Am 21. Oktober 2008 flogen wir auf unserer ersten gemeinsamen Namibia-Reise über Johannesburg nach Windhoek und übernahmen dort unseren gemieteten Toyota Corolla. Zum Eingewöhnen wanderten wir zunächst im Daan-Viljoen-Wildpark vor den Toren der Stadt. Am Waterberg-Plateau spürten wir mit einem Guide zu Fuß zwei Nashörner und eine Büffelherde auf und traten abends beinahe auf einen Python. Im Etosha-Nationalpark reihten sich an den Wasserlöchern Löwen, eine Tüpfelhyäne, Zebras, Oryx und immer wieder Elefanten aneinander.
Über Damaraland mit den Felsgravuren von Twyfelfontein, dem Brandberg und der Felsmalerei der «White Lady» ging es weiter ins Erongo-Gebirge, wo eine Wanderung zu weiteren Felsmalereien führte. In Swakopmund fiel der geplante Ausflug nach Sandwich Harbour aus.
In der Namib bei Sossusvlei wanderten wir durch die Dünen, bevor uns eine lange Wanderung durchs Naukluft-Gebirge zu einer wenig einladenden Gästefarm führte. Nach einem verwahrlosten Kurbad in Groß Barmen endete die Reise nahe Windhoek – mein Tagebuch schließt mit dem Satz «Nicht die geringste Lust zum Heimkommen».
Reisezeitraum
21. Oktober bis Mitte November 2008 (letzte Übernachtung 15.11., Rückflug am Folgetag; kein exaktes Enddatum im Bericht)
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
Teil 111. Sept. 2020
Namibia 2008 CuFscher Verbindungsstresstest
Liebe Forumsmitglieder, schon Casimodos Reisebericht aus der Vergangenheit hatte dazu geführt, mich gedanklich mit unseren früheren Reisen zu beschäftigen und die alten Tagebücher zu durchblättern. Nach Buskos Anregung, datumsgenaue Sonnenuntergangs-und -aufgangsfotos einzustellen, fing ich dann in unserem Afrikaarchiv zu stöbern an. Zwar wurde ich fündig, aber die Suche hat auch die fatale Folge, dass Ihr nun einen weiteren Nostalgiebericht angeboten bekommt. 2007 hatten C.und ich uns kennengelernt und ziemlich schnell unsere gemeinsame Affinität zu dem afrikanischen Kontinent entdeckt. C. hatte in den 80er Jahren Namibia (noch vor der Unabhängigkeit), Südafrika und Zimbabwe bereist, während ich in dieser Zeit familiär bedingte Besuche im damaligen Zaire, jetzt „Demokratische Republik Kongo“, machen durfte. Was lag also näher, als eine erste gemeinsame Reise nach Namibia zu unternehmen. Unsere Fotoausstattung war ziemlich bescheiden. Soweit ich mich erinnere, hatten wir eine einfache Lumix und eine Videokamera, die noch mit so kleinen Kassetten bestückt werden musste. Entsprechend bescheiden ist denn auch die Qualität der Fotos, die Videoaufnahmen sind nicht vorzeigbar. Wer keine Lust darauf hat, kann es ja so halten wie dieser Singhabicht.
Teil 211. Sept. 2020
Wir flogen am 21.10.2008, zufälligerweise unserem ersten „Kennenlerntag“, via Johannisburg
nach Windhoek. Außer dem Flug, dem Auto (einem Toyota Corolla!) und den ersten paar Nächten im Hotel Safari hatten wir nichts gebucht. Am Flughafen nahmen wir das Auto in Empfang und ich bekam beim Anblick des Steuers auf der falschen Seite meinen ersten Schock. Damit hatte ich nicht gerechnet! Nachdem wir die Sitze mit den mitgebrachten großen Handtüchern gegen das Schwitzen und Festkleben am Kunstleder bedeckt hatten (bei späteren Reisen sind wir auf Kinderbett-Spannlaken umgestiegen), mußte ich mich also in den damals noch überschaubaren Verkehr stürzen. Wir gelangten unfallfrei ins Hotel, bekamen ein Zimmer, das wir aber sofort verlassen mußten, denn das Badezimmer stand unter Wasser und sickerte schon durch die Tür zum Schlafraum durch. Ich erinnere mich nur noch vage an Hin-und Herdiskutiererei an der Rezeption. Den Rest des Tages verbrachten wir mit Ausruhen und im weitläufigen Garten,
wobei ich auf die Fähigkeit dieses Mannes zum erholsamen Schlaf in jeder Lage und Umgebung ziemlich neidisch war.
