Reisebericht

Als Volunteer im EHRA Wüstenelefanten Projekt

von Markandi · begonnen 06. Juni 2018 · 23 Teile

Über diesen Reisebericht

Mit über 50 trete ich im Februar/März 2018 allein ein Abenteuer an, vor dem ich bei aller Vorfreude Respekt habe: rund zwei Wochen als Volunteer im EHRA-Projekt im Damaraland, das mit Mauern rund um Wasserstellen dafür sorgt, dass Wüstenelefanten und die Menschen in der Region nebeneinander leben können. Nach der Anreise über Swakopmund geht es ins EHRA Base Camp am Ugab, wo ich auf einer Plattform im Baum übernachte, mit dünner Bedroll-Matratze und Plumpsklo.

In der Build Week ziehen wir mit Trailer und Trucks zu Baustellen bei Omatjete, graben Fundamente aus, holen Sand, Steine und Feuerholz und mauern Stein für Stein eine Mauer um eine Wasserpumpe. "Geduscht" wird dort nur mit Feuchttüchern, gekocht am offenen Feuer, dazu gibt es täglich Porridge. Zurück im Camp gibt es wieder kalte Duschen. In der Patrol Week fahren wir mit dem Projektteam kreuz und quer durchs Gebiet zwischen Brandberg und Aba Huab, um Elefantenherden zu tracken. Wir campieren unter freiem Himmel, kochen wieder am offenen Feuer und erleben ungewöhnlich kalte Nächte. Mehrfach zieht eine Herde am Abend direkt an unserem Nachtlager oder an der Camp-Tränke vorbei, einmal steckt ein Elefant sogar den Rüssel in ein offenes Fahrzeugdach.

Mein Fazit: Der reine Bauanteil bleibt mit rund drei Tagen begrenzt, die Patrol Week gleicht eher einem mehrtägigen Game Drive in einer Region, die außer den Elefanten nicht sehr tierreich ist. Trotzdem sind die Landschaft, das Base Camp, die Gemeinschaft und das freundliche Team die Erfahrung wert und auch persönlich bereichernd.

Reisezeitraum
16. Februar – 5. März 2018 (EHRA-Programm 19. Februar – 2. März 2018)
Länder
Namibia
Gruppe
Alleinreisende (52 J.), EHRA-Volunteergruppe von rund zehn internationalen Teilnehmenden (18 - 52 Jahre)
Reiseart
Freiwilligeneinsatz beim EHRA Volunteer-Programm, geführt durch das Projektteam
Fahrzeug
EHRA-Trucks, gefahren vom Projektteam
Veranstalter
EHRA (Elephant Human Relations Aid), Projektleiter Chris, Assistant Manager Markus, Head Tracker Big Mattias
Unterkunftsart
EHRA Base Camp (Schlafplattform im Baum, Bedroll), während Build Week und Patrol Week Feldlager unter freiem Himmel bzw. im Zelt
Route
Windhoek – Swakopmund – EHRA Base Camp am Ugab – Baustellen bei Omatjete – Uis – Sorris Sorris – zurück Swakopmund – Windhoek
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht
Flug/Anreise
Bahn nach Frankfurt, Flug nach Windhoek, Welwitschia Shuttle nach Swakopmund
Besonderheit
Zweiwöchiges EHRA Volunteer-Programm mit Build Week (Mauerbau um Wasserstellen) und anschliessender Patrol Week (Elefanten-Tracking)
Gebiete
Damaraland · Brandberg · Ugabtal
Orte
Swakopmund · Uis · Omatjete · Sorris Sorris · Windhoek
Unterkünfte
EHRA Base Camp · Desert Sky Backpacker (Swakopmund) · Berghaus B&B (Windhoek)
Reiseart
EHRA Volunteer-Programm · Freiwilligenarbeit · Mobile Camping
Bedingungen
Kalte Nächte · Plumpsklo · Küchendienst · Elefanten-Tracking · Mauerbau
Natur
Wüstenelefanten · Elefanten am Wasserloch · Skorpione
Teil 106. Juni 2018
Liebe Fomis,
nach mehr als 20 Jahren Reisen im südlichen Afrika und 7 Jahren weitgehend passiver Mitgliedschaft im Forum, möchte ich heute meinen ersten Reisebericht starten. Dieser Bericht über meine Zeit als Volunteer bei EHRA ist fast eine 1:1 Abschrift meines ausführlichen Reisetagebuchs und enthält daher die teilweise sehr persönlichen Eindrücke, Gedanken und Gefühlsregungen (!) während der Tour. Ein paar gedanklich ausgesprochene Schimpfworte habe ich entschärft 😉, aber allzu oft musste ich unterwegs zum Glück nicht fluchen 🙂. Ich habe es weitgehend vermieden, Namen von Mitreisenden zu nennen, bzw. einigen Personen, die häufiger erwähnt werden, andere Namen gegeben.

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Ein paar Fakten (Ablauf, Budget, Pros, Cons, persönliches Fazit) zum Volunteer Programm habe ich kürzlich im Thread „Erfahrungen mit EHRA Wüstenelefanten Projekt“ (#486711) den ich im August 2017 geöffnet habe, zusammengestellt und mir damit quasi auch gleich meine Fragen vom letzten Jahr selbst beantwortet 😉

Aber nach (mittel)langer Vorrede geht es nun endlich los. Am Anfang wird’s etwas textlastig, aber durchhalten…Fotos kommen auch noch; sofern ich das mit dem Hochladen und Einfügen hinkriege 😉!

Abreise nach Windhoek - Freitag, 16. Februar 2018
(Schon) wieder unterwegs zu einem neuen Abenteuer… Dabei bin ich mit meinen Gedanken doch noch sehr oft bei den Erlebnissen und bei lieben Menschen aus der Zeit, die ich im November 2017 als Volunteer im Birungi Kindergarten Projekt in Uganda verbracht habe.

Aber nun sitze ich in der Bahn nach Frankfurt und proste mir selbst mit dem rosa Secco zu, der mir mit auf die Reise gegeben wurde.
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Nach einer gewissen Anspannung der letzten Tage fühle ich mich plötzlich ziemlich leicht und muss lächeln. Vielleicht bin ich auch ein wenig stolz auf mich bin, dass ich mit über 50 Jahren nun alleine dieses Abenteuer antrete, vor dem ich bei aller Vorfreude durchaus Respekt habe. Ich fühle mich jedenfalls sehr lebendig! Abenteuer ich komme!!!

Mit dem Shuttle von der Hauptstadt an die Küste - Samstag, 17. Februar 2018
Here I am! Gelandet in Windhoek! Und es fühlt sich gut an! Obwohl ich beim Landeanflug wie immer ein paar Tränchen in den Augen hatte und dieses Mal nicht die Hand meines Mannes ergreifen konnte. Für das EHRA Programm hätte ich ihn niemals begeistern können. Aber er wird ja bald für unsere gemeinsame Reise nachkommen 😘

Im Flieger habe viel geschlafen und die Einreiseprozedur und die Gepäckabwicklung verliefen auch ganz ok. Die Abholung am Flughafen, die EHRA für mich organisiert hat, erfolgt durch eine sehr nette ältere Shuttle Lady. Da keine anderen Gäste da sind, lässt sie mich alles Nötige besorgen: Geld aus dem ATM, MTC PrePaid Starter Kit, Where to Stay Broschüre und Gin im Bottle Store (rechtzeitig bevor ab 13:00 bis Montagmorgen kein Alkohol mehr verkauft werden darf!).

Um 9:30 Uhr, sitze ich mit einem ersten Cappuccino im Roof of Africa Hotel, wo ich auf den Welwitshia Shuttle warten kann, der immer mittags von Windhoek Richtung Swakopmund fährt. Der Garten mit Pool im Innenhof ist sehr nett; mit vielen Liegen und Sitzgelegenheiten. Mein Herz jubelt über die Sonne und die noch angenehmen Temperaturen. Bye, bye deutscher Winter – Du kannst mich mal!

Die Wartezeit bis 13:00 Uhr vergeht schnell mit lesen, dösen und einem leckeren Curry Chicken Salad. Alles bestens!!! Die Fahrt mit dem Welwitschia Shuttle nach Swakopmund ist dann aber doch ziemlich anstrengend. Es werden noch etliche Leute eingesammelt und der kleine Transporter ist fast komplett voll und recht eng. Die beiden Pausen in Okahandja und Usakos sind sehr willkommen, um die Beine zu strecken und die Füße zu vertreten. Allerdings trifft mich die Hitze beim Aussteigen auch wie eine Keule - insbesondere in Usakos, wo mich der Security Mann im klimatisierten Tankstellenshop grinsend mit den Worten „Welcome to the coolest place in town“ begrüßt.

Gegen 18:00 Uhr treffe ich beim Desert Sky Backpacker ein und denke: “Genial! Super Swakopmunder Sonnen Wetter! Da schaffe ich es direkt noch zum Sundowner in der Tiger Reef Bar!!“

Leider teilt mir die Dame an der Rezeption aber mit, es gäbe da „a little problem“. Ihre Chefin Betsy habe einen Fehler gemacht und das Zimmer doppelt vergeben. Oh, „a little problem“? Für mich ist das eher eine mittlere Katastrophe! Ich bin ja inzwischen fast 30 Stunden unterwegs!!! Ich insistiere also ziemlich streng und die sichtlich überforderte Angestellte versucht ihre Chefin zu erreichen! Ich werde immer genervter!!!

Es gibt ein langes Hin- und Her und mir werden diverse externe Übernachtungsalternativen angeboten, die mich alle nicht überzeugen. Ich habe mich für den Desert Sky Backpacker entschieden, weil es der Treffpunkt für die EHRA Teilnehmer ist und weil ich mich als Alleinreisende auf zwanglose Kontakte mit anderen Backpacker Gästen bzw. EHRA Teilnehmern gefreut habe! Und genau das finde ich hier! Schon während meiner Wartezeit im ansprechenden Backpacker Garten habe ich eine Gruppe deutscher „Jungs“ und ein paar Südafrikaner kennengelernt.

Schließlich kann ein Backpacker-Dauergast überredet werden, mir sein Zimmer für die nächsten 2 Nächte zu überlassen und in Betsys Haus zu ziehen. Der nette, junge Holländer räumt das Zimmer bis auf ein paar Sachen im Kleiderschrank und ich ziehe ein. Juhu! Finally! Das Zimmer ist klein, aber wirklich ansprechend. Und Betsy erlässt mir für den Ärger den Preis für eine Nacht. Also, alles wieder in Ordnung!!!

