Liebe Forumsmitglieder, seit einiger Zeit bin ich hauptsächlich stille Mitleserin in diesem Forum…seit 2019 eher sporadisch zur Vorbereitung unserer geplanten Reise für 2020, seit 2020 immer öfter aufgrund der andauernden Unsicherheiten wegen Corona und seit Anfang diesen Jahres quasi (fast) jeden Tag in ständiger Angst, ob unsere von 2020 auf 2021 verschobenen Reise stattfinden kann oder nicht.
Ich möchte mich ganz sehr bei allen aktiven Forumsmitgliedern bedanken, die uns unter anderem durch ihre Reiseberichte, aktuelle Informationen und Updates wahnsinnig viele Eindrücke und Ideen geliefert und fortwährend auf dem Laufenden gehalten haben. DANKE! Speziell in den ca. letzten 4 Wochen vor unserem Reiseantritt half uns das enorm, um den Überblick über die ständig wechselnden Restriktionen zu behalten und uns letztendlich für die Reise zu entscheiden. Als kleines Dankeschön möchte ich hier einen kleinen Bericht erstellen.
Ich bin sicherlich keine erstklassige Schreiberin und (leider) erst recht keine herausragende Fotografin. Ich fotografiere sehr gern. Jedoch fehlen mir die Ausdauer und das Verständnis, sämtliche Einstellungen für das manuelle Fotografieren und die Bildbearbeitung zu erlernen. Somit ist bei mir die ganze Palette von unscharfen über recht passablen bis hin zu (aus meiner Sicht) super gelungenen Fotos dabei. Ich bitte euch, keine Diskussionen über meine (nicht vorhandenen) Fotokünste zu starten, denn das ist nicht die Intension meines Reiseberichts. Viel eher möchte ich euch von unseren Unterkünften bzw. Tiersichtungen erzählen und einen Eindruck unserer Reise zu aktuellen Corona-Zeiten vermitteln.
Noch ein paar kurze Infos vorab: Wir, das sind mein südafrikanischer Mann und ich, Mitte der 30er, leider nicht wohnhaft in SA sondern in Deutschland, aber das ist ok. Aufgrund unserer familiären Verbindungen sind wir sonst eher in Südafrika unterwegs. Somit war dies erst unsere zweite Namibiareise, jedoch die Erste mit Camper und Dachzelt. Unterwegs waren wir mit einem Toyota Hilux Double Cab von Asco Car Hire. Ursprünglich war für 2020 eine Kombination aus Namibia und Botswana geplant. Auf noch mehr Stress bei der Vorbereitung, mehr Testerei bei Grenzübertritten oder gar geschlossene Grenzen hatten wir so gar keine Lust und fokussierten uns lieber auf Namibia. Frau Merkel und Herr Spahn meinten es kurz vor unserem Reiseantritt mit ihrer neuen Bundesverordnung sehr gut mit uns: Die Rückreise aus normalen Risikogebieten wurde ab Juni vereinfacht und man kann sich durch einen (bei Flugreisen sowieso verpflichtenden) negativen Corona-Test von der 10tägigen Quarantäne freitesten. Wir freuten uns wie Bolle und verschoben unseren Rückflug kurzerhand um 2 Tage nach hinten, sodass wir 2 Nächte zusätzlich zur freien Verfügung hatten. Leider holte uns der Corona-Wahnsinn während unserer letzten Urlaubswoche auch in Namibia ein…zuerst die Einstufung als Hochinzidenzgebiet. Ok, dann riefen wir eben unsere Chefs an und bereiteten Sie auf unsere 5-tägige Quarantäne vor. Glücklicherweise kein Problem und schnell geklärt. Dann die Einstufung als Virusvariantengebiet…uns rutschte kurz das Herz in die Hose. Aber Gott sei Dank hatten wir dieses Mal unsere zur Verfügung stehenden Urlaubstage nicht zu 100 % ausgereizt und flogen bereits an einem Freitagabend in Windhoek los und landeten Samstagmorgen in Frankfurt. Normalerweise kommen wir fast ausschließlich immer erst an unserem letzten Urlaubstag in der Heimat an und das wäre ein Sonntag gewesen. Der Sonntag, an dem die Einstufung als Virusvariantengebiet wirksam wurde. Was hatten wir für ein Glück! Wir sind immens dankbar, dass wir unsere Reise nach Namibia genau zur richtigen Zeit - im richtigen Zeitfenster - geplant hatten. Es hätte keinen Tag früher oder später sein dürfen, dann wäre es so garantiert nicht machbar gewesen.
Also gut…ich leg dann mal los die Tage und lade all jene, die Lust darauf haben, recht herzlich ein uns auf unserem kleinen Reiserückblick zu begleiten. Unsere Route sah wie folgt aus: Windhoek Spitzkoppe campsite Etosha – Olifantsrus campsite Etosha – Okaukuejo campsite Etosha – Onguma Leadwood campsite Caprivi – Ngepi camp Caprivi – Mavunje campsite Waterberg Wilderness – Andersson campsite Etosha – Namutoni campsite Windhoek
Mokoro trip im Caprivi
Teil 209. Juli 2021
29. Mai 2021 – Anreise Nachdem 4 große Koffer (warum so viel Gepäck dazu später mehr) und 2 Handgepäckstücke sicher verstaut waren, fuhren wir los in Richtung Frankfurter Flughafen. Für den Fall der Fälle, dass wir ohne Stau vorankommen, hatte ich im Vorfeld bereits eine Outdoor-Bar in Kelsterbach gleich in der Nähe vom Flughafen recherchiert. Dies war der Fall und so konnten wir bei bestem Wetter direkt am Main eine Weinschorle und Flammkuchen genießen. Das allein war schon wie Urlaub! Nach so langer Zeit mit geschlossenen Restaurants war es eine Wohltat und bis dahin hofften wir insgeheim noch, auch in Namibia hier und da ohne große Bedenken im Außenbereich von Restaurants essen gehen zu können, weil bis dato die Inzidenz nur leicht stieg. Leider war das zum Ende unserer Reise speziell in Windhoek nicht mehr der Fall. Wir gingen ein letztes Mal unsere Reiseunterlagen durch und hofften, nichts vergessen zu haben. Die Vorbereitungen waren z.T. nervenaufreibend, vor allem die Warterei auf das negative Corona-Testergebnis und ich glaubte erst wirklich an unseren Urlaub, als wir endlich auf unserem Sitzplatz saßen und der Flieger sich auf das Rollfeld zu bewegte. Unsere negativen Antigen-Tests wurden nur beim Check-In kontrolliert und am Gate wiesen die Flughafenmitarbeiter auf die nötigen Gesundheitsformulare für Namibia hin, welche auch bei Bedarf an Reisende ausgeteilt wurden.
Wir hatten Premium Economy gebucht, weil wir mit größtmöglichen (für uns bezahlbaren) Abstand zu anderen Reisenden sitzen wollten. Selbst unsere Verpflegung hatten wir mitgebracht, weil wir hörten, dass das Essen bei Eurowings umstritten ist und wir ausschließlich fix etwas essen wollten, wenn alle anderen ihre Masken schon wieder trugen. Bis zu 7 Tage alte erlaubte Testergebnisse erschienen uns nicht unbedingt sehr zuverlässig, obwohl wir uns selbst sehr bemühten zwischen Test und Flug so wenig wie möglich Kontakte zu haben. Aber wer weiß schon, wie andere das handhaben… Natürlich gab es auch auf unserem Flug einige Leute, die es aus unerklärlichen Gründen nicht nötig hatten, ihre Masken ordentlich zu tragen und leider hat die Crew dies nicht kontrolliert.
30. Mai 2021 – Ankunft in Windhoek Der Flug verlief ruhig und sogar die dünnen Decken waren ausreichend. Überpünktlich, aber mit nur ca. 3-4 Std. Schlaf landeten wir etwas gerädert am nächsten Morgen in Windhoek. Bevor wir in das Flughafengebäude gingen, wurde Fieber gemessen und Hände desinfiziert. Unsere Maschine war die erste an diesem Tag und somit hielt sich die Warteschlange bei der Einreise in Grenzen. Es ging zügig voran; Reisepass, Einreiseformulare sowie das negative Testergebnis wurden begutachtet. Selbst die Koffer waren schnell da. Bevor wir jedoch endgültig gehen durften, wurden all unsere erforderlichen Unterlagen gleich nach der Gepäckausgabe nochmals akribisch kontrolliert und teilweise eingesammelt.
Unser Fahrer von Asco Car Hire war auch schon da. Leider konnte er ein weiteres Paar auf Teufel komm raus nicht finden. Ca. eine 3/4 Std. später stellte sich dann heraus, dass sie bereits vor (!) dem Flughafengebäude warteten. Nun gut. Wir bemerkten, dass auf dem Gelände von Asco Car Hire sehr viele ihrer Autos dastanden und auf Nachfrage bestätigte man uns, dass die gegenwärtige Buchungslage leider nicht sehr hoch sei. Die Fahrzeugübergabe verlief ohne Probleme und auf wirklich sehr nette und ausführliche Art und Weise. Unser Dachzelt war nigelnagelneu, was uns sehr freute, nur der chemische Geruch des Materials war in den ersten Tagen etwas penetrant. Aber darüber will ich mich auf keinen Fall beschweren... ein neues Dachzelt hieß doch auch eine gute neue Matratze. Auf meine Bitte hin bekamen wir sogar eine 3. Decke und zusammen mit unserem Deckenschlafsack machte sie unser Nachtlager wunderbar weich und die meiste Zeit schliefen wir sehr gut.