Am 23.10. waren wir tagsüber in W. , um in einem dortigen Reisebüro Unterkünfte in unseren Wunschdestinstionen buchen zu lassen, außerdem bei NWR Waterberg-Resort und Etosha, was ohne Probleme möglich war
Teil 312. Sept. 2020
Am 24. 10. holten wir die Voucher ab und fuhren, zum „Einsehen“ in den Daan Viljoen Wildpark, wo wir eine Weile herumwanderten.
Für Gnus haben wir auch gebremst - äh, angehalten......... 😄 😄
Teil 413. Sept. 2020
@tigris Liebe Simone, aus nostalgischen Gründen trinken wir diesmal zur Begleitung dieses Getränk:
Habs mit Sphinx Hilfe in aufrechte Position gebracht 😄 😄 😄 Daß das Foto auf der Seite liegt, hat nicht die Ursache von Trunkenheit - kein Gin vor 18.00 Uhr und auch sonst keine alkoholischen Getränke . Ich habe es mit dem Schmarrnphon geknipst und es will mir einfach nicht gelingen, es richtig rum einzustellen......
@ Konni Forumsabstinenz? Kann ich sogar "irgendwie" verstehen. 2008 hat Euer Sichtungstrunk gefehlt - wir waren aber trotzdem zufrieden damit! @ Elisabeth - weltsüchtige! - , gemach, gemach, Pilzeputzen kommt zuerst..... Herzlichst Friederike
Teil 513. Sept. 2020
Am 25.10. fuhren wir zum Waterberg. An die Strecke oder den Straßenzustand kann ich mich nicht mehr erinnern, wohl aber an ein Weitsüchtigkeitsgefühl und emotionale Überwältigung durch die Landschaft. Das Tagebuch gibt nur Stichworte her, hastig notierte Namen von Pflanzen und Tieren.
Dort bezogen wir ein kleines Chalet. Dahinter wohnte eine wuselige Familie schwarzer Mangusten.
Ichneumon/Manguste /black mongoose
Am späten Nachmittag wanderten wir auf die Höhe und ich war überwältigt von der endlos scheinenden schwarz-braunen Ebene mit einzelnem grünen Gesträuch. Wir sahen Klippschliefer und hörten das Gebell von Pavianen, bevor wir sie sahen.
Abends auf dem Weg zum Dinner traten wir im Dunkeln beinahe auf eine Art Sack, der sich bei näherem Hinsehen mit Taschenlampe als Python herausstellte. Unsere Nachbarn im Häuschen nebenan legten deshalb des Nachts zusammengerollte Handtücher vor die Eingangstür „gegen Schlangen“.... Wir dagegen saßen noch mit dem obligatorischen Malt draußen und wurden mit dem Anblick eines DikDikPärchens belohnt, die vor dem Häuschen ästen und sich niederließen.
Teil 614. Sept. 2020
26.10.2008 Heute machte ich in der Frühe Bekanntschaft mit diesem „Lärmvogel“: Frankolin
und hübschen Glanzstaren
Beim Frühstück herrschte reges Treiben beim Nestbau der Maskenweber.
Die Villa scheint gnä Frau genehm.......
Danach wanderten wir noch einen weiteren Weg
und sahen neben diversen Vögeln auch diese farbenprächtige Schrecke (bitte entschuldigt die Fotoqualität!)
und diesen Schmetterling
Teil 717. Sept. 2020
Nachmittags fuhren wir in einer kleinen Gruppe mit einem Guide auf das Plateau und klapperten die Hides ab, was ich nicht sonderlich aufregend fand. Wir sahen folgende Tiere, wobei sich die Rappenantilope und die Kudus "in freier Wildbahn" versteckte.