Die Sundowner Zeit ist leider schon längst vorbei, aber ich habe während der Wartezeit schon im Garten einen mitgebrachten Gin Tonic getrunken. Jetzt laufe ich mal schnell rüber zur Napolitana Pizzeria. Mit der Pizza im Garten angekommen treffe ich auf die drei deutschen „Jungs“ (in meinem Alter), die ich ja schon während meiner Wartezeit kennengelernt habe und es wird ein richtig netter Abend. Wir quatschen und trinken und es kommen noch zwei Schweizer dazu. Obwohl ich eigentlich total müde bin, bleibe ich bis ca. 23:00 Uhr in dieser unterhaltsamen Runde. So habe ich mir das vorgestellt. GENAU SO!!!

Dann gibt es noch ein Skype Schwätzchen mit meinem Mann und danach ab ins Bett. Das ist zwar ziemlich hart, aber ich schlafe gut!

Auftakt in Swakopmund - Sonntag, 18. Februar 2018
Gut ausgeruht gehe ich am Morgen in die Gemeinschaftsküche und mache mir einen Kaffee. Damit geselle ich mich zu den drei Jungs, denen ich Infos zum Doros Krater Trail versprochen habe. Als sie schließlich aufbrechen, starte ich meinen ersten Rundgang im vertrauten Swakopund. Die Chicken Salad Rolls bei Raith‘s sind nicht so gut, wie die Brötchen, die es immer im leider seit 2 Jahren geschlossenen Café Treff gab! Schade!!! Aber es ist herrlich, in der sonnigen Stadt herumzulaufen, auch wenn sonntags fast alles geschlossen ist.

Essensmäßig habe ich die Qual der Wahl und möchte irgendwie alles gleichzeitig! Blöd eigentlich; ich habe doch noch so viel Zeit in Swakopmund. Ich entscheide mich für Brewer & Butcher und hätte gerne einen Tisch mit Schatten und Blick auf den Strand. Da keiner frei ist, frage ich einen einzelnen Mann, der ganz ok aussieht und vielleicht etwas jünger ist als ich, ob ich mich zu ihm setzen darf. Er weist stumm, aber nicht unfreundlich auf den Stuhl und schaut sofort weiter auf das Meer! Nicht die leiseste Andeutung einer Kommunikation! „Ok“, denke ich, “der will wirklich seine Ruhe haben!“ Ich esse Cesars Salad, trinke einen Bier Flight (oder auch 2 🙂 ), schaue ebenfalls aufs Meer und verbiete mir jegliche Kontaktaufnahme.

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Ebenso verbiete ich mir, aus Unsicherheit ständig mit meinem Smartphone rumzuspielen, denn schließlich habe ich ja gesagt, dass ich dort sitzen möchte, um den View zu genießen. Da kann ich mich nicht lächerlich machen, indem ich die meiste Zeit aufs Display starre. Als ich zur Toilette muss, wage ich aber doch eine kurze Bemerkung. Ich sage, dass ich gleich zurück bin und ihm also keinesfalls meine Rechnung „überlasse“. Kurzer Blick und Schweigen!!! Als ich schließlich zahle und mich verabschiede, besteht die Antwort wieder aus einem stummen Nicken – nicht unfreundlich, aber doch irgendwie schräg. So ein stoisches gemeinsames Schweigen ist schon ungewöhnlich und wirklich nicht leicht auszuhalten. Alleine reisen ist doch immer wieder für neue Erfahrungen gut! 😉 Ich hoffe trotzdem, die nächsten Begegnungen werden deutlich kommunikativer!!!

Zurück im Desert Sky muss ich meine Taschen reorganisieren. Leider konnte ich zu Hause keine EHRA und Non-EHRA Tasche packen, denn ich wollte das Gewicht der beiden Reisetaschen für die Anreise möglichst ausgeglichen verteilen. Nun muss ich also den kompletten Inhalt von zwei großen Reisetaschen in einem relativ kleinen Zimmer verteilen und alles umpacken. Gar nicht so einfach! Die Tasche mit den Sachen, die ich nicht für EHRA brauche, kann ich im Backpacker zurücklassen; ebenso wie einige Papiere und Wertsachen, die Betsy im Safe einschließen wird.

Inzwischen sind auch schon EHRA Teilnehmer im Garten. Bei meinem vorherigen Stopp im Desert Sky habe ich schon zwei nette EHRA Interims. Die eine ist Amerikanerin und macht eine Ausbildung zum Safari Guide. Wie Gesa Neitzel, deren Buch „Frühstück mit Elefanten“ mich auf EHRA aufmerksam gemacht hat, absolviert sie einige Wochen bei EHRA. Die andere ist Namibierin und schreibt ihre Studienarbeit über Elefanten und ist deshalb ebenfalls vorübergehend bei EHRA engagiert.

Jetzt findet sich die ganze Gruppe im Garten zusammen: Ein Mann und sonst nur Mädels; teilweise sehr jung. Eine Frau ist vielleicht älter als ich (war sie dann doch nicht 😮 ), eine so Anfang 40. Eine insgesamt sympathische Gruppe! EHRA Assistent Manager Markus kommt dazu und brieft uns für den nächsten Tag. Alles ganz easy!

Ich komme schnell mit der Schweizerin Claudia ins Gespräch und wir gehen zusammen ins Lighthouse Bistro essen. Das Essen ist nicht 100% überzeugend, aber es war einen Versuch wert, denn man sitzt dort angenehm draußen und mit Claudia ist es sehr nett und lustig.

Zurück im Garten halte ich noch ein Schwätzchen mit Katharina, die schon 2 Wochen EHRA hinter sich hat und als „Betthupferl“ gibt es einen Skype Talk mit meinem Mann 😘 . Der Tag war gut!!!

Aufbruch zum EHRA Base Camp - Montag, 19. Februar 2018
Der Tag beginnt gemütlich, da wir erst um 11:30 Uhr aufbrechen. Mit Claudia streife ich durch Swakopmund und wir machen die noch notwendigen Besorgungen bei Cymot, Pick & Pay und in der Apotheke und genießen Frühstück im neuen Krishan Bistro.

Dann geht es (endlich!?) los! Wir treffen uns alle am Gate und laden unser Gepäck in den Trailer. Für einige Minuten erscheint Rachel vom EHRA Management. Sie macht einen freundlichen und quirligen Eindruck, ist aber - nachdem sie ein paar Fotos geschossen hat - schnell wieder verschwunden.

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Zum Camp fahren wir die übliche Strecke entlang der Küste nach Henties Bay, dann in Richtung Uis und von dort zum Brandberg. Kurz hinter der Ugab Brücke biegen wir nach links in eine tolle Wüsten- und Felsenlandschaft ab. Das Hinweisschild zum EHRA Base Camp löst ein gewisses Kribbeln im Magen aus. Bald sind wir also da...

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Drei junge Frauen aus Deutschland und eine Kanadierin machen bereits ihre zweite EHRA Phase und kennen sich bestens aus. Grace, die hier ihre Stelle als Interim antritt, hat aufgrund ihrer bereits mehrmonatigen Ausbildung als Safari Guide ein gutes Auge dafür, wie sie sich nützlich machen kann. Das einzige Paar in der Gruppe, zwei sehr junge Teilnehmerinnen aus Deutschland und Australien, Claudia und ich sind die Greenshorns, die noch nicht so recht wissen wohin mit sich. Zumindest die jungen Mädchen gehen direkt „On Duty“ (Küchendienst) und müssen nun helfen das Abendessen zuzubereiten. Wir anderen fühlen uns (wahrscheinlich) alle etwas nutzlos. Ach, einfach geduldig sein! Und, außerdem muss ja das wunderschöne Camp erstmal erkundet werden!
Teil 206. Juni 2018
Das EHRA Base Camp ist wirklich liebevoll angelegt. Das einzige Manko kann man schnell "erriechen". Die Toiletten sind nur Plumpsklos, aber sie sind zum Glück weit genug weg von der Campküche und den Schlafplätzen.

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Zum Schlafen bekommt jeder eine Bedroll ausgehändigt. Das ist eine dünne Matratze, die wir zunächst mühevoll in einen engen Bezug stopfen müssen. Na ja, so wissen wir zumindest, dass der Bezug frisch ist. Dann kommt die Matratze in eine Art lange Tasche aus Zeltplane, deren Oberseite sich mit Reiß- oder Klettverschlüssen öffnen lässt. Zum Transport wird alles schön zusammengerollt. So ist die Matratze staubsicher verpackt und kann auch als Sitzgelegenheit dienen.

Geschlafen wird im Base Camp auf verschiedenen Plattformen im Baum. Sehr, sehr schön, aber unsere Plattform schon ziemlich eng und hat eine sehr steile und schiefe Leiter.

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Grace, Claudia und ich schaffen es grade so, unsere Schlafmatten nebeneinander auf einer kleinen Plattform im Baum auszurollen.

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Das kann ja eine spannende Nacht werden! Aber das wird sich finden! Zunächst können wir den Ausblick vom Schlafplatz auf das wunderschöne, trockene Ugab Revier und die verheißungsvollen Elefantenspuren genießen.

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Unser Einzug ins Camp wird übrigens von einem Kamerateam gefilmt, das einen EHRA Promo-Video machen wird. Hätte ich das geahnt, hätte ich natürlich kein pinkfarbenes T-Shirt angezogen, mit dem ich so richtig heraussteche… Und sehr Safari-mäßig sieht das natürlich auch nicht aus! Na ja, vielleicht (hoffentlich) werden die heute gedrehten Szenen ja nicht im Video berücksichtigt.

Zum Abendessen gibt es leckere Spaghetti Bolognese (auch wenn die Pasta total klebt) und gemischten Salat. Die Stimmung ist nett, mit munteren Gesprächen und immer wieder Jokes von Markus und einem weiteren EHRA Angestellten „Little (oder Young) Mattias“. Eigentlich ist er auch nicht „Little“, aber es gibt da auch noch seinen Vater, den viel größeren Big (oder Old) Mattias.

Gegen 21:30 Uhr gehen wir alle ins Bett bzw. auf den Baum und ruckzuck ist Ruhe. Absolute Ruhe! Ich habe das Gefühl, ich bin die Einzige, die nicht sofort einschläft. Die Matratze ist doch sehr dünn! Aber was hatte ich erwartet!? Gegen 2:00 Uhr muss ich mal. Langer Entscheidungsprozess! Die Leiter ist steil und schief, es ist stockdunkel und ich will nicht alle wecken. Aber, was muss das muss…. Nutzt ja nix. Ich klettere möglichst leise und zum Glück unfallfrei von der Plattform und wieder zurück.

