Reisebericht

Oktober 2020, 12 Tage Masai Mara: Leoparden satt

von Klaudi · begonnen 11. Nov. 2020 · 13 Teile

Teil 111. Nov. 2020
Liebe Fomis,

Anfang Oktober habe ich mich sehr kurzfristig entschlossen, für einige Tage nach Kenia zu fliegen. Schon dreimal in den letzten Jahren war ich im Herbst in der Masai Mara und auch in diesem Jahr war die Sehnsucht groß. Die offiziellen Corona-Zahlen in Kenia waren Ende September relativ niedrig, die Einreise-Bedingungen erfüllbar, die Flüge bei LH kostenfrei umbuchbar. Zwei Tage habe ich mit mir gerungen, dann habe ich gebucht. Ich wusste ja ungefähr, was mich erwarten würde: den ganzen Tag im offenen Auto an der frischen Luft, relativ alleine im Park – das würde allemal besser sein, als hier im herbstlichen Deutschland. Lediglich vor den kurzen Aufenthalten in Nairobi hatte ich Respekt.

Ich werde nachfolgend keinen klassischen Reisebericht einstellen, denn die Tage in der Masai Mara sind relativ gleich. Aber ich möchte kurz meine Erfahrungen bei der Ein- und Ausreise beschreiben und noch einige weitere Hinweise geben.

Für die Einreise nach Kenia war Anfang Oktober folgendes vorzubereiten:
Online-Visum (Visum bei der Einreise ist ebenfalls möglich)
Corona-Test, nicht älter als 96 Std.
Online-Travelers Health Surveillance Form

Den Corona-Test habe ich am Frankfurter Flughafen machen lassen. Das Ergebnis war pünktlich nach 12 Stunden auf meinem Rechner. Das Gesundheits-überwachungsformular kann man erst nach dem Online-Check-in ausfüllen, da man die Sitznummer im Flieger benötigt.

Geflogen bin ich mit Lufthansa nonstop Frankfurt-Nairobi. Beim Hinflug war die Maschine relativ gut gefüllt (90 % der Passagiere waren afrikanische Staatsbürger), beim Rückflug war die Maschine max. zur Hälfte belegt.

Das Einreiseprocedere in Nairobi lief problemlos ab, zumindest bei mir, da ich alle Unterlagen vorbereitet hatte. Es wurde Temperatur gemessen und der QR-Code des Travelers Health Surveillance Formulars gescannt, der Corona-Test registriert. Pass- und Visumkontrolle ging zügig und als ich zum Gepäckband kam, war meine Tasche schon dort. Geschätzt war ich nach ca. 20 Minuten durch, draußen wurde ich von Dominic, einem mir bekannten Fahrer, in Empfang genommen. Die Fahrt zum Hotel ging relativ zügig, da abends der Verkehr in Nairobi stark nachlässt.

Übernachtung in Nairobi: wie immer im Tamarind Tree Hotel (www.tamarindtree-hotels.com). Mir gefällt es dort gut, es ist relativ neu, sauber und liegt etwas abseits und ruhig. Und weil das Hotel südwestlich des Zentrums liegt, muss man morgens nicht quer durch die Stadt, wenn man zum Wilson Airport oder in die Masai Mara fahren will. In diesem Jahr war das Hotel erschreckend leer.

Weiterreise in die Masai Mara: Entgegen der Vorjahre hatte ich mich entschieden, nicht in die Masai Mara zu fliegen sondern mich per Auto fahren zu lassen. Das ist nicht nur preiswerter, sondern man hat auch Gelegenheit, Land und Leute zu beobachten. Auch diese Fahrt habe ich mit Dominic gemacht. Die Fahrt in die Mara über Mai Mahiu nach Narok lief gut, nach 2 Stunden waren wir in Narok. Dort wartete bereits mein Guide, George Kiriama von Kiriama Safaris (www.masai-mara-guide.com) auf mich. Mit ihm war ich in diesem Jahr schon zum vierten Mal unterwegs und – um es vorweg zu nehmen – ich war mal wieder restlos zufrieden. George ist Masai und kennt die Mara wie seine Westentasche. Seine fahrerischen Fähigkeiten sind außergewöhnlich gut und ich habe mich jederzeit sicher und wohl im Auto gefühlt. Normalerweise sind mein Mann und ich eingefleischte Selbstfahrer und nur in der Masai Mara mache ich davon eine Ausnahme.

