Hepatitis E in Namibia

39 Antworten · 13,1k Aufrufe · gestartet 23. Aug. 2018 von Tinochika
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Themenstarter1'651 Beiträge · seit 201423. Aug. 2018 · #1
Hi,

ich habe heute im Büro eine E-Mail von Studiosus gelesen.

Seid etwas vorsichtiger im Umgang mit Leitungswasser, nicht gut durchgebratenem Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten.

Gruß Hartwig
Betreff: Namibia: Ausbruch einer Hepatitis-E-Epidemie - Studiosus-Sicherheitshinweise
Datum: 2018-08-23T17:09:21+0200
Von: "Studiosus-Sicherheitsmanagement@studiosus.com" <Studiosus-Sicherheitsmanagement@studiosus.com>

Namibia: Ausbruch einer Hepatitis-E-Epidemie

Seit Juli kommt es in ganz Namibia verstärkt zu Hepatitis-E-Infektionen mit über 2400 Erkrankten und zehn Todesfällen bei Schwangeren. Das Epizentrum des Ausbruchs ist die Hauptstadt Windhuk.

Hepatitis E, eine Form der Leberentzündung (Gelbsucht), ist eine relativ weit verbreitete, aber wenig bekannte Infektionskrankheit. Im Regelfalle verläuft sie ohne Ausbildung von Symptomen und wird daher nicht bemerkt. In Afrika oder China sind symptomatische Ausbrüche häufiger. Die Krankheit wird aber in der Regel folgenlos ausgeheilt. Lebensgefahr besteht im Wesentlichen für chronisch Leberkranke und Schwangere, vor allem in der letzten Phase der Schwangerschaft.

Die Übertragung erfolgt durch kontaminiertes Wasser oder den Verzehr von unzureichend gekochtem Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist sehr unwahrscheinlich. Mit einem Verzicht auf den Genuss von Leitungswasser, rohem Fleisch, Fisch oder Meeresfrüchten kann man sich gut gegen eine Ansteckung schützen. Impfstoffe gegen die Krankheit sind in Europa nicht zugelassen.

In Reaktion auf die Ausbreitung der Krankheit hat das Auswärtige Amt am 22. August seinen Medizinischen Reisehinweis aktualisiert. Es informiert über die Zunahme von Infektionsfällen und empfiehlt ebenfalls strenge Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene.

Aktuell reisen viele Gäste von uns in Namibia.

Wir werden unsere Namibia-Reiseleiter anweisen, ab sofort alle Gäste zu Beginn der Reise über das Auftreten der Hepatits-E-Epdemie zu informieren und ihnen die notwendigen Maßnahmen nahezulegen. Gäste der kommenden Reisen werden per Rundschreiben oder über die aktuellen Hinweise informiert.

Es besteht kein Recht auf kostenlose Umbuchung oder Stornierung unserer Namibiareisen.

Stand: 23. August 2018

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33,1k Beiträge · seit 200623. Aug. 2018 · #2
Hi Hartwig,

siehe ausführlichen Thread zum Thema. Da ist Sudiosus aber spät dran. Der Ausbruch war vor etwa 6 Monaten. Mittlerweile weniger als 5 Fälle pro Woche im ganzen Land. Aktuellste Infos und die offiziellen Berichte an die WHO gibt es auf der Website des Gesundheitsministeriums.

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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Themenstarter1'651 Beiträge · seit 201423. Aug. 2018 · #3
Hi Christian,

bis Nachrichten aus dem fernen Namibia zu uns gelangen, kann es schon mal 6 Monate dauern.
Die Feldpost ist halt nicht wesentlich schneller geworden als zu den Südwestler-Zeiten. 🙂

Da kannst Du mal sehen, wie zeitnah das deutsche Auswärtige Amt reagiert.
Ich denke Studiosus ist daran weniger Schuld.

