Wir melden uns an, zahlen die Gebühr und bekommen eine Führerin die uns zu den verschiedenen Gravierungen führt. Dies ist auch unbedingt notwendig, denn das Gelände in dem sich die Gravierungen befinden ist sehr weitläufig und mit unzähligen großen und kleinen Steinblöcken übersät so, dass man ohne Kenntnisse zur Lage der Gravierungen keine Chance hätte diese ohne sehr erheblichen Zeitaufwand zu finden. Es geht auf und ab durch den Dschungel der vom umgebenden Plateau abgebrochener Steinquader, wobei unsere Führerin gezielt die verschiedenen Fundorte ansteuert. Die teilweise detailgetreue Abbildungen von Tiere und Tierspuren die in den Gravierungen dargestellt sind, sind schon sehr beeindruckend. Dazwischen aber dann auch Karikatur ähnliche Darstellungen und welche, wie z.B. der Löwe der am Schwanzende eine Hand aufweist sind noch nicht zweifelsfrei gedeutet?! Die Gravierungen sind teilweise Vollgravierungen bei anderen wurden nur die Umrisse eingeritzt. Insgesamt ein sehr interessantes Zeugnis der vor sehr langer Zeit dort lebenden, prähistorischen Menschen!
Löwe mit Hand am Schwanzende?
Karikatur (?) eines Elefanten.
Schöne Abbildungen von verschiedenen Hufabdrücken.....vielleicht auch als Lehrmittel für die Jugend?
Malblöcke der Prähistorik!
Wir essen und trinken in dem Restaurant noch etwas und brechen dann auf um über Uis zur Spitzkoppe zu fahren. Dabei nehmen wir die "Abkürzung" entlang des Aba Huab die zwar kürzer, jedoch wegen des Zustandes der (zum großen Teil nicht vorhandenen) Pad alles andere als eine zeitliche Verkürzung darstellt! Wir haben allerdings diese Route gewählt, weil wir auf eine Sichtung der Wüstenelefanten hoffen und wir werden nicht enttäuscht.....
Wir sind überglücklich eine kleine Gruppe Elefanten im Aba Huab Tal zu entdecken.
Dieser Halbwüchsige spielt Minutenlang sehr geschickt mit einem Stock. [Ich war sehr erstaunt als ich erfuhr, dass ein Elefant lediglich in seinem Rüssel eine deutlich größere Anzahl Muskeln hat als ein Mensch im ganzen Körper! Als ich dies erfuhr wurde mir schlagartig klar weswegen ein sehr junger Elefant so ungeschickt mit diesem Wunderwerk(zeug) umgeht!]
Nach einige Strecken auf denen "Tiefsandwühlerei" angesagt war kommen wir endlich auf die Straße Richtung Uis, die wohl etwas wellblechig, ansonsten aber einigermaßen in Schuss ist. Wir sehen viiiieeel Straße, eine kleine Gruppe Elefanten im Nirgendwo, den schemenhaften Brandberg und dann die Abraumhalden der ehemaligen Zinn-Mine in Uis. Wir tanken noch für die Fahrt zur Spitzkoppe und dann, in einigen Tagen nach Swakopmund.
Pad.....nur Pad!
Kleine, ärmliche Siedlung am Rande der Pad.
.....mehr Pad, diesmal mit Brandberg im Hintergund.
Schöne, unerwartete Begegnung auf offener Straße.
Große, faul riechende Pflanze an der Tankstelle in Uis.
Ja, die Blume riecht wirklich wie verwesendes Fleisch und manch eine(r) scheint ihr auf den Leim zu gehen!
Die letzte Strecke von Uis zur Spitzkoppe zieht sich doch ziemlich und wir kommen relativ spät am Nachmittag dort an.
Teil 2219. Feb. 2021
Da es nicht möglich ist in der Community Campsite einen bestimmten Stellplatz zu buchen, sind wir natürlich wegen unserer späten Ankunft deutlich im Nachteil. Wir fahren ziemlich beim Sonnenuntergang und suchen eilig einen Platz. Zunächst steuern wir unsere Lieblingsplätze, 11a und 11b an.....keine Chance! Auch die weiteren Plätze in dem westlich der Spitzkoppe gelegenen Talkessel sind belegt! Enttäuscht suchen wir weiter, finden nichts was nicht belegt ist und uns anspricht, also gehen wir bei jetzt voller Dunkelheit, etwas zermürbt auf den Platz in dem "Neck" zwischen Eingang und westlichen Talkessel wo wir eine kalte, windige, unangenehme Nacht verbringen. Das Ruckeln des Windes am Dachzelt weckt uns bereits vor Sonnenaufgang. Wir ziehen uns warm an, wärmen die Hände an einer heißen Tasse Kaffee und begeben uns in Richtung des Felsenbogens südwestlich der Spitzkoppe.....
Erste Sonnenstrahlen im Neck zwischen Westtalkessel und dem Felsenbogen im Südwesten.
Die warmen Rottöne sprechen mich tief im Unterbewusstsein an!
Selbstporträt "ohne" Dame!
Erst einmal den Organismus auf Betriebstemperatur bringen.
Dann fahren wir zurück zum Camp, frühstücken und sehen uns erneut die Plätze im westlichen Talkessel an. Eine Gruppe verlässt gerade den Platz 11a, unseren Lieblingsplatz! Wir packen schnell unser Camp zusammen, ziehen um, genießen die Morgensonne, die wunderbare Kulisse und ein ausgedehntes "English Breakfast". Wir genießen einfach die Wärme, die helle, rot-gelbe, freundlich wirkende Felswände, die großartige Land(Berg)schaft um uns herum, erkunden die Gegend zu Fuß und ziehen uns zur Mittagszeit in die schattigen Risse der kleinen Felsinsel zurück an der unser Campsite gelegen ist. Wir beobachten Fauna und finden interessante Flora in der Umgebung.....
Sieht doch tatsächlich nach "umgedrehten" Baum aus!
Riesenwände thronen über uns.....Es kommen Erinnerungen auf, Erinnerungen an ein anderes Leben, damals in 1975 als wir, mein Vater und ich auf der Standardroute in dieser Wand hingen.....
Aquila Verreauxii, lediglich als Beweis/Erinnerungsfoto gedacht!
Camp einrichten.
Man kann sich im evolutionären Sinne einen Wettbewerbsvorteil verschaffen indem man Lagen besiedelt auf denen kein anderer kommt! Immer wieder erstaunlich wie resilient die hiesige Flora (auch Fauna wenn man z.B. an Oryx Gazella denkt!) doch ist!
Was aus dem nackten Fels sprießt.....
.....bietet für andere den vollen Überblick!
