Reisebericht

SA NO 2017/18 – "Where rivers and countries meet"

von @Zugvogel · begonnen 17. Juli 2018 · 33 Teile

Teil 117. Juli 2018
Südafrika Nordosten 2017/18 – "Where rivers and countries meet"

Prolog und Vorstellungsrunde

Liebe Fomis,

nach vierjähriger Mitgliedschaft in diesem grossartigen Forum ist es an der Zeit, dass wir uns an einen ersten Reisebericht wagen. Unsere Südafrika-Nordost-Reise ist bereits einige Monate her, doch schwelgen wir auch heute noch in den vielen schönen Erinnerungen und möchten alle Interessierten gerne daran teilhaben lassen. Mein Freund Dani und ich waren vom 8. Dezember 2017 bis zum 2. Januar 2018 während gut drei Wochen bereits zum dritten Mal gemeinsam im südlichen Afrika unterwegs. Gehört unser Herz eigentlich den leuchtenden Farben Namibias, den Weiten der Kalahari-Wüste und der rauen Westküste, hatten wir dieses Mal einen Trip ins "grüne Herz" Südafrikas geplant. Von Johannesburg aus sollte es über die Panoramaroute in den Krügernationalpark, weiter nach Mapungubwe, Marakele sowie den Pilanesberg Nationalpark gehen. Nach den beiden Reisen in den trockenen Monaten Juli/August 2015 und August/September 2016 waren wir gespannt, wie sich das südliche Afrika uns im grünen "Sommer" präsentieren würde. Und wir wurden nicht enttäuscht…


Southern Ground Hornbill, Krüger Nationalpark

Ich bin Stefanie, im echten Leben Physiotherapeutin und bezüglich unserer Reisen als "Trip-Plannerin" und Organisatorin zuständig. Ebenso bin ich in Afrika meist fürs leibliche Wohl neben dem Braai, die Bestimmung der selteneren Säugetiere sowie des Federviehs, das Tagebuch schreiben, die Bereitstellung kultureller und historischer Hintergrundinformationen und die Navigation verantwortlich.

Dani, von Beruf Verkehrsplaner, ist seit vielen Jahren begeisterter (Hobby-)Fotograf. Im Laufe der Jahre wurde die Fotoausrüstung nach und nach aufgerüstet, verbessert und angepasst. Mittlerweile besteht unser Handgepäck aus einer beachtlichen Fotoausrüstung, welche jede Situation perfekt einzufangen mag. Neben dem fotografieren ist Dani zuständig fürs Feuer machen, Holz hacken und braaien. Er ist der Haupt-Driver und löst mit seinen ausgezeichneten technischen Fähigkeiten auf unseren Reisen jedes mechanische (oder auch nicht mechanische) Problem.


Lenong Lookout Point, Marakele Nationalpark

Uns verbindet die Liebe zum Reisen, besonders zu Afrika, zu menschenleerer Natur, dem Draussen sein sowie den Tieren und wilden Landschaften. Zu Hause in der Schweiz gehen wir oft und gerne wandern, während den längeren Urlauben zieht es uns häufig in die weite Welt hinaus. Dies war unsere fünfte gemeinsame Reise auf dem afrikanischen Kontinent (2013 Kenia, 2015 Namibia (gemeinsam mit meinem Bruder), 2016 Südafrika Western Cape & Northern Cape, 2017 Gambia & Senegal (u.a. zur Hochzeit einer Freundin von mir) und Südafrika der Nordosten). Mit dem Afrikavirus bin ich jedoch bereits seit meiner Jugend infiziert, hatte ich doch bereits 2002, 2004 und 2007 das Glück, das südliche Afrika mit meiner Familie zu bereisen.

Unsere Route 2017/18

Aus unterschiedlichen Gründen (Jobwechsel und Masterarbeit meinerseits sowie berufliche Verpflichtungen bei Dani) kam für einen längeren Urlaub letztes Jahr nur der Monat Dezember in Frage. Nachdem wir uns Gedanken zu unterschiedlichen Reisedestinationen gemacht haben (Gastfamilie in Südamerika besuchen, La Reunion, Asien), jedoch immer wieder der Spruch: "In Südafrika wär’s aber günstiger, schöner, einsamer, etc. …" fiel, entschieden wir uns im Sommer 2017 kurzentschlossen, doch wieder unser geliebtes Südafrika anzupeilen. Schnell hatten wir eine schöne Runde beisammen und starteten sogleich mit den Buchungen.

Dieses Mal entschieden wir uns gegen das Campieren und buchten überall feste Unterkünfte. Unsere gefahrene Route sah folgendermassen aus:



Und hier die einzelnen Etappen im Überblick:



Das Fahrzeug

Während wir auf den letzten zwei Afrika-Reisen mit einem 4x4 Fahrzeug unterwegs waren erachteten wir dies für die diesjährige Route nicht für notwendig. Trotzdem holten wir Angebote bei unterschiedlichen Mietwagenvermietern ein. Schlussendlich buchten wir bei Avis Car Rental am Flughafen O.R. Tambo einen Toyota Fortuner 2x4 für sagenhafte 850 Euro (für 24 Tage). Das Auto war brandneu (noch keine 8000km auf dem Tacho), sehr komfortabel und stellte sich als zuverlässiger Begleiter heraus.


Unser Toyota Fortuner 2x4 von Avis, Crooks Corner, Krüger Nationalpark

Die Mietwagenübernahe am Flughafen in Johannesburg gestaltete sich ziemlich langwierig. So warteten wir mehr als eine Stunde in einer langen Schlange, bei der kaum etwas vorwärts ging. Dies schien jedoch weniger am Avis-Personal, sondern mehr an den unvorbereiteten Touristen zu liegen. Als wir dann an der Reihe waren liess sich der gesamte Papierkram inklusive Autoübernahme in weniger als 10 Minuten regeln.

Die Flüge

Die Strecke Zürich-Johannesburg sind wir am Freitagabend mit dem Swissflug LX288 geflogen. Während ich zu Hause noch bei trockenem Wetter zum Bahnhof lief, begrüsste uns am Flughafen Kloten ein massiver Schneesturm, welche den Flughafen an diesem Abend zweitweise komplett ausser Gefecht setzte. So bangten wir eine gewisse Zeit lang ziemlich, Zürich überhaupt noch verlassen zu dürfen. Mit mehr als eineinhalbstündiger Verspätung war es um 00.15 Uhr dann doch noch so weit. Wir rollen gemütlich ans andere Ende des Flughafens zur Enteisungsanlage und dann gings los in die dunkle Nacht. Der Flug war unspektakulär, die Bedienung nett und das Essen in Ordnung.


Schneesturm in Zürich Kloten

Der Rückflug am 1. Januar 2018 war ebenfalls ein Nachtflug. Mit der Lufthansa (LH573) ging es von O.R. Tambo nach Frankfurt und von dort kurze Zeit später mit LH1182 weiter nach Zürich, wo wir bereits um 07.25 Uhr eintrafen. Auch mit der Lufthansa waren wir ganz zufrieden. Die Umsteigeverbindung hatten wir gebucht, weil sie preislich deutlich attraktiver als der Direktflug mit der Swiss war. Das passte für uns so gut. Gebucht haben wir die Flüge übrigens über Austrian Airline, wo sie günstiger zu haben waren als bei der Swiss oder Lufthansa direkt. Bezahlt haben wir pro Person für Hin- und Rückflug um die 1050 CHF (inkl. Sitzplatzreservationen). Nicht ganz günstig, aber ab Zürich und über die Festtage doch sehr in Ordnung.

So, nun soll es schon bald "richtig" losgehen. Wir würden uns über den einen oder anderen Mitreisenden freuen. Wer den Bericht ohne Kommentare lesen möchte klickt auf die gelbe Sonne oben rechts.

Herzliche Grüsse
Steffi & Dani
Teil 218. Juli 2018
Freitag, 8. Dezember 2017 - Schneesturm

Anreise Zürich - Johannesburg

Wie bei uns üblich reizen wir unsere Urlaubstage jeweils bis zum äussersten aus. So gehen wir am heutigen Tag beide noch normal arbeiten und machen uns am Abend mit den bereits gepackten Koffern auf den Weg zum Flughafen. Dieses maximale Ausloten der Ferienzeit wird von unseren Freunden und Familien jeweils mit hochgezogenen Augenbrauen quittiert, stimmt für uns aber so.
Am weihnachtlich geschmückten Flughafen Kloten ist nicht viel los. Der Check-in am Swiss-Schalter ist schnell erledigt, doch stellt sich bald heraus, dass wir heute wohl nicht pünktlich loskommen werden. So zeigt die Anzeigetafel bereits früh eine Ankunftsverspätung des Flugzeugs und der bereits im ersten Beitrag erwähnte Schneesturm ging gerade so richtig los.



Der Schneesturm hatte den Flughafen zeitweise komplett im Griff. Die Räumung der Pisten wurde eingestellt und es konnten weder Flugzeuge landen, noch starten. Wir liessen uns unsere gute Ferienlaune nicht verderben, bangten jedoch schon etwas, überhaupt noch losfliegen zu dürfen. Dies war dann glücklicherweise gegen 00.30 Uhr nachts mit Sondergenehmigung und ca. zwei Stunden Verspätung doch noch der Fall. Bei leichtem Schneefall ging es los ins 8400km oder auch 10h 25min entfernte Johannesburg.

Die Vorfreude war immens 🤩
Teil 318. Juli 2018
Samstag, 9. Dezember 2017 – Trotz Verspätung alles "nach Plan"

Johannesburg – Middelburg, Del Roza Guesthouse

Morgens um 6 Uhr werden wir nach einem klassisch unbequemen Flug erstmals richtig wach und geniessen die strahlende Sonne und den Blick auf die unter uns liegenden Schäfchenwolcken, welche sich mit schöner Landschaft abwechseln. Afrika – Du hast uns wieder! Es folgt ein durchschnittliches Frühstück und gegen viertel vor zwölf Uhr die lang ersehnte Ankunft im sonnig warmen Johannesburg.



