in den letzten Jahren waren wir wieder fleißige (allerdings meist anonyme) Mitleser bei euch im Forum. Da wir uns 2019 einen eigenen Camper angeschafft hatten, war Namibia als Reiseziel erstmal gar nicht wieder geplant. Wir wussten zwar, wir wollten irgendwann auf jeden Fall wieder nach Namibia, aber ein paar Jahre lang wollten wir eigentlich mit unserem Camper einige deutsche und europäische Reiseziele anfahren. Und dann kam Corona 😐
Ihr werdet das vielleicht komisch finden, aber tatsächlich sind wir dadurch, dass wir hier in Deutschland nichts mit unserem Camper machen durften, wieder auf das Reiseland Namibia gekommen. Und das ganz ad hoc im März 2021. Im Prinzip kam uns die Idee mit Namibia, dann wurde das Ganze durchdacht und nach der Entscheidung schnell die Flüge, der Bushcamper und noch ein paar Campsites gebucht.
Unterwegs waren wir wieder in einem Bushcamper Ford Ranger 2.2 Automatik, Double Cab, gemietet bei Avis Safari Rentals. Unsere Reiseroute war zwar eigentlich geplant und sollte uns erst in den Süden und dann in den Nordwesten bis Palmwag führen, aber wie sagt man so schön: Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
Insgesamt hatten wir ein Sammelsurium an tollen Erlebnissen, Abenteuern und ab und zu auch einigen Widrigkeiten. Zwischendurch Einsamkeit, Stille, wunderbare Landschaften und das wahnsinnige afrikanische Licht. Und dann wieder Moskitonächte, Bug-Invasion, Schlange in der Dusche und Autotausch. Doch lest am besten einfach selbst... 🙂
März 2021: Unser Plan nach den Osterfeiertagen mit unserem Camper in Deutschland unterwegs zu sein, löste sich so langsam in Luft auf und wir waren resigniert! Wir hatten beide das Gefühl komplett ausgebrannt zu sein und wir brauchten dringend eine Abwechslung, aber was tun?
Auf einmal kam Tom mit dem Vorschlag - wie wär's denn mit Namibia?
Was zunächst einmal komplett verrückt klang, eine so weite Reise zu diesen Zeiten zu wagen, erschien bei näherer Betrachtung aber als vernünftige Idee! Wir würden wieder mit einem Bushcamper reisen und insofern sehr wenig soziale Kontakte haben. Wir müssten einkaufen, aber da tragen alle Masken, also ist das nicht anders als in Deutschland. Selbst wenn wir uns mal in Lodges einquartieren, sollte es kein Problem geben, denn durch die Temperaturen findet fast alles draußen statt bzw. wenn in Räumen, dann ist in der Regel alles sehr offen und durchlüftet, davon abgesehen war die Inzidenz seit langem sehr niedrig und nach dem was wir im Namibia-Forum lasen, waren extrem wenige Touristen da. Für den Hin- und Rückflug mussten sowieso alle getestet sein - das war in unserem Sinne und danach planten wir, in die Quarantäne zu gehen.
Der Gedanke verfestigte sich und wurde zum festen Willen, das jetzt umzusetzen. Gesagt, getan! Da wir bereits 2017 Namibia in Eigenplanung gebucht hatten, wussten wir genau, was zu tun war. Zum Glück, denn viel Zeit blieb uns nicht. Kurzerhand war klar, dass wir 3 Wochen unterwegs sein wollten und die Flüge wurden über Eurowings gebucht. Der Bushcamper wurde wieder über Explorer angefragt, denn wir wollten das gleiche Fahrzeug wie damals, mit dem waren wir ja sehr zufrieden gewesen und Heike nahm Kontakt zu den Campsites auf, die sie uns rausgesucht hatte.
28.3. - Auf geht's!
Der Tag der Abreise selbst war geprägt von sehr vielen To Dos. Schon im vorhinein musste auch wegen Corona sehr viel geplant und beachtet werden. Unsere negativen PCR-Tests hatten wir am Vortag bekommen, nachdem wir um 4:30 aufgestanden waren, um frühmorgens bei Centogene in Frankfurt den PCR Test machen zu lassen, aber heute musste gepackt, für die Quarantäne eingekauft, alle Unterlagen herausgesucht und ausgedruckt werden und das waren diesmal viele:
2x negative Coronatestergebnisse
Voucher für den Bushcamper (den wir erst am Vortag erhalten halten)
8x Buchungsbestätigung jeder Campsite
2x Gesundheitsformular für die Einreise in Namibia
Buchungsbestätigungen der Covid-Tests in Windhoek bei Pathcare (für die spätere Einreise in Deutschland)
Kopien der Reisepässe für den Covid-Test bei Pathcare (sehr wichtig, weil die da keinen Kopierer haben!")
Internationaler Führerschein (musste noch schnell beschafft werden weil abgelaufen)
4 Formulare, die wir zum Testen in Namibia ausgefüllt mitbringen mussten
Dokument mit QR-Code für gebuchten Parkplatz in Ffm (wir durften uns ja wegen der Quarantäne von niemandem abholen lassen)
Flugunterlagen
Checklisten für den Bushcamper
So verging der Tag ziemlich wie im Flug. Irgendwann las Heike in der Flugbestätigung von Lufthansa via Mail, dass wir zwingend einen Online Checkin machen müssten, was wir versuchten, aber nur einen Hinweis erhielten, dass wir einen Special Service gebucht hätten und deshalb zum Schalter müssten.
Da der Flug über Eurowings gebucht war, versuchten wir dann auch hier den Online Checkin - erfolglos.
Da der Flug mit Brussels Airlines durchgeführt werden sollte, unternahmen wir hier einen letzten Versuch - die fanden unsere Buchung gar nicht erst 🤨
Ähm...ja.
Dann ging die Telefoniererei los. Lufthansa von denen wir die Mail bekommen hatten, wollte mit unserem Flug gar nichts zu tun haben und das witzigerweise, obwohl Tom über die Website der Lufthansa eine Sitzplatzreservierung durchgeführt hatte, also ging doch irgendwas!?
Eurowings verwies auf Brussels Airlines und die wiederum sagten uns, wir müssten am Flughafen zum Schalter von Eurowings.
Schließlich bekamen wir folgende Erklärung zusammen:
Eurowings hatte eine Maschine von Brussels Airlines gemietet, führte den Flug aber mit eigenem Personal durch und Brussels Airlines gehört zur Lufthansa Group. Letztlich klappte es dann zwar physisch, dass da ein Flugzeug stand, dass tatsächlich fliegen konnte und es war auch jemand da, um es zu fliegen, aber in den Computersystemen der drei Fluggesellschaften war dieser Flug der reinste Zombie!
Wir mussten also am Flughafen zum Schalter und dort alles klären. Ok, das schaffen wir!
Am Flughafen stellten wir unter der für unseren Flug angegebenen Schalternummer fest, dass es keinen Eurowings-Schalter gab. Und nun?
Da waren überall Lufthansa-Schalter, vielleicht dort mal fragen? Haben wir gemacht und ein sehr netter und gutgelaunter Herr sagte uns dann, dass wir hier für unseren Flug genau richtig waren.
Puh! Geschafft! 😎
Der ebenfalls sehr nette Herr am Lufthansa-Schalter erklärte uns dann, dass er nur sehen könne, dass wir gebucht haben und er könne uns die Boarding Pässe ausstellen, aber mehr könne er nicht sehen, weil das sein System nicht zulasse und falls wir ein Problem mit diesen Flügen hätten, könnte er gar nichts für uns tun, denn das könne nur Eurowings via Telefon. Unsere Sitzplatzreservierung war übrigens auch bedeutungslos, wie er uns mitteilte, auch wenn das Lufthansa-System uns diese durchführen lies.
Naja, Hauptsache wir kommen überhaupt weg!
Jetzt mussten wir noch durch die Sicherheitsschleusen, und dann warteten wir aufs Boarding.
Man dürfte uns angesehen haben, dass wir ein bisschen Stress hinter uns hatten 🙂
Mit Befremden bemerkten wir in der Wartehalle schon, dass einige Mitreisende den Mund-Nase-Schutz zum Teil gar nicht oder auch wenig sinnvoll unterhalb der Nase positioniert hatten. Na hoffentlich würden die das im Flugzeug nicht genauso machen, dachten wir uns. Auch wenn alle vor kurzem negativ getestet worden waren, war das Vertrauen in diejenigen, die so lax mit ihrer Maske umgingen, nicht gerade besonders groß.
Leider bestätigte sich im Flieger das Gefühl, dass es einige nicht so besonders genau nehmen, denn hier erblickten wir auch wieder häufiger Leute, die ihre Maske einfach nicht mehr aufsetzten oder das Ding erst irgendwo am Mund anfing.
Sehr schade fanden wir, dass das Personal bei Eurowings nicht auf diese Personen zugegangen ist und um Einhaltung der Maskenpflicht bat. So mussten wir mehrfach unsere Mitreisenden ermahnen und es führte auch nicht immer zu nachhaltigem Erfolg.
So war auch der Flug eher wenig entspannend und wir waren heilfroh, als es endlich zum Landeanflug nach Windhoek ging!
Nach dem Ausstieg sollten wir unsere Einreiseformulare, das ausgefüllte Gesundheitsformular und die negativen Testergebnisse bereit halten und es dauerte ziemlich lange, bis wir erst durch die Einreise und dann in der nächsten Schlange die Gesundheitsunterlagen vorzeigen konnten.
Danach ging es zu Avis, denn Avis Safari Rental wollte uns am Flughafen abholen und uns zu unserem Bushcamper bringen. Leider dauerte es eine halbe Ewigkeit bis jemand kam, aber wir vertrieben uns die Zeit, dem Treiben am Flughafen zuzusehen.
Jan, der Manager der Niederlassung in Windhoek, kam uns dann irgendwann abholen und wir sprachen mit ihm während der Fahrt über die aktuelle Situation in Zeiten von Corona. Von 120 Autos war nur noch ungefähr ein Drittel da, der Rest verkauft. Krass 🙄
Während wir im Auto nach Windhoek fuhren, genossen wir den Anblick des grünen Umlands, denn die Regenzeit war hier hervorragend gewesen. Die ersten Baboons ließen sich blicken und die schöne Landschaft tat der Seele gut. Nach der bereits von 2017 bekannten detaillierten Einweisung, übernahmen wir den Bushcamper, wobei wir dann beim Papierkram noch ein kleines Problemchen hatten. Wir hatten den Camper über Explorer gebucht und eigentlich die große Versicherung mit dazu genommen, die auch Steinschlag in der Windschutzscheibe und zwei Ersatzreifen abdeckte, aber Avis Safari Rentals hatte bei uns nur die normale Versicherung gebucht. Jan versprach, dieses Thema mit Explorer zu klären und so übernahmen wir das Auto.
Ab ging es zur River Crossing Lodge, denn wir wollten uns heute noch nicht um das Einkaufen kümmern sondern erstmal ganz entspannt ankommen. In der Lodge wurden wir sehr freundlich begrüßt und bekamen bereits unseren Bungalow, obwohl es erst 12 Uhr und somit recht früh war. Nach einer wohltuenden Dusche gab es einen leckeren Snack und ein Windhoek Draught und hier mit Blick auf die umliegenden Berge fühlten wir uns zum ersten Mal wirklich angekommen - wir waren wirklich und wahrhaftig wieder in Namibia - unglaublich!
Wir legten uns ein Ründchen hin, Heike schrieb am Reisebericht und dann war es schon beinahe Zeit zum Abendessen. Wir wählten gebackene Aubergine als Hauptgericht und tranken beide einen leckeren Wein, während wir freien Blick auf die umliegenden Berge hatten. So verging die Zeit wie im Flug, das Essen kam und war sehr lecker und abends gingen wir recht früh zu Bett, da wir doch ganz schön geschlaucht von der Anreise und den letzten Tagen waren.
LG Heike
Teil 304. Mai 2021
29.3. - Ein relaxter Morgen
Morgens war es angenehm - noch leicht kühl und wir gingen zum Frühstück auf die Terrasse.
Dort entdeckten wir einige village weaver inklusive deren Nester und holten nach und nach noch unsere Kameras und erste schöne Fotos entstanden. Das Frühstück war lecker - doch die Vögelchen hatten es uns erst recht angetan und wir machten dort ausgiebig Bilder, bis das Licht zu grell und die Kontraste zu hart wurden.
Offenbar hatten die Webervögel gerade Junge, denn es piepste nur so, wenn ein Elterntier im Nest verschwand. Zwischendurch schauten sich einige andere Vögel immer wieder die Nester an und wurden von den Webervögeln konsequent vertrieben. Wollten sie das Nest einnehmen? So richtig schlau wurden wir nicht aus dem Verhalten und auch unsere Vogel-App und das mitgenommene Buch wussten nichts darüber zu berichten.
