Robin und Mara (Blende18.2) haben die Latte wieder ziemlich hoch gesteckt. Ganz so kreativ werde ich es nicht schaffen, aber da wir einen Teil unserer Reise mit den beiden gemeinsam verbracht haben, und diese Begegnung für uns schon etwas besonderes war, will ich gleich mal mit unserem Reisebericht anschließen. Vielleicht ist das ja eine gute Ergänzung! 🤩
Schon lange gefällt mir das Wetter hier in Hamburg überhaupt nicht mehr. Ok, ok, das ist das Hamburger Standard-Wetter, das haben wir noch in kälter und in wärmer - ich mag’s trotzdem nicht, auch wenn es „der Jahreszeit entsprechend“ ist. Und von Jahr zu Jahr mag ich das weniger. Und ganz besonders wenig mag ich es, wenn ich an unsere Zeit in Namibia und Botswana bei gut 35°C in diesem Jahr denke.
Wie immer gehört etwas Vorgeschichte dazu. Immerhin haben wir uns lange mit dem Thema „Camping“ schwer getan, vor allem die beste Ehefrau von allen aka Claudia. Aber dazu gleich mehr. Ich würde mich freuen, wenn Euch unser kleiner Reisebericht interessiert. Ich werde es nicht mit so viel Unterhaltung und Witz schaffen, wie Robin, aber ich gebe mir Mühe, dass es nicht langweilig wird.
Gleich geht's weiter.
Viele Grüße Martin
Teil 202. Jan. 2022
Vorgeschichte
Nach vier Reisen nach Namibia als Selbstfahrer und ausschließlich in Lodges, wollte ich einfach mal nach Botswana. Meine ersten Recherchen wurden aber sehr schnell ausgebremst, als ich mir die Preise angesehen habe, die in den meisten Lodges in Botswana aufgerufen werden. Unter 350,-$ (US) pro Person ging da so gut wie garnichts auf der nach oben offenen Richter-Skala. Sind die gaga??? 😈 Das ist wirklich nicht unsere Gehaltsklasse!
Nach unserer letzten Namibia-Reise 2018 kam ich dann auf die Idee, Botswana mit dem Camper zu besuchen. Irgendwie fand ich das Lodge-Hopping auf der letzten Reise irgendwie „falsch“. Tagsüber Staub und Dreck, Tiefsand und Hoppelpisten, Wilde Tiere, Hitze - und abends dann ein edles Restaurant, komfortabel klimatisierte Zimmer und ein Drei-Gänge-Menü. Ok, nicht überall und immer, aber oft war es so. Ich wollte unbedingt die „andere Seite“ kennen lernen.
Dicke Bretter habe ich bei Claudia bohren müssen! Ihre letzten Camping-Erlebnisse lagen immerhin ca. 40 Jahre zurück, und die waren nicht gut! 😈
Irgendwann hat sie dann „ja“ gesagt, mit einem gaaaaanz schlechten Gefühl im Bauch 😵 . Wie schlecht dieses Gefühl war, habe ich erst viel später erfahren. Die Vorstellung von nicht eingezäunten Campingplätzen, spartanischen sanitären Anlagen, und dem Kochen auf dem offenen Feuer - das alles sorgte für sehr wenig Vorfreude bei ihr. Die Planung der Reise war dann auch fast ausschließlich mein Ding, aber da mit das sehr viel Spaß macht, hatte ich da auch nichts gegen.
Die Planung lief dann erstmal ziemlich holprig an. Ich hatte keine Ahnung von Strecken, Gebieten, Unterkünften etc. Das Forum war da wiedermal extrem hilfreich. Wir haben nette Menschen kennen gelernt, telefoniert (obwohl wir anfangs nichtmal wussten, welche Fragen wir stellen sollen), uns persönlich getroffen etc.
Spontanen herzlichen Dank an die Eulenmuckels, Marga und Bernd (Buma), mit denen wir lange Abende bei leckerem Wein und Essen verklönt, und sehr viel über Campen in Botswana erfahren haben, Sam, Maike, und einige andere. Und natürlich Robin und Mara, mit denen es einen regen Mail-Austausch gab. Nicht nur über Botswana, sondern auch über die Fotografie, fotografieren wir doch mit dem gleichen System. Ganz herzlichen Dank Euch allen! 🙂
Im Sommer 2019 haben wir uns dann einen Camper (T5 mit Hubdach) gemietet, und sind ein paar Tage durch MeckPom gefahren. Test-Camping! Nicht lachen 😄 ! Wir wollten nur mal schauen, ob wir es auf dem begrenzten Platz in so einem Dachzelt aushalten. Nach anfänglichen Startproblemen funktionierte das erstaunlich gut. Haken dran, wir machen das! 🙂
Die Reise haben wir wieder über das Reisebüro unseres geringsten Misstrauens gebucht. Alles schien in trockenen Tüchern zu sein. Und dann kam 2020, dann kam Corona 😈 . Wir haben wochenlang abgewogen, mit dem Reisebüro telefoniert, Inzidenzen beobachtet - bis wir dann im Juni 2020 endgültig die Reißleine gezogen und auf 2021 verschoben haben. So ganz ohne Impfung war das Risiko einfach zu groß. Ich denke, das ging vielen hier im Forum genauso.
Wir haben die Zeit genutzt, um die Route noch einmal gemeinsam mit Marga und Bernd und mit Robin und Mara zu optimieren. Anfangs wurde nicht wirklich viel verändert, es wurde auf Anraten vor Marga nur zwei Unterkünfte getauscht und ein Streckenabschnitt „geglättet“, der uns einen zweiten Schlenker von Namibia nach Botswana und wieder nach Namibia beschert hätte. In Zeiten von PCR-Tests ein doofer Plan.
Und es zeichnete sich ab, dass wir ein paar Tage/Nächte gemeinsam mit Robin und Mara verbringen würden. Unsere Reisepläne überschnitten sich an einigen Tagen, bzw. die beiden konnten ihre Pläne so anpassen, dass wir uns treffen konnten. Für uns war das eine verlockende Aussicht, da die beiden schon viel Erfahrung mit dem Campen in Botswana haben. Ein paar Tage in netter Gesellschaft, das kann nicht verkehrt sein! 🤩
Leider hat uns die Insolvenz von Air Namibia zu einer weiteren Änderung unserer Reise gezwungen. Im ersten Schritt planten wir dann statt des Direktfluges nun mit LH über Johannesburg zu fliegen. Das wäre ziemlich knapp mit allen folgenden Aktivitäten in Windhoek an dem Tag geworden. Dann erfuhren wir, dass es noch die Möglichkeit gibt, mit LH / Eurowings auf der direkten Route zu fliegen, wenn auch nicht Montags, sondern Sonntags. Also wurde noch schnell ein Tag vorne angeflickt, die erste Unterkunft in Windhoek vorverlegt, und noch eine Unterkunft dazwischen gebaut.
Tja, und dann kam die traurige Nachricht, dass Mäuser, von der Tigerquelle Guestfarm, gestorben ist. Anfangs sah es so aus, als ob die Gästefarm weiter geführt wird, aber wir bekamen kurz danach die Nachricht, dass dem leider nicht so ist. Wir mussten uns also nach was anderem umsehen. Auch das klappte problemlos, wir entschieden uns für Roy’s Rest Camp.
Eine letzte kurzfristige Änderung gab es wegen Corona. Wir mussten beim Grenzübertritt von Botswana zurück nach Namibia einen negativen PCR-Test vorweisen. Aber wo kann man den im Norden Botswanas machen? Wieder das Internet und das Forum befragen. Letztendlich hat uns Gina dann die entscheidenden Hinweise gegeben, lieben Dank dafür. Wollte wir vorher direkt von Muchenje über Ngoma Bridge nach Namibia, wurde kurzerhand Muchenje gestrichen und dafür eine Übernachtung bei Kasane (Senyati) gebucht.
Unsere Reiseroute sah dann so aus:
05.09. Flug nach Windhoek 06.09. Casa Piccolo 07.09. Kalahari Bush Breaks 08.09. Thakadu Bush Camp 09.-10.09. Boteti River Camp 11.09. Baines Baobab #1 12.-13.09. Maun Discovery B&B 14.-15.09. Moremi Xakanaxa 16.-17.09. Khwai Northgate 18.-19.09. Savuti Campsite 20.09. Senyiati 21.-22.09. Mavunje Camp #4 23.09. River Dance Campsite 24.09. Hakusembe Campsite 25.09. Roy's Rest Camp 26.-27.09. Frans Indongo Lodge 28.09. Hilltop Guesthouse 29.09. Rückflug nach Frankfurt/Hamburg
Bevor ich es vergesse, das ist natürlich nur die geplante Strecke. Und wenn man denkt, dass man da so lange dran gefeilt hat, dass das so in Stein gemeisselt steht - Blowing-Cake! Es kommt hier und da doch anders. Aber davon später.
Wenige Tage vor der Abreise besuchten uns Robin und Mara in Hamburg. Wir haben uns sehr darüber gefreut, so konnten wir uns mal vor der Reise persönlich kennen lernen. Das wurde dann ein sehr netter und lustiger Abend bei Pizza, Pasta, Wein, und vielen Erzählungen. Der nächste Tag im Büro war erstaunlich anstrengend! 😉
Wir verabschiedeten uns mit den Worten „Wir sehen uns am Boteti!“. HA! Wenn das keine guten Vorzeichen sind! Was für eine Vorstellung! 🤩
Soweit die Vorgeschichte und Planung. Jetzt kann es losgehen!
Viele Grüße Martin
Teil 308. Jan. 2022
Moin Allerseits!
So, Mara und Robin sind in Botswana angekommen, jetzt fliegen wir auch mal los! 😄
Abflugwochenende - Abflug 05.09.2021
Samstag Morgen hatten wir einen Termin im „Drive-Trough“ für einen PCR-Test am Hamburger Flughafen gebucht. Morgens war noch kaum was los, es ging sehr schnell, und kurz danach ging es ab nach Kellinghusen zum Tag der offenen Tür bei Tracks4Africa. Wir hatten bei Chrigu ein Sat-Tel gemietet, das wir bei der Gelegenheit abholen wollten.
Natürlich haben wir unseren Besuch mit ein wenig Klönen verbunden. Man diskutiert Routen und Unterkünfte, erzählt von Reisen, es gibt Kaffee und Kuchen, natürlich selbst gemacht - großer Spaß 🤩 !
Auch wir erzählten von unseren Plänen und mussten uns von den „alten Hasen“ hinsichtlich unserer zwei Übernachtungen in Maun ein „was wollt ihr denn zwei Nächste in Maun?“ 😵 anhören. Tja, keine Ahnung, war so ein Gedanke, dass das nützlich sein könnte. Und was soll ich sagen? Es war dann extrem nützlich! Aber davon später.
Sonntag Abend dann Abflug ab Hamburg. Die Kameraausrüstung mussten auf Sprengstoff getestet werden, das ist eigentlich schon das ganz normale Programm. Claudia musste dieses Mal nicht die Schuhe ausziehen und separat durchleuchten lassen. Das gehört eigentlich auch immer zum Standard. Alles andere lief dann mehr oder weniger normal, wenn man mal von der Maske absieht, die wir von nun an ca. 16 Stunden tragen mussten. Wir warteten bei Kaffee auf unseren Flug nach Frankfurt.
In Frankfurt hatten wir reichlich Luft eingeplant. So konnten wir am Gate ganz in Ruhe schonmal die Ergebnisse unserer PCR-Tests abhaken lassen. Dann erkundigte ich mich noch nach einen Upgrade auf Business - lies es dann aber lieber. 900,-€ pro Person war uns dann doch etwas heftig 😗 .
Über den Flug gibt es nicht wirklich viel erwähnenswertes zu schreiben, der war eigentlich ganz ok für die Holzklasse. Wir hatten Plätze mit mehr Beinfreiheit gebucht, was wohl eine gute Entscheidung war, wenn ich mir das durchlese, was über den „normalen“ Sitzabstand bei EW hier geschrieben wird. Die Unterhaltungssysteme funktionierten, alles gut!
Zwei GT, und ein Abendessen gegen Mitternacht - dann Licht aus und eine Mütze Schlaf - wenn’s geht.
Gleich geht's weiter!
Grüße Martin
Teil 408. Jan. 2022
06.09. - Windhoek
Pünktliche Landung, große Vorfreude, endlich wieder hier 🤩 ! Ich konnte sogar etwas Schlaf bekommen, fühlte mich ganz ausgeruht, auch wenn die Euphorie, endlich wieder hier zu sein, sicher eine Rolle spielte! Die Sonne stand noch im morgendlichen Dunst tief über dem Horizont, als wir über das Rollfeld in die Halle liefen.
Hier kam dann das übliche Procedere, allerdings wurden wir jetzt vor der Einreise noch fotografiert. Ohne Maske, versteht sich! 😁
Alles andere ist bekannt und lief ganz gut. Für uns neu waren die Kontrollen der PCR-Tests und Formulare über Corona. Einerseits etwas chaotisch, andererseits ging alles recht schnell über die Bühne.
Draußen wurden wir schon von unserem Fahrer von Savanna erwartet. Leider zog sich die Abfahrt dann noch gut eine Stunde hin, weil wir als erste raus kamen, die letzten, die mit wollten, aber erst eine Stunde später. War uns egal, wir hatten uns schonmal eine MTC-Karte und etwas Bargeld gezogen, und dann auf dem Vorplatz Namibisch Luft geschnuppert! Herrlich wieder hier zu sein! 😄 🤩
Dann waren wir vollständig, Gepäck in den Hänger, ab in den Quantum, und ab nach Windhoek.
Die Übernahme des Autos zog sich dann doch etwas. Viel gab es zu erklären, der dicke Trumm war ja neu für uns. Ein paar Dinge fehlten noch und mussten noch rausgesucht werden. Und die Ersatzreifen waren wenig vertrauenserweckend, und dass ich um etwas bessere Reifen bat, hat sich im Laufe der Reise bezahlt gemacht.
Letztendlich war es dann fast 12:00 Uhr als wir vom Hof kamen. Der Weg zu unserer Unterkunft (Casa Piccolo) dauerte nicht lange, und wir wurden von Magda herzlich willkommen geheißen. Das Casa Piccolo gefiel uns auf Anhieb sehr gut, die Anlage ist sehr schön, die Zimmer schon etwas älter, aber prima.
Claudia, die Cheffin vom Casa Picolo, und Magda hatten schon alle Formulare für den PCR-Test vorbereitet, den wir gleich im Anschluss machen wollten. Nur die Kopien der Reisepässe mussten noch angehängt werden. Dann kam auch schon das Shuttle, das uns zum Test bringen sollte. Ja, wir hatten erst in Hamburg einen PCR-Test gemacht, aber da wir ja einen Unterkunft in Namibia zusätzlich in die Route aufgenommen hatten (siehe Vorgeschichte), klappte das mit den 72 Stunden nicht. Also noch ein Test in Windhoek.
Getestet wurde direkt neben der Hauptstraße in einem Zelt. Wir bezahlten die Tests, dann ging der Rest dank der guten Vorbereitung sehr schnell. Nach 10 Minuten saßen wir wieder im Shuttle zurück in die Lodge.
Nachmittags ging es dann noch zum Einkaufen. Der Einkauf fiel dann doch etwas spärlicher aus. Einerseits deshalb, weil wir kein Fleisch mit nach Botswana nehmen durften (obwohl das dann niemand kontrolliert hat! 🤪 ), andererseits, weil wir so langsam doch ziemlich gar waren und keinen Nerv mehr auf lange Einkaufsorgien hatten. Wir konnten ja auch noch in Ghanzi oder Maun einkaufen.
Zurück in der Lodge ging es dann an’s Einräumen. Und hier mussten wir doch noch viel Lehrgeld zahlen 😵 ! Auf Anraten vieler Forenten haben wir uns vom Supermarkt ein paar Kartons mitgebracht. Die erwiesen sich aber als ziemlich wenig passend, so dass wir nicht viel damit anfangen konnten. Irgendwie haben wir dann den Inhalt unserer Reisetaschen und die Einkäufe in die Fächer verteilt, in der Hoffnung, dass wir damit klarkommen würden. Der Bushcamper hat wirklich viel Stauraum im Innen- und Außenbereich. Innen gab es zwei große Plastikkisten, die wir mit unseren Lebensmitteln voll packten. Der wirklich große Kühlschrank befand sich auf der Rückbank, was wir eigentlich nicht so gut fanden. Ja, man hat auch unterwegs immer kühle Getränke griffbereit, aber wie sich im Laufe der Reise rausstellte, ist uns das nicht so wichtig. Mehr Platz für Fotogepäck etc. wäre uns lieber gewesen. Davon aber am Ende des Reiseberichtes mehr.
Abends ließen wir uns dann zu Joe’s Beerhouse fahren. Wir waren noch nie dort, das wollten wir endlich mal kennen lernen. Corona-bedingt war es ziemlich leer dort, wir brauchten noch nichtmal eine Tischreservierung. Lecker war’s, und der Laden ist schon nett.
Irgendwann fielen die Köpfe dann fast in’s Bier. Zur verabredeten Zeit standen wir am Tor und warteten auf unseren Fahrer. Und warteten. Und warteten… Die Jungs von Joe's, die auch einen Shuttle-Service unterhalten (wussten wir nicht), fingen schon an zu nerven, sie wollten natürlich gerne die Tour machen. Irgendwann riefen wir bei Claudia an, die unseren Fahrer anrief. Der kam dann auch, entschuldigte sich wortreich. Er hatte über die Reparatur seiner Waschmaschine komplett die Zeit verbaselt 🤩! Zurück in der Lodge ging es nur noch schnell unter die Dusche und dann ab ins Bett.
Fortsetzung nächste Woche! Muss noch tippen und Bilder raussuchen.
Herzliche Grüße Martin
Teil 515. Jan. 2022
07.09. - Windhoek - Kalahari Bush Breaks
Relativ gut ausgeschlafen geht es zum Frühstück. Ganz schön frisch ist es noch! Mit warmer Jacke sitzen wir im sonnendurchfluteten Frühstücksraum, sind die einzigen Gäste. Das Frühstück ist lecker. Und es gibt Kaffee! 🤩 Wir lassen uns also Zeit, die wir auch mit Tagebuchschreiben vertreiben.