Die Passkontrolle meistern wir entgegen den Erwartungen recht zackig und können schon bald unsere Koffer in Empfang nehmen. Danach folgt das bereits erwähnte lange Warten am AVIS-Schalter. Dieses gestaltet sich aber dank Wifi und der Übergabe des gemieteten Teleobjektivs von Lensrent (Canon 500mm Festbrennweite) einigermassen kurzweilig. Nach einer Stunde sind wir an der Reihe und können unseren fast neuen Toyota Fortuner in Empfang nehmen. Zu Beginn sind wir etwas erschlagen von der schieren Grösse dieses Wagens, gewöhnen uns dann aber schnell an sein unendliches Platzangebot und die praktische Sitzhöhe. Einzig das dunkelbraune Leder der Sitze sollte sich später noch als etwas unpraktisch herausstellen in der Hitze des Krüger Nationalparks.

Über einen kurzen Umweg schaffen wir es auf die korrekte Autobahn (N14) in Richtung eMalahleni. Es herrscht wenig Verkehr und wir geniessen das schöne Wetter und die angenehmen Temperaturen (um die 27°C). Bereits kurz nach 15 Uhr treffen wir in Middelburg in der Pension Del Roza ein. Wir werden herzlich empfangen und bekommen ein grosses Dreibettzimmer mit Balkon (für knapp 50 CHF).

Wir packen um und richten uns (und vor allem den Fortuner) ein und machen uns gegen 16 Uhr auf den Weg in die nahegelegene Mall. Dort decken wir uns im Superspar und dem zugehörigen Tops mit Lebensmitteln, Holz, Wein, Bier und Savanna Cider sowie allen weiteren Dingen ein, die der Selbstversorger so braucht. Auch mit Kartonschachteln zur «Küchenorganisation» können wir uns im Tops unter herzhaftem Gelächter der Angestellten ausstatten. Die verstehen nicht so ganz, wieso diese Touristen unbedingt solche Kartonschachteln haben wollen 🤪

Nach dem Einkauf gehen wir mit mittlerweile laut knurrenden Mägen ins nebenan liegende Spur Steakhouse. Das Ambiente war ok, das Essen jedoch sehr lecker und das Preis-Leistungsverhältnis passte. Zurück im Guesthouse geniessen wir eine erfrischende Dusche und lassen den lauen Abend auf dem Balkon ausklingen.

In den nächsten Tagen soll es dann mit weniger Text und mehr Bildern weiter gehen 😉
Teil 421. Juli 2018
Sonntag, 10. Dezember 2017 – "Panoramaroute" ohne Panorama

Middelburg - Hoedspruit, Blyde Mountain Country House

Heute Morgen werden wir durch warme Sonnenstrahlen geweckt und befürchten einen Moment, verschlafen zu haben. Der Blick auf die Uhr zeigt jedoch 05.30 Uhr. Wir legen uns also nochmals kurz aufs Ohr. Nach einem leckeren Frühstück sind wir nach 8 Uhr abfahrbereit. Es steht erneut ein kurzer Abstecher zur Mall auf dem Programm. Wir müssen uns noch mit einigen fehlenden Dingen ausstatten. So finden eine Axt, eine grosse Kühltasche sowie Grillzange und eine neue MTN-SIM-Karte den Weg in unseren Kofferraum.

Endlich kann es los gehen in Richtung Osten. Wir folgen der N4, um nach einigen Kilometern auf die Hauptstrasse nach Dullstroom abzubiegen. Landschaftlich gefällt es uns von Kilometer zu Kilometer besser, nur das Wetter lässt zu wünschen übrig. Auf dem Longtom Pass herrscht dichter Nebel. Die vielgelobte Aussicht können wir nur erahnen.


Auf dem Longtom Pass

Auch auf der anderen Seite wurde es leider auch nicht besser, der Himmel zeigt sich nun durchgehend bedeckt. Trotzdem besuchen wir bei Sabie die schönen Mac Mac Falls (10R/Person). In Graskop erstehen wir günstige Macadamianüsse sowie eine afrikanische Tischdecke. Etwas Stil sollten auch unsere Selbstversorgerabende haben… Ebenso gönnen wir uns leckere Pancakes bei ‘Harries Pancakes’. Kurz nach Graskop statten wir den Lourke’s Potholes, welche auch bei fotografietechnisch ‘schlechtem’ Wetter eine fantastische Kulisse abgeben, einen Besuch ab (55R/Person).









Aufgrund der starken Bewölkung und der sehr schlechten Sicht sparen wir uns die weiteren Aussichtspunkte und Sehenswürdigkeiten auf der Panoramaroute. Ich mag mich an die wunderbare Aussicht auf die Three Rondavels und den Blyde River Canyon im Juli 2002 noch gut erinnern. Dani hingegen ist ziemlich enttäuscht. Jedoch war uns bereits im Vorfeld bewusst, dass bezüglich des Wetters auf der Panoramaroute auch Glück dazu gehört.

Unerwartet früh treffen wir im Blyde River Country House ein, wo wir leider nicht besonders freundlich empfangen werden. Scheinbar sind wir die einzigen Gäste an diesem Abend und es wirkt, als hätten sie gehofft, dass wir nicht auftauchen würden. Das Zimmer hingegen ist sehr grosszügig und das Gelände begeistert uns mit üppigem Grün und reifen Litschis.





Auch eine freundliche Nyalaherde auf dem Nachbargelände stattet uns einen kurzen Besuch ab. Für eine Nacht ist es ganz in Ordnung hier. Zum Abendessen gibts ein leckeres Picknick auf dem Balkon. Mit einem Glas Sherry lassen wir den Tag ausklingen und lauschen den Geräuschen der afrikanischen Nacht…
Teil 521. Juli 2018
Montag, 11. Dezember 2017 – Endlich im Krüger

Hoedspruit – Krüger Nationalpark, Talamati Bushveld Camp

Wir verbringen eine ruhige Nacht in bequemen Betten und beobachten morgens vor dem Frühstück das Aufwachen des Tages vom schönen Balkon aus. Wie abgemacht sind wir gegen 8 Uhr beim Frühstück und werden von der Besitzerin gut gelaunt begrüsst. Alles was das Herz begehrt steht bereit: frische Früchte, Jogurth, Toast, Waffeln, Rührei, Speck und vieles mehr. Zudem wird uns der leckere Nyala-Boerewors Stew angepriesen, welchen wir uns ebenfalls nicht entgehen lassen wollen. Die Besitzerin des County Houses versichert uns, dass für diese Wurst nicht die benachbarten Nyalas sondern andere Tiere herhalten mussten… Auf alle Fälle hat's geschmeckt! 😊 Und mit der Unterkunft bzw. der Freundlichkeit haben wir uns etwas versöhnt.

Gegen halb 10 Uhr geht es los in Richtung Krüger Nationalpark, wo wir rund eine Stunde später einchecken. Das Procedere am Orpen Gate gestaltet sich speditiv und schon bald befinden wir uns auf der berühmt berüchtigten H7. Entgegen den Erwartungen sind unsere zuerst gesichteten Tiere keine Impalas, sondern Zebras, dann Gnus und später Giraffen. Die Impalas folgen selbstverständlich schon bald. Im Orpen Restcamp erstehen wir eine Krüger-Karte und erleichtern unsere Blasen. Doch zieht es uns bald weiter…







4km nach dem Orpen Restcamp erspähen wir weit weg zwei Löwendamen sowie den dazugehörigen Mähnenlöwen. Sie verbringen die warme Mittagszeit hauptsächlich dösend und die geschossenen Fotos geben wenig her. Besonders begeistern uns heute aber die unzähligen Vögel sowie die unterschiedlich grossen Schildkröten, welchen wir regelmässig begegnen.





Es ist wirklich toll, für einmal in der warmen Jahreszeit und somit auch der Zeit der (Innerafrikanischen) Zugvögel in Südafrika zu sein!


European Roller


Black-crowned Tchagra ?


Brown-hooded Kingfisher


Brown-hooded Kingfisher


Woodland Kingsfisher


Juveniler Gabar Goshawk ?

Gegen Nachmittag lichtet sich der Himmel und die Sonne zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Wir biegen auf die S36 ab und legen auf dem Muzandzeni Picknickplatz eine längere Pause am Schatten ein. Hier kommen wir zu den ersten tollen Elefantenfotos. Es ist eindrücklich, die grossen Riesen auf dem Picknickplatz von ausserhalb des Autos aus zu beobachten. Gleichzeitig werden wir von frechen Gelbschnabeltokos und Glanzstaren belagert.


Am Muzandzeni Picknickplatz

Gleich gehts weiter...
Teil 621. Juli 2018
Und weiter gehts...


Ein ungleiches Paar - Bateleur und Tawny Eagle in trauter Zweisamkeit

Und gleich nochmals eine ungleiche Paarung:


Juveniler Bateleur und White-headed Vulture






Magpie Shrike


Burchell's Starling ?

Weiter geht es bis zum Abzweiger auf die S145, wo wir im schönen Abendlicht den beiden Highlights des Tages begegnen! Eine grosse Sable-Herde steht verstreut im Busch und schaut uns interessiert entgegen. Wir hätten nicht gedacht, dass wir diesen seltenen Antilopen bereits am ersten Tag im Krüger begegnen würden. Diese Herde scheint jedoch in der Region um Talamati heimisch zu sein.





Die zweite und noch etwas grössere Überraschung folgt kurz vor dem Talamati Bushveld Camp. Im kurzen Gras erspähe ich den weissen Rücken eines Honigdachses. Wir freuen uns gewaltig über diese Sichtung. Kurze Zeit später erblicken wir sogar einen zweiten Honigdachs. Die beiden scheinen heute gemeinsam unterwegs zu sein. Das Fotografieren gestaltet sich aufgrund der grösseren Distanz sowie den Lichtverhältnissen nicht ganz einfach. Unsere gute Laune leidet darunter jedoch keinesfalls.