Nach ausgedehntem Frühstück und Vogelbeobachtung zahlten wir und buchten ein Zimmer für die letzte Nacht vor dem Rückflug, denn hier gefiel es uns. Dann verabschiedeten wir uns und fuhren zur Grove Mall einkaufen.
Tom fuhr den Bushcamper als wären wir nie weg gewesen und auch das Linksfahren klappte von Anfang an. In der Grove Mall baten wir jemanden von der Security, ein Auge auf den Bushcamper zu haben und gingen dort in den Spar, um den ersten Großeinkauf zu machen. Der Einkaufswagen wurde immer voller und irgendwann holten wir noch einen, da wir auch noch Feuerholz und Wasserkanister holen wollten. Mit Wein, Bier und natürlich allem Essbaren und anderen Sachen, die man halt beim Camping noch braucht, kam dann doch einiges zusammen.
Es ließ sich alles problemlos verstauen, der Security-Mitarbeiter bekam ein Trinkgeld und es ging auf nach Bagatelle. Da wir erst gegen Mittag losgedüst waren, kamen wir gegen 17 Uhr dort an, bezogen Campsite 4 und waren froh, dass beinahe alle Campsites besetzt waren. Wegen Corona hatten wir befürchtet, die einzigen zu sein und das wäre uns ziemlich merkwürdig vorgekommen und wir hätten es sehr traurig für die Betreiber gefunden.
Schon während der Fahrt hatten wir ein großes Regengebiet im Blick, das immer näher auf uns zukam. Bei Bagatelle angekommen, wurde es sehr dunkel im Hintergrund während im Vordergrund das helle Gras leuchtete - eine Wahnsinns-Lichtstimmung!
Da wir nicht wussten, ob der Regen an uns vorbeiziehen würde und der Fußweg zum Dinner ein gutes Stück Strecke war, fuhren wir mit dem Camper zur Lodge, genossen einen hervorragenden Rosésekt auf unser 5jähriges und nahmen dann ein sehr schönes Abendessen ein. Auch hier waren alle Tische besetzt und wir waren froh, dass es der Lodge offenbar nicht extrem an Touristen mangelte.
An dieser Stelle sei kurz erwähnt, dass in Namibia aufgrund der Temperaturen nahezu alles draußen stattfindet oder in Räumen, die quasi offen sind und so sehr sehr gut durchlüftet. Das Dinner bei Bagatelle fand draußen statt und zwischen den Tischen war zudem ein ordentlicher Abstand!
Zwischendurch bekamen wir noch den Jack Russel Welpen des Hauses in die Hände gedrückt und knuddelten das süße Kerlchen und ließen uns ein wenig spielerisch anknabbern. So ein süßes Teil - könnte man direkt mitnehmen.
Eine Sache unterschied sich eklatant von unserem letzten Besuch - die Mücken! 2017 waren wir komplett verschont geblieben aber so eine gute Regenzeit hat eben ihre Pros und Cons und während wir tranken und aßen eröffneten wir den Mücken ein all inclusive Buffet vom Allerfeinsten. Naja, da mussten wir jetzt durch 🙂
Wir genossen das Dinner und das Draußensein sehr und fuhren danach zu unserer Campsite, bauten den Bushcamper auf und fielen todmüde und zufrieden ins Bett.
Teil 407. Mai 2021
30.3. - Mesosaurus Fossil Camp, endlich wieder bei "unseren Quitschies"!
Nachts regnete es ein bisschen, aber von der großen Regenfront blieben wir verschont und morgens standen wir auf, machten alles fertig und fuhren zur Lodge zum Frühstücken. Dort genossen wir Waffeln und Rühreier, während wir Emails schrieben, denn wir mussten mit Explorer nochmal klären, wie das jetzt mit der Versicherung des Bushcampers lief. Außerdem schickten wir ein paar Bilder nach Hause und gaben ein Lebenszeichen.
Nach dem Frühstücken checkten wir aus und weiter ging es nach Mariental, weil wir noch Wasser kaufen mussten und dann peilten wir unser nächstes Ziel an, das Mesosaurus Fossil Camp. Hier waren wir ebenfalls 2017 schon gewesen und hatten tolle Bilder von den Köcherbäumen mit nach Hause gebracht, außerdem wollten wir sehr gerne wieder eine lustige Zeit mit den Webervögeln verbringen - "unseren Quitschies" 🙂
Erst ging es auf der geteerten B1 weiter nach Süden und dann auf die erste C und weiter zum Camp. Da keiner dort im Office war, klingelten wir am Haus gegenüber, aber Hendrik, den wir dort trafen, meinte nur, wir sollen einfach reinfahren und uns eine Campsite suchen. Wie beim letzten Mal entschieden wir uns für die Campsite 3 mit einem der großen Webervögelnester, denn wir lieben es, den kleinen Quirls zuzugucken.
Und da ging es wieder rund, rein und raus, mit Halm ohne Halm, innen Gekreische, wenn die Jungen auf Futter hofften und es war ein ständiges Gewusel und Geflatter - einfach toll! Kino in Namibia!
Wir zogen uns die Wanderschuhe an und gingen auf Locationsuche für den Sonnenuntergang. Es war zwar schon heiß, aber mit dem fetzigen Wind ließ es sich halbwegs aushalten. So schauten wir uns in Ruhe die Umgebung an und prüften, welcher Standort sich am besten für abends eignen würde. Einmal passte Heike zu wenig auf und landete auf einem großen Stein, der wegrollte, so dass sie sich die Knie und das Schienbein beim Hinfallen lädierte - zum Glück nur leicht und auch die frozen shoulder, die sie leider seit einigen Monaten hatte, hatte nichts abbekommen. Schlussendlich hatten wir einen schönen Platz gefunden und so kehrten wir zum Camper zurück. Die anderen Campsites waren mittlerweile auch besetzt worden.
Während wir auf die goldene Stunde warteten, versuchten wir uns noch an ein paar Gegenlichtaufnahmen, um die fliegenden Wusel scharf zu bekommen, was zum Teil gelang.
Dann machten wir uns auf, um die Köcherbäume zu fotografieren. Es war nicht ganz optimal, denn die Sonne verschwand hinter Wolken, aber letztendlich gelangen uns ein paar schöne Fotos und schon beinahe im Dunkeln kehrten wir zurück zu unserer Campsite.
Irgendwie war es uns zu stressig, jetzt noch zu duschen und dann noch schnell Feuer zu machen, so dass wir uns für ein leichtes Abendessen in Form von Käsebrot entschieden. Ein paar Nüsschen danach und ein Weinchen rundeten das Dinner ab und wir gingen wieder relativ früh und wieder halb aufgefressen von den Mücken ins Bett.
Teil 509. Mai 2021
31.3. - Ein fauler Tag
Heike schaute aus dem Seitenfenster und sah, dass wir wenig verpassten, denn der Sonnenaufgang fand komplett hinter Wolken statt und es dauerte ein Weilchen, bis sich die Sonne überhaupt blicken ließ. Zudem kamen noch mehr Wolken an, so dass wir uns noch etwas Wärmeres überzogen, nachdem wir aufgestanden waren. Heute hieß es faul sein und den Tag genießen, denn wir hatten uns ganz fest vorgenommen, auch für Erholung und Ruhe zu sorgen und uns nicht selbst Stress zu verursachen, indem wir jeden Tag versuchten jede Fotogelegenheit mitzunehmen, also wurde in aller Ruhe am Webervogelnest gefrühstückt.
Nach einer schönen Wanderung durchs Gelände, ging es mittags wieder zurück zur Campsite, wo wir eine Runde Wäsche wuschen, duschten und faul rumhingen während wir die Webervögel bei ihrem Treiben beobachteten.
Auf einmal sahen wir eine Fuchsmanguste auf uns zukommen. Wir bewegten uns nicht und waren ganz still. Sie kam zu unserem Baum, lief hier ein bisschen herum und verschwand dann wieder. Da Heike hoffte, dass die Manguste noch zum nächsten Baum mit Webervogelnest laufen würde, packte sie die Kamera und ging hinterher. Und tatsächlich - da war sie, suchte und schwupps, so schnell konnte Heike gar nicht gucken, hatte sie etwas im Maul. Heike machte ein paar Bilder aus viel zu großer Entfernung, aber immerhin konnten wir nun sehen was sie erbeutet hatte, es war ein Webervögelchen. Das tat uns natürlich leid, aber auch eine Fuchsmanguste muss überleben und nachdem sie Heike gesehen hatte, verschwand sie mit ihrer Beute im Gebüsch.
Durch die Regenzeit gab es ein paar schöne Blüten und jede Menge Insekten, so dass auch hiervon ein paar nette Bilder entstanden.
Der Nachmittag verging und gegen 18 Uhr entfachten wir das Feuer. Was während der letzten Reise ein ziemliches Debakel war, lief diesmal wie geschmiert. Tom hatte die richtige Technik und zur Hilfe ein ganzes Päckchen Anzünder und so brannte das Feuer schnell und ordentlich! Durch einen stetigen Wind ging es ruckzuck mit der Glut und wir konnten uns unser Essen schmecken lassen. Mit einem Weinchen in den Sternhimmel schauend, ließen wir den Abend hinter uns.
1.4. - Wunderschöner Ausblick bei Namtib
Nachts regnete es häufiger und morgens rechneten wir nicht mit einem schönen Sonnenaufgang, so dass wir länger schliefen. Dann frühstückten wir, bauten den Camper ab und fuhren zum Zahlen nach vorne zum Office. Dort trafen wir niemanden an und so ging Tom wieder über die Straße zum Haus gegenüber. Nach dem Zahlen fuhren wir nach Keetmanshoop zum Shoprite und zum Bottlestore einkaufen, besorgten am ATM Geld und tankten unseren Camper voll, bevor es weiter ging.
Wir fuhren durch schöne Landschaften bei um die 30 Grad Richtung Aus und dort holten wir im Supermarket noch ein paar Sachen die wir vorher vergessen oder nicht bekommen hatten, bevor es weiter ging Richtung Helmeringhausen und dann nach Namtib.
Dort wurden wir sehr freundlich begrüßt, plauschten ein bisschen über die Regenzeit, die in Namtib leider gar nicht gut war und natürlich über Corona und die negativen Auswirkungen, bevor wir zur Campsite fuhren, an der wir uns einen Platz aussuchen konnten. Die Campsite lag wunderschön hinter Bergen mit Blick in die Ebene und die umliegenden Berge und es war einfach toll, dort in die Landschaft zu schauen. Duschen und Toiletten waren sehr gut und man sah an jeder Ecke, dass hier Leute mit viel Liebe zum Detail und viel Herzblut bei der Sache waren. Wir konnten nur hoffen, dass die Situation sich in den nächsten Monaten wieder zum Guten verändern und der Tourismus wieder ans Laufen kommen würde.
Nach einer erfrischenden Dusche und einem Ankommensbierchen ging es uns gleich hervorragend. Ein tolles Fleckchen Erde war das hier und wir genossen den Ausblick und die Ruhe.
Zum Sonnenuntergang suchten wir uns ein paar schöne Bäume und fotografierten, bis die Sonne untergegangen war.
Zum Abend hin kam noch ein Pärchen in einem Camper, mit dem wir uns nett unterhielten. Die beiden kamen aus Dresden und er hatte sich hier ein eigenes Fahrzeug gekauft, nachdem ihn das Afrikavirus befallen hatte. Wir kochten uns was Leckeres zu essen und dann ging es bald ins Bettchen.
Teil 613. Mai 2021
2.4. - Ein schöner Tag und eine tolle Lichtstimmung zum Sonnenuntergang
Morgens ging es früh raus zum Sonnenaufgang zu den schönen Bäumen. Wir hatten eine schöne Zeit und frühstückten danach zufrieden, der Ort hier gefiel uns richtig gut! Es wehte ein angenehmer Wind, wodurch die Wärme recht gut erträglich war und unsere Campsite hatte Schatten von dem großen Baum.
Nach dem Frühstück zogen wir die Wanderschuhe an und gingen auf eine schöne Tour an den Bergen entlang. Immer wieder gab es schöne Steine und knorrige Bäume und es wurde nach und nach immer heißer, so dass wir den Trail am Ende etwas abkürzten und ziemlich angestrengt zurück zur Campsite liefen.
8-9 km, die zu Hause gar kein Thema waren, wurden hier in der vollen Hitze und über Geröll mit den dicken Rucksäcken dann doch recht anstrengend.
Im Camp wurde dann erstmal ordentlich Wasser getrunken und wir duschten uns kalt ab. Danach ging es dann so langsam wieder.
Den Rest des Tages verbrachten wir mit Reisebericht schreiben und Tom suchte auf den hinter uns gelegenen Bergen nach einer guten Möglichkeit für den Sonnenuntergang. Allerdings entschlossen wir uns, nachdem er nach oben kletterte und wieder zurückkam, in der Ebene zu bleiben - die Hügel mit dem Gestein waren sehr bröckelig und das Ganze im Dunkeln wieder zurückzuklettern, erschien uns nicht unbedingt ratsam. Schließlich wollten wir auch heil wieder nach Hause und die bereits vorhandenen blauen Flecken und Schrammen vom Camperleben, reichten uns eigentlich aus.