Mittlerweile war es ca. 10 Uhr und wir machten uns auf den Weg zu unseren Freunden, die in Windhoek wohnen und uns mit einer frischen Tasse Kaffee begrüßten. Wir tauschten erste Neuigkeiten aus und machten uns frisch, bevor wir gemeinsam unsere Einkaufsliste im Checkers in der Grove Mall abarbeiteten. Zu diesem Zeitpunkt war in Windhoek bezüglich Corona noch alles in Ordnung, soweit man das überhaupt sagen darf in der aktuellen Zeit. In jedem Geschäft wurde man zum Hände desinfizieren aufgefordert (das hätte ich mir in Deutschland auch mal gewünscht) und die meisten trugen brav ihre Masken. Wir genehmigten uns ein leckeres spätes Mittagessen bei Mugg & Bean im Außenbereich und ließen den restlichen Tag ruhig ausklingen. Meine Freundin zeigte mir gegen Abend noch eine der herrenlosen Katzenkolonien, um die sie sich kümmert. Da bin ich ja ganz in meinem Element, wenn es um meine absoluten Lieblingstiere geht und ich finde es toll, dass es solche Menschen gibt, die sich um Futter und Unterschlupf sowie um das Kastrieren der Tiere kümmern und dies als wertvoll erachten.
noch keine richtig wilden Tiere, aber 4 Pfoten und Fell hatten sie schon mal 😉
Teil 313. Juli 2021
31. Mai – Fahrt zur Spitzkoppe Heute ging es endlich richtig los! Wir nahmen uns vor zeitig aufzustehen, denn wir waren ja nicht im Strandurlaub 😉 So ganz klappte das aber leider noch nicht zu Beginn des Urlaubs. Wir schliefen zu gut und wurden erst wach, als unsere Freunde schon längst das Haus zur Arbeit verlassen hatten. Jetzt aber fix! Duschen, ein Käffchen, die restlichen Sachen im Auto verstauen und Abfahrt! Wir mussten, weil gestern Sonntag war, auch heute noch ein paar Dinge kaufen. Frisches Brot beim Le Pain Cafe, unser bestelltes Braai-Fleisch bei der Klein Windhoek Schlachterei sowie Gin&Tonic, Savanna und dergleichen durfte natürlich auch nicht fehlen. Ziemlich spät, gegen 10.30 Uhr, fuhren wir schließlich aus der Stadt raus. Wir hatten uns entschieden, die landschaftlich schönere (aber längere) Strecke über die C28 und C32 zu fahren. Super schön, kaum Wellblech und gleich zu Beginn der Schotterpiste die ERSTEN Tiere: eine Rappenantilope mit ihrem Nachwuchs. Ich war ganz aus dem Häuschen! Auch weil dies eine Erstsichtung für uns war.
Perlhühner…Ich mag sie ja total, sie sind so putzig, aber ein bisschen blöd sind sie schon. 😄 Sie fühlen sich total gehetzt, wenn man langsam näher fährt und anstatt direkt ins Gebüsch zu flüchten, rennen sie „kopflos“ immer weiter geradeaus der Straße entlang.
Der Weg über den Bosua Pass war spannend mit toller Aussicht über das Khomashochland, aber nicht wirklich gefährlich. Die Idee der „Toilette mit grandiosem Ausblick“ fanden wir ziemlich cool, doch der Geruch ließ darauf schließen, dass die Tonne wiedermal geleert werden müsste. 🤢
Die Strecke zog sich hin und wie „befürchtet“ sahen wir fast keine anderen Autos. Die Anzahl derer ließ sich an zwei Händen abzählen. Es wird wohl zu keiner Zeit richtig viel los sein, aber durch Corona sind eben leider doch bedeutend weniger Touristen unterwegs. Kurz vor 17 Uhr tauchte endlich die Silhouette der Spitzkoppe vor uns auf!
Natürlich hatte auch ich mich hier im Forum über die besten Stellplätze belesen und musste (trotz Corona) mit Erstaunen feststellen, dass sehr viele Plätze belegt waren. Gut für all jene, die an den Einnahmen beteiligt sind! Wir fanden trotzdem noch einen idyllischen Platz und waren zufrieden. Ich glaube, es muss Platz Nr. 9A gewesen sein (unser Auto ganz rechts im Bild). Gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang erklommen wird den gegenüberliegenden Felsen und genossen die Aussicht. Unser erstes Braai mit sauleckerem Wildfleisch schmeckte auch noch im Dunkeln bevor wir pappsatt und müde ins Zelt krabbelten.
Wie unsere erste Nacht im Dachzelt verlief und ob uns die wilden Tiere den Schlaf raubten (wir waren schließlich „Dachzelt-Neulinge“ ohne Erfahrungen, aber mit einer gewissen Portion Skepsis), erfahrt Ihr im nächsten Teil.
Teil 415. Juli 2021
Ein Herzliches Willkommen an alle, die (noch) zugestiegen sind!
1. Juni – Spitzkoppe Ab sofort gab es eigentlich keine Ausreden mehr für zu spätes Aufstehen. Der Wecker klingelte ca. 5.45 Uhr, aber nach einem kurzen Blick nach draußen sahen wir, dass es doch noch viel zu dunkel war. Wir krochen nochmal 20 Minuten unter die Decken und trauten uns dann nach draußen. Die erste Nacht im Dachzelt war gemütlich, aber zwischenzeitlich mit einem erhöhten Adrenalinspiegel verbunden. Im Vorfeld unseres Urlaubs machte ich mir schon so meine Gedanken, wenn ich mitten in der Nacht raus müsste…völlig im Dunkeln ist mir das äußerst unangenehm. Ich gebe es zu, da bin ich ein kleiner Schisser. 😗 Aber bei meiner Blase (und auch der meines Mannes 😄 ) war es eigentlich klar, dass wir nicht drum rum kommen würden. So auch gleich in der ersten Nacht kurz nach 12 … Zur Sicherheit wurde die Umgebung bestmöglich mit Taschen- und Stirnlampen abgeleuchtet und dann „schickte“ ich meine bessere Hälfte zuerst raus in die dunkle Nacht. Als ich dann gerade wieder ins Zelt kletterte, fragte mich mein Mann, ob ich das entfernte Rufen bzw. Brüllen gehört hätte. Natürlich hatte ich, was für eine Frage! Ich bin ja nicht schwerhörig! Aber was sollte ich machen? Ich konnte ja schlecht direkt losrennen, aber mein Herzl pochte doch ganz schön laut. 😮 Mein Mann hörte die Geräusche während ich noch draußen war auch und sie kamen gefühlt näher; wollte mir aber keine Panik einjagen, deswegen blieb er ruhig, bis ich wieder im Zelt war. Was um Himmels Willen war das? Unser erster Gedanke: „Ein Löwe!“ Aber gibt es denn hier Löwen, wenn die Touris hier ohne Hinweis darauf frei zelten können? Wir wissen es nicht. Für uns hörte es sich wie ein Löwe an, der in größeren Abständen immer wieder einen tiefen Laut von sich gab. Auf jeden Fall war das Tier (welches auch immer) in Bewegung, kam näher und entfernte sich schließlich (gefühlt) über das Bergmassiv. Was für eine Aufregung!
Zum Ende unseres Urlaubs waren wir der Meinung, es hätte auch ein „snorting“ Impala sein können. Was meint Ihr? Wer hat an der Spitzkoppe auch schon so etwas erlebt oder weiß gar, welche größeren Tiere dort nachts unterwegs sind. Wir wären froh zu erfahren, ob wir in so einer Situation das nächste Mal in Ruhe weiter pullern können oder schleunigst die Beine in die Hände nehmen sollten. 😄
Hier einige Spuren im Sand…kann diese jemand deuten?
Nun gut, offensichtlich haben wir überlebt und erlebten am nächsten Morgen einen tollen Sonnenaufgang.
Mit Hilfe unseres Fernglases konnten wir währenddessen beobachten, dass einige Plätze frei wurden und entschieden uns, kommende Nacht näher an der „Brücke“ zu campen.
Unser Camping Spot auf Platz Nr. 5
Den restlichen Tag verbrachten wir beim „Abhängen“ und Sortieren unserer Sachen….die Unordnung in der Speisekammer und der riesengroße Berg an Klamotten auf der Rückbank wollte beseitigt werden. Als Camping-Neulinge mussten wir unsere individuelle Ordnung erst finden, aber wenn man dann einmal die richtigen Plätze für jegliche Utensilien gefunden hat und sich auch jeder daran hält, ist es relativ einfach, bestimmte Dinge auch wirklich wieder zu finden.
