollen die eintönige R360 vorbei an Askam nach Upington, wo wir kurz nach 11:00 Uhr eintreffen. In der Kalahari Mall gibt es ein verspätetes Frühstück, ich wähle einen Cheesecake und trinke dazu zwei Espressi – der Cafe hat mir eindeutig gefehlt.
Christian kauft noch etwas Biltong, das er mit nach Österreich nehmen will. Kurz nach Mittag geht es bei uns wieder zurück auf die Straße und wir fahren die öde N14 entlang, eine mehr oder weniger endlos wirkende Gerade. Wir kommen gut voran, lediglich die zahllosen LWK sind etwas störend. Den nächsten Stopp legen wir beim Mugg & Bean in Kathu ein, denn inzwischen ist auch ein Boxenstopp für uns wichtig. Ich trinke einen weiteren Cafe, Christian bleibt bei Cola. Begeistert fotografiert er noch die riesigen Bagger, die von der Shishen-Mine, einer der größten Eisenerz-Tagebauminen der Welt, ausgestellt sind. Ich bin etwas faul und lehne nur am Auto…
Von Kathu ist es nun nicht mehr weit bis zu unserem Übernachtungsziel, der Red Sands Country Lodge wenige Kilometer westlich von Kuruman, wo wir kurz vor 16:00 Uhr eintreffen.
Diese Lodge kenne ich noch nicht, ich bin aber angenehm überrascht. Von der N14 führt eine kurze Stichstraße über Sand zu einer weitläufigen Anlage. Es gibt viele Chalets und auch einen großen Bereich für Camper. Alles ist blitzblank sauber. Da diese Anlage speziell auf die Bedürfnisse von Familien abzielt, ist sogar ein Streichelzoo vorhanden. Aufgrund der derzeitigen Lage ist es aber sehr ruhig. Ich spaziere ein wenig herum und beobachte einen kannibalistischen Graureiher, der sich an einer Kapturteltaube zu schaffen macht.

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Auch einige Afrikanische Borstenhörnchen tollen herum.

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In einem Busch hinter unserem Chalet sitzt zudem ein Gleitaar (Black-winged Kite) – mit dem hatte ich hier sicher nicht mehr gerechnet…

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Zum Abendessen gehen wir in das Restaurant des Hotels und gönnen uns nochmals ein gutes, saftiges Steak. Die Beilagen und Salate werden von einem kleinen Buffet geholt – alles schmeckt vorzüglich.
Christian ist schon den ganzen Nachmittag über mit Packen beschäftigt – sein tolles GPS verbleibt bei mir, es wird in den kommenden Wochen gute Dienste leisten; sonst muss aber alles im Koffer und im Fotorucksack verstaut werden – irgendwie dürften die Dinge Zuwachs bekommen haben…

Fazit Red Sands Country Lodge: Diese Unterkunft ist aus meiner Sicht mehr als geeignet für eine Zwischenübernachtung auf dem Weg von Johannesburg nach Upington. Alles ist sehr sauber, das Personal zuvorkommend, das Restaurant eigentlich der Hammer – grandioses Preis-/Leistungsverhältnis. Eine wirklich positive Überraschung!

Auch das Frühstück nehmen wir wieder hier im Restaurant ein. Wir starten um 8:00 Uhr, denn wir wollen in Kuruman noch einen kurzen Abstecher zur Moffat-Mission einstreuen. Es schmeckt wieder vorzüglich und wir genießen die urige Atmosphäre.
Gegen 9:00 Uhr sind wir startklar, es sind nur wenige Kilometer bis nach Kuruman zurückzulegen. Hier stoppen wir, nachdem das Auto wieder mit Kraftstoff versehen wurde, zunächst am „Auge“. Diese Quelle, die hier als „Oog“ (Eye of Kuruman) bezeichnet wird, ist die stärkste Süßwasserquelle der gesamten Südhalkugel. Täglich werden rund 20.000 m³ Trinkwasser ausgeschüttet, die sich in einen großen Teich ergießen; die Einheimischen füllen das Wasser aber auch in Kanistern ab. Ich habe schon wissenschaftliche Berichte darüber gelesen, dass auch Teile des im Okawango-Delta versickernden Wassers hier wieder an die Oberfläche gelangen.

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Der Teich ist zudem voll mit Fischen. Diese Quelle ist angeblich auch dafür verantwortlich, dass in Kuruman (das damals natürlich noch nicht existierte) Robert Moffot seine Missionsstation gegründet hatte – jener Moffat, dessen Tochter Mary mit dem berühmten Afrikaforscher David Livingstone verheiratet war. Livingstone lebte zwischen seinen Reisen immer wieder in Kuruman in der Missionsstation, die auch heute noch besucht werden kann. Wir fahren also zu diesem geschichtsträchtigen Ort, der nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegt. Wir schlendern durch die schöne Anlage.

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Wir werfen auch einen Blick in die Kirche und studieren ehrfurchtsvoll die Reisekarte von Dr. Livingstone – es ist schon beachtlich, was Menschen auf sich genommen haben, um Neues zu entdecken, um die Welt zu erforschen.

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Von Kuruman fahren wir nun weiter auf der N14 über Vryburg und Ventersdorp. Kurz nach Ventersdorp wechseln wir auf die N12, die uns direkt in den Großraum Johannesburg bringt.
Um 15:40 Uhr haben wir den Flughafen von Johannesburg erreicht – der erste Kreis hat sich geschlossen… Ich verabschiede mich von Christian, der mir in den letzten Wochen wieder ein wirklich wertvoller Partner war – wir haben uns viel ausgetauscht, hatten unsere Meinungsverschiedenheiten mit der einen oder anderen Unstimmigkeit – aber die jahrzehntelange Freundschaft hat dies wohl nur weiter bestärkt, denn er spricht auch heute noch mir…
Wir sind, und das ist das wichtigste, unfallfrei (abgesehen vom umgefahrenen Grill im Mokala NP) unterwegs gewesen, hatten unglaubliche Sichtungen und viel Spaß miteinander. Danke für diese schöne Zeit!
Ich fahre etwas nachdenklich weiter zu meinem Quartier, dem Garden Court OR Tambo, das nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt liegt. Hier verbringe ich eine ruhige Nacht und morgen werde ich dann wieder zum Flughafen fahren, um Frau und Tochter abzuholen…. Dann beginnt hier Teil B meines Reiseberichts.
Bis es so weit ist, dauert es nun aber etwas, denn ich fliege übermorgen in die USA und eine Fortsetzung des Reiseberichts gibt es dann ab Ende März… Bei den Leser*innen dieser Seiten bedanke ich mich einstweilen, ich hoffe, es war möglichst kurzweilig!

Gefahrene Tageskilometer: 545 bzw. 604

Ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Reisetage:

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Bis bald, beste Grüße, Peter
Teil 3227. März 2022
Teil B

Reisetage 30 und 31 (31. August und 1. September 2021) – Johannesburg OR Tambo – Middelburg – Graskop (inkl. Panoramaroute)

Ich weiß nicht, warum ich während der Nacht nicht wirklich gut geschlafen habe – eigentlich hatte ich gedacht, dass ich die Nacht allein im Zimmer genießen würde, aber es war eine unruhige Nacht… Das Abendessen nahm ich im Irischen Pub des Hotels ein, gönnte mir eine Portion Nachos und zwei Gläser Bier, kalorientechnisch keine Meisterleistung, aber irgendwie eine Abwechslung (zumindest was die Nachos betrifft…).
Es kam zu einer kurzen Unterhaltung mit zwei Männern aus Kapstadt, die nicht genug über Jo’burg herziehen konnten. Ich hörte mir die Leier eine Weile an, zog mich dann aber bald zurück…

Um 09:45 stehe ich jedenfalls wieder einmal vor der Statue von OR Tambo im Flughafen und warte. Der Lufthansa Flug aus Frankfurt kommt recht pünktlich an und so dauert es auch nicht sonderlich lange, bis ich meine Liebsten in die Arme schließen kann. Meine Frau und unsere jüngere Tochter sind angekommen, beide waren schon vielfach hier in Südafrika und lieben das Land genau so wie ich. Für heute haben wir nur eine kurze Etappe eingeplant, denn nach einem langen Flug, auch wenn es ein Nachtflug ist, kann eine längere Autofahrt doch zur Tortur werden. Wir haben auch schon bei früheren Reisen immer wieder mal einen Zwischenstopp in Middelburg eingelegt.
Ich freue mich natürlich riesig über die neuen Reisepartner und wir fahren zunächst mit dem Shuttle-Bus des Hotels zurück zum Garden Court Hotel, wo ich das Auto besser stehen lassen kann. Am Flughafen in Jo’burg kann es relativ schnell unbequem werden, wenn man zu lange vor der Ankunftshalle stehen bleibt – besonders jetzt, wo auch noch Parkplätze für einen COVID-Testbus blockiert sind.
Die Damen können sich im Hotel noch kurz frisch machen, ich verlade inzwischen die Koffer und dann geht es auch schon auf die Autobahn Richtung Middelburg.
Die Fahrt verläuft unspektakulär und wir fahren über die N12 nach Middelburg, wo wir nach rund 2-stündiger Fahrt ankommen. Von der Autobahn geht es noch kurz durch die Stadt und dann sind wir auch schon am frühen Nachmittag im Lamor Guest House. Dort beziehen wir unsere Zimmer und machen eine kurze Nachmittagsrast. Anschließend geht es zurück in die Mall, die praktisch am anderen Stadtrand liegt. Wir stocken unseren Kühlschrank auf, kaufen Wein, Bier, Gin und etwas Gemüse für Snacks zwischendurch. Ich hole mir in einer Drogerie eine Hautcreme, die trockene Luft macht mir gelegentlich etwas zu schaffen. Dann geht es auch gleich zum Spurs, wo wir unser Abendessen einnehmen. Damit geht auch schon der erste Reisetag wieder zu Ende. Wir fahren die kurze Strecke zurück zum Guesthouse und fallen hundemüde in die Betten.