Gegen Morgen wird mir kühl. Blöder Lidl-Billigschlafsack! Alle meine Shirts und Decken sind unten in der Tasche, die ich beim besten Willen nicht die steile Leiter heraufschleppen konnte. Die Tasche wiederum ist sicher in einer Art Container verwahrt. Da komme ich nicht ran ohne das halbe Camp aufzuwecken. Mist! Als zusätzlichen Schutz ziehe ich die obere Plane des Bedroll Covers so weit wie möglich hoch und kann es so einigermaßen aushalten.
Teil 307. Juni 2018
Build Week Tag 1 - Dienstag, 20. Februar 2018
Der Tag beginnt mit einem Weckruf um 6:00 Uhr. Die beiden Teilnehmer, die aktuell „On Duty“ sind stehen auf und bereiten das Frühstück vor. Zu meinem Leidwesen wird es jeden Tag Porridge geben, den ich eigentlich nicht mag. Aber mit Zimt, Peanut Butter, Zucker etc. werde ich schon einen Weg finden, den Brei für mich passend aufzupimpen. Wer nicht „On Duty ist“, darf noch 30 Minuten dösen und wird dann, wie individuell „bestellt“, mit Tee oder Kaffee empfangen – leider nur mit Ricoffy; einem Muckefuck aus Kaffeebohnen, Zichorie und Glukose. Trotzdem ist der Morgenkaffee eine nette Idee!

Ich bin zwar nicht „On Duty“, springe aber trotzdem schnell auf. So richtig gut liegen kann ich ohnehin nicht mehr. Und ich möchte schnell zusammen packen und mich waschen, bevor der Run auf das einzige Waschbecken losgeht.
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Außerdem weiß ich ja auch, dass ich nicht die Schnellste bin und daher etwas Vorsprung brauche, um später nicht der Nachzügler zu sein. Das Frühstück ist – trotz Porridge – ganz nett.

Dann kommt der Schock! Zur Build Week nehmen wir nicht einfach unsere kompletten Reisetaschen mit, sondern ein Day Pack. Was für ein Day Pack???? Mein Tagesrucksack ist nicht sehr geräumig und eigentlich mit Dingen wie Kamera, Tempos, Ebook Reader, Power Bank etc. gut gefüllt. Wie soll ich da bitte noch die nötigsten Klamotten für die Build Week reinkriegen??? 😕 😠 🤨

Die zauberhafte Katharina, ein echtes Energiebündel und ein wahrer Sonnenschein, leiht mir einen idealen kleinen Tagesrucksack für etwas Wäsche, 2 Shirts, einen Sweater, eine lange Hose, meine Kulturtasche und eine große Packung Baby Wipes. Ich durchforste also hektisch meine Reisetasche – innerlich höchst unanständig fluchend – um herauszufinden, was ich für die nächsten Tage brauche. Viele Dinge, über die ich im Vorfeld so lange nachgedacht habe, bleiben im Camp, z.B. meine Medikamententasche und meine Zusatzdecke. Hoffentlich werden die kommenden Nächte nicht noch kühler, denn dann werde ich furchtbar frieren!!! Und überhaupt! Warum stand das nicht eindeutiger im (eigentlich ganz guten) EHRA Briefing und was ist das für eine ätzende Packerei!?! Ich hatte doch grade erst in Swakopmund alles umgepackt!

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Schließlich habe ich meinen Schlaftsack, mein "normales" Day Pack" und meine Klamotten parat.
Nach dieser kleinen Überraschung am frühen Morgen, bin aber noch wenig amused als wir aufbrechen. Leider führt uns die Reise nicht weiter in das wunderschöne westliche Damaraland, sondern in die östliche Einöde in der Nähe von Omatjete, wo wir die Mauer der letzten Gruppe fertig bauen werden. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass die Elefanten so weit östlich des Ugab herumziehen.

An einer kleinen Siedlung im Nirgendwo halten wir an und schlagen unser Camp auf. Es wird ein großes, offenes Zelt für den Schatten am Tag und als Schlafplatz für die Nacht aufgestellt. Das Klozelt wird installiert und der Küchentrailer bereit gemacht.

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Dann haben wir Siesta und dürfen uns unter dem Zeltdach auf unseren Bedrolls ausruhen.
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Wir bekommen schon bald Besuch von Ziege Jacob, in die sich Katharina & Co bereits in der letzten Build Week total verliebt haben. Jacob hat sich dann zwar als Weibchen herausgestellt, aber das tut der Begeisterung keinen Abbruch, da sie sehr anschmiegsam ist und im Gegensatz zu ihrer Herde unsere Nähe sucht. Sehr süß!
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Nach der Siesta besorgen wir das nötige Baumaterial für den nächsten Tag. Zunächst wird der mitgebrachte Zement in einer Hütte eingelagert. Dann geht es mit der Materialbeschaffung weiter:
• Sand Run = Sand aus dem Flussbett holen
• Rock Run = Steine holen
• Wood Run = Feuerholz holen

Der Rock Run gefällt mir! Es werden Steine in unterschiedlichen Größen gebraucht und so kann ich selbst entscheiden, was ich mir gewichtsmäßig - trotz einer Einschränkung der Beweglichkeit und Belastbarkeit meines linken Arms - zutrauen kann und bin die ganze Zeit in Bewegung und leiste meinen Beitrag. Ab und zu rutscht vielleicht mal ein Brocken dazwischen, der etwas zu schwer ist, aber alles in allem klappt es gut und macht Spaß!

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Die Steine für den nächsten Tag haben wir schnell zusammen und das Feuerholz geht super fix!

Nach dem leckeren Abendbrot aus Hähnchenstreifen mit Bohnen und Reis sind Claudia und ich „On Duty“. Wir müssen nun zunächst die Reste verpacken, denn „Left Overs“ gibt es immer zum Lunch. Dann müssen wir das ganze Geschirr spülen und zu meinem Leidwesen gibt es keine Trockentücher, sondern die Abtropf-Methode. Das ist natürlich weniger Arbeit, aber das Geschirr wird nicht wirklich trocken und wir verpacken es oft noch ziemlich nass, was ich etwas unappetitlich finde. Ist auch gar nicht so easy, wenn man nicht weiß, wohin alles gehört, aber das geht ja außer den „Old Rabbits“ allen so.

Es dauert ziemlich lange, bis alles fertig gespült und verpackt ist und dann ist auch schon fast Schlafenszeit. Ca. 20:30 Uhr legen sich alle hin und ein paar Minuten später gehen auch schon alle Taschenlampen und Ebook Reader aus. Ich hatte doch grade eben nach der Arbeit mal kurz gemütlich auf einem Stuhl gesessen!!! Nun muss ich im Dunklen mit meinen Sachen herumwursteln und fühle mich angespannt, weil ich das Gefühl habe, dass ich alle beim Einschlafen störe. Und das vor 21:00 Uhr!!! Was ist denn das bitte für eine bescheuerte Schlafenszeit!?! 😠 😕 😠 Insbesondere, wenn man bis morgens um 6:00 bzw. 6:30 Uhr schlafen kann??? Warum bitte soll man sich freiwillig mehr als 9 Stunden auf der dünnen Matratze auf dem steinigen Boden herumrollen??? Obwohl ich innerlich noch sehr fluche, fallen mir beim Lesen sofort die Augen zu.

Einschlafen kann ich also ganz gut, aber nachts werde ich sehr oft wach. Ich höre nie jemanden, der sich wälzt, hustet, schnauft etc. Keinen Laut! Ich denke, dass ich wohl die Einzige bin, die so gut wie gar nicht schläft. Na herzlichen Glückwunsch! Am nächsten Tag werde ich aber eines Besseren belehrt. Claudia erzählt, eine Person habe in der Nacht laut geschnarcht und zwar mit Didgeridoo Geräuschen! Außerdem gab es einen Zwischenfall mit Getrampel und jemand rief aufgeregt: “Elephants? Are the Elephants coming?“ Aber es waren nur Kühe. JEDER im Zelt saß aufrecht; nur ich habe so ganz und gar nichts mitbekommen. Soviel zum Thema „Ich schlafe hier so gut wie gar nicht“! 😄

Überhaupt macht es mir auch gar nichts aus, so dicht mit Fremden auf der Plane zu schlafen. Allerdings habe ich mir auch einen Platz am Rand gesucht, falls ich nachts mal raus muss. Es ist wirklich ein Glück, dass hier niemand unsympathisch oder gar unangenehm ist! Die Kanadierin kann vielleicht manchmal etwas bestimmend sein und zwei der jungen Frauen sind sehr ruhig und etwas reserviert, aber das ist ja alles nicht schlimm! Was mich stresst ist nur das Gefühl, dass ich die anderen stören könnte, z.B. durch „spätes“ Zubettgehen oder nächtliches Aufstehen. 😕
Teil 408. Juni 2018
Build Week Tag 2 - Mittwoch, 21. Februar 2018
Beim Weckruf um 6:00 Uhr müssen Claudia und ich sofort aufstehen, denn wir sind „On Duty“. Im Stockdunklen kramen wir die Sachen für das Frühstück zusammen. Der tägliche Porridge wird zum Glück von Little Mattias gekocht. Ich hätte auch keine Ahnung wie das geht und schon gar nicht in dieser Menge. Frühstück machen ist dank der Unterstützung also eigentlich relativ easy.

Nervig ist nur die große Coolbox, die schlecht erreichbar im Küchentrailer steht. Der Schutzbezug ist zu klein und klemmt sich beim Schließen jedes Mal ein. Es ist aber wichtig, dass die Box immer sofort gut geschlossen wird, damit das Eis nicht so schnell schmilzt. Den engen Bezug unter dem Deckel hervorzuziehen wäre es schon „fummelig“ genug. Durch den ungünstigen Standort erfordert es aber auch noch akrobatische Verrenkungen in gebückter Haltung. Hallo? Ich bin schon fast 53 Jahre alt und keine Schlangenfrau!!! Mein Tageskontingent für stummes aber dafür umso unflätigeres Fluchen ist somit eigentlich schon gleich nach dem Frühstück aufgebraucht.

Als Claudia und ich mit dem Spülen fertig sind, sind die anderen schon in ihrem Element beim Mauern. Da hinken wir natürlich hinterher, weil wir die Einweisung verpasst haben. Aber nach und nach gelingt es auch mir einen Beitrag zu leisten: Schubkarre festhalten, Zement mischen (per Hand; mit der Schaufel in der Schubkarre), Zementbahnen machen oder Löcher auffüllen und Steine einsetzen. Nach einer Weile bin ich dann auch mittendrin und guter Dinge.

