Reisebericht

Kenia's Norden - Wuesten, Wildtiere und Staemme

von Bushtruckers · begonnen 02. Apr. 2017 · 22 Teile

Teil 102. Apr. 2017
Hallo Foris

Soll ich, soll ich nicht..... ich wägte hin und her, ob ich während der Dürre an den Turkana See reisen soll. Doch die Neugierde hat gesiegt und ich schloss mich meinen beiden männlichen Kunden an.

Am 19.3. ist es also so weit. Ic h warte geduldig zuhause, bis Fahrer, Gäste und Koch im Laufe des morgens bei mir zuhause entlang des Thika Highway eintreffen. Alles einpacken und los geht es weiter auf dem Thika Highway, vorbei an Nyeri und zum Lunch in Nanyuki.

Mt. Kenia zeigt sich mit seinem bisschen verbliebenen Eis ziemlich klar.


Die Felder auf dem Laikipia Plateau sind bereits abgeerntet. Es ist trocken überall.



Im Laufe des Nachmittages kommen die wunderschönen Samburu Berge zum Vorschein. Leider und das werden wir die ganze Reise über sehen, Kohle am Strassenrand zu verkaufen. Im Hintergrund die Berge von Shaba, die sich bereits in goldenes Licht getaucht haben.



Ich sagte schon vor dem Tor zu Daniel, unserem Fahrer/Guide, er werde sehen, sie haben keine Tickets am Tor und wir koennen nicht bezahlen. Und so war es. Wir sollen doch morgen kommen. Nee, da haben wir was besseres vor, doch wir wuerden beim rausfahren bezahlen und das klappte dann auch problemlos.



Das Licht ist golden und somit sieht die trockene Landschaft gigantisch schön aus.



Wir fahren nur eine kurze Distanz da tönt es von hinten - Löwen! 4 Löwinnen wollen im Abendlicht ihr Glück beim Jagen erproben. Wie Ihr am Boden seht, es ist trocken und Gras hat es nicht mehr grade viel.



Nun geht es ohne weitere “Hindernisse” sprich Fotoobjekte zum Camp. Es ist schon fast am Eindunkeln, doch mit Stirnlampe schafft man alles. Zum Duschen sind wir alle zu müde und zudem wird man sowieso gleich wieder staubig.



Das Camp liegt gleich bei der Brücke über den Ewaso Nyiro Fluss. Herrlich, man hat Auslauf und ich nutze natürlich jede Minute, um Vögel zu suchen und zu fotografieren. Wie viel Wasser im Fluss ist, seht Ihr.



Es gab Huhn zum Essen und bald rief die Mattratze. Morgen wollen wir ja um 6 Uhr frühstücken und dann los auf Pirsch.
Teil 202. Apr. 2017
20.1. Samburu Nationareservat
Die Nacht war warm, das Bett bequem und gehört habe ich wie gewohnt gar nichts.... Um nicht gleich nach ein paar Minuten hinters Auto springen zu müssen, mische ich Kaffee und Schockoladepulver - also nur 1 anstatt der gewohnten 2 Tassen. Mit dem herrlichen Morgenlicht geht es los.....

Erst kommen ein paar Vögel wie der Fischer’s Glanzstar


Impalas versuchen in einem gegrabenen Loch im Fluss etwas Wasser zu finden. Giraffen haben es gut, die finden Grünzeug ganz oben





Die Netzgiraffe ist die nördlichste Giraffe und in meinen Augen auch die attraktivste.

Daniel bleibt nicht am Fluss, sondern wir fahren zwischen den Hügeln hoch. Da finden wir auch ganz viel!
Die grazilen Gerenuks oder Giraffengazellen - doch wir wollen sie stehend....





Nicht oft sind die Grossen Kudus im Samburu anzutreffen. Doch wir haben Glück und treffend die beiden auch am nächsten Morgen wieder.

Ich kann es klar nicht lassen.... und die Kamera richtet sich auf Vögel - Weisskehlspinte in Paarungsstimmung




Eine weibliche Oryx, eine von einer kleineren Gruppe. Die Weibchen haben längere aber schmalere Hörner als die Böcke.





Auf diesen Weber hatte ich gehofft - Dornbuschweber / Donaldson Smith’s Sparrow-weaver, wie auch auf die Oustalettrappe



Diesmal hat es erstaunlich viele Grevyzebras im Reservat. Zu unserer Freude haben etliche Stuten Fohlen bei Fuss. Dies ist auch gut, um die gefährdete Art weiterhin zu erhalten.