Teil 2319. Feb. 2021
Mittlerweile ist der Nachmittag bereits gut fortgeschritten. Wir nehmen eine Kühltasche mit kalten Getränken und einen Beutel mit den üblichen Snacks und steigen auf den Felsen der zwischen den Campingplätzen 11a und 11b liegt. Wir schauen uns in Ruhe die Landschaft, Fauna und Flora an während die Sonne ihren täglichen Gang gegen Westen fortsetzt.....
Nachmittag, rubuste Pflanzen in "guter Lage" mit der schönen Kulisse der großen Spitzkoppe thronend über alles!
Die Bäume schmiegen sich eng an die Felswände.....Windschutz, Stabilisierung oder Absorption der Sonnenenergie aus dem Felsen.....das ist hier die Frage?
Wir sehen wie eine kleine (ca. 20 cm) Echse hinten etwas ausscheidet, wissen aber nicht ob es sich um Eier oder vielleicht doch eher um einfachen Toilettengang handelt?
Dann kommt die Zeit die gerade an der Spitzkoppe wohl zu den schönsten in ganz Namibia zählt.....Sonnenuntergang.....
.....und das ist ein "Steeltjie".....Afrikaans für "Stielchen". Was hat das auf sich? Na ja, die Gläser sind aus alte Weinflaschen hergestellt die in der Hälfte abgeschnitten und wo der Boden an den Hals angeblasen worden ist. Wir haben festgestellt, dass der Flaschenhals genau die Menge enthält, die man zu einem Apperativ bzw. Digestiv braucht!.....daher ein "Steeltjie"!
Dann wird das Gestein immer wärmer, rötlicher und wir staunen, still, jeder mit seinen eigenen, tiefsten Gedanken beschäftigt.
Unser Lager vom Felsen aus gesehen.
Wir steigen vorsichtig wieder ab, sitzen noch lange am Feuer, welches natürlich auch zur "Vorbereitung unseres Abendmahls auf südafrikanische Art".....kurz Braai.....dient! Dazu gibt es die üblichen Getränke! Auch noch ein Steeltjie Amarula Gold.
Teil 2421. Feb. 2021
Am nächsten Morgen geht es früh raus; wir wollen nämlich den Sonnenaufgang am Felsbogen genießen! Wir fahren durch das Neck als die ersten Sonnenstrahlen zwischen Spitzkoppe und Pontoks durch kommen. Es ist eine herrliche Stimmung die wir in vollen Zügen genießen.....
Wir fahren vom Felsbogen Richtung Westen und dann am großen Berg der westlich der Spitzkoppe liegt in Richtung Norden entlang. Dabei haben wir großes Glück und können einer kleinen Gruppe Klippspringer beim Alltagsleben zusehen. Leider sind sie sehr weit entfernt, somit müssen wir stark in den Telebereich gehen, entsprechen leidet die Bildqualität.....
Ruhephase.....
.....ansetzen zum Sprung.....
.....mitten in der Luft!
Erneut Ansatz zum Sprung.
Dann wird es immer heller und greller, die Farben, Konturen und Schatten verschwinden allmählich und wir ziehen uns in den Bereich um unser Lager zurück, wo wir es schaffen ein wenig Schatten zu ergattern und dabei noch das Treiben der Kleintierwelt um uns herum zu beobachten.....
Ja, es ist noch etwas kalt!
Nach der (ausgedehnten) Mittagspause haben wir uns vorgenommen Richtung Nordosten um die Spitzkoppe herum zu fahren und den (damals noch frei zugänglichen) Felsbogen nördlich der Spitzkoppe zu besichtigen. [Seit ca. 2017 (Mitte 2016 ging es noch, Mitte 2018 nicht mehr) ist dieser Felsbogen nur noch von der Spitzkoppen Lodge zugängig.]
Teil 2522. Feb. 2021
Los geht es, zunächst in westlicher Richtung durch das Tor welches das Community Camp nach Westen hin begrenzt, danach grob nach Norden um das Spitzkoppen-Massiv entlang und herum. Wir halten immer wieder an schönen Stellen die einen anderen Einblick liefern und sehen auch, dass die etwas überzogene Bezeichnung; "Matterhorn Namibias", aus gewissen Perspektiven gar nicht so abwegig ist!
Es ist noch etwas zu früh am Nachmittag, die Sonne strahlt noch aus allen Rohren und es ist noch entsprechend hell!
Wir fahren weiter, zum Felsbogen. Sie Sonne steht mittlerweile relativ tief, die kurzen (blauen) Wellenlängen werden nun sehr effektiv von der dicken Schicht Atmosphäre die durchlaufen wird geschluckt und somit verbleiben die herrlichen, warmen Rottöne die wir so lieben!
Bild aus dem Felsbogen Richtung Südwesten!
Blick vom Felsen über dem Felsbogen Richtung Ost, ganz grob dort wo Heute die sehr schöne (siehe wunderschönen Bericht von Beatnick hierzu) Spitzkoppen Lodge liegt.
Richtung Nordosten, an den Ausläufern der Spitzkoppe entlang, mit Erongoberge im Hintergrund!
Nach ausgiebiger "Foto-Orgie" machen wir uns wieder auf den Weg Richtung Campsite um dort unseren Sundowner am "Stammplatz" einnehmen zu können.
Die universell anwendbare Frage (von E.H.) stellt sich wieder mal; "Was wollte er (in diesem Fall der Baum und nicht der Leopard!) dort oben?"
Der schemenhaft angedeutete Brandberg über die Ebene im Nordwesten.
Dann geht es, gut eingedeckt mit allen nötigen "Wohlfühl-Hilfsmittel" in ausreichender Menge auf den "Hausberg"!
Das ist doch die perfekt Kulisse für ein Getränk dieser Art!?
Ich liebe es.....
Wir machen, zur (Abschieds)Feier der sehr schönen Tage am Matterhorn Namibias zünftig Braai, mit Eland-Filet, Boerewors, Roosterbrood (mit Käse, zwiebel und Tomate gefüllt) und einem frisch zubereiteten grünen Salat. Vorweg gibt es noch, als Aperitif einen schönen Sedgewicks Old Brown Sherry und das Essen wird dann natürlich durch die üblichen Getränken begleitet. Am Schluss, es war vielleicht 22:30 oder 23:00, gibt es dann noch einen Steeltjie Amarula Gold. Am nächsten Morgen lassen wir uns Zeit, denn wir müssen nur die ca. 150 km nach Swakopmund fahren. Wir frühstücken in Ruhe, genießen die Sonnenstrahlen am Morgen und verabschieden uns von der getreuen "Campingplatz-Fauna"! Wir fahren auf der d3716 Richtung Anschluss an die d1918 nach Henties Bay, fahren dann aber zur B2 nach Swakopmund.
Es hat sich sogar bis hier herumgesprochen, dass möglichst viel Luft im Gefieder nützlich ist gegen Frühmorgenkälte!