Beim Packen des Autos stelle ich fest, dass der Kühlschrank nicht richtig kühlt. Es blinkt bedrohlich rot, die Temperatur dümpelt irgendwo bei 10° rum. Das Telefonat mit der Savanna Autovermietung bringt keine Lösung, wir müssen noch mal vorbeifahren. Wir verabschieden uns herzlich von Magda, die uns wirklich nett und zuvorkommend betreut hat.
Fazit Casa Piccolo: Für den Start in Windhoek optimal! Ruhig gelegen, aber trotzdem so zentral, dass man die wichtigen Punkte in Windhoek (Joe's, Maerua) schnell erreichen kann. Das Frühstück ist nicht üppig, aber gut, die Zimmer etwas in die Jahre gekommen, aber sehr sauber, und man hat viel Platz. Die Betreuung durch Magda (und hinter den Kulissen von Claudia, die wir leider nicht kennengelernt haben) ist mega! 4,5 von 5 Punkten!
Was eine Nacht erholsamer Schlaf doch so ausmacht! Ich komme gleich viel besser mit Auto und Verkehr zurecht. Bei Savanna ist Marc, unser technischer Ansprechpartner, gleich da und schaut sich den Kühlschrank an. Schnell steht fest, dass die Batterie nicht voll geladen ist. Sobald der Motor läuft, kühlt der Kühlschrank, wie er soll. Wir sollen mindestens 300 km fahren, dann soll die Batterie laut Marc voll geladen sein. Ok, dann man los!
Jetzt geht es endlich los! Das Navi wird auf Kalahari Bush Breaks eingestellt und auf bekannten Straßen geht es durch Windhouk. Wir fahren am Flughafen vorbei (an der Kontrollstelle werden wir durchgewunken) und dann auf schnurgerader Straße Richtung Botswana. Total langweilig! Zwischendurch tauschen wir mal, damit sich Claudia auch mal mit dem Trumm anfreunden kann. So richtig werden sie nicht Freunde, der Cruiser und sie, aber es geht schon.
Der dicke Landcruiser fährt sich wie ein nasser Schwamm. Das Fahrwerk ist nicht für schnelles Fahren auf Asphalt gemacht, man darf das Lenkrad keine Sekunde los lassen. Aber ist ok, schnelles Fahren soll ja die Ausnahme bleiben. Und das Getriebe ist eher war für Forscher, jeder Gang eine Entdeckung! 🤩
Nach 295 langweiligen Kilometern kommen wir bei der Einfahrt zur Kalahari Bush Breaks Lodge an. Am Tor müssen wir uns eintragen, dann dürfen wir uns einen Zeltplatz aussuchen. Wir entscheiden uns für die Nummer 10, nicht weit weg von den Ablutions. Wir fahren gleich weiter die 2 km zur Lodge, damit wir uns uns zum Abendessen anmelden können. Dort werden wir von der Chefin sehr freundlich empfangen. Sie weiß Bescheid, und wir verabreden uns für 17:00 Uhr zu einem Sundowner, um 18:00 Uhr gibt es Essen. Dabei erfahren wir dann auch, dass es auf der Campsite gerade keinen Strom gibt wegen irgendwelcher Probleme mit der Stromversorgung. TiA!
White-Browed-Sparrow-Weaver - Mahaliweber
Crowned Lapwing - Kronenkiebitz
Mittlerweile hat sich auf dem Nachbar-Campground ein älteres Ehepaar (wobei - älter sind wir ja auch! 🤪 ) eingefunden, auch mit einem ähnlichen Camper wie dem unsrigen. Wir beobachten genau wie sie alles machten. Das sieht alles sehr routiniert aus! Wir selber sind noch sehr mit dem Suchen aller möglichen Dinge im Camper beschäftig. Ständig hieß es „wo ist…?“.
Irgendwann laufe ich dann mal rüber um „hallo“ zu sagen und werde sehr nett begrüßt. Die beiden kommen aus Maun, wo sie ein kleines Reisebüro, vornehmlich für Holländische und Südafrikanische Gäste, betreiben. Spannend! Insider, gewissermaßen! Ich frage dann gleich, wo man in Maun essen gehen kann. Immerhin ist das „Discovery Bed & Breakfast“ nur mit Frühstück ausgewiesen. Als sie hören wo wir wohnen werden, erfahren wir von ihnen, dass man im DBB auch sehr gut abends essen kann, wenn man sich anmeldet. Sie würden das gerne für uns tun, da sie sowieso dort vorbei kämen, immerhin sind die Besitzer von DBB Freunde von ihnen! Na Bingo, das ist ja mal ein toller Zufall. Gleich Namen und Daten ausgetauscht, herzlichen Dank, das ist ja wunderbar! 🙂
Pünktlich um fünf geht es dann rüber zur Lodge. Bei GT sind wir immer pünktlich! 🤩 Außer uns sind nur noch die Eltern der Betreiberin da, die sich aber bald nach drinnen begeben, weil es langsam doch etwas frisch wird. So bekommen wir dann den schönen Platz auf dem Sofa mit Blick in die Landschaft mit Wasserloch auf Wasserböcke und Warzenschweine und dazu einen Gin-Tonic.
Kalahari Bush Breaks Lodge
Warthog - Warzenschwein
Waterbuck - Wasserbock
Zum Essen geht es zwei Schritte weiter an die Tafel zum 4-Gänge-Menü. Es gibt köstlichen Spinatsalat, dann Kudu-Carpaccio, anschließend Kudu-Steak und zum Abschluss Vanillepudding.
Zurück auf der Campsite geht es dann ab ins Bett. Unsere erste Nacht im Camper! Und morgen geht's ab nach Botswana! 🤩
Teil 621. Jan. 2022
08.09. - Auf nach Botswana!
Im Moment ist das alles noch etwas textlastig, mehr Bilder jibbet erst am Boteti. Bis dahin ist Strecke machen angesagt, da müsst Ihr jetzt durch! 😗
Ziemlich früh sind wir wach, es dämmert noch. Aber wir haben für die erste Nacht sehr gut geschlafen! Die Matratze ist erstaunlich gut, ich schlafe wie ein Stein!
Auf dem Gaskocher wird Wasser für den Kaffee heiß gemacht und dann werden die Einkäufe aus Windhuk aufgetischt. Beim Frühstück tragen wir mehrere Schichten, denn es ist richtig kalt und windig. 😵
Die Ablutions sind prima und die Dusche wird bis auf einen kurzen Aussetzer (natürlich gerade, als Claudia Schaum in den Haaren hat! 🤩 ) auch gut warm. Hinter den Ablutions gibt es eine Abwaschmöglichkeit mit zwei Waschbecken mit richtig heißem Wasser. Sehr komfortabel!
Unser Frühstückstisch bietet Aussicht auf ein kleines Wasserloch, an dem die lustigen Helm-Perlhühner in einem Pulk auftauchen. Zwei Gabelracken (Lilac-Breasted Roller - die Tinker-Hefte sind für uns Birder-Laien perfekt!) tummeln sich auch in Sichtweite unserer Objektive, sonst ist nicht viel los. Wir sind ja sowieso absolut nicht auf Vögel geeicht, unsere Bestimmungen rangierte bisher immer bei "Vogel", "hübsch", "bunt" 😕 . Das sollte sich erst im Laufe der Reise ändern, Robin und Mara haben uns das Thema doch deutlich näher gebracht! 😉
Lilac-breasted Roller
White-Browed-Sparrow-Weaver - Mahaliweber
Ich strunze hier mit den Namen der Vögel rum, das habe ich alles von Robin abgekupfert! 🤩
Jetzt aber los Richtung Botswana. Die Strecke bis zur Grenze ist unspektakulär und kurz. Eigentlich wollte ich noch vor der Grenze tanken, aber bei 200L Tankvolumen lasse ich das mal ganz großspurig ausfallen. Ghanzi ist nicht weit, passt schon! 🤩
An der Grenze angekommen müssen wir erst aus Namibia mit dem üblichen Formular ausreisen. Die Damen hinter dem Tresen sind gewohnt mürrisch. Bloß nicht lächeln! 😣 Dann geht es weiter zur Gesundheitskontrolle in Botswana. An einer Hütte hält man sein COVID-Testergebnis an die Fensterscheibe, die Daten werden auf der anderen Seite abgeschrieben. Dann bekommen wir einen hochoffiziellen Stempel auf einen kleinen Schnipsel Papier.
Weiter geht es zur Immigration. Die Einreiseformulare sind ähnlich wie in Namibia, aber winzig. Unser Kuli macht schlapp und ich fülle mit grünem Filzstift weiter aus. Das führt zu einem netten Geplänkel mit den Beamtinnen, ob die Eintragung auch mit grünem Stift gilt. Tut es. Die Damen sind im Gegensatz zu den Namibischen Kolleginnen wirklich sehr freundlich. Ständig haben sie was zu lachen. Und als sie hören, dass wir das erste Mal nach Botswana reisen, freuen sie sich und wünschen uns eine schöne Reise. 😄
Wieder gibt es einen weißen Schnipsel. Und wie geht es nun weiter? Wir fragen beim Gate nach. Wir müssen zurück ins Gebäude, beim Zoll soll es den nötigen Stempel geben. Nein, dort müssen wir die Auto-Einreisepapiere vorzeigen. Den Stempel gibt es bei einem weiteren Schalter. Für die Einreise müssen wir 150 Pula Gebühren bezahlen. Namibische Dollar werden nicht akzeptiert, aber Kreditkarten. Claudias AmEx Karte funktioniert nicht, dafür aber die Visa. Aber dann sind wir durch, jetzt aber los, hallo Botswana!
Ach ja, ehe ich es vergesse, für unseren Kühlschrank hat sich niemand interessiert! 🤩
Grenze Botswana
Kurz hinter der Grenze sehen wir die erste Laser-Kontrolle. Gut, dass ich mit sowas gerechnet habe, wir sind weit unter dem Limit. Es geht weiter auf langweiliger, aber gut gepflegter Schnellstraße mit breitem Seitenstreifen. Ab und zu müssen wir die Geschwindigkeit reduzieren, denn es weiden Ziegen, Kühe und Esel an der Straße.
In Ghanzi gibt es direkt an der Straße eine Art Shopping Mall mit einem Geldautomaten. Die Schlange davor ist lang, aber ich schaffe es bis zum Schalter und ziehe etwas Bargeld. Der Shoprite Supermarkt nebenan ist nicht so gut sortiert, aber einiges kriegen wir und schaffen alles zum Auto. Dann das Thema Telefonkarte. Es gibt einen Orange Telephoshop, aber Karte sind aus! 😠
Wir erkunden noch etwas den Ort. Es gibt weitere Supermärkte und viele kleine Stände an der Straße. Der Spar sieht auch nicht so vielversprechend aus, aber wir finden noch das eine oder andere. Das Angebot ist halt nicht so üppig wie in der Maerua-Mall.
Aber nebenan gibt es auch ein BTC Office, wo wir Telefonkarten kaufen. Die Karten in Betrieb zu nehmen hätten wir ohne Hilfe der Angestellten nicht geschafft, das ist mal sicher! Man SMS't sich durch tiefe Menü-Bäume, muss genau wissen, was man jetzt für einen Ziffer schicken muss, muss die Antworten (wieder Menüs) deuten, und so weiter. Totaler Wahnsinn! 🤪 Dafür braucht man keine PIN, ein schwacher Trost! Wir kaufen jeweils 3G Datenvolumen für 14 Tage gilt. So richtig haben unsere Karten aber nicht funktioniert. Telefonieren konnten wir nicht, wir bekamen immer ein Besetztzeichen. Komischerweise bekamen aber die angerufenen die Mitteilung, dass wir sie versucht haben zu erreichen, und riefen dann zurück. Ok. so geht es natürlich auch. Aber die Internetverbindung ist problemlos. 😛
Jetzt auf zum Thakadu Bush Camp. Nach kurzer Piste erreichen wir ein Tor, dann geht es ab in die Wildnis mit Sandpiste und Dornbüschen und steinigem Untergrund. Die Rezeption befindet sich in einem flachen Gebäude mit einem kleinen Pool nebenan, der, wie es aussieht, zur Zeit nicht betrieben wird. Wir werden freundlich von Banda begrüßt, der uns erzählt, dass das Camp lange wegen Corona geschlossen war und als es wieder öffnen durfte, überflutet wurde. Es ist erst seit Juni wieder geöffnet.
Wir sollen ihm im Auto folgen, er zeigt uns die Stellplätze. Beim Hauptgebäude gibt es Ablutions, es soll aber noch weitere geben. Wir suchen uns einen Stellplatz bei dem zweiten Waschhäuschen aus. Als Banda weg ist, schauen wir uns den Zustand der Ablutions Nr. 2 näher an. Alles ist seit Tagen nicht gefegt und nicht geputzt 😵 . Das sieht alles andere als einladend aus. Wir überlegen, ob wir nicht doch näher an die Ablutions Nr. 1 ziehen. Die scheinen graduell besser in Schuss zu sein. 😵
Auf der Campsite funktioniert der Landstrom, so dass hoffentlich die Batterie für den Kühlschrank wieder richtig aufgeladen wird.
Wir richten uns etwas ein und nehmen erstmal ein Fläschchen Savanna Dry. Wat mutt, dat mutt!
Dann geht es zur Bar bei der Rezeption. Banda schenkt uns ein Bier ein, und wir erfahren von ihm, dass wir bei ihm auch essen können, die Karte ist erstaunlich umfangreich! Und was ich persönlich immer sehr gut finde - es gibt viele einheimische und selbst gekochte Gerichte 😛 ! Da kann ich doch nicht nein sagen, sparen wir uns doch das Abendessen am Auto. Ich entscheide mich für ein Eland-Potjie. Claudia traut der Angelegenheit nicht und will lieber nur probieren. So ganz unrecht hat sie nicht, das Fleisch ist nur grob zerteilt, mit Knochen und allem. Aber es ist wirklich köstlich!
Nebenan gibt es einen geschlossenen Craft-Shop. Wir sind noch auf der Suche nach einer Tischdecke für unseren spartanischen Camping-Tisch. Claudia frag mal bei Banda, was es alles gibt, und tatsächlich gibt es zwei hübsche quadratische Tischdecken mit Zebra-Motiv und wir nehmen eine mit.
Feuerholz können wir auch bekommen, allerdings erst morgen. Banda will es uns um 9:00 Uhr vorbeibringen. Der Weg zurück ist stockdunkel aber wir haben vorgesorgt, Taschen- und Stirnlampen tun ihren Job. Schnell noch Katzenwäsche und dann ab ins Bett.
Grüße Martin
Teil 717. Feb. 2022
9.9. - Von defekten Batterien und dem Boteti-River-Camp
Wir haben beide gut geschlafen und freuen uns auf das Frühstück mit neuer Tischdecke. Was wir im Dunkeln beide nicht gesehen haben: die Tischdecke hat heftige Flecken und dunkle Knickränder. Vielleicht können wir sie noch tauschen.
Gegen 10:00 Uhr kommt Banda und fragt uns, ob wir das Holz noch wollen. Ja, natürlich, und wir wollen die Decke umtauschen. Beides geht. Wir wollen Holz und Decke bei der Abfahrt holen.
Wir bekommen Besuch von einem sehr zutraulichen Yellow billed Hornbill, der sich unser Auto, speziell den Scheibenwischer als Aussichtsplattform wählt. Wir machen uns schon Sorgen, dass er die Gummidichtungen und die Gummis vom Scheibenwischer gut finden könnte, aber glücklicherweise interessiert er sich mehr für sein Spiegelbild.
Leider funktioniert die Batterie für unseren Kühlschrank trotz einer Nacht am Landstrom immer noch nicht richtig, das kann so nicht bleiben. 😵 Ich rufe bei der Autovermietung an und frage ob wir in Maun vielleicht eine neue Batterie bekommen können. Leider gibt es in Maun keine Vertragswerkstatt oder ähnliches, aber Marc will sich kümmern. Kurze Zeit später bekommen wir eine SMS:
"Maun Long Man - <Telefonnummer>" - Aaaaaha! 🙄 ! "Maun Long Man". Nee, is klar, klingt doch eindeutig nach einer Fachwerkstatt 🤩 .
Ich rufe an, es ist besetzt, aber gleich werde ich zurück gerufen. Das ist der Effekt, von dem ich gestern schrieb. Ich verstehe ihn kaum, aber ich bekomme soviel mit, dass wir uns in Maun melden sollen, wenn wir da sind, er würde dahin kommen. Klingt gut, so machen wir das!
Am Empfang bekommen wir Holz für 30 Pula, das eben noch für uns gehackt wurde. Wir begleichen unsere Rechnung vom Abend, lassen noch was in der Tipp-Box, dann geht es los.
Fazit Thakadu Bush Camp: Das Camp war nur als Zwischenstop eingeplant, wir hatten keine großen Erwartungen. Aber das, was da zum Thema Ablutions geboten wurde, war schon unteres Ende der Skala. Auch rückblickend im Vergleich zu allen anderen, die wir unterwegs hatten. Robin und Mara hatten offensichtlich noch schlechtere Eindrücke als wir. Der Platz selber ist ganz ok. Viel Platz, Landstrom, und Banda ist ein netter Typ. Man kann da gut essen, es gibt kühles Bier, das passt ganz gut. Trotzdem, es gibt bessere Alternativen in der Gegend, denke ich. Nachdem jetzt einiges an Zeit vergangen ist - optimistische 2 von 5 Punkten!
Es geht über die gut ausgebaute A3 bis Maun. Die Landschaft hier ist deutlich anders als in Namibia. Es gibt hohe Bäume in weiten Abständen zueinander bis hin zur Straße. Dazwischen niedriges Buschwerk. Neben den grünen Bäumen mit Schirmdach gibt es zwischendurch auch immer mal welche mit rosa- oder lilafarbene Blüten.
Alles Vieh (Ziegen, Schafe, Esel, Kühe) weidet auf dem Grünstreifen an der Straße. Man muss schon sehr aufpassen, denn ab und an verirrt sich doch mal ein Tier auf die Straße, oder es kreuzen ganze Herden von Ziegen und Kühen die Straße.
