Am frühen Morgen fuhren natürlich zuerst wieder zu den Löwen. Heute würde ein sonniger Tag werden und wir konnten auch schon die Ballonfahrer entdecken, die ihre Utensilien vorbereiteten. Vom Büffel am Riss war nicht mehr viel übrig und die übliche Schaulistigen waren auch schon da. Aber noch immer war das gesamte Rudel anwesend, so dass sich keiner an den kläglichen Rest des riesigen Büffels herantraute.
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In weiter Ferne sahen wir die ersten Ballons näher kommen. Ich wollte versuchen, die Löwen mit einem Ballon zu fotografieren und hoffte, dass der Wind sie genau in unsere Richtung trieb. Wahrscheinlich hofften die Insassen des Ballons dasselbe ... ohne zu wissen, dass die Löwen sich hier befanden.
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Der Ballon kam immer näher. Die Löwen schien das nicht zu interessieren aber William hatte mich schon vorgewarnt. Falls die Löwen den Ballon erkennen können oder das Zischen des Brenners zu hören wäre, würden die Katzen flüchten. Währenddessen kamen immer mehr Hyänen und Geier an den Riss.
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Als der Ballon direkt über uns war zündete der Kapitän den Brenner. Erschrocken fuhren die Löwen am Büffelkadaver herum und rannten davon. Als einer zu rennen begann, folgten ihm die anderen sofort. Wir konnten sie noch weit rennen sehen... Das war natürlich das Zeichen für die, die vorher um den Kadaver herumschlichen. Plötzlich kamen von überall aus dem Gras die vermeintlichen Resteverwehrter.
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Einzelne Hyänen trauten dem "Braten" nicht und machten sich mit ihrem Anteil aus dem Staub.
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Auch wir enschieden uns weiterzufahren um zu sehen was der Tag noch so bringen würde.
Teil 2214. Juni 2021
Wir fuhren etwas südlicher in die Mara. Teilweise war sie wie ausgestorben. Man sah wirklich kaum Tiere. Dann entdeckten wir eine Löwin mit ihrem bereits ziemlich ausgewachsenen Nachwuchs. William konnte nicht sagen zu welchem Rudel die beiden gehörten. Und sie waren völlig alleine unterwegs. 📎 IMG_6505.jpg
Die beiden sahen sehr hungrig aus und so beschlossen wir uns an die Beiden dranzuhängen um zu sehen was sie so den Tag treiben. Irgendwann machten sie sich auf den Weg. Sie durchstreiften die Savanne im Zickzackkurs während das Weibchen immer wieder die Umgebung kontrollierte. Sie waren auf Futtersuche. Das war eindeutig zu erkennen. Aber die Savanne war wie leergefegt. Immer wieder positionierte sich die Löwin auf einem kleinen Hügel und scannte die Umgebung.
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Weiter führte der Weg durch unwegsames Gelände. Aber es waren keine Tiere zu entdecken. Das einzige Tier, das wir sahen war ein Elefantenbulle der am Fluß seinen Durst stillte. Aber der war natürlich für die beiden eine zu große Herausforderung. Ich kann gar nicht sagen wo wir unterwegs waren, denn wir folgten den Beiden nun schon seit über einer Stunde... und die Hitze des Tages verlangte auch immer wieder von den Beiden ihr Tribut. Die Suche ging weiter...
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Wir kamen jetzt von offener Savanne mehr und mehr in Buschland. Seit 2 Stunden folgten wir alleine den beiden Katzen. Wir überholten sie, blieben stehen und ließen sie uns wieder überholen. An uns hatten sie sich längst gewöhnt ... jedoch immer noch keine Beute entdeckt. Als wir uns hinter einem Busch zufuhren, stoppte die Löwin plötzlich und fixierte eben diesen Busch. Ich konnte nichts entdecken sah aber, während William hinter den Busch fuhr, wie sie begann sich anzuschleichen. Wir standen also hinter dem Busch als wir plötzlich ein lautes Quicken hörten als die Löwin zum Sprint ansetzte. Seitlich von uns sprang ein junges Warzenschwein aus dem Busch und die Löwin mit einem großen Satz auf eben dieses. Sie wirbelte das Schwein durch die Luft, während sie es mit beiden Tatzen festhielt. Leider konnte ich nicht fotografieren. Das ging alles in Sekundenbruchteilen und ich war in diesem Moment nicht bereit. Die Katze hatte das Warzenschwein gefangen und sofort kam der Sohnemann um seinen Anteil abzugreifen. Die beiden zogen das noch lebende Schweinchen in den Busch.