Die Braunbauchflughühner leuchten zu schön in der Morgensonne, als sie unbeachtet zu lassen. Zum Glück haben meine beiden Begleiter auch Freude am Federvieh.

Teil 307. Apr. 2017
willkommen an Bord.....


Wir freuen uns weiter an den etlichen Grevyzebras. Es gibt Zeiten, da findet man nur die territorialen Hengste im Gebiet. Stuten und Junggesellengruppen sind woanders hin gezogen. Man sieht dem Zebra richtig an, wie viel Aufwand es benötigt, das harte, trockene Gras zu zerkauen.





In einem relativ kleinen Gebiet fanden wir die meisten Tiere. Es scheint, als ob es hier noch mehr fressbares hat, als anderswo.



Nach einer kurzen Pause an einem Ort, wo Aussteigen erlaubt ist, zieht es uns an den Ewaso Nyiro Fluss oder wenigstens sein Flussbett. Schon begegnen wir auch den ersten Elefanten, die die noch vorhandene Vegetation des Galeriewaldes nutzen und auch das wenige Wasser, das noch im Fluss ist.



Gerenuks oder Giraffengazellen fressen in der Höhe zwischen anderen Antilopen und den Giraffen. Das auf die Hinterbeine stellen, haben sie perfectioniert.





Nun ist der Bulle am wenigen Wasser angelangt. Das Wasser ist verdreckt. Also saugt er den Sand mal mit ein in den Rüssel und bläst es wieder aus.





Wo Elefanten nach Wasser graben, profitieren auch andere Tiere.



Ein Graufischer, der sich so nahe positioniert, darf doch auch nicht unfotografiert bleiben.

Teil 407. Apr. 2017
Der Unterschied könnte nicht grösser sein – gross und mächtig – klein und zierlich



Wir fahren langsam weiter dem Fluss entlang, bis wir gegenüber dem Ashnil Camp stehen. Dieses ist total von einem Elektrozaun umzäunt und liegt in einer Ecke wo vorher sich oft die Elefanten im Wald aufgehalten haben. Na ja,… man bilde sich seine eigene Meinung.



Und hier finden wir auch etwas Wasser. Wie oft am späten Morgen zieht es die Tiere zur Tränke. Oryxantilopen und Grevy Zebras haben das gleiche Ziel.





Erst rennen die Oryx, dann die Grevy Zebras. Was sie erschreckt hatte, konnten wir nicht sehen.



Einigen Grevy Zebras wurden Halsbänder angelegt. Schliesslich ist es eine der Arten, die arg gefährdet ist und sie ziehen in ziemlich grossem Umkreis auf der Suche nach Weidegründen. Leider hat es schon tödliche Kollisionen mit Autos auf der nun geteerten Schnellstrasse gegeben. Bumps wollen sie nicht bauen und Raserei ist in Kenia üblich. Gelegentlich werden sie auch noch gewildert, sei es für Fell oder Fleisch.



Alle haben Durst, Wasser ist Mangelware. Somit müssen halt auch die Rinder ihren Durst auf der Buffalo Springs Seite stillen. Auf der Samburu Seite sind wir keinem einzigen Nutztier begegnet.



Daniel ist wohl in Gedanken schon beim Mittagessen, reagiert aber blitzschnell, als ich rufe Gepard. Die elegante Katze lässt sich von uns nicht stören und spaziert gemächlich in den Schatten nahe des Flusses.



Für uns heisst es nun auch ins Camp zum wohlverdienten Mittagessen.
Teil 507. Apr. 2017
Das Camp liegt super und die Vögel wuseln auf der hohen Flussakazie, am Boden und im Gestrüpp rum.

Die Brillendrossel, die man nicht allzu oft antrifft, ist eine Art davon. Auch eine Nachtigall hält sich noch in Kenia auf.



Wir leben auf dem Territorium von Grünen Meerkatzen. Diese verwechseln auch des öfteren wem was gehört und der Koch und der Campgehilfe müssen ganz schön auf der Hut sein, ansonsten rennt was weg. Elefanten verdauen nur 40% der eingenommenen Nahrung. Somit bleibt auch für andere was in der Kot übrig.