Road Block
In Maun entern wir erstmal eine Tankstelle, ich habe nämlich auch Ghanzi ausgelassen. 200L Tank, da wollen wir doch nicht hektisch werden 🤩 ! Der Typ am Zapfhahn fängt bei 50L an vorsichtig zu werden. Sehr langsam macht er weiter, bis ich ihm sage, dass er ruhig laufen lassen kann, da ginge noch was! Gut 1200 Pula haben wir letztendlich auf der Uhr, das hat er wohl auch nicht so oft. Wir bekommen, nachdem wir bezahlt haben, eine 1,5L Flasche Cola geschenkt. Auf meinen fragenden Blick sagt er mir, dass es immer Cola gibt, wenn man für mehr als 1000 Pula tankt! 🤩 😄
Dann suchen wir das Delta Meat Deli, wo wir auf Fleisch hoffen, und wo es laut Internetseite auch verschiedene Käsesorten geben soll. Claudia möchte schon mal einkaufen, während ich mich bei "Maun Long Man" melde. Leider ist der Laden nicht zu finden, aber wir finden stattdessen die Beef Boys direkt neben Riley's Garage. Früher war genau da wohl Delta Meat, aber egal, auch gut so! Claudia bunkert dort Rinderfilet und Käse. Alles andere von unserer Einkaufsliste gibt es hier nicht.
Nach 20 Minuten taucht ein Mann auf, der sich als "Maun Long Man“ vorstellt, obwohl er weniger "long" als "short" ist. Er sagt uns, dass wir ihm zu seiner Werkstatt folgen sollen, die wir alleine nie finden würden. Klingt ja so richtig einladend! 🙄
Wir fahren einige Kilometer hinter ihm her. Es geht in die Außenbezirke über kleine sandige Pisten und Hinterhöfe bis in einen heruntergekommenen Werkstatthof. Stimmt, das hätten wir nie gefunden. Fachwerkstatt, ganz klar! 🤩
"Maun Long Man" und zwei weitere Mitarbeiter machen sich ans Werk und testen alles durch. Das Laden funktioniert wohl, aber die Batterie ist offensichtlich hin! Na toll, und jetzt? Ohne Kühlung macht das alles nur halb so viel Laune.
Der Herr links, im blauen Shirt, is "Maun long Man"!
"Maun Long Man" schnappt sich die ausgebaute Batterie und fährt in einen KFZ-Zubehörladen, der ein paar Straßen weiter liegt. Und tatsächlich kommt er mit einer (fast) passenden Batterie zurück 😄 ! Nur die Anschlüsse passen nicht richtig, die Gewindebolzen sind etwas dicker als bei der alten Batterie. Aber, hey, wo sind wir denn hier? Was nicht passt, wird passend gemacht! 😗
Die Jungs graben eine Bohrmaschine aus, die "beachtlich" ist. Aus dem Griff kommen zwei einzelne „verwuselte“ Kabel, am anderen Ende mit Bananensteckern, die in die Steckdose gepfriemelt werden. 😕 😣
Sabbel nich, dat gait!
Dann werden die Löcher in den Stahlstreifen, über die die vielen Anschlüssen an die Batterie geschraubt werden, aufgebohrt, alles angeschlossen - passt!
Ok, der obere Halter für die Batterie ist nicht mehr ganz da, wo er hin soll, aber, hey, bisschen Verlust ist immer! Hält alles, sieht gut aus, so lassen wir das! Der Rest ist Kosmetik und würde uns nur noch mehr Zeit kosten. 🙂
Claudia telefoniert inzwischen mit der Autovermietung. Alles gut, man wird uns die Kosten für die Batterie bei der Rückkehr erstatten. Dann höre ich, wie Claudia plötzlich etwa laut und sehr nachdrücklich wird. "Nein, DAS werden wir sicher nicht machen, das haben wir schonmal gemacht, und das war eine Katastrophe!“, dann ist das Gespräch schnell zu Ende. Dann erzählt sie mir, dass Marc eigentlich wollte, dass wir die alten Batterie wieder mit zurück bringen. Nee, vergiss es, wir transportieren kein 15 oder 20kg Monster drei Wochen über Hoppelpisten durch den Moremi und Chobe! Wir hatten das Thema mal in Namibia, da haben wir auch eine Ersatzbatterie gebraucht und haben uns überreden lassen, die alte wieder mitzubringen. Was war das ein Krampf, die konnte man nirgends brauchbar festmachen, die flog dauernd irgendwo rum. Nee, da hat sie Recht, das fällt definitiv flach. 😈
Um 16:45 Uhr ist endlich alles erledigt. "Maun-Long-Man" hat die Batterie auf Vertrauen von dem Laden bekommen, wir fahren zusammen hin um sie zu bezahlen. Bei "Maun Long Man" bezahlen wir 300,- Pula, lassen noch ein ordentliches Trinkgeld da, dann geht es endlich nach zweieinhalb Stunden wieder auf die Piste.
Man mag im ersten Moment schimpfen, dass die Batterie kaputt war, und dass man die vor der Abfahrt in Windhoek nicht ordentlich geprüft hat, wie kann man uns überhaupt mit sowas losfahren lassen, und überhaupt - aber letztendlich war das für uns Teil des Abenteuers. Wir hatten ein tolles Erlebnis mit witzigen Typen und einer abenteuerlichen Werkstatt, die haben da einen super Job gemacht. Und die Batterie - das als Vorgriff - hat ab da wunderbar funktioniert! TiA! 🤩
Einkaufen fällt aber jetzt flach, es ist schon zu spät, wenn wir noch im Hellen im Boteti River Camp ankommen wollen. Außerdem sind wir schon am Stadtrand in der richtigen Richtung. Hinter Maun passieren wir den ersten Vet Fence, bei dem wir mit dem Auto durch eine Desinfektionslösung fahren müssen. Dann müssen wir aussteigen und mit den Sandalen auf eine mit der Lösung getränkte Matte treten. Schön ist anders! Und ich hab’ nur FlipFlops an! 🤢
Glücklicherweise sind die folgenden 150 km vor uns asphaltiert, sogar neu und ohne die von Robin und Mara in ihrem ersten Reisebericht beschriebene Schlagloch-Piste. Es geht zügig voran und wir kommen gegen 18:30 Uhr im Camp an. Wir machen das Tor auf und fahren zur Rezeption, aber da ist niemand mehr! Es wird immer dunkler und wir irren durch die Gegend, bis ich jemanden finde, den ich einfach mal frage. Er telefoniert kurz, dann sagt er uns, dass wir uns einen Platz aussuchen sollen. Mish, der Camp-Manager, ist mit seinen Leuten an der Fähre, da ist was kaputt, er würde später rum kommen um uns zu begrüßen.
Der erste Platz, den wir nehmen wollen, hat ein Problem: jemand hat die Steckdose mit Klebstoff verschmiert 😠 ! Deppen gibt es überall, da scheint jemand mir irgendwas nicht zufrieden gewesen zu sein! Aber kein Problem, hier ist wenig los, wir suchen uns eine andere Camp-Site. Da ist alles in Ordnung.
Neben uns auf der nächsten Camp-Site steht ein südafrikanisches Paar aus Johannesburg, etwa in unserem Alter. Beide sehen aus wie Althippies und sind sehr sympathisch, wie sich bei einem kleinen Plausch herausstellt. Sie haben ein ähnliches Land Cruiser Modell wie wir, aber nur ganz oberflächlich gesehen. Sie haben den Wagen um ca. einen Meter verlängert! Klar, kein Problem, macht man ja ständig 🤩 ! Damit haben sie deutlich mehr Platz. Sie sind schon eine ganze Weile unterwegs, und sie wollen wohl auch nicht so schnell wieder zurück.
Dann kommt Mish zu uns auf die Camp-Site. Er begrüßt uns herzlich, fragt uns ob alles ok ist und wir klönen einen Moment. Er drückt uns ein kleines rundes "Tablett" in die Hand, auf dem ein Handfunki, Ladegerät und KFZ-Kabel, und ein Zettel mit einem Gruß von Robin und Mara liegen. Großes Kino! Wir freuen uns sehr!
Klar, wir hatten vereinbart, dass Robin und Mara zwei kleines Funkgeräte mieten und eins bei ihrer Durchreise bei Mish für uns da lassen, aber dass das so wunderbar klappt ist einfach riesig 🤩 ! Das "Tablett" stellt sich später übrigens als eine Sternkarte der südlichen Hemisphäre heraus, mit dem man Sterne am südlichen Sternenhimmel bestimmen kann. Die beiden haben sie einfach mit einer Serviette dekoriert. Großartig! 😄 🤩
Claudia checkt erstmal die Ablutions und geht duschen. Die Ablutions hier sind sehr schön mit afrikanischen Motiven auf den Duschvorhängen vor den beiden großen Duschkabinen. Alles ist nach oben hin offen und sauber, überall hat man Blick auf Blumen und Bäume. Nur Krabbel- und fliegende Viecher gibt es hier reichlich. Und die Dusche ist kalt! Bei mir gibt es später warmes Wasser, da hat Claudia wohl gerade Pech gehabt.
Als Claudia vom Duschen zurückkommt, habe ich schonmal Feuer gemacht. Claudia bekommt erstmal ein Bier in die Hand gedrückt, dann sorgen wir für Licht in der Küche.
Mit dem Feuer auf der einen und der Lampe auf der anderen Seite haben wir jetzt ausreichend Licht, um das Projekt „Grillen“ in am Angriff zu nehmen. Wir grillen Würstchen und Filet aus dem Supermarkt. Für den ersten Versuch ist es erstaunlich gut. Beim nächsten Mal muss aber der Grill heißer sein, ich war zu ungeduldig. Mit knurrendem Magen grillen ist ungünstig! 😗 🤩
Noch ein Bier, dann lassen wir das Feuer runter brennen und gehen ins Bett. War doch ein aufregender Tag!
Teil 826. Feb. 2022
10.09. - Wir sehen uns am Boteti!
Wir haben großartig geschlafen! Hätte ich nie gedacht, dass wir in dieser Sardinenbüchse so tief und fest schlafen können.
Die Aussicht auf eine heiße Dusche lockt Claudia aber dann doch aus der Schlafhöhle. Die Duschen hier sind wirklich genial. Die beiden Kabinen sind riesig mit ausreichend Haken für Kleidung und Waschzeug und das Wasser heiß und reichlich.
Frisch geduscht wird gefrühstückt und dann versuchen wir Robin und Mara zu erreichen. Es klappt tatsächlich, obwohl die Verbindung lausig ist, aber "Warzenschwein ruft Elefant!" - es klappt 🤩 ! Klar, der alte Funkamateur in mir weiß natürlich, dass die Entfernung auf die andere Flussseite, und dann noch eine unbekannte Strecke zur jeweiligen Camp-Site, schon grenzwertig für die kleinen Quatschkisten ist. In sofern bin ich sehr zufrieden, dass wir uns über die Entfernung verständigen können. Wir verabreden uns an der Fähre auf der anderen Flussseite. Als wir abfahrbereit sind, wollen wir Bescheid sagen, erreichen aber die beiden nicht. Wir warten noch eine halbe Stunde und fahren dann los.
Southern Pied Babbler / Elsterdrossling
An der Rezeption treffen wir Mish und quatschen etwas. Dann sagen wir Mish, dass wir auf die andere Seite wollen. Er macht sich auf den Weg zum Fluss und wir fahren die wenigen 100m zur Fähre.
Ganz ehrlich, als wir aus dem kleine Dorf die kurze sandige Piste runter zum Boteti gefahren sind, sind wir leicht sprachlos und total begeistert! Das Licht, die Aussicht über den Fluss, Kühe und Ziegen, die am Ufer weiden - das ist einfach großartig! Unsere Gefühle können die alten Hasen vielleicht nicht mehr ganz nachvollziehen, aber wir, als totale Anfänger in Sachen Botswana, waren echt überwältigt! 🤩 🤩 🤩
Fähre am Boteti
Boteti
Die Fähre über den Boteti ist schon ein Abenteuer für sich, Ihr kennt das 🤪 . Wir haben ja viel darüber gelesen und viele Videos gesehen, aber life ist das nochmal viiiel besser 🤩 ! Die Fähre liegt auf der anderen Seite, Mish und ein Kollege fahren mit einem kleinen Ruderboot rüber. Die Fähre hat keinen Motor (mehr), sie wird von Hand an einem Seil gezogen.
Als die Fähre sehr dicht am Ufer ist, bekommen wir das Zeichen, dass wir auf die Fähre fahren können. Erst geht es ein paar Meter durchs Wasser, dann die beiden Rampen hinauf 😮 . Passt alles, wir werden eingewiesen und fahren bis ganz nach vorn. Dann ziehen die beiden Männer die Fähre per Hand langsam auf die andere Seite.
Der Blick über den Boteti ist einfach großartig! Wir genießen die recht lange Fahrt ausgiebig. Kurz vor dem anderen Ufer müssen wir das Auto etwas zurücksetzen, damit die Fähre vorn etwas hoch kommt, so dass sie weiter ans Ufer gezogen werden kann. Dann dürfen wir hinunterfahren und durch das knietiefe Wasser auf das Ufer. Dann geht es die Böschung hoch und wenige Meter später stehen wir vor der Einfahrt zum Makgadikgadi Pans Nationalpark.
Am Tor zum Park kommt uns ein LKW mit Mitarbeitern des DWNP und des Militärs entgegen. Den Grund dafür sollten wir später erfahren. Wir müssen uns registrieren. Alles läuft freundlich, aber auch etwas chaotisch ab. Wir sollen erst bei Ausfahrt zahlen und zwar 220 Pula pro Person und Tag und 50 Pula für das Auto. Dann geht es über tiefsandige Pisten durch den Park. Was für eine Landschaft! Niedrige trockene Büsche, grauweißer Sand, toll 🤩 !
Wir fahren erst mal zur Camp-Site, vielleicht treffen wir ja Mara und Robin dort. Leider sind sie nicht mehr da, aber wir bekommen von anderen Campern die Auskunft, dass die beiden Richtung Hippo-Pool gefahren sind. Weiter geht es über die Piste an lustigen Hühnern und Zebra-Herden vorbei. Landschaft und der Blick auf den Boteti begeistern uns total!
Wir erreichen eine Stelle, wo es offensichtlich runter zum Boteti geht. Davon haben Robin und Mara in ihrem 2018'er Reisebericht geschrieben. Nich lang schnack’n, runter da! Vorsichtig fahren wir ans Ufer des Boteti. Es ist einfach traumhaft! Massen an Tieren, große Zebra-Herden, Kudus, jede Menge Federvieh - wir könnten hier stundenlang rumfahren.
Wir kommen an einem Baum vorbei, auf und um den herum Massen von Geiern sitzen. Den Grund dafür sehen wir erst auf der Rückfahrt. Hinter dem Baum am Wasser liegt ein toter Elefant 😵 . Der ist auch der Grund für den LKW mit den DWNP-Leuten. Der Elefant ist eines natürlichen Todes gestorben, leider lag er wohl auf der "falschen", nämlich bewohnten Seite des Flusses. Um zu verhindern, dass das Elfenbein auf dem Schwarzmarkt landet, wurden die Stoßzähne vorsorglich "ausgebaut" und mitgenommen. Robin und Mara waren früher im Park und haben Bilder davon gemacht.
Geierbaum
Whitebacked Vulture (Weißrückengeier), Boteti River, Botswana
Gleich darauf haben wir die erste Elefantensichtung (sehr lebendig) am Wasser!
Irgendwann geht es nicht mehr weiter und wir erkennen eine Fahrspur, die wieder nach oben führt. Naja, was man so Fahrspur nennt 😄 ! Sagen wir mal, hier ist wohl schonmal jemand gefahren 😄 . Ansonsten sieht das ziemlich tiefsandig aus. Und es steht eine Herde Zebras im Weg. Ok, auf Einzelschicksale können wir jetzt keine Rücksicht nehmen, da müssen wir jetzt durch! Sicherheitshalber versuchen wir es mal mit 4x4L. Wenn wir da problemlos hoch kommen, dann kann uns nicht mehr viel schocken, würde ich sagen. Gesagt, getan. Der Dicke Panzer wühlt sich langsam, aber stetig und ohne irgendwelche Probleme durch den Sand den Hang hoch. Und auch die Zebras stört das nicht sonderlich, sie machen einfach Platz und schauen etwas irritiert aus dem Fell 🤩.
Oben setzen wir wieder ein "Warzenschwein ruft Elefant!" ab, und es klappt, wir erreichen die beiden mit dem Walkie-Talkie. Kurz danach sehen wir den Wagen von Robin und Mara, gut erkennbar am gelben Seil am Kuhfänger vorn. Erste Begrüßung durch die Fenster, dann verabreden wir, uns unten am Wasser eine gute Stelle zu suchen, wo wir uns hinstellen können. Bald ist ein passender Platz gefunden und wir können uns herzlich begrüßen und für das Walkie-Talkie bedanken. Dann gibt es einen ginfreien Begrüßungs-Tonic und wir genießen ausgiebig diese Stimmung am Boteti, das Licht, die Wärme, die Tiere, und die Gesellschaft, die wir jetzt noch ein paar Tage genießen dürfen. 🙂 Und es hat tatsächlich geklappt - "Wir sehen uns am Boteti!" Das ist schon etwas sehr besonderes für uns! 🤩 🤩
Während wir da so stehen und uns unterhalten und fotografieren, kommen drei Elefanten am Ufer in unsere Richtung! Ein bisschen mulmig ist Claudia schon 😕 , aber die Elefanten ziehen friedlich durch’s Wasser. So haben wir jede Menge Zeit, sie ausgiebig zu beobachten und zu fotografieren. Mampfend waten sie durch das seichte Wasser. Einfach großartig! Irgendwann ziehen sie die Uferböschung nach oben. Das Sandbad können wir leider nicht fotografieren, aber der Anblick ist toll.
Macht mal Platz!