Zum Sonnenuntergang gingen wir durch die Brücke hindurch und fanden einen schönes Fleckchen mit Blick auf die Spitzkoppe. Wobei ich sagen muss, dass die Sonnenaufgänge weitaus spektakulärer waren.
Zum Abendessen gab es wieder lecker Fleisch … Strauß. Oder doch Springbok? Oryx? Eland? Ich hab’s vergessen. Aber auf jeden Fall hatten wir genügend dieser 4 verschiedenen Wildfleischsorten zu je 330g gekauft. Da hatte jemand große Augen bei der Bestellung! 😗 Aber kein Problem, das Fleisch schmeckte immer vorzüglich im selbstgemachten Sandwich an nächsten Tag als Mittagssnack.
Als wir schon lange im Bett lagen, positionierte sich eine Gruppe Spanier (die wir vorher schon zum Sonnenuntergang gesehen hatten) auf den Felsen genau oberhalb von uns. Sie widmeten sich der Sternenfotografie und anscheinend mussten alle gleichzeitig den Auslöser drücken, denn der Countdown „uno, dos, tres“ schallte immer wieder laut durch die Nacht. Nach ca. einer ¾ Std. hatte ich genug! Mit zwei der wenigen spanischen Worte, die ich kenne, rief ich etwas verärgert aus dem Zelt: Tranquilo, por favor!“ Glücklicherweise war danach wirklich Ruhe.
Übrigens: Sternenfotografie finde ich ja auch toll, aber viel zu aufwendig für mich. Für eine Handykamera ist mein Sternenbild aber gar nicht so schlecht, finde ich.
Teil 516. Juli 2021
2. Juni – Spitzkoppe – Fahrt zum Etosha NP Der heutige Sonnenaufgang war fantastisch und wir genossen die ruhigen Stunden bevor es wieder auf Pad ging.
Vorbei am Brandberg…
Mit einem Stopp beim Cactus Coffee & Tea Garden in Uis … wunderschön mit all den Sukkulenten und einer der besten Karottenkuchen, den ich je gegessen habe.
Irgendwo im Nirgendwo auf der C35 fuhren wir an einem jungen Mann, der Ziegen hütete, vorbei. Er machte ein für mich unverständliches Zeichen. Auf meine Nachfrage erklärte mir meine bessere Hälfte, dass er mit dieser Geste nach Essen fragte. Das ging mir sofort durch und durch und ich stieg unmittelbar in die Eisen. Wir wendeten und gaben dem jungen Mann zwei unserer Sandwiches und eine Flasche Appletizer. Er freute sich sehr darüber und ich bin mir sicher, dass ihm unser Grillfleisch auf den belegten Broten richtig gut geschmeckt haben muss. 🙂
Beim letzten Tankstopp vor Etosha in Kamanjab erlebten wir jedoch eine bzw. die einzige schlechte Begegnung mit Einheimischen. Wir waren sofort umringt von vielen Straßenverkäufern- und Verkäuferinnen, die uns Makalaninüsse und Armbänder verkaufen wollten. Wir unterstützen im Prinzip die Einwohner gern (vor allem in diesen Zeiten), aber in diesem „Tumult“ wollten wir eigentlich nichts kaufen, denn wir konnten unmöglich von jedem etwas erwerben und wir hatten Bedenken, nur einigen etwas abzukaufen. Wir entschuldigten uns pausenlos und gaben unsere Bedenken auch an die Anwesenden weiter. Leider half das nicht. Eine der anwesenden Frauen (welche, während sie zu Beginn auf uns zulief, demonstrativ ihre Brüste entblößte … keine Ahnung, was sie damit bezwecken wollte) wurde stinksauer und beschimpfte uns ohne Unterlass in ihrer Sprache. Glücklicherweise verhielten sich die Anderen ruhig, wollten aber nicht gehen (auch verständlich). Wir kennen solche Gegebenheiten; kaufen normalerweise gern was, geben ein paar Rand/Dollar bzw. Getränke oder Essen. Aber das hier lief in die völlig falsche Richtung und wir wollten eigentlich nur noch weg. Das ging aber nicht sofort, da der Tank noch lange nicht voll war. Fenster schließen konnten wir auch nicht, weil wir mit dem Tankwart sprachen und aussteigen, um irgendwie die Situation zu lösen, kam auch nicht in Frage (selbst nicht für meinen Mann). Schlussendlich fuhren wir langsam davon, fragen uns aber bis heute, wie wir hätten reagieren sollen. 🙁
Teil 616. Juli 2021
Im schönsten Nachmittagslicht erreichten wir das Galton Gate. Nachdem wir den Parkmitarbeitern glaubhaft versichert hatten, dass wir weder irgendwelche Waffen besitzen noch vor hatten unsere Plastiktüten im Park zu verteilen, durften wir durch das Tor fahren und die ersten Tiere ließen nicht lange auf sich warten.
Ich liiiiiiebe Zebras 🤩
Nicht nur wir Menschen sehen unterschiedlich aus 🙂
Ein ganz besonderes Prachtexemplar
Wer beobachtet hier wen?
Und ständig diese Roadblocks 🤩
Unser heutiges Ziel – Olifantsrus campsite – ist in Sicht … ein sehr schöner kleiner Campingplatz mit idyllischem Look Out am Wasserloch. Leider sahen wir hier keine Tiere (bis auf ein Oryx am nächsten Morgen), aber andere Camper hatten mehr Glück, wie sie uns berichteten. Müssen wir wohl verpasst haben während unseres Abendessens. Das einzige, was man in Olifantsrus beachten sollte: Wer richtig zeitig aufstehen und die Waschräume etc nutzen möchte, sollte eine Stirnlampe mitnehmen. Das Camp wird per Generator betrieben und der wird jeden Morgen kurz vor Sonnenaufgang (aber natürlich noch vor Toröffnung) erst wieder von den Mitarbeitern angeschalten.
Teil 723. Juli 2021
3. Juni – Etosha NP Noch im Dunkeln klingelte der Wecker, denn wir wollten natürlich pünktlich mit Toröffnung los. Im schönsten Morgenlicht stillten unzählige Springböcke und Zebras ihren Durst am Bitterwater Wasserloch.
Die Strecke zwischen Bitterwater und Sonderkop fanden wir landschaftlich super schön und wohin man auch schaute, es war immens viel los … Springböcke, Oryx, Gnus und mitten auf der Pad eine Löffelhundfamilie. Für uns eine Erstsichtung. Sie waren leider sehr scheu und rannten vor uns weg. Wir freuten uns (zu früh), als sie langsam wieder in unsere Richtung liefen, nachdem wir den Motor abgestellt hatten. Leider irritierte sie das Geräusch des Fensterhebers so sehr, dass sie sofort wieder Reißaus nahmen und uns nur die unscharfen (Beweis)Fotos durch die Frontscheibe bleiben. Selbst Schuld, wer sein Fenster zum Fotografieren zu spät öffnet. 😗
Es war ein richtig windiger Tag heute. Und das wurde am Sonderkop Wasserloch überaus deutlich: Der Staub wirbelte wie verrückt und „verschluckte“ teilweise fast alle Tiere, obwohl es doch auch hier so wahnsinnig viele waren.
Danach ging es für uns auf direktem Wege nach Okaukuejo. Wir wollten uns auf unserem Campingplatz häuslich einrichten, etwas snacken, Abendbrot vorbereiten, damit wir abends ganz viel Zeit am Wasserloch hatten und am Nachmittag noch eine Runde drehen. Nebenbei bemerkt, der Campingplatz war ca. zu 20% gelegt. Eine himmlische Ruhe für uns, aber trotzdem auch sehr traurig das Land mit so wenigen Touristen zu sehen. Ein kurzer Besuch des Wasserlochs musste jetzt trotzdem schon sein und es lohnte sich. 3 Elefantenbullen verbrachten hier auch ihre Mittagspause.
Zur Nachmittagspirsch schienen noch nicht alle ausgeschlafen zu haben…
Die Schakale waren jedoch fleißig beim Einfangen ihres Abendmahls ... Heubschrecken und Grillen standen heute auf dem Speiseplan.
Direkt am Wasserloch Gemsbokvlakte waren nur Strauße durstig, alle anderen ruhten bzw. schliefen in der Nähe.
Olifantsbad und Aus waren wie leergefegt und so machten wir uns langsam auf den Rückweg. Aber wie es immer so ist: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Schon an Gemsbokvlakte vorbei, sah ich doch aus dem Augenwinkel ein großes graues Etwas, was sich langsam Richtung Wasserloch bewegte. Immer wieder schaute es sich vorsichtig in alle Richtungen um und wir wussten, dass die Zeit bald drängen würde. Aber so eine Sichtung kann man sich doch nicht entgehen lassen! Also mal wieder umgekehrt und am Wasserloch Stellung bezogen. Unsere Geduld wurde belohnt und wir erlebten ganz besondere Momente mit diesem Tier, ganz für uns allein. Mann, waren wir begeistert!