Honigdachs, emsig auf Nahrungssuche


Das Highlight - sie sind zu zweit! 🤩





Beim Talamati Camp vergnügt sich ein einsamer Elefantenbulle am hauseigenen Wassertank. 🤪




Chalet Nr. 7 (Aufnahme vom nächsten Tag)

Wir beziehen das Chalet Nr. 7 (Mondzo), welches sehr praktisch eingerichtet ist und uns sogleich gut gefällt. Nach einem kurzen Abstecher zu einem der beiden Bird Hides machen wir uns an die Zubereitung des Abendessens. Selbstverständlich wird heute Abend gebraait! Wir sitzen in der Dunkelheit und hören das entfernte Brüllen der Löwen sowie kurz später auch das typische "Husten" eines Leoparden. Der Ruf wiederholt sich mal um mal, doch finden wir auch im Strahl unserer Taschenlampen den Verursacher an diesem Abend leider nicht.




Besuch einer Gottesanbeterin

Spät abends gelingt uns das Bild dieser Gottesanbeterin. Auch eine dicke Kröte macht einen kurzen Abstecher zu uns. Schon bald fallen wir glücklich und zufrieden in unsere weichen Betten.
Teil 722. Juli 2018
Dienstag, 12. Dezember 2017 – Streit am Southernmost Baobab

Krüger Nationalpark, Talamati Bushveld Camp

Wie es sich im Busch so gehört holt uns der Wecker heute um 4 Uhr früh aus dem Schlaf. Im Dezember öffnen die Tore der Camps im Krüger Nationalpark bereits um 4.30 Uhr. Im Alltag zu Hause unvorstellbar, sollte dies in diesem Urlaub zur Normalität werden 🙄 .

Die Tiersichtungen halten sich an diesem Morgen in Grenzen. Wir folgen von Talamati aus der S145 nach Osten und biegen auf die S36 nach Süden ab. Es zeigen sich viele schöne Vögel und wir freuen uns über die Sichtung eines Grey-headed Kingfisher sowie mehrerer Wiedehopfe (African Hoopoe). Diese nervösen Biester erwischen wir mit dem Fotoapparat aber nicht zufriedenstellend.


Ein Prachtsexemplar eines Grey-headed Kingfishers - eine Erstsichtung für uns, über die wir uns wahnsinnig freuen!

Während wir im Laufe des Morgens auf der S125 so dahin fahren taucht am Strassenrand neben uns plötzlich ein stattliches Löwenmännchen mit seiner Herzensdame auf. Diese macht sich sogleich aus dem Staub, während sich der Pascha etwas verschlafen, aber kooperativ für Fotos zeigt. Ein tolles Gefühl, wenige Meter neben dieser imposanten Raubkatze zu stehen. Wir haben alle Zeit der Welt und auch der Pascha lässt sich von nichts aus der Ruhe bringen.


Zweiter Tag, zweite Löwensichtung 🤩 Der Herr hat die Haare heute besonders schön 😉

Ein unangenehmer Geruch liegt in der Luft. Zuerst nehmen wir an, dass der Geruch vom Löwen selber stammt 😊 Die vielen Geier in der Umgebung führen uns dann aber zur Erkenntnis, dass irgendwo im Busch ein (bereits etwas älterer) Riss liegen muss. Und so ist es dann auch! In einer Senke weiter vorne liegt eine bereits verwesende Giraffe. Ein weiteres Löwenmännchen sowie mindestens zwei Löwinnen sind im Gebüsch auszumachen.


Löwen am Riss

Gestern wurden hier scheinbar auch Junglöwen gesichtet. Diese sind heute leider nicht zugegen oder verstecken sich gekonnt im Busch. Nach gut zwei Stunden reissen wir uns von dieser eindrücklichen Szenerie los. Aufgrund der steigenden Temperaturen ist von den Löwen zur Zeit wohl nicht mehr viel Action zu erwarten.

Wir fahren zur H1-3 und weiter zum "Southernmost Baobab", welcher zugleich auch den südlichsten Punkt unserer Reise im Krüger darstellt. Dort beobachten wir amüsiert, wie sich ein Gelbschnabeltoko mit mehreren Arrow-marked Babbler (Braundrossling) streitet. Den Grund der Aufregung können wir bis zum Ende nicht ganz nachvollziehen, auf jeden Fall ist der Hornbill ins Territorium der Babbler eingedrungen und wird von denen aufs heftigste attackiert. Wir nehmens mit Humor und geniessen das Spektakel.


"Wenn Blicke töten könnten..." - Arrow-marked Babbler / Braundrossling


Der nicht ganz unschuldige Yellow-billed Hornbill


Aufregung am Southernmost Baobab

Später statten wir dem Kumana Dam einen Besuch ab. Ausser einem Wasserbock, vielen Impalas und einigen Enten und Gänsen ist es ruhig hier. Kein Wunder bei der Mittagshitze! 😎


Knob-billed Duck / oder für uns bis ans Reiseende einfach die "Knubbel-Ente" (korrekt auf Deutsch: Höckerente)

Später geht es weiter auf die S126. Die schöne Strecke führt dem trockenen Sweni-Flussbett entlang und wir können viele verschiedene Tiere beobachten.


Swainson's Spurfowl / Frankolin


European Roller sammt Mittagessen


Eifrige Dung Beetle


Giraffen entlang des trockenen Sweni Rivers

Am Welverdiend Waterhole stossen wir auf eine grosse Elefantenherde, welche das kühle Nass geniesst und sich ausgiebig nassspritzt. Auch ein einsamer Büffel wagt sich ans Wasserloch und wird dort erstaunlicherweise von den Elefanten auch geduldet.


Welverdiend Waterhole


Ein mutiger Büffel mischt sich unter die Elefantenherde

Weiter geht es via Mzandzeni Picknickplatz retour ins Camp. Bei mittlerweile 35°C läuft hinsichtlich Tiersichtungen nicht mehr viel. Zurück im Chalet machen wir eine ausgiebige Siesta, verabreden uns an der Reception zum Night Drive und grillen leckere, aber zähe Rindssteaks. Hier gibt es definitiv noch Verbesserungspotential! Wobei das Problem dieses Mal eher an der Qualität des Fleisches und nicht am Grilleur liegt 🤪 .
Teil 822. Juli 2018
Am späteren Nachmittag machen wir nochmals eine kurze Ausfahrt. Die Temperaturen liegen um halb fünf Uhr nachmittags immer noch bei 40°C und sinken bis um halb sieben Uhr nur gerade auf 37°C. Am Talamati Wasserloch löschen Zebras ihren Durst.


Talamati Waterhole

Eine Nilgans führt ihre Jungen zum Wasser.


Egyptian Goose / Nilgans

Wir sehen die ersten European und Southern Carmine Bee-eater im Bereich des Wasserlochs. Gute Fotos gelingen uns leider noch nicht.

Dieser Elefantenbulle zeigt sich zwar sehr friedlich und macht keine Anstalten, uns zu bedrohnen. Doch müssen wir eine stattliche Strecke rückwärts fahren, weil er die (schmale) Strasse für sich beansprucht:



Nach einiger Zeit verschwindet auch er im dichten Gebüsch.

In der Nähe des Camp eigenen Wasserlochs beobachten wir im schönsten Abendlicht noch lange eine grosse Gnuherde mit zwei Neugeborenen sowie einige Büffel.





Zum Sonnenuntergang erscheint auch eine Elefantenherde und stillt ihren Durst.

Nach einem kleinen Snack machen wir uns gespannt auf zum Night Drive. Das Fahrzeug ist gut gefüllt, die anderen Gäste sind jedoch sehr angenehm und in der dunklen Nacht wird eifrig nach Tieren gesucht. Der Night Drive stellt sich für uns als voller Erfolg heraus, sehen wir doch neben einem Civet auch einen Honey Badger, ein Genet, ein Bushbaby sowie eine White-tailed Mongoose (nur nachtaktiv!). Auch Elefanten, Impalas, Gnus und vielen Scrub Hares sowie Steenböckchen und Duiker begegnen wir. Das Highlight sind eine nett posierende Nightjar sowie diese schöne Barn Owl.


Nightjar, aber welche?


Barn Owl / Schleiereule

Morgen geht es weiter nach Satara, wo wir den lang ersehnten Sweni Wilderness Trail durchführen werden. 😁
Teil 925. Juli 2018
Mittwoch, 13. Dezember 2017 – Vorfreude auf den Sweni Wilderness Trail

Krüger Nationalpark, Talamati Bushveld Camp – Sweni Wilderness Camp

Etwas aufgeregt und gespannt auf unseren ersten Wilderness Trail werfen wir in aller Herrgottsfrühe einen Blick aus dem Fenster. Draussen ist es stark bewölkt und es nieselt. Ohne Diskussion ist klar, dass wir uns eine weitere Stunde Schlaf gönnen werden. Immer noch früh morgens räumen wir alle unsere Dinge ins Auto, beschliessen aber vorläufig das weitere Wetter abzuwarten, weil morgens um 5.30 Uhr gerade ein heftiges Gewitter inklusive Blitz und Donner durchzieht! 😈 Um halb sieben ist es dann soweit trocken, dass wir uns auf den Weg in Richtung Satara machen .


Talamati Gate nach dem Regen

Unsere zwei Nächte im Talamati Camp haben uns wahnsinnig gefallen. Wir würden jederzeit wieder hierherkommen. Das Camp besticht durch viel Ruhe, zwei unterschiedliche Bird Hides sowie gute Tiersichtungen in der näheren Umgebung. Unsere heutige Route führt uns über die S145, S36 und S126 nach Satara.

Unsere erste Southern Ground Hornbill-Sichtung ist eine Besondere! Der Hornrabe geniesst ein ausgiebiges Bad im Baum 🤩






Schönheitspflege im vom Regen noch nassen Blätterdach

Auf der Sweni Road sind wiederum viele Tiere unterwegs und zum ersten Mal auf dieser Reise begegnet uns eine Tüpfelhyäne, welche die Strasse vor uns quert. Diese Tiere lösen eine ausserordentliche Faszination bei uns aus. Während Dani sie als "wüste" Viecher bezeichnet bin ich ein Fan ihrer hohen Intelligenz und kann kaum genug davon bekommen, ihrem Tun zuzuschauen. Schon bald verschwindet die Hyäne im nächsten Busch.