Den jungen, übermütigen Meerkatzen ist es nie zu heiss Schabernack zu treiben und es ist immer total unterhaltsam, denen zuzuschauen.



Eine alte Akazie ist im Camp umgefallen und nun von Insekten als Brutplatz benutzt. Kleine Insekten fliegen aus dem Loch in dem der Nubierspecht pickt.



Das Mittagessen ist schon am Verdauen, auch geduscht haben wir und ein kleiner Regenschauer hat den Staub auf den Boden gesetzt. Daniel machte mich drauf aufmerksam, dass hinter meinem Zelt ein Elefant sei. Dann lassen wir ihn oder sie doch dort. Bald wird es Zeit sein, auf die Nachmittagspirsch zu fahren.
Teil 607. Apr. 2017
Der Lausbube stand doch gleich um die Ecke, als wir aus dem Camp fuhren. Er ist Daniel bekannt und er versucht nicht an ihm vorbeizufahren. Es hat ja noch andere Wege….



Am Fluss treffen wir auf eine Elefantenfamilie. Da alles voll mit Büschen ist, ist es nicht so leicht zu entdecken wieviele es sind und wo sie alle stehen. Wir schauen ihnen beim Fressen zu und als sehen ein winziges Elefäntchen. Also Auto verstellen und hoffen, dass es zum Vorschein kommt.



Wo ist denn die Milchquelle? Das noch nicht mal 2 Wochen alte Baby ist sichtlich hungrig und müde. Die Mutter macht keinerlei anstalten, das Kleine trinken zu lassen.















Die Mutter macht keine Anstalten es an die für das Kleine echt hochgelegenen Zitzen zu lassen. Sie trotten nun von dannen, das Kleine folgt der Herde tapfer. Wir machen uns auf die Suche nach neuen Sichtungen.
Teil 711. Apr. 2017
Die Elefantenfamilie zieht von dannen und wir fahren weiter. Netzgiraffen treffen wir in verschiedenen Gruppen.



Wir fahren dem Fluss entlang und wo einige Autos stehen, muss was los sein. Ein Löwenrudel kommt aus dem Galeriewald auf den Weg spaziert und sie legen sich hin. Keine ideale Beute ist in Sicht.







Das Licht schwindet langsam und die Löwen entscheiden, aufzustehen und Richtung Warzenschweine zu wandern. Wir müssen uns zum Camp hinbewegen. Die Sonne verschwindet golden hinter dem Hügel.



Eine Gepardin mit ihren 3 schon fast erwachsenen Jungen streicht durch die Büsche und ausgerechnet Richtung Löwen. Wir können nur hoffen, dass nichts passiert… denn wir müssen ins Camp.



Ein leckeres Abendessen und bald ab ins Bett. Es ist warm im Zelt, obwohl ich alle Klappen auf habe. Nur die Moskitonetze trennen mich von der Aussenwelt.
Teil 811. Apr. 2017
21.3. Ein strahlender Morgen erwartet uns. Natürlich muss ich die Zeit zwischen Frühstück und Abfahrt nutzen und schauen, wer im oder in Campnähe ist.



Zwergspint mit Libelle als Futter

Dank dem gestrigen Regenschauer hat es im Fluss eine Pfütze und da wuseln nun ganz viele Geierperlhühner herum. Leider etwas weit weg. Als alles eingepackt ist, gehts los, aber nicht ohne noch Tiere zu suchen und auch zu finden. Diese 3 Löwen hatten wir gestern verpasst, da sie tief im Gebüsch drin waren. Der Chef mit dem Sender hatte zusammen mit seinem Bruder, als dieser noch lebte, etliche Elefantenjungen getötet. Eines Tages waren die Elefanten am Zug…





Wir fahren nicht auf dem Hauptweg, der eine Wellblechpiste ist, sondern weiter oben in Richtung Gate. Der schöne Kudubulle kreuzt wieder unseren Weg und der Oryxbulle mit seinen vielen Kratzern. Ob da wohl ein Löwe dran hochgesprungen ist? Auch die herzigen Grevyzebrafohlen ziehen an uns vorbei.



Am Tor angelangt, haben sie auch prompt die Tickets bereit. Ein Samburu will mir Land geben… was da wohl die Gegenleistung wäre? Auf einer super Teerstrasse geht es weiter Richtung Norden, den Blick auf den Ololokwe. Da schafften es doch wirklich 2 kleinere Lastwagen Kopf voran ineinanderzuprallen. Auf dem Boden lag ziemlich viel Blut. Gute Strassen – höhere Geschwindigkeit – Einschlafen….



