CITES Konferenz

37 Antworten · 9'345 Aufrufe · gestartet 23. Aug. 2019 von GinaChris
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2'530 Beiträge · seit 201123. Aug. 2019 · #2
Good News.
Best Regards Adolf Conservation is our passion! Trustee, Sponsor & SA Contact for 'Desert Lion Conservation'! Sponsor of Desert Elephant Conservation. Hobby: Land Cruiser Touring Vehicles. Member of the LCCSA. Slogan: Tread lightly, leave nothing but your foot prints!
3'883 Beiträge · seit 201123. Aug. 2019 · #3
GinaChris schrieb:*Elfenbeinhandel bleibt verboten
*Giraffen werden besser geschützt

Gruß Gina
Die Worte les' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube:
https://www.tagesschau.de/ausland/afrika-giraffen-101.html

LG freshy
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zuletzt bearbeitet 23. Aug. 2019
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201623. Aug. 2019 · #4
@freshy

Gut ist der Vorsatz, aber die Erfüllung schwer.

Gruß Gina
3'883 Beiträge · seit 201129. Aug. 2019 · #6
🙁 🙁 🙁 😠 😠 😠
Siehste, so einfach ist es, wenn jemandem Vereinbarungen nicht ins Konzept passen! Präsidenten dieser Welt machen es vor.

Wütende Grüße
freshy
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35 Beiträge · seit 201929. Aug. 2019 · #7
Hmm.
worauf bist Du jetzt wütend?
Dass die SADC-Staaten ihre aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammenden Produkte (weiter) nicht vermarkten dürfen?
Oder dass sie sich jetzt überlegen, ob sie weiter Mitglied einer Organisation bleiben wollen, die offensichtlich gegen ihre Interessen handelt?
Man kann zum Thema Elfenbeinhandel sicherlich viele Argumente (sowohl dafür als auch dagegen) sammeln, Fakt ist allerdings, dass es in einem Großteil der den Handel vehement ablehnenden Staaten überhaupt keine Elefanten gibt, während z.B. in Botswana schon seit mindestens 15 Jahren von Überpopulation die Rede ist.
Beste Grüße
Wolfgang
1'095 Beiträge · seit 200929. Aug. 2019 · #8
Tiere als "aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammende Produkte" zu bezeichnen nimmt mir ein wenig die Luft aber ich respektiere diese Einstellung.

Sofern die "Gegener" des Handels sich einig wären und ein Import- und Handelsverbot erlassen würden, könnten die SADC Staaten ja munter untereinander Handel mit Elfenbein und Rhinohorn betreiben.

In ZIM wird sich die Regierung freuen, wenn sie ihre "Produkte" weiter an chinesische Zoos verkaufen, sich die nächsten Millionen reinpfeifen und jedwede Demonstration niederknüppeln lassen.
572 Beiträge · seit 201329. Aug. 2019 · #9
Seyko schrieb:Tiere als "aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammende Produkte" zu bezeichnen nimmt mir ein wenig die Luft aber ich respektiere diese Einstellung.
So ist das halt nun mal. Rindfleisch oder Hühnereier sind ja auch (land-) wirtschaftliche Produkte. Oder was ist mit Lederschuhen?
Oder sind afrikanische Tiere schützenswerter als europäische?
Oder wie ?
1'095 Beiträge · seit 200929. Aug. 2019 · #10
Maecs schrieb:
Seyko schrieb:Tiere als "aus nachhaltiger Bewirtschaftung stammende Produkte" zu bezeichnen nimmt mir ein wenig die Luft aber ich respektiere diese Einstellung.
So ist das halt nun mal. Rindfleisch oder Hühnereier sind ja auch (land-) wirtschaftliche Produkte. Oder was ist mit Lederschuhen?
Oder sind afrikanische Tiere schützenswerter als europäische?
Oder wie ?
Also Elefanten und/oder Rhinos mit Rindern und Hühnern zu vergleichen kommt mir nicht in den Sinn.
Ich bin übrigens Vegetarier und esse kein Fleisch. Ich wurde zum Vegetarier, weil ein Bauer mit konventioneller Rinder- und Schweinehaltung Luftlinie knapp 80m neben uns präsent ist. Ich werde krank wenn ich die Rinder schreien höre (wenn ihnen die Kälber nach der Geburt weggenommen werden dauert das ziemlich exakt 1 Woche - Tag und Nacht). Aber das ist ein anderes Thema (btw. ich lebe in der Schweiz, wo die Tierhaltungsbestimmungen schärfer sind als in der EU. Insofern kann ich zur Massentierhaltung in der EU nur sagen: "shame on you").