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Wir werden planmäßig mit den beiden fehlenden Reihen fertig und Claudia und ich richten den Lunch: Left Overs, Tomate, Gurke, geriebener Käse, Aufschnitt, Vollkorn Toast (leider nicht geröstet) und Äpfel. Während die anderen relaxen dürfen, müssen wir aufräumen und spülen.

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Dann wird auch schon unser Lager abgebaut, denn die Mauer ist ja nun fertig und wir fahren zum nächsten Projekt. Etwas nervig, dass schon wieder alles abgebaut werden muss, aber der Vorteil ist, dass wir wieder ein frisches Plumpsklo bekommen!!! Bei den hohen Temperaturen und der Anzahl von Leuten ist hier im wahrsten Sinne des Wortes schnell „die Kacke am dampfen“! Nur die Fliegen feiern das!

Wir alle verabschieden uns noch von Mattias (warum heißen hier eigentlich alle Mattias?), einem sehr freundlichen älteren Dorfbewohner, der auch gelegentlich mit angepackt und sich offensichtlich sehr über unsere Arbeit gefreut hat. Mal schauen, wie die neue Baustelle so ist. Die Fahrt dorthin ist nicht sehr weit.

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So können wir schon bald unser Lager neu errichten. Hier gibt es schon eine Mauer um den Wassertank und unser Projekt ist es, eine Mauer um die kostbare Pumpe zu bauen.
Teil 509. Juni 2018
Heute fangen wir mit der neuen Arbeit nicht mehr an. Wer mag darf mitkommen zum „Shopping“ und Trinkwasser nachfüllen. Yes!!! Wir fahren ca. eine Stunde zurück zur Hauptstraße, wo wir Trinkwasser in einer Schule auffüllen dürfen. Für die Kinder auf dem Schulhof sind wir eine willkommene Abwechslung und sie sind dementsprechend völlig aus dem Häuschen.

Mit den aufgeregten Kids ist es natürlich auch für uns sehr schön und lustig! Da ich ja kürzlich erst als Volunteer im Kindergarten in Uganda Berührungsängste abgebaut habe, begebe mich ins Getümmel. Eigentlich hat jeder von uns schnell einen „Fanclub“ um sich herum 🙂

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Nach den schönen Erlebnissen in der Schule merken wir zu unserem Entsetzen, dass die kleinen Shops in der Siedlung schon geschlossen sind. Zum Glück kommt dann aber doch noch eine Frau und sperrt ihren Laden auf und wir bekommen herrlich kaltes Windhoek Bier. Die Flaschen mit >700 ml sind zwar etwas reichlich, aber kleinere gibt es nicht und nach dem ganzen lauwarmen Wasser schmeckt das kühle Bier einfach köstlich!

Das lauwarme Trinkwasser beziehen wir übrigens aus nicht ganz so sauberen Schläuchen aus den großen Tanks auf den Trucks. Da jeder dafür die Schlauchdüse in seine „angesabberte“ Trinkflasche stecken muss, bin ich wirklich sehr, sehr froh, dass mir kein Teilnehmer oder Begleiter des Projektes unangenehm ist!!!

Zurück im Camp sind wir wieder „On Duty“ und dafür schon etwas spät dran. Die Mädels aus dem „Old Team“, die nicht mitgefahren sind, haben schon alles für uns bereitgestellt und Zwiebeln geschnitten. Sie sind wirklich immer sehr hilfsbereit. Wir können bzw. müssen direkt mit dem Kochen beginnen. Grundsätzlich habe ich nichts dagegen, dass wir abwechselnd kochen und wir bekommen eigentlich auch Hilfe von Markus und Mattias. Irgendwer hat aber ein irre großes Feuer gemacht. Viel zu groß und zu heiß, um es dort in der Nähe auszuhalten und mit dem riesigen Potje zu hantieren.

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Ich werfe Zwiebeln und Knoblauch in den Topf und habe bei der Hitze schon Probleme diese umzurühren. Nachdem ich die Hähnchenteile zugefügt habe, wird es natürlich noch schwieriger. Jetzt noch schnell die Tomatensauce drauf, Deckel zu und köcheln lassen. Als ich mal wieder umrühren möchte, kann ich den Deckel nicht vom Potje heben. Es ist so heiß, dass ich mich dem Feuer kaum noch nähern kann. Und den kaputten Deckelgriff kriege ich mit den großen, steifen Handschuhen nicht zu fassen 🙁 😕 🙁

Eigentlich hatte ich mein Tageskontingent für stummes Fluchen ja schon nach dem Frühstück aufgebraucht, aber das hält mich nicht davon ab innerlich erneut sehr unflätig zu schimpfen 😠 😮 😠 . Markus und Mattias sind grade nicht greifbar und Claudia trifft die Vorbereitungen für die Veggie Variante, die ja auch jeden Tag zubereitet werden muss.

Schließlich bekomme ich aber doch noch Hilfe von Mattias und er setzt den Pap auf, der dann auch noch ewig köcheln muss. Wir werden ziemlich spät fertig und das Huhn ist ein wenig angebrannt, aber es schmeckt trotzdem ganz lecker. Gut, dass mit dem Essen unser Küchendienst endet und wir den Abwasch nicht mehr machen müssen!

Ich hänge nach dem Essen noch etwas ab, aber kaum bin ich etwas runter gekommen, ist es auch schon wieder ruck zuck dunkel und still in unserem großen Gemeinschaftszelt. Ich krame also mal wieder etwas missmutig im Dunkeln meine Sachen zusammen und das möglichst leise, um die notorischen Frühschläfer nicht zu stören. Später merke ich, dass doch noch nicht alle geschlafen haben. Es kommen noch ein paar Nachzügler; woher auch immer… Meine Anspannung war also mal wieder überflüssig. Ich gehe wohl doch nicht als regelmäßiger Ruhestörer in die Geschichte dieser EHRA Phase ein. 🤩

Nachts gibt es plötzlich Alarm. Ein großes Tier springt durch unser Zelt. Oh Gott, was ist das??? Ich greife nach meiner starken Taschenlampe und leuchte dem Viech direkt in die Augen. Zum Glück ist es nur ein fetter Hund! Zunächst haut er ab, aber kaum haben wir durchgeamtet, ist er auch schon wieder da. Wir merken schnell, dass das „Tierchen“ nicht bösartig sondern kuschelbedürftig ist. Ich bin allerdings kein großer Fan von „Hundekuscheln“ und schon gar nicht bei Hunden unbekannter Herkunft an meinem Schlafplatz. Folglich verjage ich das Tier mit einem energischen Klaps nachhaltig aus meinem Dunstkreis.

Die meisten Mädels finden das, in meinen Augen ziemlich hässliche, Tier „so cute“. Trotzdem will aber niemand den Hund direkt bei sich haben und so spielen sich lustige Szenen ab. Wir biegen uns vor Lachen als die junge Australierin die Kuschelattacken abzuwenden versucht und dabei kreischt: “Oh, you are so cute, but please get out of here. Oh God, I am so sorry. I like you, but please go!” 😄 😄 😄

Eine Weile liegt der Köter dann tatsächlich friedlich neben dem Zelt, wo Grace ihn schlaftrunken krault, was mit einem zufriedenen Schwanzwedeln quittiert wird. Wir lachen alle sehr über das regelmäßige Tock-Tock Geräusch. Dann stromert er aber wieder durchs Zelt und ich finde es ekelig. Schließlich knüpft Markus eine Leine und bindet den Hund in der Nähe an. Der lässt das auch „wehr- und kommentarlos“ mit sich machen und es kehrt wieder Ruhe ein. Puh!!!
Teil 610. Juni 2018
Build Week Tag 3 - Donnerstag, 22. Februar 2018
Heute starten wir das neue Projekt. Um ca. 7:30 Uhr sind wir an der Baustelle und beginnen den alten Zaun um die Pumpe abzubauen. Zunächst müssen die Holzpfähle ausgegraben werden. Beim Herausziehen hilft der Toyota. Das alles geht richtig gut!

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Dann wird eine Linie für den Verlauf der Mauer gezogen und wir beginnen, einen Graben für das Fundament auszuheben; schätzungsweise gut 30 cm breit und ca. 50 cm tief.

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Um ca. 9:30 Uhr ist die Arbeit getan. Good Job! Das ist ein richtig befriedigendes Gefühl, wenn man in der Gruppe so schnell vorankommt!

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Teil 710. Juni 2018
Nach kurzer Pause beginnt meine Lieblingsdisziplin; der Rock Run. Wir fahren zu einer felsigen Stelle, sammeln Steine und laden sie in den Trailer.

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An dieser Stelle gibt es unter den Steinen allerdings viele kleine gelbe und schwarze Skorpione. Keine Ahnung, ob die gefährlich sind, aber es ist sicher sinnvoll wachsam zu sein! Und natürlich tragen wir auch die Arbeitshandschuhe, die wir zum Projekt mitbringen sollten!

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Mit dem vollen Trailer fahren wir zu unserem Graben und werfen die Steine hinein. Das macht richtig Spaß! Wir sind sehr optimistisch, dass wir es schaffen, den Graben bis zum Mittag zu füllen. Leider werden wird unser Eifer durch einen Platten am Trailer ausgebremst. Das Werkzeug für den Reifenwechsel befindet sich im anderen Wagen und der ist grade unterwegs. Wir müssen also die Mittagspause zwangsweise etwas vorziehen. Schade, ich war grade so gut im Flow!

Nach der Mittagspause machen wir den letzten Rock Run. Der Graben für das Fundament ist nun mit Steinen gefüllt und kann mit Zement stabilisiert werden. Leider haben wir auch hier noch eine Verzögerung, denn zunächst müssen die Tiere getränkt werden, so dass wir vorübergehend keinen Zugang zum Wasser haben. Wir werden mit der Arbeit also doch nicht so weit kommen, wie wir es erhofft haben. 🙁

Zement mischen ist eh ätzend 😮 . Die Arbeit ist eine extreme Belastung für die Arme, so dass ich das nur sehr eingeschränkt machen kann. Ich kümmere mich also mehr darum, für die tatkräftigen Mischer die Schubkarre zu halten und Wasser nachzugießen. Da macht sich leider meine (deutsche) Leistungsorientierung bemerkbar: Es fühlt sich einfach nicht so gut für mich an, nur diesen vergleichsweise leichten Beitrag leisten zu können. Geht aber nicht anders, denn es wird sich auch nicht gut anfühlen, wenn ich mich übernehme und mein eingeschränkter Arm Probleme bereitet 😕 Das muss ich jetzt einfach selbst mal akzeptieren!!!