Ololokwe von der Seite, wo er sanft abschüssig ist. Von hier aus kann man auf ihn hochspazieren. Die grotesken Felsen faszinieren mich immer wieder.




Eindrücke von unterwegs nach Marsabit



Brücke über den trockenen Serolevi River



Ueberall ist es trocken. Ostafrika leidet unter einer der schwersten Dürren.



Rendille Dorf – Aus Wikipedia: Die Rendille sind eine Ethnie im Norden Kenias, südöstlich des Turkanasees in der Kaisut-Wüste, der über 60.000[1] Menschen angehören. Sie sind mit den Somali verwandt, mit den benachbarten Samburu verbündet und auch von den Borana kulturell beeinflusst. Bis um etwa 1500 bildeten die Vorläufer der heutigen Rendille, Gabbra, Garre und Sakuye eine gemeinsame, sprachlich und kulturell verwandte Gruppe, die „Proto-Rendille-Somali“ oder „somaloid“ genannt wird. Ab dem 16. Jahrhundert wurden die Proto-Rendille-Somali im Bereich zwischen den Flüssen Juba und Tana durch die Expansion der Borana-Oromo zum Teil verdrängt, voneinander getrennt oder an die Oromo assimiliert. Dabei sollen sich die Rendille am frühesten von den anderen Proto-Somali-Rendille getrennt haben und in ihrem angestammten Gebiet verblieben sein; die Gabbra blieben ebenfalls zurück und schlossen sich den Borana an, während andere Proto-Somali-Rendille-Gruppen fortzogen, um den Borana auszuweichen. Die Rendille übernahmen gewisse kulturelle Elemente von den Borana, blieben aber politisch von ihnen unabhängig und konnten als südlichste der somaloiden Gruppen ihre Sprache und Kultur relativ intakt beibehalten. Die Rendille gliedern sich in verschiedene Untergruppen/Clans. Als eigentliche Rendille gelten die nördlichen oder auch „weißen Rendille“, die traditionell als Nomaden mit Kamelen und daneben Ziegen und Schafen leben. Sie unterteilen sich in neun Clans und daneben den Clan der Odoola, der eine besondere Stellung innehat und wahrscheinlich später zu ihnen hinzustieß.
Teil 914. Apr. 2017
Die gute Teerstrasse führt uns weiter und weiter in den Norden. An den Strassen stehen Schilder mit Kilometerangabe. Da ein Safarifahrzeug nur 80 Kilometer pro Stunde fahren darf, zieht es sich. Fährt Daniel genau 80, dann piepst der blöde Speedgovernor. Also knapp drunter bleiben, macht ja auch nicht viel aus. Groteske Urgranitfelsen in allen Formen erheben sich aus der ausgedörrten Landschaft.





Auf der Strassenseite sieht man Weissdornakazien, ausgedörrte Sträucher und Grasbüschel, Lavaströme und viel Sand. Da bald die Windturbinen im Turkana Gebiet aktiv werden sollen, stehen bereits die metallenen Masten für die Stromkabel. Ein kurzes Stück führ die Strasse durch das Losai Nationalreservat. Tiere sehen wir allerdings keine.



Ein Schild an der Strasse warnt vor starken Windböen. Nun wissen wir, dass wir in der Kaisut Wüste angekommen sind. Daniel muss den Landcruiser mit viel Konzentration auf der Strasse halten. Ein Fehler und wir würden in die Wüste fliegen.







Im Hintergrund sieht man schon die Vulkane von Marsabit. Echt, ich habe mir diesen Vulkan viel kleiner vorgestellt und bin total überrascht. Die moderne Strasse passt aus meiner Sicht überhaupt nicht in das verlassene Gebiet, doch ist sie für die nördliche Bevölkerung wichtig oder wird es noch, wenn sie sich der Wirtschaft anschliessen wollen. Plast gehört leider auch hier ins Bild. Kenia will in ein paar Monate Plastiktüten verbieten. Mal sehen, ob das nicht wieder ein Werbegag ist.
Eine Strasse zweigt ab. Dank den Windturbinen, die auf der Strecke Richtung South Horr transportiert werden, ist sie frisch bearbeitet worden und die Sicherheit wurde verstärkt. Bald sind wir nur noch 51 Kilometer von Marsabit Stadt entfernt, bis an die Grenze in Moyale wären es noch 297 Kilometer



Modernere Blechhäuser und die Rendille mit ihren Kamelen in Loglogo



Ob das Heu von der Regierung ist, wie sie den Leuten versprochen hatten oder für die Rinder eines reicheren in der Gegend ? wir wissen es nicht. Doch auf jeden Fall ist Futter und Wasser sehr nachgefragt.



