GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201619. Sept. 2017 ·
In Botswana, nahe dem Dukwi Vet. Kontrollpunkt, südl. von Nata, wurden 9 Elefantenbullen durch Stromschlag getötet. Es besteht der Verdacht dass dies durch Menschen absichtlich herbeigeführt wurde, da die Elefanten immer wieder die Felder der Bauern zerstören.
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201619. Sept. 2017 ·
waterlike schrieb:woher der Verdacht... ich kann da nichts im Artikel erkennen
Es gibt auf fb einige Beiträge die das vermuten ließen. Hier aber eine offizielle Erklärung der Botswana Power Corporations:
The Corporation proactively undertook a 33kV distribution power line assessment on 18 September 2017 following intermittent faults noted at the Dukwi area. The 33kV line running across Dukwi supplies power to Water Utilities Corporation boreholes. The intermittent faults were signified by frequent auto reclosing (on and offs) of the distribution protection system which alerted the Corporation that there could be possible physical contact with the 33kV distribution power line in the area. Evidently so, BPC found eight (8) dead elephants underneath the power line while one (1) was alive and the Corporation made effort to save the one (1) elephant by switching off supply to the distribution line, but unfortunately upon BPC crew’s return from switching off the power line, the remaining elephant had gotten electrocuted.
The elephants are suspected to have tried to walk through the strut pole – 2 poles erected alongside each other connected at the top with a steel bracket forming a shape of a cone – on their way to access the water pond which was about 5m away. As they made their way through the strut pole, they are suspected to have applied force onto the structure, uprooting the strut pole from its original position on a clockwise movement thereby causing breakage of the pole followed by the twisting and bending of the steel bracket. This therefore resulted in severe sagging (lowering) of the 33kV distribution line to about 1.5m to 3m above ground level, posing risk of electrocution to any living thing that could get into contact with the sagged power line, and unfortunately our elephants got electrocuted leading to loss of life.
The Corporation regrets the incident and has been working hand in hand with the Water Utilities Corporation, Department of Veterinary Services, Wildlife Department and the Anti-Poaching Unit teams covering the Dukwi area to ensure that the deceased elephants are safely removed from underneath the power lines without any further risks to both human and wildlife.
Power interruption was never experienced in the Dukwi area despite this unfortunate experience and BPC has reconstructed the strut pole and tightened the sagged power line for continued electricity supply. As a Corporation, we continue to promote safe use of electricity at our homes, farms and business operations at all times as unsafe handling can lead to severe injuries or death. The public is reminded to avoid moving closer/getting into contact with low laying power lines and to always TREAT ALL POWER LINES AS LIVE. Quelle: https://www.bpc.bw/media-site/news/Pages/Dukwi-elephants-incident.aspx Gruß Gina
Ja, entsetzlich! Aber darf ich Dich bitten einen etwas aussagekräftigeren Titel als 'Entsetzlich' zu wählen? Ich denke das Thema hat es verdient dass es gelesen wird und mit einem Titel wie z.B. 'Botswana: 9 Elefantenbullen durch Stromschlag getötet' würden mehr Leute hier mitlesen.
ich habs geändert; war einfach zu entsetzt um lange über einen Titel nachzudenken 🙁 Gruß Gina
Hallo Gina
Ja schlimm für die Elefanten, aber auch schlimm für die Menschen die dort leben. Die Felder sind oft ihre einzige Lebensgrundlage. Viele Menschen in Botswana sind Selbstversorger und wenn die Felder zertrampelt werden, wird es für diese Leute schnell dramatisch.
Diese Menschen werden nie einen Nationalpark von innen sehen, weil sie schlicht die Möglichkeit und das Geld nicht haben. Von dem her kann ich es schon verstehen, dass sie Elefanten als Plage sehen....