Der "alte Mattias" aus dem Nachbarort ist auch wieder da. Er sieht verschmitzt aus und ist immer sehr freundlich. Mit seiner Frau (einer seiner Frauen?) kommt er mit dem Eselskarren vorbeigefahren. Was für ein schönes, freundliches Bild!

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Und gelegentlich packt der nette, ältere Herr auch mal mit an! Zement mischen kann er richtig gut! Zwar macht er auch nur ein oder zwei Schubkarren, aber er ist der einzige aus dem Village, der sich blicken lässt. Ansonsten sieht man Menschen nur von Ferne. Das ist doch etwas befremdlich! They don’t give a shit? Oder halten die das für selbstverständlich, dass Europäer ihren Urlaub hier verbringen und Geld dafür bezahlen, um ihnen Mauern zu bauen. Na ja, sicher ist denen das gar nicht so klar! Trotzdem; es muss ja niemand einen Kniefall machen, aber so gar kein Interesse zeigen… Ich frage mich daher auch: „Ist das der richtige Ansatz, den EHRA hier verfolgt? Müsste man die Leute vor Ort nicht mehr einbinden und damit ihr Verantwortungsgefühl fördern?“

Das Zementieren geht nur langsam voran, da in dieser Phase viel Zement zwischen die Steine sackt und so Stabilität schafft. Aber es ist auch ok wenn es langsam geht. Wir sind ja Volunteers und keine Akkordarbeiter. Und wir strengen uns wirklich alle sehr an. Entsprechend sind wir abends verschwitzt, klebrig und pottdreckig.

In Ermangelung einer Dusche kommt dann die Stunde für den allabendlichen „Babywipe Shower“! 😄 Großpackungen von Feuchttüchern werden aus den Taschen gekramt und was auf den ersten Blick wie schöne Sonnenbräune aussieht, entpuppt sich als purer Dreck: Berge von rötlich braunen Feuchttüchern türmen sich neben (wieder) weißen Armen und Beinen.

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Heute gehe ich ziemlich zeitig schlafen, denn ich möchte das einfach mal entspannt hinkriegen und nicht mit (unnötig!?) schlechtem Gewissen im Dunklen herumkramen. Erstaunlicher Weise ist das „Old Team“, das sich sonst immer schnell zum Schlafen zurückzieht, heute länger auf und sitzt am Feuer. Eigentlich hatte ich mir ja auch mehr gesellige Runden am Feuer vorgestellt und nicht den „Bett Run“ um ca. 20:30 Uhr. Für den heutigen Tag bin ich aber froh, dass ich es entspannt geschafft habe, meine Sachen bereit- und mich hinzulegen und beim Lesen fallen mir auch schnell die Augen zu.

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Leider muss ich in der Nacht mal wieder „raus“ 🙁 . Ich versuche im Dunklen einen guten Platz zu finden. Das ohnehin nicht sehr einladende Klo ist ziemlich weit weg. Küchenwagen, Markus‘ Schlafplatz und die Zelte von Little Mattias und dem australischen Pärchen müssen bei der Platzwahl berücksichtigt werden. Als ich dann endlich hocke, reflektiert meine Taschenlampe die großen Augen eines nicht grade kleinen Tieres. OH GOTT; WAS BITTE IST DAS??? Ein Gepard? Eine Ginsterkatze? Oder gar ein Leopard? 😮 Bevor ich in Panik verfallen kann, höre ich ein vertrautes Tock-Tock Geräusch und erkenne „unseren“ Hund. Puh! Das ist erstmal beruhigend!!! Aber da der Hund früher am Abend nicht bei uns war, weiß ich nicht, ob er angeleint ist. Ich bin wirklich nicht scharf darauf, dass er sich liebebedürftig auf mich stürzt – zumal ich mich ja grade in einer sehr hilflosen Position befinde. Ich erledige also schnell, was zu erledigen ist und eile zurück in meinen (sicheren?) Schlafsack.
Teil 810. Juni 2018
Build Week Tag 4 und Rückkehr ins Base Camp - Freitag, 23. Februar 2018
Heute wollen wir das Fundament fertig zementieren und dann eventuell noch die ersten zwei Reihen mauern. Ich melde mich mal zum Sand Run, weil ich das noch nicht gemacht habe. Ist aber nicht so mein Ding! Eigentlich können immer nur zwei Leute Sand auf den Hänger schaufeln. Es ist natürlich gut, dass ein paar mehr Leute zur Ablösung da sind, denn die Arbeit ist hart. Ich komme aber gar nicht so recht zum Zug, da wir ziemlich viele sind und sich einige immer wieder (über)motiviert nach vorne drängeln. Außerdem kann ich wegen der Schwäche meines Arms auch nicht so schnell schaufeln und so viel Sand auf die Schaufel nehmen wie die anderen, was dann wieder etwas unbefriedigend ist. Ich wünschte, ich könnte diesen selbst gemachten und höchst unnötigen Leistungsdruck endlich mal ablegen 🙁 😕 🙁

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Zurück auf der Baustelle wird zementiert, zementiert und zementiert. Wir haben ja gestern nicht so viel geschafft wie erhofft und noch immer versickert viel Zement zwischen den Steinen. Ich versuche ab und zu auch mal eine Karre Zement zu mischen, aber die meiste Zeit kann ich einfach nur eine Schubkarre fixieren und Wasser nachgießen.

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Leider verpasse ich dabei den Aufbruch zu meiner Lieblingsdisziplin dem Rock Run. So bleibt mir die ganze Zeit nur meine unbefriedigende Unterstützung beim dem öden Zement! 😠

Schließlich können wir das Fundament aber fertigstellen und ein Stück der ersten Schicht mauern.

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Dann ist es schon Zeit, die Materialien zu säubern, das Camp abzubauen und die Rückfahrt zum Base Camp anzutreten.

Als wir nochmal bei dem Dorf mit unserer ersten Baustelle vorbeikommen und ich die fertige Mauer sehe, ist es schon ein gutes Gefühl, daran beteiligt gewesen zu sein 🙂 😁 🙂

Zurück im Base Camp erobert Claudia uns die vordere Schlafplattform im Baum, die mit der tollsten Aussicht und einer wesentlich besseren Leiter.

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Wir feiern unseren neuen Schlafplatz mit einem herrlich kühlen Bier, das wir im Shop an der Ugab Bridge erworben haben! Nachdem während der Build Week das Eis in der Kühlbox schnell geschmolzen war und es nur noch lauwarme Biere oder Gin Tonics gab, sind kalte Getränke jetzt wieder ein besonderer Genuss.

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Dann heißt es aber Autos entladen und die eigenen Sachen umorganisieren und danach können wir (kalt) duschen! Yeah! Im Camp kann man beim Essen auch wieder am Tisch sitzen und muss nicht den Teller auf den Knien balancieren, während man auf einem kleinen Camping Stuhl sitzt. Nochmal Yeah!

Jetzt lernen wir auch den von Mauritius stammenden Projektleiter Chris kennen, der die Build Week aufgrund von Rückenproblemen nicht mehr begleitet, aber bei der Patrol Week mit an Bord sein wird.

Die Nacht wird „shity cold“ und windig. Zum Glück habe ich dieses Mal meine zusätzliche Kuscheldecke mit auf den Baum genommen. Ohne die wäre ich jetzt im Lidl Billigschlafsack total aufgeschmissen. Claudia ist mit Daunenschlafsack und Mütze bestens gerüstet. Grace zieht mitten in der Nacht wegen der Kälte sogar auf die etwas geschütztere mittlere Plattform um. Selten habe ich um diese Jahreszeit derart kalte Nächte erlebt!
Teil 911. Juni 2018
Ausflug nach Uis - Samstag, 24. Februar 2018
Heute geht es nach Uis zum Shoppen und zum Relaxen im Brandberg Rest Camp. Es ist noch richtig kalt als wir losfahren und bleibt auch während der ganzen Fahrt so. Obwohl ich mich in ein großes Tuch eingewickelt habe, bin ich im offenen Wagen komplett durchgefroren als wir schließlich ankommen. Jetzt erstmal einen schönen heißen Cappuccino trinken und eine richtige Toilette benutzen – ohne Gestank und mit Spülung! Herrlich! 😁 😁 😁

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Dann wird das Smartphone „angeschmissen“. Schnell werden mir per WhatsApp etliche Fragen von den „Daheimgeblieben“ gestellt. Ich freue mich einerseits über das Interesse und darüber, meine Erlebnisse zumindest ansatzweise teilen zu können. Aber ich merke auch, wie sehr mich die Kommunikationsmöglichkeit per WhatsApp vom Hier-und-Jetzt ablenkt.

Ich eile mit Claudia in den Supermarkt und den Bottle Store und dann bleibt noch Zeit für einen Mini-Spaziergang in Uis. Schließlich wird das Mittagessen serviert, das wir bereits morgens bestellt haben. Das müssen wir natürlich alle selbst bezahlen, aber ein frischer Salat ist eine sehr willkommene Abwechslung! Schwimmen können wir nicht, da der Pool renoviert wird. Aber da es nicht sehr heiß ist, ist das nicht schlimm. Am frühen Nachmittag geht es zurück zum EHRA Base Camp. Bye, bye schöne, helle, saubere Toilette! Ich werde dich und deine Wasserspülung sehr vermissen!!! 😮

Unterwegs halten wir an der Stelle mit den Himba Verkaufsständen. Das finde ich super, denn mein Mann würde hier niemals mit mir stoppen und mir persönlich ist es auch lieber, wenn sich die Aufmersamkeit auf eine größere Gruppe verteilt. Eigentlich haben die Himba Frauen wirklich hübsche Armbänder, aber sie belagern mich dann doch massiv:„Look! This one! This one! This one!“ Ruck-zuck habe ich ca. acht Armbänder am Arm, die ich alle nicht gewählt hätte. Wenn ich jetzt selbst eines nehme, kommen wahrscheinlich acht weitere in ähnlichen Farben dazu. Das ist mir zu anstrengend und ich ziehe mich vom Stand zurück. Da ich nichts kaufe, mache ich auch keine Fotos, sondern spiele mit den Kindern.

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Am nächsten Verkaufsstand bei den Herero Frauen geht es deutlich entspannter zu. Die lassen uns in Ruhe schauen, aber ich brauche weder Täschchen noch Herero Püppchen und halte mich daher auch hier mit Fotos zurück.

Für heute belasse ich es bei einem Einkauf von Kaltgetränken in dem netten Shop nahe der Ugab Brücke.