Gut zu sehen, die große Spitzkoppe (links) mit den Pontokbergen (rechts).
Das "Neck" in den Talkessel westlich der Spitzkoppe befindet sich rechts unten zwischen der Sonnen angestrahlten Felswand die über der großen Akazie mitten im Bild liegt und dem direkt rechts davon gelegenen Gelände. Zum Vergleich dann noch einmal ein Blick auf die Spitzkoppe bei optimaler Beleuchtung.....der Unterschied ist doch wie Tag-und-Nacht und soll zeigen, dass diejenigen die daran "vorbeibrausen" wirklich eines der Highlights Namibias verpassen!
Wegen des geringen Abstandes denken wir gar nicht daran aus den "Stop" Zustand zu schalten, fahren geruhsam weiter, Richtung Swakopmund.....
Teil 2623. Feb. 2021
Während wir so fahren, merken wir, dass wir uns riesig auf die Tage in Swakopmund freuen! Wir sinnieren darüber, weswegen wir uns eigentlich so freuen in eine Stadt zu kommen, wo ja einer der Hauptgründe für unsere Namibia Reisen gerade der ist, dem Städtetrubel zu entfliehen!? In Swakopmund haben wir ein Apartment in der Alten Brücke gebucht.....wir wissen, dass wir hier die Möglichkeit haben werden wieder ausgiebig zu duschen, Wäsche zu waschen die wir für die nächsten Etappen brauchen werden, essen zu gehen (und nicht selbst vorbereiten zu müssen), einzukaufen, (z.B. bei Cymot wo wir alles bekommen werden was wir camping-mäßig brauchen und noch viel mehr was wir zwar nicht brauchen aber gerne hätten!) der Ledermanufaktur einen Besuch abzustatten um uns mit neuen Vellies, Hüte usw. einzudecken.....usw., usw.,usw.
Dann überlegen wir ob wir das gleiche Gefühl bekämen wenn wir jetzt auf dem Weg nach Windhoek, Grootfontein oder Keetmanshoop wären?.....Nein, definitiv nicht!.....bei Lüderitz?.....schon!
Dann wird uns klar, woran es liegt! Es ist der unglaubliche Kontrast zwischen der subtropischen Wüste und der deutschen "Zuckerbäckerarchitektur" des späten 19. Jahrhunderts!.....es passt absolut nicht, es passt so sehr nicht, dass es schon wieder eine Attraktion wird! Dieser Kontrast ist in Lüderitz noch viel stärker, weswegen wir auch sehr gerne in Lüderitz verweilen. Es ist als würde man einen Himba-Kraal in den Schnee des winterlichen Garmisch bauen!
Wir kommen bereits gegen Mittag in Swakopmund an, beziehen unsere Zimmer in der alten Brücke, machen uns frisch und gehen zu Fuß auf Foto-Pirsch.....
Die Palmen passen so gar nicht zur Architektur!
Wo sonst kreuzen sich Bismarck und Anton Lubowski Straßen inmitten der Wüste und unterm Kreuz des Südens!? Auch die Schießscharten am Fort lassen mich immer an die Dornen der Rose des kleinen Prinzen denken.....so herzzerreißend naiv und harmlos!.....mit Schießscharten gegen Wüstensand, viel Wüstensand.....
Wir gehen zurück in unsere Herberge, machen uns frisch und gehen dann zum Butcher & Brewer wo wir, wie immer in diesem Lokal, mit einem "Bier-Test-Brett" pro Person beginnen! Dabei suchen wir uns unser(e) Begleitgetränk(e) zum (in meinem Fall) Oryxfilet aus. Nach einem sehr netten Abend geht es dann relativ früh zu Bett, denn wir haben uns für den nächsten Tag ein volles Programm inklusive Mondlandschaft, Goanikontes und Welwitschia Drive vorgenommen.....
Teil 2723. Feb. 2021
Am nächsten Morgen geht es dann früh los. Wir fahren zunächst auf der d1901 in Richtung Goanikontes, machen viele Pausen um die sehr schöne Landschaft zu genießen. Schon nach wenigen km auf der d1901 sehen wir Landschaften die wirklich sehr treffend als Mondlandschaft bezeichnet werden können. In den USA würde man diese mit "Badlands" bezeichnen.....
Wir sind über die Vielfalt der zum Teil sehr farben- und formenfrohen Flechten fasziniert.....
Ich denke das arme Geflecht wird schon ganz nervös bei dieser geballten Zuwendung gleich dreier Homo Sapiens!
Auch sehen wir, außer atemberaubender Landschaft, vereinzelt kleine Insekten und Vögel.....
Dieses putzige Kerlchen erinnert mich immer an einen aufrecht stehenden Menschen, Hände auf dem Rücken und selbstbewusst in die Zukunft schauend.
Da muss man schon sehr genau hin schauen, so gut wie.....
.....diese hier getarnt sind!
Dann schlägt mein Geologenherz höher, denn ich sehe in der Ferne eine eigenartige "Umrandung" der Bergkronen.....was ist das?.....
Wir kommen näher.....
Sieht aus wie ein verwitterter Doleritgang
Wir fahren in den (künstlichen) Durchbruch der wohl beim Bau der Straße entstanden ist, ich steige an der einen Seite des Durchgangs auf den Bergrücken und sehe den Gang ganz deutlich, wie er sich kilometerweit in beiden Richtungen erstreckt! So klar und deutlich sieht man einen solchen Gang selten!
Teil 2824. Feb. 2021
In dem Durchbruch sind die Gesteine des dicken, intrusiven, dunklen Dolerits sehr gut zu sehen.
Im Hintergrund schlängelt sich der Gang, teils aufgespalten bis zum Horizont!
Die Straße in Richtung Welwitschia Drive führt in die Mondlandschaft hinein, ins Tal des Khan Rivers.
Am Wegesrand (Graben) im Durchbruch sehen wir dann noch diese wunderschöne Lebewesen die ihr marginales Dasein am Rande des Möglichen fristen.....fantastisch! (".....and I think to myself, what a wonderful world!")
Wir fahren weiter, durchqueren das Tal und kommen auf eine große, karge Ebene wo wir viele Welwitschias sehen und dabei, eigentlich erstmals, feststellen, dass diese doch ziemlich unterschiedlich daher kommen! Ja, jede Pflanze scheint ein sehr eigenes "Ich" zu besitzen.....eigentlich kein Wunder bei dem Alter! Die Welwitschias dienen als Wirt für einige Insekten Spezies, wovon (so habe ich irgendwo mal gelesen) einige wohl spezifisch nur in Symbiose mit diesen Pflanzen leben.....
Unglaublich schön leuchtend.....fast als wären sie aus Kunststoff!
So ists richtig.....Schlemmen beim Gruppensex!
Ommmmmm.....Meditation vor dem alten Guru, Welwitschia, im Namib-Ashram!