Von Narok aus ist es nicht mehr so weit bis zur Parkgrenze, so dass der zweite Teil der Anreise schon in einen ersten Gamedrive überging. Mittags waren wir schon in meinem diesjährigen Quartier, dem Zebra Plains Mara Camp (www.zebraplainscollection.com). Das Camp kenne ich aus dem letzten Jahr, es hatte mir damals schon sehr gut gefallen. Dieser Eindruck hat sich in diesem Jahr bestätigt. Das Zebra Plains liegt am Hang, ca. 200 m von der Parkgrenze entfernt. Von der Terrasse und den Unterkunftszelten aus schaut man über die Masai Mara, Zebras, Gnus und Giraffen weiden ständig in Sichtweite. Mir gefällt dieser weite Blick über die Mara. In den Camps innerhalb des Parks, die ja meist unter Bäumen und Büschen an einem Flusslauf liegen, ist es mir zu dunkel und ich habe immer das Gefühl, ich bekäme keine Luft. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.
Hier einige Fotos von den Außenanlagen:

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Weiterer Vorteil der Lage außerhalb des Parks ist der günstigere Preis. Außerdem lasse ich die Buchung stets über George Kiriama machen, was sich auch noch einmal positiv auf den Preis auswirkt. Für mich gibt es keinen stichhaltigen Grund, warum man nicht außerhalb des Parks übernachten sollte. Wir sind jeden Morgen um 5:30 Uhr in den Park eingefahren und nie vor 18:30/19:00 Uhr zurück gekommen. Anfahrt zum Park, s.o., ca. 200 m. Die Parkgebühren kann man en bloc am ersten Tag zahlen, danach sieht man keinen Schlagbaum mehr. Ob man Tiere sieht oder nicht, hängt m. E. nicht von der Lage des Camps ab sondern vom Guide.

Auch das Zebra Plains Camp war minimal belegt. Ich empfand das als sehr angenehm, aber für die Leute vor Ort ist das natürlich eine Katastrophe. Seit Monaten sind die Einnahmen nahe Null und dem einen oder anderen geht die Luft aus. So kommt es, dass sich selbst die Angestellten bedanken, dass man trotz Corona die Masai Mara besucht.

In den Vorjahren waren die Tage jeweils gegliedert in Morning Drive, Lunch im Camp, Nachmittags/Abenddrive, Dinner im Camp. Auf Vorschlag von George haben wir in diesem Jahr auf die Rückkehr mittags ins Camp verzichtet und sind jeweils draußen im Park geblieben. Ich war erst skeptisch, denn ein ganzer Tag im Park ist nicht nur anstrengend sondern Insider behaupten ja, dass man um die Mittagszeit wenig Wild sieht. Genau das Gegenteil habe ich in diesem Jahr erfahren. Die besten Sichtungen waren jeweils um die Mittagszeit. Und das Allerbeste: oftmals waren wir ganz alleine unterwegs und hatten die Sichtung exklusiv.

Zu den Erlebnissen während der 12 Tage im Park werde ich nach und nach einige Fotos einstellen.

Die Rückreise (an einem Freitag) ging wieder über Narok, Mai Mahiu nach Nairobi. So gut die Hinreise geklappt hat, so langwierig war die Rückfahrt zum Flughafen. Mit einer kleinen Mittagspause hat diese Fahrt fast 10 Stunden gedauert. Ob es am Freitagsverkehr lag, am Wetter, an den Baustellen – ich weiß es nicht. Der Großraum Nairobi war an diesem Tag ein einziges Verkehrschaos. Ich werde zukünftig wieder von der Mara aus zurück nach Nairobi fliegen.

Rückflug mit LH pünktlich und gut. Kurioses am Rande: das im Flugzeug verteilte und ausgefüllte Corona-Rückreise-Formular wurde bei der Einreise nach Deutschland nicht eingesammelt. Der Corona-Test am Flughafen Frankfurt lief zügig, da für LH-Kunden eine Fast Lane eingerichtet war.

Der Umgang mit Corona in Kenia ist aus meiner Sicht nahezu vorbildlich, zumindest, wenn Touristen ins Spiel kommen. Im Taxi, im Hotel, im Camp – überall stehen Desinfektionssprays bereit, beim Einchecken wird die Temperatur gemessen, alle Angestellten tragen Mund-Nase-Bedeckung und halten artig Abstand. Insgesamt werden die Regeln konsequenter eingehalten als das hier zu Hause der Fall ist.

So, das waren mehr oder weniger die Fakten. Von den fast 8000 Fotos habe ich einige ausgewählt, die ich hier nach und nach einstellen werde. Leider habe ich außer Katzen-Fotos in diesem Jahr nicht so viel zu bieten, aber so war es nun mal in diesem Jahr: an 10 von 12 Tagen Leoparden, und zwar satt.


Viele Grüße
Klaudi
Teil 211. Nov. 2020
Montag, 19. Oktober 2020

Zur Einstimmung hier einige Fotos vom ersten Gamedrive am Ankunftstag:

Löwen gehen ja immer 😉


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Und der erste schöne Sonnenuntergang.