Wenn bspw. in ZIM Elefantenkälber im Hwange von den Herden abgetrennt werden, sie eingefangen werden und an Zoos und (oder Zirkusse verkauft werden, dann ist das weder ein legitimer Vorgang, noch eine "nachhaltige Bewirtschaftung".
Wer Nachhilfe in Sachen Traumata von Jungelefanten benötigt, kann sich beim Sheldrick Trust erkundigen - sie geben sehr gerne Auskunft.

Wir Menschen entwickeln uns zur grössten Plage für diesen Planeten und ich erschrecke schon, wenn ich erlebe wie sehr wir als Gesellschaft uns in die Richtung emotionaler Krüppel entwickeln ( OT:gerade ist ein Freund eines Freundes auf dem Camino durch Spanien gelaufen und von Unbekannten bei Vigo halbtot geprügelt worden. Nach kurzer Zeit im Koma ist er vorgestern gestorben. Er war knapp 30 und wollte nur pilgern).

Nicht alles auf diesem schönen Planeten kann man in MONEY bewerten - selbst wenn die Gier noch so gross ist.
Gast29. Aug. 2019 · #11
Es geht hier vorrangig nicht um Trophäenjagd oder Wildern, sondern um Geld. Die SADC-Staaten sitzen auf einigen hundert Tonnen von Elfenbein, deren Erlös sie gut gebrauchen könnten. Diese Elefanten sind schon tot, die meisten sind eines natürlichen Todes gestorben. Sicherlich wurden einige gejagt und noch mehr gewildert, aber der Bestand ist keineswegs gefährdet und wächst jährlich um 3 bis 5 %. Bei (niedrig) geschätzten 250.000 Elefanten in der Region fallen alleine durch die natürliche Mortalität mindestens 250 Tonnen Elfenbein jährlich an. Wenn nur die Hälfte oder Drittel davon gefunden wird, wäre das ein schöner Betrag für die Parkverwaltungen und geschädigten Anrainer, zumal unbestritten ist, dass einzelne Regionen einen unvertretbar hohen Bestand haben, der auch hohe Kosten verursacht. Die Vegetationszerstörung in Wild- und Kulturlandschaft durch den Überbestand ist unbestritten und wird auch über kurz oder lange den „Phototourismus“ beeinträchtigen, und hat es eigentlich schon für Leute, die einen Blick dafür haben.
Die SADC-Staaten haben also gute Gründe und Begründungen für ihren Wunsch Elfenbein LEGAL verkaufen zu dürfen. Auch wenn man ihnen dies erlauben würde, hätten sie es schwer genug, weil es nur wenige Interessenten gibt. Die letzte legale Auktion vor Jahren (Namibia?) war ein Flop, weil die einzigen Bieter, China und Japan, sich abgesprochen haben. Außerdem hat China als Staat eingekauft (mangels Bietern viel zu billig) und hat dann mit hohem Profit zu Hause an Händler und Schnitzer weiterverkauft. Es war ein großer Fehler sich darauf einzulassen. Bei weiteren Verkäufen sollte das unbedingt vermieden werden, aber mittelfristig wird es keine (legalen) geben, weil Länder, die von dem Problem nicht betroffen sind, beschlossen haben, dass die Betroffenen damit alleine fertig werden sollen.
Für das Verbot gibt es mW nur ein Argument, nämlich dass das Zulassen eines legalen Marktes (für „frisches“ Elfenbein) die Nachfrage und damit das Wildern noch weiter verstärken würde (und Nachtrag: auch das Einschleusen von illegalem Elfenbein in einen legalen Markt erleichtern würde). Dass dies wirksam war und ist, lässt sich empirisch nicht belegen. Es gibt eben noch andere Faktoren, man vergleiche die Bestände und Entwicklung im südlichen Afrika vs. die in Zentral- und Ostafrika.
Letztlich ist es also ein Prinzipienstandpunkt nach moralisch/ethischen Kriterien, der natürlich nicht abzustreiten ist, so wie auch bei der Drogenproblematik.
Es gäbe eine einfache und gerechte Lösung zur Auflösung dieses Dilemmas.
Die CITES soll erlauben und verordnen, dass die gegen das Verbot stimmenden Staaten und Lobbys, NGOs und Private den SADC Staaten die vorhandenen Lagerbestände und den Zuwachs in Größenordnung der natürlichen Mortalität und aus unvermeidlichen Bestandsregulierungen ABKAUFEN und diese somit für ihre Leistung und Kosten ENTSCHÄDIGEN. Das brächte dringend benötigtes Geld für diese Länder und das jährlich! Die Käufer können das Elfenbein dann verbrennen oder in den Tresor legen oder was immer, außer weiterverkaufen
Grüße
PS. Rinderzucht im südlichen Afrika ist größtenteils Weidehaltung und den Unterschied zur Wildtierzucht im PGR oder NP hätte ich gerne erklärt bekommen.
zuletzt bearbeitet 29. Aug. 2019
572 Beiträge · seit 201330. Aug. 2019 · #12
Seyko schrieb:
Also Elefanten und/oder Rhinos mit Rindern und Hühnern zu vergleichen kommt mir nicht in den Sinn.
Mir schon. Es sind alles Lebewesen. Ansonsten bin ich ganz bei Dir, außer dass ich kein Vegetarier bin. Ich esse gerne Fleisch, vorzugsweise selbst erjagtes. Massentierhaltung und die ganzen Auswüchse lehne ich absolut ab. Meistens ist es aber ja so:
Diejenigen, die am lautesten schreien, und sich für den Tierschutz stark machen, kaufen dann ihr Schnitzel im Supermarkt, ohne zu wissen, woher das eigentlich stammt. Das ist ja in vielen Lebensbereichen so. Man kann vortrefflich für oder gegen eine Sache sein (am besten noch anonym im Internet), das eigene Verhalten sieht dann oft ganz anders aus!
LG Marcus
68 Beiträge · seit 201930. Aug. 2019 · #13
Guten Morgen,

