Der nachfolgende Reisebericht entstand 2012 nach meiner letzten langen Reise nach Südafrika und Botswana. Ursprünglich schrieb ich ihn für ein kleines Reisemagazin, welches ihn aber nie veröffentlichte. Seither schlummert er ungelesen auf meiner Festplatte. Nun möchte ich den Bericht euch gerne zum Lesen zur Verfügung stellen. Nicht zuletzt deswegen, weil ich viele Ideen und Entscheidungen diesem Forum verdanke! An dieser Stelle, vielen Dank dafür!
Lediglich die erste Hotelnacht, einen Kurs und den Mietwagen hatte ich damals vorgebucht. Einzig das Delta und einige Offroadstrecken standen als Reiseziel fest. Der restliche Reiseverlauf entstand erst während der Reise.
Ich wünsche euch viel Spass und Freude beim Lesen!
Herzlichst Madeleine
Was tut Frau alleine in Botswana?
Eine Offroadtour mit dem Land Rover
Einmal im Leben ins Okavango Delta, ein Traum der sich schon vor langer Zeit in meinem Kopf festgesetzt hat. Endlich soll dieser Traum nun in die Realität umgesetzt werden. Obwohl ich schon mehrere Male im südlichen Afrika unterwegs war, hätte ich diese grosse Reise gerne mit einer Partnerin oder einem Partner unternommen. Doch es kam alles ganz anders und ich machte mich, trotz allen Unkenrufen von Freunden und Familie, alleine auf den Weg. Drei wunderschöne Monate verbrachte ich dabei im südafrikanischen Busch zwischen Wildtieren und Gleichgesinnten.
Nach einer schlaflosen Nacht im Flugzeug, wegen der Abschiedsgefühle und der Vorfreude, lande ich in Johannesburg. In der Ankunftshalle werde ich bereits von Liza erwartet, die mich ins Hotel bringt, welches ich für die erste Nacht gebucht habe. Im Hotel angekommen, lerne ich die ersten Personen kennen, die zusammen mit mir einen Field Guide Kurs besuchen.
Das Hauptziel meiner diesjährigen Afrikareise ist eigentlich das Okavango Delta. Doch schon seit ich das erste Mal in Südafrika war und die Ausschreibung für diesen Kurs entdeckt habe, träume ich davon daran teilzunehmen. Der Kurs dient mir aber auch als Vorbereitung auf meine bevorstehende Reise durch Botswana, denn gerade die Fahrausbildung mit dem 4x4 wird mir sicher von Nutzen sein.
Der Wecker klingelt, es ist 5.30 Uhr, vor uns liegt nun eine 7-stündige Fahrt im Minibus. Es ist beinahe die ganze Fahrt über auffallend still. Man kennt einander nicht und hat ausser ein wenig Smalltalk noch nichts, worüber man sprechen könnte.
Die Busfahrt führt uns in die Makuleke Concession, eingebettet zwischen den beiden Flüssen Limpopo und Levhuvu, dem nördlichsten Teil des Krüger Nationalparks. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Denn als ich vor vier Jahren das erste Mal im Krüger Nationalpark war, bin ich nicht so weit in den Norden gereist.
Lagerleben.
Ich bin überwältigt! Ich komme mir vor, als wäre ich mitten im Urwald. Die grossen Bäume, die vielen Vögel und der Geruch der Wildnis lassen mich den Alltagsstress von zuhause nun endgültig vergessen. Wie in einem Märchenfilm bewege ich mich durch das Camp und bestaune mein neues Zuhause auf Zeit.
Während dem Abendessen sitze ich neben drei Mosambikanern, die den Kurs besuchen, um in ihrer Heimat den Naturtourismus zu fördern. Im Gespräch mit Mussa erfahre ich viel über ihr Projekt, das von einem kanadischen Investor unterstützt wird und viele neue Arbeitsplätze schaffen soll. Die Hälfte seines Dorfes konnte dank des Projekts bereits eine Ausbildung absolvieren. Fasziniert schaue ich mir die Fotos auf seinem Handy an, auf denen ich Menschen sehe, die mit sehr viel Freude ein Schulhaus errichten. Alle helfen mit, Frauen, Männer, Alte und sogar die Kinder. Das ist noch Gemeinschaft! Etwas traurig denke ich an unsere Schweizer Gesellschaft zurück. Geht uns dieses Gefühl von Gemeinschaft langsam verloren? Neben den drei jungen Männern fühle ich mich mehr und mehr wie ein Greenhorn. Ich merke, dass ich trotz aller Vorbereitung und früherer Reisen genau keine Ahnung habe, wie die Menschen hier wirklich leben und denken.