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VG Klaudi
Teil 312. Nov. 2020

Und weiter geht es.

Dienstag, 20. Oktober 2020 – Tag 2

Im allerersten Licht treffen wir auf die Leopardin Bahati, die mit ihren beiden cubs in einem Baum die Nacht verbracht hat. Es ist noch zu dunkel zum Fotografieren, daher nur dieses eine „Beweisfoto“:

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Und weiter geht es, immer tiefer in den Park hinein.

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Bei einer Flussdurchquerung treffen wir auf Elefanten:

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Auf einem Baum sitzt die Leopardin Kaboso mit einem Kill. Den Kopf der Antilope bringt sie nach unten, schleppt ihn weg und verschwindet im Gebüsch.

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Eine besondere Sichtung in der Masai Mara: White Headed Vulture

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Zufallssichtung unterwegs

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9 satte Löwen. Die Büffel bleiben entspannt.

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Wir treffen auf eine Gepardin mit 2 Jungen. Sie hat Besuch von den „5 Brüdern“, die sich um ihre Gunst bemühen. Für die Gepardin ist das der reine Stress und sie versucht, ihre beiden Jungen zu schützen und die 5 Brüder abzuwehren. Die wollen aber ja nur spielen .....

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(im Hintergrund sieht man übrigens das Auto von „Lena“, einer Frau, die sich ganz in den Dienst des Gepardenschutzes gestellt hat)

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Endlich Ruhe ...

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Teil 413. Nov. 2020

Mittwoch 21. Oktober 2020 – Tag 3



Vor Sonnenaufgang treffen wir (lt. George) auf den ältesten Löwenmann der Masai Mara. Er ist abgemagert und stark gehbehindert. Selbst könnte er nicht mehr jagen, er wird aber von seinem alten Rudel „durchgefüttert“. Im nächsten Jahr werde ich ihn wohl nicht mehr wiedersehen.

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Endlich geht die Sonne auf und er sieht nicht mehr ganz so bedauernswert aus.

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Ob diese Löwen zum Rudel des Alten gehören, weiß ich nicht.

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Und diese beiden lungern am Fluss herum.

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Weiter geht es in Richtung Leoparden. Unterwegs treffen wir auf einen Cheetah.

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Und dann sichten wir endlich die Leopardin Kaboso.

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Sie ist mit Ihrem Kind unterwegs und empfängt uns völlig relaxt.

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Nach 35 Minuten zieht sie sich ins Gebüsch zurück und wir fahren weiter

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und frühstücken im Busch

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Vom Frühstück zurück treffen noch einmal kurz auf Kaboso

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und danach auf diese Giraffen.

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Der Bulle schnüffelt und schnüffelt, die Dame ist aber noch nicht bereit.

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Immer mal wieder trifft man auf Löwen

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und Zebras.


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Die Zebras werden von dieser Löwendame beobachtet.


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Sie liegt dort mehr als 20 Minuten, kommt aber nicht zu einem Angriff und wandert dann ab.

Das Wetter lässt mich heute im Stich. Es ist bedeckt und leichter Nieselregen fällt. Alles andere als optimal zum Fotografieren. Schlussendlich bin ich aber doch ganz zufrieden, denn Löwenportraits mit Regentropfen haben ihren Reiz.


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Die beiden Brüder finden den Duft einer Löwin und schnüffeln und flehmen intensiv.


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Auch im Nieselregen lässt sich gut liegen.


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Auch das Schlussbild des Tages ist wegen des schlechten Wetters eher ein Beweisfoto.


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Teil 515. Nov. 2020
Donnerstag, 22. Oktober 2020 – Tag 4

Heute fahren wir zu den Black Rocks und zum Sandriver. Ich freue mich wie Bolle. Bei den Black Rocks bringen viele Löwen ihre Jungen zur Welt bzw. hüten sie dort in großen Gruppen. Je nach Alter der cubs ist das Gebiet gesperrt, damit die Tieren Ruhe haben. Jetzt ist es erfreulicherweise zugänglich.

Ich versuche mich morgens vor Sonnenaufgang an einem Foto mit Elefanten, aber leider gibt es quasi 2 Horizonte, so dass der Effekt nicht zufriedenstellend ist.

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Bei den Black Rocks finden wir den gesamten Kindergarten noch konzentriert auf einer großen Steinfläche. 22 Löwen - was für ein Glück!

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In den Vertiefungen hat sich Wasser gesammelt, aus dem die Löwen trinken können.

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Die Sonne steigt und die Löwen ziehen los.

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Einer der Väter

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Dann geht es weiter in Richtung Süden.

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Der Sandriver, rechts Kenia, links Tansania.