über Namibia weiß ich ehrlich gesagt nicht so viel, aber über andere Länder in Afrika.
loser schrieb:
Letztlich ist es also ein Prinzipienstandpunkt nach moralisch/ethischen Kriterien, der natürlich nicht abzustreiten ist, so wie auch bei der Drogenproblematik.
Es gäbe eine einfache und gerechte Lösung zur Auflösung dieses Dilemmas.
Die CITES soll erlauben und verordnen, dass die gegen das Verbot stimmenden Staaten und Lobbys, NGOs und Private den SADC Staaten die vorhandenen Lagerbestände und den Zuwachs in Größenordnung der natürlichen Mortalität und aus unvermeidlichen Bestandsregulierungen ABKAUFEN und diese somit für ihre Leistung und Kosten ENTSCHÄDIGEN. Das brächte dringend benötigtes Geld für diese Länder und das jährlich! Die Käufer können das Elfenbein dann verbrennen oder in den Tresor legen oder was immer, außer weiterverkaufen
Das soll logisch klingen, ist es aber nicht. Die Logik hinter der Idee ist: Jemand hat etwas weltweit Verbotenes und erpresst dann andere, ihm das abzukaufen, damit das Verbotene praktisch keinen Schaden anrichtet. Das heißt dann "Entschädigung". Nachdem selben Schema kann dann Kolumbien zukünftig verlangen, dass die USA ihnen offiziell das Kokain abkaufen, damit es in den USA nicht Menschen dahin rafft? Einfach gegen den Kokainanbau vorzugehen wäre demnach keine Option, weil da das Einkommen von vielen tausend armen Familien dran hängt.

In der Presse las ich, dass es für Namibia um in 10 Jahren angesammeltes Elfenbein im Gesamtwert von 125 Millionen Namibia-Dollar geht. Allein Deutschland zahlt mehr als 1 Milliarde Namibia-Dollar pro Jahr an Namibia für Entwicklung und Umweltschutz. Wie oft muss denn noch gezahlt werden, damit Namibia gnädigerweise auf Illegales verzichtet? Es schließt sich zwangsläufig die Frage an: Wo hört das dann auf? Als Nächstes zahlen wir noch mal dafür, dass Nasenhörner von Nashörnern nicht auf den Markt kommen. Dann für Pangolins. Dann für Löwenknochen. Dann für Nichtabholzung.