Auf der Campsite trieben sich zudem einige hübsche Vögelchen herum und so verbrachten wir einige Zeit mit den Kameras, bis es so langsam in Richtung Sonnenuntergang ging.
Nach und nach wurden ein paar weitere Campsites besiedelt und wir gingen zum Sonnenuntergang wieder fotografieren. Über den Bergen kamen Regenwolken und die tief stehende Sonne gab ein wunderschönes Licht. Dann blickten wir uns um und entdeckten einen doppelten Regenbogen und mit der wunderschönen Landschaft und den tollen Bäumen, hatten wir tolle Motive. Wir fotografierten die wunderschöne Stimmung bis nach Sonnenuntergang, gingen dann zufrieden zum Camper zurück, machten uns was zu Essen und gingen recht früh zu Bett.
Teil 716. Mai 2021
3.4. - Auf nach Namibrand
Wir standen nicht so früh auf, frühstückten, packten zusammen und fuhren zur Farm, um uns von der Besitzerin zu verabschieden. Sie erzählte uns noch ein paar interessante Dinge über die Farm und wir waren uns einig, dass wir alle hofften, dass Corona bald mal ein bisschen weniger präsent sei und wieder mehr Touristen ins Land kämen. Wir klinkten uns nochmal ins Wlan ein, um unseren Verwandten ein Lebenszeichen zu geben und verabschiedeten uns bald in Richtung Namib Rand Family Hideout.
In Betta besorgten wir noch ein paar Kleinigkeiten und nach ca. 3 Stunden kamen wir bei Namibrand ans Gate, wo wir ein Oryx, das wir in Folge nur noch das "Gaga-Oryx" tauften, da es sich ziemlich merkwürdig verhielt. Es zeigte überhaupt keine Scheu und rieb sich mit Inbrunst den Kopf am Zaun, während es uns immer wieder anstarrte, so dass wir befürchteten, es würde vielleicht mit seinen Hörnern darin stecken bleiben. Das Tier wirkte nicht besonders friedlich und der Antilope fehlte auch schon etwas vom Horn, wer weiß wie das passiert war 🤨
Zum Glück war das Tier auf der anderen Zaunseite, denn es schien mehr als interessiert an uns zu sein. Als wir losfuhren, begann das Oryx wie verrückt am Zaun entlang hinter uns herzurennen, sowas hatten wir vorher noch nicht erlebt! Etwas gaga eben 🤪
Wir fuhren eine teilweise recht miese Rüttelpiste bis zum 2. Gate, bogen nach links ab und fuhren vorbei an der Rezeption zu unserer Campsite Orion.
Dort parkten wir den Camper und als erstes fiel uns auf, dass sehr viele Käfer jeglicher Art und Größe auf dem Sandboden rumwuselten. Es war alles voll - irre! Wenn man über den Sandboden lief, rannten die kleinen schwarzen Käfer wie in Wellen vor einem weg und überall krabbelte es.
Wir gingen zur Sanitärhütte, machten die Tür auf und entdeckten dort drin hunderte von kleinen hellen Käfern, die sich vor dem Sonnenlicht versteckten. In der Toilette fanden sich zudem zwei gut genährte Geckos, kein Wunder bei den zahlreichen Mahlzeiten hier. Auch ein paar sehr wohlgenährt wirkende Eidechsen zeigten sich, während wir unseren Tisch und die Stühle aufstellten.
Schon kam ein Wagen herangerauscht mit zwei Angestellten, die uns aufklärten, welche Wege wir befahren durften und uns fragten, ob wir mit ihnen die 4x4-Tour machen wollten. Wir hatten ursprünglich wegen eines Missverständnisses zu viel Geld bezahlt, so dass wir die Tour entsprechend angerechnet bekämen. Allerdings waren wir uns unschlüssig, da wir diese schließlich auch mit dem eigenen Fahrzeug fahren könnten. Wir vereinbarten, dass sie am nächsten Tag noch einmal vorbei kommen sollten und wir dann besprechen, was wir machen.
Tom bereitete nun schon einmal das Feuerholz vor, indem er mit seinem Messer einige größere Klötzer spaltete, dann würde nachher alles ganz flott gehen und wir hatten schon eine Ahnung, dass wir das Feuerchen heute Abend wirklich brauchen würden.
Dann ging es los zum Fotografieren. Um uns herum gab es immer wieder Regengebiete und die Lichtstimmung sowie die Bäume waren wunderbar. Tom postierte sich auf einer der höheren Düne Richtung Berge, während Heike noch in der Gegend herumlief und die Massen an Insekten bewunderte, die ihr bei jedem Schritt auswichen. Tolle Tiere gab es hier! Als die Sonne sich langsam den Bergen näherte, ging Heike ebenfalls zur Düne, von der man einen sehr schönen Ausblick hatte. Wir genossen den sehr schönen Sonnenuntergang und begleitet vom Bellen der Gekkos liefen wir zur Campsite zurück.
Jetzt dämmerte uns langsam, dass die Massen an Insekten nicht immer super waren, denn die Luft war voll mit Käfern und Schrecken. Und als wir unser Duschhäuschen anschauten, bestaunten wir dort die Masse an kleinen Käfern, die sich nun alle zur Dämmerung aus den Ritzen gewagt hatten. Solche Massen hatten wir noch selten gesehen. Überall kleine Käfer, am Auto, auf dem Tisch, an uns, einfach überall. Man konnte kaum den Mund öffnen, weil man befürchten musste, unfreiwillig einige der kleinen Tierchen zu verspeisen. Die bug invasion hatte begonnen!
Heike schlug vor, erstmal das Feuer anzufachen, denn bekannterweise haben die meisten Tiere Angst vor Feuer. Gesagt, getan, durch die Vorbereitung ging das schön flott und es half zumindest etwas gegen die Insektenmassen. Zudem machten wir das entfernte Licht an der Spüle an, um die Tiere ein wenig dorthin zu locken. Weißes Licht brauchten wir am Tisch oder am Camper gar nicht erst anzumachen, aber zum Glück hatten wir auch überall rotes Licht zur Verfügung, auch an unseren Stirnlampen und das war jetzt wirklich seeehr hilfreich! Mit Rotlicht und dem Feuer, konnten wir dann auch was essen, wobei man nach jedem Biss sofort irgendetwas auf die Salatschüssel packen musste, damit man keine bissfeste, ungeplante, Einlage erhielt - ürgs! Zum Glück ließ die Invasion mit der Zeit wenigstens etwas nach, aber nach dem Essen und einem Weinchen gingen wir dann doch recht früh zu Bett.
Teil 821. Mai 2021
4.4. - Uns! Ist! Zu! Heiß!
Ostermontag. Es war schon sehr heiß, als wir kurz nach Sonnenaufgang aufstanden, Geschirr spülten, Wäsche wuschen und frühstückten. Und die Fliegen plagten uns, denn diese suchten egal wo nach Feuchtigkeit, in unseren Gesichtern, krochen in jedes Loch, Nase, Ohren und tranken an den Augen, wenn sie daran kamen, Wir fühlten uns wie zwei Kühe auf der Weide, nur leider ohne Schwanz zum Wedeln, dafür mit ständig wackelnden Armen, wir mussten lustig ausgesehen haben.
Nur die kleinen Käfer waren wieder artig in jeder Ritze unseres Duschhäuschens verschwunden, über die würden wir uns dann am Abend wieder freuen 🤩 Das Frühstück war durch die Hitze und die Menge an großen und kleinen Fliegen recht anstrengend und wir fragten uns schon, was wir den heutigen Tag hier eigentlich machen sollten. Ohne das kleinste bisschen Wind und kaum Schatten würde es hier für uns unerträglich heiß werden und die 4x4 Tour wäre zwar nett, würde aber auch nur 2 Stunden in Anspruch nehmen. Rumlaufen verbot sich bei der Knallsonne irgendwie von selbst und so entschlossen wir uns, heute schon einmal nach Sesriem zu fahren, im Shop unsere Wasservorräte aufzufüllen und bei der Sossus Dune Lodge nach einer Unterkunft für die nächsten Nächte zu fragen, denn auch dort rechneten wir mit ordentlicher Hitze.
Während wir überlegten, kamen die zwei Angestellten vom Vortag erneut vorbei und fragten nach unserer Entscheidung für oder gegen die Tour. Wir verneinten, sagten ihnen aber, dass sie das überzahlte Geld bitte behalten sollten, weil wir auch gerade wegen der Coronasituation etwas helfen wollten. Wir konnten aber noch etwas Feuerholz brauchen und fragten sie, ob sie welches hätten und so fuhren die beiden weg und brachten uns bald darauf einen Riesenpack Feuerholz an.
Wow, das war klasse, damit würden wir für einige Zeit kein Holz mehr brauchen!
Wir machten den Camper fertig und fuhren Richtung Sesriem. Kurz vor dem Gate kam das "Gaga-Oryx" wieder an und sprintete erneut im Vollgalopp am Zaun entlang hinter unserem Camper her. Es sah auch jetzt wieder wenig friedlich aus und hätte vielleicht gerne mal in unseren Camper gebissen 🤪
Die Straße nach Sesriem war eine ziemlich miese Piste, die Toms Aufmerksamkeit verlangte. Wir überlegten, ob die Strecke 2017 auch so schlecht gewesen war und konnten uns nicht daran erinnern, aber es wurde auch relativ bald klar, dass immer wieder dort, wo zur Regenzeit Wasser über die Piste gelaufen war, alles feine Material weggespült worden war und eben nur noch größere Steine übrigblieben und so musste man immer wieder darauf gefasst sein, plötzlich zu bremsen und langsam zwischen spitzen Steinen hindurch zu manövrieren.
Nach einer Weile fragten wir uns, ob das wirklich so eine gute Idee gewesen war, nach Sesriem zu fahren, wenn wir die Straße jetzt 3x fahren mussten. Aber egal - dafür waren wir schon zu weit gefahren, da mussten wir jetzt durch. Über große und kleine Steine, große und kleine Senken ging es und wir genossen die schöne Landschaft um uns herum - und die Klimaanlage, bei mittlerweile 41° !
Am Gate bei Sesriem angekommen, wollten wir dem Mitarbeiter, der das Gate bewachte, klar machen, dass wir nur kurz zur Sossus Dune Lodge fahren wollten, dort nach einem Zimmer für die nächsten Nächte fragen wollten und dann im Shop was einkaufen wollten.
"Impossible" betonte er unaufhörlich. Es könnte ja sein, dass wir ohne zu bezahlen den Sesriem Canyon anschauen würden. Als Kompromiss sollten wir bei der Campsite fragen, ob wir dorthin fahren dürften. Also ab dorthin, kurz in die Gluthitze - auch hier wehte kein bisschen Wind - und zur nächsten offiziell aussehenden Person.
Auch hier war es offenbar nicht angesagt, dass wir einfach zur Lodge fahren durften, aber die Angestellte rief dort an und machte eine Reservierung für die nächsten Tage für uns aus. Irgendwie klappt dann meistens ja doch alles, wenn auch manchmal anders als gedacht 😉
Im Restaurant genehmigten wir uns eine Kleinigkeit zu Essen, faulenzten ein paar Stunden und sortierten die Bilder auf unseren Kameras, bevor wir noch Wasser kauften und jetzt doch mal Druck aus den Reifen abließen, wegen der rütteligen Straße. Dann ging es wieder auf zurück nach Namibrand.
Schnell merkten wir, dass die Rüttelpiste schon viel erträglicher war als bei der Hinfahrt, das Luft ablassen war also eine gute Idee gewesen. Schon auf der Rückfahrt sahen wir immer wieder schwere dunkle Regenwolken um uns herum und es wurde immer düsterer. Würden wir heute überhaupt ein Feuerchen machen können? An der Campsite bauten wir daher erstmal nichts auf. Wenigstens waren durch die umherziehenden Gewitterwolken nur wenige Fliegen da und bald machten wir uns zum Fotografieren auf.
Während Tom diesmal die größte der vorderen Dünen anvisierte, ging Heike einen anderen Weg zu den schönen Bäumen über niedrigere Dünen. Es war düster und überall um uns herum tanzten die Blitze in der Entfernung und dumpfes Gewittergrollen umgab uns. Auf einmal brach für fünf Minuten die Sonne durch und es gab eine wahnsinnige Lichtstimmung, von der wir gar nicht genug haben konnten.
Tom erlebte einen besonders lustigen Moment, denn sein Standort auf der großen Düne lag oberhalb einer weiteren Campsite und offenbar hatte das junge Pärchen dort nicht mit einem tollen Sonnenuntergang gerechnet. Als jedoch die Sonne durchbrach, hörte Tom ein hohes Quieken und sah eine junge Frau hektisch mit Kamera und Stativ die Düne hochrennen. Bald folge ein junger Mann und so standen sie bald zu dritt auf der Düne.