Der anschließende Fußmarsch Richtung Nashörner war im Gegensatz dazu für mich sehr aufregend. Wir wurden vom Guide entsprechend mit Verhaltensmaßregeln versehen. Als wir uns tatsächlich an zwei Tiere herangepirscht hatten, bekam ich ziemliches Muffensausen und versuchte, mich unauffällig hinter C. zu verstecken….
Auf dem Rückkweg trafen wir tatsächlich noch auf eine Herde Büffel.
Mit dem sehr motivierten jungen Guide saßen wir noch lange beim Bier.
Als wir am 27.10. nach dem Frühstück wieder zum Chalet zurückgingen, um einzupacken, war dort die Pavianmeute los. Unsere Nachbarn hatten ihre Haustüre beim Autobeladen nicht geschlossen und sofort saß die gesamte Horde drinnen und schleppte alles, was noch herumlag, raus. Schade, dass es von der Aktion keine Fotos gab – wir waren damit beschäftigt, sie zu vertreiben, aber weit weg sind sie nicht geflüchtet. Betont desinteressiert ließen sie sich etwas entfernt nieder, um auf die nächste Gelegenheit zu spekulieren.
Für mich war dieser Aufenthalt die richtige Einstimmung auf das nächste Ziel: ETOSHA
Man kann meine Zufriedenheit sogar erkennen.....
Teil 820. Sept. 2020
27.Oktober 2008 Unterbrochen durch einen Aufenthalt in Tsumeb zum Einkaufen und Museumbesuch,
fuhren wir Richtung Etosha bis Namutoni, wo wir eines der damals fast neuen Bungalows bezogen.
Schon auf dem Weg dorthin sahen wir Springböcke, Oryxe, Kudus, Gnus, Giraffen, Steinböckchen
Am 28.10. fuhren wir weiter nach Halali und nutzen den Weg für zahlreiche Stopps.
In meinem damaligen Tagebuch steht: An den Wasserlöchern waren zum Glück weniger Touristen als befürchtet. Sahen Marabus, Schabrackenschakale, Geier, Trappen, Zebras, Gnus, Kudus, Oryxe, Impalas, Springböcke, viele Vögel. Wenn man über die weite Ebene schaut, sieht es beinahe so aus wie eine Bibelillustration, die die Schöpfung am Tag vor dem „Sündenfall“ zeigt. Sehr staubige Fahrt, Kopfweh, schlecht bis gar nicht geschlafen, aber sehr froh. Bei der Unterkunft - keine Ahnung mehr, wie das war - richteten wir uns ein und erfreuten uns beim Ausruhen an den possierlichen Hörnchen und Tokos
Für mich war das alles ganz neu und sehr aufregend. Noch aufregender waren dann die ersten Begegnungen mit Elefanten, die ich bis dahin nur im Zoo und einmal - sehr weit entfernt - im Zaire (Waldelefanten) gesehen hatte.
Ich war nur noch hin und weg - wie man an der Fülle der nachfolgenden Fotos unschwer erkennen kann..........
Teil 925. Sept. 2020
Abendlicht
Wir blieben zwei Nächte in Halali und begegneten auf dem Weg dorthin noch dieser Löwin
Einen Tag später begegnete ich der ersten Tüpfelhyäne meines Lebens.
Außerdem Löwinnen mit einem Jungen
---dem Hecheln nach zu urteilen, muß es wohl ziemlich heiß gewesen sein......... Oryxantilopen
die seither zu meinen Lieblingstieren zählen (auch auf dem Teller), Zebras
usw.usf.
Nach wie vor waren die Elefanten für mich respekteinflößend….
Der hier war besonders schlau
Im Nachhinein fällt mir auf, dass ich überhaupt nichts über unsere Verpflegung geschrieben habe – es war wohl einfach nicht so wichtig, denn ich kann mich auch nicht erinnern. Woran ich mich aber sehr gut erinnere, weil es ein unsere bisher 10jährige Ehe überdauerndes Phänomen geblieben ist: Wir haben fast überall etwas liegengelassen oder vergessen. In Halali war es das Aufladekabel für die elektrische Zahnbürste, das zu einem Disput darüber führte, wer wofür zuständig ist. Wir einigten uns auf „jeder passt auf seinen Kram auf“ und da das Ladekabel zwar von uns beiden genutzt wurde, aber eindeutig mir gehörte, war es mein Verschulden. Warum haben wir bloß eine elektrische Zahnbürste mitgeschleppt?? Sehr viel später gab es noch Gelegenheit für mich, ausgiebig über „jeder passt auf seinen Kram auf“ zu feixen…
Teil 1026. Sept. 2020
Auch in die Pfanne mußten wir mehrere Blicke hineinwerfen - unvorstellbar damals, daß wir sie 2 Jahre später mit Wasser gefüllt gesehen haben.