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Während das Tier noch zappelte begann der Junior zu fressen während sich die erfolgreiche Jägerin vornehm zurückhielt.
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Viel war an dem noch jungen Schwein nicht dran. Ich bezweifelte, dass das für beide Katzen ausreichen würde. Aber zuerst einmal ließ der Nachwuchs den Pascha heraushängen und beanspruchte die Beute komplett für sich.
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Das war jetzt bereits der 6. erfolgreiche Kill (mit denen die wir nicht Live erlebten und zählt man den vom Serval mit 🙂 ) innerhalb von 6 Tagen. Eine ziemlich krasse Quote. Bedenkt man jetzt noch die ganzen erfolglosen Versuche (Löwen und Geparden) war das ein sehr jagdintensiver Urlaub.
Wir blieben natürlich bei den Beiden, die sich die Beute jetzt teilten, wobei der Nachwuchs noch immer den Hut aufhatte. Mittlerweile waren zwei andere Fahrzeuge eingetroffen.
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Man kann sich gar nicht vorstellen, wie schnell so ein Schweinchen verputzt werden kann. Die Beiden waren wirklich sehr hungrig.
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Man denkt manchmal darüber nach wie schnell so ein Leben in der afrikanischen Savanne vorbei sein kann. Eben noch sitzt man in einem Busch um sich vor der Sonne zu schützen und 5 Minuten später bist du tot. Schon irgendwie krass wenn man darüber nachdenkt.
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Wir hatten zwar viel Zeit bei den Löwen verbracht aber dafür auch eine exklusiven Einblick in ihr Jagdverhalten erhalten. Zwar gab die Jagd fototechnisch nicht so viel her, weil ich einfach schlafmützig war aber trotzdem habe ich die Szene wie die Löwin das Warzenschwein regelrecht durch die Luft schleuderte in meinem Kopfkino. Wir blieben noch eine Weile bei den Jägern und verabschiedeten uns als die Löwen sich immer weiter in den Busch zurückzogen.
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Teil 2318. Juni 2021
Wir hatten soviel Zeit mit den beiden Löwen verbracht, dass der Tag wie im Flug vergangen war. Die einizigen Beiden die wir auf der Rückfahrt noch entdecken konnten war dieses Löwenpärchen, dass sich seiner Zweisamkeit hingab und versuchte das Rudel zu vergrößern.
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Wir blieben nicht allzu lang bei den Beiden weil sich das Schauspiel ja eh immer wieder wiederholte und sie sich auch ins hohe Gras verzogen... Aber das letzte Bild find ich klasse... wie das Männchen da die Zunge heraushängt ... so als wollte er sagen, wann hat das ein Ende, ich kann nicht mehr...
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Und ganz zum Schluß verabschiede ich mich für heute mit einem ordinären Vogelbild 😄 😄
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KEIN CLIFFHANGER HEUTE!!!!! 😛 😛
Teil 2422. Juni 2021
Tag 7
Die ersten die wir an diesem sonnigen Morgen entdeckten mal war wieder das allgegenwärtige Black Rock Rudel. Nachdem sie, aus Angst vor dem Fesselballon fluchtartig den Kadaver des gerissenen Büffels verließen hatten wir sie aus den Augen verloren. Jetzt streiften sie wieder durch die Savanne. Möglicherweise waren sie schon wieder auf der Suche nach etwas Fressbarem. Dieses Mal waren alle Paschas beim Rudel. Es waren insgesamt 4 ausgewachsene Löwen und dazu noch 2 Halbwüchsige. Also alles in allem ein sehr beeindruckendes Rudel, dass sich vor niemandem fürchten muss. 📎 IMG_6598.jpg
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Gemächlich wanderte die nicht gerade kleine Gruppe durch die weite Ebene und stoppte immer wieder um zu prüfen was da so in der unmittelbaren Nähe herumkreuchte und -fleuchte. Jagdanstalten machten die Gruppe jedoch, auch mangels Opfer, nicht. Die Weibchen gingen voraus und die Männchen schleppten sich hinterher.