Irgendwann verabschieden wir uns von Mara und Robin und verabreden uns für 10:00 Uhr am nächsten Tag an der Fähre. Ab morgen werden wir ein paar Tage gemeinsam unterwegs sein. 🤩
Auf dem Rückweg geraten wir tatsächlich in einen Stau 😵 ! Drei Autos sind vor uns und halten am Geierbaum. Nun können wir auch den toten Elefanten sehen. So genau möchte Claudia den aber gar nicht ansehen und sie ist froh, als die anderen vor uns weiterfahren 🤢 .
Dann melden wir uns am Gate ab. 580 Pula kostet uns der Besuch für heute und morgen. Der Mitarbeiter am Gate ruft noch netterweise bei Mish an, der aber schon auf dieser Seite des Flusses auf uns wartet.
Es geht zurück und rauf ins Camp. Wir sind von den ganzen Eindrücken ganz schön erledigt und wollen erst gar kein Feuer mehr anmachen.
Ich beschäftige mich erstmal mit Daten-Hygiene und Claudia bastelt aus unseren Vorräten ein Abendessen. Dann machen wir doch noch ein Feuer, immerhin ist das deutlich gemütlicher 😄 .
Das südafrikanische Paar ist heute weiter gefahren, der Platz ist leer. Bis jetzt jedenfalls. Dann kommt ein HiLux mit Dachzelt. Und noch einer. Und noch einer. Fünf Hilux, alle exakt gleich, mit deutschen Campern, kommen auf die Camp-Site! Mit erstaunlicher Routine bauen sie ihr "Dorf" auf und sorgen für Abendessen. Die machen das nicht zum ersten Mal! 🤪
Total erledigt hauen wir uns hin, leider werden wir die ganze Nacht von nicht sehr lauten, aber sehr nachdrücklichen Bässen genervt, die aus dem Dorf rüber wummern. Es ist Freitag, und man macht wohl erstmal Party. Irgendwann schlafen wir aber doch wieder ein, nur um vor Sonnenaufgang von lautem Vogelgeschrei aufgeschreckt zu werden 😵 . Auch das ist Afrika.
Herzliche Grüße Martin
Teil 922. März 2022
11.09. - Tiefsand und Baobabs
Wirklich gut geschlafen haben wir heute nicht, die Mugge aus dem Dorf war einfach zu nervig.
Auf dem Nachbarplatz ist die große Gruppe schon eifrig dabei, Frühstück zu machen. Das geht alles extrem routiniert, was bei so einer großen Gruppe sicher nicht selbstverständlich ist. Dann wird gepackt, und schon sind sie wieder vom Hof. Nicht schlecht!
Wir frühstücken in Ruhe, dann packen wir zusammen und fahren zur Rezeption, wo wir bei Mish unsere Rechnung begleichen und noch etwas klönen. Dann wird es Zeit, wir sind um 10:00 an der Fähre verabredet.
Auf der anderen Seite werden wir von diversen Touristen fotografiert, heute ist deutlich mehr los als gestern. Auf dem Camp-Ground treffen dann Mara und Robin, sie sind noch fleißig beim Einräumen.
Von den Ablutions auf der Camp-Site hatten sie und schon vorgeschwärmt, und Claudia probiert das natürlich gleich mal aus. Jo, passt, die sind super! 😁
Dann machen wir uns auf den Weg. Wieder geht es am Flussufer entlang. Diesmal ist der tote Elefant voller Geier. Das muss natürlich festgehalten werden. So einen Anblick werden wir wohl nicht so bald wieder haben. Danach geht es wieder nach oben vom Flussufer weg und auf sandigen Pisten durch den Park.
Das große Fressen
Aufwärmen!
Weißrückengeier
Reiher
Guggst Du!
Auf der Flucht
Der Reifendruck ist schon entsprechend reduziert. Die Piste ist schon heftig tiefsandig, das muss ich sagen. Robin und Mara, die eine Zeitlang hinter uns her fahren, lachen sich tot, wie sie uns später sagen, weil unser Auto in den sandigen Wellen wohl ziemlich besoffen hin und her torkelt. 🤩 Hey, was glaubt Ihr, wie wir uns gefühlt haben??? 😈 🤢
Robin hält irgendwann an um uns darauf aufmerksam zu machen, dass es hier nach frischem Elefantendung riecht. 🙄 Äh, ja, tut es immer mal wieder, aber was ist daran so besonderes? Auf einmal sehen wir ein Solarpanel seitlich im Busch. Robin biegt dort ab. Das ist eigentlich nicht unsere Route – wo will er hin? 😕 Wenige 100 Meter weiter kommen wir an ein Wasserloch, und dort stehen schon einige riesige Elefantenbullen. Aaaahhhja! Klar, die hat Robin wohl gerochen! Hat Robin vielleicht den Elefantenriecher? Vielleicht, aber das Wasserloch kannten Robin und Mara schon von ihrer letzten Reise! Damals hatten sie dort aber nur einen Elefanten gesehen und jetzt werden es immer mehr. Irgendwann sind es bestimmt 25 Elefanten, die sich mit Schlamm oder Wasser bespritzen. Was für ein Anblick. Wir stehen hier gefühlt mindestens eine Stunde. 🤩
Sorry, jetzt kommen ein paar Elefanten mehr, da müsst Ihr jetzt durch!
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefanten am Wasserloch
Elefant
Irgendwann reißen wir uns los. Weiter geht es bis zum Gate und wir verlassen die Makgadikgadi Pans. Nach wenigen Kilometer kommen wir am Nxai Pan Gate an und checken ein. Uns wird Baines Baobab Camp-Site #1 zugewiesen, aber Robin und Mara haben #2 im Voucher stehen, und wir bekommen die Info, dass wir heute alleine dort sind, uns also eigentlich aussuchen können, wo wir stehen wollen. 🤩
Nxai Pan Entrance Gate
Der erste Teil der Strecke besteht aus einer schnurgeraden und recht sandigen Piste. Kein großer Fahrspaß, zumal rechts und links auch nicht viel zu sehen ist. Dann geht es rechts ab Richtung Baines Baobabs.
Der Weg zu Baines Baobabs besteht entweder aus schmaler Sandpiste oder grobem Schotter mit reichlich Löchern darin. Zwischendurch machen uns Robin und Mara immer wieder auf Vögel aufmerksam, die im Gelände auf Büschen und Bäumen sitzen. Alleine hätten wir die wohl entweder nicht gesehen, oder einfach ignoriert. So langsam kommen wir auf den „Geschmack“, was die gefiederten Zeitgenossen angeht! 🙂
Ok, nur ein Strauß. Aber es wird!
Dann geht es ab zu der riesigen Salzpfanne, an der die großen Baobabs stehen. Ist das beeindruckend! Die Bäume sind riesig und dahinter erstreckt sich eine riesige weiße Fläche! Natürlich halten wir erstmal an, um den Blick zu genießen und festzuhalten. Bis zur Camp-Site Nr. 1 sind es bestimmt noch 2 km. Wir schauen uns die Nr. 1 und die Nr. 2 an, beide sind sehr schön, entscheiden uns dann aber für die Nr. 1, weil man von dort einen wunderbaren Blick über die Pfanne hat.
Baines Baobabs
Baines Baobabs
Salzpfanne
Salzpfanne
Wir stellen die Wagen Heck an Hack auf und dann wird alles für das Abendessen vorbereitet. Robin und Mara haben Springbock für dem Grill, ich schnippel Gemüse für den Potjie und Claudia bastelt uns einen Kartoffelsalat mit Kartoffeln, Zwiebeln, Gurken und Mayonnaise. Es gibt Sundowner und Bier.
Auf der Camp-Site gibt es zwei schneckenförmige Holzpalisaden. In der einen verbirgt sich das Plumpsklo. Es gibt sogar einen Klorollenhalter (natürlich leer). Die andere Schnecke enthält die Eimer-Dusche. Der Eimer hat unten ein Loch, in dem ein Duschkopf mit einem Hebel zum Auf- und Zudrehen angebracht ist. Den Eimer kann man über einen Flaschenzug herunterlassen, mit dem selbst mitgebrachten Wasser befüllen und wieder hochziehen. Robin, Mara und ich nutzen die Gelegenheit. Claudia hofft auf morgen und auf eine bequemere Gelegenheit zum Duschen. Sie hat definitiv was verpasst, finde ich!
Dann wird ausgiebig gegessen. Das ist wirklich eine großartige Location! Und wenn wir uns vorstellen, dass wir in diesem riesigen Gebiet vollkommen alleine sind, dann läuft mir heute noch der Schauer über den Rücken!
Bevor wir uns in die Schlafhöhle zurückziehen, scheucht Robin uns noch auf die Pfanne: „Das müsst ihr euch ansehen!“ 🤩 Recht hat er, der Sternenhimmel ist unglaublich! Hinten sind die Lichter von unserem Dachzelten und Autos zu sehen, oben die Milchstraße. Leider ist es so kalt, dass Claudia nach ein paar Minuten aufgibt. Mir gelingen aber ein paar ganz nette Bilder, aber bei Nacht/Sternenhimmel-Bildern habe ich definitiv Nachholbedarf, das muss ich noch üben. 😗
Sternenhimmel über der Salzpfanne
Vor dieser Camp-Site hatte Claudia den meisten Bammel, wie sie mir sagte. Und jetzt, nachdem sie es live und in Farbe gesehen hat, und nach den Erlebnissen hier, ist sie völlig hin und weg. Letztendlich ist es für sie eins der HighLights dieser Reise! Und Ihr dürft mir glauben, dass mich das ganz besonders gefreut hat! 🤩 🤩
Herzliche Grüße Martin
Teil 1009. Apr. 2022
So, weiter geht's!
12.09. - Wasserloch und Reifen
Im Morgengrauen sind wir alle wach. Robin und ich schnappen uns erstmal die Kameras und laufen auf die Pfanne. Noch ist die Sonnen nicht zu sehen, das Licht ist fantastisch, und wir genießen die absolute Ruhe hier. Als die Sonne dann langsam über den Horizont kommt, wird das Licht mystisch.
Sonnenaufgang auf der Pfanne
Campsite #1
Zum Frühstück gibt es Rührei mit Tomaten und was der Kühlschrank sonst noch so hergibt. Wir lassen uns Zeit. Heute begleiten wir Robin und Mara noch zum South Gate Camp, dort bleiben die beiden eine Nacht, und das Wasserloch dort soll großartig sein. Wir haben heute schon die erste Nacht in Maun gebucht, Robin und Mara wollen morgen dazu kommen.
Frühstück
Wir fahren den bekannten Weg zurück, machen noch einen kurzen Stop an den Baobabs, und auf der Hauptpiste biegen wir Richtung South-Gate ab. Dann sehen wir einen SUV quer auf der Piste stehen 😕 . Als wir näher kommen, sehen wir, dass das linke Vorderrad fehlt 🙄 . Auf der Piste kommt man nicht an dem Auto vorbei, wir müssen über die Böschung ausweichen. Später erfahren wir am South Gate, dass das der Wagen vom Putzpersonal war – die müssen erstmal einen neuen Reifen organisieren. Geputzt wird später! 😄
Road Block
Beim South Gate melden Robin und Mara sich an und dann geht es zum Wasserloch. Und hier ist wirklich jede Menge los! Massen an Zebras und Springböcken, einige große Elefanten sind schon da, jede Menge Federvieh, Gnu-Herden, es ist großartig! Immer mehr Elefanten kommen aus verschiedenen Richtungen, man weiß garnicht so recht, wo man sich hinstellen kann, ohne zu stören. 🤩
Wie so oft: Wir haben da mal ein paar Bilder gemacht! Und wie immer gilt: Da müsst Ihr jetzt durch! 😎 🤩
Robin und Mara stehen offensichtlich mitten in einer „Zufahrt“, ein Elefant bleibt etwas irritiert direkt hinter ihnen stehen, um dieses unerwartete Hindernis zu begutachten. Aber er lässt sich nicht lange stören, weiter geht’s zum Wasser!
Wir fahren noch weiter durch den Park auf der Suche nach Leoparden, die hier vor kurzer Zeit beobachtet wurden, leider vergeblich. Noch ein kurzer Halt am Wasserloch, dann verabschieden wir uns von Robin und Mara und machen uns zurück auf den holprigen Weg nach Maun. 🙂
Kurz vor dem Abzweig nach Baines Baobabs reißt es das Auto sehr plötzlich links in die niedrige Sand-Böschung. Was war das jetzt? Ich war’s nicht, ich hab’ nix gemacht! 🤩 😗
Ich fahren vorsichtig rückwärts zurück in die Spur, und dabei merke ich, dass da was nicht stimmt. Kurzer Check, alles klar, der linke Vorderreifen ist hin 😠 . Aber so richtig! Kein Loch, das man noch flicken könnte, der Reifen ist ziemlich flächendeckend geschreddert. 😈 😈
Finito! Der ist hin!
Erster Gedanke eines verwöhnten Teutonen: „222222 - mal beim ADAC anklingeln!“. Lass mal überlegen, Handy-Verbindung: nicht existent. ADAC: jibbet hier nicht. Sonst irgendjemanden, der helfen könnte: Fehlanzeige. Ok, dann müssen wir wohl selber ran! Nicht, dass wir das Problem nicht in Namibia schonmal hatten, aber man kann ja mal fragen! 🤩
Glücklicherweise erweist sich der Sand als nicht sehr tief, man kommt mit der Schaufel schnell auf eine fest Schicht. Damit ist der sichere Stand für den Wagenheber kein Problem.
Wir hatten uns bei der Übernahme des Autos versichert, dass die Radmuttern nur „handwarm“ angezogen sind, nicht mit Schlagschrauber oder mit brutaler Kraft. So ist es kein Problem, die Muttern zu lösen.
Das Ersatzrad lasse ich nach dem Lösen der Radmuttern vorsichtig runter plumpsen, aber das Hochheben des defekten bringt mich an meine Grenzen. Die großen Räder sind einfach sauschwer! Alter Mann hat Rücken, so muss Claudia mit helfen.
Dann ist alles fertig, schnell noch den Reifendruck anpassen, und dann kann es nach einer guten halben Stunde wieder los gehen. Am Gate checken wir aus, pumpen die Reifen wieder auf normalen Druck, dann ab nach Maun. Den Grund für den geschredderten Reifen haben wir übrigens nicht gefunden, wir haben allerdings auch nicht lange danach gesucht.
Die Einfahrt zum „Discovery Bed & Breakfast“ geht direkt von der B334 ab. Nach wenigen 100m kommen wir an das Tor und werden von Carol eingelassen. Das Gelände ist mit einzelnen kleinen Hütten sehr nett angelegt. Unsere Hütte hat, anders als erwartet, die Dusche innen. Eigentlich sollten wir eine Hütte mit Außendusche haben, aber so ist es natürlich auch super. Nur der Platz ist etwas beengt.
Wir laden das Auto aus und versuchen, etwas Ordnung zu schaffen und Akkus zu laden. Dann duschen wir und um 19:00 Uhr gibt es Abendessen. Das gibt es auf der überdachten Terrasse beim Haupthaus. Alles ist sehr schön gestaltet, man guckt auf Kakteen, Bäume und Blüten. Gegessen wird gemeinsam an einem großen Tisch. Wir sind zu sechst, ein Paar aus Holland, das auch mit einem Bush-Camper aus Windhouk angekommen ist, und Marije und René, die Eigentümer der Lodge, die ebenfalls aus Holland stammen.
Das Abendessen wird von Maggy, der Küchenchefin, vorgestellt. Es gibt Hühnchenschenkel in einer leckeren Soße, Gemüse, Reis, Bohnen und Rote-Bete-Salat. Alles sehr lecker! Getränke holt man sich am Kühlschrank und macht Striche auf der beiliegenden Liste. Gezahlt wird später. Natürlich wird in der netten Runde ausgiebig geklönt. 🤪 😄
Kur vor neun holen wir uns noch ein Savanna Dry aus dem Kühlschrank, dann geht es zu der Terrasse bei Carol’s Coffee Shop, auf der WLAN verfügbar ist. Wir wollen das WLAN noch für ein Gespräch mit unseren Freunden in Deutschland nutzen und ihnen erzählen, wie es uns geht, und was sie alles verpassen. Mit ihnen haben wir nämlich bisher alle Reisen nach Namibia gemeinsam gemacht, aber zu Camping ließen sie sich trotz eifriger Überzeugungsarbeit nicht überreden. Dann fallen wir todmüde ins Bett.
Schönes Wochenende, dann geht es weiter in Maun!
Grüße Martin
Teil 1117. Apr. 2022
Moin allerseits!
Ich wünsche Euch ein schönes Osterfest! 🙂 Und jetzt geht es weiter!
13.09. - Orga-Tag und neuer Reifen
Für 7:30 Uhr sind wir zum Frühstück angemeldet. Wir sortieren unser Wäsche, die wir noch waschen lassen wollen. Duschen, dann ab zum Frühstück. Außer uns ist nur noch das holländische Paar vom Abend vorher mit uns beim Frühstück. Auch das Frühstück ist sehr gut, mit selbst gemachter Marmelade und Frühstücksei nach Wunsch. Was für ein Luxus! 🤩
Draußen bereitet Maggy auf einem Feuer in einem Potjie das Abendessen vor. Claudia lässt sich die Zubereitung von Maggy erklären. Erst kommt eine Schicht Zwiebeln mit Öl und Salz in den Topf, dann bis oben hin nur grob zerteiltes Fleisch dazu. Das Ganze soll dann 5 Stunden vor sich hin köcheln und nennt sich Seswaa. Um das Feuer herum stehen schöne Holzstühle mit Schnitzereien in der Rückenlehne. Jeder Stuhl ist anders, wunderschön.
Beim Frühstück haben wir Katzenbesuch. Erst ist die zutrauliche von den vier hauseigenen Katzen bei mir, dann besetzt sie meinen Stuhl, als ich mal Nachschlag hole. Sie wird kurzerhand hochgenommen und auf Claudias Schoß platziert, was sie mit Schnurren kommentiert. Katzen sind immer gut! 🤩
Nachdem Claudia die fehlenden zwei Tage Tagebuch nachgetragen hat, machen wir uns um 10:30 Uhr auf zu unseren Erledigungen.