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Im Camp können wir unsere saubere Wäsche von den Bäumen „pflücken“. Während unseres Ausfluges war Ella, eine Herero Frau aus einer nahen Siedlung, fleißig und hat für 50 N$ pro Person den Baustaub aus unseren Klamotten geschrubbt.

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Teil 1011. Juni 2018
Wir dürfen nun weiter abhängen, relaxen, uns organisieren… Sehr schön diese Ruhepause in traumhafter Umgebung! Claudia und ich nutzen die Zeit für einen kleinen Spaziergang mit kühlem Bier in der herrlichen Landschaft außerhalb des Camps.

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Nach dem Abendessen bekommen wir das Briefing für den nächsten Tag. Es gibt eine Stunde später Frühstück als sonst 😁 😁 😁 und dann werden wir zu einer nahegelegenen Baustelle fahren. WHAT??? Am Sonntag? Im Nachhinein wird sich dieser Einsatz aber eher als netter Ausflug herausstellen… Also kein Grund zur Aufregung! Und an diesem Abend sitzen wir auch mal länger im Camp zusammen und hören sogar Musik.

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Es ist also richtig nett, auch wenn die Gruppe sich immer wieder in Old Team und New Team aufspaltet. Das ist ein wenig schade, aber ich hätte mit der Gruppe schlechter treffen können! Viel schlechter!!! Der Umgang miteinander ist immer freundlich und hilfsbereit!
Teil 1111. Juni 2018
Ein fast fauler Tag - Sonntag, 25. Februar 2018
Heute startet der Tag eine Stunde später und statt Porridge gibt es Rührei, Speck und gerösteten(!) Toast! Yes, Yes, Yes! 😄 😁 😄

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Außer Claudia, die gerne Camp Dienst machen will (alles aufräumen und auswaschen), melden sich alle für den kleinen Build Einsatz. Wir fahren eine schöne Strecke im und neben dem Ugab Richtung Süden/Brandberg und kommen so zur Road D2319 bei Sorris Sorris. Hier machen wir einen kleinen Rock Run, denn wir wollen einen Quick Fix an einer Wasserstelle machen, die EHRA kurz vor dem Ort am Ugab für die Elefanten angelegt hat.

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Ansonsten fallen die Herden nämlich gerne in die Schule ein, da sie dort das Wasser aus den leckenden Leitungen wittern. Leider können wir die kleine Reparatur aber nicht machen, denn die Pipeline zwischen Pumpe und Tränke, die wir mit Steinen abdecken wollten, ist nicht mehr da – also wahrscheinlich gestohlen!

Wir fahren in das Dorf und stoppen an der Schule.

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Von einem Schüler lassen wir uns zu dem Verantwortlichen für die Pumpe bringen. Der weiß (natürlich) auch nichts über den Verbleib der Pipe… Chris ist pissed, denn es ist wohl nicht das erste Mal, dass die Pipe gestohlen oder die Pumpe nicht angestellt wurde. Ja, Elefantentränken erfordern etwas „Mühe“ (Pumpe an- und abschalten) und kosten Geld (z.B. für den Diesel). Aber geht es doch um die Sicherheit der Kinder! Das scheint keinen im Dorf zu interessieren! 😈

Teilweise gleichen die Bemühungen von EHRA der berühmten Sisyphusarbeit – immerhin werden ja auch Felsbrocken bewegt 😉 . Schon entmutigend - ich vermute, sowohl für EHRA als auch für die Volunteers! Aber zumindest versucht EHRA zusätzlich die Bewohner der Gegend im Rahmen des PEACE Project (People and Elephants Amicably Co-Existing) über die Elefanten aufzuklären. Gut Ding will Weile haben (hier sicher gemessen in African Time...).

Wir fahren weiter durch die sehr schöne Gegend und bekommen auch Gelegenheit auszusteigen und die Aussicht zu genießen.

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Unterwegs laden wir noch mehr Steine auf den Trailer, denn es gibt in der Nähe noch einen Ort, wo die Mauer um den Tank teilweise etwas zu niedrig ist. Wir stellen Steine möglichst aufrecht vor die kritischen Stellen, damit es für die Elefanten unbequem ist, darauf zu treten. In der nächsten Build Week kann das neue Team die Steine dann für die Erhöhung der Mauer nutzen.

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Teil 1212. Juni 2018
Nach getaner Arbeit geht es dann wieder durch die schöne Landschaft zurück ins Camp zum Lunch. Jetzt haben wir wieder Zeit zum Relaxen und um uns für die Patrol Week zu organisieren. In der Patrol Week wird der Komfort noch mal eine Stufe runter geschraubt, denn wir müssen ohne Trailer und damit folglich mit Minimalausstattung fahren. Das gesamte Gepäck muss auf den Autodächern und im Fußraum der Trucks verstaut werden, was teilweise zu unbequemen Sitzpositionen führt. Wasser nehmen wir mit zum Trinken, Kochen und Geschirr spülen. Da wir aber nicht mehr neben einer „Baustelle“ campieren, haben wir kein zusätzliches Wasser, um z.B. mal die Hände und Arme zu waschen oder beim Spülen etwas „verschwenderischer“ mit dem Wasser umzugehen. Das Klo-Zelt entfällt (nicht schlimm!) und auch das offene Schlaf- und Relaxzelt wird nicht mehr aufgestellt. Aber so weit sind wir ja noch nicht. Jetzt ist erstmal Sonntag!

Ich habe meine Patrol Week Tasche schon vorbereitet. Dieses Mal wusste ich ja, was auf mich zukommt und konnte meine Reisetasche in Ruhe durchforsten. Morgen früh müssen nur noch Kulturtasche und Schlappen eingepackt werden. Ich bin entspannt 😁 ! Da kommt Katharina und sagt, dass sie ihren kleinen Tagesrucksack gerne für die Patrol Week zurück hätte, weil sie ihn für Snacks etc. braucht. Scheiße 🙁 ! Ich kann Kathi deshalb natürlich nicht böse sein, aber ich hatte einfach überhaupt nicht damit gerechnet, dass sie die Tasche nochmal vor dem Ende des EHRA Projektes braucht.

Zum Glück habe ich noch einen einfachen Beutel, in dem vielleicht mal ein Schlafsack oder ein kleines Zelt war. Ich habe keine Ahnung, wie der in unseren Haushalt gelangt ist, aber ich bin natürlich froh, dass ich ihn eingepackt habe. Ich stopfe also meinen Kram hinein und es geht überraschend gut.

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Wahrscheinlich wird es eh zu viel Zeug sein und ich werde, wie schon in der Build Week, überhaupt keine Klamotten wechseln. Es ist ja sowieso alles sofort wieder schmutzig. Aber man muss ja trotzdem ein paar Sachen mitnehmen, z.B. falls mal etwas nass wird oder richtig schlimm stinkt.

Bis auf den unerwarteten Taschenstress geht der Tag gemütlich vorbei. Claudia lässt sich ein kühles Bad in der Elefantentränke am Camp nicht entgehen.

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Mich reizt das so gar nicht, aber sie hat viel Spaß im (etwas schmuddeligen) Wasser und ich außerhalb beim Zuschauen 😄.

Am Abend wird es ziemlich spät mit dem Essen. Zunächst gibt es ein Patrol Week Briefing von Chris. Dann sind plötzlich die Elefanten da. Es ist wunderschön, wie sie in der Dämmerung an die Tränke ziehen. Wir sind alle ganz verzückt!

Endlich gibt es Abendessen! Weil Sonntag ist, steht Braai (grillen) auf dem Programm und Mac & Cheese (Käsemacaroni). Die Kombi ist zwar etwas seltsam, aber es ist sehr, sehr lecker! Danach sind Claudia und ich wieder „On Duty“. Eigentlich hatten wir uns gefreut, dass wir den Küchendienst noch im Camp antreten können. Hier haben wir mehr Platz und mehr Wasser und wir können es schnell auf dem Gaskocher erhitzen. Allerdings scheinen diese komfortable Situation und der entspannte Tag im Camp auch zu einem „exzessiven“ Geschirrverbrauch geführt zu haben 😠 . Wir haben heute wahre Geschirrberge, größtenteils auch noch total mit Käse verklebt. Eben mal durch das Wasser ziehen reicht da nicht aus. Alles muss sorgsam geschrubbt werden – finde ich jedenfalls – und so spüle ich wie eine Bekloppte während Claudia räumt.

Als wir endlich fertig sind, sind schon alle im Bett bzw. auf dem Baum. Jetzt hätte ich so richtig Bock auf einen Absacker, aber die Uhr zeigt bereits 22:30 Uhr 🙁 . Nun aber schnell ins Bett!!!
Teil 1313. Juni 2018
Patrol Week Tag 1 - Montag, 26. Februar 2018
Heute Morgen sind wir weiter „On Duty“. Mein Wecker klingelt um 5:55 Uhr und ich bin schnell „Up & Running“. Die Frühstücksvorbereitungen laufen gut, denn hier haben wir den Gaskocher und das benötigte Geschirr steht größtenteils noch griffbereit von gestern Abend auf der Spüle. Der Porridge wird wieder von Mattias gekocht. Bereits um 6:15 Uhr sind wir eigentlich bereit, Kaffee und Tee aufzugießen. Wir warten aber noch, da die anderen erst um 6:30 Uhr Frühstück erwarten und wir ihnen natürlich keine bereits abgekühlten Getränke servieren wollen.

Die schnelle Arbeit gibt mir Zeit für meine persönlichen Vorbereitungen, z.B. Gesicht waschen und Schlafmatte einrollen. So klappt es mit der „Doppelbelastung“ von Küchendienst und Packen ganz gut. Nach dem Frühstück und dem Abwasch helfen wir mit, die Trucks mit allen möglichen Dingen zu beladen. Und dann geht es auf zur nächsten spannenden Etappe, der „Patrol Week“.

Zunächst schauen wir uns die Infomappe an, in der alle Herden und ihre Einzeltiere verzeichnet sind. Für jedes Tier gibt es einen Steckbrief mit Infos zu Abstammung, Alter und besonderen Merkmalen und Fotos von allen Seiten. EHRA beobachtet nur die Herden in der Region vom Brandberg bis zum Aba Huab. Die Herden weiter nördlich werden von einem amerikanischen Ehepaar beobachtet. Man tauscht sich aber untereinander aus und EHRA sammelt auch Dungproben für die Genuntersuchungen, die das Ehepaar durchführt.