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Als sich die Löwen auf einem kleinen Hügel niederließen und unter einem Baum Schatten suchten, war für uns klar, dass da in den nächsten Stunden nichts mehr passieren würde. Noch ein paar letzte Close-ups und dann verließen wir die Katzen.
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Auch heute verlasse ich euch mit einem ordinären Vogelbild 😄
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Kein Cliffhanger! Oder soll ich doch???? 😛 😄 😄 😄
Teil 2530. Juni 2021
Nach einer Weile Rumgekurve in der tierlosen Savanne entdeckten wir in einem von Elefanten umgeworfenen Baum eine Regung. Was heißt "wir" ... ich war in diesem Fall nur moralische Unterstützung 😄
Langsam fuhren wir näher an den geknickten Baum heran. Zwischen den Ästen, tief im inneren versteckt kauerte die Leopardin Luluka.
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Das war deswegen seltsam, weil der Baum wirklich im größeren Umkreis die einzige Versteckmöglichkeit war und Leoparden ja normalerweise keine Tiere der offenen Savanne sind. Von ihrem Nachwuchs war keine Spur. Sie war alleine unterwegs und wahrscheinlich auf der Jagd oder Suche nach etwas Fressbarem. Entspannt lag die Katze in dem Ästegewirr und schützte sich vor der schon hochstehenden Sonne.
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Wir entschieden uns bei der Leopardin zu bleiben um zu sehen, was der Tag noch bringt. Zuerst machte die gefleckte Schönheit keine Anstalten sich zu bewegen. Zu heiß brannte die Sonne vom Himmel. Trotzdem war die Leoparden immer aufmerksam. Ihr entging nicht die kleinste Bewegung und sie scannte immer wieder aus ihrem Versteck heraus die nähere Umgebung.
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Ich hoffte. dass sie sich eine bessere Position bewegen würde, den aktuell lag sie doch sehr versteckt im Unterholz. Wir standen also ca. 30 Minuten dort als Bewegung in die Katze kam. Schnell und wendig sprang sie aus dem Holzwirrwarr und lief zielstrebig ins hohe Gras. Das ging so schnell, dass wir sie ruckzuck aus den Augen verloren ... naja, ich jedenfalls 😄
William meinte, dass sie sich in Richtung eines kleinen Baches bewegen würde. Immer mal wieder sah man dann kurz die weiße Schwanzspitze aufblitzen. Aber dann in der Nähe des Baches, der sich ca. 500 Meter von ihrem ursprünglichen Versteck befand verloren wir sie. Wir überquerten den Bach um von der anderen Seite einen besseren Blick zu haben. Nichts. Sie schien wie vom Erdboden verschluckt. Auf der anderen Seite des Baches suchten mittlerweile auch 2 andere Fahrzeuge aber sie konnten sie auch nicht entdecken. Doch dann bewies William wieder einmal seine Adleraugen. Luluka hatte sich am Bach unter einen Überhang zurückgezogen und lag dort fast unerkannt im hohen Gras. Von der anderen Seite war sie nicht zu sehen und auch von unserer Seite nur schwer zu entdecken.
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Während wir da standen und warteten, dass sich etwas tat kamen immer mal wieder andere Fahrzeuge. Aber wir hatten quasi die Pole Position und die Katze war wirklich schlecht zu sehen. Mit uns warteten 2 andere Fahrzeuge. In beiden Fahrzeugen waren Kenianer mit indischen Wurzeln. In einem 4 Männer aus Nairobi und im anderen ein Pärchen Mitte Zwanzig, er aus Nairobi sie aus London. Sie war die Ungeduld in Person und motzte am laufenden Band, dass sich das Tier doch endlich mal bewegen solle. Dann war es wieder zu warm, dann war sie durstig ... etc pp... kurz, es war ein dauerndes Gequassel. Dann packten die 4 Männer aus Nairobi auch noch eine Flasche Wein aus. Schnell begann der Alkohol zu wirken und jetzt redete die junge Frau ohne Punkt und Komma ... und ohne Ende 😄 😄 William und ich sahen uns nur an und dachten uns unseren Teil. Sie waren zwar nicht übermäßig laut oder dergleichen aber es war deutlich zu merken, dass die Dame andere Prioritäten besaß als hier auf die Aktion einer "dummen" Katze zu warten.