@Vorsatz: Nur ein Selbstmordattentäter würde mE. versuchen, Elefanten mittels Hochspannungsleitung zu töten, wenn das auch ganz risikolos und einfach mit Gift geht....was immer da auf FB steht, das ich nicht kenne Grüße
lilytrotter4'130 Beiträge · seit 200820. Sept. 2017 ·
eigentlich steht es doch auch in dem Text, wie es passiert ist, - erst steht da, wie die Strommast-Streben Konstruktion beschaffen ist und dann über die Elefanten: "As they made their way through the strut pole, they are suspected to have applied force onto the structure, uprooting the strut pole from its original position on a clockwise movement thereby causing breakage of the pole followed by the twisting and bending of the steel bracket."
Ein seltener und äußerst tragischer Zusammenstoß von Wildtieren mit der Zivilisation. Sad.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201620. Sept. 2017 ·
Maputo schrieb:
GinaChris schrieb:Morgen picco,
ich habs geändert; war einfach zu entsetzt um lange über einen Titel nachzudenken 🙁 Gruß Gina
Hallo Gina
Ja schlimm für die Elefanten, aber auch schlimm für die Menschen die dort leben. Die Felder sind oft ihre einzige Lebensgrundlage. Viele Menschen in Botswana sind Selbstversorger und wenn die Felder zertrampelt werden, wird es für diese Leute schnell dramatisch.
Diese Menschen werden nie einen Nationalpark von innen sehen, weil sie schlicht die Möglichkeit und das Geld nicht haben. Von dem her kann ich es schon verstehen, dass sie Elefanten als Plage sehen....
lg Maputo.
Ja Maputo, da bin ich ganz bei dir. Den Menschen müssten mehr/höhere Wiedergutmachungen ausbezahlt werden, damit auch sie den Sinn des Schutzes von Wildtieren erkennen können, und nicht nur einige wenige von den touristischen Einnahmen profitieren. Gruß Gina
Nachlese und Update…und keineswegs als Gegenargument zum gerade laufenden Thema @ conservancies gemeint.
Besser als durch diesen Vorfall kann die Hilfs- und Ausweglosigkeit des botswanischen Elefantenschutzes m. E. nicht veranschaulicht werden.
Elefanten hatten auf ihrer permanenten Suche nach Wasser Rohre in den sogenannten Dukwi well fields (welche die Bezirke Gweta und Nata mit Wasser versorgen) beschädigt, so dass sich ein kleiner Teich bildete. So was passiert den botswanischen Farmern ununterbrochen und immer häufiger. In ein paar Stunden kann eine eben erst unter großer Mühe und finanzieller Belastung errichtete Bewässerungsanlage in Schrott verwandelt werden und die damit bewirtschafteten Flächen verwüstet sein. Das interessiert keinen Menschen außerhalb Botswanas, ebenso wenig, wie viele Bauern durch Elefanten in Angst versetzt, verletzt oder getötet werden. Hier war plötzlich alles anders, weil die Elefanten das Stromkabel für die Pumpen so heruntergerissen haben, dass es in den Teich fiel und einige Elefanten durch Stromschlag getötet wurden und deswegen hat es dieser Unfall in kurzer Zeit bis in die NY-Times geschafft, hierher sowieso.
Derartige Vorfälle haben stark zugenommen, weil sich die Elefantenpopulation seit dem Jagdverbot unerwartet (für einige) rasch in Gebiete ausgebreitet hat, in welchen seit Menschengedenken keine Elefanten mehr gesichtet wurden. In besiedelten Gebieten gibt es dann die bekannten Konflikte mit der Landbevölkerung, in nicht besiedelten Gebieten sind sie in diesen Zahlen eine Futter- und vor allem Wasserkonkurrenz für andere Wildtiere, von der Zerstörung hochwertiger Wald- und Buschlandschaft gar nicht zu reden.