Man kann auch umdrehen, wer hier überhaupt etwas von wem zu fordern hat. Namibia ist ein souveränes Land und kann seine eigenen Entscheidungen treffen. Aber wenn es weiter die ganzen Milliarden für Umweltschutz aus dem Westen bekommen will, dann hat es auf schädliche Aktionen wie den Verkauf von Elfenbein zu verzichten und weiter Mitglied bei CITES zu bleiben.

Liebe Grüße
zuletzt bearbeitet 30. Aug. 2019
Themenstarter4'984 Beiträge · seit 201630. Aug. 2019 · #14
Hi Werner,

das > wäre das ein schöner Betrag für die Parkverwaltungen und geschädigten Anrainer
ist aber mMn leider nicht der Fall; Stichwort: Korruption
https://www.researchgate.net/profile/Elizabeth_Bennett7/publication/264629972_Legal_Ivory_Trade_in_a_Corrupt_World_and_its_Impact_on_African_Elephant_Populations/links/5aafa58d458515ecebe9c035/Legal-Ivory-Trade-in-a-Corrupt-World-and-its-Impact-on-African-Elephant-Populations.pdf
Gruß Gina
35 Beiträge · seit 201930. Aug. 2019 · #15
Hallo zusammen,
mir kommt auch so Einiges (nicht) in den Sinn....
So würde ich z.B. den Coca-Anbau, der nur zur Produktion von Rauschgift dient, eher nicht mit dem (staatlichen) Sammeln von Stoßzähnen natürlich verendeter Elefanten gleichsetzen. Auch erschließt sich mir nicht, warum das Horn eines Nashorns, welches einer Enthornungs-Aktion entstammt, aus 'Naturschutzgründen' nicht verkauft werden darf.
Probleme, legale von illegalen Produkten unterscheiden zu können, mag es geben. Wenn man aber z.B. genetische Fingerabdrücke der Tiere nehmen würde, ließe die Herkunft zweifelsfrei nachvollziehen.
Die genannte Entwicklungshilfe (aus Deutschland über eine Mrd. Euro seit der Unabhängigkeit) soll vor allem für folgende Zwecke genutzt werden: Management natürlicher Ressourcen, Transport und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Von 'Umweltschutz' ist da jedenfalls offiziell keine Rede. Umweltschutz ist natürlich ein weltweites Thema, kann man aber nicht essen, und hilft auch nicht gegen Aids. Weiter kann Umweltschutz auch heißen, Überpopulationen von Wildtieren eben nicht zuzulassen. Was passiert, wenn man das nicht tut, kann man am Beispiel Botswanas sehen.

Ich persönlich empfinde es als eine Art 'Neokoloninalismus', wenn wir reichen, satten Europäer (von mir auch Amerikaner, Asiaten usw.) den z.T. bitterarmen, hungernden Afrikanern vorschreiben wollen, wie sie mit ihren Ressourcen umgehen sollen.
Eher sollte unser Engagement so aussehen. Hilfestellung und Handreichungen: ja; Bevormundung und Einmischung: nein.

Viele Grüße
Wolfgang
Gast30. Aug. 2019 · #16
Hallo Gina und andere am Thema Echauffierte:
Also, meinen Vorschlag im letzten Absatz habe ich zwar nicht unbedingt, jedenfalls nur minimal, mit tongue in cheek geschrieben, aber ein bisschen provozieren wollte ich prinzipientreue Puristen schon, weil sie nämlich keine Argumente oder Beweise für die „Richtigkeit“, hier Wirksamkeit, ihrer Überzeugungen in die Diskussion einbringen. Empörung alleine hilft nicht weiter. Aber vielleicht ist es auch bloß zu mühsam. Damit spreche ich jetzt keine der am Thema beteiligten Personen direkt an, sondern eher deren meinungsmachendes „Schwarmverhalten“ und dessen Auswirkung. Auf alle Fälle haben wir alle das gleiche Anliegen, das wird mir hoffentlich zugestanden werden.