Viele Grüße
Hartwig
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33,1k Beiträge · seit 200624. Aug. 2018 · #4
Hier aktuell von heute dazu:
"Die Ausbreitung der Krankheit Hepatitis E ist noch nicht gestoppt. Das geht laut Allgemeiner Zeitung aus Zahlen hervor, die das Gesundheitsministerium am Mittwochabend bekanntgab. So seien seit Ausbruch der Krankheit im Dezember bis Anfang der Woche landesweit mehr als 460 bestätigte Fälle registriert worden. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach auf 24, darunter 20 in der Region Khomas, zwei in der Region Omusati und jeweils einen in den Regionen Oshana und Erongo. Anfang Juli war noch von 17 Toten die Rede. Die Krankheit tritt laut Ministerium vor allem dort auf, wo mangelnde Hygiene herrscht und die Menschen sich aufgrund fehlender sanitärer Anlagen im Busch erleichtern." (Quelle: Hitradio Namibia, 24.8.2018)

Viele Grüße
Christian
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Themenstarter1'651 Beiträge · seit 201424. Aug. 2018 · #6
travelNAMIBIA schrieb:
Die Krankheit tritt laut Ministerium vor allem dort auf, wo mangelnde Hygiene herrscht und die Menschen sich aufgrund fehlender sanitärer Anlagen im Busch erleichtern." (Quelle: Hitradio Namibia, 24.8.2018)
Laut meinen neuesten Informationen bestehen schon erste Gerüchte für Zwangsmaßnahmen.
Sollte Hepatitis E bis zum 31.12.2018 nicht unter Kontrolle sein, wird schon über folgende Maßnahme diskutiert.

Alle Camper und Overländer müssen ab 01.01.2019 mit einem geländegängigen Anhänger ausgerüstet werden, der ein Dixi-Klo transportiert.
( Falls Euch solch ein Erlkönig begegnet bitte ich um ein Foto ) 🤪

Viele Grüße
Hartwig


P.S. Ich persönlich halte diese Maßnahme aber etwas übertrieben und kann auch keine Garantie für die Richtigkeit dieser Informationsquelle geben. 😉
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16,9k Beiträge · seit 201224. Aug. 2018 · #7
Tinochika schrieb:.
( Falls Euch solch ein Erlkönig begegnet bitte ich um ein Foto ) 🤪
Ich werde die Augen aufhalten! 🙄

LG
Logi
16,9k Beiträge · seit 201207. Feb. 2019 · #11
Kampf gegen Hepatitis E: https://www.az.com.na/nachrichten/kampf-gegen-hepatitis-e-2019-02-07/

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Swakopmund im Kampf gegen die Verbreitung des infektiösen Hepatitis-E-Virus unterstützen und will gleich mehrere Maßnahmen ergreifen....

LG
Logi
2'844 Beiträge · seit 201108. Feb. 2019 · #13
... nur kurz zur Ergänzung: nicht nur im Wasser könnte die Gefahr lauern -
"Zu den Risikogruppen, bei denen ein Hepatitis-E-Virus mit erhöhter Wahrscheinlichkeit eine Hepatitis-E-Erkrankung auslöst, zählen Menschen mit einer akuten oder chronischen Immunschwäche sowie durch mehrere Vorerkrankungen immungeschwächte Menschen. Menschen, die zu diesen Risikogruppen gehören, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von dem Konsum roher, kurzgereifter und luftgetrockneter Haus- und Wildschweinerzeugnisse wie Mett, frischer Mettwurst sowie nicht mindestens auf 70 °C erhitzten Haus- und Wildschweinfleisches ab. Bei Temperaturen über 70 °C werden die Viren in aller Regel inaktiviert bzw. zerstört."
Quelle: Wikipedia

Gruß Strelitzie
zuletzt bearbeitet 08. Feb. 2019
33,1k Beiträge · seit 200608. Feb. 2019 · #14
Hi Strelitzie,

der Konsum von Schweinefleisch in Namibia ist insgesamt sehr sehr gering. Da sind die Trichinen, für die sich hier (anders als z.B. in Deutschland) niemand interessiert, eine deutlich wahrscheinlichere Gefahr. Abgesehen davon wurde in Namibia nur Typ 1 und 2 von HEV nachgewiesen, der nix mit Tieren zu tun hat. Es gibt weltweit mindesten 3,3 Millionen Hepatitis-E-Fälle im Jahr, mit 44.000 Toten. Das was hier seit einigen Monaten im Land "los" ist, ist verschwindend unwichtig (d.h. nicht, dass 40 Tote nicht 40 zu viel sind).