Gefahrene Tageskilometer: 184

Fazit Lamor Guest House: Sehr schönes Guest House etwas außerhalb von Middelburg, aber dennoch in unmittelbarer Zentrumsnähe. Die Lage der Unterkunft in einer Gartensiedlung könnte besser nicht sein, dazu die freundlichen Eigentümer und das leckere Frühstück – meiner Meinung nach immer eine gute Wahl für den Einstieg in den Urlaub…

Nach dem Frühstück brechen wir rasch auf, denn heute warten doch einige Kilometer auf uns, zudem wollen wir entlang der Panoramaroute einige der Aussichtspunkte abklappern und auch den einen oder anderen Wasserfall bei Sabie besichtigen.
Bereits um 7:50 Uhr sind wir startklar und die Fahrt führt uns durch Getreidefelder und Wiesen über die R555, die R577 sowie die R36 und R533 nach Pilgrims Rest, wo wir einen ersten kurzen Cafe-Stopp einlegen. Vor Jahren hatten wir hier übernachtet, unsere Tochter kann sich nur noch dunkel an den netten Abend in der zu einer Bar umgestalteten Kapelle des Royal Hotel erinnern. Diesmal haben wir uns aber für eine Übernachtung in Graskop entschieden, weil das doch die zentralere Lage ist.
Pilgrims Rest ist ein schön gelegener Ort, der auf die Zeit der Goldwäscher zurückgeht, wurde während des Zweiten Burenkrieges sogar eine Münzprägeanstalt. Das Kraftwerk, das hier 1911 errichtet worden war, war seinerzeit sogar das größte der Südhalbkugel – kaum vorstellbar, wenn man durch den heutigen verträumten Ort läuft, der gefühlt nur aus einem Hotel besteht, dessen Zimmer sich auf eine ganze Reihe von Häusern aufteilen…
Nach Cafe und Kuchen bleibt auch noch Zeit für einen kurzen Bummel entlang der Hauptstraße.

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Von Pilgrims Rest geht es schließlich hinauf nach Graskop, das sich direkt am Escarpment ausbreitet, dem Steilabfall des inneren Festlandsockels zum Lowveld am Indischen Ozean. Wir fahren durch Graskop nur kurz durch und gleich weiter in das wenige Kilometer entfernte Sabie, von wo man zu einigen der Wasserfälle abzweigt. Dabei lassen wir die gleich an der Straße liegenden MacMac Falls aus und unser erstes Ziel sind die Lone Creek Falls.
Vom Parkplatz, den man über eine Schotterpiste mit einigen Schlaglöchern erreicht, führt ein schöner Pfad durch einen Wald direkt zum Wasserfall.

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Der Wasserfall selbst wird oft als der „schönste und höchste Wasserfall“ der Panoramaroute bezeichnet – ich will mich an dieser Stelle keiner Wertung hingeben – es ist jedenfalls ein schöner Flecken Erde, auf den man hier trifft. Aus knapp 100 m Höhe stürzt das Wasser in ein schönes Becken – uns gefällt es hier ausnehmend gut, vielleicht auch, weil wir die einzigen Gäste an diesem Spätvormittag sind.

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Der Wind spielt mit dem dünnen Wasserstrahl und lässt ihn manchmal recht mächtig erscheinen. Bewunderung verdienen auch die aufgeschichteten Felsen im Hintergrund, die von riesigen Feigengewächsen zusammengehalten scheinen.

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Von den Lone Creek Falls geht es nur ein kurzes Stück weiter zu den Horseshoe Falls, die mir am wenigsten zusagen, aber dennoch natürlich einen Stopp wert sind. Es ist relativ wenig Wasser vorhanden, das breite, ausgewaschene Bett zeigt aber, dass das vermutlich auch gänzlich anders aussehen kann. An zwei Stellen fließt etwas kühles Nass über eine nicht allzu hohe Stufe.

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Zu guter Letzt geht’s auch noch zu den benachbarten Bridal Veil Falls, wo der Wasserstrahl nicht sonderlich üppig, dafür die Umgebung unendlich schön ist. Auch der kurze Spaziergang vom Parkplatz zum Wasserfall ist absolut lohnend.

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Bei den all den Wasserfällen muss ein kleiner Obolus entrichtet werden, die Eintrittspreise bewegen sich aber ohnehin in sehr bescheidenen Grenzen. Über Sabie fahren wir nun zurück nach Graskop, wo wir unmittelbar an der Ortseinfahrt unser Chalet im Panorama Chalets und Restcamp beziehen. Die Lage der Häuschen, die über einen schönen Garten verstreut direkt an der steilen Abbruchkante des Escarpments stehen, ist großartig.
Vor allem der neben dem Restaurant angelegte Infinity-Pool macht seinem Namen alle Ehre.

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Wir würden es hier eine Zeit lang aushalten können – aber wir haben ja noch einiges vor am heutigen Nachmittag. Obwohl wir alle drei die Sehenswürdigkeiten der Panorama-Route kennen, wollen wir dennoch aufbrechen, und die Hauptsehenswürdigkeiten nochmals besuchen.
Da wir am kommenden Tag ja weiter nach Tzaneen fahren, hätten wir zumindest einen Teil der Sehenswürdigkeiten auch da abhacken können – dem widerspricht aber die Sonneneinstrahlung, die meiner Meinung nach am Nachmittag wesentlich schöner ist – diese Zeilen nur zur Info, dass wir nicht wie Nichtsahnende völlig planlos durch die Gegend irren…

Von Graskop geht es nun in nördlicher Richtung zunächst zu den Bourkes Luck Potholes, wo sich der in der Blyde River einmündende Treur River tief in den Sandstein eingeschnitten und dabei einen schönen Cayon mit Strudeltöpfen gebildet hat.
Überall entlang der fast ausgetrockneten Flussbette blühen die Aloen.

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Die von sich drehenden Steinen geformten Sandsteintöpfe am Zusammenfluss der beiden Flüsse sind besonders schön anzusehen.

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Entlang des Blyde River plätschert ein Rinnsal über die eine oder andere kleinere Steilstufe und lässt so einen kleinen Wasserfall entstehen. Es scheint sehr trocken in diesem Winter.

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Von hier geht es nun weiter zum Aussichtspunkt auf das Lowveld und zu den Three Rondavells. Es ist inzwischen knapp vor 16:00 Uhr und die Sonne steht bereits recht tief – optimal, wie ich in diesem Fall finde. Wir halten das ein oder andere Mal am Straßenrand, es ist kaum Verkehr und so stören wir auch niemanden.

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Den Höhepunkt für uns bildet aber der Blick auf die Rondavells und den sich davor ausbreitenden Blyderivierdamm.

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Von den Rondavells müssen wir nun wieder zurück nach Graskop, nicht ohne zum Abschluss auch noch bei den Berlin Falls einen kurzen Stopp einzulegen, wo aufgrund des fortgeschrittenen Nachmittags nicht einmal mehr ein Eintritt kassiert wird.
Doch gerade jetzt, knapp bevor der Wasserstrahl in den Schatten fällt, leuchtet die tiefe Schlucht in den schönsten Farben…

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Zufrieden treten wir die Rückfahrt in das nahe Graskop an, wo wir direkt im „Hotel“ das Abendessen einnehmen. Das Restaurant bietet einfache, aber hervorragend mundende Gerichte in einem wohligen Ambiente zu unschlagbaren Preisen… Wir entscheiden uns für Salate mit Pizza und sind voll zufrieden mit der getroffenen Wahl! Dazu trinken wir zur Feier des Tages eine Flasche Weißwein – nun sind auch die Damen richtig angekommen und es liegen schöne Reisetage vor uns!

Gefahrene Tageskilometer: 417
Teil 3328. März 2022
Reisetag 32 (2. September 2021) – Graskop – Tzaneen

Heute haben wir nur eine kurze Reise von Graskop nach Tzaneen, zumal wir die Besichtigungspunkte entlang der Panoramaroute bereits am Vortag abgearbeitet haben. Dennoch wache ich wie üblich sehr früh auf, gerade rechtzeitig, um zum Sonnenaufgang über dem Lowveld zurecht zu kommen. Langsam verfärbt sich der Himmel – ein wahrlich bewegender Moment. Die Schönheit dieses Landes lässt mich immer wieder staunen, ich genieße jeden Tag, hier sein zu dürfen!

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Die Damen schlummern noch, also gehe auch ich wieder zurück in das Chalet und reinige meine Kamera, mache sie sozusagen fit für den Großeinsatz der kommenden Tage im Kruger Nationalpark – zumindest hoffe ich, dass sie dort ordentlich gefordert sein wird…
Da heute eine relativ anspruchslose Etappe ansteht, lassen wir es langsam angehen. Kurz nach 09:00 Uhr schlendern wir zum Frühstück und genießen Cafe, Obst und Joghurt. Die Auswahl ist ausreichend, für jeden ist etwas dabei.

Rund um Graskop gibt es eine ganze Reihe von Attraktionen, die darauf warten würden, dass wir uns ihrer annehmen. Aber weder eine Fahrt mit der Zippline noch mit dem Gorge Lift (beides liegt nur unwesentlich von den Panorama Chalets entfernt) haben es uns so richtig angetan – wir wollen den Tag eher ruhig und gemächlich verbringen und uns auf die kommenden Tage im Kruger Park einstimmen.

Fazit Panorama Chalets und Restcamp: Für mich ist diese Unterkunft eine sehr gute Wahl, es passt so ziemlich alles. Die Chalets sind sogar mit Kochnischen ausgestattet, hier könnte man also durchaus länger verweilen, ein großer Kühlschrank ist ebenso integriert. Die Lage am Steilabbruch ist sensationell schön, das Restaurant bietet gutes Essen zu einem guten Preis. Die Häuschen sind etwas in die Jahre gekommen, aber alles ist gut in Schuss gehalten und sehr sauber. Also jederzeit wieder…

Wir verzichten auch auf einen Besuch der beliebten MacMac-Falls, an denen wir gestern grundsätzlich ja vorbeigefahren sind, die mir fototechnisch aber bereits vom letzten Besuch nicht sonderlich zugesagt haben, weil man vom Parkplatz aus einen etwas gewöhnungsbedürftigen Blickwinkel auf die Fälle hat – zu den Pools selbst bin ich noch nicht gewandert, vielleicht wäre das eine lohnende Alternative…
Wir packen langsam unsere Sachen und stoppen noch kurz in Graskop, um ein paar Getränke einzuladen, Obst und vor allem auch die beliebten Macadamia-Nüsse zu bunkern und dann fahren wir gegen Mittag los in nördliche Richtung. Wir haben bei der Planung viel überlegt, wo wir in den Kruger NP hineinfahren sollten, haben uns dann aber dazu durchgerungen, durchs Phalaborwa-Gate reinzufahren und den Park sozusagen von Norden nach Süden zu durchstreifen. Vermutlich wäre wohl jede andere Option auch gut gewesen; natürlich hätte sich von Graskop aus auch eine Fahrt direkt zum Kruger Gate angeboten…

Wir folgen also wieder der Panoramaroute über die R532, die teilgesperrt ist, weil Straßenreparaturen durchgeführt werden. Immer wieder werden wir kurz angehalten und kommen so nur schleppend vorwärts. Im Gegensatz zum Vortag ist doch relativ viel Verkehr auf der Aussichtsstraße. Über die R36 und die R71 erreichen wir nach rund drei Stunden die Tzaneen Country Lodge, ein Quartier, das ich auch schon mehrfach bei meinen Reisen durch Südafrika aufgesucht hatte. Ich fühle mich hier immer sehr wohl. Bei der Fahrt in den Ort muss ich kurz anhalten, weil mir die Sinnhaftigkeit eines Verkehrszeichens einfach nicht ganz einleuchten will…

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Wir checken im Zimmer ein und machen es uns am Swimmingpool gemütlich, während die Damen lesen, unternehme ich einige Rundgänge durch die sehr gepflegte Anlage mit dem großen, parkähnlichen Garten.