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Pause am Sandriver

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Zebras auf dem Weg nach Tansania

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Ein trauriger Anblick. Ich denke, dass die Giraffe einen Löwenangriff überlebt hat.

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Gegen 11 Uhr entdecken wir auf einem Baum einen Leo. Es ist Kazuri, den ich vor 2 Jahren schon einmal ausgiebig erleben durfte.

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Er gähnt und putzt sich, was so viel bedeutet, dass er gleich aktiv wird.

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Und tatsächlich, er steigt ab.

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Um kurz vor 14 Uhr verlassen wir den Leoparden. Er hat es sich mittlerweile unter einem Strauch gemütlich gemacht. Ich habe in den drei Stunden etwa 500 Fotos gemacht – Wahnsinn. Immer nehme ich mir vor, nicht so oft auszulösen ... 😉

So ganz langsam machen wir uns auf dem Weg zurück zum Camp.

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Leider mal wieder ein unbefriedigendes Abendfoto, aufgenommen mit meiner Pocketkamera.

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Teil 616. Nov. 2020
Freitag, 23. Oktober 2020, Tag 5 (leider ohne Leos)

Einmal mehr sind wir früh unterwegs. Pünktlich zum Sonnenaufgang können wir einen Serval auf der Pirsch beobachten. Ich mag diese kleinen Katzen sehr und das gute Licht macht den Serval besonders attraktiv heute.

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„Nebenan“ hat es Kraniche und ich versuche mich an einigen Flugaufnahmen.

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Insgesamt ist es heute ein eher ruhiger Tag – „nur“ ein paar Löwen,

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Vögel

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und eine Hyäne, die sich an einem Gnuschädel und der leeren Decke zu schaffen macht.

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Auf dem Weg zurück ins Camp hält George die Sonne im Blick, sucht nach einem passenden Gelände und passenden Tieren für ein gutes Sonnenuntergangs-Foto. Heute sind es Topis am hohen Horizont.

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Wie ich das heute hier so schreibe, fällt mir auf, wie verwöhnt ich mittlerweile bin: da hatten wir diese wunderbare Serval-Sichtung, wir hatten Löwen, Hyänen, ganz zu schweigen von den allgegenwärtigen Geparden, Giraffen, Zebras, Elefanten, Topis, Impalas, Elands, Gnus, Thompsons, Schakalen usw. usw., und ich empfinde das als einen ruhigen Tag. Ich sollte mich schämen, aber ich erinnere mich genau an mein Gefühl am Abend dieses Tages: ich war ein wenig enttäuscht.
Teil 717. Nov. 2020
Samstag, 24. Oktober 2020, Tag 6

Heute fahren wir früh nach Westen bis zum Escarpment. Wir sehen viele Löwen und Büffel, die ich aber nicht fotografiere, da sich keine besonderen Situationen ergeben. Auch hier scheint sich schon eine gewisse Sättigung bemerkbar zu machen: „normale“ Löwen werden ignoriert.

Ein einziger Ballon ist heute Morgen unterwegs. Was für ein Unterschied zu den Zeiten vor Corona, wo am morgen Dutzende Ballons am Himmel waren.

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Zeitig kehren wir am Vormittag ins Camp zurück, weil ich einige Familien besuchen möchte, die ich – u. a. gemeinsam mit den Fomis Petra und Laura (Flash2010 und Mama Flash2010) aktuell unterstütze, solange Corona den Menschen vor Ort so zusetzt. Wir finanzieren z. B. Lebensmittel, die an Frauen und ihre Familien ausgegeben werden. Eine Hilfe, die 1:1 ankommt. Hier ein schlechtes Handy-Foto der letzten Aktion.

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Am Nachmittag habe ich endlich einmal Gelegenheit, die Annehmlichkeiten des Camps zu genießen. Es gibt hier eine spezielle Fotografen-Ecke, wo man z. B. in aller Ruhe seine Fotos überspielen kann.

Eine schöne Heuschrecke leistet mir Gesellschaft.

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Auf dem Nachmittags-Gamedrive treffen wir wieder einmal auf Kaboso, diesmal leider ohne cub.

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Unser Fokus liegt aber heute auf dem Sonnenuntergang. Als diese Giraffe vor die Kamera tritt, ist es leider noch zu hell.

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Endlich finden wir aber Topis, die sich als „Objekt vor Sonne“ eignen. Als ich mich fertig mache zum Fotografieren, spielen die Topis nicht mehr mit und verschwinden. Jetzt müssen wir schnell sein: neuer Hang, andere Topis und hoffen, dass die Wolken eine Lücke reißen.... Nochmal Glück gehabt ☺

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In der Ferne fällt Regen und am Horizont erscheint ein Vorhang. Zuerst bin ich ärgerlich, aber im Nachhinein denke ich, das Foto hat was.