Besuch beim Tagebuchschreiben
Das wichtigste ist der Reifen! Wir fahren zu Supaquick, wo es einen in der richtigen Größe, wenn auch von einem anderen Hersteller gibt. Der Laden macht seinem Namen alle Ehre, nach 15 Minuten haben wir den neuen Reifen für 2.280 Pula am Auto. Punkt eins auf der Liste abgehakt! 🤩
Nun geht es zum DWNP (Department of Wildlife & National Parks), um unsere Nationalparkgebühren zu zahlen, das sind für die Zeit vom 14. bis 20. September 2.030,- Pula. Die Mitarbeiterinnen sind sehr freundlich, alles geht zügig, und wir klönen noch etwas. Erfolglos versucht sie mir noch eine Tinkers Map von dem Gebiet zu verkaufen. Hätte ich gerne gemacht, aber wir haben schon eine. 😄
Jetzt fahren wir zum Tanken zu Riley’s Garage. Viel los hier! Aber das Gewusel macht viel Spaß. Plötzlich hupt es nachdrücklich, und als wir zur Straße gucken, sehen wir das Südafrikanische Paar, das wir mit ihrem Monster-Cruiser im Boteti River Camp getroffen haben. Leider sind sie schnell wieder weg. 🙂
Das Delta Meat Deli suchen wir auch heute vergeblich 😐 . Wir fragen überall nach, aber niemand kann uns sagen, wo die jetzt sind. Also geht es wieder zurück zu den Beef Boys und ich kaufe das Fleisch dort. Leider gibt es kein Wild, also wird Beef mitgenommen.
Dann ab zu Shoprite, Vorräte aufgefüllt. Wir werden von zwei Mädchen in Schuluniform verfolgt, die uns giggernd und kichernd eine Schokolade und einen Schokoriegel hinhalten, mit der Bitte, ihnen das zu kaufen 😛 . Die beiden sind echt niedlich, und wir machen den Spaß mit. An der Kasse kaufen wir noch eine stabile Einkaufstasche, die wohl ganz gut in die Fächer des Campers passen könnte. Am Ausgang treffen wir dann die beiden Mädchen, die sich über die Schokolade sehr freuen. Hoffentlich wird das jetzt nicht eine Masche! 😗
Wir machen uns auf die Suche nach dem Restaurant „The Duck Café and Bar“ in der Nähe vom Flughafen. Dort wird „Okawango Gin“ destilliert, über den ich gelesen habe. Das Restaurant liegt direkt gegenüber des Flughafens. Der Laden macht einen ziemlich „gehobenen“ Eindruck. Gin gibt es reichlich, und ich nehme gleich mal zwei Flaschen mit. 🤩 🤪 😗
Ein paar 100m weiter finden wir dann auch einen Geldautomaten ohne die übliche lange Schlange, so dass wir unsere Bargeldbestände ausreichend auffüllen können. Nun fehlt nur noch Bier und Feuerholz. Nach vier Stunden in der Hitze haben wir aber keine Lust mehr auf Einkäufe 😊 . Also auf zurück ins Discovery Bed & Breakfast. Noch haben wir ja auch etwas Bier im Kühlschrank, und für heute können wir uns in der Küche versorgen. Und warum auch immer ich zwei Nächte in Maun geplant hatte, das war genau richtig. Soviel zu Thema „was wollt Ihr denn zwei Nächte in Maun!?“ 😄 😈 .
Robin und Mara sind schon angekommen, sie wollen aber noch ein paar Erledigungen machen und fahren gleich wieder los. Wir setzen uns derweil in Carol’s Coffee Shop an einen Tisch, es gibt leckeren Milchkaffee, Vanilla Milkshake, Banana Bread und nette Gespräche mit neuen Gästen (wieder Holländer) und Marije.
Carrol's Coffeeshop
Um 19:00 Uhr gibt es wieder Abendessen. Wir sitzen mit Robin und Mara an einem Tisch und die Holländer und zwei weitere Gäste an einem anderen. Robin und Mara haben übrigens nach ausgiebiger Detektivarbeit das Delta Meat Deli gefunden! 🤩
Das „Seswaa“-Fleisch, dass stundenlang im Potjie gegart wurde, ist köstlich! Es wird nicht, wie Claudia befürchtet hatte, mit Knochen, Sehnen und Fett serviert, sondern sorgfältig von allem nicht essbaren befreit und ist vergleichbar mit Pulled Pork. Dazu gibt es Milipapp, Chakalaka und eine Gemüse-Quiche. Als Nachtisch gibt es Crème brûlée. Unglaublich! Wir sind dann die letzten Gäste, die noch bei Getränken sitzen und klönen.
Morgen geht's in den Moremi!
Herzliche Grüße Martin
Teil 1230. Apr. 2022
Moin allerseits!
sorry für die lange Funkstille, es gab Gründe. 😵
14.09. - Moremi - Xakanaxa - nicht wirklich!
Wieder Frühstück um 7:30 Uhr, wir haben heute noch einiges vor! Wieder lecker und ausgiebig, zu den Eiern gibt es heute Speck. Wir sammeln unsere Wäsche ein und suchen uns von den aus Grashalmen hergestellten Schalen und Armreifen, die neben der Küche zum Verkauf angeboten werden, eine kleine Schale und ein Armband aus. Die Sachen sind von den Angestellten hergestellt worden, die dann das Geld auch direkt bekommen.
Wir bezahlen unsere Rechnung und packen den Rest unserer Sachen ein. Marije verkauft uns noch ein paar Dosen Bier, das haben wir ja gestern nicht mehr geschafft. 😗
Die Anlage ist so hübsch, dass alles noch ausgiebig festgehalten werden muss. Claudia lässt sich von Marije einige der Rondavels zeigen, die die Dusche außen haben. Sowas hatten wir eigentlich laut Voucher gebucht. Die Rondavels gefallen uns sehr, das könnte was für ein nächstes Mal sein.
Auch ein paar Vögel, die hier auf der Anlage rumfliegen, müssen noch abgelichtet werden. Nur bei der Bestimmung komme ich teilweise nicht weiter und benötige Eure Hilfe. 😉
Marico Sunbird (female) (Danke, Friederike)
Grey-backed Camaroptera (Danke, Bele!)
Das müsste ein Yellow Weaver sein, oder?Holub's Golden Weaver (Danke, Bele)
Robin und ich füllen die Brauchwassertanks an unseren Fahrzeugen und nach einer herzlichen Verabschiedung machen wir uns auf den Weg.
Fazit Discovery Bed & Breakfast: Uns hat es hier ausgesprochen gut gefallen! Die Lage ist prima, die Hütten nett, auch wenn der Platz etwas knapp ist, zumindest in der Hütte, die wir hatten. Aber die Betreuung ist super, das Essen lecker und reichlich - für uns 4,5 von 5 Punkten!
An der Straße hatten wir schon viele Holzverkäufer gesehen, und so halten wir bei einem Stand an, um Holz zu bunkern. Ein Bündel kostet nur 10 Pula! 18 Bündel kaufen wir insgesamt, so günstig haben wir nie wieder Holz kaufen können! 🤩
Feuerholz! Reichlich Feuerholz!
Heute soll es nach Xakanaka gehen. Bis zum South Gate vom Moremi Wildreservat ist die Strecke unspektakulär. Beim South Gate tragen wir uns ein und fragen nach Sichtungen. Ok, das ist ja immer so eine Sache. Nur weil jemand irgendwo was gesehen hat, muss das ja nicht mehr da sein, wenn wir da endlich vorbei kommen! Aber man erzählt uns von Löwen, die gesehen worden sind. 😄
Robin schlägt vor, dass wir nicht die direkte Strecke nach Xakanaxa fahren, die ziemlich langweilig ist. Statt dessen möchte er sich über die kleinen Wege durch den Makerekwa Loop nach Xakanaxa durchschlagen. Natürlich sind wir einverstanden. Wir schalten sofort auf „Du Guide - wir keine Ahnung“-Modus um. Die beiden waren schonmal hier, wir nicht, also sind wir total gespannt was da kommen wird. 🤩
Giraffen sind einfach nur schön!
Elefanten, klar. Auch der 100'ste ist toll!
Impala
Beachtliche Bauwerke der ganz kleinen.
Die Strecke, die wir jetzt fahren, ist für uns absolut beeindruckend! Die Landschaft, die Mengen an Tieren, das Fahren auf verschlungenen Pfaden, das alles ist für uns ein großartiges Erlebnis. Es geht am Makowane Loop vorbei Richtung Nord-Westen. Dann biegen wir Richtung Bodumatau Loop ab. Der Weg wird immer schlammiger und unebener, und dann geht es nach einer kleinen Wasserdurchfahrt nicht mehr weiter 😵 . Das Buschwerk ist einfach zu dicht. Und die eben noch deutlich erkennbare Fahrspur ist nicht mehr wirklich sichtbar. Wir drehen um und fahren auf der breitere Route weiter.
Yellow-billed Stork
Impala-Mädel
Impalas sehen für uns immer so aus, als ob sie frisch aus der Maske kommen. Da sitzt kein Härchen falsch, die Wimpern tiptop, einfach super! 🤩
Glanz-Star
Die Gnus fanden irgendwas total witzig.
Bei Hatab 13 Bodumatau Lagoon sehen wir rechts und links von uns Elefanten. Auf einmal hält Robin an. Vor uns queren Elefanten den Weg. Wir sind mitten in der Elefantenherde. Robin und Mara zählen 65 Tiere – wahrscheinlich sind es noch mehr 🤩 . Und nun? Wir wollen ja im Hellen noch auf der Camp-Site ankommen. Irgendwann gibt es eine kleine Lücke in der Reihe, Robin gibt Gas und wir hinterher. Raus sind wir aus der Herde 🤩 . Nur um gleich danach vor dem nächsten Road-Block aus Elefanten zu stehen 😕 . Was für ein Erlebnis! Dann können wir ja eigentlich den Motor ausmachen und warten, bis die mampfende Bande endlich durch ist!
Road-Block I
Road-Block II
Road-Block III
Road-Block IV
Road-Block V
Road-Block VI
Die Zeit rennt, die Eindrücke sind für uns unglaublich schön und beeindruckend. So könnte es weiter gehen, aber die Sonne steht schon recht tief, so langsam müssen wir weiter.
Wir kommen über eine kleine Holzbrücke, und kurz danach bleiben die Beiden stehen und winken uns neben sich. Sie machen einen etwas zerknirschten Eindruck, als sie uns erzählen, dass das eben wohl First-Bridge war, und dass wir auf dem falschen Weg sind 😮 . Das GPS sagt zwar, dass wir auf dem richtigen Weg sind, aber das GPS weiß auch nicht, dass Third Bridge kaputt ist 😄 . Es sieht so aus, als ob die Strecke durch die Pools nicht befahrbar ist. Einziger Weg nach Xakanaxa: die langweilige Strecke ab South Gate. Das wären aber ca. 50km zurück und 70km wieder nach Norden, dafür ist es aber nun zu spät. Wat nu? 🤪
Ich zitiere an dieser Stelle mal aus Robins Reisebericht von 2018: „Gute Safari-Guides versuchen ihren Gästen immer mal etwas Besonderes zu bieten. Wenn das dann noch unerwartet passiert, umso besser. Einfache Formel und daran halten wir uns.“
Sauber! Passt! Wenn das nicht was besonderes ist 😄 ! Und es ist unerwartet! Danke, wir sind begeistert! 🤩 🤩 🤩
Robin versucht per Satellitentelefon herauszufinden, ob die Third Bridge Camp-Site geöffnet ist. Die Dame am anderen Ende ist schwer zu verstehen, die Camp-Site ist offen, aber ob ein freier Platz für uns existiert, kann sie uns nicht sagen. 🤪
Egal, wir machen uns auf den Weg nach Third Bridge. In schönstem Abendlich kommen wir am Gate an und fragen, ob wir bleiben dürfen. Man verweist uns an die Camp-Managerin, die in ihrer kleinen Hütte direkt nebenan residiert. Sie blättert wichtig in langen Listen mit eng beschriebenen Tabellen 😣 , um uns dann freudestrahlend zu sagen, dass noch ein Platz frei ist 🤩 ! Super, Bingo! Für 2.000,- Pula pro Fahrzeug sind wir im Spiel! Nicht gerade ein Schnäppchen, aber da die Alternativen rar sind, streiten wir nicht! 😄 😄
Hier am Gate erfahren wir dann auch, dass eigentlich bekannt ist, dass der Weg durch die Pools z.Zt. nicht befahrbar ist, das hätte man uns am South Gate eigentlich sagen müssen. Danke dafür! Aber unser Ärger hält sich in sehr engen Grenzen, ich verweise da wieder auf Robins Zitat (s.o.). 😗
Wir fahren auf unsere Camp-Site und stellen uns direkt unter einen riesigen Leberwurstbaum (danke Friederike), der dauernd große klebrige Blüten abwirft. Mir fällt so ein Blüte klatschend in den Nacken, und das Zeug ist echt klebrig. 😣
Auf das Abenteuer gibt es nach dem Aufbau unserer Schlafhöhlen und dem Anfachen eines ordentlichen Feuers, erst mal einen fachgerechten Gin Tonic für alle. Zum Grillen haben wir keine Energie mehr, aber zu Nudeln mit Tomatensoße reicht es noch. Was für ein Tag - wieder mal!
Noch ein schönes Wochenende und bis bald!
Martin
Teil 1313. Mai 2022
15.09. - Endlich Xakanaxa
Heute haben wir nur recht wenig ins Tagebuch geschrieben. Dafür kommen ein paar Bilder mehr dazu.
In der Nacht werden wir immer wieder von einem lauten „Plong“ geweckt. Die Blüten des Leberwurstbaums, unter dem wir stehen, sind riesig und machen ein ordentliches Geräusch wenn sie aufs Dach treffen. 😵
Wir frühstücken in Ruhe, dann machen wir uns auf den Weg.
Von Third Bridge müssen wir die ganze Strecke wieder zurückfahren zum South Gate um dann auf der schnellen Route nach Xakanaka zu kommen, obwohl die beiden Camps Luftlinie nicht mehr als 8 km auseinander liegen. Wir brauchen für die Strecke mehrere Stunden, da wir natürlich ständig anhalten müssen um die tolle Landschaft zu bewundern, und natürlich um alles zu fotografieren.
African Spoonbill
African Darter
Red Lechwe
Moremi
Black-backed Jackal
Red-billed Hornbill
Gnu und Zebras
Danke, Robin und Mara
Pelikan
Einsame Giraffe
Moremi
Zebras
Giraffe
Zebra
Noch 'ne Giraffe
Elefanten gab's auch!
Impala
Warzenschwein
Impala mit Kosmetiker
African Darter
Schreiseeadler
Giraffe
Vom South Gate bis Xakanaka führt eine recht breite Sandpiste, die allerdings auch extrem kurvig und holprig ist. Bei schönstem Abendlicht kommen wir in Xakanaka an. Unsere Campsite Nr. 10 liegt ganz am äußersten Ende. Dahinter soll es laut Plan ein weiteres Waschhäuschen geben. Das stimmt allerdings nicht (mehr), es gibt nur eins am Eingang und ein weiteres in der Mitte des lang gezogenen Zeltplatzes. Von unserem Stellplatz bis zum nächstgelegenen Waschhaus sind es bestimmt 300 oder 400m 😕 .
Freundlicher Empfang auf dem Zeltplatz, danke Robin und Mara
Bei unserer Ankunft werden wir von einem Elefanten im Schilf empfangen. Und das bei Abenddämmerung. Das ist einfach ein wunderschöner Anblick 🤩 . Oberhalb von unserer Campsite gibt es einen Bootsverleih. Wir fragen nach, was es uns kosten würde, eine Tour zu machen. Sie vermieten die Boote stundenweise und das kleinere würde 900 BWP pro Stunde kosten. So recht hat aber jetzt keiner Lust auf eine Bootstour. Wir bauen lieber auf und zünden das Lagerfeuer an. Heute gibt es in Alufolie gebackenen Kürbis und mit Käse überbackene Kartoffeln zum Grillfleisch. 🤩
Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Martin
Teil 1409. Juni 2022
16.09. Khwai North Gate und Hyänen
Schon vor Sonnenaufgang bin ich wach. Leise klettere ich aus dem Dach und genieße vor dem Auto die Ruhe. Plötzlich sehe ich ein paar Tiere den Weg durch die Campsite entlang laufen. Ich traue meinen Augen kaum, das sind Wildhunde! 🤩 Sechs Wildhunde joggen lautlos den Weg entlang! Natürlich habe ich keine Kamera dabei, und es ist auch noch viel zu dunkel. Und die Wildhundes sind so schnell wieder weg wie sie gekommen sind. 😁
Kurz danach sind auch die Mitstreiter wach und ich erzähle von meiner Begegnung. Wir nutzen das Morgenlicht noch für ein paar Bilder von noch schläfrigen Zwergspinten und anderen Vögeln, dann wollen Robin und Mara schon los, sie wollen das frühe Licht nutzen und vielleicht noch die Wildhunde finden. Wir verabreden uns an den Paradise Pools, dann sind sie weg.
Sonnenaufgang in Xakanaxa
Senegal Coucal - Spornkuckuck
Meyer's Parrot
Little Bee-Eater - Zwerg-Spint
Little Bee-Eater - Zwerg-Spint
Little Bee-Eater - Zwerg-Spint
Striped Kingfisher
Yellow-billed kite - Schwarzmilan
Wir packen derweil unsere Sachen ein, wir wollen auch los. Da quäkt unser Funkgerät. "Elefant an Warzenschwein - die Wildhunde liegen vor den Ablutions am Eingang!". Jetzt aber los! Und tatsächlich, die Wildhunde haben sich dort in unmittelbarer Nähe des ersten Waschhäuschens im Gras zum Schlafen hingelegt. 🤩
Die sechs Wildhunde lassen sich weder von uns stören, noch von den anderen Fahrzeugen, die auch noch um sie herumfahren um einen Blick zu erhaschen. Man dreht sich nur gelangweilt von der einen auf die andere Seite und hebt mal kurz den Kopf. 😄
Wildhunde - verschlafene Bande!
Ja nee, is klar, ne?