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Luluka erhob sich nur ein oder zweimal um kurz etwas zu trinken. Beide Male verpasste die Frau die Aktion der Katze, was natürlich zu noch mehr Verärgerung beitrug. Mittlerweile war es richtig heiß und daher auch keine Bewegung bei Luluka zu erwarten. Aber wir hatten ja anderweitige Unterhaltung. Ich glaube ihr Freund/Mann war mittlerweile auch etwas nagenervt ob dem dauernden Gequatsche. 😄 😄
Dann endlich kam etwas Bewegung in Luluka. Langsam erhob sie sich. Sie hatte sich wohl genügend ausgeruht und spazierte jetzt am Ufer des Baches entlang... immer schön im hohen Gras.
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Dabei nutzte sie immer wieder die Fahrzeuge als Schatten während sie die Umgebung beobachtete und mögliche Beute ausspähte. Aber auch für sie galt das Gleiche wie für die Löwen... die nähere Umgebung war völlig Tierleer.
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Luluka wechselte immer wieder die Uferböschungen des Baches. Aber das hohe Gras ließ nicht wirklich gute Bilder zu. Einmal lief sie direkt an unserem Fahrzeug vorbei.
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Sie suchte verzweifelt nach irgendetwas Jagdbarem. Einige Vögel erweckten ihre Aufmerksamkeit aber die waren eindeutig zu schwer zu fangen und wären auch nur ein kleiner Happen gewesen. Weiter ging die Pirsch entlang des Bachbetts.
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Leider sahen wir keine Jagdszene und verloren Luluka irgendwann aus den Augen. Ich hoffe, dass sie noch erfolgreich war und ihrer, irgendwo wartenden Tochter, noch etwas zu Beißen bringen konnte. Auf dieser Reise habe ich sie leider nicht mehr gesehen.
Teil 2607. Juli 2021
Immer wieder trafen wir während des Urlaubs auf den Sohn des Inhabers einer Lodge (ich weiß leider nicht mehr welche es war). Der war zwar erst 15, sah aber aus wie 25 und fuhr auch professionell mit dem Geländewagen. Von ihm erfuhr William, dass sich in einer bestimmten Area (die ich leider auch nicht mehr weiß) ein Nashorn herumtreiben würde. Selbst gesehen hatte er es nicht sondern auch nur gehört. Kurzerhand entschieden wir uns da mal vorbeizugucken, denn das Nashorn fehlte uns noch um unsere Big 5 zu komplettieren. Nicht, dass das mein Bestreben war ... aber Nashörner faszinierten mich schon immer und die kriegt man ja auch sehr selten zu Gesicht. Mal sehen ob uns das hier gelingen wird.
Zuerst fuhren wir aber durch ein Gebiet wo es nur so von Tse Tse Fliegen wimmelte. Da brach mal kurz das Chaos in unserem Fahrzeug aus, denn diese Viecher war plötzlich überall. William versuchte ständig mit seinem Cappy welche zu erwischen und auch versuchte mit meinem Schlappen in der Hand mir die nervigen Insekten vom Hals zu halten. So kämpften wir uns wildschlagend in Richtung Triangle...
Tiere hatten wir, außer dem Überfallkommando der Tse Tse schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Die Savanne war wie ausgestorben. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass wir die Dickhäuter finden würden, da das Gelände auch völlig unübersichtlich war.
William fuhr auf eine kleine Anhöhe und spähte mit dem Fernglas in die Gegend. Er meinte, wenn du keine Ahnung hast wo etwas zu finden ist, dann such dir ne Erhebung und suche von dort aus. Aber er konnte leider nichts entdecken. Nichts. Absolut Nichts. Es schienen keine Tiere unterwegs zu sein. Naja, es war ja auch schon Nachmittag und die Hitze war mittlerweile auch nicht zu verachten.
Wir suchten weiter. Am Anfang suchte ich noch mit aber ich konnte sowieso nichts erkennen, daher gab ich schnell auf. Als wir wieder auf einer kleinen Anhöhe standen gab mir William das Fernglas und sagte ich solle durchschauen. Er wies mir die Richtung und ich schaute angestrengt durch das Vergrößerungsglas. Und dann sah ich ... nichts! William erklärte mir auf was ich achten solle ... dort waren 2 schwarze Punkte. Aha! ... ja gut... plötzlich fingen diese beiden kleinen schwarzen Dots an sich leicht zu bewegen. Und dann konnte ich, als ich mich konzentrierte, tatsächlich erkennen, dass es zwei Nashörner waren, die an einem Hang standen. Wahnsinn! Für mich waren sie sogar mit dem Fernglas fast nicht zu erkennen.