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Dabei kann ich auch einige Vögel entdecken, darunter einenMosambikgirlitz (Yellow-fronted Canary), eine Rotschnabeldrossel (Kurrichane Thrush), eine Weißbrauen Rötel (White-browed Robin-Chat), einen Scharlachweber (Red-headed Weaver) und ein Kleinelsterchen (Bronze Mannikin).

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Wir lassen den Abend im Restaurant des Hotels bei einem guten Steak ausklingen, dazu trinken wir heute wieder einmal ein Bier. Danach geht es relativ bald in die Federn, denn am kommenden Morgen wollen wir möglichst rasch aufbrechen, um in den Kruger Nationalpark zu kommen. Da wird es dann wieder mehr Fotos geben – versprochen!

Gefahrene Tageskilometer: 222
Teil 3429. März 2022
Reisetage 33 (3. September 2021) – Kruger NP (rund um Letaba)

Die Vorfreude ist groß! Wir waren alle drei schon mehrfach im Kruger Nationalpark, aber irgendwie hat dieses Naturschutzgebiet für mich (für uns) eine ganz besondere Bedeutung. Die ersten Besuche hier waren „durchwachsen“ und nicht immer sonderlich von Erfolg gekrönt, es gab immer wieder Tage, an denen ich wenig bis kaum etwas vor die Linse bekommen habe… Mit der Zeit kommt aber die Erfahrung bei der Tierbeobachtung dazu (zu welcher Zeit ist es sinnvoll, wo zu warten, welche Wege lohnen sich besonders,…) und seit einigen Jahren habe ich meinen Frieden mit diesem Park geschlossen – viel mehr noch, ich bin jedes Mal ganz enthusiastisch wieder hier sein dürfen und freue mich über wirklich jedes Tier, das wir zu Gesicht bekommen. Ich hechle nicht mehr hinter jedem Löwen her, ein Vogel oder ein Impala sind ebenso faszinierend – vielleicht ist es genau dieser „Druck“, den man sich selbst auferlegt, immer mehr immer besser sehen zu müssen, der dann auch „Misserfolge“ zur Folge haben kann, wenn die Erwartungen nicht erfüllt wurden.

Nach einem zeitigen Frühstück brechen wir auf, um die relativ kurze Strecke zum Phalaborwa-Gate zurückzulegen (es sind rund 100 km zwischen Lodge und Parkeingang).

Fazit Tzaneen Country Lodge: Das nahezu unüberbietbare Preis-/Leistungsverhältnis macht diese Unterkunft zu einer wirklichen Alternative. Natürlich liegen die Lodges am Parkeingang günstiger, aber dafür haben diese mitunter auch wirklich stolze Preise. Wenn man mehrere Tage im Park verbringt, dann ist es meiner Meinung nach relativ egal, einen etwas längeren Anfahrtsweg in Kauf zu nehmen. Die Zimmer sind komfortabel eingerichtet, alles ist sehr sauber und der parkähnliche Garten ein kleines Vogelparadies. Das Restaurant bietet vorzügliche Speisen zu sehr moderaten Preisen.

Wir werden also die kommenden neun Nächte im Nationalpark in SAN-Parks-Quartieren verbringen und von Letaba aus (hauptsächlich) Richtung Süden fahren. Ohne Zweifel ist auch der äußerste Norden des Nationalparks ein lohnendes Ziel, aber dafür reicht die Zeit dann doch nicht aus. Wir konzentrieren uns bei diesem Besuch also auf den zentralen und südlichen Bereich des Parks, dort wo meiner Einschätzung nach auch die Tierdichte am höchsten ist. Bei der Beschreibung der Reisetage in diesem Bericht fasse ich die Tage jeweils so zusammen, dass ich ausgehend von den jeweiligen Quartieren beschreiben werde.
Die Zahl der Besucher im Park ist sehr überschaubar, selbst weiter im Süden, rund um Lower Sabie, wo es manchmal ganz schön hektisch werden kann, hält sich das Gedränge bei den Sichtungen sehr in Grenzen… oft haben wir gute Sichtungen sogar ganz für uns allein. Deshalb haben wir auch das Gate rasch passiert, der administrative Aufwand ist ja nicht so groß und es gibt keinen Stau!
Kurz nach dem Gate besuchen wir den Sable Damm, wo wir kaum Tiere antreffen, rundum ist es sehr still an diesem Tag. Einzig ein junger Sattelstorch (Saddle-billed Stork) steht entfernt am Ufer und lauert auf ein verspätetes Frühstück. Direkt beim Auto spaziert eine Witwenstelze (African Pied Wagtail) auf und ab.

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Die Landschaft entlang der H-9 ist geprägt von Granitkuppen, die aus dem Mopane-Busch aufragen. Auf dem Weg Richtung Osten stoppen wir noch kurz als ein paar Hornraben (Southern Ground Hornbill) dabei sind die Straße zu kreuzen. Diese großen Vögel mit ihren knallroten Kehlsäcken sind immer ein schöner Farbtupfen in dieser an sich trockenen Landschaft.

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Kurz vor Letaba verlassen wir die Hauptstraße und fahren weiter über die S96 und S131 Richtung Camp. An der Mündung dieser beiden Schotterpisten sehen wir dann die ersten Säugetiere, die sich etwas näher präsentieren: Drei junge Löwenkater und eine Löwin liegen im hohen Gras und strecken sich in der Sonne, die sich eben ihren Weg durch eine morgendliche Wolkenschicht bannt.

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Obwohl die Katzen relativ unruhig sind und abwechselnd aufstehen, bleiben sie schlussendlich doch an Ort und Stelle. Wir warten eine ganze Weile und als sie sich flach ins Gras kauern, sind sie plötzlich fast unsichtbar. Wir freuen uns über die erste Begegnung und sehen es als gutes Zeichen, dass die erste gute Tiersichtung im Park gleich eine mit Raubkatzen war…
Weiter geht es also die letzten Kilometer nach Letaba, wo wir unmittelbar vor dem Camp noch auf eine Tüpfelhyänen-Familie treffen, die offenbar in einem der Abwasserrohre, die unter der Hauptstraße durchführen, ihren Bau eingerichtet hat. Wir sind richtig verwundert, dass kein weiteres Auto weit und breit zu sehen ist – vermutlich liegen die Tiere den ganzen Tag hier an der Straße. Diese Einschätzung ist aber nicht zutreffend, wie sich später herausstellt, denn wir sehen sie, obwohl wir öfter diese Stelle passieren, nur diese eine Mal.

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Im Camp angekommen, erhalten wir, obwohl es gerade erst Mittag ist, anstandslos unseren Zimmerschlüssel. Da unsere Tochter erst sehr spät entschieden hat, uns auf dieser Reise zu begleiten, zahlen wir hier im Park jeweils erst an der Rezeption den Aufpreis für die zusätzliche Person. Es stellt sich nun als Glücksfall heraus, dass ich in den Camps jeweils Bungalows mit einer Dreier- oder gar Viererbelegung gebucht hatte – die Doppelzimmer sind ja leider oft als Blockbuchungen von Reisebüros rasch vergriffen…
Wir beziehen das Cottage mit der Nummer 70, das sehr zentral gelegen ist. Direkt vor der Terrasse stehen einige Bäume, auf denen ich natürlich sofort Vögel ausmache. Ich setze mich ruhig auf den etwas in die Jahre gekommenen Gartenstuhl und muss nicht lange warten, um einen Haubenbartvogel (Crested Barbet), einen Rotschulter-Glanzstar (Glossy Starling), eine Brillentaube (Mourning Collared Dove) und eine Palmtaube (Laughing Dove) vor der Linse zu haben.

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Langsam werden die Damen ungeduldig, denn wir wollen kurz zum Restaurant, um einen Cafe oder einen Appletiser zu ordern. Langsam wird es warm, die Temperaturen im Lowveld erreichen zumeist die 30-Grad-Marke um diese Jahreszeit, zudem ist es doch einigermaßen schwül.
Vom Restaurant genießt man einen guten Blick auf den Letaba-Fluss, wo entlang der Flusskanäle einige Vögel auszumachen sind (hauptsächlich Wollhalsstörche und Nilgänse), im Hintergrund sind Wasserböcke zu erkennen – aber es sind derzeit eben keine Tiere näher am Camp, sodass nur dieses Überblicksfoto entsteht. Im Camp selbst fallen die vielen blühenden Impala Lily’s (Adenium multiflorum) auf.

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Ich bin etwas unruhig und kann den Stopp im Restaurant nicht wirklich genießen – nicht weit entfernt am Fluss habe ich einen blühenden Baum ausfindig gemacht, der voll mit Vögeln scheint – zumindest ist das Zwitschern des Federviehs weithin zu vernehmen.
Bei diesem üppig blühenden Baum handelt es sich um eine Südafrikanische Baumfuchsie (Schotia brachypetala), die Vögel offenbar magisch anzieht. Zunächst faszinieren mich einige Baumhopfe (Green Wood Hoopoe), die am Stamm herumturnen. Anfangs sind die Vögel durchaus scheu, langsam gewöhnen sie sich aber an meine Anwesenheit… Akrobatisch turnen sie den Stamm auf und ab und suchen mit dem langen, gebogenen Schnabel die Rinde ab.