Als wir uns sattgesehen haben, geht es mit Mara und Robin wieder auf Schleichwegen durch den Park. Am Dombo Hippo Pool, der seinen Namen zurecht trägt, denn dort liegen bestimmt zwanzig Hippos im Wasser herum, machen wir eine kleine Picknickpause mit den Resten vom vergangenen Grillabend. 😛 Auf der Aussichtsplattform neben dem Hippo Pool, die man nur über eine abenteuerliche Holztreppe erreichen kann und die ihre besten Zeiten schon gesehen hat, weht ein kühles Lüftchen, so dass man es dort gut aushalten kann.
Impala Crossing
African fish eagle -Schreiseeadler
Aufstieg zur Aussichtsplattform
Dombo Hippo Pool
Haben Hippos blaue Augen?
Und dann passiert uns ein folgenschweres Missgeschick! 😵 Claudia und ich sind ziemlich müde und kaputt, haben wohl die letzte Nacht nicht so gut geschlafen. Jedenfalls entschließen wir uns dazu, den direktem Wege zur Campsite zu fahren, während Robin und Mara noch ein wenig nach Tieren Ausschau halten wollen. Wir wollen uns dann an der Campsite treffen.
Das werden wir nie wieder machen! Denn genau in der Zeit, in der wir schon Richtung Campsite fahren, treffen Mara und Robin einen Leoparden auf einem Baum 😣 ! Als sie uns das erzählen, könnte ich mir vor Ärger irgendwohin beißen 😈 😈 😈 ! Da entfernt man sich EIN MAL von der Bezugsgruppe, und dann sowas! Nee, wat ärgerlich! 😊 😠 🙁 😵
Beim North Gate müssen wir uns wie üblich eintragen. Wir bekommen Campsite Nr. 3 und uns wird erklärt, dass es in den Waschräumen nur von 8:00 - 20:00 Uhr Wasser gibt, weil die Pumpen mit Solarstrom betrieben werden 🤩 . In der übrigen Zeit steht dort ein großes Fass mit Wasser und ein kleiner Eimer, so dass man zumindest das Klo spülen kann 😄 .
Man warnt uns vor den Affen auf den Zeltplätzen, die einem wohl alles klauen, was nicht niet- und nagelfest ist. Man soll alle Fenster geschlossen halten und möglichst auch Zelte nicht unbewacht stehen lassen. Auch die Verschlüsse der seitlichem Klappen an unserem Küchenabteil soll man abschließen, weil die Affen gelernt haben die Klappen zu öffnen. Und dann soll man sich noch vor Hyänen auf dem Gelände in acht nehmen. Da haben wir ja ordentlich was zu beachten. 🤩
Dann erfahren wir noch, dass ein Löwenrudel am Fluss gesichtet worden sein soll. Wir versuchen den Weg zum Fluss zu finden und fahren dafür einmal über eine abenteuerliche Brücke aus dem Park heraus. Das war aber wohl nicht der richtige Weg. Also geht es wieder zurück und durch die Campsite hindurch weiter am Fluss entlang. Wir finden zwar eine wunderschöne Landschaft vor, aber keine Löwen.
Elefant am Khwai
Zurück auf den Zeltplatz treffen wir Robin und Mara, die den Platz Nr. 8 bekommen haben, der deutlich näher an den neuen Ablutions liegt 😁 . Die noch im Plan eingezeichneten alten Waschhäuser sind nicht mehr im Betrieb. Wir ziehen also auch mit unserem Schlafschiff auf die Nr. 8, laden Tische und Stühle und Feuerholz aus und machen uns dann gemeinsam noch einmal auf Löwensuche. Irgendwann sehe ich etwas gelbbraunes unter Büschen liegen. Tatsächlich, da liegen zwei Löwen 🤩 🤩 !! Viel passiert hier allerdings nicht, man sieht nur zwei Rücken und ab und an erhebt sich mal träge ein Kopf.
Also fahren wir zurück zum Zeltplatz und wollen uns kurz duschen, solange es noch Wasser gibt. Wasser ist zwar da, aber kein Licht. Im Halbdunklen zu duschen, ist wirklich eine ganz neue Erfahrung. 🤩
Bei den Essensvorbereitung ist es schon stockdunkel und wir müssen mit unseren Stirnlampen hantieren 😣 . Mit den vielen Mücken, die uns umschwärmen, macht die Essenszubereitung wirklich keinen Spaß 😕 . Egal, wir müssen ja was essen. Es gibt Salat mit Tomaten, Gurken und Schafskäse, Couscous mit Tomatenstückchen, und auf den Grill kommt Kudo-Filet.
Als wir beim Essen sind, springt Robin plötzlich hektisch auf und schreit „Hyäne“! Und tatsächlich, zwischen unseren beiden Fahrzeugen, direkt auf dem Weg zum Feuer, steht auf einmal eine riesengroße Hyäne 😵 🙄 😠 . Das Vieh hat bestimmt eine Schulterhöhe bis zur Mitte eines Oberschenkels. Und das Kreuz des Tiers ist wirklich zum Fürchten breit. Mit Rufen, Schreien und Winken gelingt es uns, das Tier zu verscheuchen. 😣
Bilder gibt es übrigens keine von der Begegnung. Daran hat irgendwie keine gedacht.
Der Schock sitzt wirklich tief, jetzt gibt es erstmal einen Gin Tonic auf den Schreck 🤩 . Leider war das aber heute noch nicht die letzte Begegnung dieser Art. Die nächste Hyäne ist etwas kleiner, lässt sich aber nicht sofort komplett verscheuchen, sondern kreist noch um unseren Lagerplatz 😵 .
Eine weitere bekommen wir ziemlich schnell verscheucht. Irgendwann, als wir mit dem Essen fertig sind und nur noch gemütlich am Feuer sitzen, kommt noch ein Tier, beißt in den Müllsack, der noch an Robins und Maras Tisch gebunden ist und reisst den ganzen Tisch mit 😵 🙄 . Als wir alle schreien und aufspringen, lässt das Vieh seine Beute los. Nun müssen wir erst alles wieder aufsammeln, was auf dem Boden verstreut ist. Und das schlimmste - der Gin-Tonic ist verschüttet! 😣 !
Nach diesem Schreck möchte Claudia eigentlich nur noch in unsere Schlafhöhle und alles abschließen, was abzuschließen geht. Ihr reicht es für heute und sie überlegt, ob ich für den Rest der Reise zur Vegetarierin werden soll 🙄 . Klar, man hat uns vor den Hyänen gewarnt, aber dass die so penetrant unangemeldet auf einen Drink ans Lagerfeuer reinschneien, das hat uns keiner gesagt 😣 . Das ist wohl auch nicht normal, und den Grund dafür erfahren wir am nächsten Morgen.
Also seid gespannt, wie die Geschichte weiter geht! 🤩
Herzliche Grüße Martin
Teil 1521. Juni 2022
17.09. Khwai North Gate - aber nicht mehr Campen!
Teil 1 - fast ohne Bilder.
Robin und Mara machen sich schon vor dem Frühstück allein zum Game Drive auf, gleich morgens um sieben. Oder war's noch früher? Jedenfalls wollen sie das frühe Licht nutzen.
Wir kommen irgendwie nicht so richtig aus dem Quark und nutzen die Zeit für eine gemütliche Tasse Kaffee. Ich betreibe noch etwas Datenhygiene und Claudia zieht eine kleine Auswahl von den Speicherkarten aufs Handy.
Plötzlich laufen wieder Wildhunde durchs Camp, und diesmal im Jagd-Modus. Das ist kein "ich such mir jetzt eine gute Stelle zum Schlafen", sondern eher "lass mal sehen, was wir hetzten und erlegen können". Schnell sind sie wieder verschwunden.
Eine Minute später rennt ein Typ durch's Unterholz, nur mit kurzer Hose und Schuhen bekleidet, eine Kompaktknipse in der Hand 🤩 . Im Vorbeilaufen fragt er uns, ob wir die Wildhunde gesehen haben und in welche Richtung sie gelaufen sind. Wir zeigen nur in die Richtung und rufen ihm zu, dass die aber schon lange durch sind. Stört ihn nicht, er rennt durch's Gebüsch in den Wald. Naja, wenn er meint… 🤪 😄
Ein Angestellter kommt vorbei, leert unsere Mülltonne aus und macht den Feuerplatz sauber. Wir erzählen ihm von unseren abendlichen Begegnungen und er erzählt uns, dass auf dem Nachbarstellplatz vor einigen Tagen ein Tourist von einer Hyäne in die Hand gebissen worden ist 😵 . Bevor Claudia fragen kann, wie das passieren konnte, ist er schon wieder verschwunden.
Kurz danach kommt eine weitere Angestellte vorbei auf der Suche nach ihrem Mitarbeiter. Wir fragen sie nach dieser Begegnung der besonderen Art, und sie erzählt uns, dass es wohl nicht nur ständig vorkommt, dass den Hyänen Knochen hingeworfen werden, man hat wohl auch versucht eine Hyäne mit einem Stück Fleisch aus der Hand zu füttern 😵 😈 🙄 . Das ging wohl schief. Wie blöd kann man sein! Was für bescheuerte Typen! Sind das Mannbarkeitsriten, oder so? 😠 😠 😠
Als wir beim dritten Kaffee sind, kommen Robin und Mara sehr zufrieden von ihrem Morgendrive zurück. Das Licht war wohl ein Traum und entsprechend ist die Ausbeute. Wir frühstücken in Ruhe gemeinsam und wir erzählen von unseren morgendlichen Erlebnissen.
Dann fragt Mara etwas kleinlaut, ob wir es ev. in Erwägung ziehen könnten, die nächste Nacht nicht mehr hier auf der Campsite zu verbringen, sondern lieber in einer Lodge. Sie ist wohl auch ziemlich geschockt von dem aufdringlichen Besuch gestern Abend. 😕 Spontan und begeistert stimmt Claudia zu, genau den Gedanken hatte sie insgeheim auch schon 🤩 ! Ich bin auch dabei, und Robin sagt auch nicht nein.
Wir packen ein und machen uns auf den Weg über die Brücke Richtung Khwai Village. Am Khwai Guest House halten wir an um zu fragen, ob man uns für eine Nacht beherbergen möchte. Ja, grundsätzlich schon, aber man kann uns nicht verköstigen. Klar, wir sind nicht angemeldet, sonst ist auch niemand da, also hat man nicht eingekauft und die Wege zum nächsten Supermarkt sind weit.
Kein Problem, werfen wir ein, wir haben alles an Bord, wir verköstigen uns selber. Nein, das ging nicht, wir dürfen / können nicht selber kochen Äh, wie jetzt? Warum nicht? 😵 😮 Wir bekommen keine Antwort. Dass man uns dafür dann noch 1.700 BWP pro Person abnehmen möchte, finden wir dann doch etwas straff. Wir lehnen dankend ab. 😣
Der Manager gibt uns daraufhin den Tipp es in der Nachbarlodge bei African Excursions Lodge zu versuchen. Er würde anrufen damit wir angemeldet sind. Ok, vielen Dank, auf geht's! 🤩
Wir fahren ca. 2 km bis zu einem Schild, das uns den Weg über sehr schmale Sandpisten in den Busch weist.
Kurz danach kommen wir an die Lodge, die augenscheinlich recht neu ist. Sie nett aus, mit Parkplatz hinter Elektrozaun, nette Hütten etc. Wir werden von Theo, oder "Mr. T" empfangen, dem wir unser Problem schildern. Ja, auch hier ist alles frei, wir können gerne zwei Hütten mieten, die kosten 1.500 BWP pro Hütte. 😁 Wir dürfen unsere Autos innerhalb des Elektrozauns parken und auch abends kochen, man würde uns auch ein Feuer anfachen. Das klingt perfekt. 🤩 Wir machen den Deal klar und verabreden uns für 18:00 Uhr. Uff, Erleichterung!
Fortsetzung folgt. Dann auch wieder mit Bildern! 🤩
Herzliche Grüße Martin
Teil 1626. Juni 2022
17.09. Khwai North Gate - aber nicht mehr Campen!
Teil 2
Jetzt geht es los zu unserem privaten Game Drive. Die Route, die wir an diesem Tag fahren, und die unser GPS getrackt hat, sah am Ende des Tages so aus:
Wir fahren erst eine Weile über die breite Schotterpiste. Links und rechts sieht man verkohlte Bäume und Büsche, hier hat es vor Kurzem gebrannt. Stellenweise sehen wir noch Rauch und kleine Feuer.
Dann biegen wir Richtung Khwai River ab. Und dann beginnt ein großartiger Tag mit Sichtungen ohne Ende! 🤩 Nach wenigen Metern steht direkt neben uns eine Giraffe am Weg. Auf ihrem Hals sitzen diverse Vögel. Sie ist so nah dran, dass man ein Weitwinkel braucht, um sie einigermaßen fotografieren zu können. Das ist alles unglaublich hier. Ein paar Meter weiter stehen wir praktisch wieder in einer Elefantenherde. Robin und Mara zählen 25 Tiere, jetzt sind neben uns bestimmt noch mal so viele.
Afrika von hinte®n
Ein Stückchen weiter erfahren Robin und Mara von Leuten, die in einem Geländewagen unseren Weg kreuzen, dass ein Stück weiter Löwen mit Jungtieren und auch Leoparden mit Jungen gesichtet worden sind. Einen Elefantenriss soll es dort auch geben 😵 . So wollen wir noch ein Stückchen weiter fahren als ursprünglich geplant. Auf dem Weg finden wir einen badenden Elefanten, der für uns alle möglichen Faxen macht. 😄
Einige Zeit später kommt uns ein Ranger entgegen, der sich mit Robin und Mara unterhält. Er berichtet von einer Sichtung von Wildhunden mit Jungen 🤩 . Das hört sich großartig an. Und er erzählt von einem Riss, an dem ein Löwenrudel zu sehen sein soll. Auf der Karte zeigt er Robin genau die Punkte. Auf geht's! 🤩 🤩
Kartenstudium und Beratung
Auf einmal sehe ich etwas Sandfarbenes unter einem Busch. Löwen 🤩 ! Robin und Mara sind schon an dem Busch vorbei und wir holen sie zurück. Auf unserer Seite vom Busch liegen vielleicht vier Löwen, aber als wir ein Stück weiter fahren, sehen wir weitere vielleicht acht Stück faul im Gras liegen. Der uns am nächsten liegende Löwe ist vielleicht 3 m vom Auto entfernt 😄 . Diese Fahrt heute bringt wirklich unglaubliche Sichtungen! 🤩
Weiter geht es, vielleicht finden wir ja auch noch die Wildhunde. Kaum sind wir auf der breiten Schotterpiste ein paar Minuten gefahren, gibt Robin das Signal, er hat die Wildhunden gefunden! 🤩 Sie liegen nicht weit neben der Piste unter Büschen! Es sind vielleicht 13 ausgewachsene und 8 Jungtiere. Besonders interessiert sind sie an uns nicht. Alles liegt flach auf der Seite unter einem Busch und bewegt sich kaum. Klar, bei der Hitze würde ich mich auch so wenig wie möglich bewegen! Nur die Jungtiere sind neugierig und gucken hin und wieder durch die Blätter. Trotzdem freuen wir uns unglaublich über die Sichtung!
Dann geht es weiter, wir wollen noch etwas am Khwai entlang fahren. Kaum biegen wir auf die nächste Ebene ab, sehen wir unglaublich viele Giraffen aus nächster Nähe. Den Elefantenriss, der irgendwo hinter dem Mopane-Wald sein soll, finden wir zwar nicht, aber eine wunderschöne Ebene mit vielen Geiern in den Bäumen und einer großen Anzahl Marabus. Im Hintergrund hinter den Überflutungsflächen sehen wir eine riesige Büffelherde, die sich eine Staubwolke hinter sich herziehend irgendwann in Bewegung setzt.
Marabu
Bateleur - Gaukler
Auf den verschlungenen Wegen ist es nicht immer einfach, früh genug "Roadblocks" aka Elefanten auszuweichen. Einer der Dickhäuter gibt uns unmissverständlich zu verstehen, dass er hier der Boss ist! 😈 Einen Moment später trollt er sich dann in's Gebüsch, und wir können weiter fahren.
Inzwischen ist es 17:00 Uhr und wir sind von den unglaublich vielen Eindrücken wirklich müde gespielt 😗 🤪 . Außerdem sind wir um 18:00 Uhr zum Abendessen verabredet! Wir machen uns langsam auf den Rückweg. Kurz vor der Lodge finden wir noch einen Ausblick auf eine Wasserfläche. über der die Sonne untergeht. Ein paar Hippos liegen im Wasser. Was für ein Anblick!
In der Lodge werden wir schon erwartet, und wir erfahren, dass man uns doch etwas zu essen machen kann 🤩 . Für 100,- BWP mehr pro Hütte würde man für uns kochen. Wunderbar! Robin steuert seine letzten Kudu-Steaks und etwas Gemüse bei. Es gibt Lasagne, einen Bohnensalat, grünen Salat mit Schafskäse und das Steak dazu. Wir bestellen eine Flasche Rotwein.
Zum Sundowner mit dem Okawango-Gin aus Maun laden wir Theo und Basean, den Koch (er spricht sich „Baschin“), ein. Eine lustige Runde, und wir erfahren eine Menge über sie und über das Land. Mit diesem schönen Abend geht unsere gemeinsame Zeit mit Mara und Robin zu Ende. 🤨 😐 🙁
Bis bald, herzliche Grüße Martin
Teil 1710. Juli 2022
18.09. - Savuti
Richtig gut geschlafen haben wir nicht. Es ist einfach zu warm, und da die Fenster keine Mückengitter haben, haben wir auch die Fenster nicht aufgemacht. Trotzdem verirrt sich eins der Mistviecher in unser Zimmer und um fünf ist die Nacht vorbei, weil wir ständig das Sirren hören. 😈 😵
Unsere Bleibe für eine Nacht
Nun haben wir aber noch genug Zeit Akkus zu laden. Um 7:30 Uhr sind wir zum Frühstück verabredet. Gegessen wird, wie schon gestern Abend, auf der überdachten Terrasse. Es ist frisch, aber wunderschön.