Einschub Anfang und 😎 eingefügt: Außerdem gibt es für meinen Vorschlag auch ein historisches Vorbild. Jimmy Carter hat am Anfang seiner Präsidentschaft ob des Milliarden teuren und trotzdem aussichtslosen Kampfes gegen Heroin u. a. Drogen tatsächlich den Vorschlag gemacht, mit den Ethnien und Drogenbaronen im Goldenen Dreieck einen Exklusivankauf des Rohopiums zu vereinbaren und dieses dann zu vernichten. Diese hätten weiterhin ihre Lebensgrundlage und die USA weniger Drogenabhängige, so die Logik und wäre auch billiger als der Kampf dagegen. Er musste dann natürlich sofort zurückrudern, weil eben ein Rechtsstaat nicht gegen seine eigenen rechtsstaatlichen Prinzipien verstoßen darf. Einschub Ende und mit 😗 zur Beruhigung von Aviaoniker bestätigt.

@ Korruption, Gina: Na klar und na und? Denn das Argument müsste man dann, wenn konsequent, auch auf viele andere Aspekte der Beziehungen mit afrikanischen Staaten anwenden. Wir können uns jetzt also weiter links zur Untermauerung diverserer Standpunkte schicken, aber jeder wird in irgendeinem Punkt nicht-schlüssig sein, weil die Sache eben sehr komplex ist*). Ich könnte genauso gut den Spieß umdrehen und fragen, welche Beweise vorliegen, dass das Handelsverbot das Wildern verhindert hat. Das wäre aber nicht fair und schon etwas polemisch. Dass alles ohne Handelsverbot noch schlimmer sein könnte, wäre wohl plausible aber ebenfalls nicht beweisbar, also auch nur ein Glaubensbekenntnis.

Ich persönlich bin betr. Handelsverbot im Anlaßfall der Diskussion weder vom DAFÜR noch vom DAGEGEN völlig überzeugt, und in so einem Fall hilft immer die Empirie und die zeigt, dass das internationale Handelsverbot das Wildern nicht verhindert hat, nicht ein Mal vermindert. Seit dem Verbot bzw. trotz des Verbotes (edit 21 Uhr: und der tonnenschweren Vernichtungen) sind Preise und Mengen an legalen und hauptsächlich illegalen Elfenbein gestiegen!! Also kann man auch nicht folgern oder beweisen, dass ein legalisierter Verkauf an Lager(!!!)beständen durch SADC-Staaten den illegalen Markt ankurbeln würde. Wenn jemand Argumente oder Beweise dafür hat, möge man diese bitte vorbringen. Es gibt sogar die Meinungen*), dass das Handelsverbot durch Verknappung des Angebotes den illegalen Handel bzw. das Wildern erst recht lukrativ gemacht und damit befeuert haben. Außerdem gibt es seit langem Hinweise und Meinungen von Fachleuten, dass Elfenbein schon längst ein „Anlageobjekt“ geworden ist, also als Wertanlage mit hoher Gewinnerwartung in einer zukünftigen Verknappungssituation gehortet wird; außerdem auch als bargeldloses Zahlungsmittel für kriminelle Geschäfte. Es wurde berichtet, dass in China riesige Bestände gehortet werden.

Was dann?
Obig heißt, dass dieser „Markt“ von der Nachfrage getrieben ist und dort anzusetzen, ist für mich die einzige plausible Gegenstrategie. Allerdings muss man dabei auch einen langen Atem haben, weil die Nachfrage kulturell tief verwurzelt ist. Wenn man z. B. den buddhistischen und (überwiegend) katholischen Devotionalienmarkt oder japanische Siegel udgl. sowie Souvenirs wegkriegt, ist mindestens die Hälfte der Nachfrage weg. Bei einer Kommodität, die man nicht wirklich braucht (im Gegensatz zu Drogen also keine Entzugskrankheit verursacht) sollte das wohl mittelfristig mit Überzeugungsarbeit möglich sein. Was bei Billardkugeln und Klaviertasten möglich war, könnte man doch auch bei Madonnen, Jesuleins und Buddhas hinkriegen, oder? Und Souvenirs, die in Masse auch etwas ausmachen, könnte man doch auch leicht sofort abstellen. Und alle genannten Beispiele liegen vollkommen im Entscheidungsbereich des Endverbrauchers, dafür braucht man keine CITES. Einfach nicht kaufen!! …. und schon ist der Lagerbestand der Elfenbeinmafien schmerzhaft abgewertet.
Grüße, Werner