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Die Jungtiere haben dabei noch einen schwarzen Schnabel, der dementsprechend weniger auffällt.

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Im Baum selbst steppt auch der Vogel… Ich weiß überhaupt nicht, wo ich zuerst hinschauen soll. Der Weißbauch Nektarvogel (White-bellied Sunbird) ist jedenfalls besonders stark vertreten.

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Daneben tummeln sich hier Bindennektarvögel (Marico Sunbird), ein Maskenpirol (Black-headed Oriole) und ein Braunkopfpapagei (Brown-headed Parrot).

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Da geht die Strichelracke (Purple Roller), die daneben auf einem abgestorbenen Ast ruht, fast schon unter…

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Nach dieser „Pause“ im Camp, die für mich ohnehin keine war, fahren wir am Nachmittag ein Stück entlang des Flusses in nördlicher Richtung mit dem Ziel Matambeni Birdhide.
Nicht weit außerhalb des Camps freuen wir uns über eine Erstsichtung: Auf einem alten Baumstamm ruht ein riesiger Südlicher Felsenpython. Ausgewachsene Tiere erreichen eine Länge von bis zu fünf Metern, wir schätzen, dass dieses Exemplar gute drei Meter lang sein wird…

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Auf dem Weg parallel zum Letaba-Fluss trafen wir auch auf die ersten Büffel, die auch Richtung Wasser trotteten, dabei aber keinen Grashalm verschmähten und deshalb nur langsam vorwärts kamen.

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Eine Gabelracke (Lilac-breasted Roller) mühte sich mit ihrer Baute, sonst war es aber auch hier relativ ruhig.

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Kurz vor der Abzweigung von der Hauptstraße trafen wir dann auf die ersten Elefanten, einige der Dickhäuter fraßen entlang der Straße, dabei wurde natürlich auch kräftig an den Büschen gezogen…

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Ein Impala-Bock beobachtete das große Fressen aus sicherer Entfernung…

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Der Bird-Hide von Matambeni liegt wunderschön oberhalb des Letaba-Flusses. Von hier aus genießt man einen herrlichen Rundumblick über die schöne Flusslandschaft, zudem sind hier auch meistens zahlreiche Tiere zu bestaunen.
Zunächst hat es uns eine Riesenschildechse angetan. Die bis zu 60 cm großen Reptilien mit ihren abgeplatteten Körpern liegen auf den Felsen in der Sonne.

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In einem Baum auf der anderen Seite des Hides sitzen einige Angola-Schmetterlingsfinken (Blue Waxbill).

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In relativ großer Entfernung pflügen ein paar Elefanten durch die Schwimmpflanzen im Letaba-Fluss.

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Obwohl sie mitten im Grün stehen, scheinen die Pflanzen, die weiter weg sind, einen noch größeren Reiz auszuüben – irgendwie menschliche Züge…
Dahinter grasen auch einige Impala, noch weiter weg sind auch wieder Wasserböcke zu sehen.

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Vor einigen Gezahnten Pelomedusen setzt sich plötzlich ein Graufischer (Pied Kingfisher) mit einem großen Fisch auf einen Ast. Immer wieder schlägt er seine Beute auf das Holz; für uns hat es den Anschein, dass er den Fisch irgendwie versucht auseinanderzubrechen… unaufhörlich schlägt er zu…

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Ein anderer Graufischer sitzt daneben und beobachtet den Vorgang, etwas weiter in unsere Richtung sitzt zudem ein Braunkopfliest (Brown-hooded Kingfisher).

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Wir bleiben hier wirklich lange sitzen, es gibt ständig etwas Neues zu beobachten und wir fühlen uns einfach rundum wohl. Gerade als wir unsere Sachen zusammenpacken und aufbrechen wollen, eskaliert die Situation in einer Gruppe von Flusspferden, die ebenfalls unter uns herumtümpeln… Unter lautem Gegrunze reißt eines der Tiere sein Maul weit auf…

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Wir brechen nun endgültig auf und fahren zurück in das Camp, wo wir vor unserem Bungalow den Griller bemühen und ein paar schöne Fleischstücke zubereiten. Dazu kochen wir Kartoffeln und marinieren den Salat. Besonders freuen wir uns darüber, dass wir während des Abendessens Besuch bekommen, zwei Ginsterkatzen, die sich mit uns das Häuschen teilen, kommen immer wieder kurz auf Besuch… Die Tiere sind nicht sonderlich scheu und lassen sich sogar ablichten!

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Zufrieden mit diesem ersten Tag im Kruger Nationalpark fallen wir bald in unsere Betten, denn morgen erwartet uns sicher auch wieder ein spannender Tag…

Gefahrene Tageskilometer: 212
Teil 3530. März 2022
Reisetag 34 (4. September 2021) – Kruger NP (rund um Letaba)

Der gestrige Einstieg war schon einmal sehr vielversprechend. Diese Pirschfahrten haben tatsächlich ihren besonderen Reiz, man weiß nie was einen erwartet. Für den heutigen Tag haben wir einen Ausflug in nördliche Richtung vorgesehen, wir wissen noch nicht wie weit wir fahren werden, aber es soll jedenfalls ein Stück Richtung Mopani gehen.

Wir haben gestern am Abend noch Eier gekocht, dazu haben wir Käse, Biltong und Äpfel mitgebracht. Auch Karotten liegen für ein kleines Picknick bereit, das wir unterwegs einnehmen wollen. Pünktlich mit der Toröffnung rollen wir mit einigen wenigen anderen Autos durch das Gate. Von den Hyänen ist noch nichts zu sehen, vielleicht sehen wir sie ja nochmals, wenn wir wieder zurück kommen…

Hier im Park sitzt zumeist unsere Tochter am Steuer, erstens liebt sie es, mit dem Auto im Park zu fahren, zweitens ist es für mich leichter, mich auf die Tiere und auf das Fotografieren zu konzentrieren. Sie hat es inzwischen gelernt, auch auf den Blickwinkel beim Stehenbleiben zu achten – ich finde, sie macht das sehr gut…
Weit fahren wir nicht, da treffen wir dennoch auf eine erste Tüpfelhyäne, die einsam im Gras liegt. Noch leuchtet die Sonne die Landschaft nicht zur Gänze aus, aber diese Morgenstimmungen liebe ich einfach, die kalte Luft, gelegentlich ein leichter Nebelschleier – das ist Afrika…

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Unweit davon entfernt liegt eine weitere Hyäne, auch ihr wärmen die ersten Sonnenstrahlen gerade einmal die Nackenhaare.

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Auch heute dauert es nicht lange und wir treffen auf die ersten Löwen: Zunächst sehen wir eine Löwin, die eben dabei ist, die Straße zu überqueren. In ihrem Schlepptau sind zumindest vier junge Männchen. Beim Queren der H1-6 interessieren sie sich sehr für ein frischen Elefantendung, der überall herumliegt. Sie marschieren dann aber geradewegs weiter, drehen sich kurz um und sind auch schon wieder verschwunden…

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Zur rechten Zeit am rechten Platz – wenige Augenblicke früher oder später und wir hätten diese Gruppe nie und nimmer gesehen.
Wenige Kilometer weiter kreuzt eine Gruppe Büffel. Es ist keine riesige Herde, auf die wir hier treffen, aber doch eine recht stattliche Anzahl von Tieren aller Altersklassen. Fast auf jedem der Tiere hockt zumindest ein Gelbschnabel-Madenhacker (Yellow-billed Oxpecker).

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Vorbei an einer Elefantenherde und zwei Riesentrappen (Kori Bustard), die sich im Paarlauf üben folgen wir weiter der Hauptstraße in nördlicher Richtung.

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Es dauert allerdings nicht recht lange und wir können bereits wieder eine Löwin sichten, die durch das Gras schleicht. Sie nähert sich dabei immer mehr der Straße und so müssen wir nicht viel tun, als den Motor abstellen und zu warten…

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Inzwischen waren zwei weitere Wagen zu uns gestoßen und die Löwin marschiert zwischen den Autos auf und ab, ist teilweise direkt neben unseren offenen Wagenfenstern.

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Nicht weit von uns nähert sich eine Büffelherde. Während wir uns bereits auf ein Aufeinandertreffen von Löwe und Büffel freuen, sehen wir, dass eine weitere Löwin die Büffelherde versucht in eine bestimmte Richtung zu lenken – dieses Unterfangen scheitert aber im Ansatz, da die Tiere nur wild auseinanderstoben.

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Auch auf der anderen Straßenseite tauchen plötzlich sowohl Büffel als auch Löwinnen auf.

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Inzwischen sind bereits mindestens 6 Löwinnen rund um uns, sie schleich auf und ab,

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doch es kommt zu keiner weiteren Attacke, da auch die restlichen Büffel ihre Lage erkannt haben und das Weite suchen. Zuletzt bleibt eine – hoch trächtige – Löwin über, die zwischen den Autos steht; die anderen Tiere sind offenbar in angemessenem Anstand der Büffelherde hinterher…

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Derartige Tierbegegnungen sind äußerst eindrucksvoll und man weiß oft nicht, wohin man seine Aufmerksamkeit zuerst richten soll.
Beinahe hätten wir unsere Aufmerksamkeit nur den Löwen und Büffeln gewidmet und den Raubadler (Tawny Eagle), der nicht weit entfernt auf einem Ast sitzt, übersehen.

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Es mutet schon fast skurril an, doch wir haben unsere Fahrt Richtung Mopani noch nicht lange fortgesetzt, da haben wir die dritte Löwenbegegnung an diesem Vormittag. Ein Löwenpärchen kopuliert direkt neben der Straße. Wir nehmen zunächst nur die Köpfe der beiden wahr.

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Schließlich stehen die beiden aber auf – offensichtlich fühlen sie sich durch unsere Anwesenheit gestört, denn es dauert nicht lange und sie suchen die Deckung mehrerer Büsche…

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Ein großer Kudubulle stellt sich uns ebenfalls noch vor und dann haben wir bereits die Abzweigung nach Mopani erreicht.