Black-bellied Bustard / Schwarzbauchtrappe

Als wir in Satara eintreffen beginnt es wieder zu regnen. Wir checken für den Wilderness Trail ein, machen den gut sortierten Shop unsicher und entscheiden uns, in der Tindlovu Bush Kitchen Mittag zu essen. Es ist zwar erst 11 Uhr, aber der Magen knurrt 😊 . Es gibt leckeren Potje of the Day (Chicken) für Dani und nach vielen "das haben wir nicht" Roosterkoek mit Chicken & Mayo für mich.

Gegen 13 Uhr lässt der Regen nach und der Himmel lichtet sich. Da der Treffpunkt für den Trail erst um 15 Uhr ist, entscheiden wir uns für einen kurzen Game Drive zur berühmt berüchtigten S100. Diese bietet uns allerlei gute Sichtungen: das erste Hippo dieser Reise, ein African Fish Eagle in der Wiese an einem Kadaver und viele Wasserböcke. Wir kommen nur langsam voran und geniessen die regenfreie Zeit.


Crested Barbet / Haubenbartvogel

Dieser Glanzstar geniesst ein ausgiebiges Bad in einer Pfütze auf der Pad!


Burchell's Starling? / Riesenglanzstar?


Blacksmith Lapwing / Waffenkiebitz

Immer wieder haben wir einen schönen Blick auf das Flussbett. Zeitlich reicht es uns nicht, die ganze S100 abzufahren. Auf dem Rückweg entdecken wir wenig nördlich von Satara einen Hyänenbau mit zwei süssen Jungtieren.


Hyänenbabies - süsser geht kaum 🙂



Bald starten wir mit dem wunderbaren Sweni Trail...
Teil 1006. Aug. 2018
Weiter gehts auf den Sweni Wilderness Trail... 🤩

Als wir uns letzten Sommer für einen Südafrikaurlaub inklusive Krüger entschieden hatten war für mich sofort klar, dass wir als begeisterte Wanderer und Naturliebhaber an einem Wilderness Trail teilnehmen sollten. Aufgrund der Vorweihnachtszeit sowie unserer Routenplanung kam nur ein Trail in der Umgebung von Satara in Frage. Nach längerem abwägen und einigem 'googeln' gaben wir dem Sweni Trail gegenüber dem 'neueren' Mathikithi Wilderness Trail den Vorzug.

Kurz nach drei Uhr treffen wir in Satara auf die weiteren Gruppenteilnehmer des Sweni Trails sowie die beiden Guides Rulani und Obert. Beziehungsweise zuerst stehen da nur der nette Südafrikaner Dion und wir. Wir kommen schnell ins Gespräch und finden uns gleich sehr sympathisch. Fasziniert beobachten wir einen grossen Nilwaran, welcher sich uns furchtlos nähert und hinter dem nächsten Gebüsch verschwindet.

Es vergeht einige Zeit, bis ein weiteres Paar aus Ostkanada mit grosser Verspätung eintrifft. Doch auch nach einer halben Stunde sind wir noch nicht vollzählig. Gemäss unseren Guides sollten noch zwei weitere Personen mit uns auf den Trail kommen. Das Paar aus Westkanada trifft dann vor vier Uhr völlig aufgelöst auch noch auf. Sie haben die Strecke in den Krüger Nationalpark massiv unterschätzt und sind heute Morgen aus Johannesburg angefahren 😐 Trotz leichten Unstimmigkeiten wegen der anfänglichen Verspätung stellt sich unsere Wandertruppe später als ziemlich cool heraus. Besonders mit dem Südafrikaner Dion schliessen wir schnell Freundschaft und werden in den nächsten Tagen noch viele interessante Gespräche führen und die eine oder andere Flasche Wein leeren 😉



Schnell unterschreiben wir noch ein weiteres 'Indemity Form' und schon ist unser Gepäck im SanParks Landcruiser verstaut. Die Fahrt ins Sweni Wilderness Camp dauert eine gute Stunde und wird gleich als Game Drive gestaltet. Eine besondere Sichtung sind zwei Milchuhus auf einem Baum. Leider sind sie weit weg und gut versteckt. Trotzdem freut uns die Sichtung dieser grossen Eulen mit ihren rosafarbenen Augenliedern sehr.


Fahrt zum Sweni Wilderness Camp - grünes Flussbett


Erstaunlich, wie schnell die Landschaft von grün ins Braune wechselt!

Wir treffen auch auf Schakale, Giraffen, Zebras, Gnus und Impalas und erfreuen uns an diesen alltäglichen Sichtungen. Die Freude und Begeisterung unserer kanadischer Mitreisenden, welche alle zum ersten Mal überhaupt in Afrika sind ist so richtig ansteckend 🤪

Im Camp werden wir herzlich von der Köchin begrüsst. Wir dürfen unsere Hütte beziehen und werden am Lagerfeuer in die Campregeln und das Verhalten auf den Wanderungen eingeführt. Die sonst für jeden Spass zu habenden Ranger werden nun sehr ernst. Auf dem Trail herrschen genaue Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Wir schätzen die klare Kommunikation bezüglich Ablauf der nächsten Tage. Später gibt es wahnsinnig leckeren Chicken Stew mit Gemüse, Salat und Reis. Es ist schön, nicht selber kochen zu müssen. Wir sitzen noch einige Zeit zusammen am knisternden Feuer und lauschen der Afrikanischen Nacht. Ganz in der Nähe tönt der Ruf einer African Scops Owl. Wir finden sie in der Dunkelheit nicht. Rhulani verspricht uns jedoch, sie morgen zu suchen. Nach und nach verschwinden unsere Gruppenmitglieder in ihren Hütten. Diejenige Person, welche zuletzt zu Bett geht hat die verantwortungsvolle Aufgabe, das Feuer mit einer grossen Blechtonne abzudecken. Ein Brand wäre in dieser Abgeschiedenheit verheerend.
Teil 1107. Aug. 2018
Donnerstag, 14. Dezember 2017 – Im Gänsemarsch durch den Krüger

Krüger Nationalpark, Sweni Wilderness Camp

Nach einer ruhigen Nacht bei angenehmen 20°C werden wir um 4 Uhr in der Früh von unseren Guides mit einem freundlichen 'Good Morning' aus dem Tiefschlaf geholt. Vor der Hütte wartet bereits ein Becken gefüllt mit heissem Wasser. Nach einer kurzen 'Katzenwäsche' gibt’s in der Boma heissen Tee und Kaffee sowie Rusks. Die Morgenstimmung am campeigenen Wasserloch ist fantastisch! Nur die African Scops Owl versteckt sich weiterhin vor uns…

Ausgerüstet mit Proviant und Wasser geht es mit dem Landcruiser dem trockenen Sweni River entlang. Ein Raubadler posiert für uns im schönen Morgenlicht.


Raubadler / Tawny Eagle

Gefühlt irgendwo im Nirgendwo stellen wir den Wagen ab und folgen in Einerreihe den beiden Guides. Alle zwanzig Minuten und gemäss Guides 'you have to follow your inner clock' stellt sich der vorderste der Reihe wieder hinten an. Geredet wird während dem Gehen nicht. Mit klopfen, schnippen oder schnalzen macht man die Guides darauf aufmerksam, dass man etwas fragen möchte. Dann wird gemeinsam angehalten und diskutiert. Einer der beiden Guides kontrolliert laufend die Umgebung und scannt den Horizont. Der andere steht jeweils für Erklärungen zur Verfügung.


Eindrückliche Landschaft auf dem Sweni Trail


Keine (grossen) Tiere in Sicht


Das Sweni Flussbett

Es sind die kleinen Dinge, die auf einem Wilderness Trail mehr Beachtung bekommen. Spuren und Hinterlassenschaften unterschiedlichster Tiere werden angeschaut und auch mal geschmacklich ausprobiert. Wir sind mehr als vier Stunden unterwegs, langweilig wird es dabei nie. Meine Highlights sind eine riesige Baboon Spider (Tarantula), eine Kolonie 'Army Ants' (auch Wanderameisen oder Heeresameisen genannt) sowie je ein Fischadler und Bateleur.




Wasserböcke in Fluchtdistanz


Ach, wie schön...

Die Tiere sind deutlich nervöser, wenn man zu Fuss unterwegs ist, im Vergleich zum Auto und die Fluchtdistanz ist relativ gross. Es gelingt uns jedoch, Impalas, Gnus, Zebras und Wasserböcke aus näherer Distanz zu beobachten.

Die Panterschildkröten kriechen uns hingegen förmlich vor die Füsse.


Panterschildkröte / Leopard Tortoise


Afrika, wie wir es lieben...


Panterschildkröte / Leopard Tortoise

Entlang dem Flussbett des Sweni begegnen wir dem einzigen Mangrovenreiher (Green-backed Heron) dieser Reise. Leider begibt er sich in Abflugposition, sobald wir nahe genug für ein Foto sind.


Unscharf - aber irgendwie trotzdem ein tolles Bild 😊



Während wir früh morgens bei blauem Himmel loslaufen zieht dieser langsam aber sicher zu. Unschön für den Fotografen, angenehm für die anderen von den Temperaturen her. Diese bleiben heute deutlich unter 30°C 😁 .

Zum Abschluss des Morning Walks beobachten wir während längerer Zeit das Kommen und Gehen der farbig glänzenden Dung Beetle in einer Elefanten-Hinterlassenschaft.