Claudia und ich fahren im Truck mit Chris und dem Head Tracker Big Mattias. Big Mattias ist ein Bär von einem Mann und wirkt sehr freundlich und völlig ausgeglichen. Bei der Wagenaufteilung bleibt es bei der Trennung zwischen dem alten und dem neuen Team. Die beiden ganz jungen Mädchen fahren bei dem „Old Team“ mit. Mit in unserem „Party Truck“ sind noch Grace und das nette irisch-neuseeländische Pärchen, das in Australien wohnt. Als Paar bleiben die aber auch immer ein wenig für sich.

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Gut, dass ich Claudia als mein „Gegenstück“ gefunden habe. Optisch ist sie das absolute Gegenteil von mir (klein, kräftig, kurzhaarig). Aber super-lustig ist sie, etwas crazy und wahnsinnig stark und schnell. Wenn ich grade mal die Tassen herausgestellt habe, hat sie schon fast alles andere für das Frühstück gemacht. Da soll mal jemand sagen, die Schweizer seien langsam! Die anderen scheinen sich mitunter auch über uns „ungleiches Paar“ zu amüsieren und sagen, man müsse eigentlich ein „EHRA-Road Movie“ mit uns beiden drehen. Ich hoffe, ich komme bei deren imaginären Road Movie nicht zu schlecht neben der patenten Claudia weg… 😕

Unser Ziel für den heutigen Tag ist es, ein Elefantenbaby zu finden. Bereits vor gut 2 Wochen wurde eines geboren und ist nach wenigen Tagen gestorben. Die alte Gruppe fand die Überreste 🙁 . In den letzten ca. 3,5 Jahren hat kein Elefantenbaby überlebt. Chris vermutet, dass es an dem Grasmangel aufgrund der Dürre liegt. Gras ist eigentlich die bevorzugte Elefantenkost, aber seit einiger Zeit müssen die Tiere fast vollständig auf die sehr taninhaltigen Blätter ausweichen, was eventuell negative Auswirkungen auf die Qualität oder Quantität der Milch hat. Aber das ist eben auch nur eine Vermutung von Chris. Nun soll jedenfalls ein weiteres Baby geboren sein und wir finden wir sehr kleine Spuren, die noch frisch sind. Im Laufe des Vormittages treffen wir auf die erste Herde. Ohne Baby!

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Wir bleiben stehen und verhalten uns ruhig. Die Elefanten mustern uns ebenso ruhig und kommen direkt auf uns zu. Am Wagen des „Old Team“ prüft sogar einer mit dem Rüssel das Dach des offenen Wagens.

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Später erfahren wir von den Mädels, dass der Elefant sogar seinen Rüssel hineingesteckt hat. Ich weiß gar nicht ob ich neidisch oder froh sein soll, dass ich nicht im dem Wagen saß!

Das war auf jeden Fall eine tolle und sehr spannende Sichtung! 😁 😁 😁
Teil 1416. Juni 2018
Mittags wird ein „Rastlager“ erstellt. Zwischen den beiden Autos wird eine Plane als Schattendach gespannt. Eine weitere Plane kommt auf die Erde. In der Patrol Week haben wir nur minimales Equipment und so bereiten Claudia und ich den Lunch auf den Ladeklappen der Autos vor.

Nach dem Lunch können wir auf der Plane ruhen. Ich wundere mich über mich selbst, dass ich die ganzen Gemeinschaftslager so gut „hinkriege“. Ich haue mich einfach zwischen die „Meute“ auf die nicht grade saubere Plane, lese ein wenig und schlafe sogar kurz ein. Zu Hause und bei unseren eigenen Camping Touren bin ich jedenfalls wesentlich pingeliger 😉

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Nachmittags haben wir leider keine weiteren Elefantensichtungen. Aber Chris hält unterwegs natürlich auch an interessanten Stellen und spannenden Fundstücken, wie z.B. einem Kudu Gehörn oder einem Stück Elefantenhaut.

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Unser Nachtlager schlagen wir an einer kleinen Koppie (Felsenhügel) auf. Die Koppie schützt uns von hinten, rechts und links werden die Trucks geparkt. Dazwischen wird die Schlafplane ausgelegt und vor uns in sicherer Entfernung das Feuer angezündet. Die EHRA Leute schlafen als Wachposten außerhalb neben den Autos. Das Pärchen ist schon bald dazu übergegangen, in einem kleinen Zelt zu schlafen, so dass wir reichlich Platz auf der Plane haben.

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Die anderen genießen den Sonnenuntergang von der Koppie, während wir noch „On Duty“ sind und die Carbonara kochen müssen.

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Das Kochen geht viel besser als beim letzten Mal, denn das Feuer ist nicht so riesig und wir werden auch besser unterstützt. Claudia hat es ohnehin eilig und beginnt schon mit ihrem Schweizer Messer zu schnippeln, bevor das Küchenequipment eigentlich bereit ist. Dadurch lerne ich, dass ein Taschenmesser in der Schweiz mit dem schönen Wort „Sackmesser“ 😄 bezeichnet wird, da man es im Hosensack (= Hosentasche) trägt – an dieser Stelle einen herzlichen Gruß an Chrigu und alle Fomis aus der Schweiz 🙂. Was wäre mir doch alles ohne das EHRA Projekt und die Bekanntschaft mit Claudia entgangen 😉 .

Während wir kochen zieht anscheinend die Elefantenherde an der Koppie vorbei. Habe ich überhaupt nicht mitbekommen! Schade 🙁 !!! Ich bin froh, dass unser Küchendienst mit dem Abendessen endet und das nächste Team das Spülen übernimmt.
Teil 1518. Juni 2018
Patrol Week Tag 2 - Dienstag, 27. Februar 2018
Nach dem üblichen Frühstück wird heute wieder nach den Herden gesucht. Langsam verlieren wir die Hoffnung darauf, das lebende Baby zu finden. Wir fahren in einige Ansiedelungen.

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Fast überall finden wir auch Spuren der Zerstörung. Unterwegs treffen wir immer wieder den Officer des Ministry of Environment and Tourism (MET), der die Schäden aufnimmt. Die betroffenen Leute sitzen meistens tatenlos herum. Sie sind anscheinend der Meinung, die Regierung, EHRA oder wer auch immer muss das richten. Ein Mann wird sogar richtig laut und unfreundlich 😠.

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Chris bestätigt die passive Haltung der Menschen, die wir ja nur beobachten können. Die Regierung hat hier Pumpen, Wassertanks und Pipelines bereitgestellt, da sie verhindern möchte, dass alle Menschen in die Städte gehen. Nun sind die Menschen hier der Meinung, die Regierung sei dauerhaft für die Instandhaltung zuständig. Das wirft bei mir mal wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit der EHRA Aktivitäten auf. Wird hier nicht die Passivität noch zusätzlich unterstützt 😕 ? Ich stelle die Frage jetzt aber nicht, weil ich denke, dass das Thema sehr komplex ist und es vermutlich doch schlechter um das Überleben der Elefanten in dieser Gegend bestellt wäre, wenn sich niemand dafür stark machen würde.

Immerhin gibt es aber doch ein paar Leute, die doch etwas tun. An einer Stelle hatten die Elefanten anscheinend die Rohrleitungen auseinander genommen, aber nicht wirklich zerstört. Als wir etwas später nochmal an der Stelle vorbeikommen, wird tatsächlich emsig aufgeräumt 🙂.

Ansonsten fahren wir den ganzen Tag kreuz und quer; gelegentlich auch abseits der vorhandenen Fahrspuren, wenn Elefantenspuren in die entsprechende Richtung zeigen.

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Big Mattias und Chris finden unterwegs immer neue Spuren, steigen aus, laufen ein Stück in die Landschaft und stellen Vermutungen über die Wege der Elefanten an. Auch wir anderen halten eifrig Ausschau und scheuen keine Mühen, wenn es darum geht, optimale Aussichtspunkte zu erklimmen.

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Aber trotz der vielen Spuren und der Hinweise, die wir in den Villages bekommen, können wir keine Elefanten finden 🙁 . Erst gegen Abend sehen wir eine Herde in der Ferne. Es ist nun aber zu spät, um den Tieren noch zu folgen und so beobachten wir sie eine Weile mit dem Fernglas und schlagen dann unser Lager an einem kleinen Revier auf.

Der Tag war einerseits etwas nervig, denn oft sind wir im Kreis gefahren und nicht überall war es landschaftlich spannend. Aber andererseits ist mir wieder sehr bewusst geworden, das echtes Wildlife eben kein Zoo ist und auch kein Game Drive in einem (privaten) Park, wo Tiere mit Peilsendern ausgestattet sind oder „Köder“ ausgelegt werden, damit sie dort erscheinen, wo der Safari Guide sie den Gästen eindrucksvoll präsentieren kann.

Später finden Chris und Mattias heraus, dass zwei Herden in der Gegend waren, deren Routen sind überschnitten haben. So wurden wir quasi den ganzen Tag von den Elefanten an der Nase bzw. im Kreis herumgeführt. Man lernt doch nie aus - auch nicht als erfahrener Elefanten Tracker 🙂 .
Teil 1622. Juni 2018
Patrol Week Tag 3 - Mittwoch, 28. Februar 2018
Wie alle vorherigen Nächte war auch diese sehr kalt –ungewöhnlich kalt für diese Jahreszeit! Gut, dass ich nun zusätzlich nun meine Kuscheldecke dabei habe. Diese kann ich zusammen mit dem Schlafsack, meinem kleinen Kissen und meinen Schlafklamotten in die Bedroll einrollen. Wirklich gelüftet werden die Sachen so natürlich nie, aber zumindest staubsicher auf dem Autodach transportiert.

Auch heute fahren wir wieder viel kreuz und quer, tracken die Spuren und fragen in den kleinen Ansiedlungen nach Elefanten.

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Und immer wieder stoppen wir auch bei den kleinen, lokalen Shops.

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Teil 1722. Juni 2018
Schließlich deuten alle Spuren auf das EHRA Base Camp hin. Es ist natürlich sehr beliebt bei den Elefanten, denn es liegt ja direkt am Ugab, wo sich auch viel Nahrung in Form von Sträuchern findet und es steht immer Wasser in der Elefantentränke. So treffen wir dann die Herde am Nachmittag nur wenige Meter vom Camp entfernt. Eine sehr schöne Sichtung in toller Landschaft!

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Der unerwartete Aufenthalt im EHRA Base Camp ist außerdem eine gute Möglichkeit, mal das Plumpsklo im Camp zu besuchen und sich so einen „Ausflug mit dem Spaten“ zu sparen.

Für einen Moment glauben wir sogar, dass die Patrol Week nun vorzeitig im Camp enden wird. Ich sehe das mit gemischten Gefühlen. Einerseits ist das Camp natürlich etwas komfortabler (Dusche, Plumpsklo, Tisch, Bänke, Waschbecken etc.), aber es wäre doch ein etwas abruptes Ende unseres Abenteuers!