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Inzwischen haben wir so richtig Hunger, der Magen knurrt bereits und da wir eine Tierbegegnung nach der anderen hatten, haben wir auch die mitgebrachten kulinarischen Köstlichkeiten bisher nicht angerührt… Wir entscheiden uns, das Essen in Ruhe im Mopani-Camp einzunehmen und uns dort im Anschluss eine gute Tasse Cafe zu gönnen.
In der Zwischenzeit ist der Himmel stellenweise ein wenig mit Wolken verhangen, im Osten zeichnet sich eventuell ein Gewitter ab. Wir fahren die kurze Strecke hoch zum Camp und machen eine ausgedehnte Pause.
Auf den Hügeln der Umgebung stehen einige mächtige Baobab-Bäume und im Camp selbst huschen natürlich wieder Vögel herum, zudem toben einige Baumhörnchen…

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Wir sehen hier einen Haubenbartvogel (Crested Barbet), weitere Waldhopfe (Green Wood Hoopoe), einen Wassertriel (Water Thick-knee) und einen Piepmatz, den ich nicht wirklich zuordnen kann… Vielleicht gibt es an dieser Stelle wieder Hilfe?!

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Der Blick von der Terrasse des Restaurants in Mopani ist wunderschön:

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Verschiedene Gruppen von Antilopen stehen auf den kleinen Halbinseln, die in den See ragen, nicht selten nehmen Elefanten hier ein Bad. Auch einige Flusspferde stapfen herum. Auf dem Wasser tummeln sich verschiedene Wasservögel, in unserem Fall sind es Witwenpfeifgänse (White-faced Whistling Duck), die aber leider etwas entfernt schwimmen.

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Unter uns liegen zudem einige Streifenskinke auf den Felsen.

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Wo in aller Welt wird in einem Kaffeehaus ein derartiges Schauspiel mitgeliefert?
Zufrieden treten wir schließlich die Rückfahrt nach Letaba an. Unterwegs bestaunen wir eine weitere Strichelracke (Purple Roller) und einige Rotschopftrappen (Red-crested Korhaan). Auch eine weibliche Schwarzbauchtrappe (Black-bellied Bustard) zeigt sich.

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In der Nachmittagshitze rechnen wir eigentlich nicht mit vielen Sichtungen, zudem sind wir mit der heutigen Ausbeute mehr als zufrieden. Unterwegs treffen wir aber völlig unverhofft auf eine Gruppe von Geparden, die die teilweise weiten Lichtungen nördlich von Letaba natürlich sehr schätzen. Die drei Tiere sind etwas weiter entfernt, aber dennoch kann man den liebevollen Umgang der Geschwister (?) untereinander deutlich ausmachen. Gegenseitig pflegen sie sich ihr Fell, schlecken sich ab… Wir beobachten sie einige Zeit, bis sie dann nacheinander im Unterholz verschwinden.

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Da wir noch etwas Zeit haben, fahren wir entlang des Tsendze Loops (S48) zurück. Hier stoßen wir noch auf eine Gruppe von Leierantilopen, die gemeinsam mit einigen Gnus die Mopanewälder durchstreifen.

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Begeistert von unseren Sichtungen kehren wir zurück nach Letaba. Ich war bei der Buchung der Camps eigentlich etwas skeptisch, was Letaba betrifft, denn es ist doch ein großes Camp. Da die Bungalows aber bei weitem nicht voll belegt sind, gestaltet sich der Aufenthalt sehr entspannt. Das Abendessen im Restaurant ist in Ordnung – nicht mehr und nicht weniger, die Bedienung eigentlich sehr bemüht. Leider wird mit dem Licht etwas gespart, man muss sich ziemlich darauf konzentrieren, zu sehen, was am Teller ist…

Gefahrene Tageskilometer: 142
Teil 3601. Apr. 2022
Reisetag 35 (5. September 2021) – Kruger NP (rund um Olifants)

Inzwischen ist schon mehr als ein Drittel der Zeit im Südlichen Afrika verstrichen und ich freue mich immer noch wie ein Kleinkind auf Weihnachten, wenn ich in einem Nationalpark unterwegs sein darf. Die Tage in Letaba sind ebenfalls schon wieder vorüber, heute geht es für uns weiter nach Olifants. Das Camp Olifants gehört für mich zu den schönsten im Park, allein die Lage ist einfach nur genial. Aufgrund der kurzen Distanz zwischen den beiden Unterkünften werden wir bereits in Olifants unser „Frühstück“ einnehmen, bis dorthin begnügen wir uns mit einem Tee und ein paar Keksen, auch die Karotten kann man gut zwischendurch knabbern.
Pünktlich zur Gate-Öffnung geht’s auch schon wieder los, der Schlüssel kommt in die Drop-Box und wir rollen einem neuen Abenteuer entgegen.
Der heutige Tag beginnt mit einem Haubenbartvogel (Crested Barbet). Er flattert vor uns auf und ab und zeigt sich von allen Seiten. Am Boden hockt ein Kronenkiebitz (Crowned Lapwing). Leider sind die Lichtverhältnisse noch nicht optimal, sodass der Paradiesschnäpper (African Paradise Flycatcher) nur sehr schwer festzuhalten ist…

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Bevor wir heute Säugetiere sehen, treffen wir auch noch auf ein Swainson-Frankolin (Swainson’s Spurfowl).

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Eine Versammlung von Weißrückengeiern (White-backed Vulture) lässt uns kurz auf einen Kill hoffen, doch offensichtlich treffen sich die vielen Aasfresser nur, um die Lage zu besprechen…

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Der kleine Weißschopf-Brillenwürger (White-crested Helmetshrike) schaut da fast schon verloren aus bei den riesigen Nachbarn.

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Es ist tatsächlich erstaunlich, welche Vielfalt an Vögeln es hier in diesem Park gibt. Sobald man langsam die Straßen entlangfährt, sieht man eigentlich immer etwas… Zudem gelingen noch ein paar ganz brauchbare Bilder von einem Wiedehopf (African Hoopoe).

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Ein einsamer Elefantenbulle ist der erste Säuger, dem wir heute begegnen. Er trottet langsam neben der Straße her.

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Einige Kronenducker können wir ebenfalls ablichten. Diese Tiere habe ich bisher noch nicht so oft im Park gesehen, insofern ist das natürlich doch eine große Freude!

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Auch heute begegnen wir wieder Tüpfelhyänen. Es sind mehrere Tiere unterwegs, doch es ist schwierig, sie im hohen Gras auch tatsächlich gut sehen zu können. Diese Raubtiere sind meist in den Morgenstunden unterwegs, um von ihren nächtlichen Streifzügen zum Bau zurückzukehren.

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Die Grünen Meerkatzen sind ebenfalls schon wach – sie suchen am Boden nach Nahrung und graben dabei mächtig um. Frech starren sie ins Wageninnere, aber unsere Fenster sind gut bewacht…

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Eine Gabelracke (Lilac-breasted Roller) hockt auch noch zusammengekauert auf einem Stamm.

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Wir freuen uns einen Namaspecht (Bearded Woodpecker) zu sehen, der aber leider hoch oben in einem Baum vor sich hin hämmert, daher kaum zu sehen sondern mehr zu hören ist.

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Unser aller Adrenalinspiegel steigt merklich, als wir den ersten Leoparden beim diesjährigen Krugerpark-Besuch ausmachen. Die Raubkatze hockt neben einem Baum vermutlich vor ihrer Beute. Immer wieder beugt sie sich nach vor und es hat für uns den Anschein, als wollte sie das Aas wegschleppen. Aufgrund der großen Entfernung zur Straße, können wir leider keinen genauen Überblick gewinnen, was hier tatsächlich vor sich geht.

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Der zweite Paradiesschnäpper des Tages sitzt da schon wesentlich näher, ebenso wie ein weiterer Haubenbartvogel…

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Wir sehen eine Gruppe Impala, die gemeinsam mit ein paar Warzenschweinen am Rand eines fast ausgetrockneten Tümpels steht.

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Auch heute gelingt es uns wieder, Löwen zu sehen: Unweit der Abzweigung nach Olifants liegen zwei junge Kater im Schatten eines Busches. Als wir stehenbleiben richten sie sich auf, starren uns an und gähnen…

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Bisher haben wir an jedem Tag Löwen gesehen – wir sind mega-glücklich!
Die Lage des Nationalpark-Camps Olifants ist wirklich unbeschreiblich imposant – auf der Kuppe eines Berges überblickt man von hier aus die wunderschöne Umgebung, darunter auch die Arme des Olifantsflusses. Wir legen hier eine längere Pause ein, durchstreifen das Camp, genießen die Aussicht und beziehen schlussendlich auch wieder das Zimmer für die kommenden beiden Nächte. Direkt am Aussichtspunkt stehen einige Aloen, an denen mehrere Braunkopf-Papageien (Brown-headed Parrot) herumtoben.

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Von hier heroben beobachten wir Elefanten, Impala, Wasserböcke und weiter entfernt auch einige Kudus. Welch ein Ausblick, gleichzeitig freuen wir uns über eine Stärkung und lassen den bisherigen tollen Tag revue passieren.
Für den Nachmittag entscheiden wir uns zu einer Fahrt in den Süden des Camps, um entlang der S91, S92 und weiter im Osten entlang der S44 unser Glück zu versuchen.
Noch vor der Abzweigung der S91 von der Hauptstraße sehen wir einen Kadaver in einem Baum hängen.

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Der Impala ist zwar aufgebrochen, aber die Gedärme sind noch nicht herausgerissen – die Beute scheint also relativ frisch zu sein. Von einem Leoparden fehlt jedoch jede Spur, auch am Fuß des Baumes ist keine Raubkatze auszumachen. Wir warten einige Zeit, außer uns sind auch noch zwei weitere Autos anwesend. Nach einiger zeit entschließen wir uns, zunächst einmal weiterzufahren.
Wir beobachten eine ganze Reihe weiterer Vögel: Darunter einen Weißenbrauen Heckensänger (White-browed Scrub Robin), einen Elsterwürger (Magpie Shrike), einen Schlangenadler (Brown Snake Eagle), einen Sekretär (Secretarybird) und eine Goldbauchammer (Golden-breasted Bunting)

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Ein einsamer Kudu-Bulle zupft die Blätter von den Büschen.