Am 30.10. zogen wir Richtung Okaukuejo, wo wir eine Nacht blieben und sahen auf der Pirschfahrt unterwegs u.a. eine Gruppe von Junggesellenlöwen, die am „Rande der gleißenden weißen Pfanne faul in der Sonne lagen und sich kaum bewegten.“
Auch im Gespensterwald waren wir, der damals noch nicht eingezäunt worden war.
Wie praktisch, wenn man seinen Rückenkratzer immer dabei hat.....
Natürlich interessierten wir uns auch für die fliegenden Tiere
Dieser Prachtbursche verabschiedete uns von dem Aufenthalt in der Etosha
Teil 1127. Sept. 2020
Am 31.10. machten wir uns auf den Weg nach Twyfelfontain, wo wir ein hübsches Quartier bezogen.
Die Landschaft unterwegs zog mich sehr in ihren Bann, denn ich notierte: „Sandsteingebirge, die aussehen, als hätte ein wildgewordener Riese mit Felsen gespielt. Grandiose Höhenzüge, gelbverbrannte Ebenen, Tafelberge, rot, schwarz, gelb, braun. Es erschlägt mich schier.“
Unterwegs hielten wir am versteinerten Wald
Nach Dinner und Sonnenuntergang hatten wir die Gelegenheit, eine Sternenguckertour mit einem österreichischen Astronomen zu unternehmen. Seinen Merksatz:“ M(ars)ein V(enus)ater E(rde)rklärt M(erkur)ir J(upiter)eden S(saturn)onntag U(ranus)nsere N(eptun)eun P(luto)laneten - obwohl letzterer schon damals nicht mehr zu den Planeten gezählt haben dürfte - habe ich nie vergesse. Ebenso wenig wie die Bellgeckos, die ich dort zum ersten Mal hörte und deren Klingklong seither für mich, ähnlich wie die Taubenrufe, den Klang Afrikas verkörpert. Morgenstimmung am 1.11.2008
Wir sahen uns am 1.11. die Felsgravuren und -Zeichnungen (?) am Brandberg an (ich weiß nicht mehr, ob ich die Reihenfolge richtig erinnere)
Die Orgelpfeifenbesichtigung mußte natürlich auch sein
Südwester-Edelweiß Das war wohl der "verbrannte Berg"
Sehr hübsch fand ich die Kapspatzen, die sich um die Unterkunft herum zahlreic h einfanden.
Teil 1229. Sept. 2020
Nach einem reichlichen Frühstück starteten wir am 2.11.
und zogen um zur White Lady-Lodge
von wo aus wir nachmittags mit einem lustigen, jungen Mann die Wanderung zu den Felsmalereien unternahmen.
Es war eine etwas anstrengende, aber wunderschöne Wanderung durch beeindruckende Felsformationen
Wir gelangten auf der Höhe an einen Felsüberhang, an dem auch Malereien zu finden waren
und wanderten dann langsam wieder, von Klippschliefern beäugt, zurück.
Dem Guide verdanke ich auch ein Rezept gegen Nierenerkrankungen. Man muß nämlich nur den Kot der Klippschliefer sammeln, einen Sud daraus kochen, trinken, nach einer Stunde viel Wasser nachtrinken und alle Beschwerden sind vorbei. Glücklicherweise bestand bisher noch keine Notwendigkeit, das Rezept auszuprobieren. 😉 😉 Am Morgen des 3.11. konnten wir erst einmal nicht aus unserem Häuschen, weil ein paar Elefanten durchzogen und sich an den Wasserleitungen gütlich taten.