Langsam fuhren wir in die Richtung der beiden Hornträger. Hielten aber Anfangs noch einen gehörigen Abstand. William hatte gehörigen Respekt, da uns das Tier fixierte. Es war ein Mutter mit ihrem schon recht großen Nachwuchs. Wir hielten Abstand, damit sich das Tier an uns gewöhnen konnte.
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Die Beiden standen einfach da und beobachteten uns wie wir sie beobachteten. Weit und breit war niemand zu sehen und so mussten wir nicht mit dem Auto für eine bessere Position herumkurven. Wir konnten einfach abwarten und den Moment genießen. Auch William freute sich sehr, denn es war für ihn auch nicht alltäglich Nashörner zu beobachten. Er erzählte mir eine Geschichte, die ihm sein Vater erzählte, als es noch sehr sehr viel Nashörner in den Mara gab. Zu jener Zeit konnte man sie noch überall entdecken und es war nichts Besonderes einen der Dickhäuter zu entdecken.
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Nach einer gewissen Zeit hatte sich die Mutter an uns gewöhnt und wir konnten tatsächlich noch etwas näher an den grauen Riesen heranfahren. Allerdings positionierte William das Fahrzeug hinter einem kleinen Hügel mit einem Busch, so dass das Tier bei einem Angriff nicht direkt auf uns zulaufen konnte. Man weiß ja nie wie sich Nashörner mit Nachwuchs verhielten. Aber die Beiden schienen relativ entspannt...
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Aber irgendwann wurden es ihnen wohl zu heiß, denn sie zogen sich langsam aber sicher in den Busch zurück. Wir fanden sie zwar nochmal zurückgezogen tief im Gestrüpp, entschieden uns dann aber die Beiden in Ruhe zu lassen und unseren Rückweg anzutreten. Wir hatten ja auch noch eine ziemliche Strecke vor uns.
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Wieder mussten wir durch das Tse Tse verseuchte Gebiet fahren und wieder wehrten wir uns mit Händen und Füßen (und Cappy) gegen die Bisse der Mini Draculas. Überall klebten mittlerweile die Leichen der erschlagenen Insekten. Unser Fahrzeug wurde währenddessen die ganze Zeit von Schwalben verfolgt, die Jagd auf aufgescheuchte Insekten und auch auf die Tse Tse machten. Sie flogen mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit neben und um unser Fahrzeug herum. Trotz 1 oder 2 Bissen überstanden wir aber auch dieses Gebiet und kehrten zur Lodge zurück. Am Abend erfuhr ich von Gerdi, der Inhaberin der Aruba Mara Lodge, dass die Bundesregierung zwingend einen PCR Test vor der Rückreise, also mit Betreten des Flugzeugs einforderte. Und zwar genau ab dem Tag an dem ich nach Hause fliegen werde. Na Bravo, dachte ich ... hätte es nicht einen Tag später sein können? Wir überlegten, wie und wo wir den anstehenden Test durchführen könnten. Gerdi wollte ich einer befreundeten Lodge anfragen, die Tests durchführte. Sie war sich sicher, dass ich den Test dort durchführen konnte und er wäre auch nicht teurer wie in Nairobi oder später in Deutschland. Sie würde dort anfragen und mir am nächsten Tag Bescheid sagen. Die Fahrt zur Lodge könnten wir als Game Drive durchführen, so dass wir eigentlich keinerlei Nachteile haben würden. Ich war froh, dass Gerdi dass alles regeln konnte und wir das auch in meiner Muttersprache besprechen konnten. Das macht eine solche Diskussion wesentlich einfacher. Zufrieden, dass alles geregelt werden konnte verzog ich mich in mein Bett nichtsahnend, dass alles anders kommen würde...