Wir dürfen uns wie üblich aussuchen wie wir unsere Frühstückseier haben wollen. Ansonsten gibt es Toast, Joghurt, Fruchtsalat, und die Getränkeauswahl besteht aus Instant-Kaffee und Tee. Dafür, dass wir hier spontan reingeschneit sind, ist das großartig!
Nachdem alles gepackt ist, wollen wir natürlich noch ein Foto mit der gesamten Mannschaft haben. Wir stellen uns alle in der Sonne vor der Terrasse auf und es werden Fotos gemacht. Mr. T übernimmt die Kamera, daher ist er leider nicht mit auf dem Bild.
Heute hat auch endlich die Bezahlung per Kreditkarte funktioniert, was gestern Abend kläglich scheiterte, und so müssen wir nicht an unsere letzten Bargeldreserven.
Fazit African Excursions: 4,5 von 5 Punkten. Die Lodge ist sehr schön gelegen, die Anlage ist klein, aber gemütlich und nett. Wir können nur das beurteilen, was wir erlebt haben, immerhin waren wir alleine und wir sind unangemeldet gekommen. Dafür hat sich die Combo dort wirklich ins Zeug gelegt! Große Klasse, wir haben uns wirklich wohl gefühlt. Alle waren sehr freundlich, und wir hatten das Gefühl, dass das von Herzen kam. Die Hütten selber machten auf uns schon einen etwas abgerockten Eindruck, obwohl sie recht neu schienen. Der Klodeckel hing nur noch an einer Befestigung, der Handtuchhaken an der Tür würde sich über eine zweite Schraube freuen, dann klappt das auch mit dem Aufhängen etc. Uns hat das in Anbetracht der Umstände nicht gestört, aber wenn man sich anschaut, was normalerweise für Tarife aufgerufen werden, sollte man da vielleicht mal was dran ändern.
Dann brechen wir auf, die nächsten Kilometer fahren wir noch gemeinsam. Schon nach etwa 15 Minuten auf der langen und sehr staubigen Gravel Road liegt auf einmal ein Baum quer über der Straße 🤩 . Hier brennt es ja teilweise immer noch, und dieser Baum ist wohl abgebrannt und umgefallen. Gestern Abend war hier noch alles frei, das muss über Nacht passiert sein.
Road Block
Spontan fällt mir unsere Winde ein, die wir noch nie genutzt haben, und mit der man doch mal dieses Hindernis von der Straße räumen könnte, aber Robin ist da deutlich pragmatischer, er fährt einfach seitlich über die Böschung der Straße. Ok, dann keine Winde! 🤪
Hier verabschieden wir uns von Mara und Robin. Ihr Lieben, das waren großartige Tage mit Euch! Wir hatten viel Spaß, haben viel gesehen und erlebt, und für uns blutige Botswana-Anfänger war das ein toller Einstieg. Danke Euch, das war Klasse! Jederzeit wieder, wenn Ihr mögt! 😁 🤩
Die Pad wird von Kilometer zu Kilometer schlechter. Wir müssen ständig die ganze Breite der Straße ausnutzen um riesigen Schlaglöchern auszuweichen. Dann biegen wir von der holprigen Hauptstraße auf eine schöne, sandige, angenehm zu fahrende Nebenstraße Richtung Mababe Gate ab.
Am Gate melden wir uns an. Als ich nach der Strecke frage, fragt mich der Typ hinter dem Tresen, ob wir einen Hänger hätten. Dann empfiehlt er uns den zweiten Abzweig nach links zu nehmen. Das soll die schönere Strecke sein. Nach den ersten Kilometern Tiefsand, die uns ordentlich durchschütteln, ändert sich die Piste zu gemäßigter Sandpiste, die in leichten Wellen auf und ab führt. Wir sehen Steinböckchen und Giraffen. Der Allgegenwärtige Elefantenkot an Straßenrand lässt darauf schließen, dass die Tiere auch nicht weit sind. Sehen tun wir aber keine.
Im Laufe der Zeit kommen Zweifel auf, ob wir die richtige Strecke gewählt haben. Ich habe das Gefühl als ob das, was ich als zweite Abzweigung erkannt habe, eigentlich die erste war, und dass die vermeintlich erste Abzweigung eigentlich nur ein unbekannter Weg war. Die Strecke wird extrem anspruchsvoll, teilweise sehr tiefsandig und hoppelig.
Die "Macher" dieser Piste haben ganze Arbeit geleistet. Zuerst wird man durch recht gleichmäßigen Tiefsand dazu verleitet, etwas schneller zu fahren. Ganz plötzlich wird umgeschaltet, und zwar entweder auf "linke Seite, rechte Seite", bei der das Auto schwankt wie bei Windstärke 10, oder auf "vorne - hinten", bei der das Auto bockt wie ein Impala. 🤢 Besonders gefallen uns die Strecken, bei der alle vier Räder gleichzeitig nach oben geworfen werden. 🤢 🤢 Das Auto hüpft wild über die Piste, was einen zu einem beherzten Tritt auf die Bremse provoziert. 😈 😵
Leider gibt es zum Ausgleich auch nicht viel zu sehen. Die Gegend ist mit mittelhohem Buschwerk bestanden, es gibt kaum Tiere. Alles in allem ist die Fahrt nur anstrengend. 😣
Irgendwann kommen wir zu einem Abzweig, der endlich zur Marsh Road führt. Wir entschließen uns dazu diese Straße ein kurzes Stück zurück zu fahren, da es dort einen schönen Aussichtspunkt geben soll. Wenige Kilometer später kommen wir auf eine Ebene mit einer „Insel“ mit sehr schönen und hohen Bäumen. Unter den Bäumen steht eine kleine Gruppe Elefanten. Als ich in gebührender Entfernung zu der Tieren aussteige, um das Objektiv zu wechseln, zieht sich die Herde zurück und wir haben keine Chance sie noch zu fotografieren.
Weiter geht es auf schmalen Pisten, die Landschaft ist wieder sehr schön, aber anders als das, was wir bisher kennen gelernt haben. Es gibt relativ wenig Tiere, vor allem Impalas, ein paar Elefanten, einige Giraffen und viele Vögel.
Wir kommen an ein Wasserloch an dem sich eine kleine Gruppe Elefanten erfrischt. Der Blick auf die kleine Herde ist wiedermal wunderbar! 😁 Wir kommen wiedermal nicht weg, man könnte ja was verpassen. 🤩
Irgendwann entschließen wir uns zur Savuti Campsite zu fahren. Bereits einige Kilometer vor dem Camp ist die Strecke extrem tiefsandig und wir müssen sehr aufpassen, dass wir nicht steckenbleiben. Am Gate melden wir uns an und wir bekommen den Zeltplatz bestätigt, den wir gebucht haben. Er hat keine Nummer, sondern einen Namen: Paradise. Zugegeben, der Blick in die weite Landschaft ist sehr schön, dafür ist es aber auch der Platz, der am weitesten von den Ablutions entfernt ist, die hier von einer stabilen Mauer zum Schutz vor den Elefanten umgeben sind. Was für eine Burg! 🤩 Hier muss ja einiges los sein!
Wir kaufen noch zwei Bündel Holz beim Gate für je 30 BWP. Der Typ, der uns das Holz verkauft, erzählt uns, dass es in den Ebenen hier auch Geparden geben soll. Das finden wir natürlich spannend und wir nehmen uns vor, am Abend noch einmal auf Tour zu gehen. Erstmal geht es zu unserer Campsite, die sehr schön an einem ausgetrockneten Flussbett liegt. Auch der Stellplatz ist sehr tiefsandig, so dass es sogar mühsam ist hier zu Fuß zu gehen. 🙄
Wir laden die Stühle und das Feuerholz aus und fahren dann nochmal los um den Nachmittag noch in der Natur zu genießen. Wir nehmen die kleinsten Wege die abenteuerlich durch die Landschaft führen. Die Ebenen sind wunderschön und wir sehen die verschiedensten Tiere. Eigentlich wollen wir um 17:00 Uhr zurück im Camp sein, aber daraus wird dann doch nichts. Es ist einfach zu schön hier! 🤩 Und plötzlich sieht Claudia etwas in den Büschen liegen! Stop! Löwen! 🤩 🤩 Und tatsächlich, unter einem Busch liegen drei Löwen, eine Löwin mit zwei halbstarken Jungtieren. Leider liegen sie im Buschwerk versteckt und schlafen, so dass wir kaum gute Bilder machen können.
Wir fahren weiter und kommen noch einmal an dem Wasserloch vorbei, an dem wir schon vor einigen Stunden die Elefanten gesehen haben. Auch jetzt steht noch eine kleine Gruppe dort.
Aber jetzt zurück ins Camp. Der Weg zieht sich wieder, es ist tiefsandig und anspruchsvoll, und es ist schon fast dunkel, als wir im Camp ankommen. Wir müssen schnell noch aufräumen. Bei der Hoppelei ist einiges kaputt gegangen. 🙄 Der lösliche Kaffee ist aufgegangen, wie auch immer das passiert ist, und hat sich zusammen mit der Currysauce in den Küchenfächern verteilt. 😈 😵 Bis die Fächer wieder einigermaßen sauber sind, ist es dunkel und ich mache schnell ein Feuer. Heute wird nicht mehr gekocht, das ist uns jetzt zu spät und zu stressig. 😵 Irgendwie ist die Entspannung etwas verloren gegangen. Die Hyänen haben doch einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen! 🙄 😠 😕 Löwengebrüll, von dem wir nicht einschätzen können wie weit die Löwen entfernt sind, lässt auch Fragen offen. 😕
Der Weg zu den Waschhäusern im Dunkeln ist wirklich schwierig zu finden. Gemeinsam, und mit viel Licht finden wir den Weg ohne uns zu verlaufen. Dann noch einen Schluck Wein und dann ab in die Koje.
Herzliche Grüße Martin
Teil 1813. Juli 2022
19.09. - Savuti II
Die Nacht ist wieder erfüllt von den unterschiedlichsten Geräuschen. Wir schrecken einmal hoch als es in der Nähe brüllt. Klingt nach Elefanten, aber so genau weiß ich das nicht. 🙂
Trotzdem haben wir beide gut geschlafen und sind gegen 6:00 Uhr wach. Im Hellen ist der Weg zu den Ablutions kaum einfacher. Die Waschräume hier sind wirklich gut. Sie sind sauber, es gibt (spärlich) Licht, das Wasser ist heiß und die Duschen gut in Schuss. So kann der Tag anfangen! 🤩
Paradise Campsite
Zum Frühstück gesellen sich diverse Hühner und ein Hornbill zu uns. Der Hornbill hüpft uns fast auf die Füße 🤩 ! Ob man die Vögel wohl zähmen kann?
Rotschnabel-Toko
Südlicher Gelbschnabel-Toko
Südlicher Gelbschnabel-Toko
Südlicher Gelbschnabel-Toko
Neben dem Gate gibt es einen kleinen Souvenir-Shop. Die geschnitzten Tiere scheinen uns aber recht teuer zu sein, Decken kosten umgerechnet ab 30 € aufwärts und kleine geschnitzte Leoparden gibt es für 15 €.
Der freundliche Shop-Betreiber gibt uns Tipps wo wir noch Tiere finden könnten. In der Zwischenzeit habe ich von der Lady vom Gate den Hinweis bekommen, dass wir mal in den Harvey’s Pans nördlich vom Gate nach Tieren zu gucken sollen. Wir fahren über eine Brücke und nach wenige Metern finden wir ein kleines Wasserloch mit Marabus, einem Geier und einer Menge Antilopen.
Impalas
Marabus
Impala-Bock mit Madenhacker
Schwarzmilan - würde ich sagen, aber genau weiß ich das nicht.
Ohrengeier
Bei den Harvey's Pans und drumherum gibt es einige Wasserlöcher, aber leider keine Tiere. Wir klappern die Savuti Marsh flächendeckend ab. Unsere Strecke in den zwei Tagen sah dann so aus:
Könnte das ein Seidenreiher sein?
Es geht über den Cheetah Plain nach Süden zu den Pothole Pans und zu den Gardeiea Pans. Die Landschaft wechselt ab zwischen dichten Gestrüpp, weiten Flächen mit Gras, festem Untergrund auf den Wegen und Tiefsand. Insgesamt ist die Strecke recht anspruchsvoll zu fahren, aber es ist wunderschön hier! 🤩 Hier kann man wirklich stundenlang durch die Gegend cruisen ohne dass es langweilig wird. 😄
Baobabas
Giraffen haben wir nicht so oft gesehen
Uuuund - hepp! - Gabelracke
Na bitte, geht doch! - Gabelracke
Ein Gutes hat die Schaukelei! Die "Waschmaschine", die wir heute morgen noch bestückt haben, leistet ganze Arbeit! 🤩 🤩
Alle naselang liegen hier Schädel oder Knochen von Tieren herum. Die Elefantenschädel sind natürlich besonders auffällig und heute finden wir noch einen Schädel von einem Büffel. Die Knochen sind total sauber und gerade die Elefantenknochen glänzen wie poliert.
Man kann nicht immer gewinnen!
Impala - der Chef
Impala - mal ein Nickerchen machen
Tsessebe
Gabelracke
Mit einem kleinen Stop an dem Wasserloch östlich des Camps (gähnende Leere!) fahren wir zurück ins Camp.
Beim Shop am Camp-Eingang bekomme ich noch zwei Stapel Feuerholz für zusammen 50 BWP. Das Feuerholz ist um das fünffache teurer als in Maun, wenn man die geringeren Mengen pro Bündel bedenkt 😣 . Wir werden schwach und eine kleine Holzgiraffe für 200 BWP muss jetzt doch noch mit. 🤩
Claudia spült noch das Geschirr bei den Ablutions, dann sitzen wir in Ruhe vor unserem Schlafschiff. Später gibt es ein Savanna und dann mache ich Feuer an und wir gucken, was wir noch zum Abendessen machen können. Das Fleisch, das wir noch im Kühlschrank haben, muss dringend weg. In Maun habe ich uns etwas gekauft, was ich für Zucchini gehalten habe, das scheint aber eher eine Kürbisart zu sein. Die Dinger sind so steinhart, dass sie unter die Genfer Konventionen fallen. "Eine tödliche Waffe in der Hand eines geübten Werfers!" 😈 Wir schaffen es nicht sie klein zu schneiden.
Wir werfen ein paar Zwiebeln und Möhren in einen Topf mit ein bisschen Butter und stellen ihn ins Feuer. Später gebe ich noch ein bisschen Chakalaka dazu. Auf den Grill kommen Fleisch und Broewors. Ein improvisiertes "RumFort", aber es ist köstlich! Dabei beobachten wir noch eine Bande Zebramangusten, die im ausgetrockneten Flussbett rumflitzt.
Zebramangusten
Die Fahrt morgen macht mir etwas Sorgen. Wir wollen ja noch am Vormittag in Kasane ankommen, damit wir das mit dem PCR-Test noch rechtzeitig schaffen. Nach allem, was ich gehört und gelesen habe, soll die Strecke bis Kasane zu einem großen Teil sehr anspruchsvoll und anstrengend sein. Keine Ahnung wie lange wir brauchen werden.
Wir stellen den Wecker auf 5:00 Uhr, wir wollen um 6:00 Uhr bei erstem Licht auf der Piste sein. Dann packen wir soweit alles ein, dass wir morgen früh nur noch das letzte Geschirr abwaschen müssen. Beim üblichen "Getöse" 🤩 vieler Tierstimmen krabbeln wir ins Bett. Das war wieder ein wunderschöner Tag! Und ab morgen werden wir dann wohl etwas weniger abenteuerlich übernachten. Ob mir das gefallen wird?
Herzliche Grüße Martin
Teil 1914. Juli 2022
20.09. - Tiefsand, PCR-Tests und Elefanten
Heute mal wieder etwas textlastig.
Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker 🙄 . Es ist noch stockfinster und wir packen Stühle und Feuerholz ein, dann fahren wir zu den Ablutions. Dort wird der Rest vom Abendessen abgewaschen und Zähne geputzt (mit Löwengebrüll in einiger Entfernung als Begleitmusik), und dann sind wir wie geplant um 6:00 Uhr unterwegs.
Wir starten bei genau 2.000 auf der Reise gefahrenen Kilometern in schummriger Dämmerung. Um 6:20 Uhr geht die Sonne auf. Das Licht ist ein Traum! Leider haben wir für Fotos gerade keine Ruhe. Ein schnelles Foto mit dem Handy muss reichen.
Sonnenaufgang Savuti
Die Stecke fährt sich wie befürchtet. Manchmal gibt es eine feste Piste, auf der man etwas zügiger unterwegs sein kann, aber dann kommen wieder sehr mühsame Abschnitte, die wohl von den gleichen Leuten präpariert wurde, die auch die Strecke zwischen Khwai und Savuti gebaut haben 😈 . Für 10 km brauchen wir eine halbe Stunde. Wenn das so weitergeht wird es eng mit dem PCR-Test! 😣
Um 7:15 Uhr kommen wir beim Ghoha Gate an. Was ist das? Das Gate ist mit Schranken geschlossen, die mit Schlössern gesichert sind und niemand ist da! Offensichtlich sind wir zu früh dran. 😮
Links vorm Gate geht es zu einer kleinen Häuseransammlung, die immerhin mit Straßenlampen beleuchtet ist. Am Ende der Häuserreihe steht eine Frau an einem Wagen, die einen offiziellen Eindruck macht. Wir fahren zu ihr und fragen mal vorsichtig ob sie was über dass Tor weiß. Sie guckt uns grinsend an und sagt "Das Tor ist noch geschlossen, oder?" Jupp, so isses 😄 . Wir sollen schonmal hinfahren, sie käme gleich nach. 🤩
Nach ein paar Minuten kommt sie mit einer Kollegin im Auto zum Gate. Ich muss unser Permit vorzeigen und uns austragen. Wir bekommen noch den Tip, dass wir gleich hinter dem Gate links Richtung Linyanti fahren sollen, die Strecke soll bedeutend besser sein als der direkte Weg nach Kasane. Wir sollen nach 7,8 km rechts abbiegen, dann würden wir wieder auf die Hauptroute geführt.