Teil 1314. Okt. 2020
Obwohl dieser Retrobericht eher weniger Interesse findet und mir auch langsam die Lust zum Weiterführen abhanden kommt, weil das Berichten in einer bestimmten Brustregion so ein schmerzhaftes Ziehen verursacht, will ich ihn doch bis zum bitteren (!) Ende einstellen...........
Über Uis ging es dann zur The Rockpainting Lodge Ai-Aiba im Erongo
wo uns gleich am Eingang dieser stattliche Bursche begrüßte.
Dort wusste man nichts von einer Reservierung, wir bekamen aber dennoch das Chalet ganz am Ende der Reihe
und als anderntags das Telefon wieder funktionierte, wurde die Buchung (und Zahlung in Windhoek) auch bestätigt.
Den obligatorischen sundowner gab es auf einem Berg mit schönem Blick.
In der Nacht saßen wir noch lange vor der Hütte und sahen kleinen Eulen beim Insektenjagen zu. Von dort aus fuhren wir am 4.11., nach Ameib und machten eine Wanderung zu Philips Cave. Laut meinen Tagebuchnotizen war ich von dem dortigen weißen Elefanten mehr beeindruckt als von der white lady...
Natürlich wurde auch Bulls Party nicht ausgelassen.
Langsam gondelten wir wieder zurück zur Lodge. Ic h konnte mich an der Landschaft kaum satt sehen.....
Am 5. 11. erkundeten wir das Gelände rings um die Lodge
....beäugt...
Auch am letzten Tag unseres Aufenthaltes wanderten wir durch die Erongolandschaft
Der letzte Abend klang mit dieser Beleuchtung aus
Wir nahmen uns fest vor, diese Region mindestens noch einmal zu besuchen. Am Abreisemorgen konnten wir noch ein paar sehr scheue Giraffen beobachten
Teil 1416. Okt. 2020
Am 7.11. fuhren wir nach Swakopmund.
Leider habe ich nicht notiert, wie die Unterkunft hieß. Als wir 2019 dort gewesen sind, haben wir es wiedergefunden:
Diese Damen mußten wir einfach fotografieren.
Spaziergänge am Meer
Stadtbummel und Kudulederschuhkauf
Am 8.11. besuchten wir die Karakulweberei, die etwas außerhalb liegt und kauften einen kleinen Teppich mit eingewebten - na, was wohl? - Vögeln. Nachmittags muteten wir dem Auto eine Fahrt über den Welwetschiadrive zu - unterwegs dachte ich wirklich, dass die Kiste gleich auseinanderfallen würde
Dort oben steht der tapfere Toyota Corolla..... Die Pflanzen haben mich damals überhaupt nicht beeindruckt, eher der kleine zutrauliche Vogel...
Am Abend aßen wir „Bei Erich“ ( als Reminiszenz an meinen damals 92jährigen Vater namens Erich, der in dieser Zeit von meiner Schwägerin versorgt werden konnte) die Fischplatte für zwei Personen. Wenn ich daran denke, wird mir immer noch flau, denn in der Nacht hingen wir abwechselnd über der Toilettenschüssel... Da wir versäumt hatten, eine Tour nach Sandwich Harbour zu buchen, verbrachten wir den Sonntag, 9.11. mit Museumsbesuch und einem langen Strandspaziergang, wobei mich der Sand, mit Lupe betrachtet, total faszinierte. Er sah aus wie feingeriebene Turmaline und Granate....
Gegessen haben wir vorsichtshalber nur Zwieback!!
Teil 1518. Okt. 2020
Am 10.11. machten wir uns nach Sossusvlei auf
wo wir (Tagebuchzitat) „eine zeltartige Unterkunft, die zünftiger, schöner und staubiger nicht sein kann“ bezogen. Desert Camp
Vor der Fahrt zum Dinner kletterten wir ein wenig in den Felsen herum.
Wie schön diese Abendstimmung gewesen ist.........auch farblich.......... Das Essen in der Lodge schmeckte wieder
und die Bellgeckos begleiteten unseren Schlaf.
Teil 1619. Okt. 2020
Am 11.11. wanderten wir vom Parkplatz aus ungefähr fünf Kilometer zur Düne und in die Wüste hinein.