Wie wild fotografierten wir, bis die Sonne unterging und die ersten Blitze direkt über unseren Köpfen durch die Wolken schossen.
Jetzt wurde es uns zu riskant, denn das Gewitter kam schnell näher und die Blitze waren über uns und um uns herum und schließlich standen wir beide auf den höchsten Dünen! Wir packten beide unser Zeug und es ging schnellen Schrittes von unseren jeweiligen Standorten aus Richtung Campsite. Schon kamen die ersten Regentropfen, rechts Blitze, links Blitze, jetzt aber nichts wie ab zum Camper, wo wir sicher wären.
Kaum dort angekommen wurde das Fotozeug verstaut, und schon fing es an so richtig zu regnen und das Gewitter zog über uns hinweg. Einmal wurden noch schnell zwei Bierchen geholt, mit denen wir im Auto auf einen gelungenen Sonnenuntergang anstießen und auf das Ende des Gewitters warteten.
Wir waren happy. Es war eine geniale Stimmung gewesen und wir hatten es bis zur letzte Sekunde genossen!
Nachdem das Gewitter weg war und sich der Regen langsam verzogen hatte, konnten wir auch noch ein Feuerchen machen und ein schönes Abendessen genießen und das fast ohne bugs! Zudem war es ein gutes Stück abgekühlt und so ließen wir gemütlich den Tag ausklingen.
Teil 926. Mai 2021
5.4. - Auf nach Sesriem oder "Die Nacht der Moskitos!"
Nachts regnete es mehrfach und morgens war es angenehm kühl bei ca. 23 Grad. Die Fliegen und Käfer waren wegen des Regens noch nicht aufgestanden und wir genossen das Frühstück ohne Getier. Wir warteten, bis die Sonne rauskam, damit noch Stühle, Tischdecke und das Dachzelt trocknen konnten, dann wurde eingepackt und wir verabschiedeten uns von den netten Angestellten vom Hideout.
Die Fahrt nach Sesriem war jetzt nichts Neues mehr für uns, wir nahmen uns aber Zeit, um noch das ein oder andere Foto von den Zebras und Oryx zu machen.
Im Camp zahlten wir unser Permit und fuhren zur Sossus Dune Lodge, die ebenfalls vom NWR betrieben wurde. Die Angestellte vom Empfang erzählte uns, dass sie uns auf die honeymoon Suite upgegradet habe, welche der letzte Bungalow in der Reihe war, na das klingt ja cool.
Da diese noch nicht bezugsfertig war, besorgten wir uns einen leckeren Salat im Restaurant, dann konnten wir unsere Suite beziehen. Wirklich riesig das Ding mit einer großen Sitzecke, einem Himmelbett, Dusche, WC und das Tollste, eine riesige Terrasse mit Stühlen und Tisch und eine überdachte Bettschaukel mit vielen Kissen vielleicht zum Draußen schlafen. Sah alles sehr gemütlich aus und wurde auch gleich ausprobiert. Wir verbrachten den Nachmittag auf der Terrasse, gingen dann nach vorne in den Schatten und tranken ein leckeres Savannah.
Den Tag ließen wir so dahinplätschern und erholten uns einfach ein bisschen und bald schon gab es ein ganz nettes Abendessen. Für den Morgen bestellten wir das Frühstückspaket zum Mitnehmen, da wir um 5:30 Uhr in Richtung Sossusvlei fahren wollten.
Wir tranken noch ein Weinchen und wollten es uns dann noch in unserem tollen Zimmer gemütlich machen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass es heftig heiß dort drin war. Draußen war es auch immer noch sehr warm, aber erträglich, aber hier drinnen fing man schon an zu schwitzen, sobald man sich bewegte. Also raus auf die Terrasse mit unserem kleinen Rotlicht. Das jedoch zog sofort kleine Fliegen in Mengen an, also wieder rein auf die Couch. Dort wurden wir dann recht bald von Moskitos belagert, also auch irgendwie nicht prickelnd. Wir gingen ins Bett. Und dann begann sie, die Invasion der Moskitos 😵
Es waren Massen vorhanden. Und alle stürzten sich auf das reichhaltige Buffet bestehend aus uns beiden! Fantastisch! Da es so heiß war, ertrug Heike es noch nicht mal, unter dem Laken zu liegen. So hatten die Moskitos freie Bahn. Am Anfang schlief Heike noch ein paar Stunden, während Tom schon wach lag, ab 2 Uhr war es dann aber komplett vorbei mit dem Schlafen.
6.4. - Das wunderschöne Deadvlei - und Getriebeprobleme
Ständig hatten wir Moskitos am Ohr oder im Gesicht oder auf dem Körper. Irgendwann machte Heike das Licht an, weil sie ja sowieso nicht schlafen konnte. Rundherum hingen sie, auf Toms Laken saßen etliche und versuchten zu saugen. Heike versuchte 3x mal rauszugehen und dort auf dem Bett zu schlafen. Wenigstens war es hier nicht ganz so heiß, auch wenn es immer noch sehr warm war, aber sofort waren auch dort die Moskitos zur Stelle und so hielt sie es nicht lange aus.
Nach dieser Tortur überlegten wir unsere Alternativen, denn wir hatten ja noch eine weitere Nacht gebucht, aber den Bushcamper konnten wir hier nicht nutzen, weil es keinerlei geeigneten Stellplatz gab. Wir waren etwas ratlos.
Völlig unausgeschlafen, schlecht gelaunt und kaputt, holten wir unser Frühstückspaket. Uns begegnete eine gut gelaunte Angestellte, die uns fragte, wie unsere Nacht gewesen war, woraufhin wir ihr von den Moskitos erzählten. Sie versprach uns, sich darum zu kümmern, damit die nächste Nacht besser würde. Dass wir momentan gar nicht vor hätten, noch eine Nacht in dem Zimmer zu verbringen, sagten wir ihr nicht, vielleicht konnte sie ja ein Wunder vollbringen.
So nun ab ins Sossusvlei. Auf der Fahrt dorthin bemerkte Tom, dass sich der Tempomat nicht mehr bedienen ließ. Naja, egal, wir hatten schon seit ein paar Tagen eine Warnmeldung "ESC Service required", die aber nicht kritisch war und ohne Tempomat sollte es auch gehen, auch wenn uns nicht gefiel, dass offenbar immer mehr Fehler bei unserem Auto auftraten.
So fuhren wir auf den 2x4-Parkplatz und ließen Luft für die bevorstehende Tiefsandfahrt ab. Als nächstes dann den Allrad rein, Untersetzungsgetriebe und die hintere Differentialsperre, aber diese war unwillig und funktionierte erst nach mehreren Malen. Hm, nicht so dolle.
Dann ab durch den Sand und teilweise durch eine ziemlich üble Spur mit hohen Wellen, wodurch der Bushcamper nur so auf und ab hüpfte, trotz geringen Tempos. Wir fuhren mit zusammengebissen Zähnen weiter, hofften dass der Camper nicht auseinanderfiel 😉 und kamen schließlich am 4x4-Parkplatz an. Schnell packten wir unser Zeug und auf ging es ins magische Dead Vlei, wo wir fotografierten, bis die Sonne hoch über die Dünen kam und es irgendwann zu grell wurde. Mit uns waren nur einige wenige andere Menschen vor Ort, denn coronabedingt waren auch solch üblicherweise stark frequentierte Orte nicht so sehr überlaufen. Sehr schön!
Zurück am Auto machten wir unser Frühstückspaket auf und ließen es uns schmecken. Als wir dann so langsam zurückfahren wollten und den Motor anließen, kam schon die erste unerfreuliche Warnung: Check brake System 😣
Was war das denn jetzt? Nochmal aus und wieder an. Die Warnung war immer noch da. Das war blöd!
Laut Handbuch musste es sich um ein Problem mit dem Bremsdruck handeln und das war jetzt natürlich nicht besonders lustig. Wir probierten die Bremsen ein paar Mal auf dem Parkplatz aus und sie funktionieren zumindest noch und wir schauten ob wir Bremsflüssigkeit verloren hatten, aber es war nichts zu sehen.
Ok, wir mussten ja wieder raus hier und wir hatten hier auch keinen Handyempfang, also blieb uns nix anderes übrig. Allerdings ließ sich jetzt auch die Differentialsperre nicht wieder einschalten, was für die bevorstehende Tiefsandfahrt nicht optimal war.
Naja, es half alles nix und so fuhren wir die Tiefsandstrecke zum 2x4-Parkplatz eben mit noch etwas mehr Bedacht. Während dieser Fahrt sahen wir, dass die Tachonadel auch keine Geschwindigkeit mehr anzeigte, hach wie schön, immerhin bewegte sich das Auto noch!
Wir fuhren nach Gefühl und nach einiger Zeit erreichten wir mit Erleichterung den Parkplatz. Erste Etappe geschafft. Ab hier ging es ja dann auf Asphalt nach Sesriem, also mussten wir wieder aus dem Allrad mit Untersetzung in den Allrad und dann in den Hinterradantrieb schalten, aber keine Chance, der Allrad mit Untersetzung ließ sich nicht mehr abschalten. Es wurde immer besser!
ESC-Warnung, dann Tempomat weg, Probleme die Differentialsperre einzuschalten, dann Bremsenwarnung, dann überhaupt keine Differentialsperre mehr, keine Geschwindigkeitsanzeige und jetzt ging der Allrad mit Untersetzung nicht mehr raus, nur so konnten wir auf Asphalt nicht fahren!
Tom probierte alles mögliche und immer hörten wir es Klicken und Klacken, wenn wir versuchten den Allrad umzuschalten, aber es passierte nix. Schließlich klappte es irgendwann mit ausgeschaltetem Motor und eingeschalteter Zündung. Puh!
Erleichterung, weil wir es jetzt zumindest hier aus dem Vlei heraus und zur Lodge schaffen würden. Nachdem wir jetzt noch den Reifendruck erhöhten und dann den Motor anließen, war auch die Bremswarnung weg und der Tacho funktionierte wieder.
Wir fuhren zur Lodge zurück, aber mit unserem Vertrauen zu diesem Auto war es vorbei. Wenn uns sowas irgendwo passieren würde, wo sonst kein Mensch mehr war und wir auch keinen Handyempfang mehr hätten, dann wären wir in echten Schwierigkeiten.
Wir erklärten einer Angestellten unser Problem und fragten, ob wir telefonieren könnten und bekamen netterweise ihr Privathandy geliehen, wofür wir natürlich bezahlten und uns über die Hilfsbereitschaft freuten.
Wir besprachen unsere Probleme mit Jan von Avis Safari Rentals, und was wir jetzt weiter tun sollten. Für Jan gab es überhaupt keine Diskussion, denn sie hätten aktuell ähnliche Probleme mit weiteren Ford Rangern in ihrem Fuhrpark und so vereinbarten wir, dass jemand mit einem Austauschfahrzeug zu uns nach Sesriem kommt. Wir bedankten uns herzlich und rechneten für 11 Uhr am nächsten Morgen mit der Ankunft eines Ersatzfahrzeugs.
Wir hatten schon am Vortag überlegt, ob wir unsere Reiseroute umplanen sollten, denn nachdem wir die weiteren Wetteraussichten geprüft hatten, war klar dass wir eine Ostwindlage hatten, wodurch heißer Wind aus der Wüste bis an die Westküste geblasen wird und es selbst in Swakopmund über 40° heiß werden sollte.
Es sollte laut Bericht die ganze Woche so weitergehen und sogar noch heißer werden vor allem Richtung Norden und Nordwesten, wo wir eigentlich in den nächsten Tagen hin wollten.
Also beschlossen wir kurzerhand unsere Route umzuplanen und in Richtung Windhoek, dann an den Waterberg und dann über den Etosha und die Vingerklip Lodge wieder zurück zu fahren. In diesen Gebieten sollte es nur zwischen 25 und etwas über 30 Grad werden - das hörte sich deutlich angenehmer an, vor allem, wenn wir auch ein bisschen aktiv sein wollten und wir freuten uns, den Waterberg und den Etosha wieder zu sehen. Da wir mit dem Auto nicht nochmal fahren wollten, vor allem nicht ins Vlei, machten wir uns einen ruhigen Tag auf der Terrasse, hielten noch ein Schläfchen und aßen wieder den leckeren Salat zu Mittag. Zum Abend baten die Angestellten um unsere Zimmerschlüssel, um dieses Moskitofrei zu machen und wir nahmen ein sehr leckeres Dinner ein.
Danach gingen wir in unser Zimmer, um auszutesten, was die Moskitobrut jetzt machen würde. Wir saßen dort, das Moskitonetz war komplett aufgespannt und kein einziges Tierchen war zu sehen. Als wir auf der Couch saßen, kam auch nur ein einziger vorbei gesurrt - wir waren erstaunt!