Diese Art des Transportes bräuchte die Strasse nicht. Uebrigens ist dies eine der ersten Touren, wo ich so viele Bilder vom Geschehen neben der Strasse mache. Das Gebiet, wie auch die Stämme sind neu für mich. Ich getraue mich aber nur, weil das Auto zügig fährt. Die Leute hier würden sonst wahrscheinlich nicht allzu freundlich reagieren.



Die Vulkanhügel ziehen Feuchtigkeit an und es soll schon einige Regenschauer gegeben haben. Es stimmt wirklich, wie eine Insel heben sich die grünen Berge aus der braunen Wüste ab.



Obwohl sich Daniel total konzentrieren muss, erklärter immer wieder mal was. Das helle im Hintergrund ist die Chalbi Wüste, die wir morgen befahren werden. Ich bin total aufgeregt mich auf Neuland zu bewegen.



Das Ortsschild von Marsabit! Unser Ziel haben wir nun fast erreicht. Die Strassen werden grade frisch gemacht und diejenige, die direkt zum Zeltplatz führt, ist blockiert. Also ein Umweg und Blicke auf die Behausungen und Leute werfen – ohne zu fotografieren. Ist mir zu heikel. Der Campingplatz des KWS liegt in einer nicht dicht bewaldeten Ecke, am Rande des Parkes. Flechten und Würgefeigen bewachsen die Bäume. Die Flechten zeugen von hoher Luftfeuchtigkeit und die bekommen wir dann auch noch zu spüren. Doch erstmal Zelte aufbauen, während der Koch unser Mittagessen zubereitet. Früher auf der schlechten Strasse hätten wir Marsabit am Abend erreicht!



Die Anlage ist gut und der Essplatz gegen Paviane eingegittert. Ein KWS Campverantwortlicher spaziert vorbei und fragt, ob es uns gut gehe. Er ist etwas überrascht, dass ich ihm auf Suaheli antworte und sage nein. Die Toiletten sind dreckig und überall liegt Abfall rum. Ich war wohl sehr deutlich, denn nach nicht allzu langer Zeit spaziert er mit Besen, Eimer und Putzmittel zum Toiletten-Duschhaus. Gut, denn somit erspart es mir, Reklamationen anderswo anzubringen. Ab zum Mittagessen…..
Teil 1015. Apr. 2017
Bald nach dem Essen geht es zum Parkeingang zum Marsabit Nationalpark.





Wenn die Aussage von Präsident Jomo Kenyatta nur verstanden worden wäre…
Die Naturstrasse ist recht gut erhalten und bald sind wir schon am kleinen See bei der Marsabit Lodge. Leider ist leer und es zeigt auch nichts, dass hier mal Besuch vorbeikommt. Joy Adamson und andere Persönlichkeiten sassen hier auf der Terrasse und schauten den Elefanten zu, wie sie zum Trinken kamen. Das von ihr gemalte Bild von Ahmed, dem Elefantenbullen mit Stosszähnen fast bis auf den Boden, hängt im Eingang. Er war 24/7 auf Befehl von Jomo Kenyatta bewacht und starb in seinen 60igern eines natürlichen Todes. Auch dies sollte mit den letzen noch verbleibenden Tuskern gemacht werden. Ahmed’s künstliche Kopie steht im Nationalmuseum in Nairobi.





Doch erst fahren wir hoch zum Paradiessee und kommen an den unvermeidlichen Kühen vorbei. Der Marsabit Wald ist der letzte Rückzug für die Hirten, die verzweifelt für ihre Kühe ein paar Grashalme suchen.