Wir begegneten zahlreichen Oryxantilopen und Springböcken, die überhaupt keinen Fluchtreflex zeigten
und einigen von diesen rötlichen Gesellen
Zurück am Auto führten wir noch ein sehr interessantes Gespräch mit einem Schildraben, der uns einfach nicht glauben wollte, daß wir nichts Freßbares für ihn dabei hatten.
Obligatorisch war natürlich am Nachmittag die Besichtigung des Sesrim Canyons. Fahrt:
Dort erschreckten mich unheimlich hallende Töne, die sich als vielfach verstärktes Taubengegurre herausstellten. Das führte zu C.s felsenfester Überzeugung (bis heute), daß er es bei mir mit einer äußerst schreckhaften Person zu tun hat, die nicht nur als Beifahrer Schreckensrufe und Zischlaute von sich gibt - wohlgemerkt: ohne Anlaß 😗 - , sondern auch aus anderen nichtigen Anläßen zu leichter Hysterie neigt.....
Dieser hier war ständiger Gast an unserer Behausung
Teil 1724. Okt. 2020
Am 12.11. verabschiedeten wir uns von Sossusvlei und diesem Weber, dem wir noch ein wenig Wasser gegönnt hatten
und machten uns auf Richtung Naukluft.
Ein Klippspringer beäugte uns am Eingang des Parks
Beim Office entrichteten wir unseren Obolus und bekamen eine arg zerfledderte Kopie der Wanderkarte ausgehändigt mit der Bitte, diese wieder zurückzugeben. Hier sah ich "mein erstes Nachtflughuhn" - obwohl es hellichter Tag war...
Auf der mehrstündigen, sehr schönen Wanderung trafen wir keine anderen Menschen. Wir sahen einige Kudus, Paviane, Klippspringer, Klippschliefer und Vögel.
Ich hatte große Lust, in einem der Naturpools zu baden,
verzichtete aus Zeitmangel aber darauf. Als wir etwas oberhalb eines Pools im Gewässer allerdings die Reste eines Zebras sahen, an dem seltsame Quappen und ein krabbenähnliches Tier nagten, war ich ganz froh darüber. Als ich dem Treiben fasziniert und angeekelt zugleich zusah, zog mich mein liebster Mitmensch hastig davon weg – er war damals noch der irrigen Annahme, ich wäre zartbesaitet…… Er wollte das auch nicht fotografieren - mich erinnerte das sehr an meine längstvergangenen Urlaube in meinem zweiten Sehnsuchtsland Norwegen, wo ich immer die Dorschköpfe in die Bucht gelegt und darauf gewartet hatte, daß die Aasfresser sich darüber hermachten 😉 😉
Die Wanderung gestaltete sich zunehmend mühsam, denn unterwegs löste sich eine Sohle meines Schuhs, die wir notdürftig mit Gummiband ( es geht nix über Goldzack! Schlüpfergummi!) reparierten…. Bei der Aktion wurden wir beobachtet
Übernachtet haben wir auf der Gästefarm Weltevrede . Dort hatten wir allerdings nicht den Eindruck von Gastfreundlichkeit. Unterkunft und Ambiente waren ungepflegt und verkommen. Immerhin gab es einen schönen Sonnenuntergang
den wir im Gegensatz zu anderen Extras nicht bezahlen mußten und am frühen Morgen das Spektakel von ungezählten Flughühnern, die sich an dem Teich vor den Terrassen labten
Ein weiteres Positivum hier war, dass sich zwei Farmarbeiter unseres arg eingestaubten Autos annahmen und es innen und außen gründlich reinigten. Allerdings ließ C. hier seine heißgeliebte – aber auch schon etwas abgeliebte – Jacke im Schrank hängen. Zum Glück merkten wir den Verlust erst später, sonst hätten wir die Weiterfahrt nicht so genossen und sie wäre auch sehr schweigsam verlaufen.... Als wir später nach auf der Farm nachfragten, wurde uns mitgeteilt, dass alle liegengelassenen Klamotten an die Farmarbeiter verteilt würden.
Teil 1802. Nov. 2020
Weiter ging es nach Groß Barmen, wo wir uns im warmen Wasser ein wenig erholen wollten. Der Toyota Corolla hatte unsere alten Knochen doch ziemlich durcheinandergerüttelt.