Offensichtlich hatten sie hier ganze Arbeit verrichtet. Unsere zwei Sattelschrecken waren immer noch im Bad und waren aktiv, so dass diese offenbar nicht unter der Moskitovernichtung gelitten hatten. Wir mochten diese Tiere wirklich gerne und sie wollten uns ja auch nicht stechen 😉
Es sah alles gut aus für eine ruhige Nacht und wir legten uns entsprechend hin. Es blieb mucksmäuschenstill. Wunderbar 🙂 Zudem war es abends von der Temperatur her etwas erträglicher geworden. Wir schlummerten also selig ins Land der Träume.
Teil 1007. Juni 2021
7.4. - Auf nach Buellsport
Nach einem erholsamen Schlaf wachten wir auf, machten uns fertig und gingen frühstücken. Auf einmal bemerkte Tom, dass Kevin von Avis Safari Rentals bereits mit dem anderen Auto da war. Eigentlich hatten wir uns auf 10 bis 11 Uhr eingerichtet, jetzt war es 8 Uhr. Nach Rücksprache mit ihm gab es ein Missverständnis mit Jan, so dass Kevin viel mehr Fahrzeit einberechnet hatte als benötigt und mit seiner Begleiterin mitten in der Nacht losgefahren war. Wir luden die beiden auf ein Frühstück ein, denn das war das mindeste, was wir für sie tun konnten. So frühstückten wir noch zu Ende und holten dann unseren Kram aus dem Zimmer. An der Rezeption bedankten wir uns noch sehr für das Fertigmachen des Zimmers gestern und gaben natürlich auch ein entsprechendes Trinkgeld. Leider war die Frau, die das angeleiert hatte nicht da - wir hätten uns gerne bei ihr persönlich für die ruhige Nacht bedankt.
Dann ging es zum Umpacken. Bei dem anderen Fahrzeug fielen uns gleich ein paar Änderungen auf - wir hatten viel weniger Platz, um unsere Lebensmittel im Küchenbereich unterzubringen. Die Kühlbox war zwar dieselbe, aber quer eingebaut, ohne Auszug und oben gab es ein Loch in den Innenraum der Schlafkabine. Also war klar, dass wir hier immer aufpassen mussten, dass uns keine Mücken etc. ins Auto reinfliegen und wir somit die Klappe immer wieder zumachen sollten. Außerdem gab es leider keine Arbeitsfläche mehr an der Küche und die Kühlbox konnte ja nun abends auch nicht mehr als Ablagefläche genutzt werden. Hm, ok, kochen würden wir dann wohl anders müssen.
Auch der Innenbereich war anders aufgebaut und die Klappe hinten war noch schwieriger zu schließen als die vom anderen Fahrzeug, vor allem von innen. Wie auch beim alten Auto ging der linke Verschluss der Heckklappe nicht richtig, so dass der rechte alles halten musste. Es war insgesamt alles ein bisschen unkomfortabler als beim Alten. Aber Hauptsache, es fuhr ohne Probleme - wir waren ja dankbar, dass wir überhaupt ein neues Auto und das auch noch so schnell und unkompliziert bekommen hatten. Mit allen anderen Kleinigkeiten würden wir irgendwie zurecht kommen.
Während es wieder heiß wurde, packten wir alles um, fuhren zur Tanke, um beide Tanks zu füllen und dann nochmal zum NWR-Shop, wo wir dann doch noch die nette Frau trafen, die sich um unser Moskitoproblem gekümmert hatte. Mit ihr hielten wir noch einen netten Plausch, kauften Wasser und ab ging es nach Solitaire, wo wir uns noch mit Grillanzünder eindeckten. Jetzt weiter nach Buellsport, wo wir bereits 2017 das erste Mal waren. Wir hatten jetzt die Campsite an der Ruine der alten Polizeistation reserviert, bekamen wieder an der Rezeption eine Kiste mit allem drum und dran ausgehändigt und fuhren mit Begleitung zur Campsite. Diese war wieder herrlich mitten in den Hügeln gelegen. Wir stellten uns unter einen Baum direkt an das Sanitärhäuschen, packten Tisch und Stühle aus und relaxten mit Blick in die Berge. Um uns herum ein paar Vögelchen, jede Menge Sattelschrecken und wir genossen die angenehmeren Temperaturen. Es war zwar immer noch heiß, aber gut erträglich im Schatten. Irgendwann konnten wir eine Gruppe Paviane beobachten, die es sich in den Bäumen gemütlich machten und mit einer beneidenswerten Gewandtheit die steinigen Hügel erklommen. Die Paviane hatten uns bemerkt und hielten einen respektvollen Abstand.
Irgendwann kam Tom, der gerade das Duschhäuschen inspiziert hatte und sagte, Heike, Du musst bitte die Spinne entfernen. So fasziniert Tom von Spinnen auch war wenn es ans Fotografieren ging, wie von allem Getier, so wenig begeistert war er davon, eine größere Spinne in der Dusche sitzen zu haben.
Alles klar, bewaffnet mit einer Box mit Deckel und unserem Hocker ging es für Ritter Heike auf in die Dusche. Leider konnte Heike dank ihrer frozen shoulder ihren linken Arm nicht nach oben bewegen, so dass wir improvisieren mussten. Wir beschlossen, die Spinne mit einem kleinen Schwall Wasser nach draußen zu bugsieren. Dies klappte auch gut, dort fingen wir die Spinne ein und setzten sie ein Stück weiter unversehrt wieder aus in die Sonne zum trocknen wo sie kurz darauf weglief.
Dann schauten wir uns die Dusche wieder an. Und auf einmal tauchte eine blau-gräuliche Schlange oben auf einem der Dachbalken auf. Sie schlängelte sich an diesem entlang und wir gingen schnell nach draußen und sahen noch ihren Schwanz runterhängen. Dann war der auch weg. Sie war in irgendwelchen größeren Ritzen verschwunden.
Hm, irgendwie war es uns jetzt nicht mehr so angenehm, hier zu duschen, da die Schlange ja wieder auftauchen konnte und wir keine Ahnung hatten, um was für eine es sich handelte. Auch war die Dusche ein enger schmaler Raum, an dessen Ende die Dusche war. Würde man hier stehen und die Schlange käme wieder herein, könnte man kaum an dieser vorbei nach draußen, ohne ihr sehr nahe zu kommen, wodurch sie sich womöglich bedroht fühlen würde 😵
Nach einiger Zeit dachten wir, die Schlange wäre verschwunden, dann hörten wir sie plötzlich am Blechdach entlang schlängeln. Ok, die Dusche hier war somit für uns gestorben!
Aber wir hatten ja eine Dusche am Camper, die wir noch nie ausprobiert hatten. Und wir waren alleine. Also ging es unter die Camperdusche, die uns die nötige Erfrischung brachte. Sehr schön! Jetzt machten wir uns einen leckeren Salat, zündeten danach das Lagerfeuer an und holten den Sekt raus, den wir mittags in Solitaire gekauft hatten. Rund um uns nur Natur, Stille, höchstens Vogelgezwitscher oder Paviangebell - es war herrlich und wir genossen den Abend in vollen Zügen und verfeuerten das gesamte Holz, das wir am Hideout bekommen hatten.
Zwischendurch beobachteten wir noch die zahlreichen Sattelschrecken inklusive eines Fights, weil die eine am Kadaver einer Schrecke mampfte, auf die auf einmal eine andere auch Anspruch erhob. Die letztere wurde dann unter lautem Gezische und Gerangel vertrieben. Wie zäh diese Schrecken waren, stellte sich auch noch heraus, denn Heike postierte versehentlich ihren Stuhl auf einer Schrecke und setzte sich, bis Tom auf das Malheur hinwies. Heike dachte, die Schrecke sei hin, aber nachdem der Stuhl hochgehoben wurde, rannte diese absolut unversehrt und unter lautem Gezeter davon!
Nachdem die Sonne untergegangen war, konnten wir noch ein paar Felsenratten beobachten und fotografieren.
Aber es war schon zu dunkel für wirklich gute Bilder und so kümmerten wir uns wieder um unser Feuer. Tom machte später noch Sternfotos mit Camper und dann gingen wir hochzufrieden mit dem Tag ins Bett.
Teil 1124. Juni 2021
8.4. - Niedliche Nager und leckeres Essen bei Immanuel
Die frische Luft hier in Buellsport tat richtig gut, Heike brauchte sogar ihr Fleece nach dem Aufstehen. Wir frühstückten, schauten nochmal nach der Schlange, die wir aber nicht mehr sahen und auf einmal tauchten wieder die Felsenratten auf und saßen in der Morgensonne. Wie schön! So pirschten wir uns ran und fotografierten und sahen an einigen Steinen weiter hinten weitere Felsenratten mit einem Jungtier. Das war absolut putzig anzuschauen und auch hier pirschten wir uns heran und machten Fotos. Das Kleine und die Eltern ließen uns recht nahe heran und es war einfach herrlich, diese zu beobachten. Vor allem von dem süßen Kleinen konnten wir nicht genug bekommen.
Irgendwann verschwanden die Nager zwischen den Steinen und wir ließen die Familie in Ruhe, machten alles weiter fertig und fuhren zur Buellsport Guest Farm, wo wir von der ganzen Meute Hundis freudig begrüßt wurden. Wir sprachen mit dem Inhaber noch über die Schlange, weil wir interessiert waren, um welche Art es sich handeln könnte. Er meinte nach unseren Beschreibungen, dass es eventuell eine junge schwarze Mamba gewesen sein konnte. Na dann war es ja ganz gut, dass wir uns sehr vorsichtig verhalten hatten!
Wir bezahlten und verließen Buellsport mit dem Wunsch, wiederzukommen.
Zwischendurch konnten wir noch einen Falken (wahrscheinlich Pygmy falcon) beobachten.
Es ging weiter in Richtung Windhoek. In Rehoboth kauften wir noch ein paar Sachen im Spar und holten Geld, dann ging es über Windhoek zur Immanuel Wilderness Lodge, in der wir für eine Nacht ein Zimmer gebucht hatten. Während der Fahr sahen wir ein paar schöne Echsen an einer Felsgruppe am Straßenrand und einen schönen Nektarvogel.
Bei der Lodge angekommen, machten wir uns frisch und setzten uns draußen Richtung Wasserloch. Außer den angefütterten Springböcken und einem Bontebok ließen sich einige Vögel und eine Fuchsmanguste blicken. Wir aßen ein kleines Sandwich und genossen den frischen Wind.
Abends gab es ganz ein hervorragendes Dinner - besser hatten wir in diesem Urlaub noch nicht gegessen.
Wir waren pappsatt, schauten noch ein wenig aufs Wasserloch, an dem sich nichts tat und fielen zufrieden ins kuschelige Bett.
9.4. - Kein Durchkommen am Waterberg
Die Autobahn in der Nähe dröhnte recht laut und die Hähne der benachbarten Hühnerfarm krähten um die Wette, aber wir hatten gut schlafen können. Morgens begrüßten uns die zwei Katzen und der Hund von der Lodge und wir gingen zum Frühstück, das verlockend aussah. Nach leckeren Brötchen, einem Omelett und genügend Kaffee fuhren wir los zum Waterberg.
Die Strecke war wunderbar grün nach der guten Regenzeit und die Fahrt ansonsten recht unspektakulär. Wir bekamen die Campsite 1 zugewiesen und wollten uns erstmal ein Ankunftsbierchen genehmigen. Da sahen wir, dass unser Kühlschrank auf 17 Grad hochgegangen war und rot blinkte. Nach mehreren Stecker raus und Power on/off-Versuchen schaltete er sich wieder ein und die Temperatur ging ganz langsam runter.
Nachdem Heike Wäsche gewaschen hatte, hatte Tom sich das Thema mit dem Kühlschrank genauer angeschaut und festgestellt, dass offenbar unsere 2. Batterie sich nicht mehr aufladen ließ, weshalb dann der Kühlschrank abschaltete, um die Batterie vor Tiefentladung zu schützen. Tom ging hoch zur Lodge, um zu telefonieren. Er vereinbarte mit Jan, dass wir uns eine andere Batterie in Otjiwarongo einbauen lassen können. Wir sollten vorher nochmal anrufen. Zudem sollten wir den Kühlschrank auf eine niedrigere Abschaltspannung einstellen, so könnte dieser noch weiter kühlen, auch wenn das die bereits angeschlagene Batterie weiter belasten würde, aber die war wahrscheinlich nicht mehr zu retten, also konnten wir sie auch tiefentladen.
Nach Rückfrage an der Rezeption gab es eine Steckdose, die allerdings von einem Camper besetzt war und der Fahrer war weit und breit nicht zu sehen, also fiel diese Option flach und die Batterie musste weiter leiden.