*) PS: Trotzdem hänge ich noch einen Artikel @ Handelsverbot, Preis und Wildern an, einfach als Sachinformation, vielleicht interessiert es jemanden und Information kann ja nie schaden: “Global ivory market prices since the 1989 CITES ban”

📎 1-s2.0-S0006320719302769-main.pdf


PS2: Das "Jetzt geben wir ihnen schon soviel Geld und nicht ein Mal das kriegen sie hin“ halte ich persönlich für sehr überheblich und anmaßend.
zuletzt bearbeitet 30. Aug. 2019
Gast03. Sept. 2019 · #17
Die Diskussion beschäftigt sich meistens nur mit der Nachfrageseite, dabei bleibt unterbelichtet, welch große Rolle Kriege und Konflikte spielten und immer noch spielen. Für Kriegsparteien, ihr Militär und Milizen ….bis zu Warlords, war und ist gewildertes Elfenbein und Nashornhorn eine bedeutende Einnahmenquelle für Versorgung mit Waffen, Munition und Nahrung, natürlich auch zur persönlichen Bereicherung. Das passiert schon seit Jahrzehnten in Zentral- und Ostafrika aber auch schon in den 1970ern und 1980ern im südlichen Angola und Mozambique und nördlichen Namibia, wo dadurch Elefanten und Nashörner fast ausgerottet wurden. Eine Zeitreise zu letzteren.
Die Verbündeten der RSA gegen „die Kommunisten“ (SWAPO und MPLA bzw. FRELIMO), nämlich die UNITA in Angola bzw. RENAMO in Mozambique, haben ihre Kriegskassen, nicht nur aber substanziell, mit Erlösen aus gewildertem Elfenbein und Nashornhorn gefüllt.
Im sogenannten Angolakrieg übernahm die SADF (bzw. deren MID) von Mitte/Ende der 1970er bis 1980er zuerst direkt, dann über eine Frontfirma, den Transport und Schmuggel der von UNITA in Südangola gewilderten Stoßzähne, Hörner und auch von Tropenholz nach RSA via SWA (damalig). Deren „Waschen“ durch Ausstattung mit den erforderlichen Papieren und den damals noch legalen Verkauf übernahmen Behörden in SWA und RSA und die SADF. Grobler schrieb auch, dass über Mittelsmänner auch über eine Nordroute geschmuggelt wurde. Mit diesen Erlösen (zusätzlich auch von Diamanten) bezahlte UNITA die von SADF gelieferten Waffen und Munition, deckte SADF seine Kosten an der Operation ab und schließlich war dadurch auch die Unterstützungslast von RSA für UNITA erleichtert. Das lief so fast 15 Jahre lang, aufgeflogen ist es, weil die aus RSA in Käuferländern legal importierten Mengen von damals „sauberem“ Elfenbein eklatant über den in RSA und SWA (damals) legal möglichen Mengen lagen. Über die Mengen gibt es, da eine Geheimoperation, natürlich keine überlieferten Dokumente, sonder nur Schätzungen und anekdotische Beweise. Z. B. wurden in Rundu in nur 3 Monaten in 1979 Veterinär-Unbedenklichkeitspermits für 3911 Stoßzähne und 700 Nashornhörner ausgestellt, auch an SADF-Personal (persönlich!!). Dieses System bot auch gute Gelegenheit, durch Einschleusen von selbst Gewildertem oder illegal Gekauftem, mitzuschneiden. In nur 9 Jahren betrug die Diskrepanz zwischen Importen aus RSA und möglichen legalen Beständen in RSA ca. 190 t, entsprechend ca. 10.000 bis 12.000 gewilderten Elefanten. Manche Schätzungen gingen bis 350 Tonnen für die gesamte Dauer des Programms.
Das Gleiche, in vergleichbaren Mengen, spielte sich im südlichen Mozambique durch RENAMO ab. Dort allerdings nur unter Duldung der SADF, ein aktive Durchführung (wie in Namibia) wurde kolportiert aber nicht bewiesen. Die RENAMO haben laut SADF die Stoßzähne und Hörner selber verkauft.
Zu obig käme noch der über RSA laufende „normale“ Schmuggel aus dem ganzen Subkontinent durch „normale“ Kriminelle, der in unbekanntem Ausmaß auch mittels Tolerierung und Überforderung der Behörden gedeckt war.
Gleichzeitig arbeitete das Personal von Sondereinheiten der Polizei, Naturschutzbehörden und Parkverwaltungen engagiert und unbestechlich und mit Erfolg gegen das Wildern und den Schmuggel, ohne von obig zu wissen. Fazit: Mit der nötigen kriminellen Energie ist fast jedes System korrumpierbar.
Ende der 1980er/Anfang 1990er war ein historischer Tiefststand der Bestände aus den o.a. Gründen. So gut war die gute alte Zeit nämlich nicht. Seither ging es immer nur bergauf, bei den Elefanten mit bis zu 5 % Nettozuwachs pa, bei den Menschen mit 2 bis 3 %, es ist also eng geworden. Wie also weiter und das fällt mE nur teilweise unter die Kompetenz von CITES?
Grüße
zuletzt bearbeitet 04. Sept. 2019
Gast03. Sept. 2019 · #18
To CITES or not to CITES? Das ist (jetzt) die Frage.