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Teil 818. Nov. 2020
Sonntag, 25. Oktober 2020, Tag 7


Zuerst fahren wir heute Morgen in das Gebiet, in dem die Leopardin Bahati sich normalerweise aufhält. Wir finden sie relativ schnell, sie schleicht durch’s Gras. Leider ist es noch zu dunkel für ein gutes Foto. Später klettert sie in einen Baum. Von den cubs ist nichts zu sehen.

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Auch wenn wegen Corona wenige Gäste im Park sind, wird es mir aber nach kurzer Zeit zu ungemütlich wegen der anderen Autos. Wir fahren also bis zum nächsten Leo-Revier, dem von Kaboso. Und siehe da, sie liegt im Gras und beobachtet ihr Umfeld.

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Sie hat einen Wasserbock anvisiert und umrundet ihn. Ob wir wohl jetzt eine Jagd erleben? Aber nichts dergleichen, sie wandert ab ins Gebüsch an einem kleinen Flusslauf. George ahnt, wohin sie will und bringt uns zur anderen Seite. Auf dem Weg dorthin kann ich durch eine Lücke im Busch auf’s Wasser sehen. OMG! Ein zweiter Leopard! Ein stattliches Männchen – später erfahre ich, dass es Kuzuri ist - springt gerade über das Wasser und klettert die Böschung am Ufer hoch. Davon bin ich so überrascht, dass die Fotos nicht wirklich gut sind. Trotzdem ein tolles Erlebnis. Übrigens bleibt er danach verschwunden.

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Wir finden Kaboso wieder, sie schleicht weiter durch’s Gras

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und verschwindet dann wieder im Gebüsch. George platziert das Auto an einer Stelle, an der wir einen relativ guten Rundumblick haben. Es dauert nicht lange und es raschelt im Gebüsch und ein Tier schreit um sein Leben. Direkt vor unseren Augen erlegt Kaboso einen jungen Wasserbock. Alles geht so schnell, dass ich einfach die Kamera draufhalte und abdrücke. Der junge Wasserbock war im Gebüsch versteckt, aber Kaboso hatte ihn wohl auf dem Schirm und sich angepirscht.

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Es dauert relativ lange, bis der Wasserbock erstickt ist, danach schleppt sie ihn ins Gebüsch.

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Und jetzt bin ich mal wieder zutiefst beeindruckt, wie die Guides die Tiere „lesen“ können. George schaut mich an und meint ganz locker: „Sie geht jetzt und holt ihr Kind, damit es fressen kann. Lass uns mal zurückfahren dahin, wo sie hergekommen ist.“ Gesagt, getan. Auf der anderen Seite angekommen, sehen wir Kaboso, wie sie zügig durch’s Gras läuft.

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Und schon kommt sie hier mit ihrem cub.

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Die Nachricht von den Geschehnissen hat natürlich zwischenzeitlich die Runde gemacht und einige Autos sind dazu gekommen. Mir gefällt das nicht besonders, aber man muss gerechterweise zugeben, dass man zur gleichen Kategorie gehört.

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Und da Koboso und Kind im Gebüsch verschwinden, beschließen wir, erst einmal wegzufahren und in Ruhe zu frühstücken. Aus dem ruhigen Frühstück wird aber nicht wirklich etwas, da wir auf zwei Löwenmänner treffen, die eine junge Giraffe erlegt haben.

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Mittlerweile ist es schon fast Mittag und George meint, die anderen Touristen-Autos seien nun wohl alle zurück in die Camps zum Lunch. Wir fahren zurück zu dem Areal, wo Kaboso das Wasserböckchen erlegt hatte. Im Gras ist natürlich nichts zu sehen, als wir uns aber einen Weg durch die Büsche schlagen, entdeckt das „Adlerauge“ George die Leos. Kaboso und Kind liegen im Dickicht und fressen am Wasserbock. Wir bleiben ungefähr zwei Stunden an diesem außergewöhnlichen Ort. Nur Kaboso, ihr Junges, der tote Wasserbock und wir. Kein anderes Auto, kein unnatürlicher Laut – nur zwitschernde Vögel und das genüssliche Knurren der Leos beim Fressen. Ich kann dieses Glück gar nicht fassen und wische mit ein paar Glückstränen aus den Augen.

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Am Nachmittag drehen wir noch eine kleine Runde durch die Mara, aber ich bin so beeindruckt, dass ich alles, was jetzt noch kommt, gar nicht aufnehmen kann.
Ich bitte darum, dass wir für heute Schluss machen und zurück zum Camp fahren. Unser Heimweg führt uns an Kabosos Revier vorbei. George zwinkert mir zu und meint: „Auch wenn es genug ist für heute, lass uns noch einmal kurz vorbeischauen.“ Und was soll ich sagen: Kaboso ist draußen und trinkt an einem kleinen Wasser. Wieder sind wir ganz alleine mit ihr.