Die Regierung erfährt nun das Zauberlehrlingserlebnis ihrer nicht durchdachten Entscheidung aus 2014, ist gelähmt und vollkommen hilflos und überfordert. Für Entschädigungen der Farmer ist schon jetzt, aber auf lange Sicht erst recht kein Geld vorhanden; vor allem ist das Problem aber damit nicht gelöst. Als Notmaßnahme werden die früher von den Konzessionshaltern in den Jagdkonzessionen betriebenen Brunnen wieder in Betrieb genommen. Aber auch dafür fehlt Geld, das und der Betrieb muss von NGOs übernommen werden. Jetzt sollen gebrauchte Hubschrauber gekauft werden, um die Elefantenwanderungen zu verfolgen und sie gegebenenfalls von den Siedlungen weg zu treiben, siehe http://www.botswanaguardian.co.bw/news/item/2757-khama-wants-p42m-to-buy-3-used-choppers.html
Die Ratlosigkeit des Ministers offenbart sich wohl am besten in der Behauptung, dass das Problem importiert sei und im Hilfsappel an die internationale Gemeinschaft:
“In his request Minister Khama said there has been an influx of elephants in the country, which has caused problems. “The world is busy praising us for having a large number of elephants but they are not assisting us with the problems. We would have to at some point ask the world to assist us”, the minister stated.
He said they want the supplementary funding to put in place measures to deal with the problem of elephant movements, which have been observed further south of the country in districts hitherto not populated by elephants such as Southern, Ghanzi, Kgatleng, Kweneng and Kgalagadi.”
.....die nächste Sammelaktion im Forum kann gestartet werden. Ich werde nicht spenden, sagt einer der schon öfters für hier beworbene Projekte gespendet hat. Grüße
......ich würde mit jedem eine Wette machen, dass für eine neue Regierungsflotte luxuriöser S Klasse Mercedes Geld ausreichend vorhanden wäre..... Warum auch nicht, da wo es hapert springen die Guten von Privat bis NGO s ein..... Wobei die paar Elefanten....gestern gab es eine Reportage auf BR mit dem Inhalt Leoparden. Dort wurde gesagt, dass in einem Zeitraum von 5 Jahren 250000 Leoparden weltweit für die Modeindustrie erlegt wurden.....selbst wenn das optimistisch gezählt würde, wäre die Hälfte auch erschreckend viel. Dagegen sind neun Elefanten ...... Gruß
leser schrieb:Derartige Vorfälle haben stark zugenommen, weil sich die Elefantenpopulation seit dem Jagdverbot unerwartet (für einige) rasch in Gebiete ausgebreitet hat, in welchen seit Menschengedenken keine Elefanten mehr gesichtet wurden. In besiedelten Gebieten gibt es dann die bekannten Konflikte mit der Landbevölkerung, in nicht besiedelten Gebieten sind sie in diesen Zahlen eine Futter- und vor allem Wasserkonkurrenz für andere Wildtiere, von der Zerstörung hochwertiger Wald- und Buschlandschaft gar nicht zu reden.
Was da leider fehlt, sind Zahlen und Statistiken, um zu verstehen, um welches Ausmaß es geht. Was es gibt, sind hier und da Berichte und Anekdoten. Die sind sicher zutreffend, zeichnen aber nicht unbedingt ein repräsentatives Bild, wie groß das Problem ist. In Zeiten zunehmender Internetdurchsetzung kommt auch vieles an die Öffentlichkeit, was früher nur ein paar Locals bekannt war. Und zuvor gab es in Botswana die Trophäenjagd auf Elefanten. Aber die Trophäenjäger haben da ja auch nicht 20.000 Elefanten pro Jahr weggeschossen - mithin den Bestand nicht nennenswert reduziert und gejagt wurde auch nur einige Monate im Jahr. Weil das weggefallen ist, explodieren nun HWC mit Elefanten? Da wäre jetzt vielleicht auch noch die Frage, was ist Koinzidenz, was hängt kausal mit dem Verbot der Trophäenjagd zusammen?
Ich bin da im Detail nicht so im Bilde wie Du: Was man Botswana vielleicht am ehesten vorwerfen kann, ist das Jagdverbot Hals über Kopf ausgesprochen zu haben. Siehe auch im Conservancy- Thread: Es ist sicher sinnvoll, erst die Alternativen auszuarbeiten und dann ein Verbot auszusprechen.