'The clean-up crew of the bushveld'







Um halb elf sind wir zurück im Camp und werden von einem leckeren Frühstück erwartet: Bohnen, Rührei, Speck, Würstchen, frisches Brot – es könnte uns nicht besser gehen! Später ist relaxen und duschen angesagt. Auch die wunderschöne Scops Owl haben die Guides mittlerweile in einem Baum im Camp gefunden. Für Fotos hat sie sich jedoch zu gut im Blattwerk versteckt. Ausserdem würdigt sie uns keines Blickes. Auf der Terrasse unseres Häuschens geniessen wir den Blick ins Flussbett mit Sichtungen von Straussen, Wasserböcken und Impalas.

Am späteren Nachmittag machen wir uns auf für einen weiteren Walk inklusive Dickhäuter-Begegnung! Aber dazu mehr in den nächsten Tagen...
Teil 1209. Aug. 2018
Nach dem Nachmittagstee packen wir eine Kühlbox voll mit kalten Getränken und machen uns auf einen weiteren Game Drive gefolgt von einem etwas kürzeren Walk. Es geht in die entgegengesetzte Richtung wie am Morgen. Das Begeisterungslevel unserer Truppe ist weiterhin hoch. Es herrscht gute Laune im offenen Game Drive Fahrzeug 🤪 .

An diesem Nachmittag dürfen wir auch unsere mitgebrachte Wildkamera an einer geeigneten Stelle platzieren. Diese hat uns vergangenes Jahr in der Mabuasehube Region des KTP tolle Eindrücke der nächtlichen Besucher geliefert. Gerne möchten wir sie auch hier im Krüger nutzen. Unsere Guides sind begeistert von der Idee, empfinden das campeigene Wasserloch jedoch als zu wenig frequentiert vom Wild. So springen Dani und Rhulani irgendwo im Nirgendwo auf unserer Nachmittagsausfahrt aus dem Fahrzeug und verschwinden im Busch. Nach ca. zehn Minuten sind sie zurück. Im sonst trockenen Flussbett haben sie eine passende Stelle mit stehendem Wasser gefunden. Ein geeigneter Ort für die Kamera wurde akribisch ausgewählt. Wir sind gespannt, welche Tiere in den nächsten Tagen hier vorbeikommen werden.


Nun ist auch der Guide zufrieden mit der Platzierung der Kamera... 😉

Unser nachmittägliche Walk zeigt sich sichtungstechnisch etwas gehaltsvoller als der Morgen. Ein grosser Nilwaran am gegenüberliegenden Flussufer bildet der Anfang einer Reihe von Sichtungen.


Nilwaran / Nile monitor

Ausserdem begegnen wir vielen Saddle-billed Storks, mehreren Schakalen, den 'gemeinen' Impalas sowie den hier häufigen Wasserböcken. Erneut können wir einen ausgewachsenen Gaukler und später einen Raubadler im Flug beobachten. Die seltene Sichtung einer Goldschnepfe (Greater Painted-Snipe) erfreut uns sehr! Mit der haben wir hier nicht gerechnet.

Wenig später mahnen uns die Guides zu absoluter Ruhe 🤨 . Am anderen Flussufer frisst sich ein einzelner Elefantenbulle genüsslich durchs üppige Grün. Der Adrenalinspiegel geht hoch. Da wir jedoch genügend Abstand halten lässt sich der graue Riese nicht aus der Ruhe bringen. Wir sind überglücklich, diesen Moment erleben zu dürfen. Es ist fantastisch diesen Tieren zu Fuss zu begegnen.



Nach einiger Zeit verschwindet der Dickhäuter im Gebüsch und wir wandern weiter.


Hippo-Schädel

Unsere Guides erzählen uns, dass dieses Hippo (wie viele andere auch) der letzten grossen Dürre 2016 zum Opfer fiel. Tagelang habe sich ein grosses Löwenrudel am Kadaver satt gefressen. Was für ein Highlight muss das für die Gäste des Trails gewesen sein 🤩 .

Für den Sundowner (leider ohne Sonnenuntergang wegen der Bewölkung) fahren wir an einen schönen Dam. Für uns gibt es kaum etwas tolleres, als bei einem kühlen Savanna Krokodile und Wasservögel zu beobachten und die Hippos grunzen zu hören. Die Stimmung ist ausgesprochen friedlich.



Lange nach Sonnenuntergang machen wir uns auf den "Heimweg" ins Camp – sozusagen ein Night Drive. Dank unseren starken Taschenlampen können wir im Dunkeln viele Scrub Hares, Nightjars sowie eine nicht identifizierte Schlange ausmachen. Mit Adleraugen erspähen unsere Guides sogar ein kleines Chamäleon in einem Baum – einer von Danis Wünschen erfüllt sich damit. Hat er doch am ersten Tag bei der Frage nach Wunschsichtungen unter anderem das Chamäleon angegeben. Für Fotos ist es leider zu dunkel. Gerne wünschen wir uns für die restliche Reise mal noch eine Chamäleon-Sichtung bei akzeptablen Lichtverhältnissen…

Zurück im Camp werden wir von einem dampfenden Lamb Stew mit Reis, Gemüse und Salat erwartet. Das Essen ist wie gehabt einfach, aber wahnsinnig lecker. Gemütlich verbringen wir den restlichen Abend mit den Südafrikanern am Feuer, tauschen Geschichten aus und werden uns wieder einmal bewusst, wie privilegiert wir sind. Leider zwingt uns leichter Nieselregen alsbald ins Bett…
Teil 1319. Aug. 2018
Fortuna77 schrieb:
wie schön, zu lesen, dass Rhulani immer noch den Sweni Trail begleitet - wir haben ihn dort Ende 2014 kennenlernen dürfen! Sein damaliger Kollege ist mittlerweile bei Punda Maria - ihn haben wir zufällig 2016 im Camp getroffen, bevor die Gruppe losgezogen ist... 😄
Liebe Nadia

Ja, Rhulani ist(immer noch beim Sweni Wilderness Trail dabei. Er hat uns erzählt, dass er sich letztes Jahr anscheinend für einen anderen Job umgesehen hat. Er hatte sich sogar bereits als Guide in einer privaten Game Lodge in der Nähe des Krügers beworben, dann aber gemerkt, dass er bei SANParks wohl ganz gute Anstellungsbedingungen hat. Auf den privaten Lodges sei der Lohn sehr tief und man sei enorm auf das Trinkgeld der Gäste angewiesen. Zudem habe ihm die Athmosphäre dort nicht besonders gefallen. Auf alle Fälle wirkte er wieder rechts zufrieden mit seiner Arbeit auf dem Trail... 🙂

Hier (falls es klappt) noch zwei Videos mit kurzen Impressionen zum Sweni Wilderness Trial:

Bei YouTube ansehen ↗



Bei YouTube ansehen ↗



Irgendwie bin ich zum dumm, die Videos in den Beitrag zu laden 😣 Daher nur die Youtube-Links 😗

Bald geht es mit dem Bericht weiter 😎
Teil 1419. Aug. 2018
Freitag, 15. Dezember 2017 – Per Pedes durch den Krüger
Krüger Nationalpark, Sweni Wilderness Camp

Vom Ablauf her gestaltet sich der heutige Tag wie der gestrige: früh aufstehen, Katzenwäsche vor der Hütte, einmal tief die frische Morgenluft einatmen und im Laufschritt in die Lapa für Kaffee/Tee und Rusks. Unser Landcruiser ist bereit für die Abfahrt und unsere Ranger auch früh morgens gut gelaunt.

Der erste Vertreter der Fauna, welcher uns bereits kurz nach dem Camp begegnet ist ein imposanter Elefantenbulle. Er steht vielleicht 50m vor uns auf der Pad und wirkt im ersten Moment auf uns doch recht entspannt. Wir halten an und beobachten ihn fasziniert. Bei genauem Hinschauen wird klar, dass der Elefantenbulle sich in Musth befindet. An den Schädeldrüsen sind Sekretabsonderungen zu erkennen und seine Hinterbeine sind nass von kontinuierlichen Urinspritzern. Wohlwissend haben unsere Guides dieses Mal den Motor nicht abgestellt. Der Elefant nähert sich uns langsam aber sicher, so richtig entspannt wirkt er nun nicht mehr auf uns. Elefantenbullen produzieren in der Musth 40 bis 60 Mal mehr Testosteron als sonst und gelten als deutlich aggressiver während dieser Zeit 😈 .

Wie die Geschichte weiter geht könnt ihr (falls es mit dem Einfügen klappt) dem Video weiter unten entnehmen (Video zur Verfügung gestellt von einem anderen Trailteilnehmer, Adrian Neculau):

Elefant in Musth ↗



Die Situation wurde von unseren beiden Guides bravourös gemeistert. Selbstfahrern empfehlen wir dieses Vorgehen absolut nicht. Lieber weiter Abstand halten 🤨
Das Veld leuchtet in der Morgensonne und bildet einen wunderbaren Kontrast zum von dunklen Wolken verhangenen Himmel.





Auf der heutigen Wanderung treffen wir diverse Zebras, Gnus, Giraffen und stossen auf Hinterlassenschaften von Löwe, Hyäne, Nashorn, Elefant und Co. Es entwickeln sich interessante Gespräche zur Tier- und Pflanzenwelt und wir lernen immer wieder was Neues. Nun sind wir auch in der Lage, die Gehrichtung und das Geschlecht von Elefanten anhand des Dungs zu bestimmen 🤩 Das nenn ich mal Allgemeinwissen!


Senegalliest / Woodland Kingfisher

Der Woodland Kingfisher mit seinem unverkennbaren Ruf ist uns auf dieser Reise besonders ans Herz gewachsen! Später geniessen wir das mitgebrachte Frühstück im Busch und kehren nach ca. 5 Stunden hungrig zurück ins Camp.

In der Zwischenzeit zeigen sich auch die ersten nennenswerten Besucher auf unserer Kamerafalle am Wasser:


Zwei Sattelstörche / Saddle-billed Stork und ein Hammerkopf / Hamerkop


Nilgänse / Egyptian Geese

Im Camp werden wir wiederum mit einem leckeren Brunch überrascht. Auch heute ist der Himmel stark bewölkt, was das Wandern äusserst angenehm gemacht hat. Beim Gang aufs Klo mache ich Bekanntschaft mit einem grossen Water Monitor. Leider verschwindet er für ein Foto zu schnell im Gebüsch. Das Handy habe ich hier im Krüger selten bei mir...und das ist auch gut so 🙂

Mittlerweile bearbeitet ein einzelner Elefant genüsslich das Schilf am campeigenen Wasserloch.