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Der kleine Wasserbock hängt mittlerweile in einem Baum

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und Mini-Kaboso frisst daran. Die Lichtverhältnisse sind schwierig, ich drehe die ISO hoch auf 5000 und muss das Foto später kräftig bearbeiten, damit man etwas erkennt.

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Mutter Wasserbock steht derweil in einiger Entfernung und sucht immer noch nach ihrem Kind.

Was für ein Tag!
Teil 920. Nov. 2020
Montag, 26. Oktober 2020, Tag 8

Heute wollen wir noch einmal bis zum Escarpment. Dort soll gestern ein großes Löwenrudel auf Jagd gewesen sein. Auf dem Weg dorthin queren wir die Topi-Plains und stoßen auf ein Löwenpaar in Love. Der Pascha sieht mit seinem Pony ziemlich kurios aus.

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Lt. George ist dieses Löwenmännchen wohl „der“ zukünftige Alpha-Löwe des Gebiets, aber er sei leider „not friendly“. Noch bevor ich diese Aussage hinterfragen kann, attackiert der Löwe ein anderes Auto, das dazu gekommen war. Dieser Angriff kommt so überraschend und wird so schnell ausgeführt, dass ich davon kein Foto machen kann, obwohl ich die Kamera am Auge habe. Am attackierten Auto sind die Türen ausgebaut, damit der Gast beim Fotografieren eine tiefere Position einnehmen kann. Und dieser Löwenmann mag keine offenen Autos. Mein Guide ist ärgerlich, dass der Fahrer des Autos das nicht wusste und seinen Gast gefährdet hat. Der Angriff war sicherlich nicht bis zu Ende ausgeführt, sondern eher ein Ausdruck der Verärgerung. Trotzdem hat mir das mal wieder gezeigt, wie schnell eine friedliche Situation kippen kann.

Es folgen nun einige Paarungen im Takt von einigen Minuten. Die Abfolge ist jeweils die gleiche: erst gähnt man

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dann leckt man sich die Lippen

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dann schreitet man zur Tat

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zeigt danach ein zufriedenes Lächeln

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und schaut souverän

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danach döst man ein wenig

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bevor es weitergeht

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und so weiter und so weiter.

Am Escarpment angekommen, ist vom großen Löwenrudel nichts zu finden. Nur eine Löwin mit ihren beiden fast ausgewachsenen Söhnen liegt im Gras.

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Wir lassen uns also treiben und tuckern weiter.

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Und wie wir so tuckern kommen wir zu einem kleinen Wasserlauf, der hier in der Mara immer von Gebüsch gesäumt ist. Aus einem solchen Gebüsch tritt ein stattlicher Leoparden-Mann. George ist ganz aufgeregt, denn diesen Alten hat er lange nicht gesehen. Er meint, ich könne mich glücklich schätzen, was ich dann auch brav mache 😉.

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Um das Maß voll zu machen, kommt noch dies dazu:

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Danach ist mein Herz schon wieder übervoll und ich habe Schwierigkeiten, die Erlebnisse in meinem Kopf zu sortieren. Aber der Heimweg ist lang ...

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Glücklicherweise ist der Himmel bedeckt heute und es gibt keine Gelegenheit für ein Sonnenuntergangs-Foto 😉
Teil 1022. Nov. 2020
Dienstag, 27. Oktober 2020, Tag 9

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, in welche Richtung wir gefahren sind heute. Wenn mein Mann und ich selbst fahren, bin ich der Navigator, habe Karten, GPS und QV-Software auf meinem Tablet. Auch mein Orientierungssinn ist gut ausgeprägt (auch wenn ich eine Frau bin 😄 ). Ich weiß also immer, wo wir sind und diese Informationen kann ich mir auch gut und dauerhaft einprägen. In der Masai Mara dagegen verliere ich, warum auch immer, oft die Orientierung. Ich kann deshalb nicht sagen, wo sich die heutigen Ereignisse zugetragen haben.

In der Dunkelheit sind wir nach Süden gefahren, so viel weiß ich. Es wird hell, wir fahren ohne festes Ziel mal hier- mal dorthin. Bis wir mal wieder zu einem kleinen Bachlauf mit Bäumen und Gebüsch kommen. In einem dieser Bäume sitzt ein Leopard mit seinem Kill. Es ist Lorian, wie mir gesagt wird. Sie hat ein Elandkalb gerissen und hoch hinauf in den Baum geschleppt.

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Nach etwa 10 Minuten steigt sie ab

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macht auf halber Strecke Halt und schaut noch einmal nach oben

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bevor sie ganz absteigt und verschwindet.