Die Welwitschias sehen immer so unordentlich, verwittert, abgewrackt aus..... .....kein Wunder bei dem Alter und dabei nur 2 Blätter!
Die "Zapfen" bestehen aus weiße "Blütenblätter" auf denen sich die Käfer (Wanzen?) auch sehr wohl zu fühlen scheinen (siehe Bilder oben). Ich denke sie fressen entweder die Blätter selbst oder irgendein Sekret welches die Pflanze produziert, nehmen dabei Pollen auf and tragen diese kostbare Fracht dann zur nächsten Pflanze!?
Einfach schön, wie sie da liegen, uralt, verwittert......was mögen die alles "gesehen", er- und überlebt haben? Wie sie da liegen, Lebewesen, ohne unsere Sinnesorgane, gewiss, aber wer weiß schon wirklich zu welchen Wechselwirkungen mit ihrer Umgebung diese Geschöpfe imstande sind?
Ein besonders mekwürdiges Exemplar..... .....mit deutlich entwickeltem Stamm!
.....und aus dem Nichts sprießt immer wieder und überall das pralle Leben! Ich denke unwillkürlich an die alte, philosophische Weisheit die mich Zeit Lebens immer wieder aufsucht; "Im kleinsten Grashalm in deinem Garten kannst du das ganze Universum entdecken!".....wie wahr!
Teil 2924. Feb. 2021
Wir fahren weiter, sehen noch einige beeindruckende, besonders gut erhaltene Welwitschia Exemplare mit vielen intakten Zapfen und kommen dann zu dem, was für manche Besucher das Highlight dieser Fahrt ist; eine sehr große, sehr alte (soll 1500 Jahre alt sein!) Welwitschia.....
Unscheinbarer Busch, aber was für prächtige Blüten! Wenn ich eine Biene wäre könnte ich den Reiz dieser Pracht bestimmt nicht wiederstehen!
Ein wirklich riesiges Exemplar! 1500 Jahre steht es schon hier, hat Wind, Sand, Sandstrahlung und die unerbittliche Sonne Namibias getrotzt; 1500 Jahre lang! Eigentlich erstaunlich für ein solch unscheinbares, etwas anfällig wirkendes Gewächs! (Nur schade, dass es umzäunt werden muss um zu verhindern, dass es vom Getrampel selfiesüchtiger Touris "frühzeitig" ins Jenseits befördert wird!)
Weiter geht es auf guter Schotterpad in das große Tal nach Goanikontes.....
Ein sehr schöner Pass führt ins Tal von Goanikontes.
Wir sind von der Oase Goanikontes nicht besonders beeindruckt. Obwohl nicht sehr viel Betrieb ist, kommt uns die Anlage etwas wie eine (nicht wirklich gelungene) Mischung von Jahrmarkt und Freizeitpark vor. Wir machen ein Paar Bilder und fahren zurück Richtung Swakopmund.
Dieses Gebäude von 1903 ist älter als vieles was wir in Swakopmund aus der Deutschen Zeit gesehen haben!
Es kommt Wind auf, Staub wird aufgewirbelt, die fernere Landschaft verschwimmt.....es sieht direkt ganz anders aus als noch am Morgen.
Auf dem Weg zurück zur alten Brücke machen wir dann am späteren Nachmittags noch einen letzten Abstecher an die Küste etwas nördlich von Swakopmund.
Wind und Wellen haben das Meer an der Geröllküste gut aufgeschäumt.
Die "Skyline" von Swakopmund. Nicht ganz Chongqing, aber dafür viel charmanter, vertrauter, lebens- und liebenswerter. Die Betonständer sind Überbleibsel der alten Eisenbahnbrücke nach Walvisbaai.
Swakopmund "Altstadt" mit Mole.
Wir gehen Abends noch schön essen im Ocean Basket; Kingklip mit dem passenden Weißwein.....hervorragend. [Die alte Brücke ist durchaus empfehlenswert, wir würden eigentlich jederzeit wieder dort hin; eigentlich.....denn damals kannten wir Meikes Guest House noch nicht, eine Bleibe die wir jetzt jederzeit vorziehen würden wegen der viel persönlicheren Größe (deutlich kleiner), der schönen, sauberen, hellen und gut funktionierenden Zimmer, der liebevollen und persönlichen Einrichtung des gesamten Areals, vor allem aber wegen der wunderbaren Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft von Meike und Klaus!]
Teil 3025. Feb. 2021
Wir schalten aus dem herrlichen "Stop" Zustand wieder in ein, na, sagen wir mal "Halb Go", denn die 300 an diesem Tag zu fahrenden km stellen ja nicht wirklich eine bemerkenswerte Strecke dar. Der Abschied aus Swakopmund und somit von der "Zivilisation" fällt, auch wegen des relativ kurzen Aufenthaltes und der somit "unterlassenen" Aktivitäten sehr schwer. Schnell wird dieses Verlustgefühl durch die freudige Erwartung kommender Erfahrungen und Erlebnisse überschattet und ersetzt. Wir fahren zunächst über Walvisbaai und der C14 Richtung Solitaire, verlassen aber diese Route kurz vor Solitaire indem wir auf die D1275 abbiegen Richtung Spreetshoogte. Wir wollten uns sowohl mal den (berühmt berüchtigten) Pass sowie auch die Namibgrens Guest Farm anschauen.
Los geht es hinter den Dünen entlang Richtung Walvisbaai.....
Sehr gut zu sehen sind an diesem Morgen die Nebel die vom kalten Atlantik aufsteigen, versuchen den Dünengürtel zu überwinden und dann doch an der trockenen, sich bereits aufwärmenden Namibluft scheitern!
Es scheint so nahe am Meer doch Wasser in ausreichender Qualität zu geben.....vielleicht sind die Datteln ja auch nur in herzhaften Kochrezepten zu verwenden!?
Dann fahren wir die sehr schöne Strecke auf der C14 durch den Kuiseb, verpassen wieder mal die erste Höhle von Henno Martin und Hermann Korn (ist wirklich, vielleicht auch bewusst, nicht sehr gut Gekennzeichnet!) und fahren Richtung Solitaire weiter. Die Landschaft ist genau die weswegen es mich immer wieder in diese Regionen zieht! Ich kann von den schönen Pastelltönen an blauem Himmel einfach nicht genug bekommen!
Auf einer kleinen Anhöhe haben wir sehr gute Sicht, sehen wie die Straße Kilometerweit in die Ferne führt und wie Pflanzen es wieder mal schaffen die kargsten, lebensfeindlichsten Räume zu besetzen und dabei noch so anmutig daher zu kommen!
Das Tal welches sich im mittleren Hintergrund, parallel zum Horizont befindet, scheint zumindest für bäume erreichbares, unterirdisches Wasser zu führen.