Wer absolut davon überzeugt ist, dass die jüngste Entscheidung von CITES gegen ein einmalige Erlaubnis des Verkaufs von Lagerbeständen an regelkonform erworbenen Elfenbein das Wildern und den illegalen Handeln eindämmen oder verhindern wird, soll bitte nicht weiterlesen.

Wer davon nicht völlig überzeugt ist, sollte sich überlegen, welche Botschaft hier via CITES an diese Länder geschickt wird, nämlich:

Die Kosten des Naturschutzes und Nachteile der Überbestände bei Elefanten sind euer Problem, ihr müsst selber damit fertig werden. Das seid ihr uns für das PRINZIP des Naturschutzes schuldig, eine Gegenleistung gibt es nicht.

So wird das aufgefasst und zu den Bürgern kommuniziert werden, und das auch von Leuten, die andere Absichten als den Naturschutz haben. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit eines Verbleibs im CITES wird stattfinden und dabei sollte man sich daran erinnern, dass RSA, ZIM und BOTS schon 1989 die Umstufung von Elefanten von II nach I beeinsprucht haben, sich letztlich aber zu einer freiwilligen Befolgung der Regelung bereiterklärt haben.

Wer meint, dass der Schutz der Wildtiere in Afrika durch Dekrete einer für die betroffenen Leute völlig abstrakten Instanz, über ihre Köpfe hinweg, ohne ihre Einbeziehung und Beteiligung, bewerkstelligt werden kann, täuscht sich mE. Wenn man die Leute vor Ort nicht davon überzeugen kann, dass sie neben den vielen Nachteilen durch Wildtiere auch und MEHR Vorteile haben, wird das mE. scheitern. Die Leute werden selber nach ihren Interessen handeln, CITES hin oder her. Alle die zum aktuellen Bescheid applaudieren, werden nur Zuschauer sein (müssen).

Bei allem was man für die systemische Logik der CITES-Entscheidung sagen kann, sollte man obigen Aspekt nicht vernachlässigen. Es kommt nicht nur darauf an, was OBEN angeschafft wird, sondern auch wie’s UNTEN ankommt. Man wird sehen….

Grüße
zuletzt bearbeitet 03. Sept. 2019
Gast25. Sept. 2019 · #20
Danke Renzo, da der Artikel tw. etwas unübersichtlich ist, habe ich unten für Interessierte daraus das Abschlussstatement der SADC zum aktuellen CITES-Beschluss extrahiert. Es ist auch hier wiedergegeben:

https://africasustainableconservation.com/2019/08/28/sadc-statement-at-end-of-cites-makes-clear-they-have-no-faith-in-the-organisation/
https://www.dailymaverick.co.za/opinionista/2019-09-03-developing-world-does-not-need-the-patronising-eco-colonialism-of-cites/

"At the end of the 18th Conference of the Parties (COP18) to the Convention on the International Trade in Endangered Species of Fauna and Flora (CITES), the Tanzanian delegation took the floor to deliver an impassioned declaration on behalf of the 16 nations of the Southern African Development Community. The brief speech is worth quoting in full:
“This Declaration is made to express the grave concern that the SADC Parties mentioned here have with regards to the implementation of this Convention.

“As members of the global multilateral system and democratic, representative governments, we are obliged to ensure that we meet our commitments to all those international agreements and declarations to which we are signatories, as well as responsibilities to our citizens.