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Etwas abseits steht Mutter Eland und schaut und sucht

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Wir stromern weiter durch den Park.

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Übrigens ist in diesem Jahr die ganze Masai Mara mit diesen kleinen weißen Blumen übersäht.

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Gegen Mittag fahren wir zurück zum Baum, auf dem wir Lorian zuletzt gesehen haben. Was für ein Glück: sie ist zurück und liegt in einer Astgabel.

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Wir beschließen, am Ort zu bleiben und packen unseren Lunch aus, natürlich im Auto und nicht davor 😉 .

Nach einer Weile gähnt Lorian, was Anzeichen für eine Aktion ist.

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Sie schaut nach oben zum Elandkalb,

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klettert dann nach oben

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und luncht ebenfalls.

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Irgendwann hat sich Lorian bis zu einem Bein des Kalbs vorgearbeitet. Durch heftiges Nagen daran verliert der Riss an Halt und bewegt sich leicht nach unten. Ich lasse Lunch Lunch sein und bringe mich mit der Kamera in Stellung. Das Kalb rutscht weiter, Lorian gelingt es aber, den Absturz zu kontrollieren.

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An der Astgabel legt sie erschöpft eine Pause ein.

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Dann geht es weiter abwärts.

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Unten angekommen, schleift sie ihre Beute runter zum Wasser und entzieht sich unseren Blicken. Ich bin mal wieder völlig aus dem Häuschen und kann mein Glück nicht fassen.

Den Tag beschließen zwei ernsthafte Revierkämpfe. Einmal diese beiden Impalas

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und dann diese Wasserböcke. Wir finden sie neben dem Olkiombo-Airstrip, schon ziemlich erschöpft, aber dennoch immer weiter kämpfend.

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George erzählt mir, dass Wasserböcke selten kämpfen, aber wenn sie es tun, kämpfen sie oft bis zum bitteren Ende. Nach einer halben Stunde, beide sind schon blutig, fahren wir zum Camp. Ein „bitteres Ende“ muss ich heute nicht mehr haben.
Teil 1123. Nov. 2020
Mittwoch, 28. Oktober 2020, Tag 10


Eigentlich wollen wir heute noch einmal zu Lorian, um zu sehen, was sie mit ihrem Riss gemacht hat. Eigentlich. Auf dem Weg dorthin, im allerersten Licht, finden wir im hohen Gras eine Gepardin mit 4 cubs, die maximal 2 Wochen alt sind. Ich muss die ISO auf 10.000 hochdrehen, damit ich überhaupt ein Foto machen kann.

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Als Ausgleich für die vielen Kills der letzten Tage erleben wir heute Morgen die Geburt eines Topi-Kalbs. Als wir das Topi entdecken, hat die Geburt schon begonnen (6:25 Uhr)

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Um 6:27 Uhr ist es geschafft

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und Mama Topi beginnt mit der Nachsorge

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Ab 6:31 Uhr beginnt der Kampf des Neugeborenen mit der Schwerkraft, während Mama Topi die Nachgeburt frisst.



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Um 6:52 Uhr steht das Kalb zum ersten Mal.

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Für Fomi Flash2010, die eigentlich (so der Vor-Corona-Plan) mit Mama Flash2010 auf dieser Reise mit dabei sein wollten, suchen wir schon einige Tage nach dem alten Löwen Scarface. Bisher vergeblich, und die Guides behaupten unisono, er sei abgewandert in den Triangle Sector. Dazu hätte er den Mara durchschwimmen müssen und ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt, denn seine beiden Brüder, mit denen er ansonsten zusammen ist, finden wir heute, genauso wie die zugehörigen Damen.

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Am Rande dieser Büffelherde machen wir Mittagspause.

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Endlich erreichen wir das Revier von Lorian. Sie ist nicht zu sehen, nur ihr Riss, der nun in einem anderen Baum hängt. Wir beschließen, zu warten, aber es erreicht uns ein Hilferuf zwecks Bergung. Ein Gamedrive-Auto wurde, bedingt durch einen mechanischen Defekt, in einem Flüsschen versenkt.

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Die Bergung ging relativ zügig vonstatten, dennoch war es für eine Rückkehr zu Lorian zu spät. Aber in jedem Ding steckt auch etwas Gutes, denn wir treffen kurz darauf auf Löwenmamas mit cubs

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und diesen Ried-Kormoran. Die Sichtung des Kormorans ist anderntags die Sensation unter den Guides, denn er kommt in der Mara eigentlich nicht vor.


