Pol Filter immer in Namibia ?

32 Antworten · 6'830 Aufrufe · gestartet 04. Nov. 2017 von Mustang05
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Themenstarter339 Beiträge · seit 201504. Nov. 2017 · #1
Frage an die Fotografen.

Sollte man am Tage in Namibia immer einen Polfilter aufgeschraubt haben oder lässt sich das nicht so pauschal sagen ?
Werden die Bilder durch diesen Filter klarer ?

Ich hoffe das war jetzt keine allzu blöde Frage 😗

Grüße Mustang
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3'883 Beiträge · seit 201104. Nov. 2017 · #2
Mustang05 schrieb:Frage an die Fotografen.

Sollte man am Tage in Namibia immer einen Polfilter aufgeschraubt haben oder lässt sich das nicht so pauschal sagen ?
Werden die Bilder durch diesen Filter klarer ?

Ich hoffe das war jetzt keine allzu blöde Frage 😗

Grüße Mustang
Guten Abend Mustang,
Obwohl ich kein Fotofachmann bin, wage ich trotzdem den Versuch einer Antwort:

Licht ist eine elektromagnetische Welle mit verschiedenen Ausbreitungsebenen. Ein Polarisationsfiler kann - richtig eingestellt - die komplementären Anteile einer Ebene unterdrücken. Also z.B. die horizontalen Anteile sperren und nur die vertikalen Anteile durchlassen. D.h. man verliert Energieanteile, die ein bis zwei Blendenstufen ausmachen. Das kann ein Nachteil sein.
Die Vorteile:
- Spiegelungen auf Flächen lassen sich unterdrücken
- Der Himmel wird "blauer" und Wolken "weißer" dargestellt.
- In der Natur werden Grünanteile verbessert durch Reduzieren der Blauanteile vom Himmel

Ich würde ihn also nicht grundsätzlich sondern gezielt einsetzen.

LG freshys "bessere" Hälfte
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zuletzt bearbeitet 04. Nov. 2017
1'014 Beiträge · seit 201604. Nov. 2017 · #3
Ein Polfilter ist wie jeder andere Filter auch kein "Immerdrauf" sondern sollte (muß) gezielt eingesetzt werden. Der Filter kann z.B. neben den schon beschriebenen Effekten z.B. auch Spiegelungen nichtmetallischer Flächen (z.B. Scheiben, Wasser) unterdrücken oder verstärken, muß dafür aber entsprechend auf dem Objektiv gedreht werden, (das allein verbietet einen Einsatz als Immerdrauf) bis der gewünschte Effekt sichtbar ist. Er kostet, wie alle Filter, auch Lichtstärke (kann auch von Vorteil sein, um eine längere Belichtungszeit zu ermöglichen) und sollte von sehr guter Qualität sein, um das Bild nicht zu verhunzen. Ich würde mal googeln, um mich mit der Wirkungsweise und dem Einsatzzweck vertraut zu machen und auf jeden Fall den praktischen Einsatz vor dem Urlaub ausprobieren und üben. Das kann üble Enttäuschungen ersparen.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 04. Nov. 2017
938 Beiträge · seit 201305. Nov. 2017 · #4
Man kann auch einfach antworten: Nein.
Bei Landschaftsaufnahmen stimmt alles geschrieben, bei Tieraufnahmen sehe ich gar keinen Sinn in einem Pol-Filter. Die stehen ja nicht immer so lange still, bis man ihn richtig hingedreht hat.
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4'129 Beiträge · seit 200805. Nov. 2017 · #5
Manchmal möchte man vielleicht auch das Glitzern der Spiegelungen behalten
und nicht wegfiltern... 🙂
denn das macht mitunter den Zauber eines Bildes aus...

und beim blauen Himmel wäre noch zu ergänzen: es funktioniert am besten im rechten Winkel zur Sonne.

Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter Always look on the bright side of life... :-) Walvisbay boomt
Gast05. Nov. 2017 · #6
Hallo,

Häufig wird ein Polfilter für einen tiefblauen, kontrastreicheren Himmel empfohlen. Das bekommt man heute (anders als früher in der analogen Fotografie) auch in der Nachbearbeitung problemlos hin. Und wie Lilytrotter schon schrieb, funktioniert das richtig gut nur im 90°-Winkel zur Sonne. Steht die Sonne gerade nicht perfekt, funktioniert das wenig. Dafür kommt dann ein Nachteil vieler (nicht aller) Polfilter zum Tragen: Viele Polfilter sind nicht farbneutral. Das kann man leider auch nicht am Preis festmachen. Die nicht gerade billigen B&W-Polfilter filtern z.B. blaue Lichtanteile relativ stark. Das ist nicht nur ein messtechnischer Laborbefund für Technikfetischisten, sondern der Effekt ist sichtbar. Statt dem gewünschten tiefblauen Himmel gibt es dann als Ergebnis u.U. einen leicht graublauen Himmel. Insofern würde ich den Polfilter nicht immer drauf lassen, sondern nur dann raufschrauben, wenn man ganz bewusst Reflektionen wegbekommen will.
https://www.lensrentals.com/blog/2017/09/my-not-nearly-complete-but-rather-entertaining-circular-polarizer-filter-article/
(Der Artikel hat eine nette Pragmatiker-Pointe am Ende zum betriebenen messtechnischen Aufwand)