Irgendwann rissen wir uns los und gerade noch rechtzeitig schafften wir es zurück ins Camp. Schnell ein Bierchen und Savanna geschnappt und auf zum camp-eigenen Wasserloch. Und was soll ich sagen: Uns erwartete ein krönender Tagesabschluss! Ein Verwandter unserer letzten Sichtung am Gemsbokvlakte Wasserloch wurde von einer ca. 25-köpfigen Elefantenherde, die wie aus dem Nichts aus der Dunkelheit heraus auftauchte, zeitweise verscheucht. Später, als die Ellis ihren Durst gestillt hatten und lautlos wie sie gekommen waren im Busch verschwanden, übernahmen die anderen Grauen wieder den Platz. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier … wir zählten bis zu 9 dieser imposanten Tiere zur gleichen Zeit am Wasserloch. Was für ein Abend! Erst kurz nach 23 Uhr krochen wir ins unser Bett. Ich weis, die Bilder sind nicht der Hit. Ich möchte sie aber trotzdem zeigen, weil es einfach so toll war und ihr euch so vielleicht doch ein bisschen in unseren Abend in Okaukuejo reinversetzen könnt.
Übringens: Zur unserer Zeit in Namibia schien es, als ob (noch?) genügend Impfstoff vorhanden war .. zumindest in Okaukuejo:
Teil 829. Juli 2021
4. Juni – Etosha NP – Onguma Leadwood campsite Uns war ja klar, dass die Nächte im afrikanischen Winter kalt werden können, wir waren (eigentlich) vorbereitet und sind auch einiges gewohnt. Um 23 Uhr war es schon ziemlich frisch, aber es wurde noch richtig kalt. Und mit kalt meine ich ar***kalt! Ich kann es nicht anders beschreiben. Zusätzlich zu Leggings, Skisocken, diversen Kurz- und Langarmshirts, Schal und (bei meinem Mann sogar Mütze) mussten neben der 3. Decke als weitere Zudecke außerdem noch die Fleecejacken herhalten. Mann oh Mann! 😕 Glücklicherweise sollten die vergangene und die kommende Nacht die beiden einzigen sehr kalten Nächte auf unserer Reise bleiben. Die Wärmflaschen waren jedoch ab sofort jeden Abend im Einsatz und somit gab es wenigstens keine kalten Füße mehr. Neben der Kälte, die uns immer wieder wach werden ließ, wurden wir in der vergangenen Nacht auch kurz von lautem Löwengebrüll geweckt. Wären wir doch bloß mal aufgestanden und hätten am Wasserloch geschaut…ein anderer Camper erzählte uns am heutigen Morgen, dass zwischen 2 und 3 Uhr zwei Löwen hier ihren Durst stillten.
Am Okaukuejo Wasserloch war es ruhig kurz vor Sonnenaufgang Pünktlich zur Toröffnung waren wieder fahrbereit und ich sagte zu meinem Mann: „Heute ist Löwen-Tag. Das nächtliche Gebrüll muss ein gutes Omen gewesen sein!“ Meine bessere Hälfte lachte nur skeptisch. „Wirst schon sehen.“ entgegnete ich ihm. Bevor wir heute bis nach Onguma durchfahren mussten, wollten wir in der Früh noch in Richtung Adamax Pan fahren. Irgendwo noch vor Wolfnes trafen wir ein erstes Auto, dessen Insassen angestrengt mit Fernglas in eine Richtung schauten. Hier musste was sein! Wir hielten an und fragten nach. (Tatsächlich können wir es nur empfehlen, mit so vielen Leuten wie möglich auf Pad zu schnacken. Es ergeben sich mitunter die interessantesten Gespräche, Tipps zu aktuellen Sichtungen und vielleicht sogar die Erkenntnis, dass man die nächsten Tage in die gleiche Richtung fährt und sich auf ein Bierchen auf dem ein oder anderen Campingplatz verabreden kann. Natürlich begegnet man auch im Etosha den typischen „Stinkern“ 😗 , die es in jeder Lebenssituation gibt und die lieber ihr Ding allein machen und stur weiterfahren bzw. ihr Fenster lieber nicht öffnen wollen. Auch in Ordnung für uns, aber wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie auch all die Tiere sehen, die wir (und unsere Gesprächspartner) gesehen haben.) Jedenfalls bekamen wir von den anderen Reisenden die Auskunft, dass ganz hinten am Horizont zwei Löwinnen lägen. „Siehst du!“ rief ich aufgeregt zu meinem Mann und schnappte mir unser Fernglas. Und tatsächlich, ganz weit weg, an Ihren Ohren gerade noch so erkennbar, lagen sie. Das ging doch gut los an unserem Löwen-Tag! Mein Mann hat aber wohl nicht so gute Augen wie ich, denn er konnte partout nix sehen. 😄
Sonst war auf dieser Strecke kaum was los und auch Okondeka war leer. Ich fragte meine bessere Hälfte schon, ob wir umkehren sollten, auch weil ich unsere lange Fahrstrecke im Hinterkopf hatte. „Nein“ war die Antwort und es sollte sich auszahlen. Keine 500 m weiter, ich konzentrierte mich gerade auf die Ebene zu unserer linken Seite, schrie er mich quasi an: „Guck, guck, ein LÖWE!“ Das gibt’s doch nicht! 🤩 Direkt rechts neben der Pad lag er und er war nicht allein. Weiter hinten konnten wir einen zweiten, jüngeren Löwe ausmachen. Wir hielten in Poleposition und harrten der Dinge, die da kommen. Nach einer Weile stand der Löwe in der Ferne auf und lief in Richtung des Löwen vor uns. Ich bin ein absoluter Katzennarr und konnte mir denken, was gleich in typischer Katzenmanier passieren würde. Meine Kamera auf Anschlag für Fotos „befahl“ ich meiner besseren Hälfte das Handy fürs Video bereit zu halten. Und hier muss ich euch leider ein wenig enttäuschen: Meine Aufregung war so groß und mein fotografisches Können so klitzeklein, dass ich von der nachfolgenden atemberaubenden Begegnung ganz viele verwackelte und nur wenig tolle Fotos habe. Trotzdem möchte ich euch ein paar zeigen. (Gut, dass wir das Ganze halbwegs ordentlich auf Video haben.) 😗 Die beiden waren furchtbar müde. Nicht mal die Springböcke, die hin und wieder vorbeizogen, interessierten sie. Mehr als Gähnen und in der Sonne räkeln war nicht drin. Aber wir waren happy und verbrachten eine gute Stunde bei ihnen, zwischendurch mit nur noch einem(!) weiterem Fahrzeug, sonst ganz allein. Auf dem Rückweg am Okondeka Wasserloch erlebten wir eine dieser Situationen, aus der wir unsere Schlussfolgerungen bezüglich „Begegnungen und Gespräche im Etosha“ ziehen: Zwei Autos standen hier. Das Erste, besetzt mit einem grimmig dreinblickenden älteren Paar, ignorierte unser Bemühen mit ihnen zu reden und sie fuhren in die falsche Richtung davon. Der Fahrer im zweiten Fahrzeug war überglücklich über unseren Löwen-Tipp und machte sich sogleich auf den Weg zu ihnen.
Es war mittlerweile ca. 10 Uhr und wir mussten uns nun langsam etwas beeilen und fuhren auf direkten Weg Richtung Osten. Erst am Wasserloch Rietfontain wollten wir wieder länger halten. Hier war die Hölle los. Rietfontain schien DER Treffpunkt für jegliche (Huf)tiere im Etosha zu sein. Der absolute Wahnsinn! Wir sahen, dass es hier außerdem eine Ansammlung vieler Pickups gab. Ich sollte noch einmal Recht behalten mit meiner Vorahnung heute Morgen. Etwas entfernt, aber leider schlecht sichtbar, lagen einige Löwen im hohen Gras. Wir zählten 4 bis 5. Tatsächlich müssen es insgesamt ca. 8 bis 9 Löwen gewesen sein, wie uns am nächsten Tag wieder einmal ein anderer Tourist erzählte. Er hatte mehr Zeit als wir und konnte am späten Nachmittag beobachten, wie sich die Löwen auf die nächtliche Pirsch machten. Der heutige Tag war der einzige Tag im Etosha, an dem wir Löwen sahen. Wir waren trotzdem mehr als zufrieden damit. Auf dem Weg zum Von Lindequist Gate sahen wir unter anderem eine kleine Elefantenherde, ein paar Kuhantilopen, natürlich wieder ganz viele Zebras mit ihrem fluffigen Nachwuchs und endlich auch ein paar Impalas. Wie bereits in einer vorherigen Antwort an Christian/chrischris und Nette geschrieben, warten wir immer noch auf unsere erste Leopardensichtung und wie gern hätten wir einen gesehen. Wir überprüften wirklich jeden Baum, der nur annähernd groß genug war für einen Leoparden, aber wie man eben so sagt: „Wer einen Leoparden sucht, sieht nur Vögel.“ Auch nicht übel, so entging und wenigstens nicht dieser Adler. Frage an die Vogelkenner: Ist das ein Kampfadler? Zwar im schlechtesten Gegenlicht, aber dennoch bemerkenswert. Er hatte sich gerade ein Perlhuhn gefangen und seine Krallen fest um dessen Hals geschlungen. Ich weiß, so ist das Leben in der Natur, aber mir tat das kleinere Vögelchen trotzdem leid, vor allem weil es noch am Zappeln war. 😕
Bevor wir uns für heute vom Etosha verabschiedeten, checkten wir noch schnell das Sichtungsbuch in Namutoni, um uns anhand der aktuellen Sichtungen für morgen unsere Runde zu überlegen.