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Auch kreuzt ganz kurz ein Serval unseren Weg,

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bevor es weitergeht in Richtung Camp.
Topi mit Blässe 😉

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Nun wäre das fast ein weiterer Tag ohne Leo geworden, wenn nicht Bahati unseren Weg gekreuzt hätte. Sie ist, leider ohne Kinder, auf der Abendpirsch im hohen Gras unterwegs. Mal wieder sind wir ganz alleine und können dieses schöne Tier ungestört genießen. In der knappen Stunde habe ich über 300 Foto geschossen, die ich aber hier nicht alle zeigen möchte 😉 😄

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Teil 1226. Nov. 2020
Donnerstag, 29. Oktober 2020, Tag 11

Vor Sonnenaufgang, im fahlen Licht, treffen wir auf ein Löwenrudel, das auf der Suche nach Beute durch’s Gras zieht.

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Wir sind auf dem Weg zu der Stelle, wo wir gestern Bahati verlassen haben und passieren Giraffen.

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In Bahatis Revier angekommen, finden wir sie tatsächlich nach kurzem Suchen, allerdings ist sie mit einem der cubs „auf der Flucht“ vor einem Löwenrudel.

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10 Minuten später fühlen sich die beiden offensichtlich sicher.

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Endlich kommt cub Nr. 2 aus der Deckung. Dieses Jungtier ist von ganz anderem Naturell – zögerlich, vorsichtig, manchmal ängstlich.

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Zwei Stunden sind wir nun schon hier und so langsam werden mir die nach und nach dazukommenden Fahrzeuge zu viel. Wir schlagen uns in die Büsche zum Frühstück. (@KarstenB: heute mit Tischdecke ;-))

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In größerer Entfernung sehen wir zwei Straußenmänner im Kampf. Das 600-mm-Objektiv reicht nicht aus und ich habe die Fotos zu Hause noch einmal gecroppt, um die Ernsthaftigkeit dieser Auseinandersetzung zeigen zu können. Die Qualität ist leider auf der Strecke geblieben.

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Friedliche Kraniche

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Friedliche Giraffen

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Der Rest des Tages ist unspektakulär. Mittags packe ich meine Reisetasche, denn morgen soll es zeitig los gehen. Ein letztes Mal sichere ich meine Fotos und genieße die Außenanlagen des Camps. Der letzte Evening-Drive bringt keine außergewöhnlichen Sichtungen mehr. Eine Zeit lang begleiten wir eine Gruppe Southern Ground Hornbills.

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Eigentlich soll es heute noch einmal ein schönes Sonnenuntergangs-Foto geben.
Aber manchmal kommt es anders, als man plant. Wir kommen über eine Kuppe und weit unten in der Senke kann ich schemenhaft etwas erkenne. Bevor ich mein Fernglas nehmen kann, sagt George, dass dort ein Auto auf der Seite liegt und wir sofort dorthin fahren sollten um zu sehen, ob wir helfen können. Wir fahren im Affentempo den Hang hinab und treffen tatsächlich auf ein Gamedrive-Auto, das rück-seitwärts in einen tiefen Graben gerutscht ist. Alle Passagiere sind wohlauf und stehen aufgeregt, aber auch ziemlich blass um die Nasen, herum. Der Fahrer des Autos raunt George zu, er solle mich dazu verdonnern, keine Fotos zu machen, damit er nicht in Verruf käme. Ich habe also brav nur ein Selfie gemacht. 😉, auf dem man den Namen des Camps nicht erkennen kann.

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Die Bergung gestaltete sich ziemlich schwierig, hat aber letztendlich geklappt. Nur für ein Sundowner-Foto war es dann zu spät.
Teil 1301. Dez. 2020
Freitag, 30. Oktober 2020, Tag 12

Zuerst muss ich mich mal korrigieren: Ich habe den heutigen Tag bei meiner Leoparden-Berechnung mitgezählt, aber es ist der Tag der Rückreise und von daher gibt es keinen Leo. Also habe ich nur an 9 von 12 Tagen Leoparden gesehen. 😎

Zum ersten und letzten Mal gibt es ein Frühstück im Camp,

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dann geht es zurück nach Nairobi. Darüber habe ich ja schon eingangs des Reiseberichts eine Bewertung abgegeben.

Und damit endet dieser kleine Bericht. Ich bedanke mich für euer Interesse, die vielen Danke-Buttons und Rückmeldungen. Für all diejenigen, die noch nie in der Masai Mara waren, sei gesagt: die Anzahl an Grasfressern, die man in der Mara sehen kann, ist außergewöhnlich hoch, auch außerhalb der Gnu- und Zebra-Migration. Aus meinen Fotos ist das in diesem Jahr nicht so ersichtlich, weil ich mich eher auf meine Lieblinge, die Leoparden, und auf andere Karnivoren konzentriert habe.

Viele Grüße und kommt alle gut und gesund durch den Winter,
Klaudi
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