Beste Grüße

Guido
Themenstarter339 Beiträge · seit 201505. Nov. 2017 · #7
Vielen Dank an alle 🙂
Wir sind halt noch echte Laien im Bereich fotografieren.
Mit dem Ergebnis aus diesem Jahr und mit der neuen Ausrüstung bin ich aber schon sehr zufrieden,bis auf die Landschaftsaufnahmen.
Ich möchte das diesige wegbekommen und den Himmel blauer haben,so wie man es auch mit den eigenen Augen gesehen hat.
Werde mir mal einen passenden Filter kaufen und ein wenig testen.

Noch einen schönen Sonntag

Grüße
Dennis
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zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2017
1'014 Beiträge · seit 201605. Nov. 2017 · #8
Ist der Himmel immer diesig? Das kann eigentlich nicht sein. Hast Du Dir einen UV-Filter oder so was in der Art als Schutzfilter für das Objektiv aufschwatzen lassen? Wenn ja, schmeiß den als erstes runter, das Objektiv braucht keinen Schutzfilter. In welchem Format fotografierst Du, raw oder jpeg? Raw-Bilder sind out of the cam immer etwas flau und müssen entwickelt werden. Wenn Du jpeg fotografierst vergewissere Dich, daß Du bei Landschaftsaufnahmen den Bildstil auf Landschaft gestellt hast, dann verstärkt die Kamera intern die blau- und grüntöne.

Yanjep
Themenstarter339 Beiträge · seit 201505. Nov. 2017 · #9
Hi Yanjep,

nein es ist kein Filter montiert.
Aufnahmen wurden in JPEG gemacht.
Es ist halt auch keine Kamera und Objektiv für tausende von Euros.
Canon EOS700 D mit dem 18-55mm Canon Objektiv und ein Tamron SP70-300mm f/4-5.6 di VC USD Objektiv.
Ich wünschte mir bei manchen Bildern mehr Klarheit und Tiefenschärfe.
Beispiel:
IMG_4442.JPG




Grüße
Dennis
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1'079 Beiträge · seit 201605. Nov. 2017 · #10
Hallo Dennis!
So vielleicht?

w2-2-3.jpg


EOS 50D, Canon 15-85 EFS Objektiv MIT UV Filter, fotografiert in RAW, Ausarbeitung zu Hause.
LG
Ernst
7'296 Beiträge · seit 200605. Nov. 2017 · #11
Hallo Dennis,

ich habe die letzten Jahre nicht mehr mit Spiegelreflex fotografiert, aber zu Analogzeiten war der Polfilter bei mir ständig drauf und ich habe vor jedem Auslösen die Wirkung überprüft. Damals hat man sich eh noch bei jedem Foto mehr Gedanken gemacht, weil es einfach Geld gekostet hat. Ich habe ihn nur abgenommen, wenn das Licht nicht gereicht hat, also in der Dämmerung, bei bedecktem Himmel, in Innenräumen ...
Ich habe keine Lust gehabt, den ständig draufzuschrauben und wieder abzunehmen.

Hier mal ein eingescanntes und unbearbeitetes Foto aus dieser Zeit, bei dem der Himmel sehr schöne Kontraste zeigt. Leider ist die Auflösung ziemlich schlecht ...

Image01-2.jpg


Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
132 Beiträge · seit 201105. Nov. 2017 · #12
Hi Dennis,

in Bezug auf Deine Fragen, hast Du verschiedene Möglichkeiten:

a.)
Du machst einen Fotokurs.
(VHS bis Einzelstunden), lernst auch Bildnachbearbeitung (kannst dann auch in RAW, in Lightroom, musst aber nicht).
Da lernst Du alles.

b.)
Du holst Dir mal einen Filtersatz.
Erstmal "viel und günstig", wenn Du weist was Dir gefällt, dann einzeln und teuer (Cokin und besser).
Es ist nämlich nicht nur ein Pol.-Filter für einen satten blauen Himmel verantwortlich, es gibt da noch Verlaufsfilter, Farbfilter, Effektfilter, pp.
Hier hast Du alles (und noch mehr) und das sehr günstig.
Reicht für erste Experimente:
https://www.amazon.de/Verlaufsfilter-Filteradapter-Gegenlichtblende-Filtertaschen-Filterhalter/dp/B00JL4KLL4/ref=sr_1_fkmr2_1?ie=UTF8&qid=1509890677&sr=8-1-fkmr2&keywords=filter+kit+K%26F+40

c.)
Du öffnest Photoshop, zeigst Dein Bild an und machst nur "Auto-Korrektur... Farbe/Kontrast/pp."
Das ist ein Knopfdruck, sehr, sehr einfach.
Dann ist es schonmal "besser", ob Dir das dann ausreicht, must Du wissen.