Das von den Trophäenjägern voraus gesagte Massentiersterben nach Wegfall der Trophäenjagd, hat es offensichtlich aber nicht gegeben. In immer mehr ehemaligen Jagdkonzessionen gerade um das Okavango-Delta entstehen neue Lodges und mithin eine lukrativere Anschlussnutzung der Gebiete durch Fototourismus. Gerade in den plattigen, buschigen Gebieten nördlich von Gweta ist das aber wohl nicht so einfach? Einfache Lösungen gibt es da sicher nicht. Vielleicht braucht es (trotz aller Nebenwirkungen) eine Art "Länderfinanzausgleich", bei dem touristisch stark genutzte Gegenden andere Gebiete mitfinanzieren, die man ökologisch für die Tiere braucht, die sich aber selbst nicht so gut für Fototourismus eignen. Ansätze gibt es viele, was funktioniert, weiß man nicht.
Beste Grüße
Guido
BTW: Bevor mir das falsch ausgelegt wird: Die Trophäenjagd auf die paar Wüstenelefanten in Namibia sehe ich als absolut unverantwortlich an. Im Rest Namibia setzte ich dahinter zumindest ein Fragezeichen, weil es keine belastbaren Zahlen zu deren Bestand und somit keine wissenschaftliche Basis für Abschussquoten gibt. Soweit es rein um Fragen des Arterhaltes geht, erscheint Trophäenjagd auf Elefanten in Botswana dagegen unkritisch.
Hallo Guido, Danke und ein paar Gedanken dazu, und ich verzichte auf Textzitate, um das kompakt zu halten. Ich bin nur ein interessierter Laie und mich interessieren vor allem die Veränderungen in dieser Region. Meine vorhin geäußerte Meinung basiere ich auf Meldungen und Artikeln in der Lokalpresse und aus der nicht gerade kleinen „conservationist“-Szene. Statistiken speziell dazu habe ich nirgends gesehen, was mich aber nicht weiter wundert, weil man ja nicht einmal seriös sagen kann, wie viele Elefanten es in Botswana gibt. Sicher ist wohl nur, dass sie nicht bedroht sind, da sind sich alle einig. Das nächst Beste zur Meinungsbildung sind daher „anekdotische Beweise“, die ich persönlich für durchaus aussagekräftig halte, dahingehend, dass sich das Verbreitungsgebiet von Elefanten in BW in den letzten Jahren massiv ausgedehnt hat: Elefanten in der Zentralkalahari, sogar im KTP oder im Einzugsgebiet von Geborenes(!!). Vor ein paar Jahrzehnten gab es das nicht. Da hat man die ersten Elefanten (in der Trockenzeit) ca. ab Maun oder Boteti gesehen, während man dafür ab ca. Nata (von der Straße aus!) sehr große Herden aller „Grasfresser“ sehen konnte, die sogar heute in Moremi verschwunden sind. Dass Elefanten sehr viel früher überall dort vorkamen wo sie heute verschwunden sind, sieht man z.B. an den von ihnen angesäten Palmenalleen an den Ufern der Pfannen etc. und kann man auch bei Livingstone u. a. nachlesen. Man kann sich jetzt (durchaus berechtig) darüber freuen, dass sie wieder dorthin zurückkommen, nur muss man das Problem lösen, dass diese Gebiete heute besiedelt sind, seit Livingstone hat sich die Bevölkerung verxxfacht. Vor allem wird m. E. ein Problem übersehen: Elefanten (wie auch Zebras und Gnus) blieben in großer Zahl nur solange in den Trockengebieten solange sie dort Wasser hatten; wenn das Oberflächenwasser weg war, sind sie wieder zum Delta. Heute werden sie aber durch künstliche Wasserstellen in GRs, NPs und eben auch Farmen, zum Bleiben animiert und das führt dann bei Großtieren sehr rasch zu schweren Vegetationsschäden und eben den Konflikten mit den Bauern. Alles das wird ja auch von der Regierung unumwunden eingeräumt, siehe den oben verlinkten Artikel.