Am 13.11. notierte ich: „Groß Barmen Lange Fahrt durch abwechslungsreiche Landschaft. Immer wieder zerklüftete Berge mit interessanten Felsformationen, silbriger Glimmerschiefer - unbeschreiblich schön. Richtung Windhoek dann schon wieder flache, weite Ebenen, aber grüner als bei unserer Ankunft. Hier ein total verkommenes, verwahrlostes Staatsbad“ Ich erinnere mich, dass wir mit der Rezeptionsdame einen langen Kampf austragen mussten, bevor wir, gegen Pfand, Handtücher bekamen. In dem Bungalow, der uns zugewiesen wurde, war alles, was abmontiert werden konnte, abhandengekommen, Toilettenbrille, Türklinken, Toilettenpapierrollenhalter, Handtuchhaken…. Ich notierte am 14.11.: „Die Menschenleere hier, das gelangweilte Herumstehen und -sitzen des Personals, das verrottete Interieur, die fliegenübersäten Fenster, die zerbrochenen Scheiben, dass keine einzige Toilette funktioniert, sogar die verwahrlosten Katzen, die allabendlich auf unserer Terrasse herumlungern, der Dreck in Schränken und Duschen - das alles hat etwas so unsagbar Morbides, dass man am liebsten flüchten möchte.“ Besonders enttäuscht war C., der das Bad aus den 80er Jahren in bester Erinnerung hatte. Immerhin entdeckten wir auf dem Gelände einen Diderickcuckoo (Foto nur als Beweisfoto tauglich! Entschuldigt!
Der einzige „Bademeister“, ein kleiner, stark hinkender, sehr netter farbiger alter Mann, mit dem wir uns gelegentlich unterhielten, wiederholte immer wieder den Satz „All is going down“. Am letzten Abend
saßen wir beim letzten Schluck Malt
an unserer Unterkunft und ich sah im Schein der Kerzen, wie sich eine RIESIGE Spinne, bestimmt - ungelogen - handtellergroß außen am Schlafzimmerfenster ins Gras abseilte. Das war eindeutig zu viel für meine Phobie. Ein Kreischen unterdrückend, saß ich steif und schockstarr da, die Beine angezogen. C. hatte das Ungeheuer natürlich nicht gesehen und was er nicht gesehen hat, gibt es auch nicht. Trotzdem holte er mir meine festen Schuhe aus dem Haus – in Sandalen wollte ich keinen einzigen Schritt mehr gehen. Nachts musste das Fenster nach sorgfältiger Untersuchung, ob womöglich drinnen ein weiteres Untier sein Unwesen trieb, verrammelt werden. Die Schuhe stellte ich vorsichtshalber auf dem Koffer ab, der mangels eines solchen als Nachttisch diente. Trotzdem träumte ich alb….. Das hätte es nun zum Abschluss der Reise wirklich nicht gebraucht. Der gute Eindruck, den ich machen wollte – dahin……..
Am 15.11.
fuhren wir zu Grellmanns (Etanga-Ranch in der Nähe des Flughafens), die C. noch von früheren Besuchen her kannte und verbrachten dort die letzte Nacht und den halben nächsten Tag bis zum Abflug auf dem schönen Anwesen.
Der letzte Satz in meinem Tagebuch lautet „Nicht die geringste Lust zum Heimkommen“
Der Afrikavirus bei uns beiden wurde durch diese Reise nach langer Zeit wieder aktiviert. Die Verluste von Aufladekabel, Lesebrille und Jacke waren bald vergessen und verschmerzt. Unsere „Beziehung“ hatte sich als stabil – wenn auch verbesserungsfähig, was Spinnenphobien (C. hat ein anderes Wort dafür – welches, überlasse ich Eurer Phantasie), Schreckhaftigkeit, Rechthaberei und einige andere Dinge, die Euch nix angehen, betrifft – erwiesen. 2010 haben wir geheiratet und 2011 waren wir wieder auf Pad in Namibia. Aber das ist eine andere Geschichte und wenn ich Lust habe, erzähle ich die ein andermal 😗 😗 Mit schönen Grüßen an alle Mitreisenden