Wir könnten ihm stundenlang zuschauen…



Auch die Gnus, Buschböcke und Warzenschweine am Wasserloch bieten gute Unterhaltung. Später zieht es uns doch noch für ein Nickerchen in unser Häuschen, bevor es am späteren Nachmittag losgeht auf den nächsten Walk...
Teil 1520. Aug. 2018
Bevor wir uns auf den nachmittäglichen Walk aufmachen möchte ich hier noch einige Impressionen aus dem Sweni Wilderness Camp präsentieren, besonders für diejenigen, welche noch nie auf einem Wilderness Trail waren. Das Sweni Wilderness Camp liegt ca. eine Autofahrstunde südöstlich vom Satara Restcamp. Es ist von einem mittelhohen Zaun umgeben, welcher eher dafür sorgen soll uns Menschen drin, als die Tiere draussen zu halten. Der Zaun steht auch nicht unter Strom und man muss damit rechnen, auf dem Gang zur Toilette (nachts) irgendwelchen Tieren zu begegnen.


Unser Zuhause auf dem Trail

Das Camp bietet vier Hütten für die Trailteilnehmer, welche mit je zwei Betten, Moskitonetzen und etwas Stauraum für Rucksäcke und Kleider ausgestattet sind. Die Hütten weisen alle in entgegengesetzte Richtungen, was für Privatsphäre sorgt und jede Hütte verfügt über einen kleinen Balkon mit Sitzmöglichkeiten und Sicht auf das Flussbett. Ebenso verfügt das Camp über je eine Dusche und eine Toilette für die Frauen und Männer sowie zwei Waschbecken auf der Aussenseite. In der Nähe des Eingangstores liegt die Küche sowie die Unterkünfte der Guides sowie der Köchin. Ein Gasgeysir sorgt für warmes Duschwasser.


Lapa

Zwischen Hütten und Wasserlöchern liegt die Lapa. Sie stellt den Dreh- und Angelpunkt des Wilderness Camps dar. In der Lapa werden die Mahlzeiten eingenommen, dort steht die Kühltruhe mit unseren Getränken sowie jederzeit Trinkwasser zur Verfügung. Am Abend wird sie wunderschön mit Öllampen erhellt (die letzte Person die zu Bett geht muss sie ausmachen).


Diese Schlange hält offenbar relativ erfolgreich Paviane fern

Vor der Lapa liegen eine Feuerstelle (wo allabendlich bei unserer Rückkehr ein grosses Feuer brennt) sowie ein gemütlicher Sitzplatz mit Sicht auf die darunter liegenden Wasserlöcher. Hier hat man den ganzen Tag Unterhaltung durch vorbeiziehende Tiere. Gemäss unseren Guides gibt es sogar Personen, welche den Sweni Trail buchen und die Tage lieber im Camp verbringen, als auf den Wanderungen. Oder solche, die zwei Trails nacheinander buchen und die eine Hälfte bei den Trails mitmarschieren und die restliche Zeit im Camp am Wasserloch verbringen.



Anderen Menschen begegnet man auf dem Wilderness Trail (eigentlich) nicht. Von weitem haben wir am heutigen Tag eine Anti-Poaching-Einheit erspäht, ansonsten ist man wirklich unter sich (und den Tieren).

Auf der Wildtierkamera tut sich auch noch etwas heute Nachmittag:


Schwarzstorch / Black Stork


Wasserbock

Unsere nachmittägliche Wanderung bringt uns die erste Hippo-Sichtung auf dem Trail. Ebenso begegnen wir einigen stattlichen Krokodil-Exemplaren sowie den üblichen Verdächtigen. Das Wetter lässt auch heute zu wünschen übrig (fototechnisch).


Gut getarnt im gelben Gras - weibliche Schwarzbauchtrappe / female Black-bellied Bustard

Kurz vor der Rückkehr zu unserem Fahrzeug kommt dann nochmals etwas Hektik ins sonst ruhige Geschehen. Aber der Reihe nach… So beobachten wir zuerst gelassen dieses süsse Giraffenkalb, welches sich unter eine Zebraherde gemischt hat.



Kurze Zeit später bemerken wir (bzw. unsere immer aufmerksamen Guides), dass sich unsere Route zurück zum Auto mehr oder weniger mit der Marschrichtung einer grossen Elefantenherde inklusive Jungtieren kreuzen wird. Die Elefanten sind noch relativ weit weg, haben uns jedoch definitiv bereits bemerkt. Sie drehen sich in unsere Richtung und geben uns unmissverständlich zu verstehen, wer hier Vortritt hat. So müssen wir die letzten Meter zum Landcruiser zu einem kurzen Sprint ansetzen. Sobald wir alle im Auto sitzen interessieren sich die Elefanten nicht mehr für uns und setzen ihren Weg in aller Ruhe fort.

Für den Sundowner fahren wir heute zu "Tedd's Koppie". Ein wunderbarer Ort mit Blick über grosse Teile des Krüger Nationalparks sowie Mozambique. Auf dem Weg dorthin erspähen wir in der Astgabel eines Baumes einen relativ frischen Impala-Kill. Nur vom zugehörigen Leoparden ist nichts zu sehen. Auf dem Rückweg wollen wir nochmals dort vorbei schauen…


Fantastische Aussicht (v.a. bei besserem Wetter) von der "Tedd's Koppie"

Auf der Koppie geniessen wir unseren Sundowner (heute leider komplett ohne Sonne) und die Aussicht in die weite Ebene. Rhulani erspäht in der Ferne sogar drei Breitmaulnashörner und braucht unseren Feldstecher nur dazu sicherzustellen, dass es wirklich auch Nashörner sind. Wir hingegen haben sogar Mühe die Nashörner mit dem Feldstecher im weiten Veld zu erkennen. Erst als es beginnt einzudunkeln machen wir uns langsam aber sicher auf den Nachhauseweg. Der Kill liegt weiterhin einsam auf dem Leopardenbaum, vom Verursacher ist leider nichts zu sehen. So warten wir weiterhin auf unsere erste Krüger-Leoparden-Sichtung.

Etwas wehmütig über den verpassen Leoparden sowie den letzten gemeinsamen Abend treffen wir zurück im Camp ein. Die Stimmung hellt schnell wieder auf, werden wir im Camp doch von leckerem Fleisch und Würsten vom Braai überrascht. Sogar ein spezieller "trockener" Pap, dessen genauen Namen ich vergessen habe sowie Chakalaka-Sauce hat unsere liebe Köchin auf Wunsch von Dion, dem Südafrikaner zubereitet. Wir verbringen nochmals einen wunderbaren Abend bei gutem Wein, leckerem Essen und tiefgehenden Gesprächen über die politische sowie auch gesellschaftliche Situation in Südafrika. Später sitzen wir noch lange am Feuer und lauschen den Geräuschen der Nacht.


Nachts besucht eine Tüpfelhyäne unsere Wildkamera
Teil 1622. Aug. 2018
Samstag, 16. Dezember 2017 – Eine neue Liebe
Krüger Nationalpark, Sweni Wilderness Camp – Olifants Rest Camp

Was für ein Luxus! Heute Morgen dürfen wir eine Stunde länger schlafen als üblich auf dem Trail. Dies aus dem Grund, dass am Abreisetag kein Walk mehr auf dem Programm steht. Etwas wehmütig packen wir unsere Rucksäcke, setzen uns nochmals ans Wasserloch und geniessen ein weiteres leckeres Frühstück. Da dies der letzte Trail des Jahres ist helfen wir unseren Guides, das Camp gründlich aufzuräumen und dicht zu machen.


Auf der Fahrt nach Satara begegnen wir diesen grimmigen Büffeln

Kurz nach sieben Uhr nehmen wir Abschied und fahren zurück in die Zivilisation. Gut eine Stunde später treffen wir wieder im quirligen Satara ein, verabschieden uns von unseren tollen Guides, welche sich auf ihre wohlverdienten Weihnachtsferien freuen und von den netten Mitwanderern. Es werden E-Mail-Adressen ausgetauscht, Schweizer Schokolade wechselt der Besitzer und natürlich gibt’s ein Abschiedsfoto der Truppe.


Toll wars...

Im gut sortierten Shop kaufen wir frisches Fleisch und etwas Gemüse ein und machen uns nun wieder mit dem eigenen Fahrzeug auf in Richtung unserer nächsten Station, dem Olifants Rest Camp.

Die Route führt uns kurz auf der H1-4 südlich und biegt dann auf die H7 in Richtung Orpen ab. Nach einigen Kilometern geht es dann auf der geschotterten S39 weiter, welche wunderschön dem Trockenflussbett des Timbavati River entlangführt. Das Wetter wird von Stunde zu Stunde besser. Wie sehr haben wir diesen strahlendblauen Himmel während der letzten Tage vermisst!

Nun möchte ich vor allem die Bilder sprechen lassen:






Hippos am Nsemani Dam - Dani's Lieblingstiere


Steenbok-Päärchen auf der H7


Vogelstrauss

Endlich gelingt uns auch ein Bild (wenn noch aus der Ferne) von einem Europäischen Bienenfresser.



Wir geniessen es, uns in gemächlichem Tempo treiben zu lassen und sind begeistert von der Tiervielfalt der Timbavati-Region. Elefanten, Büffel, Zebras, Strausse, Meerkatzen, Wasserböcke kreuzen unseren Weg, um nur einige aufzuzählen. Es ist heiss und wir sind froh um unsere in Satara gekauften Kaltgetränke. Wer sich Sonne wünscht muss nun mal mit der Hitze leben können 😈 .