Wir vereinbarten für den nächsten Morgen um 8 Uhr noch das Rhino Tracking für uns zwei und wollten heute noch den Anderson trail laufen bis zur Quelle. Wir starteten nachmittags mit langen Hosen und Wanderschuhen doch schon am Beginn des Trails sahen wir, dass dieser wirklich ziemlich dicht zugewachsen war. Ein Jahr Corona mit wenig Gästen hatte seine Spuren hinterlassen - bzw. in diesem Fall eben keine Spuren, dafür dichte Vegetation!
So mussten wir ziemlich aufpassen, wo wir hintraten und hatten nach kurzer Zeit schon jede Menge Kletten an der Hose. Nach einer Weile nahm Heike eine Bewegung links neben sich im Baum wahr und sah eine grüne Schlange, wie sich später bestimmen ließ, eine Boomslang, die ein bisschen erschreckt das Weite suchte. Ah ja, schon die zweite Schlange, die wir nun gesehen hatten.
Es ging langsam weiter, bis Tom das erste Golden Orb Spider Netz entdeckte, unter dem wir uns aber noch irgendwie durchhangeln konnten. Schon tauchten weitere Netze links und rechts des Weges auf. Wir gingen noch ein Stück, dann sahen wir ein großes Netz komplett über den Trail gespannt. Links und rechts gab es kein Durchkommen wegen dichter Vegetation mit Büschen und Sträuchern und so brachen wir unsere Wanderung ab, gingen wieder zurück und liefen die Straße Richtung Anderson Campsite. Hier und da leuchtete noch ein schöner Baum für uns und die Felsen glühten, bis wir kurz nach Sonnenuntergang am Camper ankamen. Das war eine kurze Wanderung gewesen!
Heute Abend gab es mal wieder Salat und kein opulentes 4-Gänge-Dinner, was auch mal wieder gut tat. Es ging früh zu Bett - wir waren ganz schön K.O.
Teil 1225. Juli 2021
10.4. - Nashörner! Ganz nah!
Früh auf, frühstücken und ab zur Rezeption. Dort hofften wir noch kurz, die einzigen zu sein, die das Rhino tracking gebucht hatten, bis weitere 4 Personen kamen, aber alle schienen nett zu sein! Zusammen mit unserem Tracker ging es dann zu Fuß los. Erst noch auf der Straße, dann bald in die hohen Gräser. Tom hatte am Vortag schon Allergie bekommen, heute wurde es ziemlich verstärkt durch das Laufen durch das hohe Gras. So lief die Nase, die Augen juckten. Wer hätte das gedacht, dass er in Namibia solche Probleme bekommen würde? 2017 war davon noch nichts zu spüren. Aber natürlich hatte die gute Regenzeit hier eine großen Anteil daran.
Wir liefern über den Trail, unser Tracker erklärte uns die interessantesten Spuren von einer braunen Hyäne, Giraffen und etlichem mehr und wir genossen die Szenerie.
Das Licht fing schon an, greller zu werden, als wir auf die ersten Nashörner trafen. Eine Mutter mit ihrem älteren Jungtier, beide dösten noch in der Morgensonne und schauten unaufgeregt zu uns herüber.
Hier am Waterberg werden die Rhinos in der Nacht aufgespürt (auch wegen möglicher Wilderer), so dass die Tracker immer wissen, wo sie hinzugehen haben mit den Gästen. Wir beobachteten die Tiere und fotografierten natürlich auch. Zudem erfuhren wir einiges Wissenswerte über die beiden. Angefangen hatten sie 2009 mit zwei Nashörnern, mittlerweile waren es mehr Exemplare. Es durfte allerdings immer nur ein Männchen geben, da es ansonsten zu schlimmen Kämpfen zwischen den Tieren kommen würde. Da alle Jungtiere derzeit Männchen waren, würden sie diese irgendwann an andere Nature Reserves abgeben müssen.
Es ging weiter und kurz darauf trafen wir zwei andere Tiere, ebenfalls ein Muttertier mit einem älteren Jungtier. Das Muttertier war schon zweimal angeschossen worden, so dass es anfangs extrem scheu war, was sich aber im Laufe der Zeit gelegt hatte. Wir konnten sogar ca. 15 bis 20 Meter heran gehen, was sich wirklich toll anfühlte. Auf einmal kamen die zwei anderen Tiere, die wir vorher gesehen hatten, heran und die vier begrüßten sich. Schön, so viele Nashörner zusammen zu sehen.
Wir ließen uns Zeit und gingen dann langsam von dannen. Toms Allergie wurde immer schlimmer und wir beschlossen, aufgrund dessen und auch, weil wir keinen Trail hier laufen konnten, da alles so stark zugewachsen war, wie wir auch von anderen Touris hörten, dass wir heute noch den Waterberg verlassen würden. Wir wollten unsere Batterie in Otjiwarango holen und weiter nach Onguma fahren, in der Hoffnung, dass die Pollen, die Tom das Leben schwer machten, dort etwas weniger sein würden.
Wir machten also alles fertig, gingen nochmal unter die Dusche und riefen Jan von der Rezeption aus an. Er fragte, wie lange wir nach Otjiwarongo bräuchten. Hm, keine Ahnung, vielleicht eine Stunde oder etwas länger? Alles klar, würde passen, meinte er. Wir sollten dort zu Dunlop fahren. Wir fuhren los, kamen gegen 13:15 Uhr an und bei Dunlop... war alles zu!
Hm, was jetzt. Wir fuhren zur Shell gegenüber und tankten erstmal. Dann fragten wir einen der Mitarbeiter, ob wir telefonieren dürften und erklärten ihm die Situation. Sofort war er bereit uns zu helfen und rief von sich aus Jan an. Dunlop habe leider nur bis 13 Uhr offen und wir seien zu spät dran, meinte er. Na super, hätten wir das vorher gewusst, hätten wir uns danach richten können. Der Shell-Mitarbeiter versuchte daraufhin, Dunlop unter einer anderen Nummer zu erreichen bzw. diese erstmal im Telefonbuch ausfindig zu machen, während Jan ebenfalls weiter telefonierte und uns unter der Nummer des Handys zurück rufen wollte.
Ein wildes Hin-und her-Telefonieren begann, dann hatten wir jemanden von Dunlop am Ohr, der sich das aber erst die Kostenübernahme von Jan bestätigen lassen wollte. Dann jedoch meldete sich Jan mit der Nachricht, es würde gleich Andrew kommen. Ok, jetzt ging alles ziemlich durcheinander!
Plötzlich fuhr ein kleines Auto mit zwei Männern im Schleichtempo um uns herum, dann stieg einer aus, schaute Tom fragend an und fragte "Thomas?". Schnell fanden wir heraus, dass die beiden mit Jan in Kontakt gewesen waren und hier waren, um unser Batterieproblem zu lösen.
Ok, dann konnten wir dem Herrn von Dunlop ja wieder absagen.
Die Probleme wurden nun aber nicht weniger. Es musste zunächst mal eine Batterie beschafft werden - ok, das hätte man jetzt bei Dunlop gleich haben können, jetzt musste es eine aus dem "reichhaltigen" Angebot der Tankstelle sein. Es wurde dann keine Batterie, wie sie sich für eine Aufbaubatterie eines Campers eignet, sondern eine Starterbatterie. Naja, ist ja nicht unser Auto und muss ja auch nur ein paar Tage halten.
Die nächste Hürde waren die Anschlüsse, denn die passten nicht, also mussten Adapter her. Die Tankstelle hatte sogar welche aber...nur für den einen Batteriepol, nicht für den anderen und die sind unterschiedlich, um ein Vertauschen zu verhindern. Also musste gebastelt werden.
Während der Bastelei fuhr ein weiteres Auto an uns vorbei, aus dem jemand herausschaute, den wiederum die zwei Herren aus dem kleinen Auto kannten, die an unserem Camper herumbastelten. Der besorgte dann Draht zum basteln.
Letzten Endes schien es, als sei halb Otjiwarongo irgendwie an der Reparatur unseres Campers beteiligt und nachdem wir die drei Hauptakteure identifiziert hatten und die Batterie mehr oder weniger eingebaut war, spendierten wir denen allen etwas und bedankten uns ganz lieb für die coole Aktion mitten in der brütenden Sonne.
Die Batterie war zwar der falsche Typ, die Anschlüsse ziemlich gebastelt, es waren Teile übriggeblieben und die Batterie war genauso leer wie die alte, aber vielleicht hatten wir ja Glück und sie würde sich zumindest laden lassen. Wir wollten jetzt aber auch mal weiter 🙂
Alle freuten sich, Spaß hatte die Aktion schon gemacht und nachdem sich der Auflauf aufgelöst hatte, fuhren wir weiter. Jetzt war es schon nach 15 Uhr und wir mussten noch nach Onguma fahren, knappe 300 km. Ok, würden wir noch schaffen, bevor es dunkel wird. Hoffentlich würden wir in Onguma noch einen Platz bekommen. Wir wollten möglichst in die Lodge und abends noch das Dinner genießen. So düsten wir mit 120kmh auf der Teerstraße lang und kamen um kurz vor 18 Uhr an - die Batterie sollte jetzt aber sowas von voll sein, wenn wir ankommen!
Leider war in den Lodges keine Unterkünfte mehr frei, weil gerade ein Filmteam aus Deutschland vor Ort war, nur noch in The Fort, den monsterteuren Luxussuiten hätten wir etwas bekommen. Das wollten wir unserem Budget dann doch nicht antun, so dass wir auf die Tamboti-Campsite fuhren.
Nach mehreren Telefonaten seitens des Rezeptionisten konnten wir im The Fort noch Dinner bekommen, was wir dankbar annahmen. Beim Fort kam sogleich ein Angestellter herbei, der uns begrüßte und nach drinnen begleitete. Ganz schön nobel das ganze Gebäude, vorne gab es ein großes Wasserloch in Richtung Sonnenuntergang. Wir setzten uns und Heike bestellte einen Gin Tonic. Natürlich gab es hier nicht einfach nur Gin Tonic. Nein, sie musste aus 15 Gin-Sorten wählen und auch das Tonic Water wollte ausgesucht werden.
Zum Dinner ging es hoch auf die Terrasse, zwischendurch sahen wir wahrscheinlich zum Erschrecken der Angestellten noch eine kleinere Schlange, die sich wild hin-und her schlängelte (Nummer 3 diesen Urlaub), dort nahmen wir unsere Plätze ein und bekamen ein leckeres 4-Gänge-Menü ein.
Es war schon alles sehr lecker, aber das Essen bei der Immanuel Wilderness Lodge war nicht zu toppen. Zudem war das Ambiente mit zwei anderen Tischen etwas angespannt. Es wurde beinahe nur geflüstert und wir merkten wieder, dass wir uns in solch gefühlt gehobenen Kreisen (die Lodge war das teuerste, was hier zu buchen war) nicht so richtig wohl fühlten. Aber Ausblick und Essen hatten sich dennoch gelohnt. Es ging im Schneckentempo nachts zur Campsite, wir entdeckten noch drei Stachelschweine am Wegesrand, die schnell ins Dunkel verschwanden, dann gings ab ins Bett.
Teil 1326. Juli 2021
11.4. - Faulenzen am Wasserloch und ein Wahnsinnserlebnis mit Cheetahs
Heute war Nichtstun angesagt. Wir aßen ein kleines Frühstück, buchten noch den Sundownerdrive und setzen uns mit einer großen Flasche Wasser ans Wasserloch. Dort tat sich nicht so viel mit Antilopen oder anderem großen Getier. Aber wir konnten hervorragend die Schwärme an Blutwebervögeln beobachten und die Jagd von Raubvögeln auf die kleinen Vögel, die auch immer wieder gelang.
Davon abgesehen vergnügten wir uns mit den süßen kleinen Hörnchen auf dem Campingplatz
und so vergingen die Stunden, während wir das Verhalten der Vögel beobachteten, Reisebericht schrieben und unseren Verwandten zuhause mal wieder ein Update gaben. Toms Allergie ging zum Glück zurück, so dass es für ihn wieder erträglich war.
Um 17:30 Uhr ging der Sundowner Drive los - wir waren die einzigen Gäste. Unser Fahrer düste mit uns übers Gelände und wir genossen es, einfach nur in die schöne Landschaft schauen zu können. Ab und an gab es Antilopen und Riesentrappen zu sehen.
Auf einmal gab unser Fahrer richtig Gas und wir fuhren mit bestimmt 70kmh über die Ruckelpiste. Festhalten war da angesagt. Dann hielten wir auf einer Fläche mit Büschen und unser Guide sagte: Cheetahs!
Wir schauten angestrengt und dann sahen wir sie in der Ferne. Eine Gepardin mit ihrem halbwüchsigem Kleinen - noch sehr weit weg. Sie schienen nach links zu gehen und waren gleich verschwunden. "Wohin haben sie geschaut", fragte uns der Guide, weil wir mit den Kameras mit Zoom hantierten. "Sie sind nach links gegangen und haben in unsere Richtung geblickt" sagte Tom. "Dann ist es gut, Geparden laufen in der Regel dorthin, wohin sie schauen", meinte der Guide und setzte das Auto ein Stück zurück. Und jetzt warteten wir.