Flussbett und Tal des Kuiseb. Alles Glimmerschiefer-Gestein.....soweit das Auge reicht! Gaub Tal, deutlich übersichtlicher als das Kuisebtal.
Dann folgt das Highlight des Tages; eine Bilderbuchlandschaft die für mich die perfekte Ästhetik darstellt.....ein Feuerwerk von Pastellfarben, hell blauer Himmel, fast wie ein impressionistisches Gemälde.....nicht ganz van Gogh, aber auf dem besten Wege dorthin!.....einfach fantastisch!
Teil 3126. Feb. 2021
Wir fahren von der C14 auf die D1275 Richtung Osten zum Spreetshoogte Pass ab. [Der Spreetshoogte Pass ist mit bis zu 22% Steigung der steilste Pass Namibias! Er steigt von der Namibebene ca. 1000 m bis auf über 1700 m ins Khomas Hochland auf, besteht zum großen Teil aus gut befahrbarem "Gravel", ist jedoch in den steilsten Abschnitten mit einer Betondecke befestigt.] Der Pass ist gut befahrbar und stellt eigentlich keine größeren Probleme dar, obwohl man sich zunächst an den steilsten Stellen schon mal die Frage stellt; "Wie komme ich da bloß hoch?"
Wir genießen die spektakulären Aussichten, die der Pass an diversen Stellen bietet.....man hat eine wirklich traumhafte Sicht über die Ebene zwischen Sandnamib und Berge.
"Studie in Blau!".....Semi-Gegenlicht Aufnahme in Richtung Nordwesten; von der Passhöhe aus.
Wir Reißen uns von dem Aussichtspunkt in Passhöhe los und fahren zur Namibgrens Gästefarm wo wir am Farmgebäude zurückhaltend freundlich empfangen werden. Der Campingplatz ist vollkommen leer.....wir können uns einen Platz beliebig aussuchen und entscheiden uns für die Nordwestliche Ecke des Areals. [Die einzelnen Plätze sind großzügig, haben einen mit Zeltplane überdachten Sitz- und Waschbereich, einen sehr schönen, großzügig angelegten Braaiplatz und viel ebenes Terrain auf dem sich gut zelten lässt!] Ich gehe noch kurz in den einladenden Pool (der blitzeblank und ansonsten auch in sehr gutem Zustand ist!) der sich mittig im Camping Areal befindet, obwohl ich zugeben muss, dass dies, wegen der Höhe und Jahreszeit, eine grenzwertige Erfahrung ist!
Camp ist aufgebaut, einschlägige "vor Dinner" Getränke stehen auf dem Tisch und das Feuer brennt!.....was braucht man mehr?
Wir machen ein Braai und sitzen, trotz der Kälte (1600-1700 m im Winter!) noch lange im geschützten Rund des Braaiplatzes.
Der aus Naturstein gemauerte Braaiplatz (links) ist wirklich klasse und bietet selbst an kalten Winterabenden noch gut Schutz, da er "tiefergelegt" ist und die Wärme des Feuers absorbiert und reflektiert.
Am nächsten Morgen lassen wir uns viel Zeit, denn wir brauchen nur die ca. 140 km nach Sesriem fahren. Wir frühstücken ausgiebig, erkunden die Umgebung, Fauna und Flora.
Auf Betriebstemperatur kommen!.....Ein wenig Reptil steckt doch auch noch im tiefsten Innern von Homo Sapiens verborgen!
Die beiden letzten Campsites des Areals.
Unser Platz. Der überdachte Sitzbereich, Wasch- und sanitäre Anlagen sowie Braaiplatz sind ganz gut zu sehen.
Wir fahren gemächlich über den Remhoogte Pass nach Sesriem, lassen uns viel Zeit, halten immer wieder, denn diese Strecke ist wirklich sehenswert!
Teil 3227. Feb. 2021
Wir fahren zunächst auf der D1275 weiter nach Nauchas, danach über den Remhoogte Pass auf der D1261 und C24 bis zur C19, die wir bis nach Sesriem folgen. Der Remhoogte Pass ist nicht mit dem Spreetshoogte Pass vergleichbar. Es geht ziemlich gemächlich runter, die Schotterstraße ist breit und gut ausgebaut.
Mitten im Remhoogte Pass.
Es kommt ein heftiger Wind auf der viel Staub aufwirbelt und uns teilweise in Schleichfahrt zwingt um überhaupt Fahrsicherheit zu gewährleisten. Der starke Wind ist auch gut an den charakteristischen Zirren zu erkennen an denen auch die Windrichtung ganz gut sichtbar wird.
Man sieht die Staubwolke ganz gut am Fuße der fernen Berge.
An Wegstrecken wo viel Staub liegt, wird dieser auch ganz gut vom heftigen Wind aufgewirbelt.
Wir haben teilweise aber auch gute Fernsicht und fahren an der Grenze zwischen Sand- und Steinnamib entlang die ich so sehr liebe. Die goldenen Graswellen und grüne Tupfer der kleinen Büschchen in dem roten Sand der Namib zupfen an einer Saite in meiner Seele und lösen eine Resonanz aus die ich nicht in Worte zu beschreiben vermag.....ich kann mich an diesem Anblick nicht satt sehen!
Sehnsuchtslandschaft..... ......so fern das Auge reicht!
Wir sehen das Dessert Camp und können uns gut vorstellen, dass man von dort aus einen wunderbaren Fernblick in die Sandnamib haben müsste, mit garantiertem Sonnenuntergang von der Terrasse aus!
Weiter geht es Richtung Sesriem.....
Der Wind hat sich etwas gelegt und wir bekommen im NWR Campingplatz einen schönen Platz an der Norwestseite im Außenring. Es ist aber immer noch viel zu windig und daher ungemütlich und sicherlich nicht verantwortbar um ein Feuer zu machen. Wir gehen also im Restaurant etwas trinken und genießen ein relativ einfaches, aber durchaus schmackhaftes Abendessen.