Außerdem haben Elefanten im südlichen Afrika, und das ist mE unbestritten, in den letzten Jahrzehnten einen ca. 5%ige Nettozuwachs hingelegt. Alleine diese Wachstumsrate, die eine Verdoppelung der Population alle 15 Jahre bedeutet, zeigt, dass es nicht unbegrenzt so weiter gehen kann. Und den wear and tear dieser Entwicklung kann man mE. überall und in jedem Reisebericht sehen; ich weiß aber, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine stehe.
@ Jagd und –konzessionen und Ausbreitung der Elefanten in besiedelte Gebiete. Sicherlich hat die Trophäenjagd den Bestand nicht dezimiert, nicht ein Mal gefährdet (worüber man ja auch froh sein kann). Durch die Bejagung wurden die Elefanten aber auch hauptsächlich in den GESCHÜTZTEN Gebieten gehalten, weil so diese „sicheren“ Gebiete von „gefährlichen“ umgeben waren. Jetzt ist dieser Risikokorridor weg und die Elefanten wandern aus den überbevölkerten Schutzgebieten ab. Viele Jahrzehnte lang war es überall in Afrika Konsens, dass die Umgebung der Schutzgebiete mit KONTROLLIERTEN Jagdgebieten deswegen ein win-win ist. In BW hat das so ausgeschaut. Dies wurde nun aufgegeben, ohne irgendeine Strategie zu haben, wie das zu bewältigen ist. Diese Problematik ist hier ganz gut beschrieben, so dass ich diese Schwarte damit abkürzen kann. https://talkinghumanities.blogs.sas.ac.uk/2016/10/06/botswanas-elephants-and-conservation-are-things-starting-to-fall-apart/ …ebenso erläutert sind der Verlust der Wasserstellen in den ehemaligen Jagdkonzessionen, Auswirkungen auf das Wildern und woran eine touristische Entwicklung scheitern wird. Dazu hänge ich noch an, dass Jagdkonzessionen eben auch dort vergeben wurden, wo das Potenzial für Tourismus gering eingeschätzt wurde. Grüße
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201601. Okt. 2017 ·
Außerdem haben Elefanten im südlichen Afrika, und das ist mE unbestritten, in den letzten Jahrzehnten einen ca. 5%ige Nettozuwachs hingelegt. Die letzte große Zählung, veröffentlicht am 31.Aug 2016 Gruß Gina📎 GreatElephantCensus2016.pdf
Ein Nachtrag @Elefanten-Demografie in den letzten Jahrzehnten, der keineswegs als Widerspruch zu bereits geäußerten Meinungen beabsichtig ist……einfach nur Information zur Meinungsbildung, meine natürlich eingeschlossen: http://www.nnf.org.na/RARESPECIES/InfoSys/elephant/numbers/La_neighbours.htm Hinweis: Das Bild 17 betr. Botswana ist falsch verlinkt und zeigt Zahlen für Namibia, die auch interessant sind. Für Botswana muss man daher die Tabelle 4c zu Hilfe nehmen. Wenn man bedenkt, wie viele Zuwanderer aus Botswana es im östlichen Namibia und Caprivi gibt, kann man ermessen, wie stark das Bevölkerungswachstum in Botswana war.