Der tranceähnliche Zustand, in dem ich mich befinde, lässt mich kaum schlafen. Ich bin aufgeregt und lausche den Hyänen bis tief in die Nacht hinein. So erwache ich dann am nächsten Morgen, bevor der Wecker klingelt. Im Dunkeln taste ich nach meiner Stirnlampe, denn Strom gibt es keinen im Camp. Es ist 4.15 Uhr. Ich ziehe mich an und gehe zum Gemeinschaftsdeck. Ausser dem Campleiter und mir ist noch niemand dort. Erst nach und nach bewegen sich einzelne Stirnlampenlichter zum Deck, die wie Glühwürmchen durch die noch dunklen Morgenstunden schweben. Alle stehen wir um die Feuerstelle mit einem Kaffee in der Hand. Die Stirnlampen haben wir ausgemacht, damit wir uns nicht gegenseitig blenden. Noch bevor die Sonne aufgegangen ist, erklärt uns der Instruktor die wichtigste Verhaltensregel für den afrikanischen Busch „What ever you do, don’t run!“ Denn alles, was davonrennt, wird von den Raubtieren als potenzielles Futter angesehen.
In den ersten Tagen geht es erst mal darum, sich neues Wissen anzueignen, denn so gut wie alles ist Neuland. Doch bald pendelt sich der Alltag ein, schlafen, essen, hinausgehen, lernen und wieder hinausgehen. Abwechslung bieten besondere Begegnungen und Beobachtungen mit den Wildtieren. Wir haben öfter mal Besuch von Elefanten im Camp und können einmal richtig lange einem jungen Leoparden-Weibchen folgen.
Die Zeit im Kurs ist anstrengend. Der Aufwand lohnt sich jedoch in jeder Hinsicht. Noch nie war ich so weit weg von jeglicher Zivilisation, kein Internet, kein Handyempfang, nur die Weiten Afrikas. Ich bin überrascht über den meditativen Effekt, der diese Situation auslösen kann und beschliesse darum auch nach der Reise, mehr Zeit in der Natur zu verbringen.
Meinem Ziel, mit dem Land Rover durch Botswana zu reisen, komme ich nun immer näher. Der Kurs ist bald zu Ende und damit auch meine fachliche Vorbereitung für die Reise. Mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge, nehme ich Abschied von den Menschen, die in den vergangenen Wochen sehr wichtig für mich geworden sind. Wir tauschen Telefonnummern aus und versprechen uns gegenseitig zu besuchen.

Lediglich die erste Hotelnacht, einen Kurs und den Mietwagen hatte ich damals vorgebucht. Einzig das Delta und einige Offroadstrecken standen als Reiseziel fest. Der restliche Reiseverlauf entstand erst während der Reise.
Ich wünsche euch viel Spass und Freude beim Lesen!
Herzlichst Madeleine
Eine Offroadtour mit dem Land Rover
Einmal im Leben ins Okavango Delta, ein Traum der sich schon vor langer Zeit in meinem Kopf festgesetzt hat. Endlich soll dieser Traum nun in die Realität umgesetzt werden. Obwohl ich schon mehrere Male im südlichen Afrika unterwegs war, hätte ich diese grosse Reise gerne mit einer Partnerin oder einem Partner unternommen. Doch es kam alles ganz anders und ich machte mich, trotz allen Unkenrufen von Freunden und Familie, alleine auf den Weg. Drei wunderschöne Monate verbrachte ich dabei im südafrikanischen Busch zwischen Wildtieren und Gleichgesinnten.
Nach einer schlaflosen Nacht im Flugzeug, wegen der Abschiedsgefühle und der Vorfreude, lande ich in Johannesburg. In der Ankunftshalle werde ich bereits von Liza erwartet, die mich ins Hotel bringt, welches ich für die erste Nacht gebucht habe. Im Hotel angekommen, lerne ich die ersten Personen kennen, die zusammen mit mir einen Field Guide Kurs besuchen.