Links und rechts der Strasse ist dichter Wald. Somit sieht man nicht weit. Ab und zu hüpft ein Buschbock über den Weg, um entweder weiterzurennen oder uns neugierig von hinter dem Baum anzukucken. Vögel ja, doch dies will ich meinen Reisegefährten nicht antun, denn auch die verschwinden gleich. Wir stehen oben auf dem Kraterrand uns schauen runter auf den Paradiessee. Grevy Zebras, Büffel, Hippos und ein paar Vogelarten können wir ausmachen. Ueber uns kreisen Kappengeier, Afrikanische Höhlenweihe und ein Augurbussard. Bald ist es Zeit, sich wieder auf den Rückweg zu machen.



Nun halten wir bei der Marsabit Lodge und möchten eigentlich was trinken. Doch niemand zeigt sich, obwohl dieTüre offen ist. Also ab ins Camp zum Duschen und Abendessen. Falter, Falter, Falter…. Im Licht der neuen Stirnlampe, die mir Picco nettwerweise bei seinem Besuch mitbrachte, ist es leicht die zu fotografieren.



Die Biermotte wird von gährenden Früchten und alkoholischen Getränken angezogen. Der crème gestreifte Eulenfalter ist überall, im Esskäfig und auf dem Boden. Diesem werden wir auf fast allen Campingplätzen wieder begegnen.

Teil 1115. Apr. 2017
23.3. Einer meiner Begleiter fand, dass er hart genug ist, ohne Schlafsack zu schlafen. Aufstehen wollte er auch nicht. Na ja, mir war schön warm im Daunenschlafsack. Es ist neblig und frisch. Es fallen auch einige Regentropfen. Frühstücken, Zelt abbauen mit Hilfe von Daniel (Zelte rollen lerne ich nicht mehr….), einladen, noch kurz schauen, welche Vögel ich für die Kenya Birdmap finde und los gehts. In der Stadt halten wir und warten geduldig bis der Koch etwas eingekauft und Daniel frisch rasiert wieder zurückkommt. Auf dem Wirrwarr der neuen Teerstrassen finden wir doch den Weg auf die Hauptstrasse. Bald geht es links weg und nun heisst es für die nächsten Tage Naturstrassen. Der Wind weht den Plastik überall hin und es sieht aus, als ob sie am Boden und auf den Büschen wachsen. Mal abwarten, ob das neue Gesetz kommt und Aenderung bringt. Rechts weg und etwas hoch, ein paar Meter zu Fuss und wir schauen in einen kleinen Krater rein. Hier sollen Viehdiebe jeweils die Rinder versteckt haben. Die Kultur des Viehdiebstahls geht hier auf viele Generationen zurück.









Ich schaute vergeblich, ob die Aloe Samen hat und sie hat auch keine kleine Ableger, die man hätte mitnehmen können. Sie hätte gut zu meinen anderen Aloearten im Garten gepasst. Weiter geht es und runter auf die Ebene. Wir verlassen die hügelige Vulkanlandschaft und kommen in die Chalbi Wüste. Ich möchte so gerne eine Heuglinstrappe finden. Da zeigt Daniel auf eine Trappe, doch leider eine Riesentrappe… Eine Zeitlang sind wir noch im Marsabit Schutzgebiet bevor wir ins Gebiet der Gabbra in der Chalbi Wüste kommen.

Die Landschaft ist generell flach. Gelegentlich sind im Hintergrund Hügel zu sehen. Der Boden wechselt von Lavabrocken, zu Lavasteinen und Sand. Die Büsche und Grasbüschel sind dürr. Ein paar Akazien haben grüne Blätter.









Falsche Schirmakazie / Acacia reficiens - die grösseren auf anderen Bildern sind richtige Schirmakazien / Acacia tortilis







Die Strasse hat eben erst neuen Schotter bekommen und ist in sehr gutem Zustand. Uns zu Ehren? Auf einmal kommt der Ruf von hinten, es riecht nach Bier. Eine der Dosen ist aufgesprungen. Also anhalten und das kleine Problem beheben.



Ausser einem Gerenuk und ein paar Braunnackenraben sichten wir keine Tiere. Mitten im Nichts steht ein Brunnen umzingelt von Dromedaren und ihren Gabbrahirten. Daniel verlangsamt das Auto nur und wir machen blitzschnell mit dem Fotografieren. Hier haben die Leute Schusswaffen und fotografiert zu werden, lieben sie nicht besonders. Doch sie reagieren überhaupt nicht auf uns.