Längere Zeit stehen wir neben einer kleinen Büffelherde und schauen den Rotschnabel-Madenhackern fasziniert bei ihrer eifrigen Suche nach Zecken und anderem Ungetier zu. Die Büffel lassen die Vögel entspannt gewähren, auch sie scheinen unter der Hitze zu 'leiden'.








'Gaffer'-Wasserböcke im Flussbett

Eine Familie grüner Meerkatzen turnt durchs Geäst. Neugierig beobachten wir uns gegenseitig. 'In freier Wildbahn' und nicht auf Diebeszug in Camps und auf Picknickplätzen sind diese kleinen Racker ja wirklich süss.




Grüne Meerkatzen

Am schönen Timbavati Picknickplatz legen wir eine kurze Pause ein. Schon bald zieht es uns jedoch weiter nach Norden. An einem nicht allzu grossen Wasserloch suhlt sich diese Hippomamma mit ihrem Baby. Es scheint 'Kinder-Zeit' im Krüger zu sein, denn gleich darauf treffen wir auf eine Elefantenkuh, welche die Pad eilig mit ihrem Jungtier überquert.





Die S39 hat uns landschafts- wie auch tiertechnisch sehr gut gefallen. An ihrem nördlichen Ende überqueren wir die Asphaltstrasse H1-4 und sind froh gleich danach wieder der ruhigeren S89 folgen zu können. Später geht’s auf der S90 bis zum Balule Camp.


'Beringter' Hornrabe / Southern Ground Hornbill



'Streifentiere' haben wir zwischen durch auch mal angetroffen.




Gabelracke / Lilca-breasted Roller

Nichtsahnend fahren wir so dahin und begegnen unserer neuen Liebe! 😊 😘 Dem Olifants River! Genauer gesagt dem Reitz's Pontoon (gemäss unserer Karte) über den Olifants River. Wir sind hin und weg! Hammermässig blau das Wasser, nette kleine grüne Inselchen zwischendurch und ganz, ganz viel Leben dazwischen! Nach diversen Reisen ins 'trockene' südliche Afrika sind wir platt ab so viel (fliessendem) Wasser. Einfach grandios. Lange stehen wir auf der Brücke und geniessen…






Graureiher / Grey Heron

Als wir gegen 17 Uhr im Camp eintreffen ist an der Rezeption so viel los, dass wir uns entscheiden, vor dem Check-in nochmals eine kleine Rundfahrt zum Olifants River Lookout und dem Von Weilligh's Baobab zu starten.


Olifants Lookout - auch hier gefällt es uns ausserordentlich gut...

Tiertechnisch ist heute Abend mehrheitlich Flaute angesagt. Auf der Rückfahrt zum Camp begegnen wir dieser Giraffe, welche gemächlich vor uns her schreitet.



Pünktlich zum Sonnenuntergang treffen wir im Camp ein, checken ein und beziehen unsere Hütte Nr. 20. Trotz gebuchter 'Perimeter View' haben wir einen 'halben' Flussblick – check! Wir geniessen den Sonnenuntergang über dem Fluss und braten uns später leckere Kudusteaks mit Gemsquash und Pasta. Einziger Nachteil dieser sonst tollen Hütte ist das massive Insektenaufkommen, welches einem das Kochen und Essen draussen doch etwas vermiest. Jede Gabel muss kontrolliert werden, bevor das Essen im Mund verschwindet 🤢 .




Sonnenuntergang über dem Olifants River

Nach einer kalten Dusche (draussen hat es um 20 Uhr immer noch 35°C) legen wir uns schon bald schlafen. Die Krabbeltiere haben es trotz Moskitogittern und Insektennetzen auch mit in die Hütte geschafft 😠 .
Teil 1727. Aug. 2018
Sonntag, 17. Dezember 2017 – Killer-Toko
Krüger Nationalpark, Olifants - Shimuwini Bushveld Camp

Trotz Insektenparty in der Hütte verbringen wir eine erholsame Nacht, bis der Wecker uns um vier Uhr morgens aus dem Schlaf holt. Glücklicherweise hat es nachts doch noch runter gekühlt und die Temperaturanzeige im Auto zeigt "nur" noch laue 22°C. In Windeseile packen wir unsere sieben Sachen und verlassen das Olifants Camp bei Gateöffnungszeit in Richtung Low Level Bridge bei Balule. Gestern Nachmittag hat es uns hier so sehr gefallen, dass wir heute Morgen gleich nochmals hinwollen.

Ein Giant Kingfisher (bisher sind wir denen nur in Gambia und Senegal begegnet) wartet auf einem Brückenpoller auf Beute. Die sind wirklich 'giant' 🤩


Riesenfischer / Giant Kingfisher

Allmählich zeigt sich auch die Sonne am Horizont begleitet von einem bombastischen Sonnenaufgang. Afrika ist einfach der Wahnsinn!




Kleine Streifenschwalbe / Lesser Striped Swallow

Nach einer gemütlichen Stunde am Wasser zieht es uns weiter auf der S89 entlang bis zur H1-5. Neben einem neugierigen Giraffenkalb begegnen wir diversen farbenfrohen Vögeln, die sich genüsslich sonnen.




Gabelracke / Lilac-breasted Roller


Neuntöter / Red-backed Shrike


Blauracke / European Roller


Blauracke bei der Gefiederpflege

Eine Warzenschweinmutter mit zwei süssen Jungtieren steht neben der Pad und ein Zebra posiert im schönen Morgenlicht.





Plötzlich rennt ein getüpfeltes Etwas in hohem Tempo seitlich an unserem Fahrzeug vorbei. Nur mit Mühe können wir der Tüpfelhyäne mit 30km/h folgen. Mit dieser Geschwindigkeit hätten wir dann doch nicht gerechnet. 🤩 Nach einer Weile macht sich die Hyäne aus dem Staub. Gerade als wir weiter fahren wollen quert eine zweite, hochschwanger wirkende Tüpfelhyäne die Strasse. Langsam rollen wir weiter und begegnen auch noch einer dritten, vierten und fünften Hyäne. Was für eine tolle Überraschung!



Auf der High Water Bridge über den Olifants River dürfen wir unsere Füsse vertreten und geniessen die atemberaubende Aussicht über den Fluss. Eine kleine Elefantenherde genehmigt sich ein erfrischendes Bad, während weit weg ein African Fish Eagle auf Beute wartet…


Blick über den Olifants River

Über die S91 kehren wir zurück zu 'unserem' Reitz's Pontoon, wo wir nochmals während zwei gemütlichen Stunden allerlei Wasservögel, Krokodile und Flusspferde beobachten können.


Hammerkopf / Hamerkop


Graufischer mit Beute / Pied Kingfisher


Nilgänse mit Kinderschar / Egyptian Geese


Nilkrokodil


Graufischer / Pied Kingfisher




Reitz's Pontoon

Mittlerweile sind wir seit über vier Stunden unterwegs, die Uhr zeigt aber erst 9 Uhr morgens. Zurück im Camp geniessen wir nochmals den tollen Blick über die Flusslandschaft, tanken das Auto voll und decken uns im Shop mit einem kleinen Snack ein.


Blick über den Olifants River

Bei strahlend blauem Himmel und bereits 38°C fahren wir am späteren Morgen über die H8 und H1-5 nach Letaba und von dort weiter ans Phalaborwa Gate. Heute steht nochmals ein grösserer Einkauf auf dem Programm. Wir sind bezüglich frischen Lebensmitteln und Fleisch nach dem Wilderness Trail ausgeschossen und entschliessen uns dafür, in der Stadt Phalaborwa, welche gleich an der Parkgrenze liegt, unsere Vorräte aufzustocken. Auf der Fahrt dahin begegnen wir einigen badenden Elefantenherden, drei Hornraben sowie vielen Giraffen und Impalas mit Jungtieren. Die Hitze macht uns schlapp und wir sind froh, gegen Mittag inklusive Re-Entry-Stamp im Superspar von Phalaborwa einzutreffen.



Der Einkauf ist rasch erledigt und unser Bargeldvorrat ist auch wieder aufgestockt. Das Bargeld beziehen mit unseren Schweizer Kredit- und Debitkarten hat im Park selber leider aus uns unbekannten Gründen nicht funktioniert. Nach dem kurzen Stadtstopp zieht es uns bald wieder zurück in den Park. Ein Besuch beim berühmten Sable Hide steht an und wir sind gespannt, was uns dort erwarten wird…
Teil 1829. Aug. 2018
Weiter geht’s – das Highlight des Tages steht noch aus!

Retour im Park geht es schnurstracks zum Sable Hide. Wir gönnen uns ein kleines Mittagessen (leckere Meat Pies vom Spar) und schauen den Elefanten beim Baden zu. Wie recht haben sie bei dieser Mittagshitze! Ein Löffler pflügt sich eifrig durch die braune Brühe.


Afrikanischer Löffler / African Spoonbill



Im Laufe des Nachmittags wird es immer ruhiger am Wasser und wir halten auf den harten Bänken eine kleine Siesta. Erst gegen vier Uhr machen wir uns auf den Weg in Richtung Shimuwini Bushveld Camp, unserem heutigen Übernachtungsort.

Das Highlight des Tages ist dieser Gelbschnabeltoko mit grosser Beute. Eigentlich schon krass, was diese Vögel mit ihrer Beute so anstellen. 😣


Gelbschnabeltoko mit einer Spitzmaus? / Southern Yellow-billed Hornbill



Danach folgen wir relativ zügig der H14 und stoppen vor allem an den verschiedenen Ausfahrten am Wasser und den Aussichtspunkten. Wiederum begleiten verschiedene Elefantenherden und Büffel unseren Weg. Ein Buschbockweibchen, welches sich unter eine Impalaherde gemischt hat springt uns ebenfalls ins Auge. Wie auch diese beiden Raubvögel hoch in einem Baum:


Zwei Habichtsadler / African Hawk Eagle

Auf dem Ngobeni Loop haben wir diesen tollen Ausblick übers Wasser. Ein Hammerkopf wartet geduldig auf Beute. Ansonsten ist es heute ruhig hier...