Teil 3301. März 2021
Wegen des immer noch starken Windes sitzen wir noch lange im Restaurant, gehen dann wieder zum Campsite zurück, nehmen noch ein Steeltjie als Absacker, stellen unseren (inneren) Wecker und verkriechen uns im Dachzelt, denn wir halten das "sandgestrahlt-werden" und "Knirschen zwischen den Zähnen" einfach nicht mehr aus! [Wir sind immer sehr gerne im NWR Camp in Sesriem, denn dies erlaubt uns (Camper) einen früheren (1 Stunde) Zugang und späteren Verbleib (1 Stunde) im Park als alle anderen Camper!] Es ist eine sehr unruhige Nacht, denn der Wind schüttelt uns ganz gut durch. Es ist außerdem auch eine sehr kurze Nacht, denn wir trauen unseren Ohren nicht, als wir ca. 1 Stunde vor Toröffnung von Motorenlärm unsanft ins Bewusste zurück befördert werden! Es stellt sich heraus, dass die ersten Übereifrigen sich bereits ein Rennen um die Pole-Position am Tor liefern?!.....Man muss ja nicht alles verstehen! Wir schützen unseren Kocher so gut es geht mit Kisten usw., kochen Kaffee und Tee und essen dazu unser übliches "Schnellstart" Frühstück.....Ouma Rusks. Als das Tor aufgeht reihen wir uns in die nunmehr ca. 15-20 Fahrzeugen zählende Schlange ein und fahren mit dem ersten Pulk in den Park ein, wobei wir das leider mittlerweile übliche Drängeln und eine unverständliche Ungeduld erleben! Einige scheinen die Geschwindigkeitsbegrenzung bestenfalls als "Vorschlag" aufzufassen, jagen mit Tempo 120+ davon und liefern sich gegenseitig ein Rennen!?.....Idioten gibt es sicherlich überall.....wahrscheinlich sind dies teilweise die üblichen Verdächtigen, die mich auch auf den deutschen Autobahnen ärgern! Wir fahren weiter, Die Düne 45 kommt, wegen des immer noch starken Windes allerdings nur schemenhaft, in Sicht und wir sehen die Fortführung des toten Rennens. Es ist bereits eine gewaltige Menschen Karawane unterwegs.....
Das Rennen scheint entschieden.....Gold, Silber und Bronze sind vergeben.....aber.....was ist das?.....es gibt doch noch starke Konkurrenz um Gold!.....welcher der inzwischen sicherlich gut sandgestrahlten (Athleten) macht das Rennen.....?
Es sind auch Busreisende von wer weiß wo angekommen die den Individualtouristen die vordersten Plätze auf der Düne streitig machen!
Wir fahren zufrieden und in aller Ruhe weiter, im Bewusstsein, dass die Düne 45 mal wieder volle Arbeit geleistet und 60-80% der Menschenmasse "abgeräumt" hat! [Ich frage mich indes ob es eine bewusste "Menschenmassen-Entzerrungs" Strategie des NWR gewesen ist die Düne 45 zur höchsten am Tsauchab, bzw. sogar der gesamten Namib, zu erklären!?] Es sind nur noch wenige Fahrzeuge vor uns so, dass wir froher Hoffnung sind, dass wir im Deadvlei noch Sand, Salz und Bäume und nicht nur posierende Selfiemacher*innen sehen!
Die Sonne geht auf.....
.....und taucht die Landschaft in ein wunderbar warmes Licht, das einen ganz vergessen lässt, dass diese Gegend zu den unwirtlichsten des südlichen Afrikas gehört! Wir halten immer wieder, genießen die Morgenstunden ausgiebig und ganz bewusst als das was sie sind; ein unvergessliches und unwiederbringliches Kleinod!
Der starke Wind ist ganz gut am von den Dünenkronen ab gewehten Sandschleier zu erkennen.
Auch am Fuße der Dünen wird Staub aufgewirbelt und verschleiert diese teilweise.
Mein persönliches Lieblingsfoto, zumindest des Tages, wenn nicht der ganzen Reise!
Die starken hell-dunkel Kontraste, lange Schatten und warme Farbtöne sind der Grund weswegen wir immer bevorzugt in den Morgen- sowie Abendstunden in das Tsauchabtal fahren.
Wir kommen im Deadvlei Parkplatz an und freuen uns zu sehen, dass lediglich ein Fahrzeug dort steht! Die Foto-Safari kann beginnen.....
Teil 3402. März 2021
Wir halten häufig um die schönen Kontraste und Licht-Schatten Spiele einzufangen die nur am Morgen bzw. Nachmittag in dieser Deutlichkeit zu sehen sind, gehen dann vom Parkplatz Richtung Dead Vlei los, stoppen immer wieder um die Landschaft zu bewundern.....
Selbstportrait.
Die ersten stürmen bereits (unter erschwerte Bedingungen!) auf den big daddy!
Wir lassen uns viel Zeit, bekanntlich ist ja "der Weg das Ziel"!
Die hellen Salzablagerungen passen schön zum gelb-roten Sand .....
Die ersten Gruppen sind schon am Anmarsch!
Das kleine Vlei am Abfluß des Dead Vleis.
Dann liegt das Vlei vor uns.....menschenleer und im schönen Licht des frühen Vormittags! Wir schauen uns in Ruhe um, machen einige Bilder.
Die ersten Gruppen sind mittlerweile angekommen und es wird immer schwieriger ein Plätzchen zu finden wo nicht irgendeine(r) auf einem Bein stehend und wild mit den Händen gestikulierend abgelichtet wird!.....Es ist Zeit zu gehen! Wir gehen zum Parkplatz zurück und fahren ins Sossusvlei wo wir Picknick machen wollen.
Dead Vlei Parkplatz.
Im Sossusvlei, eine kleine Gruppe Oryx trotzt dem Wind; Dünen sind schemenhaft im Hintergrund zu ahnen.
Alles ist weiß vor Staub, es ist richtig ungemütlich!
Der Wind weht so stark, dass an einer gemütlichen Mittagspause im Freien nicht zu denken ist! Wir schauen uns das Vlei noch ein wenig an, fahren dann aber wieder Richtung Parkplatz raus.
Auf dem Weg zurück zur Düne 45.
Wir halten am Parkplatz der Düne 45.....mittlerweile menschenleer!.....unser "azyklisches" Verhalten hat sich wieder mal gelohnt! Wir können uns in aller Ruhe die schöne Umgebung ansehen.....
Teil 3503. März 2021
Wir verbringen bestimmt eine Stunde am Fuße der Düne und entdecken dabei vieles, was nicht unmittelbar mit der Düne zu tun hat.....
Diese wunderbar vom Wind (und Sand) geschliffene Steinchen stammen zum grossen Teil aus der Geröllebene am Fuße der Düne 45. Besonders schön finde ich auch die unteren, dünenförmige Exemplare! Die müssen Jahrhunderte lang in der gleichen Orientierung zum Wind gelegen haben um diese eindeutige Schliffform aufgeprägt bekommen zu haben!
Dann geht es weiter Richtung Parkeingang, denn der Vormittag ist inzwischen gut fortgeschritten und somit ist es sehr hell und kontrastlos.....höchste Zeit für eine ausgedehnte Mittagspause.....
Die Sonne steht genau richtig, leuchtet die Dünen so an, dass ein samtener Effekt entsteht! Wir sehen wieder Einmal, dass die Kämme der kleinen Dünen frei von Vegetation sind; dann kommt, parallen zum Kamm ein Streifen größerer Gräser die immer kleiner werden je weiter sie vom Kamm entfernt sind!? Wir sehen dieses Phänomen immer wieder, können es uns aber nicht so richtig erklären?