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Ansonsten gestaltet sich der Nachmittag etwas ruhiger, auf der Rückfahrt sehen wir jedoch eine Paviandame sehr einsam auf einem Baum, wir können keine weiteren Tiere ausfindig machen, obwohl das natürlich eher unwahrscheinlich ist…

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Ziel unserer Fahrt ist nochmals der Baum, auf dem wir den erlegten Impala gesichtet hatten, hier wollen wir nochmals unser Glück versuchen. Wir stellen unseren Wagen unter den Baum und warten… der Kadaver ist inzwischen schon etwas mehr aufgequollen, die Sonne hat dazu ihren Beitrag geleistet.
Wir stehen sicher mehr als eine Stunde hier herum, langsam aber sicher wird es Abend. Zwischenzeitlich kommen immer wieder Autos vorbei, die Verweildauer ist aber meist nur kurz.
Endlich lohnt sich unsere Geduld: Die Leopardendame kommt auf der gegenüberliegenden Straßenseite aus den Büschen, spitzt sich an einem Baum die Krallen und legt sich gemütlich in den Schatten.

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Sie macht aber keine Anstalten, zu ihrer Beute auf den Baum zu klettern – vielmehr steht sie bald wieder auf und trottet davon. Dabei sehen wir, dass sowohl ihr Schwanz als auch ihre rechte Vorderpfote eine Verletzung aufweisen…

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Wir genießen die Zeit ganz allein mit diesem wunderschönen Tier und nehmen uns vor, am nächsten Morgen gleich wieder vorbeizusehen – irgendwann wird der Hunger sicher groß genug sein, denn wer lässt schon einen reich gedeckten Tisch so zurück…
Apropos Tisch: Wir fahren zurück in das Camp und kochen unser Abendessen: Heute gibt es Pasta mit Gemüse… Dazu trinken wir wieder einmal eine gute Flasche Wein.

Gefahrene Tageskilometer: 91
Teil 3703. Apr. 2022
Reisetag 36 (6. September 2021) – Kruger NP (rund um Olifants)

Zwei Nächte in einem Quartier bringen es mit sich, dass man nicht jeden Tag seine Koffer packen muss. Auch heute können wir wieder sofort loslegen und haben dabei natürlich ein Ziel: Wir wollen nachsehen, was aus dem Impala im Baum geworden ist…
Wir stehen nach wenigen Minuten unter dem Baum und stellen fest, dass der Kadaver deutlich an Volumen eingebüßt hat – die Raubkatze hatte während der Nacht großen Appetit und liegt nun auf einem anderen Ast und döst vor sich hin…

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Wir parken unser Auto so ein, dass wir gute Sicht auf die Katze haben und werden dabei genau beobachtet.

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Immer wieder fallen ihr die Augen zu und der Kopf gleitet runter – die Leopardin ist sichtlich noch müde.

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Wir warten darauf, dass ersten Sonnenstrahlen auf ihren Rücken fallen und genießen den Anblick…

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Mehr als eine Stunde verbringen wir hier in aller Ruhe, dann entscheiden wir uns, wieder weiterzufahren. Auch am Abend am Rückweg wollen wir nochmals hier vorbeikommen, der Weg zum Camp ist ja ein sehr kurzer.
So kann ein Morgen beginnen – was gibt es Schöneres?
Wir stoppen für einen Raubadler (Tawny Eagle) und fahren dann weiter Richtung Balule.

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Auch heute treffen wir wieder auf Tüpfelhyänen, während die Jungtiere auf der Straße herumtollen, schlummern die älteren Tiere und genießen die wärmenden Sonnenstrahlen.

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In der Flussniederung sind relativ große Herden anzutreffen – eigentlich das erste Mal, seit wir im Park sind. Zebras, Impala und Gnus zupfen hier das frische Grün aus, das aus dem verkohlten Boden sprießt. Auch eine Elefantenherde zieht vorbei.

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Langsam bricht auch heute die Sonne durch, zwischenzeitig war wieder so etwas wie ein Morgennebel aufgezogen. Es ist drückend schwül, der Tag wird wohl wieder sehr warm werden.
Die Elefanten treten mit Getöse auf, zwischen einzelnen Tieren gibt es offenbar Unstimmigkeiten, manchmal werden die Auseinandersetzungen durchaus heftig.

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Es wird ordentlich Staub aufgewirbelt, letztendlich sind die Streithähne aber wieder versöhnt und sie reichen sich den Rüssel…

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Der vierte Tag im Park und wir treffen schon wieder auf eine Gruppe von Löwen. Mussten wir bei früheren Besuchen oft tagelang ohne diese Katzen auskommen, so sind sie bisher zu ständigen Begleitern geworden. Aber der Anblick dieser wunderbaren Tiere ist immer wieder ein besonders Highlight und wir möchten das natürlich keinesfalls missen. Die Gruppe, die wir heute gegen Mittag vorfinden, ist schlapp und vollgefressen… Vermutlich gab es während der Nacht- oder Morgenstunden ein üppiges Festmahl. Die jungen Mähnen sind stellenweise blutverklebt, die Kater müssen sich erst wieder frisch machen…

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Eine große Büffelherde kann nicht zum kleinen Wasserloch vordringen, weil sich dort Elefanten breitgemacht haben – die Dickhäuter verweilen lange und stillen genüsslich den Durst.

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An der S90 südlich von Balule sehen wir neben Büffeln auch noch Zebras und Wasserböcke.

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Aber auch ein paar Vögel kommen uns wieder vor die Linse, darunter Rotbrustschwalben (Red-breasted Swallow), eine weitere Gabelracke (Lilac-breasted Roller), Hornraben (Southern Ground Hornbill), ein Schwarzkehlchen (African Stonechat) und ein Graufischer (Pied Kingfisher).

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Als wir dann in größerer Entfernung einen weiteren Leoparden auf einem Baum liegen sehen, entscheiden wir uns zur Rückfahrt. Wir wollen nicht zu weit Richtung Satara, denn auch dort werden wir ja zwei Nächte verbringen. Zudem haben wir unsere Augen heute bereits genug angestrengt und sind dafür auch reichlich belohnt worden…

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Am Olifants-Fluss beobachten wir nochmals eine Herde von Elefanten sowie Wasserböcke und Impala. Später am Abend landet ein wunderschöner Raubadler im Camp, leider ist das Licht schon etwas schwierig…

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Wir verbringen den restlichen Nachmittag mit Lesen und Schreiben, zudem putze ich wieder an meiner Kamera herum. Außerdem gehen wir zum Shop und kaufen Eiscreme. Auf der Lehne eines Stuhls sitzt ein Haubenbartvogel in der Nachmittagssonne – der Kontrast zum dunklen Hintergrund ist enorm, da kann ich mich etwas mit meinem Fotoapparat spielen…

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Das Abendessen nehmen wir heute im Restaurant des Camps ein, ich habe aber leider auf die Aufzeichnungen dazu vergessen – daher gibt es keine Info an dieser Stelle zur Qualität der Speisen – ich kann nur anfügen, dass mir dieses Mahl nicht als besonderes Highlight in Erinnerung geblieben ist…

Gefahrene Tageskilometer: 92
Teil 3805. Apr. 2022
Reisetag 37 (7. September 2021) – Kruger NP (Olifants – Satara)

Heute müssen wir auch Olifants schon wieder verlassen – das Procedere ist überall das gleiche: Schlüssel in den dafür vorgesehenen Kasten am Ausgang einwerfen und schon kann es losgehen – das Gate wird wieder einmal pünktlichst geöffnet, jedenfalls keine Minute früher als vorgesehen. Es stehen schon mehrere Wagen aufgereiht und die Fahrer tauschen sich aus, in welche Richtung es gehen soll. Bei uns ist das heute mehr als klar: Wir fahren langsam über die Hauptstraße nach Satara. Gestern hat uns die S90 auch sehr gut gefallen – aber wir wollen dennoch nicht nochmals dort entlangfahren, zumal fest eingeplant ist, von Satara aus eine Schleife über die S100 – eine meiner Lieblingsstrecken im Park – und die S41 zurück auf die S90 zu fahren.
Wir rollen also langsam den Berg runter und fahren gleich wieder zu dem Baum, auf dem wir gestern die Leopardin gesichtet hatten. Das Impala-Skelett ist inzwischen vom Baum gestürzt und auch die Leopardin ist nirgendwo auszumachen. Also fahren wir weiter in südlicher Richtung.
Tiertechnisch beginnt der heutige Tag mit einem Zebra, das vor uns die Straße kreuzt, weitere Artgenossen warten zunächst an der Seite, stürmen dann aber auch hinterher.

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Eine Riesentrappe (Kori Bustard) stolziert im schönen Morgenlicht durch das hohe Gras.

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Wir haben inzwischen bereits einige Giraffen gesehen, aber ich finde immer, dass es schwer ist, diese Tiere gut abzulichten. Das weiche Licht am Morgen ist dabei aber eine große Unterstützung.

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Auf einem Baum sitzen zwei Gaukler (Bateleur) – auch da bin ich froh, diese wunderschönen Vögel im Morgenlicht anzutreffen, weil sich dadurch die Farben viel besser abheben.

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Natürlich sind auch wieder Impala zu sehen, das sind mit Sicherheit jene Tiere, denen wir am häufigsten im Park begegnen…

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Wir entschließen uns dazu, über den Picknickplatz Timbervati zu fahren, eine Strecke, die auch oft schon für viel Freude gesorgt hat. Die S127 und die S40 sind sehr schöne Pisten, die auch in den Foren als sehr wildreich angesehen werden.
Unterwegs begegnen uns hier Honigdachse, die sich aber leider auf der falschen Straßenseite aufhalten, sodass wir die Sonne gegen uns haben – aber es ist immer wieder schön, diese putzigen Kerle anzutreffen.

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Wir sehen einen Riesenglanzstar (Burchell’s Starling), einen Angola Schmetterlinksfink (Blue Waxbill), ein Natalfrankolin (Natal Spurfolwl), weitere Gabelracken (Lilac-breasted Roller) und eine Sabota-Lerche (Sabota Lark).