😄 😄 Sorry, der musste jetzt mal wieder sein 😄 😄
Teil 2712. Juli 2021
Tag 8
Am heutigen Tag wollten wir versuchen die 5 Muskeetiere zu finden. Überhaupt hatten wir noch nicht so sehr viele Geparden gesehen. William hatte etwas im Buschfunk gehört und so fuhren wir heute nicht durch das Talek Gate in die Mara ein sondern in verließen das Dorf Talek in nördlicher Richtung in Richtung der Paradise Plains. Es war schon komisch anzusehen, wie wir immer wieder junge Menschen in Richtung Dorf laufen sahen und nur wenige Meter weiter Hyänen durch den Busch streiften. Ich dachte so bei mir, was das für einen Aufstand in Deutschland hervorrufen würde. Vorbei am Riverside Camp und am Mara Intrepids Camp fuhren wir in die Paradise Plains. Zuerst suchten wir entlang kleiner Nebenflüsse des Maras nach Leoparden. Die 5 Geparden konnten wir leider nicht entdecken obwohl es hier durchaus mehr Beutetiere hatte. Aber keine der gefleckten Katzen, weder Leo noch Gepard, waren aufzufinden. Nur ein paar Hyänen ließen sich blicken.
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Zwischendurch lichtete ich noch ein paar Vögel ab. Leider muss ich zugeben, und das haben sicherlich einige schon gemerkt, bin ich kein wirklicher Birder.
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Der Tag war nicht sehr ausgiebig. Je mehr wir uns wieder südlich orientierten, desto weniger Tiere waren unterwegs. Wir hielten uns Richtung Aussichtspunkt. Zuvor entdeckten wir einige Giraffen, die auf einen bestimmten Punkt starrten. Wir vermuteten, dass dort ein Raubtier ist und so beobachteten wir die Langhälse ausgiebig.
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Wir konnten allerdings nicht entdecken und die Giraffen entspannten sich auch wieder. So fuhren wir weiter. Wir wollten an den Mara River zum Hippo Pool. Unterwegs trafen wir auf der Straße diese selten gesehene gepanzerte Schönheit.
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Und auch der freundliche Rüsselträger aus der Nachbarschaft mitsamt Nachwuchs war unterwegs.
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Am Mara River angekommen, stellten wir das Auto ab und liefen einige Meter am Fluss entlang. Ich war verwundert, da man ja normalerweise nicht aussteigen darf aber William meinte das sei kein Problem. Selbst die Hippo Pools waren nur spärlich besetzt und Touristen waren schon gar keine unterwegs. Es war bereits Mittag und wir hatten bisher nur ein einziges anderes Fahrzeug gesehen. Die Flusspferde waren auch nicht wirklich motiviert uns eine Show zu bieten und lungerten ebenso wie die anwesenden Krokodile im feuchten Nass.
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Eines der Dickhäuter wollte dann aber doch sein Territorium gegen uns verteidigen und zeigte mit Wasserplantschen, dass ihn unsere Anwesenheit nervte.
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Und dann war der Tag auch schon zu Ende. heute war ein sehr ruhiger Tag. Aber auch solche Tage muss es geben und so ließen wir es langsam angehen ... ohne Hektik und Highlightjagdstress.
Nachdem wir am Abend ins Camp zurückkamen erklärte mir Gerdi, dass Kenyatta ab Montag Nairobi komplett abriegeln wolle. Dies bedeutete, dass man nach 12 Uhr nicht mehr nach Nairobi hinein- oder hinauskommen würde. Daher empfahl sie mir bereits am Sonntag wieder nach Nairobi zurückzufahren. Dadurch verlor ich 2 Tage in der Mara und heute war mein letzter ganzer Tag in der Mara. Wir entschieden uns für einen morgendlichen Game Drive am nächste Tag und anschließender Rückreise nach Nairobi. Ich packte also schon am Abend meine Koffer, so dass wir diese nach dem Game Drive nur noch einladen mussten und sofort nach Narok losfahren konnten. Das war sehr ärgerlich ... 2 ganze Tage, die ich jetzt quasi sinnlos im Hotel in Nairobi verbringen musste. Aber so ist das Reisen in Zeiten von Corona. Man muss mit unvorhersehbaren Dingen rechnen ...
Teil 2822. Juli 2021
Tag 9
So, dann bringen wir das Ganze mal zu Ende. Der letzte Tag brach an und ich konnte nur einen Vormittags Game Drive machen. William wollte noch einmal versuchen die 5 Musketiere zu finden. Es war schon seltsam ... 2017 trafen wir sie fast jeden Tag und dieses Mal noch nicht einmal. Zusammen waren sie aber noch, das konnte mir William bestätigen.
Als aller erstes entdeckten wir aber im feuchten Gras einen Serval, der sich auf der Jagd befand. Das Tier war durch die morgendliche Feuchtigkeit völlig durchnässt und auch scheu.