Bei Onguma checkten wir auf dem Leadwood campsite ein. Ein ganz toller Campingplatz und in unseren Augen jeden Cent wert. Die Regendusche im eigenen Badehäuschen war einfach phänomenal. Heute (und auch am nächsten Abend) gönnten wir uns zur Abwechslung mal ein 3-Gänge-Abendessen in der Onguma Bush Lodge und lernten wieder sehr nette Leute (Gäste als auch Personal der Lodge) kennen. Das Abendessen fand draußen auf der Terrasse statt. Alle Tische standen mit großem Abstand zueinander und alle Angestellten trugen vorbildlich ihre Masken.
Hier möchte ich außerdem noch erwähnen, dass auch überall im Etosha die Angestellten ihre Masken trugen, soweit wir das beurteilen können. Auch in den Rezeptionen der NWR-Camps wurde bei den Gästen peinlichst darauf geachtet und auf vorhandene Desinfektionssprays hingewiesen.
Teil 904. Aug. 2021
5. Juni – Etosha NP Das Sichtungsbuch in Namutoni verriet uns, wo in den letzten Tagen Geparden gesehen wurden. Ich wollte unser Glück noch einmal direkt herausfordern und betitelte den heutigen Tag mit „Gepardentag“. Hat doch schließlich gestern auch geklappt mit den Löwen! 😗 Wir fuhren den Fischer’s Pan Drive in Richtung Twee Palms. Weit kamen wir nicht, denn alle Gäste auf einem offenen Geländewagen vor uns schauten fokussiert in eine bestimmte Richtung. Die Rangerin verriet uns, wo sich ein Gepard gerade die Morgensonne auf den Bauch scheinen ließ. Wir suchten und suchten, fanden ihn jedoch nicht…viel zu weit weg. Aber ok, es fing doch schon mal genauso gut an wie gestern... Wir fuhren weiter und tatsächlich hatten wir Glück! 2 Geparde gingen nicht allzu weit entfernt ihrer Katzenwäsche nach. Mithilfe des Fernglas konnten wir erkennen, dass einer der beiden frisches Blut an einer Pfote und rund um’s Maul hatte. Sie mussten bei der Jagd erfolgreich gewesen sein. Nach einer Weile machten sie sich auf den Weg, beschnupperten und markierten hier und da ihr Revier, ruhten wieder aus, scannten die Gegend und verschwanden irgendwann im hohen Gras der Ebene.
Ein uns unbekannter Vogel genoss die Aussicht. Wer kann mir bitte mit der Bestimmung helfen?
Keine 10 Minuten später trafen wir auf eine kleine Ansammlung an Fahrzeugen: Schon wieder eine Katze! Dieses Mal eine Gepardenmama mit ihrem Nachwuchs! 🤩 Diese Sichtung muss sich wahnsinnig schnell herum gesprochen haben, binnen kurzer Zeit waren hier fast 10 Fahrzeuge. Jeder wollte den besten Platz und das beste Foto. Es überholte jeder jeden auf sehr respektlose Art und wir waren davon ziemlich geschockt. Unglaublich, wie rücksichtslos (gegenüber Mensch UND Tier) sich hier verhalten wird! Das hatten wir so noch nicht erlebt; passiert aber bestimmt leider öfters, wenn zu „normalen Zeiten“ viel mehr Touristen im Etosha unterwegs sind, oder? Nach einer ganzen Weile hatte der Fahrer eines sehr großen Trucks wohl die Nase voll und stellte sich ganz vorn auf der Pad quer. Jetzt fingen manche Leute auch noch an mit Hupen! Und das im Park! Wir waren sprachlos! 😠 Jedenfalls kreuzten die Geparde nun die Straße und verschwanden schnell im Gebüsch. Zwischen einigen Touristen entbrannten derweil heftige Diskussionen. Wir konnten nur abwarten bis nach einer Weile fast alle davonfuhren und die Straße wieder frei war. Zusammen mit dem Truck waren wir schlussendlich die letzten verbliebenen Fahrzeuge vor Ort. Auf unsere Nachfrage berichtete das Paar im Truck, dass sie gesehen hatten, wie die Gepardenmama immer nervöser wurde, weil sie wieder und wieder versuchte die Straße zu queren und sich jedes Mal wieder ein Auto in den Weg stellte. Es entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch zwischen uns und erst nach ca. einer viertel Stunde fuhr das Pärchen in Richtung Namutoni davon. Wir erfuhren unter anderem, dass die Gepardenmama 3 Junge gebar und nur eins überlebt hatte, welches jetzt ca. 3 Monate alt war.
Ursprünglich war unser Plan die komplette Runde zu fahren, aber da wir schon viel Zeit „verloren hatten“ und die Geparde offensichtlich im Gebüsch verschwunden waren, fragte ich meine bessere Hälfte wiedermal, ob wir nicht lieber umkehren sollten. Wenn ihr unseren gestrigen Tag verfolgt habt, könnt ihr euch seine Antwort vielleicht denken. Wir fuhren also weiter und scheinbar muss mein Mann einen siebten Sinn haben. Keine 500 m weiter erlebten wir unsere beste Sichtung überhaupt … wieder exklusiv nur für uns: Direkt neben der Pad hielt die Gepardenmama auf einem Termitenhügel Ausschau während ihr Kleines im Schatten saß. 🤩 Wir waren hin und weg! Die Beiden schienen mittlerweile wieder zur Ruhe gekommen zu sein und liefen parallel der Straße, jedoch im Dickicht, davon. Wir wollten sie nicht erneut stressen und so schlug ich vor, ein ganzes Stück weiter an die nächste Wegbiegung zu fahren und zu hoffen, dass sie sich noch einmal sehen ließen. Was sie auch taten und zwar ohne uns direkt eines Blickes zu würdigen:
Völlig geflasht fuhren wir später weiter. Twee Palms hielt eine Menge Pelikane für uns bereit. In dieser Gegend war reichlich Wasser vorhanden und lockte sehr viele (größere) Vögel an. Die Marabu’s und Flamingos waren leider sehr weit entfernt. Was ist das für einer? Vorbei an diversen Springbok-, Gnu- und Giraffenherden ging es zur Nachmittagssiesta zurück auf den Campingplatz.
Teil 1012. Aug. 2021
5. Juni – Etosha NP Nachmittagspirsch Noch auf dem privaten Onguma-Gelände begegneten uns wieder große Zebraherden…und in einer Herde mittendrin ein einzelnes Gnu. Kleines Zwischenquiz: Wer weiß, warum sich einzelne Gnus hin und wieder einer Zebraherde anschließen? Am Namutoni Wasserloch war einiges los. Der Giraffennachwuchs rannte übermütig von A nach B, während die erwachsenen Langhälse lieber in Ruhe ihren Durst stillten. Auch ein Gaukler sowie andere kleinere Vögelchen genossen das kühle Nass. Auf den Dik Dik Drive freute ich mich schon seit langem. Ich wollte endlich einmal Dik Diks sehen! Ich finde sie einfach besonders knuffig, so klein wie sie sind. Wo Herr Dik Dik sich aufhält… …ist Frau Dik Dik meist nicht weit entfernt. Zum Sonnenuntergang fuhren wir zu Klein Okevi und konnten lange Zeit einen Elefantenbullen beobachten, der uns ziemlich nahe kam, da er letztendlich in unmittelbarer Nähe an uns vorbeistapfte. Nach und nach kamen noch bis zu 6 Giraffen zum Trinken. Und das im schönsten Abendlicht! Irgendwann mussten wir uns wieder einmal losreißen, denn wir wollten ja nicht im Park übernachten. Kurz vor dem Gate bekam ich endlich noch einen Kudubullen vor die Linse. Sie waren bis dato ziemlich scheu gewesen.
Die Sonnenuntergänge in den Weiten des Etosha‘s als Kulisse sind einfach atemberaubend. Faszinierend, wie im Westen die Sonne in orange-roten Farben untergeht und im Osten gleichzeitig der Himmel in lila-bläulichen Farben leuchtet.