“Recognising that CITES is one of the oldest wildlife and trade agreements, we are obliged to give it due consideration but within the context of subsequent and contemporary agreements and declarations to which it bears relevance and to which we are also signatories.

“CITES in its Preamble accepted the principle of: ‘Recognising that peoples and States are and should be the best protectors of their own wild fauna and flora’ and the Convention on Biological Diversity 1992 in Article 3 provides that: ‘States have, in accordance with the Charter of the United Nations and the principles of international law, the sovereign right to exploit their own resources pursuant to their own environmental policies, and the responsibility to ensure that activities within their jurisdiction or control do not cause damage to the environment of other States or of areas beyond the limits of national jurisdiction.’

“We contend that CITES, in form, substance and implementation, is not aligned with other international agreements of equal weight and arguably greater relevance to the challenges of today. These agreements emphasise the following principles:
sovereignty over the use of national resources;
inclusive, equitable development through the sustainable use of natural resources;
recognising that rural communities living with wildlife have inalienable rights over the use of their resources; and
recognising that in today’s world of rapid changes in climate and land use and the accelerating pace of transformation of wildlife habitat, the survival of wildlife depends on the perceptions and development needs of people living with wildlife.

The way CITES is currently operating is contrary to its founding principles. Today CITES discards proven, working conservation models in favour of ideologically driven anti-use and anti-trade models. Such models are dictated by largely Western non-State actors who have no experience with, responsibility for, or ownership over wildlife resources. The result has been failure to adopt progressive, equitable, inclusive and science-based conservation strategies. We believe this failure has arisen from the domination of protectionist ideology over science decision-making within CITES. (Fettdruck eingefügt)

“This anti-sustainable use and anti-trade ideology now dominates decisions made by many States who are party to CITES. States are increasingly influenced by the dominance both at meetings of the decision-making structures of CITES and in their run-up by protectionist NGOs whose ideological position has no basis in science or experience and is not shared in any way by the Member States of SADC and their people.

“This conservation model is based on entrenched and emotive rhetoric and discourse, backed up by intense lobbying, as opposed to science. Foremost among these motifs now dominating CITES is the unfounded belief that all trade fuels illegal, unsustainable trade, ignoring clear evidence to the contrary.

“Examples of this are the attempts by others to impose new trade restrictions for species that are effectively conserved – and utilised – in our States, such as lions and giraffe, while the real threats in those States where such species are in decline due to habitat loss and human-wildlife conflict continue to go unattended.

“The Southern African countries have observed, with great discomfort, the polarised discussions on African charismatic large mammals at this CoP18. It is very disturbing to see the North/South divide across the African continent rearing its head again.

“We are further concerned that positions of some Parties appear to be based on national political considerations aimed at catering to the interests of national, intensively lobbied constituencies, as opposed to proven, science-based conservation strategies. This undermines the SADC States, on whom the responsibility to manage species falls, and our ability to do so effectively. As it is currently implemented, CITES undermines the rights of people living in rural areas of SADC States to have access to and use in a sustainable manner the natural resources present in their communities that are required to enjoy adequate living conditions and the right to participate in the management of these resources. The consensus expressed through CITES by the majority of States undermines our region in our efforts to secure social and environment justice through the sustainable use of our natural resources. In doing so it is compromising our ability to meet obligations and responsibilities to other multilateral agreements and to our peoples.

“The populations of iconic African wildlife species in our region illustrate the effectiveness of our conservation models. Similar examples of successful conservation outcomes have not been forthcoming under ideologically driven approaches to conservation. Yet, at previous meetings of the Conference of the Parties to CITES, efforts made by us to advance and strengthen the same conservation strategies that have worked so well have been rejected.

“Those who bear no cost of protecting our wildlife, nor bear any consequence for decisions of CITES on our species, vote without any accountability against working conservation models in southern Africa. To this end, we have had to invoke measures such as announcing a dispute, the first time ever in CITES. As members of the global community, we fully appreciate the importance of multilateral negotiations, such as those that take place within CITES, in identifying and collectively working towards solutions for the greater good of humanity.

“We have been committed Parties to CITES since its inception or our accession to it and would wish to remain so. But we can no longer ignore these glaring shortcomings and threats to our national interests and to our commitments to the broader multilateral context. Mr Chairman, the time has come to seriously reconsider whether there are any meaningful benefits from our membership to CITES. I thank you.”
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2019