Wir waren skeptisch, denn die Tiere ließen sich nicht mehr blicken. Nichts tat sich. Ich war mittlerweile überzeugt davon, dass die zwei weg waren. Unser Guide war aber der festen Meinung, sie würden in Kürze vor unserem Fahrzeug den Weg kreuzen, auch wenn uns das sehr optimistisch vorkam.
Aber auf einmal tauchten sie auf 😁 Im besten Licht im schönen Gras liefen die zwei vor unserem Wagen über den Weg und gingen noch ein Stück an uns vorbei. Wir machten Fotos wie die Wilden. Cheetahs im schönsten Licht bekommt man schließlich nicht alle Tage zu sehen 🤩 Für Tom waren es sogar die ersten Geparden - und gleich so ein Glücksgriff.
Die Tiere verschwanden im Busch und wir waren happy!
Unser Guide servierte uns dann noch ein paar leckere Häppchen. Das Biltong, das wir übrig ließen, ließ sich unser Guide schmecken und wir fuhren nach Sonnenuntergang hyperzufrieden zur Campsite zurück und sahen noch ein paar Vögel und Impalas im letzten Licht.
Am Camper aßen wir noch etwas und ließen den Abend beim Feuer ausklingen.
Teil 1429. Aug. 2021
12.4. - Auf zum Etosha
Es war frisch in der Nacht und wir brauchten unsere Fleecejacken am Morgen. Weniger kalt waren leider die Dinge in unserer Kühlbox, welche wieder die Segel gestrichen hatte. Nach einiger Recherche zeigte sich, was letztlich eigentlich das Problem war.
Die Batterie wurde nur geladen, wenn das Auto an Landstrom angeschlossen war, aber leider weder über die Solaranlage noch über die Lichtmaschine während der Fahrt, so konnte das natürlich nix werden und auch die neue Batterie würde diese Behandlung nicht lange mitmachen. Naja, wir würden dann jetzt eben im Etosha darauf achten, dass wir eine Steckdose an der Campsite haben und ab der Vingerklip wären wir dann sowieso verpflegt.
Wir saßen beim Frühstück, da kratzte Heike sich am Kopf und hatte eine Zecke in der Hand. Mist - sie hatte schon am Waterberg nach dem Anderson trail eine auf dem Hut gehabt und hatte sich irgendwann schon mal etwas vom Kopf gekratzt, was sie dann in ihren Haaren nicht mehr fand. Das war die bestimmt. Zum Glück hatte sie sie jetzt komplett raus bekommen!
Nach dem Frühstück fuhren wir zum Etosha ins Gate und sahen die ersten Tiere.
Dann besuchten das Wasserloch Klein Namutoni. Wir hielten und auf einmal sah Heike in der Entfernung im Schatten ein Ohr wackeln. Bzw. waren wir nicht sicher was es war, aber das Zoom der Kamera offenbarte es. Da lag ein Gepard im Schatten unter dem Busch!
Cool und diesmal selbst gesehen. Das war uns bis dato noch nicht gelungen. Der Gepard stand auf und ging zu einem zweiten Geparden, der ein Stückchen entfernt unter dem Busch lag. Den hatten wir gar nicht gesehen. Toll!
Wir fotografierten aus der Ferne, fanden noch einen besseren Platz, aber die zwei Tiere machten es sich richtig gemütlich und sahen nicht so aus als wollten sie sich groß bewegen außer sich ab und zu zu strecken.
Wir beschlossen, erstmal nach Namutoni in den Shop zu fahren und dann wieder zu kommen. Vielleicht würde sich bis dahin etwas tun.
Gesagt, getan. Der Shop in Klein Natumoni war extrem abgespeckt, es gab gerade noch Nudeln und ein paar Konserven und Wasser. Die Nudeln wurden sicherheitshalber gekauft und dann wieder zurück zum Wasserloch. Nachdem wir die beiden Geparden in gleicher Position liegend vorfanden, warteten wir noch eine ganze Weile, fuhren aber schließlich weiter zum nächsten Wasserloch. In Goas konnten wir zahlreiche Gabelracken und auch einige Purple Roller fotografieren. Sehr schön.
In Halali angekommen, bezahlten wir und suchten uns eine freie Campsite aus, was nicht schwer war, denn es schienen nur 5 Camper da zu sein. Es war generell bestürzend, wie wenig los war, kaum ein Wagen auf dem Parkplatz. So leer waren der Etosha und die Camps kaum vorstellbar. Hier steppte normalerweise der Bär.
Wir machten uns auf ans Wasserloch und beobachteten eine Gruppe Impalas. Eine Frau kam dazu, mit der wir ein sehr nettes Gespräch hatten. Die Hörnchen, die hier rumflitzten, schnappten sich Heikes Apfelreste und knabberten diese nochmal ab. sehr süß die Kleinen.
Es kam ein weitere Ehepaar aus Südafrika, mit denen wir einen netten Plausch hielten und die über die Pünktlichkeit der Deutschen bei ihrer Deutschlandreise total begeistert waren.
Wir wollten noch einen Game Drive am Nachmittag machen und mussten jetzt los. Wir fuhren in schönem Licht zu den nächstgelegenen Wasserlöchern, sahen nichts Besonderes außer vielen Vögeln, genossen diese aber im schönem Licht.
Dann fuhren wir zurück und gingen ins Restaurant. Dort aßen wir und hörten plötzlich gruselige Geräusche. Dann sahen wir einen großen Vogel durch das Restaurant huschen. Die gruseligen Geräusche, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen konnten, blieben bestehen und nach einiger Recherche in der Vogel App, landeten wir bei der Western Barn Owl. Tom suchte mit seiner Stirnlampe die Bäume ab und fand tatsächlich eine Eule dort sitzend. Die andere flog umher. Auch die Eule auf dem Baum wollte uns jetzt näher betrachten und flog Kreise über uns, während sie uns genau in Augenschein nahm - es war gigantisch, diese Tiere einmal richtig gut sehen zu können, ein tolles Erlebnis!
Eine Bedienung kam und Tom fragte sie, ob sie die Eulen , die die gruseligen Geräusche machen, auch mal gesehen hätte. Hatte sie nicht, wollte sie aber unbedingt und so konnten wir ihr ein unvergessliches Erlebnis verschaffen. Sie schaute sich die Tiere fasziniert an, von denen sie bislang nur allabendlich die Laute gehört hatte. Unser Fotoequipment wäre in dieser Dunkelheit nutzlos gewesen, deshalb kamen wir gar nicht auf den Gedanken, dieses zu holen.
Weitere Eulen wie die Spottet Pearl Owl riefen ebenfalls durch die Dunkelheit und auch diese Eule fand sich in einem nahe gelegenen Baum. Wir machten an der Campsite noch ein Lagerfeuer und genossen mit den Rufen der Eulen, die ab und zu im Tiefflug über die Campsite flogen, die Laute der afrikanischen Nacht, bevor wir zufrieden in unser Bettchen fielen.
Teil 1529. Aug. 2021
13.04. Gemütlicher Tag im Etosha
Wir standen früh auf, um direkt bei Öffnung des Gates losfahren zu können. Es war schönes Licht, aber wir sahen nicht wirklich viele Tiere. Am Goas Wasserloch konnten wir dann die Attacken von diversen kleineren Vögeln auf einen Adler beobachten, Dieser saß etwas missmutig auf dem Ast, duckte sich bei jeder Attacke und sperrte den Schnabel auf - schön anzusehen!
Anschließend ging es zurück nach Halali zu einem Frühstück am Camper und beobachteten einige spannende Vögel.
Dann ging es zum Wasserloch. Dort waren wir den ganzen Tag bis ca. 15 Uhr, beobachteten Impalas und Zebras, Tokos und einige Falken oder Habichte. Ein Vogel flog unter das Dach nur 2 Meter von Heike entfernt und schnappte sich eine große Schrecke.
Es war entspannt und gemütlich!
Ab 15 Uhr ging es dann auf zum Nachmittagsdrive und wir sahen die üblichen Antilopen, Gnus und Giraffen.
Auf einmal erblickten wir ein Nashorn in weiterer Entfernung im Gras und am Abzweig zum Wasserloch nach Homob, fanden wir eine Zebramangustengruppe.
Nach kurzer Zeit sahen wir, dass sie mehrere Jungtiere hatten, eines davon noch sehr klein. Total süß die Tiere. Wir hatten viel Spaß, die Gruppe zu fotografieren, bis sie nach und nach weitergezogen waren und wir sie nicht mehr sehen konnten.
Auf der Rückfahrt sagte Heike: Ist das ein großer Stein oder ein Rhino?
Nach dem Blick in die Kamera stellte es sich als Rhino heraus. Aber viel zu weit weg zum Fotografieren, trotzdem schön! So fuhren wir weiter, lichteten noch etliche Vögel im schönen Licht ab und sahen einen Adler direkt an der Straße sitzen. Dieser ließ sich nicht stören und posierte wunderschön auf seinem Ansitz. Das war ein toller Abschluss des Drives.
Abends wollten wir wieder im Restaurant essen. Der Kellner gab uns die Karte und wir bestellten.
Kopfschütteln - "No, that is out." Ok, und das? Kopfschütteln - "This also." Was von der Karte war denn noch verfügbar, fragten wir. Kritischer Blick in die Karte - "Greek salad and chips."
Ok, wir brauchten was zu essen! Tom entschied sich für eine große Portion Pommes und ich wollte fragen, ob nicht doch wenigstens das Tomaten-Käse-Toast da wäre. Endlich ein Nicken - "Yes, that's available." Puh! Ok, also bestellten wir Pommes, Toast und Griechischen Salat 🙂
Wir genossen unser fast food dinner, lauschten wieder der Western Barn Owl und schlossen den Abend schließlich mit einem Lagefeuer und einem Weinchen an der Campsite ab.
Teil 1608. Okt. 2021
14.4. - Auf zur Vingerklip Lodge
Heute sollte es raus aus dem Etosha gehen und zur Vingerklip Lodge. Wir fuhren wir direkt bei Gateöffnung raus und sahen erstmal gar nichts. Am Wasserloch Rietfontein sahen wir dann immerhin schon aus der Entfernung eine Herde Gnus.
Dort angekommen, zog aber erstmal ein Adler unsere Blicke auf sich, denn dieser schaute sich jedes Totholzstück in der Umgebung genauestens an überprüfte jede Ritze, offenbar um Beute aufzuspüren!
Dabei vollführte er mehr oder weniger elegante akrobatische Übungen und drohte einige Male auch vom Ast zu fallen. Sehr schön anzusehen.
In Okaukjejo aßen wir noch zum Frühstück, bezahlten die Parkgebühr und dann verließen wir nach ein paar Giraffensichtungen den Etosha Nationalpark. Trotzdem wir deutlich weniger gesehen hatten als normalerweise, waren wir zufrieden und hatten einige Highlightsichtungen im Gepäck. Diesmal eben von kleineren Tieren und nicht von Löwen oder Elefanten.
Langsam wurde die Landschaft terassenartig und anders als das, was wir bisher kannten. Es war immernoch teilweise grün und gar nicht so trocken, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir kamen zur Vingerklip Lodge und wurden sehr herzlich mit einem Drink willkommen geheißen. Die Lodge war toll angelegt, überall schöne Pflanzen, Sukkulenten und Kakteen, hübsch aussehende Minigekkos auf den Wänden. Der Hauptraum bzw. die Bar war offen angelegt und man hatte einen wundervollen Blick auf die Umgebung. Es gefiel uns sehr gut hier.
Wir bekamen den Zimmerschlüssel und kamen gefühlt in puren Luxus. Eben noch in Halali, wo die Toiletten meiste keinen Sitz und keine Abdeckung mehr hatten und kaum spülten (Heike hatte in 3 verschiedenen Sanitärhäuschen endlich eine Toilette gefunden, die nicht nur in einem Wirbel alles im Kreis herum drehte sondern auch runterspülte, dafür war da dann kein Toilettenpapier) oder die Türen so verzogen waren, dass sie nicht schlossen, jetzt zu einem sehr hübschen Raum mit schöner Terrasse und Blick auf die umliegenden Berge und einem toll aussehenden Bad mit separater Dusche. Wir waren begeistert. Nur Tom merkte einen komischen Geruch in der Luft und fing an zu niesen. Wir nahmen zunächst noch Getränke im Hauptgebäude ein und genossen den Blick in die Landschaft.
Auf unserer Terrasse gab es einiges zu entdecken. Eidechsen waren unterwegs und Nektarvögel kamen immer wieder, um von den Blüten zu naschen und So verging die Zeit bis zur goldenen Stunde recht kurzweilig. Zum Sonnenuntergang gingen wir hoch zum Eagles Nest, in dem aber heute kein Essen angeboten wurde, weil zu wenig Leute anwesend waren. Es war ein netter Sonnenuntergang mit einem schönen Ausblick in die Ebene.