6. Juni – Fahrt in den Caprivi – Ngepi Camp Wir hatten heute eine lange Fahrt vor uns. Als die Sonne durch die umstehenden Bäume lugte, waren wir bereits abfahrbereit. Eine Schakal-Familie verabschiedete uns und wir sagten: „Auf Wiedersehen Etosha, bis ganz bald!“ Nach unseren wundervollen Tagen hier hatten wir bereits entschieden, unsere beiden zusätzlichen Nächte (die sich durch die geänderten/erleichterten Rückreisebedingungen kurzfristig ergaben) auch im Etosha zu verbringen. Mit einem kurzen Boxenstop in Grootfontain, um unsere Essensvoräte aufzustocken, kamen wir gut voran. Die Strecke ließ sich entspannt fahren. Es gab kaum Schlaglöcher, auch nicht die nächsten Tage auf unserem weiteren Weg auf dem Caprivi-Highway. Nur auf immer wieder kreuzende Rinder- und Ziegenherden sollte man hier besonders aufpassen. Kurz nach 16 Uhr erreichten wir die Zufahrt zum Ngepi Camp. Fahrzeit von Onguma ca. 8 ½ Std. – auf jeden Fall machbar. Bis heute hatten wir uns über den Reifendruck noch nicht viele Gedanken machen müssen, hier erwischte es uns allerdings unmittelbar auf dem sandigem Weg zum Camp. Relativ unerfahren mit Tiefsand blieben wir stecken. 😗 Aber das Problem war schnell gelöst und ab sofort waren wir „experienced“ mit Kompressor und Co.
Wir bezogen unseren Bungalow, waren gespannt auf die erste Nacht ohne feste (Zelt)wände um uns herum und erfreuten uns am wunderbaren Sonnenuntergang mit grunzenden Hippos im Fluss.
Teil 1113. Aug. 2021
7. Juni – Ngepi Camp Wir schliefen hervorragend. Die Decken waren richtig warm und das Moskitonetz hielt alle möglichen Käferchen fern. Heute wollten wir es ruhig angehen. Zeitiges Aufstehen war aber trotzdem angesagt. Um 7 Uhr saßen wir warm eingepackt und mit einer Thermoskanne Tee auf der Terrasse. Nach und nach vertrieb die aufgehende Sonne die Nebelschwaden auf dem Fluss. Eine ganz tolle Stimmung! Unsere Ouma-Rusks teilten wir nur allzu gern mit diesen sehr zutraulichen und teils frechen Vögelchen. Das sind keine Webervögel, oder? Uns erschienen diese beiden einheimischen Fischer sehr mutig. Oder doch lebensmüde? Sie werden aber wohl hoffentlich wissen, was sie tun; schließlich sind sie mit dem Fluss und all seinen darin vorkommenden Lebewesen aufgewachsen. Wir lassen die Seele baumeln und genießen die Stille, waschen zwischendurch ein paar Kleidungsstücke und springen am späten Vormittag todesmutig unter die eiskalte Dusche. Das Wasser kommt hier direkt aus dem Fluss und wird mit Solar geheizt. Leider stehen die Wasserbehälter (je einer pro Bungalow) teilweise lange im Schatten, sodass warmes Wasser wahrscheinlich erst ab späten Nachmittag verfügbar ist. Weil wir „Frühduscher“ sind, wäre dies unser einziger negativer Punkt für Ngepi. Das könnte bestimmt besser gelöst werden. Unser Brunch bzw. Mittagessen lassen wir uns in der Nähe der Rezeption schmecken und beobachten währenddessen ein paar Springböcke und Hippos am gegenüberliegenden Flussufer. Am späten Nachmittag geht es mit Mokoros in den Sonnenuntergang hinein. Unsere beiden Guides geben uns unzählige Informationen über die Flora und Fauna und Einblicke in ihr tägliches Leben hier im Caprivi. Wirklich sehr empfehlenswert! Die Hippo-Familie nimmt leider schon Reißaus, sobald sie uns entdeckt hatten. Den restlichen Abend verbringen wir in Gesellschaft lieber Bekannter, die wir im Etosha NP kennengelernt haben und mittlerweile auch im Ngepi Camp angekommen sind.
Teil 1219. Aug. 2021
8. Juni – Mavunje Camp Vorab: Es scheint, als ob niemand unsere Quizfrage beantworten kann bzw. keiner mitliest, der es vielleicht wüsste… Wir wissen es auch nicht zu 100 %, haben aber in Onguma nachgefragt. Der Ehemann einer Servicemitarbeiterin arbeitet als Guide im Onguma Reserve und folgendes ließ er uns ausrichten: Einzelne Gnus schließen sich hin und wieder einer Zebraherde an, weil sie (a) als Jungbullen aus der eigenen Herde ausgeschlossen wurden und erst eine neue Herde finden müssen. (b) als ältere Bullen von Jüngeren herausgefordert, den Kampf verloren haben und somit verdrängt wurden. Instinktiv wissen diese Gnus, dass sie allein in größerer Gefahr vor Raubtieren sind und diese Gefahr verringern können, indem sie sich für eine gewisse Zeit einer Zebraherde anschließen…solange bis sie (a) als Jungbulle bereit sind, den ältesten Bullen einer neuen Herde herauszufordern. (b) als alter Bulle wieder genug Kraft getankt haben, um den Jüngeren vielleicht wieder als „Platzhirsch“ abzulösen.
Bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel machten, statteten wir der Mahango Core Area im Bwabwata NP noch einen Besuch ab. Im Park begegneten wir nur 1 oder 2 anderen Fahrzeugen. Tiere findet man hier nicht ganz so leicht wie im Etosha NP; jedoch waren Springböcke, Zebras und Pumbas (vereinzelt auch Kudus, Giraffen, Strauße und Affen) auf den Plains zahlreich vertreten. Wasser gab es reichlich in den Flussläufen, wobei es abseits davon jedoch mehr oder weniger trocken und teilweise sehr verbrannt war. Wir sahen in der Mahango Core Area nur einmal 3 Elefanten (im schlechtesten Licht) und nahmen an, dass sie sich aufgrund der derzeitigen Fülle an Wasser tiefer im Park bzw. im angrenzenden Botswana befanden. Dieser, von Elefanten bearbeitete, Baobab wird es wohl nicht mehr allzu lang überleben.
Ein einzelner, weit entfernter, Büffel sollte unsere einzige Sichtung dieser Spezies während unseres gesamten Urlaubs sein. Eine Vielfalt an größeren und kleineren Vögelchen fühlte sich in der Mahango Core Area augenscheinlich wohl. Gabelracke Bist du ein Zwergspint? Obwohl Warzenschweine Pflanzenfresser sind, sahen wir sie hier das erste Mal überhaupt an Zebraknochen nagen. Holen sie sich so ihre nötige Portion Kalzium? Wir sind uns nicht sicher…
Ohne Elefanten auf der Straße ging es am Nachmittag auf der B8 durch den Bwabwata NP zu Dan im Mavunje Camp. Die letzten Meter Anfahrt durch diverse Tiefsandpassagen war etwas abenteuerlich, aber machbar und wir ließen den Tag ruhig ausklingen. Die nächsten 3 Nächte waren wir (leider nur) die einzigen Gäste.
Teil 1325. Aug. 2021
9. Juni – Mavunje Camp Wie bereits erwähnt, waren wir die einzigen Gäste. Sehr schade für Dan! Für uns eine himmlische Ruhe; obwohl ich nicht glaube, dass man hier Camp-Nachbarn gehört hätte. Die wenigen Stellplätze waren weit voneinander entfernt errichtet worden.
Dan musste dieser Tage dringend ein paar Dinge in Katima Mulilo erledigen, weshalb wir nur in den Genuss einer Bootstour kamen, die für den morgigen Tag angedacht war. Seine Angestellten waren aber jederzeit erreichbar und hätten sofort zur Stelle gestanden, wenn wir sie gebraucht hätten.