Wir sehen diesen, harmlos aussehenden Gesellen und merken blitzschnell in einem "AHA!"-Moment,..... .....dass wir das Rätzel der Feenkreise..... .....gelöst haben!.....
Wir kommen ins Camp zurück und sehen dieses Prachtexemplar direkt neben unserer Campsite wo es in aller Ruhe die Schoten der Anabäume vertilgt.
Wir duschen, essen eine Kleinigkeit, sichern Bilder, lesen, dösen in Hängematten im Schatten der Bäume, gehen in der Tankstelle einiges einkaufen und irgendwann neigt sich die Sonne gen Horizont, das Licht tönt ab..... genau die richtige Zeit für einen Besuch im Sesriem Canyon!
Den hier möchte ich nicht nachts in einer dunklen Gasse im Hafenviertel begegnen.....
Es wird langsam dunkel, wir fahren zurück ins Camp und entdecken dabei in den Felsen zwischen Canyon und Camp eine Horde Paviane, wobei es für gute Fotos bereits zu dunkel ist und die Tiere zu weit entfernt.....
Der Wind hat sich inzwischen deutlich gelegt. Wir machen also ein Braai, mit Rumpsteak, Boerewors und einem großen, frischen Salat, alles aus Swakopmund! Nach dem vollen Tag schmeckt es vorzüglich, das Ganze wird von Windhoek Draught und Savanna dry vor und während des braais, sowie einen ausgezeichneten 2010er Roodeberg zum Essen sehr gut ergänzt und abgerundet. Wir sitzen noch eine Weile am Feuer bis dass die Kälte der Nacht und einsetzende Müdigkeit gegen die abnehmende Wärme des Feuers die Überhand gewinnt und wir zufrieden ins Dachzelt kriechen.
Teil 3604. März 2021
Am nächsten Morgen....."und täglich grüßt das Murmeltier!".....oder; "Klappe auf; die Zweite!".....oder; "The same procedure as every morning, James!".....Motorenlärm um (gefühlt) Mitternacht, Rennen zum Tor, dann zur Düne, dann zur Dünenspitze! Auch wir entpuppen uns als "Gewohnheitstiere", fahren an der Düne vorbei, freuen uns, dass sie 80% des Besucherstromes abfängt und fahren diesmal nur zum Parkplatz am Ende der Asphaltstraße.
Jetzt kommt was, wo ich lange gehadert habe; soll ich es einstellen? Soll ich es lieber lassen? Nicht weil es nicht sehenswert ist, nein, im Gegenteil, weil es soooo schön ist und dabei soooo "unterbelichtet"!
80%+ der Besucher von Sesriem haben auf ihrer To-Do Liste; Düne 45 Dead Vlei Big Daddy Sesriem Canyon und vielleicht noch, wenn dann noch Zeit übrig bleiben sollte, Sossusvlei Elim Düne
Was ganz selten dabei zu sein scheint, ist das Hidden Vlei! Es ist etwas kleiner als das Dead Vlei, mit weniger toter Bäume und viel weiter von der Straße entfernt, (was natürlich schon ein Großteil der Besucher abschreckt). Wir sind bei jedem Sesriem-Besuch im Hidden Vlei und hatten, zumindest bei den letzten 2 Besuchen an denen wir uns noch gut erinnern können, keine weiteren Besucher(konkurrenz)! Gehadert habe ich, weil ich natürlich hiermit für dieses zauberhafte Kleinod "Reklame" mache und damit dazu beitrage, dass genau das was ich an diesem Ort so schätze gefährdet wird!
Wir fahren also früh (Toröffnung) los, nehmen uns wieder viel Zeit, scheinen aber trotz der vielen Stops etwas schneller voran zu kommen als Gestern, denn die Sonne geht erst etwa auf halber Strecke zum Parkplatz auf.....
Bei diesem Licht kommt der "unterschiedliche" Sand auf bzw. zwischen den Dünen sehr gut zum Vorschein. Könnte es sein, dass sich der eher graue, vom Wind getriebene Staub der Ebene im flacheren Bereich zwischen den Dünen ansammelt und nicht, wie an der steilen Dünenflanke, immer wieder von herunter rieselndem Sand begraben wird?
Lich-Schatten Spiel..... .....vom Feinsten..... .....und das frühe Morgenlicht ist bezaubernd, die Schatten akzentuieren die Konturen wunderbar!
Die Stimmung ist unglaublich schön.....
Umgekehrtes Licht-Schatten Spiel zum vorherigen Bild!
Alles gehört ihm.....soweit das Auge reicht!
Wir kommen am Parkplatz an und machen uns langsam auf den Weg ins Hidden Vlei.....
Teil 3705. März 2021
Der Weg ins Vlei führt über Sand- und Salzebenen, kleine Dünenkämme und -täler und ist schon für sich eine lohnenswerte Wanderung. Der Wind (und Staub) von Gestern hat sich komplett gelegt und die Fernsicht scheint schier unbegrenzt.
In der bereits hellen Sonne sind die Schatten natürlich noch deutlicher ausgeprägt. Mein persönliches Lieblingsbild des Tages.
Ja, es ist noch empfindlich kalt obwohl die afrikanische Sonne schon gut tut, wenn man ihr so aufgeplustert "ins Auge" schaut!
Sicheldünen über Sicheldünen!
Die beschattete Düne links im Hintergrund ist bereits im Hidden Vlei.
und, für die Michael Ende Fans unter uns.....ein "Schein-Vulkan"!
Der letzte Anstieg entlang eines langen Dünenkamms und..... (Der Parkplatz liegt hinten rechts im Bild, da wo die Büsche und Bäume stehen.)
.....da liegt das komplett menschenleere Vlei uns zu Füßen.....was für ein Anblick in der Sonne des frühen Morgens.....
Teil 3805. März 2021
Das Hidden Vlei wird von einer Dünenzunge die quer zur Längsrichtung des Vleis verläuft fast in zwei Teile aufgeteilt
Die Düne läuft elegant im Vlei aus.....man sieht den rötlichen Dünensand über den eher grauen, salz- und kalkhaltigen Sand des Vleis.
Die trockenen Bäume heben sich schön von dem weißen Vlei und der rötlichen Düne ab.
Die noch tief stehende Sonne verleiht der Dünenflanke eine plastische, konturenreiche Form.
Gegenlichtaufnahme.....die Sonne scheint von Vorne, fast an der Dünenflanke entlang.
Die Leeseite der Düne ist erstaunlich vielschichtig.....es gibt mindestens 3 sehr klar ausgeprägte Bereiche mit unterschiedlicher Neigung und/oder Farbe, die sich durch die fast im gleichen Winkel scheinende Sonne klar hervor heben.
Einer meiner dünenförmig von Wind und Sand geschliffener Steinchen an der Fundstelle!
Hidden Vlei in voller Pracht!