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Das tägliche Löwenrudel darf auch heute nicht fehlen – wir haben schon darüber gewitzelt, dass wir heute vielleicht leer ausgehen, aber auf die Katzen ist in diesem Jahr Verlass: Wir können die genaue Zahl der Tiere nicht wirklich ausmachen, denn sie liegen verstreut im Schatten der Büsche – lediglich ein Jungtier spielt noch mit den Resten eines Warzenschwein-Kopfes…

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Wir sehen ihm eine Weile zu, dann erhebt sich aber eine der Löwinnen und schlendert mit ihm auch in die nächste Buschreihe…

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Bei Timbervati legen wir eine Pause ein, freuen uns, die Füße vertreten zu können. Wir packen ein paar Snacks aus und setzen uns an einen der Tische. Der Platz ist gut besucht, einige Gäste haben auch den Griller angeheizt – uns wäre das hier Mitten am Tag definitiv zu warm – wir sind froh, dass wir die Kühlbox für kalte Getränke im Auto haben. Wir beobachten die Rotschnabeltokos (Southern Red-billed Hotnbill), die am Picknickplatz tatsächlich sehr zutraulich sind…

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Daneben beobachten wir auch ein kapitales Warzenschwein, das die Reste der Besucher fein säuberlich aufsammelt.

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Auf der Weiterfahrt begegnen wir weiteren Giraffen, einigen Kudus und einem Kampfadler (Martial Eagle), der aber leider etwas zu weit entfernt auf einem Busch sitzt.

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Irgendwie habe ich es geschafft, bei Timbervati nicht auf die S40, sondern auf die S39 abzubiegen. Zunächst fällt uns das nicht auf, aber irgendwann werden wir stutzig und ich schalte das Navi an… da müssen wir nun durch, aber es ist ja noch genügend Zeit vorhanden, also können wir da auch weiterfahren.
Langsam wird nun auch das Licht am Nachmittag wieder besser und wir bestaunen eine Gabelracke (Lilac-breasted Roller), die brav neben der Straße auf einem Baumstumpf sitzen bleibt…

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Als wir plötzlich einen Büffelkadaver neben der Straße entdecken, vermuten wir, dass Löwen nicht allzu weit entfernt sein könnten…

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Wir entschließen uns, hier etwas zu warten, denn wir sind nun bereits relativ nah an der Einmündung der S39 in die H7, die uns dann nach Satara bringen wird.
Zunächst ist tatsächlich keine Spur von einer Katze – plötzlich erhebt sich eines der Tiere aus dem hohen Gras und starrt uns vollgefressen entgegen.

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Das junge Männchen kann sich kaum bewegen – sein Buch ist mehr als gefüllt. Nach einiger Zeit nähern sich zwei weitere junge Löwen-Kater dem Büffelkadaver. Die Sonne ist leider etwas ein Spielverderber, denn sie nähert sich dem Horizont und strahlt uns entgegen. Es wird kaum gefressen – eher nur geknurrt und bewacht…

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Fast übersehen wir ein kleines Vogelküken, das neben dem Auto steht. Da die Mutter nicht auszumachen ist, kann ich da leider auch keine Aufklärung geben, wer sich uns so weit genähert hat…

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Auf der anderen Seite der Pad stehen einige Zebra – die haben nun sicher nichts von den Löwen zu befürchten, denn der Geschwindigkeitsvorteil wäre in diesem Fall eindeutig aufseiten der Pferde…

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Kurz vor Satara halten wir noch bei einigen Gnus, Zebras und einer weiteren Giraffe, die wunderschön im Abendlicht stehen. Auch die Büffelweber (Red-billed Buffalo Weaver) sind inzwischen zu ihren Nestern zurückgekehrt.

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Satara ist für mich eines der schönsten Camps im gesamten Kruger NP und eigentlich jedes Mal fixer Bestandteil unserer Reisen. Die Straßen rund um das Camp sind extrem wildreich – einen kleinen Vorgeschmack dazu haben wir auch heute bereits erhalten. Wir checken im Camp ein und entschließen uns, heute das Abendessen im Restaurant einzunehmen, denn wir sind doch einigermaßen müde.

Gefahrene Tageskilometer: 162
Teil 3906. Apr. 2022
Reisetag 38 (8. September 2021) – Kruger NP (rund um Satara)

Die Nacht im Camp war ereignisreich, denn immer wieder wurden wir durch sehr nahes Löwengebrüll geweckt. Die Tiere dürften nicht weit vom Camp ein Meeting gehabt haben. Auch der eigenwillige Ruf der Hyänen war zwischendurch immer wieder zu vernehmen. Wir freuen uns also bereits auf den neuen Tag, als wir mit der Gateöffnung wieder auf Piste sind. Die
Fahrt führt uns zunächst in südlicher Richtung zur H7 und dort dann weiter Richtung Orpen Gate. Vor allem die Gegend rund kleinen See, der sich dort ausbreitet und dem wir gestern zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt haben, wollen wir erkunden. Anschließend soll es über die S100 in östliche Richtung gehen – eine meiner Lieblingsstrecken im gesamten Park.
Der Morgen beginnt etwas wolkenverhangen, die Sonne blinzelt nur zwischenzeitlich etwas durch. Die Stimmung mit den vielen knorrigen Bäumen südlich von Satara ist aber ganz wunderbar.

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Ein Waffenkiebitz (Blacksmith Lapwing) ist bereits unterwegs, ein Perlkauz (Pearl-spotted Owlet) dreht uns seinen Kopf zu und öffnet die großen Augen. Ein Kudu schreckt auf und zieht sich zurück.

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Rund um den See ist noch sehr ruhig, die Bäume spiegeln sich im glatten Wasser – eine wunderbare Idylle, die sich hier ausbreitet.

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Es ist tatsächlich wie im Traum – wir parken unweit des Wassers und sind begeistert von diesem herrlichen Morgen, als unmittelbar vor unserem Auto eine Löwin die Straße quert – sie spaziert direkt an uns vorbei. Kurz hinter ihr folgt eine zweite Katze, beide verschwinden sie Richtung Satara im hohen Gras… Die Sonne ist eben damit beschäftigt, sich durch ein Nebelband zu fressen und beginnt die Szenerie auszuleuchten – schöner geht nicht!

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Wir werfen einen Blick zurück und fahren dann weiter in östliche Richtung zur S100.

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Wir beobachten eine Giraffe beim Fressen und sind fasziniert, wie viele Madenhacker sich auf ihrem Rücken befinden.

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Die S100 folgt einem kleinen Flussarm und ist meist eine „Bank“ wenn es um Tiersichtungen geht – viele bezeichnen sie sogar als die beste Straße im gesamten Kruger Nationalpark. Diese Wertung überlasse ich anderen, ich weiß aber, dass es hier landschaftlich sehr schön ist!
Wir sind noch nicht weit gefahren und steuern auf eine kleine Einbuchtung zu, wo bereits ein Auto steht – der Fahrer zeigt ganz nervös nach unten und da sehen wir ihn – ein Leopard liegt am Ufer auf einer Steinplatte und schläft. Wir parken das Auto ein und stellen den Motor ab… Ich wage es nicht zu reversieren – deshalb bleibt leider ein Grashalm in den Bildern bestehen.

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Bald darauf hebt die wunderschöne Katze ihren Kopf, erhebt sich und schlendert gemächlich davon… nicht ohne vorher noch kräftig zu gähnen.

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Wir sind heute noch keine Stunde unterwegs und eigentlich ist auch dieser Tag schon wieder einer, über den man viel berichten kann.
Wenig später begegnen wir einem Kuckuck (Burchell’s Coucal), der sich ebenfalls gut ablichten lässt. Meistens sind diese Tiere sehr scheu und wollen keine Bilder. Daneben sehen wir noch einen Rotscheitel Zistensänger (Rattling Cisticola) - danke Maddy!

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Im Verlauf des weiteren Vormittags sehen wir entlang der Piste ein paar Nilgänse und große Gruppen von Wasserböcken und Zebras.

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Sogar ein Flussuferläufer (Common Sandpiper) kommt uns vor die Linse.

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An einem kleinen Tümpel stehen einige Impala und Warzenschweine zusammen, als plötzlich eines der Schweine ins Wasser springt und mittendurch läuft.

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Ein Buschbock liegt am Rand einer kleinen Einbuchtung und genießt den Schatten.

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Mehrere Hornraben spazieren durch das hohe Gras, darunter diesmal wieder einige Jungtiere. Die beiden Steinböckchen übersehen wir beinahe, denn das Gras ist deutlich höher und sie können sich gut verstecken.

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Bevor wir wieder nach Satara zurückkommen, wo wir unsere Mittagspause genießen wollen, stoßen wir noch eine riesige Gruppe von Büffeln, die Kolonne scheint überhaupt nicht enden zu wollen und es dauert, bevor uns der Weg freigegeben wird.

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Wenig später stoßen wir auch noch auf die Reste eines Büffelkadavers. So enden viele dieser Tiere rund um Satara, wo es offensichtlich vor Löwen nur so wimmelt…

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Eine Gruppe Giraffen wandert zu einem kleinen Wasserloch, dort trinken die Tiere abwechselnd, aber bereits nach kurzer Zeit sind sie auch schon wieder weg.

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Die Mittagspause verbringen wir heute im Camp. Hier haben wir die Möglichkeit uns auch ein wenig auszustrecken und wir beschließen, dass wir erst später gegen Abend wieder aufbrechen wollen. Wir haben am Vormittag wahnsinnig viel gesehen und sind inzwischen auch schon etwas müde. Außerdem wollen wir den Salat zubereiten, den wir am Abend zum selbst gegrillten Steak essen wollen. Zunächst trinken wir aber einen Cafe.
Den Nachmittag, der sich nun etwas kürzer gestalten wird, starten wir mit Kudu und Elefant, wobei der riesige Elefantenbulle auf der Straße ordentlich mächtig auf uns zukommt. Da weiß ich nie, wie ich richtig reagieren soll – langsam fahren und auf eine Reaktion warten, das ist mein Zugang – diesmal kommt aber keine Reaktion und so fährt unsere Tochter mit Sicherheitsabstand an ihm vorbei, während ich noch schnell ein Foto schieße…

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Wir sehen weitere Steinböckchen und einen Gelbschanbeltoko (Southern Yellow-billed Hornbill)

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Der Nachmittag verläuft etwas weniger aufregend, die Tiere sind nur vereinzelt und dann auch nur in größerer Entfernung auszumachen. Umso mehr freuen wir uns über eine Schildkröte, die direkt neben der Straße liegt.

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Daneben gelingen noch Bilder eines Cabaniswebers (Lesser Masked Weaver) und von einer kleinen Gruppe mächtiger Elefanten. Im Unterholz rund um den Nsemani-Damm sind einige Nyala im Unterholz.