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Wir waren zuerst 1 Stunde mit ihm alleine wobei wir eine Begegnung zwischen dem Serval und einer Hyäne beobachten konnten. Es kam aber glücklicherweise zu keiner Interaktion, da sich die Katze sofort versteckte. Dann kamen weitere Autos und wir entschieden uns auch weiterzufahren.
Dieses Mal hatten wir Glück denn nicht weit vom Talek Gate lagen die 5 Gepardenkumpels im Gras und ruhten sich aus.
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Komischerweise gab es hier den totalen Verkehrsstau. Vermutlich waren alle in der Mara befindlichen Fahrzeuge an diesem Hotspot anwesend. Die Geparden schien das allerdings nicht zu interessieren. Ich denke sie sind es gewohnt, da sie ja eine wirkliche Attraktion in der Mara sind.
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Allerdings so richtige Bewegung kam in die Katzen nicht. Dann machte ein Fahrer William darauf aufmerksam, dass sein reifen Luft verlieren würde. Wir verließen die Geparden also und fuhren ein Stück weiter um den reifen zu wechseln. Dabei half uns der Sohn der Lodge, der uns auf die Nashörner aufmerksam machte. Ihn trafen wir wirklich ständig während unserer Reise.
nach dem Reifenwechsel fuhren wir zurück zu den Highspeedjägern. William vermutete, dass sie noch jagen würden.
In einer kleinen Senke weit entfernt versammelten sich viele Topis und die 5 Musketiere waren bekannt als erfolgreiche Topijäger. Sie hatten wenige Tage zuvor schon einmal ein Topi erlegt, wie uns erzählte wurde. Dann erhoben sich die Fünf und setzten sich tatsächlich in Bewegung.
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Immer wieder stoppten sie und scannten die Savanne. Die Topis hatten sie allerdings noch nicht entdeckt, liefen jedoch unbewusst genau in diese Richtung.
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Dann legten sich an einem nicht einsehbaren Bereich wieder nieder. Viele Fahrzeuge fuhren zu den Topis und warteten dort in der Hoffnung, dass die Geparden weiter dorthin wandern würden. Zwischenzeitlich waren auch die Ranger angekommen, die sich bezahlen ließen wenn man zu den Geparden fahren wollte. Wir warten sicherlich 2 Stunden in denen sich nichts tat und die Geparden irgendwo im hohen Gras das taten was Katzen eben so tun.
Ich konnte währendessen einige Kronenkraniche beobachten.
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Als es dann langsam aber sicher zu spät wurde gaben wir auf und entschieden zurückzufahren in Richtung Lodge bzw. direkt nach Narok. Das war ja auch noch eine ganz schöne Strecke ... und danach ging es ja noch nach Nairobi. Verabschiedet wurden wir von einem Straßenrudel, Straußenschwarm, Straußenherde? Wie sagt man da eigentlich? 😄
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Teil 2925. Juli 2021
Nach der Rückreise nach Nairobi, die ereignislos blieb checkte ich wieder im Hotel ein, in dem ich auch schon in der ersten Nacht war. Beim Aufstieg am Rift Valley konnte ich mit dem Handy einen tollen Sonnewolkendurchbruch fotografieren. Leider nur in der Fahrt, da wir schon spät dran waren.
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Am nächsten Morgen kam der von wecam organisierte Arzt in mein Hotel und nahm den Abstrich für den PCR Test. Während ich tagsüber meine Bilder sortierte kam das Ergebnis am späten Abend.
Auch den nächste Tag verbrachte ich im Hotel und fuhr gegen Abend zum Flughafen. Dort war das absolute Chaos. Durch den kurzfristigen Lockdown verließen viele Touristen fluchtartig das Land. Und die zwingend notwendigen PCR Tests und das Einscannen erforderte ebenso seine Zeit. Aber das habe ich ja alles schon zu Beginn des Reiseberichts beschrieben.
Fazit: Der März ist wegen dem hohen Gras eindeutige eine schwierige Reisezeit für Fotografen. Allerdings ist es auch eine Zeit wo sich der Tourismus in Grenzen hält. Bei dieser Reise war die Touristendichte aufgrund von Corona inflationär niedrig.
Das Aruba Camp kann ich wieder uneingeschränkt weiterempfehlen.