Wir folgen der Empfehlung und erreichen den Abzweig Richtung Kasane. Aber mal ganz ehrlich, wenn das die bessere Strecke sein soll, dann möchte ich die schlechtere wirklich nicht fahren müssen! 😵 😈 Alles ist sehr tiefsandig. Aber auch hier ist die Landschaft wunderschön im frühen Morgenlicht. Nur die Tiere schlafen wohl alle noch, jedenfalls sind keine zu sehen.
Nach gefühlten Stunden zeigt der Wegweiser nach Kasane nach schräg links in einen offensichtlich sehr schmalen und verbuschten Weg. Das Navi will geradeaus. Was jetzt? Letztendlich entscheiden wir uns für den Wegweiser und fahren die sehr schmale Sandpiste. Hier soll es ja Menschen geben, die sich hier auskennen. 🤩 Links und rechts kratzen Dornen und Zweige am Lack. Dann endlich um kurz vor 9:00 Uhr erreichen wir die Teerstraße.
Die Landschaft öffnet sich zu einer weiten Ebene und tatsächlich sieht es rechts und links der Straße ein bisschen mehr nach Zivilisation aus.
Wenn man draußen mehr als zwei Leute zusammen sieht, tragen sie alle Maske, manchmal sogar, wenn sie allein unterwegs sind. Selbst wenn sie alleine im Auto sitzen, haben sie eine Maske auf. Es scheint hier die Regel zu sein, dass auch draußen Masken getragen werden muss wenn man mit Leuten zusammen kommt. Wann immer man einen Laden betritt wird einem sofort Desinfektionsmittel auf die Finger gesprüht. 🤪
Die erste Tankstelle auf dem Weg (Puma) wird gleich angesteuert und das Auto für 1.500 Pula vollgetankt. Wir klönen noch mit dem Fahrer eines Lodge-Fahrzeuges, Claudia kauf noch ein paar Dosen Getränke, dann geht es weiter.
Auf einmal sehen wir in der Ferne einen Elefanten die Hauptstraße kreuzen. Als wir an der Stelle ankommen, sehen wir, dass sich eine recht große Herde Elefanten rechts und links von der Straße verteilt hat. Auch ein Böckchen und ein größerer Vogel stehen direkt an der Straße. Hier muss man ziemlich aufpassen, dass einem nichts vor das Auto läuft. Ein paar Kilometer weiter sehen wir eine richtig große Affenherde, ich tippe mal auf Paviane.
Um etwa 10:15 Uhr kommen wir in Kasane an. Die Hauptstraße heißt hier wichtig „President Avenue“ 🙂 . Wir haben die Adresse wo wir den PCR-Test machen lassen können, aber bevor wir überhaupt nach einer Adresse suchen können finden wir hinter dem Hospital eine Apotheke mit einer Werbung für Covid-19 Tests. Claudia fragt in der Apotheke nach, ob wir dort den PCR-Test machen können, und kurz danach kommt sie mit einem jungen Mann, offensichtlich dem Apotheker, nach draußen und winkt. Die Teststation befindet sich draußen vor der Apotheke hinter ein paar Paravents. Für 850 Pula pro Person können wir den Test machen. Alles wird akribisch notiert, incl. der Passdaten.
Als der junge Mann, der uns die Tests abgenommen hat, hört, wo wir in der nächsten Nacht wohnen werden, bietet er an uns das Ergebnis um 18:00 Uhr ins Camp bringen zu lassen, so dass wir die Ergebnisse nicht erst am nächsten Tag selbst abholen müssen. Das passt ja bestens, wunderbar 🤩 ! Wir bezahlen die Tests bar, denn wir wollen unsere Bargeldbestände aufbrauchen. Morgen brauchen wir kein Botswanisches Geld mehr. Dann verabschieden wir uns von dem netten Apotheker.
Neben der Apotheke finden wir einen Souvenirladen in dem wir nebenbei noch einen wunderbaren Espresso serviert bekommen 😛 . Ich möchte zur Post und Briefmarken für die gerade frisch erstanden Karten kaufen. Man sagt mir dort, dass sie nicht international verschicken würden. Warum, habe ich nicht verstanden. Briefmarken kaufe ich aber trotzdem, einfach weil sie schön sind. 😉
In der Zeit sucht Claudia auf der anderen Straßenseite an den kleinen Ständen an der Straße nach weiteren Mitbringseln. In drei nebeneinanderliegenden Ständen haben sie ähnliche Waren. Die Händlerin in der Mitte hat die für Claudia schönsten Sachen. Für 250 Pula bekommt sie eine Holzschale, einen Leoparden aus Stein und einen Elefanten aus Ebenholz.
Nun müssen wir unsere Vorräte aufstocken. Im Spar finden wir alles was wir brauchen. Bier gibt es nur im Laden nebenan, da müssen wir nochmal los. Dort finden wir auch einen südafrikanischen Gin für unseren Sun Downer. Insgesamt gefällt uns Kasane sehr gut. Alles wirkt entspannt und unaufdringlich.
Nun geht es weiter zum Senyati Safari Camp, das 20 km süd-östlich von Kasane liegt. Auf der Fahrt dorthin freuen wir uns, dass das mit den PCR-Tests so gut geklappt hat. Plötzlich sagt Claudia "Die Tests haben wir doch bar bezahlt, oder? Hm, aber wir haben weder eine Quittung noch sonst was bekommen. Was ist, wenn jetzt niemand im Camp auftaucht?" 😕 Große Lust, nochmal zurück zu fahren, haben wir nicht. Wird schon klappen TIA! Sonst müssen wir morgen nochmal zurück.
Diese Campsite ist wirklich toll. Die einzelnen Stellplätze sind zwar deutlich kleiner als alles, was wir bislang hatten, aber jeder Stellplatz hat eine eigene kleinen Terrasse mit Sonnendach, Abwaschmöglichkeit und eigener Dusche und Toilette. Das ist hier echter Luxus für uns! Der Platz ist recht gut belegt. Hin und wieder sehen wir einen Angestellten wild gestikulierend hinter Affen her rennen, die hier zwischen den Campsites nach essbarem suchen.
Senyati Campsite No. 6
An der Rezeption kann man kalte Getränke und Kaffee kaufen und alle möglichen Schnickschnack wie T-Shirts und so weiter. Wir holen uns erst mal ein Bier und setzen uns auf unsere Terrasse auf unserem Stellplatz.
Auf der anderen Seite des Wegs in Sichtweite steht ein Camper auf Landcruiser-Basis, der extrem gut ausgestattet ist. Sie haben den Kühlschrank und den Küchentrakt ausziehbar auf einer Seite und ein Aufstelldach wie wir auch, aber auf der der Küche gegenüberliegenden Seite noch die Möglichkeit ein Stück Zelt auszufahren, so dass dort noch eine große Liegefläche entsteht.
Ich bin neugierig und gehe mal rüber. Wie üblich in dieser Gegend sind auch diese Leute hier sehr freundlich und aufgeschlossen. Die beiden kommen aus Südafrika und machen diese Reise relativ häufig. Wir klönen etwas über das Auto, ihre Art zu reisen und was sie so erlebt haben. Auf der Internetseite der Firma, die dieses Auto gebaut hat (www.bushlapa.com) erfahren wir später, dass man dieses Fahrzeug nicht mieten kann, das sind alles mehr oder weniger Sonderanfertigungen für potente Käufer.
Wir genießen den Nachmittag auf unserer Terrasse. Es ist so schön einfach nur mal in Ruhe irgendwo zu sitzen, selbst wenn es so heiß ist wie jetzt hier. Es gibt einen kleinen Pool auf der Anlage, den ich natürlich auch mal ausprobieren muss. 😄
Senyati Pool
Als das Licht schön wird, laufen wir zur Rezeption um nach unseren COVID Testergebnissen zu fragen. Die sind aber noch nicht da. 😐
Hinter der Rezeption gibt es eine Plattform mit Bar, die aber im Moment nicht geöffnet ist. Von dort kann man direkt auf ein Wasserloch schauen. Da ist jetzt richtig was los. Man hört die Elefanten trompeten und im Wasser planschen. Jetzt aber schnell hoch auf die Aussichtsplattform! Was wir sehen ist unglaublich: bestimmt 50 Tiere bewegen sich immer mal zum Wasserloch, stehen im Wasserloch, trinken, bespritzen sich mit Wasser. 🤩 🤩 Die Halbstarken ärgern sich, die Babys bleiben fast im Schlamm stecken, weiter in der Ferne sind einige dabei, sich mit Staub zu duschen. Man weiß gar nicht, wohin man zuerst gucken oder fotografieren möchte. 😄
Vom Erdgeschoss unter der Barplattform aus kann man eine steile Leiter Leiter hinunter in einen schmalen unterirdischen Gang steigen, der dann zu einem Hide führt, der auf der gleichen Ebene liegt wie das Wasserloch. Die Perspektive findet Claudia aber nicht so schön und klettert wieder hoch.
Das Wasserloch ist von den Sitzplätzen unter der Barplattform vielleicht 30 m maximal entfernt. Einige der Elefanten kommen auch durchaus mal auf unsere Seite des Wasserlochs.
Wir sitzen dort bis es zu dunkel zum Fotografieren wird. Es werden Lampen beim Wasserloch angezündet. Die Elefanten ziehen langsam ab und wir dann auch.
Unser Test ist immer noch nicht da. Langsam werden wir ein wenig nervös. 🤨 Die Lady an der Rezeption versucht uns ein bisschen zu beruhigen, so sei eben Afrika. Das Testergebnis würde schon noch kommen. 🤪
Hier unter diesen doch luxuriösen Umständen werfen wir unseren Kocher an. Das Fleisch aus dem Kühlschrank wird kleingeschnitten, Zwiebeln, Möhren und Paprika ebenfalls und dann wird daraus mit Kokosmilch ein Curry gebastelt. Nachdem das so 45 Minuten vor sich hin geköchelt hat, ist es fertig und wirklich köstlich. 🤩
Es ist inzwischen stockdunkel geworden, da sehen wir einen Kleinwagen ins Camp fahren. Er wühlt sich mit hoch drehendem Motor durch den Tiefsand. Sind das vielleicht unsere Testergebnisse? 🤪 Als der Kleinwagen wieder aus dem Camp fährt, gebe ich mit meiner Taschenlampe Zeichen. Der Kleinwagen hält und und ein freundlicher junger Mann fragt, ob wir das mit den PCR-Tests wären. Er hätte sie an der Rezeption abgegeben. Klasse, das klappt ja großartig! Dickes Dankeschön, und schon sind sie wieder weg. 😄
Wir sind sehr erleichtert! Etwas später kommt tatsächlich die Dame von der Rezeption noch bei uns vorbei und bringt uns die Testergebnisse - natürlich negativ. Jetzt können wir beruhigt schlafen gehen. 🙂 🙂
Morgen geht's dann wieder nach Namibia.
Herzliche Grüße Martin
Teil 2017. Juli 2022
21.09. - Mavunje - wieder in Namibia
Beim Durchsehen der Bilder ist mir aufgefallen, dass der kommende Tag sehr mager ausgefallen ist. Kaum Bilder! Mist, irgenwas haben wir an dem Tag flasch gemacht. Das muss sich ändern!
6:00 Uhr scheint sich zu unserer üblichen Aufwachzeit zu entwickeln. Fast wie Zuhause... 😕 Die Tiere um uns herum machen einen riesigen Radau. 🤩 So haben wir aber auch noch richtig schön viel Zeit, bevor wir uns auf den Weg machen müssen.
Glanzstar
Wir genießen die wirklich gute Dusche und ich mache uns Rührei zum Frühstück. Wir haben jetzt auch noch die Gelegenheit, die Einreiseformulare für Namibia in Ruhe auszufüllen.
Um zehn sind wir wieder auf der Piste. Am Ausgang gibt es einen Hinweis nach links für normale Fahrzeuge und nach rechts für 4 × 4 Fahrzeuge. Klar, wir nehmen die 4 x 4 Route 🤩 . Die führt uns prompt wieder durch die Pampa, aber irgendwann erreichen wir ohne größere Probleme die Hauptstraße.
Der Weg bis zur Ngoma-Bridge ist unspektakulär perfekt asphaltiert. Am Wegesrand sehen wir Elefanten, Kuhantilopen und komische Vögel 🤩 . Gegen 11:15 Uhr erreichen wir den Grenzübergang. Für die Ausreise aus Botswana müssen wir beim Gesundheitscheck Pass und COVID Test vorlegen. Dort bekommen wir auch einen Ausreisezettel. Beim nächsten Häuschen bekommen wir Stempel in die Pässe und man möchte gerne noch mal in unsere Kühlbox gucken und auch hinten ins Auto. Klar, nur zu. Keine Beanstandungen. Dann dürfen wir weiterfahren.
Auf namibischer Seite ist man gewohnt mürrisch. Gehört das zur Jobbeschreibung? 😄 Wir müssen Pass und Test vorgezeigen, dann werden noch Fotos von uns gemacht. Weiter geht’s zur Einreise, wo wir unsere vorausgefüllten Zettel abgeben können und Pass, Gesundheitsformular und Test auch noch mal vorzeigen müssen. War’s das jetzt? Nein, noch nicht ganz. Kurz vor dem eigentlichen Grenztor müssen wir noch mal halten, die Fahrzeugpapiere vorzeigen, ich muss als Fahrer meinen Pass vorzeigen und es werden noch Fahrzeugdaten wie Farbe, Motornummer und Chassisnummer abgefragt. Bei der Farbe frage ich den Grenzer, wie er die Farbe unseres Autos nennen würde. Wir einigen uns auf "braun", dann dürfen wir endlich nach Namibia. 🤩
Nach etwa 30 - 40 km kommen wir an einen Animal Disease Checkpoint. Unser Auto wird mit Chemie aus irgendwelchen Tanks eingesprüht, die die Angestellten auf dem Rücken tragen, und wir müssen wieder einmal mit den Schuhen in irgendeine Pampe steigen 🤢 . Heute hat Claudia ihre Gummilatschen an, die kann sie glücklicherweise hinterher abduschen. Diese Prozedur müssen wir auf der Strecke noch weitere zwei Male über uns ergehen lassen. 😵
Die weitere Fahrt ist unspektakulär bis langweilig. Wir tauschen unsere Botswanischen Telefonkarten gegen die Namibischen aus. Hier gibt es sogar LTE.
Es geht die B8 bis Katima Mulilo und dann weiter nach Westen bis Kongola. Ich hatte vor der Reise mit Dan geschrieben und ihn gefragt, ob er uns empfehlen kann, die Strecke "unten rum" zu nehmen, die über kleinere Straßen und daher vielleicht weniger langweilig von unten durch den Mudumu führt. Dan hat davon abgeraten. Er meinte, dass das Probleme mit den Parkgebühren gäbe, da es am südlichen Eingang des Parks keine Möglichkeit gäbe zu bezahlen. Wir bleiben also auf der B8 und kommen zügig bis Kongola. Dann biegen wir nach Süden ab und zum Camp geht es dann ein paar Kilometer über Sandpiste, dann erreichen wir das Mavunje-Camp.
Die Rezeption besteht aus einer kleinen unbesetzten Hütte. Man soll dreimal hupen, um sich bemerkbar zu machen, steht auf einem Schild. Drei Mal gehupt, dann warten. Tatsächlich kommt nach ein paar Minuten ein Mann um die Ecke, der uns auf englisch willkommen heißt und nach dem woher und wohin fragt. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, schaltet er auf reinrassiges Schwäbisch um! 😄 🤩 🤪 Schwäbisch! Nee, is klar, hört man ja hier ständig! 🤩 Markus heißt er, er verbringt mit seiner Frau Christine seit einigen Jahren jeden Urlaub hier bei Dan und hilft wo es geht.
Markus steigt hinten auf die Stoßstange und fährt mit uns zu Campsite vier von vier 🙂 . Der Platz liegt total abgelegen am Wasser, hat einen eigenen Grillplatz und einen Unterstand mit einem großen Tisch (mit hübscher Tischdecke), an dem acht Personen Platz finden. Es gibt ein eigenes Klohäuschen, eine Freiluftdusche und eine Küche, d.h. einen überdachten Abwaschplatz. Das Holz für das Lagerfeuer wird uns sogar gestellt.
Grillplatz
Buschklo
Waschhütte
Essplatz für 8 Personen
Claudia sind sehr froh, als wir erfahren, dass unser Bootstrip morgen erst um 10:00 Uhr losgeht. Wir werden den ganzen Tag unterwegs sein, Getränke und Essen sind dabei. Gegen Abend werden wir wieder zurück sein. Wir werden zusammen mit Christine und unserem Bootsführer alleine auf dieser Tour sein. Markus und seine Frau sind auch bei einem WWF Projekt dabei, bei dem Tierzählungen im Caprivi Bereich zwischen Sambia und Botswana vorgenommen werden.
Es ist mittlerweile sehr warm und so machen wir es uns am großen Tisch gemütlich und bewegen uns so wenig wie möglich bei der Hitze 😊 . Und da bleiben wir auch, bis es dunkel wird. In der Abenddämmerung gehen wir nochmal die wenigen Meter bis zum Wasser. Auf dem gegenüberliegenden Ufer können wir ein paar Wasserböcke beobachten.
Wasserböcke
Wasserböcke
Wasserböcke
Dann werden Reste von den Vortagen aufgewärmt, selbst auf ein Lagerfeuer haben wir keine Lust. Es ist einfach zu warm 🙄 😊 . Irgendwann kommt ein Mann vorbei, der sich als Simon vorstellt. Ich verstehe, dass er nur gucken will, ob alles in Ordnung ist, aber irgendwie verhält er sich merkwürdig 😵 . Später am Abend kommt er noch mal vorbei, macht aber seine Taschenlampe seltsamerweise aus, als er in Sichtweite kommt. Irgendwie ist er mir unheimlicher als die Tierwelt.
Kurz nach 20:00 Uhr sind wir im Bett. Selbst die dünnen Baumwollschlafsäcke sind uns heute zu warm.
Morgen gibt es dann wieder mehr zu erzählen, und vor Allem, es gibt wieder mehr Bilder!