Schließlich fahren wir doch weiter den Ugab hinunter in Richtung Sorris Sorris. An einem Felsenhang am Revier schlagen wir unser Nachtlager auf.

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Landschaftlich ist es sehr schön hier und um das in Ruhe zu genießen, gehen Claudia und ich mit Bier, Gin Tonic (beides leider sehr warm 🙁 ) und Knabberkram etwas abeits der Gruppe zum Sundowner. Sehr nett und entspannt! 😁 😎 😁

Abends sitzen wir wie immer mit unseren Tellern auf den Knien um das Feuer. Das ist zwar nicht super komfortabel, aber doch irgendwie sehr gemütlich und das Abendessen schmeckt eigentlich immer gut.

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Als ich ins Bett gehen will, stelle ich fest, dass Claudia mit ihrem Schlafsack unter den Sitzreihen im Truck liegt!?! Erst murmelt sie etwas von Kälte, aber das kann nicht stimmen, denn sie ist mit ihrem 1A Daunenschlafsack und ihrer Mütze bestens ausgestattet. Schließlich gibt sie zu, dass sie eine Monsterspinne gesehen hat, die den Hügel heruntergekrabbelt kam 🤨 🤨 🤨 . Oh Gott!!! Ich habe doch auch eine totale Spinnenphobie und meine Bedroll liegt auf der Plane direkt vor dem Hügel!!! Aber was soll ich machen!?! Ich schaue mich sorgfältig um und lege mich todesmutig schlafen. Letztendlich schlafe ich auch nicht schlechter als sonst und bin stolz auf mich!
Teil 1824. Juni 2018
Patrol Week Tag 4 und Rückkehr ins Base Camp - Donnerstag, 1. März 2018
Der letzte Morgen vor der Rückkehr ins Base Camp bricht an und schenkt uns zum Frühstück einen hübschen Sonnenaufgang! Auch wenn draußen nicht immer alles nur himmlisch war, ist es ein wehmütiges Gefühl, dass das Abenteuer nun bald vorbei ist. Inzwischen habe ich mich sogar an den eigentlich verhassten Porridge gewöhnt. Mit ein paar Erdnüssen, einem Löffel Crunchy Peanut Butter und Zimt wird sogar ein etwas herzhafteres und recht brauchbares Frühstück daraus.

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Ich packe, wie immer, im Dunklen meine Klamotten und meine Bedroll zusammen und fühle mich inzwischen gut organisiert. Trotz der Dunkelheit habe ich natürlich beim Aufstehen ängstlich geschaut, ob nicht vielleicht eine Monsterspinne unter meiner Tasche hervorkrabbelt oder gar unter meinem Kopfkissen hinwegflüchtet 🤨. Zum Glück ist nichts dergleichen passiert!

Mit meinem Muckefuck und dem verfeinerten Porridge lasse ich mich auf meiner Bedroll am Feuer nieder und genieße die Wärme an dem kühlen Morgen, die tolle Landschaft und den Sonnenaufgang. Basic, aber auch wunderschön!

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Schließlich geht es an den Camp-Abbau und ich vermisse meine kleine Umhängetasche für Fotoapparat, Smartphone, Pass, Tempos etc. Ich hatte sie abends mit zu meiner Bedroll genommen und gedacht, dass ich sie nach dem Aufstehen in meinen Tagesrucksack gepackt habe. Da ist sie aber nicht!!! Ich weiß, dass niemand sie genommen haben kann. Trotzdem macht sich Panik breit! Ich schaue an meinem Sitzplatz im Truck nach. Fehlanzeige! Also ziehe ich mich mit meinem Tagesrucksack an einen Felsen zurück und räume ihn Fach für Fach aus und wieder ein. Ebenfalls Fehlanzeige! Zu meiner Panik kommt noch das schlechte Gewissen, dass ich nicht beim Beladen der Trucks helfe! Warum kann ich mir diese unnötigen Gewissensbisse nicht endlich mal abgewöhnen?

Ich fange an herumzufragen und Grace gibt mir den entscheidenden Tipp: “Vielleicht hast Du die Tasche in Deine Bedroll eingerollt?“ Das ist die einzige Lösung, aber alle Bedrolls sind bereits auf den Trucks verladen und verschnürt. Ich weiß nicht einmal, auf welchem Truck meine Rolle ist! Und ich hasse es Umstände zu machen!!! Aber es nutzt ja nichts – ich das klären! Ich frage also nach und die Gurte werden wieder gelöst, um die Bedrolls zu checken. Schließlich wird Bedroll 13 gefunden und hinunter geworfen. Mit fliegenden Fingern fange ich an die Schnallen zu lösen. Die manchmal etwas „herrische“ Kanadierin vom Old Team ist sofort an meiner Seite, beruhigt mich und hilft die Verschlüsse zu öffnen. DANKE! Das war jetzt echt wichtig! Und meine Tasche kommt zum Glück zum Vorschein!!!

Ich bin unendlich erleichtert – auch wenn mir die ganze Situation nach wie vor etwas unangenehm ist 😊. Noch unangenehmer wäre es ja gewesen, die Tasche hätte sich nicht hier gefunden und sogar doch einfach am Auto gebaumelt! Ach, warum grübeln! Es waren doch nur ein paar Minuten und das Problem ist gelöst. Kein Grund sich selbst Asche auf das Haupt zu werfen! Außerdem merke ich in Gesprächen mit anderen auch immer wieder, dass wir die gleichen „Sorgen“ haben. Anfangs z.B. die Angst vor dem eigenen Mut beim Antritt dieses Abenteuers oder jetzt die tägliche Sorge der Nachzügler zu sein, der die ganze Gruppe aufhält. Bestenfalls habe ich also mit meiner „Taschenaktion“ dafür gesorgt, dass sich jemand anders entspannter packen oder in Ruhe zur (nicht vorhandenen) Toilette gehen konnte. Man kann also auch durch ein Missgeschick hilfreich sein. Vielleicht!?

Schließlich brechen wir auf und folgen dem gestern eingeschlagenen Weg Richtung Sorris Sorris. Chris ist ziemlich sicher, dass die Herde, nachdem sie am EHRA Camp getrunken hat, weiter in diese Richtung gezogen ist. Vielleicht sind sie sogar in der Nacht nahe an unserem Lager vorbeigelaufen.

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Schon bald finden wir die Elefanten, die am Rande des trockenen Flussbettes zwischen den Bäumen futtern. Es ist immer wieder erstaunlich, wie leise diese Riesen sind und wie wenig man sie zwischen den nicht sehr hohen Bäumen sieht.

Wir fahren mit einigem Abstand an der Herde vorbei und stellen uns bei Sorris Sorris in die Nähe der Straße, da Chris erwartet, dass die Herde futternd weiter in diese Richtung zieht. Auch da behält er Recht! Es dauert zwar etwas länger als erwartet, aber nach und nach treten die Tiere aus dem Gebüsch und ziehen an uns vorbei.

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Teil 1924. Juni 2018
Mit etwas Abstand folgen wir der Herde den Ugab hinunter. Die Szenerie ist wunderschön, denn jetzt leuchtet das Brandbergmassiv rosig im Hintergrund. Ich liebe diesen Anblick!!! 😁 😁 😁

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Wir fahren nicht zu nah an die Herde, denn schließlich wollen wir die Tiere ja nicht bedrängen. Aber dafür dürfen wir hier sogar mal für einen Schnappschuss aussteigen, da Chris, Markus und Mattias auch die Trucks verlassen haben, um Vogelfallen aus Stacheldraht abzubauen. Die Vögel verenden kläglich darin, was natürlich traurig ist. Aber die Menschen führen in dieser Gegend ja auch nicht grade ein Luxusleben und eine Vogelmahlzeit ist da wahrscheinlich ab und zu willkommen. Ich bin nicht sicher, auf wessen Seite ich mich stellen soll!? 😕

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Teil 2024. Juni 2018
Nach der wunderschönen Sichtung fahren wir zufrieden die landschaftlich schöne Strecke zurück zum EHRA Base Camp, wo die Trucks entladen werden. Für einen Moment bin ich etwas genervt, als man uns sagt, dass wir jetzt noch das Equipment sauber machen müssen. Letztlich geht es aber mit vielen Leuten ganz schnell, die Vorratsboxen und Cooler auszupacken und abzuspülen. Mal wieder unnötig genervt gewesen! 😮

Uns bleibt noch der ganze Nachmittag zum Relaxen, Duschen, Quatschen und Umpacken. Schon wieder Klamotten umpacken! Puh! 🤨

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Als wir abends noch gemütlich zusammen sitzen, gibt es in der letzten Dämmerung wieder „Elefantenalarm“. Die kleine Herde zieht an unserem Camp vorbei; praktisch genau an unserer Schlafpattform im Baum. Ich glaube, einer streckt sogar kurz den Rüssel danach aus. Ich bin nicht sicher, ob ich froh oder traurig darüber sein soll, dass ich grade nicht oben bin. Es wäre vermutlich schön beängstigend oder beängstigend schön gewesen, auf der Plattform zu sitzen!

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Eigentlich sind wir alle sehr andächtig! Nur Claudia feixt, denn grade hatte sie ihre grell-orangene Jacke angezogen. Bei EHRA hatte man um Kleidung in gedeckten Farben gebeten, um die Elefanten nicht zu erschrecken. Aber (fast) immer, wenn Claudia ihre „Signaljacke“ anzieht, treffen wir auf die Herden. Ich habe wirklich viel Spaß mit diesem verrückten Huhn aus der Schweiz! 😄 😄 😄

Nachdem die Herde die Tränke am Camp besucht hat, zieht sie in der letzten Dämmerung weiter.

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Ein schönes Bild und wirklich ein toller Abschluss der Patrol Week!

Chris hält dann noch eine nette kleine Rede und wir lassen den Vollmond Abend gemütlich ausklingen. Was für ein surreales Licht!

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Die letzte Nacht im Baum stimmt dann doch etwas wehmütig, auch wenn ich froh bin, dass ich keine weiteren zwei Wochen bei EHRA gebucht habe. Das Einschlafen im hellen Mondlicht ist gar nicht so einfach und man ist fast geneigt zu rufen: „Kann mal jemand das Licht ausknipsen?“

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Gute Nacht Elefanten! Gute Nacht schönes Base Camp! Gute Nacht du wunderbare Schlafplattform und du schrecklich schiefe, steile Leiter - ich hoffe, ich muss dich heute Nacht nicht benutzen!
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