Schönen Sonntag.
Gr.
F.
132 Beiträge · seit 201105. Nov. 2017 · #14


Die "primitive Auto-Korrektur".
Geht natürlich mit PS pro, Lightroom, pp. auch 10 x besser, dann dauert es aber nicht 2 Sekunden, sondern 20 Minuten.
Themenstarter339 Beiträge · seit 201505. Nov. 2017 · #16
So wie auf den Bildern von Ernst und Wolfgang habe ich mir das vorgestellt.
Ich gehe jetzt mal auf die Suche nach einem passenden Filterset.

Grüße
Dennis
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zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2017
1'014 Beiträge · seit 201605. Nov. 2017 · #17
Ernst hat ja geschrieben, daß er im raw-format fotografiert und das Bild anschließend entwickelt hat (er hatte zwar einen UV-Filter drauf, aber der hat - soweit ich weiß - bei modernen Linsen keinen Einfluß auf die Bildwirkung). Mit Lightroom, dem der Kamera beigelegten raw-Entwickler oder einem anderen Programm Deiner Wahl kann man sehr viel Potential aus den Bildern herausholen, wenn eben in raw fotografiert wurde.
Bei Wolfgangs Bild waren sehr viele schöne Wolken am Himmel, die die Bildwirkung ausmachen, bei Deinem Beispielbild nicht.
Bei Deinem Beispielbild könnten Dir möglicherweise die kamerainternen Routinen bei der jpeg-kompimierung ein Schnäppchen geschlagen haben oder der etwas flaue Hintergund kommt durch Hitzeflimmern zustande.

Kauf nicht zu viele Filter, ein Polfilter (zum Filtern und ggfs. eine längere Belichtungszeit zu ermöglichen), ein Grauverlaufsfilter (um z.B. den Himmel abzudunkeln, damit der Untergrund nicht absäuft bei bestimmten Gegebenheiten) und ein Graufilter (um längere Belichtungszeiten zu erreichen und z.B. Wasser "fließend" erscheinen zu lassen) dürften ausreichen. Stecksysteme sind ganz praktisch, dann braucht es nicht für jedes Objektiv eigene Filter.

Yanjep
zuletzt bearbeitet 05. Nov. 2017
1'079 Beiträge · seit 201605. Nov. 2017 · #18
Hallo Dennis!
Ich möchte jetzt nicht "schulmeisternd" erscheinen, aber ich war irgendwie in der gleichen Situation wie du. Zuerst hatte ich mir das Gehäuse (EOS 50D) gekauft und ein Freund hat mir sein Sigma Objektiv geliehen. Dann war ich nach den ersten Aufnahmen etwas entäuscht, Schärfe schlecht, Farbverzerrungen an den Rändern, usw. Ich war nicht zufrieden. Das änderte sich schlagartig, als ich mir das (etwas hochpreisige) jetzige Objektiv kaufte. Kostete fast genau so viel wie das Gehäuse. Jetzt nur mehr schlappe 890,- Euronen. Plötzlich rattenscharfe Bilder, keine Randverzerrungen, einfach super Qualität. (die kostet hat leider 🙁 ) Wenn du wirklich gute Fotos haben möchtest, überlege dir den Kauf eines hochwertigeren Objektives. Die beste Software und/oder Filter kann nicht ausgleichen, wenn Mist durch das Objektiv auf den Sensor fällt.
LG
Ernst
1'079 Beiträge · seit 201605. Nov. 2017 · #19
Hallo Yanjep!
Dein Tip mit dem Graufilter zur längeren Belichtungszeit ist sicher nicht schlecht, aber es geht auch anders:
Modus auf Blendenautomatik, Zeit länger und die ASA erhöhen (manuell). Kamera an einem Baum fixieren und das Resultat sieht dann so aus:
Muster.JPG

Aufgenommen in Sun City.
LG
Ernst
7'296 Beiträge · seit 200605. Nov. 2017 · #20
... wenn Du die Belichtungszeit verlängerst und die Empfindlichkeit (ASA) ebenfalls, dann ergibt das bei gleicher Blende doch eher wenig Sinn, oder?

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...