Der heutige Plan war folgendermaßen: Ausschlafen, gemütlich frühstücken (auch hier mit frechen Yellow-bellied Greenbuls) und gegen Mittag zu einer ausgedehnten Rundfahrt in den Mudumu NP fahren. Unser offenes Esszimmer mit Blick Richtung Flusslauf Im Voraus hatten wir ein bisschen Bammel bezüglich der Fahrerei im Mudumu NP. Ich hatte gelesen, dass es viele Tiefsandpassagen geben soll. Dan lächelte ziemlich amüsiert über unsere Bedenken und riet uns, den Nationalpark auf jeden Fall zu besuchen. Wortwörtlich meinte er: „Fahrt langsam! Lasst im Tiefsand einfach das Lenkrad los und das Auto wird seinen Weg finden.“ 😵 Wir schüttelten ungläubig den Kopf, fuhren aber dennoch mutig los. Und natürlich gab es jede Menge Tiefsand und fast permanent so zugewachsene enge Fahrwege, dass es nur so kratzte am Lack. 😗 Nachdem wir anfangs noch fast panisch versuchten, das Auto in den engen Tiefsandpassagen in der Spur zu halten und teilweise gegenlenkten, ließen wir uns irgendwann einfach auf Dan’s Tipp ein und das Lenkrad los. Und zu unserem größten Erstaunen funktionierte das auch! Wir waren wieder einmal total von den Socken! Im 1. bzw. 2. Gang fahrend blieb das Auto tatsächlich in der Spurrinne und so schaukelten wir fröhlich voran. 🤩
In solchem Dickicht sahen wir kaum größeres Wild, aber die ersten Vögel ließen nicht lange auf sich warten und endlich hielt auch mal ein Gelbschnabeltoko zumindest so lange still, das ich ein Foto knipsen konnte. Erbitte Hilfe bei der Bestimmung von diesem Vögelchen…Waffenkiebitz Senegalkiebitz Die Aussicht an den Flussläufen jedoch war grandios und zumindest auf die Hippos war trotz Mittagshitze Verlass. Am überdachten Aussichtspunkt trafen wir die einzigen anderen Touristen an diesem Tag. Sie fuhren aber bald weiter und meinten, es wäre nichts los hier. Wir machten es uns mit Snacks und Hängematte gemütlich und erfreuten uns einfach an der wunderschönen Natur. Und wer ein bisschen Zeit und Geduld hat, wird auch im Mudumu NP nicht enttäuscht. Natürlich nicht zu vergleichen mit Etosha, aber dafür war es umso schöner, als wir auch hier noch ein paar Hippos zu Gesicht bekamen (Sie waren die ganze Zeit da, das konnten wir hören, nur eben hauptsächlich im hohen Schilf oder Wasser versteckt.) Außerdem kam noch eine Kuduherde mit ca. 15 Tieren, von ganz klein bis ganz groß, zu Besuch an das Flussufer. Im weiteren Verlauf unserer Rundfahrt sahen wir hier und da ein paar Pumbas, Springböcke sowie eine Pferdeantilope. Ein schönes Wasserloch im besten Licht, aber ohne jegliche Tiere. Zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Camp, genossen eine heiße Dusche und aßen zur Abwechslung mal Spagetti ohne Fleisch. Die Angestellten heizen jeden Abend den Warmwasser-Donkey an und diese sind so gut isoliert, dass das Wasser auch am nächsten Morgen noch sehr warm ist. Welch ein Paradies für uns Früh-Duscher!
Teil 1427. Aug. 2021
10. Juni – Mavunje Camp Den Vormittag nutzten wir, um unsere fahrbare Unterkunft mal wieder etwas aufzuräumen und in Kongola unseren Bier- und Savannavorrat aufzustocken. Am Nachmittag unternahmen wir die heißersehnte Bootstour entlang der unendlichen Flussarme des Kwando Rivers. Den Hippos kamen wir so noch einmal ein ganzes Stückchen näher… Das Alphamännchen sticht durch seine enorme Größe heraus, auch wenn nur die Köpfe aus dem Wasser lugen. Vögelchen sahen wir wieder reichlich…Zwergspinte, Weißstirnspinte und viele weitere, die wir nicht alle bestimmen konnten. Wir sahen in diesem Gebiet unendlich viele Letschwe Antilopen. Sie sind an Sümpfe und Schwemmebenen gebunden und halten sich vorrangig auf den von Wasser umgebenen Inseln aus. Sobald man ihnen jedoch versehentlich zu nahe kommt, nehmen sie Reißaus. Sie sind sehr scheu und flüchten schnell. Wenn sie dann mitunter in Richtung „Festland“ fliehen, also weg von ihren Inseln, rennen sie wild durcheinander und fühlen sich sichtlich unwohl. Dan erklärte es uns damit, dass die Inseln eben ihr vorrangiger Lebensraum sind und sie dort instinktiv wissen, sicherer vor Raubtieren zu sein. Also schnell wieder zurück auf die Insel… Zwischendurch sahen wir eine einzelne Rappenantilope, die uns neugierig hinterher schaute. Auch einen Wasserwaran erspähten wir. Er verzog sich jedoch lieber schnell in seine Erdhöhle. Insgeheim hatte ich im Vorfeld unseres Urlaubs gehofft, Sitatunga Antilopen zu sehen. Ich wusste aber, dass sie noch viel scheuer als die Letschwe sind und man sie sehr sehr selten sieht. Im Gegensatz zu den Letschwe, die in erster Linie auf festem Boden leben, verbringen die Sitatungas die meiste Zeit quasi im Wasser. Mit ihren langen, spreizbaren Hufen sind sie hervorragend an sumpfigen Untergrund angepasst. Mein Wunsch sollte in Erfüllung gehen…gut versteckt hinter hohem Schilf, aber im Bruchteil von wenigen Sekunden verschwunden, sahen wir einen ausgewachsenen Bock. Toll! 🤩 Nach einer weiteren Herde Letschwe war es eigentlich langsam an der Zeit zurück zum Camp zu fahren. Allerdings sahen wir gleich darauf von weitem Hunderte Geier, die sich versammelt hatten und wir alle wissen doch, was das heißt und dass man dem definitiv auf den Grund gehen sollte…. 😎 Mann, was waren wir jetzt gespannt! Was würden wir finden? Würden wir überhaupt etwas finden? Direkt am Ufer eröffnete sich dann dieses Spektakel: Eine außerordentliche, auch für Dan nicht alltägliche Sichtung, die Augen, Ohren und Nase 🤢 gleichermaßen beanspruchte: Ein rießiger, alter Kudubulle hatte sich wahrscheinlich zum Sterben ans Flussufer gelegt und nun verschiedene Assfresser angezogen. Neben immens vielen Geiern auf den umliegenden Bäumen stritten sich die ersten schon am Kadaver. Eine Hyäne hoffte an Land auf Ihre Chance. Im Wasser wartete ein Krokodil. Und auch ein Marabu wollte einen Happen erhaschen. Die Geier waren in der Überzahl und so verzog sich die Hyäne irgendwann ins Dickicht, dankenswerterweise nicht bevor wir sie wenigstens einmal im schönsten Abendlicht bewundern durften. Auch der Marabu war sich anscheinend unsicher, ob er sich ins Getümmel stürzen sollte oder nicht.
Irgendwann mussten wir jedoch wirklich die Heimfahrt antreten, denn im Dunkeln auf einem kleinen Bötchen ist nicht gut Kirschen essen mit den Hippos. Mit einem mulmigen Gefühl brausten wir durch die wunderschöne Abenddämmerung und hofften, keinem Flusspferd zu nahe zu kommen.
Teil 1530. Aug. 2021
11. Juni – Fahrt zum Waterberg – Andersson campsite Ein kleiner Nachtrag zum Kudu des vergangenen Abends: Ich war mit Dan nach unserem Urlaub noch einmal in Kontakt, weil ich ihm meine Fotos der gesichteten Hyäne zukommen ließ, die er wiederum zur möglichen Identifizierung an Forscher weiterleiten wollte. Ich fragte ihn nach dem toten Kudu und er berichtete, dass er am nächsten Abend natürlich wieder hinfuhr, aber der Kudu nicht mehr an dieser Stelle lag. Er fand den Kadaver dann weiter flussabwärts. Wahrscheinlich hatte ihn ein großes Krokodil in der Nacht ins Wasser gezogen und somit gingen die Geier und Hyänen leer aus.
Außerdem ist mir eben bei der Sortierung der Fotos folgendes aufgefallen: In den Wellen, die unser Boot verursachte, tauchte just in diesem Moment ein Hippo auf. Glücklicherweise haben wir uns knapp verfehlt. Genau aus diesem Grund sollte man mit Beginn der Dunkelheit den Fluss lieber den darin lebenden Tieren überlassen! 😕 Nun aber zum heutigen Tag: Es war wieder einmal an der Zeit „Tschüss zu sagen“. Dan verabschiedete uns und wir brachen auf zu unserem nächsten Ziel. Wir hatten heute eine sehr lange Fahrt vor uns und wollten in einem Ritt bis zum Waterberg fahren. Die letzten Tage verliefen entspannt und somit waren wir ausgeruht, um diese Strecke von ca. 11 Std. Fahrtzeit mit kurzem Einkaufsstopp in Grootfontein in Angriff zu nehmen. Ein jeder muss natürlich für sich selbst entscheiden, ob er sich solche langen Strecken zutraut bzw. Lust darauf hat. Wir fahren lieber zwischendurch mal einen ganzen Tag und übernachten ungern „sinnlos“ auf der Strecke, wenn man am nächsten Morgen sowieso wieder ganz zeitig aufbrechen muss, um sein eigentliches Ziel zu erreichen. Außerdem war heute Freitag und wir waren für ein gemeinsames Wochenende mit unseren Windhoeker Freunden am Waterberg verabredet. Die Fahrt verlief super und gleich zu Beginn sahen wir unerwartet einige meiner Lieblingstiere (neben den Zebras natürlich): Ndlovu! Das ist das Xhosa-Wort für Elefant. Wir freuten uns wahnsinnig, noch einmal im Caprivi den grauen Riesen zu begegnen, hatten sie sich doch bis dahin ziemlich rar gemacht. Einige von ihnen hatten bereits die Straße überquert und obwohl wir mit Abstand stoppten und den Motor ausstellten, waren sie außerordentlich nervös. Sie witterten mit ihren Rüsseln in die Luft und trompeteten wild. Die immer wieder vorbeifahrenden, immens lauten Trucks machten es auch nicht besser. Die Büsche verdeckten sie weitestgehend, aber es muss eine große Herde gewesen sein, die letztendlich beschloss, doch lieber im Dickicht zu bleiben. Sie zogen weiter und querten wahrscheinlich später irgendwann die Straße, um sich ihren anderen Familienmitgliedern anzuschließen. Die folgenden Roadblocks waren weit weniger gefährlich, zumindest solange man aufpasste und rechtzeitig bremste. Ein letzter schneller Blick auf den Okavango In Grootfontein kauften wir bei Pick’n’Pay Lebensmittel ein, aber das Angebot an Fleisch war leider überhaupt nicht appetitlich. Kurzerhand sprach ich eine Einheimische an und fragte nach einer Empfehlung für gutes Fleisch. Sie riet uns, zu Otjiwanda Meat Market quasi um die Ecke zu gehen. Die Auswahl war dort wirklich gut und wir kauften die besten Landjäger, die wir je gegessen haben…mit einem außergewöhnlich leckeren Raucharoma.