Hammerkopf / Hamerkop

Auf der S141 geht es dann entlang des Letabaflusses bis nach Shimuwini, wo wir wie gewohnt kurz vor Torschluss eintreffen. Die Anmeldung an der Reception geht zügig von statten.


Blick auf den Letaba River


Ein Trupp Nimmersatt beim abendlichen Yoga / Yellow-billed Stork

Uns wird das Cottage Nr. 9 zugewiesen, Schlüssel gibt es hier im Camp keine. Das ist ja mal sympathisch! Wir sind überrascht ab der grosszügigen Einrichtung der Unterkunft und fühlen uns gleich sauwohl. 🙂 Das Cottage ist zweistöckig, verfügt über ein Zimmer mit Doppelbett sowie den oberen Stock mit zwei Einzelbetten, einen riesigen Kühlschrank mit grossem Gefrierfach, einen gemütlichen Wohnbereich und eine offene Küche. Zudem liegen die Häuser in einer Reihe mit Blick auf den Fluss. Von der Veranda aus hört man die Hippos schnauben und kann den Krokodilen im Wasser zuschauen. Für uns ein absoluter Geheimtipp!

Der Abend gestaltet sich wie gehabt, denn Bewährtes soll Weile haben… Wir braaien, schreiben danach Tagebuch bzw. sortieren die angesammelten Fotos aus und geniessen als Bettmümpferl ein kühles Savanna. Dabei begleitet uns wieder einmal das unverkennbare eindringliche Brüllen eines Löwen. Obwohl er (oder sie) sich scheinbar in der Nähe befindet entdecken wir den guten Gesellen mit unseren Lampen leider nicht…

Vielleicht haben wir morgen auf dem bereits gebuchten Morning Drive ja Glück?! 🤪
Teil 1916. Sept. 2018
Montag, 18. Dezember 2017 – Morning Drive im Vogelparadies
Krüger Nationalpark, Shimuwini Bushveld Camp

In aller Herrgottsfrühe – sprich um 03.30 Uhr – befördert uns der Wecker vom Tiefschlaf in die Realität. Bereits in einer halben Stunde soll unser vorgebuchte Morning Drive losgehen. Schon bald sind wir bereit und stolpern noch schlaftrunken und im Stockdunkeln zur Rezeption. Diese liegt verlassen vor uns, von unserem Guide oder anderen Mitfahrenden ist nichts zu sehen und hören. Wir setzen uns auf eine Stufe und lauschen dem Ruf der Perlkäuze. Hin und wieder kommt das Bedürfnis auf, die Umgebung abzuleuchten, man weiss ja nie, welche Tiere sich lautlos in der Finsternis rumtreiben.

So langsam machen wir uns Sorgen, ob unsere Anmeldung für den Drive womöglich vergessen ging. Kurz nach vier Uhr kommt unser Guide Paul ziemlich gestresst um die Ecke. Er entschuldigt sich mehrmals für die Verspätung und erzählt uns, dass der Schlüssel für den Raum mit den grossen Scheinwerfern nicht auffindbar war. Wenige Minuten später ist das Problem jedoch gelöst und wir machen uns sogleich auf den Weg. Heute Morgen sind wir die einzigen Gäste und geniessen einen 'privaten' Drive.

Paul stellt sich bereits in den ersten Minuten als ausgezeichneter Fährtenleser und äusserst engagierter Guide heraus. Bereits kurz nach dem Camp sichtet er scheinbar frische Leopardenspuren auf der Pad. Trotz gründlicher Suche in alle Richtungen können wir den Verursacher nicht ausfindig machen. Während wir uns dann so über das gestrige nächtliche Brüllen der Löwen unterhalten meint Paul, dass genau hier, wo wir stehen frische Löwenspuren zu sehen wären. Kurz darauf erspähen wir zwei stattliche Löwenmännchen:


Wir folgen den Löwen längere Zeit, langsam aber sicher wird auch das Licht besser...


Wasser mögen sie scheinbar nicht besonders...



Gemäss Paul haben die zwei Brüder das Revier vor etwa zwei Jahren von einem älteren Löwenmännchen übernommen. Das restliche Rudel soll aktuell weitere zehn Mitglieder zählen. Es zeigt sich heute jedoch nur die Vorhut… Wir beobachten die zwei Löwen bei ihrer Morgenroutine, während die Sonne über dem Letaba Fluss aufgeht. Besser geht nicht!


Sonnenaufgang über dem Letaba

Nach einiger Zeit entschliessen sich die zwei, den Fluss zu überqueren und verschwinden nach kurzer Zeit im dichten Busch am gegenüberliegenden Ufer. Wir tun es ihnen gleich, jedoch dürfen wir dazu die Brücke benützen, welche von einem 'No entry' Schild gekennzeichnet wird. Die ersten Wasservögel sind auch schon wach, ebenso die allgegenwärtigen Krokodile und Hippos.


No entry road


"Brücke" über den Letaba


Prächtiges Farbenspiel über dem Fluss

Die letzten Spring Hares und Scrub Hares sowie eine nicht identifizierbare Eule machen sich aus dem Staub. Nun setzen wir unsere Fahrt bei stetig hellerem Tageslicht auf der anderen Flussseite fort. Gemäss Paul sei das Gebiet gut für Wilddog-Sichtungen. Heute haben wir jedoch kein Glück – wobei wir das überhaupt nicht als Unglück empfinden, hatten wir mit den Löwen und den vielen Vögeln bereits einige grossartige Sichtungen! Ausserdem können wir die zwei Löwen erneut im dichten Busch erspähen. Fotos gibt es leider keine davon, dafür sind sie zu zügig und zielstrebig unterwegs.


Weiblicher Amur-Rotfussfalke, wenn ich mich recht erinnere / Female Amur Falcon

An einem nicht weiter definierten Damm dürfen wir aussteigen und unsere Füsse auflockern.





Hier erfahren wir zum ersten Mal von der neuen SanParks-Strategie, welche vorsieht, die von Menschenhand erbauten Dämme im Krüger mehrzeitlich zu demolieren. Ziel ist es, die Eingriffe des Menschen ins Ökosystem des Nationalparks so gering wie möglich zu halten. Paul erzählt uns, dass in den nächsten Monaten bis Jahre auch einige sehr beliebte und bekannte Staudämme nach und nach beseitigt werden sollen. Interessant. Wir nehmen uns vor, bei Gelegenheit mehr darüber nachzulesen. Entfernt beobachten wir eine Gruppe African Openbills sowie mehrere Reiher im Wasser.

Buschböcke und die schönen Nyalas sowie mehrere Impala- und Zebraherden begleiten uns auf der Rückfahrt zum Camp. Auf der "Brücke" über den Letaba River ergötzen wir uns erneut an der fabelhaften Vogelwelt.


Zwergspint oder Zwergbienenfresser / Little Bee-eater


Ein Paar Weissstirnspinte oder Weissstirn-Bienenfresser / White-fronted Bee-eater


Graufischer / Pied Kingfisher


Blaustirn-Blatthühnchen / African Jacana


Sattelstorch im Flug / Saddle-billed Stork


Sattelstorch im Flug / Saddle-billed Stork


Mohrenralle / Black Crake

Auf dem Rückweg begegnen wir noch diesem Brown Snake Eagle hoch im Baum. Ein krönender Abschluss einer tollen Tour!


Brauner Schlangenadler / Brown Snake Eagle

Gegen halb acht Uhr schaukeln wir glücklich erfüllt wieder vor die Camp Rezeption, doch Paul gibt nochmals alles und bringt uns gleich bis vor unsere Haustüre. Unsere Erwartungen an den Morning Drive wurden mehr als übertroffen! Und mit Paul als Guide haben wir das grosse Los gezogen. Man spürt seine Liebe für den Busch in seinen Erzählungen und er wartet mit immensem Wissen zu Flora und Fauna auf.

Gleich gehts weiter, der restliche Tag ist relativ schnell erzählt...
Teil 2016. Sept. 2018
Gemütlich frühstücken wir auf unserer schönen Veranda und machen uns dann nochmals solo zu einer kleinen Runde bis zur Hauptstrasse und wieder zurück auf. Nennenswerte Sichtungen waren ein Klippspringerpärchen posierend auf einem grossen Felsbrocken, eine Gruppe Spoonbills am Fluss sowie ein African Fish Eagle.


Nilgänse, Löffler, Nimmersatt sowie Seidenreiher bei der Nahrungssuche im nährstoffreichen Letaba


Schreiseeadler - endlich mal in akzeptabler Entfernung / African Fish Eagle


Klippspringer, der seinem Namen gerecht wird...


Grautoko / Hornbill

Zurück im Camp verspüren wir heute keinen Drang mehr zu einen weiteren Game Drive.


Shimuwini - Chalet Nr. 9


Ausblick auf den Letaba

In der Hitze des Tages gönnen wir uns nochmals drei Stunden dringend benötigter Schlaf, waschen einige Kleidungsstücke und verbringen den Nachmittag lesend und fotografierend im Camp. Von den Bänken auf dem Rasen aus lassen sich wunderbar Flusspferde und Wasserböcke beobachten und der Hide wartet mit einer reichen Vogelwelt auf.


Shimuwini Birdhide


Graufischer & Weissstirnspint


Hier können wir stundenlang verweilen


Black Crake

Als dann nach einem wunderbaren Sonnenuntergang noch die beiden Löwenmännchen vom Morgen aus dem Dickicht auf der gegenüberliegenden Flussseite auftauchen ist es um uns geschehen - Shimuwini ist für uns das Paradies schlechthin!


Besser als auf manch einer Private Game Lodge!

Im Schwindenden Licht geniessen wir ihren Anblick und bereiten unseren Campnachbarn eine grosse Freude, als wir sie auf die Löwen hinweisen. Nach leckerem Fried Rice und Sirloin Steaks geht’s schon bald in die Welt der Träume - was für ein Tag!

Und morgen geht es nicht minder spektakulär weiter... 🤩

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