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Für uns geht es zurück ins Camp, wir hatten einen wunderbaren Tag und nun müssen wir nur noch das Holz anzünden, mit dem Bier in der Hand ein wenig warten und schließlich das Fleisch auflegen, das wir mittags bereits mariniert haben. Einem guten Ausklang dieses Abends steht nichts mehr im Weg…

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Gefahrene Tageskilometer: 116
Teil 4008. Apr. 2022
Reisetag 39 (9. September 2021) – Kruger NP (rund um Lower Sabie)

Diese Nacht verläuft völlig ruhig, nicht ein einziges Mal werden wir durch ein Geräusch geweckt, das ist vielleicht auch der Grund, dass wir heute nicht bei den Ersten sind, die am Morgen auf Pirsch fahren… Es wird der einzige Tag sein, an dem wir nicht pünktlich mit Gateöffnung loslegen, aber bis wir unser Gepäck im Auto haben dauert es doch ein wenig. Zudem hatten wir gestern am Abend keine Gedanken mehr daran verschwendet, für einen Vormittagssnack etwas herzurichten. Egal – wir sind hier auf Urlaub und nicht auf der Flucht.
Gegen 8:00 Uhr legen wir los, geben den Schlüssel unseres Chalets retour und rollen auf die H1-3 in südlicher Richtung. Wir werden bis Tshokwane durchfahren, dort dann eine Pause einlegen, da gibt es dann auch Cafe.

Die Sichtungen sind zunächst etwas rar, aber einen Raubadler (Tawny Eagle) können wir dabei beobachten, wie er einen kleinen Vogel zerlegt.

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Vermutlich am Kumana-Damm stoßen wir auf eine Gruppe Giraffen, die hier ihren Durst stillt. Es ist immer wieder lustig, diesen Tieren beim Trinken zuzusehen. Auch ein einzelnes Gnu steht am Wasser.

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Auf einem Baum in unmittelbarer Nähe zur Tränke sitzen zwei Afrikanische Habichts-Adler (African Hawk Eagle).

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Als wir weiterfahren wollen, biegt ein anderes Auto zum Parkplatz ein und der Fahrer erklärt uns, dass etwas weiter südlich, in unmittelbarer Nähe zum „südlichsten Baobab-Baum“ Löwen an einem Büffel-Kadaver fressen. Natürlich wollen wir uns das nicht entgehen lassen…
Die Fahrstrecke zu diesem Platz ist nicht sonderlich weit, wenige Minuten später sind wir auch schon dort angekommen – nur leider sind weit und breit keine Löwen zu sehen, zumindest nicht „links der Straße“, so wie uns mitgeteilt worden war. Wir fahren mehrfach auf und ab, fahren auch den kleinen Loop zum großen Baobab-Baum, finden aber nichts.
Wir sind gerade dabei die Segel zu streichen und weiterzufahren, als uns die zahlreichen Geier auffallen, die sich plötzlich hier einfinden – wir haben so etwas noch nie zuvor gesehen: Aus allen Richtungen trudeln wie auf Kommando die großen Vögel ein und setzen sich in die umliegenden Bäume. Wir werden hier mehr als eine Stunde verbringen…
Die Löwen dürften sich offenbar von ihrer Beute zurückgezogen haben, denn nun treffen auch immer mehr Hyänen ein, die sich mit den Geiern um die Reste des Büffels streiten. Hier einige der Fotos die dabei entstanden sind:

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An ein und demselben Platz sehen wir hier Weißrückengeier (White-backed Vulture), Kapgeier (Cape Vulture), Kappengeier (Hooded Vulture), Wollkopfgeier (White-headed Vulture) und Ohrengeier (Lappet-faced Vulture) – wir sind echt überwältigt!
Da stört es uns überhaupt nicht, dass die Löwen vermutlich irgendwo unter einem Baum liegen…
Auf der Fahrt von hier nach Tshokwane sehen wir noch einige Elefanten, ein Steinböckchen und eine ganze Reihe Vögel, darunter Nachtflughühner (Double-banded Sandgrouse), einen Rotschnabeltoko (Southern Red-billed Hornbill), einen Riesenglanzstar (Burchell’s Starling) und Maidschwalben (Lesser Striped Swallow).

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Wir halten dann auch noch an einem weiteren kleinen Wasserloch (Mazithi-Dam ?), dessen Namen ich mir leider nicht notiert habe und sehen hier Gnus, Nyala, Impala und zwei Warzenschweine, die sich mächtig in die Haare kriegen und dabei offenbar vergessen, dass ein Krokodil beträchtlich nahe rückt…

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Auch einige weitere Hornraben und eine Bronzeflecktaube (Emerald-spotted Wood Dove) können wir noch vor die Linse bekommen, ehe wir nach Tshokwane gelangen.

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In Tshokwane haben wir ein etwas skurriles Erlebnis: Ich bestelle Cafe und einen Toast und erhalte dafür ein Plastikteil mit einer Nummer in die Hand gedrückt. Damit gehen wir zu unserem Tisch und warten. Plötzlich beginnt das Plastikteil zu blinken und zu vibrieren – ich glaube ich bin im falschen Film: Diese Technik inmitten des Nirgendwo?!
Von Tshokwane weg entscheiden wir uns über die H10 direkt nach Lower Sabie zu fahren – das stellt sich als nicht sonderlich gute Wahl heraus, denn die Tiere sind vielleicht auf der H1-2 unterwegs, aber sicher nicht auf unserer Seite.
So freuen wir uns, eine Pavian-Familie beobachten zu können, vor allem das Verhalten der Jungen ist einzigartig. Ein sehr junges Affenbaby sitzt zunächst bei seiner Mutter und beobachtet etwas ältere Tiere beim Spielen – irgendwann will es offenbar mit den anderen herumtollen, wird von den „Spielgefährten“ aber nur geärgert und flüchtet schließlich wieder zurück in die Arme der Mutter – auch hier sind zutiefst menschliche Züge erkennbar…

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Schließlich kommen wir an den Sabie Fluss und überqueren ihn auf der Brücke, auf deren Geländer ein Schwarzmilan (Yellow-billed Kite) sitzt. Dazu sitzt im Bachbett ein Wollhalsstorch (Woolly-necked Stork). In etwas größerer Entfernung sitzt ein Schreiseeadler (African Fish Eagle) im trockenen Flussbett.

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Von hier fahren wir nun direkt in das Camp, holen uns den Schlüssel von der Rezeption und machen zunächst einmal eine Pause. Wir beschließen, eine gute Stunde hier zu bleiben, um anschließend noch einen kurzen Ausflug entlang des Sabie-Flusses Richtung Skukuza zu unternehmen. Lower Sabie ist natürlich auch eines meiner Lieblingscamps – na klar, von wem auch nicht?
Im Camp sehen wir direkt vor unserem Chalet einen Halsband-Bartvogel (Black-collared Barbet) und einige Buschböcke, die das dürre Laub fressen, das hier noch am Boden liegt. Ein Graufischer (Pied Kingfisher) sitzt auf einer Brüstung.

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Am späteren Nachmittag fahren wir zunächst zum Sunset Damm, wo wie immer einige Krokodile in der Sonne liegen, auch im Wasser tummeln sich einige der teils riesigen Echsen.

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Am Ufer laufen einige Vögel auf uns ab, aber da andere Autos herumstehen, ist es für uns schwer, einen guten Blickwinkel zu ergattern.
Schließlich geht es ein kurzes Stück in westliche Richtung, wo am Straßenrand bereits einige Wagen stehen. Auf der gegenüberliegenden Flussseite haben einige Löwinnen ein Flusspferd gekillt, das bereits leicht aufgebrochen in der Sonne liegt.

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Aber auch auf „unserer“ Flussseite liegen einige Löwen herum, teilweise auch schwer erkennbar unter den Büschen, jedenfalls aber sehr entspannt…

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Da zahlreiche Autos rundherum aufgereiht stehen, entscheiden wir uns noch ein Stück weiter zu fahren. Dabei entdecken wir einen Milchuhu (Verreaux’s Eagle-Owl) in einem Baum, der aber leider gegen die Sonne sitzt, sodass Bilder sehr schwer zu knipsen sind.

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Ein Weißscheitelkiebitz (White-crowned Lapwing) ist da schon netter zu uns.

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In der Nähe vom Picknickplatz Nkuhlu gibt es auf der südlichen Straßenseite einen kleinen See, in dem sich zahlreiche Flusspferde tummeln. Hier stehen keine weiteren Autos und so parken wir uns ein. Es ist lustig diesen Tieren zuzusehen, die irgendwie immer Stress in ihren Clans haben. Im Hintergrund kommen zahlreiche andere Tiere zur Tränke. Ein Silberreiher (Great Egret) fürchtet um seine „Insel“, die unterzugehen droht…

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Wir fahren von hier aus wieder zurück nach Lower Sabie – schließlich werden wir auch am nächsten Tag hier nochmals vorbeikommen, denn die Strecke H4-1 entlang des Sabie-Flusses ist natürlich prädestiniert, um hier Tiere zu sehen.
Wir stoppen noch kurz bei einem Kudu.

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Als wir schon mehr an das bevorstehende Abendessen als an Tiere denken, kriecht plötzlich eine große Schlange vor uns über die Straße. Das heißt, sie will über die Straße, stoppt aber, als wir uns nähern…

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Ich habe inzwischen mehrere Personen – darunter auch zwei Ranger im Park selbst – gefragt, um welche Schlange es sich hier handelt – die Antworten waren sehr unterschiedlich… Vielleicht gibt es hier im Forum eine schlüssige Einschätzung…
Mit gezückter Kamera lichten wir schließlich auch noch einen Pavian ab, der sich auf der Straße breit gemacht hat, eine Halbmondtaube (Red-eyed Dove) und einen weiteren Gaukler (Bateleur),

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Unmittelbar vor Lower Sabie legt sich auch noch ein Leopard auf einen Ast – leider etwas im Verborgenen und nur schwer sichtbar – und genießt die Abendsonne… Wir sind wahre Glückskinder auch an diesem Tag!

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Heute essen wir wieder im Restaurant auf der Terrasse zum Fluss – leider wieder ziemlich im Dunkel, aber Service und Speisen sind in Ordnung. Dazu genehmigen wir uns das eine oder andere kühle Bier.

Gefahrene Tageskilometer: 152 km
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