Jetzt ging es zum Dinner runter in die Lodge. Ein etwas übertrieben wirkender Kellner teilte uns mit, was die Karte für uns bereithielt. Das Essen war ok, das Gemüse leider ziemlich verkocht (warum gibt es in Namibia im April Rosenkohl?) und wir hatten angesichts der tollen Lodge irgendwie ein bisschen mehr erwartet.
Als er uns fragte, wann wir morgen Frühstück haben wollten, sagten wir, so gegen 7 Uhr, was bei ihm ein entsetztes Aufreißen der Augen verursachte.
7 Uhr? fragte er. Genau 7 Uhr?
Nein, so gegen 7 Uhr.
Wir erklärten, dass wir danach wandern gehen wollten. Er meinte, wir könnten die Wanderung ja vor dem Frühstück machen und dann später zum Frühstück kommen. Es schien uns, dass diverse Leute wohl nicht besonders begeistert sein würden, wenn wir um 7 Uhr zum Frühstück erscheinen, obwohl ab 7 Uhr Frühstück angeboten wird. Am Schluss sagten wir dann, dass wir um 7:30 Uhr kommen würden, was scheinbar ein klein wenig Erleichterung bei ihm auslöste.
Teil 1708. Okt. 2021
15.4.
Kurz vor Sonnenaufgang ging es auf die Terrasse und wir genossen den Ausblick auf den Berg, der kurz beleuchtet wurde. Dann entdeckte Tom eine Felsenratte auf unserer Terrasse mit ihren Jungen, total putzig. Die Jungen durften ab und zu an der Milchbar tanken und waren danach sichtlich wohlig müde. Sehr interessant fanden wir, dass das Muttertier die Zitzen an den Seiten hatte und nicht am Bauch. Es war herrlich, die Tiere zu beobachten und das Frühstück ließ noch etwas auf sich warten.
Tom hatte leider extreme allergische Reaktionen - wir nahmen an auf das Strohdach, das auch etwas komisch roch, und er hatte sehr schlecht Luft bekommen und die Augen juckten wie verrückt. Zum Glück wurde es draußen und mit Antihistaminikum wieder etwas besser. Allerdings ging das Heuschnupfengefühl, das er hier in Namibia viel schlimmer hatte, als jemals in Deutschland, bis zum Ende der Reise nicht mehr weg trotz der stetigen Einnahme des Medikaments.
Zum Frühstück gab es ein sehr leckeres Omelett und danach machten wir uns auf, um den längeren trail zur Vingerklip zu laufen. Es war noch nicht so warm und wir liefen im Schatten, das tat gut, denn es wehte kein Wind. Der Trail machte Spaß, wir konnten endlich mal sehen, wohin wir laufen, da das Gras nicht so dicht war. Tom meinte, das sind aber große Termitenhügel dort drüben. Dann realisierten wir, dass es Giraffen waren. Wie schön!
Wir beobachteten die Tiere, die uns trotz der Distanz wahrgenommen hatten und immer in unsere Richtung blickten. Dann liefen sie aber schön in Reih und Glied in der Ferne weiter und wir freuten uns über die unerwartete Begegnung mit den großen schönen Tiere in dieser herrlichen Landschaft.
Wir liefen gemütlich den Trail bis zur Vingerklip, versuchten hier schon zu überlegen, wo wir uns zum Sonnenuntergang postieren wollten und freuten uns über die immer zahlreicher werdenden Wölkchen, die vielleicht einen schönen roten Sonnenuntergang ermöglichen könnten.
Verschwitzt, denn mittlerweile war es sehr heiß geworden, ging es zurück und bei uns auf die Terrasse. Den Nachmittag verbrachten wir damit, die Nektarvögel zu beobachten und zu fotografieren. Es gab ein Männchen, das aggressiv über sei Revier wachte und alle anderen Nektarvögel inklusive der meisten Weibchen umgehend verjagte, sobald es diese wahrnahm.
Um seinen Revieranspruch permanent zu vermelden, trällerte es ständig auf den naheliegenden Bäumen sein Lied. In seltenen Fällen schaffte es ein anderes Männchen mit weißen Bauch, kurz an den Blüten zu nuckeln, bevor es ganz schnell von dem Kontrollfreak verjagt wurde. Und genau auf das hübsche andere Männchen hatte es Tom abgesehen. Und wie das so ist, war das Männchen mit dem weißen Bauch 3x an den schönsten freistehenden Blüten zugange, nämlich 1. als Tom im Bad war, 2. als er irgendwas drinnen geräumt hatte und 3. als er gerade seine Kamera nicht im Zugriff hatte und das ungefähr in einem Zeitraum von 5 Stunden, die er auf der Terrasse verbrachte.
Manchmal geht mir die Naturfotografie ganz schön auf den Sack, war dann der leicht knurrige Kommentar...
Langsam wurde es Zeit, zur Vingerklip zu fahren. Wir sparten uns diesmal die Lauferei, weil wir auch noch zum Dinner wollten, das diesmal wegen eines Pärchens, dass die Honeymoonsuite oben auf dem Berg gebucht hatte, im Eagles Nest stattfinden sollte.
Leider hatte sich schon abgezeichnet, dass sich die Wolkendecke immer weiter zuziehen würde und es kam so wie wir befürchtet hatten. Zu viele Wolken sind dann auch nichts, dann kommt kein großartiges Leuchten zustande und so war es diesmal. Nur in der Ferne sahen wir es etwas rosa-lila. Zudem hatten wir auch keinen richtig tollen Platz für unser Sonnenuntergangsfoto gefunden, da wir wegen des wenigen Leuchtens ziemlich beschränkt waren. Aber nett war es trotzdem. Wir warteten noch ein wenig, falls sich doch noch etwas ergeben sollte und begaben uns dann zurück zur Lodge.
Wir fuhren zurück und uns war klar, dass wir unsere Dinnerzeit mit 19:30 Uhr nicht ganz halten konnten, weil wir schließlich auch noch hoch zum Eagles Nest mussten. Schnell umgezogen, Fotoequipment ins Zimmer, dann den Weg und die Treppe hoch und wir waren wieder durchgeschwitzt. Oben wurde uns dann erklärt, dass es Buffet gäbe. Wir sahen, dass beinahe alle anderen schon gegessen hatten und noch ein paar lauwarme Reste übrig waren. Naja.
Als Heike fragte, ob sie bitte ihren aufbewahrten Wein vom Vorabend weitertrinken konnte, sagte der Kellner, dass dieser leider unten geblieben sei. Genau damit hatten wir am Vorabend schon fast gerechnet, somit hatte sich das Thema dann auch erledigt. Schade.
Für uns hat sich das Eagles Nest nicht gelohnt und wir hätten uns das sparen können. Ein Salat oder ein Sandwich unten in der Lodge wären uns lieber gewesen als die lauwarmen und verkochten Reste.
Aber egal, die Lodge selber und die Umgebung waren ein Träumchen und allein deshalb hatte es sich absolut gelohnt, hier zu sein.
Teil 1808. Okt. 2021
16.4. - So langsam geht es auf den Rückweg
Morgens wurden auf der Terrasse nochmal die hübschen Nektarvöglein fotografiert, dann gab es Frühstück und wir machten uns auf den Weg zur Immanuel Wilderness Lodge. Wir fuhren diesmal eine D-Route bis zur B1 und genossen rechts und links die schöne Landschaft. Der Weg war unspektakulär und später auch komplett geteert und wir erreichten die Lodge am frühen Nachmittag. Dort relaxten wir, bereiteten das Einreiseformular für Deutschland vor, die Unterlagen für den Testtermin bei Pathcare, schauten uns den Weg dorthin an und riefen Jan an, um mit ihm die Autoübergabe zu klären. Wir machten aus, um 10 Uhr am Avis Safari Rental Depot zu sein.
Das Dinner bei Immanuel war wieder vorzüglich und wir gingen recht früh zu Bett.
17.4. - Organisatorischer Blödsinn, Warterei und ein verlorenes Portemonnaie
Morgens ging es um 8:30 Ihr Richtung Pathcare, bei denen wir vor ca. 4 Wochen einen Termin ausgemacht hatten. Wir stellten uns in die Schlange, in der es einfach nicht vorwärts ging und alles wirkte sehr langsam und kompliziert.
Dann sahen wir andere Leute, die an irgendwelche anderen Stellen gingen, wo einzelne Mitarbeiter von Pathcare an Tischen saßen und dort wurden auf einmal schnell die Tests durchgeführt. Standen wir an der falschen Stelle an? Auf Nachfrage stellte sich heraus, dass wir das ebenso machen konnten, weil wir ja einen Termin hatten. Ah ja, irgendein Hinweisschild oder ein Einweiser wäre ganz nett gewesen 😉
Jetzt klappte aber alles ruckzuck und wir waren schnell getestet und konnten wieder zur Lodge. Von der Inhaberin bei immanuel hatten wir den Tipp bekommen, bei Pathcare telefonisch nachzuhaken, falls wir bis abends kein Ergebnis bekommen würden. Aber vielleicht würde es ja auch einfach so klappen? Wir fuhren zum Avis Safari Rental Depot und waren überpünktlich um 9:57 Uhr dort.
Kein Jan da, Tor zu. Na gut, dann eben warten.
Wir warteten bis 10:30 Uhr, nichts tut sich.
Wir riefen Jan an.
Ach ja, ich frage, ob Kevin schnell kommen kann, kommt die Antwort.
WTF? Wir hatten doch gestern 10 Uhr ausgemacht? Wenn Kevin sich jetzt auf den Weg machte, würde es noch ein gutes Weilchen dauern und warum war er denn noch nicht längst unterwegs, wenn Jan nicht konnte?
Leicht angesäuert warteten wir und letztlich kam Kevin dann irgendwann mit einem Taxi an. Wir erfuhren, dass Jan am Vorabend einen Autounfall gehabt hatte - was mit einem gebrochenen Knöchel endete 🤨
Auf dem Rückweg fuhren wir noch zur Tankstelle wo Kevin dann leider auch noch bemerkte, dass er sein Portemonnaie im Taxi liegen gelassen hatte, oh Mann! Der arme Kerl, was für ein Scheißtag 🙁 , das tat uns wirklich leid!
Wir fuhren noch zur River Crossing Lodge, wünschten Kevin, dass ein ehrlicher Finder sein Portemonnaie zurückgeben würde und wünschten ihm alles Gute. Gegen 13:30 Uhr kamen beide Testergebnisse: negativ. Na also.
Der Flug war auch schon angekündigt, jetzt mussten wir nur noch die Fahrt zum Flughafen arrangieren und jemanden von den Angestellten bitten, die Testergebnisse und das Einreiseformular auszudrucken. Das taten wir auch und so hatten wir am Ende alle Dokumente in Papierform bei uns und das Airport-Shuttle war für 6:15 Uhr gebucht. Am frühen Abend genehmigten wir uns noch einen Sekt auf den Abschluss eines wunderschönen Urlaubs und aßen sehr lecker zu Abend.
18.4. - Zurück nach Deutschland
Zum letzten Tag ist nicht viel zu erzählen - die Abholung klappte und wir waren zwei Stunden vor Abflug am Flughafen Hosea Kutako. Die Schlange führte uns dann auch gleich an die entsprechenden Eurowings-Schalter. Zuerst wurde auf einer manuellen Passagierliste gecheckt, ob wir darauf waren, dann wurden wir in der Schlange stehend gefragt, ob wir unsere negativen Tests hätten, dann ging es an den Schalter. Hier bekamen wir zu unserer Freude die Plätze an den Notausgängen. Cool!
Durch den Securitycheck- Wanderschuhe aus, Wanderschuhe an, und dann noch einmal zu einem weiteren Bodycheck mit manuellen Durchwühlen des Handgepäcks. 2 Stunden braucht man dann auch - wir aßen noch schnell unser Frühstückspaket aus der Lodge und es ging direkt zum Boarding.
Im Flugzeug dann die große Überraschung.
Als die Stewardess zu ihrer Kollegin sagte, "Hier haben wieder welche die Plätze an den Notausgängen" war schon klar, dass das erneut nix werden würde. Was ein Schwachsinn. Warum hatten wir die Tickets dann überhaupt bekommen? Nach langem Warten bekamen wir endlich neue Plätze und glücklicherweise brachten wir unsere Fotorucksäcke noch unter, trotz dass wir jetzt durch die ganze Verzögerung ziemlich spät dran waren.
Diesmal achtete die Eurowings Crew erfreulicherweise sehr darauf, dass alle Passagiere ihre Masken trugen und zwar richtig. Trotzdem musste natürlich der ein oder andere unverbesserliche seine Maske auch mal unter der Nase tragen und selbst auf nettes Ansprechen unsererseits mit Gegrummel und Gemotze reagieren.
Nichtsdestotrotz genossen wir die letzten Ausblicke auf Afrika während wir uns Deutschland näherten. Wunderschönes Namibia, wir freuen uns schon sehr auf den nächsten Besuch!