@ Angola: In Anbetracht dessen, dass Ende der 80er Jahre Elefanten im südlichen Angola durch UNITA (Savimbi), mit aktiver Beteiligung des südafrikanisches Militärs (SADF) in Logistik und Verkauf, praktisch ausgerottet waren, sind die heutigen Zahlen (siehe Zensusdaten von GinaChris, die allerdings für ganz Angola gelten, oder?) ein kleines Wunder, das aber bereits längst wieder durch die massiv gestiegene Wilderei gefährdet ist. Jedenfalls sieht man, was durch die sogenannten Transfrontier Parks möglich ist und wäre….und dass diese Strategie aber nur aufgehen kann, wenn im „Empfängerland“ die Wilderei unter Kontrolle ist….was leider nicht der Fall ist; Identisches zu Angola hat sich ja bereits an der KNP/Mozambique-Grenze abgespielt. Grüße
GinaChrisThemenstarter4'984 Beiträge · seit 201603. Okt. 2017 ·
Noch mal zur "Elefantenplage" in Botswana: Die gängige Theorie ist, dass die Elefanten sich da immer weiter vermehren, die Vielzahl der Elefanten die Vegetation zerstört und das Ganze zwangsweise für Elefanten und andere Arten in einer Katastrophe endet (Massensterben), weil die Elefanten sich und anderen Arten die Nahrungsgrundlage nachhaltig zerstören.
Ich bin auch nur Laie und kann logischerweise keinen Gegenbeweis zu dieser gängigen Theorie erbringen. Aber ich sehe zumindest ein paar Punkte, die ich mit dieser gängigen Theorie nicht vereint bekomme.
Klimawissenschaftler sagen, dass das Kalaharibecken, zu dem außer Tuli ganz Botswana inkl. Chobe gehört, schon heute stark auf den Klimawandel reagiert. Die Vegetation im Kalaharibecken verändert sich wegen des Klimawandels von Waldsavanne zu Trockensavanne. Langlebige Grasarten nehmen ab, holzige Sträucher nehmen zu. Was an den offenkundig sichtbaren Vegetationsänderungen geht also ursächlich auf die Elefanten zurück und was ursächlich auf den Klimawandel? Was ist Ursache, was Symptom?
Die Wissenschaft geht davon aus, das einst 20 Millionen Elefanten durch Afrika streiften. Der Mensch spielte damals keine nennenswerte regulierende Rolle. Wenn es der Lauf der Natur ist, das Elefanten sich immer weiter vermehren, bis sie sich selbst (und anderen Arten) die Lebensgrundlage (Vegetation) nachhaltig zerstören, dann hätte es historisch alle paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte immer wieder Massensterben geben müssen müssen. Dafür hat die Wissenschaft bisher keine Indizien gefunden.
Die sogenannten Wüstenelefanten im Kaokoveld vermehren sich anscheinend auch nur so stark, wie die Vegetation dort nachhaltig ernähren kann. Die gehen auch beim Futtern so vorsichtig vor, das sie sich selbst nicht die Lebensgrundlage zerstören, also die Flora nicht nachhaltig schädigen. Gibt es irgendwelche Regelmechanismen, die man noch nicht ganz versteht, die aber dafür sorgen, dass die Population sich auf einem nachhaltigen Level einpendelt?
Zu den südlichen Elefantensichtungen: Am CKGR wurden schon 2009 Elefanten gesichtet. Auch 1998 hat man mal einen einzelnen Elefanten im KTP gesehen. Auch in Namibia gibt es alle paar Jahre einzelne Elefantenbullen, die hunderte Kilometer entfernt von den normalen Elefantengebieten umher wandern. In jedem Fall ist das alles schon weit vor dem Hunting-Ban in Botswana vorgekommen. Wenn da jetzt mal ein einziger Elefantenbulle im Kgalagadi gesehen wurde, dann ist das gar nicht so außergewöhnlich und völlig neu. Neu ist nur, das man jetzt versucht, einen anderen Kontext herzustellen: Ursache Trophäenjagd-Bann. Wirklich neu wäre, wenn sich da ganze Herden dauerhaft ansiedeln.
Wie gesagt: Ich kann gar nicht ausschließen, dass es zu viele Elefanten sind und das böse endet. Aber entweder passen die Puzzleteile einfach nicht zusammen oder es fehlen noch ein paar Teile, damit sich ein stimmiges Gesamtbild ergibt?