Details auf der Seite der WHO: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/hepatitis-e

Viele Grüße
Christian
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2'844 Beiträge · seit 201108. Feb. 2019 · #15
Hallo Christian,
Das was hier seit einigen Monaten im Land "los" ist, ist verschwindend unwichtig (d.h. nicht, dass 40 Tote nicht 40 zu viel sind).
Ich hatte dieses Thema bisher "überlesen", da ich meine Hepatitis-Impfungen habe... aber noch nie von Hepatitis E gehört.
Daher habe ich mich etwas schlau gemacht - und fand den Hinweis auf "luftgetrocknetes Wildfleisch" schon interessant - denn eine Hepatitis muss ja nicht zwingend tödlich verlaufen, aber die Gelbsucht hat schon bedenklichen, lebenslangen Einfluss auf die weitere Gesundheit.
JEDE Erkrankung sollte verhindert werden! Sie bringt unnötiges Leid! Und unwichtig finde ich es leider nicht!

Viele Grüße
Christina
33,1k Beiträge · seit 200608. Feb. 2019 · #16
Hi Christina,

nicht mich falsch verstehen. "Unwichtig" meinte ich in globaler Perspektive.... beispielsweise hat laut https://www.aerzteblatt.de/archiv/161389/Hepatitis-E-in-Deutschland-eine-unterschaetzte-Infektionskrankheit jeder 6. (!!!) in Deutschland eine Hepatitis-E-Infektion erlebt (und dort in der Tat zu 99% durch Schweinefleisch).

Viele Grüße
Christian
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216 Beiträge · seit 200909. Feb. 2019 · #17
Hallo!
Strelitzie schrieb:Daher habe ich mich etwas schlau gemacht - und fand den Hinweis auf "luftgetrocknetes Wildfleisch" schon interessant - denn eine Hepatitis muss ja nicht zwingend tödlich verlaufen, aber die Gelbsucht hat schon bedenklichen, lebenslangen Einfluss auf die weitere Gesundheit.
In dem von Dir zitierten Text werden aber ausdrücklich luftgetrocknete Erzeugnisse von Haus- und Wildschweinen erwähnt. Solche Produkte wirst Du in Namibia nicht finden.

Viele Grüße,
Christian
3 Beiträge · seit 201915. Feb. 2019 · #18
Hallo zusammen,

ich plane gerade die erste Reise mit meinen Kindern in das Land meiner Kindheit und freue mich schon riesig darauf ihnen alles zu zeigen!!!

Ich bin auch auf das Thema Hepatitis E aufmerksam geworden, habe Eure Kommentare gelesen und habe trotzdem noch ein paar Fragen an die unten lebenden oder solche, die sich mit Hepatitis E besonders auskennen:

1. Ist Hepatitis E immer noch / wieder präsent?

2. In welchem Fleisch sind die Erreger denn jetzt zu finden? Nur in hellem oder auch in dunklem?
Was ist mit Biltong? Ich habe (wo???) von - generell - nicht durchgegartem oder luftgetrocknetem Fleisch gelesen.

3. Manche Hepatitis E Arten werden ja auch oral übertragen. Wir wollen auf einer Farm mit Bokkies Halt machen.
Wen die Kinder diese auch füttern (mit der Flasche) oder streicheln werden und mein Sohn seine Finger ständig im Geschicht hat -> besteht da Ansteckungsgefahr?

Danke für Eure Antworten!

Tina
3 Beiträge · seit 201915. Feb. 2019 · #19
Wenn, nicht wen ! 😗
33,1k Beiträge · seit 200608. März 2019 · #20
"Seit 2017 wurden im Land 620 Fälle von Hepatitis-E bestätigt. 41 Personen seien an der Krankheit gestorben, wobei es sich fast bei fast der Hälfte um schwangere Frauen gehandelt habe. Laut dem Gesundheitsberater im Büro des Vizepräsidenten, Bernard Haufiku, werde man nun die Anstrengungen gegen die Krankheit weiter verstärken. Die „Operation Sanitiser“ diene vor allem der Aufklärung der Bevölkerung in Hinblick auf Sauberkeit. Man wolle schnellst möglichst auch alle Probleme zwischen den verschiedenen staatlichen Stellen aus dem Weg räumen, die sich um die Thematik kümmern, betonte Haufiku."
(Hitradio Namibia, www.hitradio.com.na, 8. März 2019)

Viele Grüße
Christian
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