Das Hauptziel meiner diesjährigen Afrikareise ist eigentlich das Okavango Delta. Doch schon seit ich das erste Mal in Südafrika war und die Ausschreibung für diesen Kurs entdeckt habe, träume ich davon daran teilzunehmen. Der Kurs dient mir aber auch als Vorbereitung auf meine bevorstehende Reise durch Botswana, denn gerade die Fahrausbildung mit dem 4x4 wird mir sicher von Nutzen sein.
Der Wecker klingelt, es ist 5.30 Uhr, vor uns liegt nun eine 7-stündige Fahrt im Minibus. Es ist beinahe die ganze Fahrt über auffallend still. Man kennt einander nicht und hat ausser ein wenig Smalltalk noch nichts, worüber man sprechen könnte.
Die Busfahrt führt uns in die Makuleke Concession, eingebettet zwischen den beiden Flüssen Limpopo und Levhuvu, dem nördlichsten Teil des Krüger Nationalparks. Ich bin gespannt, was mich erwartet. Denn als ich vor vier Jahren das erste Mal im Krüger Nationalpark war, bin ich nicht so weit in den Norden gereist.
Lagerleben.
Ich bin überwältigt! Ich komme mir vor, als wäre ich mitten im Urwald. Die grossen Bäume, die vielen Vögel und der Geruch der Wildnis lassen mich den Alltagsstress von zuhause nun endgültig vergessen. Wie in einem Märchenfilm bewege ich mich durch das Camp und bestaune mein neues Zuhause auf Zeit.
Während dem Abendessen sitze ich neben drei Mosambikanern, die den Kurs besuchen, um in ihrer Heimat den Naturtourismus zu fördern. Im Gespräch mit Mussa erfahre ich viel über ihr Projekt, das von einem kanadischen Investor unterstützt wird und viele neue Arbeitsplätze schaffen soll. Die Hälfte seines Dorfes konnte dank des Projekts bereits eine Ausbildung absolvieren. Fasziniert schaue ich mir die Fotos auf seinem Handy an, auf denen ich Menschen sehe, die mit sehr viel Freude ein Schulhaus errichten. Alle helfen mit, Frauen, Männer, Alte und sogar die Kinder. Das ist noch Gemeinschaft! Etwas traurig denke ich an unsere Schweizer Gesellschaft zurück. Geht uns dieses Gefühl von Gemeinschaft langsam verloren? Neben den drei jungen Männern fühle ich mich mehr und mehr wie ein Greenhorn. Ich merke, dass ich trotz aller Vorbereitung und früherer Reisen genau keine Ahnung habe, wie die Menschen hier wirklich leben und denken.
In den ersten Tagen geht es erst mal darum, sich neues Wissen anzueignen, denn so gut wie alles ist Neuland. Doch bald pendelt sich der Alltag ein, schlafen, essen, hinausgehen, lernen und wieder hinausgehen. Abwechslung bieten besondere Begegnungen und Beobachtungen mit den Wildtieren. Wir haben öfter mal Besuch von Elefanten im Camp und können einmal richtig lange einem jungen Leoparden-Weibchen folgen.
Die Zeit im Kurs ist anstrengend. Der Aufwand lohnt sich jedoch in jeder Hinsicht. Noch nie war ich so weit weg von jeglicher Zivilisation, kein Internet, kein Handyempfang, nur die Weiten Afrikas. Ich bin überrascht über den meditativen Effekt, der diese Situation auslösen kann und beschliesse darum auch nach der Reise, mehr Zeit in der Natur zu verbringen.
Meinem Ziel, mit dem Land Rover durch Botswana zu reisen, komme ich nun immer näher. Der Kurs ist bald zu Ende und damit auch meine fachliche Vorbereitung für die Reise. Mit einem lachenden, aber auch mit einem weinenden Auge, nehme ich Abschied von den Menschen, die in den vergangenen Wochen sehr wichtig für mich geworden sind. Wir tauschen Telefonnummern aus und versprechen uns gegenseitig zu besuchen.