Wir kamen weiter zügig voran und bogen bald in die D2512 ab. Wie ich finde, eine landschaftlich sehr idyllische Strecke, die im Abendlicht immer schöner wurde. Es gibt hier viele Tore verschiedener Farmen, durch die man fahren bzw. die man öffnen und wieder schließen muss. Beim Omega Rest Camp lebt eine putzige Erdhörnchenkolonie, für die wir auf jeden Fall kurz anhalten mussten. Komplett im Dunkeln würde ich diese Straße allerdings nicht fahren wollen. Und wenn es wirklich nicht anders geht, dann nur unter größter Vorsicht und mit extrem geringer Geschwindigkeit. Wir bekamen einen enormen Schreck, als eine Kududame kurz vor unserem Auto mit riesigen Sprüngen die Straße querte. Und der Rest der Bande folgte… Mit Einbruch der Nacht checkten wir im Andersson Camp von Waterberg Wilderness ein, mussten allerdings noch eine Weile auf unser Abendbrot warten. Das war noch auf den letzten Kilometern unterwegs in der Thermobox unserer Freunde. Irgendwann fanden sie dann doch den richtigen Abzweig und wir konnten mit Burger und Bierchen unser gemeinsames Wochenende einläuten.
12. und 13. Juni - Waterberg Wir lernten unsere Freunde ursprünglich im Jahr 2018 beim Fallschirmspringen in Swakopmund kennen. Wir verbrachten damals nur den einen halben Tag + das Abendessen miteinander und doch waren wir schnell auf einer Wellenlänge. Es stellte sich heraus, dass wir am gleichen Tag und sogar im gleichen Jahr unsere Hochzeitstage feiern. Was für ein Zufall! Seitdem sind wir in Kontakt geblieben und wollten uns wieder treffen, sobald wir unsere nächste Reise nach Namibia planen.
Sie gaben uns zu Beginn und Ende unserer Reise ein zweites Zuhause. Aber leider hatten die beiden nicht genügend Urlaubstage übrig, sodass dieses verlängerte Wochenende am Waterberg reichen musste. Nichtsdestotrotz hatten wir eine tolle Zeit. Wir verstanden uns glücklicherweise auch nach mehr als einem Tag noch prächtig und verbrachten unsere gemeinsamen Tage sehr entspannt mit vielem leckeren Essen, viel zu vielen süffigen Getränken 😗 und noch viel mehr Lachen und Heiterkeit.
Und täglich grüßt das Murmeltier…ähm der Klippschliefer, Part 1. Wir unternahmen kleinere Wanderungen, z.B. entlang des Dassie Trails, gingen zum Sonnenuntergang zum Lookout Point, von welchem wir im Tal unzählige Kudus vorbeiziehen sahen. Auch rund um das Andersson Camp erspähten wir immer mal wieder Kudus und Dik Diks, letztere wollten sich leider nicht fotografieren lassen. Und täglich grüßt der Klippschliefer, Part 2. Am Sonntagvormittag nahmen wir an der Wanderung auf das Hochplateau teil. Trittsicherheit wird hier auf jeden Falls gebraucht, aber der Aufstieg lohnt sich. Den restlichen Tag „mussten“ wir uns von diesem Marsch erholen. Den letzten Abend genossen wir am Lagerfeuer, zwischenzeitlich nur aus der Ruhe gebracht von raschelnden Geräuschen aus dem umliegenden Gebüsch. Schnell konnten wir die Ruhestörer enttarnen…
14. Juni – Weiterfahrt zurück zum Etosha NP Bevor sich unsere Wege gegen Mittag vorerst wieder trennten, erkundeten wir noch gemütlich den kleinen Wanderweg zur Quelle, wobei die Quelle dabei wenig spektakulär war, wir aber die Landschaft als Ganzes wiederum sehr genossen. Nach einem späten Frühstück/Brunch/Mittagessen verabschiedeten wir uns und wir fuhren wieder Richtung Norden; voller Vorfreude, was der Etosha NP wohl noch einmal für uns bereithalten würde. Die kleinen Erdmännchen grüßten uns auch wieder, keine Frage.
Teil 1611. Okt. 2021
14. Juni – Weiterfahrt zurück zum Etosha NP Obwohl es uns auf der Onguma Leadwood campsite außerordentlich gut gefallen hat, entschieden wir spontan direkt im NP in Namutoni zu campen. Durch diverse Berichte hier im Forum war uns klar, dass wir bezüglich Ausstattung, Sauberkeit etc. nicht viel erwarten durften. Doch wir wollten während unserer beiden letzten Safaritage jede Minute von Toröffnung bis Torschließung auskosten. Der Namutoni Campingplatz war fast leer, das Wasserloch nicht der Rede wert und mein Mann überhaupt nicht begeistert von den sanitären Anlagen. Ich konnte mich aber über die Sanitäreinrichtungen im Bereich der Frauen nicht beschweren: Zwar alles sehr alt, jedoch weitestgehend sauber und mit Flip Flops auch in den Duschen für mich ok.
Gegen 15 Uhr checkten wir ein, suchten uns fix ein Plätzchen und düsten gleich wieder zum Sundowner Drive ab. Klein und Groot Okevi waren wiedermal verwaist und so fuhren wir weiter Richtung Tsumcor.
Unterwegs begegneten wir unter anderem diesem großen Gnu-Dreckschweinchen 😄 und merkten wieder einmal, dass sich die Ellies trotz ihrer Größe hervorragend verstecken können. Die Straße schien dann aber wohl besser zum Flanieren…bevor man sich wieder die leckersten Sträucher unmittelbar neben der Pad suchte.
Am Tsumcor Wasserloch hatte sich eine riesige Elefantenherde eingefunden. Es wurde getrunken, gespielt, gerangelt, sich mit Staub und Schlamm gepudert und zwischendurch halbherzig Zebras verscheucht. (Bitte entschuldigt den Elefanten-overload an Bildern 😗 ) Nach ca. einer halben Stunde brachen sie auf und wir waren schon traurig, dass dieses großartige Spektakel schon vorbei war…Aber nix da! Aus dem Gebüsch tauchte eine nicht weniger große Herde auf. Man grüßte sich kurz und gab sich sozusagen die Klinke in die Hand. Wir waren happy und genossen eine weitere ¾ Std. mit den Riesen. Der Chef der Bande stand die ganze Zeit an der gegenüberliegenden Seite des Wasserlochs und passte auf bzw. scheuchte uns irgendwann etwas zurück, denn er wollte schließlich mit ausreichend Platz an uns vorbei. Leider drängte die Zeit irgendwann und so machten wir uns auf den Rückweg. Auf der Höhe der beiden Okevi Wasserlöcher wurden wir jedoch ausgebremst. Ein großer Elefantenbulle spazierte gemütlich auf der Pad und kam geradewegs auf uns zu. Er dachte nicht im Traum daran, uns vorbei zu lassen; schlackerte immer mal wieder mit den Ohren und machte uns klar, dass er hier Vorfahrt hat. Mhmm…was tun? Direkt an ihm vorbeifahren wäre höchstwahrscheinlich lebensgefährlich, also doch lieber den Rückwärtsgang eingelegt und gehofft, dass er alsbald ins Gebüsch abdrehen würde. Dem war leider nicht so. Mit den Insassen eines weiteren Fahrzeugs beratschlagten wir uns und riefen sicherheitshalber schon mal in Namutoni an, um nicht außerhalb des Camps übernachten zu müssen. Nach einer gefühlt ewigen Rückwärtsfahrerei tat sich endlich eine kleine Straßeneinmündung auf, in die wir einfuhren und so dem Elefantenbullen Platz machen konnten. Nun aber schnell! Kurz vor Namutoni blockierte noch eine Giraffe den Weg. Sie war aber weitaus kooperativer und sprintete schnell zu ihren Artgenossen, sodass wir schlussendlich 10 Minuten nach der eigentlichen Deadline durchs Tor zum Camp fuhren und den Abend gemütlich ausklingen lassen konnten.