Teil 3907. März 2021
Wir verzetteln uns zeitlich komplett. Das Vlei ist so schön und es gibt so viele unterschiedliche Aspekte zu entdecken. Ich suche, wie eigentlich immer und überall auf unseren Wanderungen im südlichen Afrika, noch ein Paar besonders "charaktervolle" Steinchen! Ich finde es einfach faszinierend diese uralte "Mitmaterie" unseres Planeten in der Hand zu halten, die über viele Jahrtausende von Wind, Sand und Wasser glattgeschliffene Flächen zu spüren und die Gedanken in Zeit und Raum schweifen zu lassen. Hinzu kommt, dass wir während der ganzen Wanderung, ins Vlei, im Vlei und wieder zurück keine einzige Person außer unserer Gruppe sehen! Wir verweilen noch bis in den späten Vormittag.....
Wir steigen wieder auf den Dünenrand, ein letzter Blick zurück ins Vlei (ziemlich der gleiche wie am frühen Morgen, aber was für einen Unterschied!) und.....
.....wir machen uns auf den Rückweg zum Parkplatz.....
Dieses schöne Geschöpf schien sich nicht an der mittlerweile heißen Sonneneinstrahlung zu stören.
Ganz andere Atmosphäre als noch früh Morgens!
Am Parkplatz sehen wir noch diese laute, putzige Gruppe.....
Die Landschaft auf dem weg zurück zum NRW Camp sieht ganz anders aus als bei der Einfahrt am frühen Morgen. Die Sonne steht steil, die Konturen und Plastizität der Dünen sind verschwunden.....es ist immer noch schön, aber eben ganz anders!
Naukluftgebirge in der schimmernden Mittagshitze.
Wieder mal gut zu sehen, das Phänomen der Pflanzenfreien Dünenkämme, dann größere Pflanzen die aber immer kleiner werden je weiter vom Dünenkamm entfernt!?
Zurück im Camp sehen wir wieder unseren "Stammoryx", essen ein wenig, dazu einige kalte Getränke und wir vertreiben den frühen Nachmittag mit "low-key" Aktivitäten.
Später machen wir uns zu Fuß in der Umgebung nordwestlich des Camps auf den Weg und erleben die schönen Stunden am späten Nachmittag noch einmal intensiv und bewusst.....wer weiß wann es uns wieder vergönnt werden wird diese schöne Ecke im südlichen Afrika zu besuchen!?
Gut zu sehen wie die kleinen Grasbüschel quasi als "Anker" für den herumwehenden Sand dienen, der sich an der Leeseite der Büschel ansammelt und ganz gut die vorherrschende Windrichtung andeutet.
Im Hintergrund das schön von der Abendsonne angeleuchtete Naukluftgebirge.
Wir machen noch ein schönes Braai, packen soweit alles zusammen und bereiten uns für einen Frühstart vor, denn wir müssen Morgen über Aus und Keetmanshoop die ca. 670 km zum Quiver tree camp fahren!
Teil 4008. März 2021
Wir werden zeitig wach, machen unser "Schnellstartfrühstück" bestehend aus,.....ja, diejenigen die bisher aufmerksam mitgelesen haben wissen es,.....Tee, Kaffee und Oumas Rusks in den Kaffee eingetunkt!
Wir verabschieden uns von der, permanent im NRW Camp im "Gemeinschaftshochhaus" lebenden, "Bevölkerung".....
.....und denken, zufrieden, über die schönen Erlebnisse und Beobachtungen in diesem wirklichen Kleinod der Menschheit nach. Egal wie oft man schon dort gewesen ist, es ist immer wieder schön und so weitläufig, dass es immer neue Entdeckungen geben wird für diejenige die sich Zeit lassen, auch mal abseits der "Guidebook Highlights" schnuppern und durchaus auch den Tag, vor allem in den Grenzbereichen voll auszunutzen wissen. Sossus Vlei gehört definitiv für uns zu jeder Südrunde dazu, genauso wie die Spitzkoppe zu Nord- und Südrunde.
Wir schalten, schweren Herzens, vom "Stop" in den "Go" Modus und fahren zunächst auf der C27 über Betta bis zur D707, auf der wir bis zur Einmündung in die C13 fahren und weiter auf dieser nach Aus, immer im Bereich zwischen den Naukluft/Tiras-Bergen im Osten und dem herrlichen Dünenrandbereich im Westen. Diese Straße (D707) steht, zurecht wie wir finden, als eine der schönsten in ganz Namibia bekannt und wir gestalten diesen Tag dem entsprechend ganz klar nach dem Motto; Der Weg ist das Ziel! Um es vorweg zu nehmen; Ich war sehr, sehr enttäuscht, dass wir diese herrliche Landschaft in wenigen Stunden durchfahren mussten, wohl mit Fotopausen, aber dennoch viel, viel zu schnell! Diese (negativ) Erfahrung war dann letztendlich der Auslöser dafür, dass wir uns dann in 2018 eine ganze Reise "um diese Strecke herum" gebastelt haben, wobei wir uns dann volle 7 Tage zwischen Sossusvlei und Lüderitz gegönnt haben! (siehe hierzu die berichte; "Dis al.....oder.....am Rande der Unendlichkeit Teil 1 &2") Wir werden diese Strecke auch in Zukunft bei jeder Südrunde immer wieder einbauen.
Wir fahren, halten oft und können gar nicht genug bekommen von dieser empfindlichen, wunderschönen Pastelllandschaft. In dieser Gegend habe ich oft das Gefühl; "Am frühen Morgen oder späten Nachmittag in eine schöne, windgeschützte Ecke in den Sand setzen, "die Zeit ausschalten" und ewig dort sitzen bleiben und die absolute Schönheit des gesehenen einfach in sich aufsaugen!"
Immer wieder kleine Hütten und Gehöfte bei denen man sich wirklich fragt, wie dort ein Überleben überhaupt möglich sein kann!?
Tirasberge links (östlich der Straße) und der fast schmerzhaft schöne Dünenrandgürtel im Westen!
Was für ein Paradies!
Mein Lieblingsbild der Tages! Ich "gehe" hier immer vom unteren Bildrand direkt auf die rote Düne im Mittelgrund zu, rechts am Fusse der Düne zwischen den hellen Bäumchen entlang bis zum Bildrand, dann um die Dünenzunge herum und nach links oben die Ebene vor dem schwarzen Berg entlang bis zum "Vierländereck", wo sich Düne im Mittelgrund, Düne im Hintergrund, Ebene und schwarzer Berg treffen. Dann drehe ich nach rechts und gehe im Tal zwischen der hinteren Düne und dem schwarzen Berg entlang.....
Die Straße erstreckt sich bis in die nächste Woche!
Es ist zum wahnsinnig werden.....So absolut schön kann eine Existenz am Rande des Möglichen sein!!!