Weiter geht es durch Sand und vorbei an Büschen. An einer Stelle ist der Sand so tief, dass Daniel schauen muss, wie er dran vorbeifahren kann. Plötzlich sind wir an einer Oase. Wasser an der Oberfläche und Vögel, die das Nass geniessen. Da es wirklich trocken ist, fahren wir auf der Piste mitten durch die Wüste. Die Berge in Abessinien erscheinen am Horizont. Das Wasser fliesst von den Bergen in der Regenzeit in die Chalbe Wüste und überflutet sie. Dann wird sie für Fahrzeuge unpassierbar und es muss der weitere Weg im Norden gefahren werden.







Fatamorgas und 2 vorbeifahrende Autos, rechts von uns Abhänge aus Lavagestein. Und irgendwann am frühen Nachmittag kommen wir in Kalacha an. Eine Oase mit vielen Palmen, Eseln und Dromedaren kündet uns an, dass bald das Dorf erscheinen muss.
Teil 1216. Apr. 2017
Der Stamm der Gabbra besiedelt vorwiegend die Chalbi Wüste. Sie gehören zu den Oromo und haben engen Kontakt mit den Borana. Sie gehören zu den Kuschiten und sind vorwiegend Kamelhirten und mit diesen ziehen sie durch die sehr karge Gegend.

Im Dorf angekommen, sehen wir uns in der ersten Campsite um. Diese hat Hütten aus Palmblättern und wird von einer Frauengruppe geleitet. Daniel und ich sind wir einig, da bleiben wir und unterstützen gleichzeitig die Frauen. Da campen oder in den Hütten schlafen gleich viel kostet, entscheiden wir traditionell zu leben.







In der Esshütte, wo unser Koch unser Mittagessen vorbereitet. Die Dame des Hauses wird von einem meiner Reisekollegen Mama Schillingi getauft, denn sie nimmt das Geld für die Uebernachtung und den späteren Tanz entgegen.



Sogar Wasser zum Duschen bekommen wir, im Tank von der Sonne gewärmt. Die Dusche ist einfach, doch es reicht völlig, um Staub und Schweiss abzuwaschen. Die beiden Jungs schicke ins Dorf, um mir 3 kalte Fantas zu holen. Die kommen auch prompt mit Wechselgeld zurück. Klar, Trinkgeld muss sein. Die Fantas laufen nur so in meinen Magen runter. Ich trinke und trinke, doch auf die Toilette muss ich trotzdem selten. Man schwitzt hier alles gleich wieder raus. Es ist ansehnlich warm…. Um Vögel zu suchen, hüpfe ich von Schatten zu Schatten ansonsten wäre ein Sonnenbrand garantiert gewesen. Ich muss doch die Arten, die ich sonst nirgends finde, in die Kamera bringen.



Weiss-Scheitel Glanzstar, der nur hier ganz im Norden in Kenia vorkommt



Der Braunschwanz kommt hier, um den Turkana See, in Baringo und Shaba vor



Der Braunnackenrabe kommt im nördlich von Marsabit und Baringo vor. Er wird von menschlichen Siedlungen oder besser deren Abfällen angezogen.



Mit der sich schon dem Horizont zubewegenden Sonne, führen uns die Frauen ihre traditionellen Tänze vor. Eine Kamel- oder Kuhhaut wird auf den Boden gelegt und wenn sie drauf stampfen, gibt das einen guten Begleitton zu ihrem Gesang.

und hier zum Kurzfilm ueber den Tanz

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Teil 1317. Apr. 2017
24.3. Es schlief sich trotz viel Warm sehr angenehm in der Hütte. Ausgeschlafen bestaune ich den herrlichen Morgen und schaue wie die Sonne hochkommt. Die Temperaturen sind angenehm und die Vögel munter. Also pirschen… und aufs Frühstück warten. Wir nehmen es gemütlich und fahren so um 9 Uhr los. Durch die Chalbi Wüste und strikt auf der Piste. Es muss vor nicht langer Zeit geregnet haben. Als ich mal austreteten musste, trat ich neben der Piste auf die Kruste und diese gab sofort nach. Nur ja nicht mit einem Auto versuchen….



Viele abgestorbene Bäume (keine Ahnung was für welche), ein salzverträgliches Gebüsch und ach, die Mesquite Bäume sind auch schon hier. Durch NGO’s und der Regierung aus dem südöstlichen Amerika eingeführt, vermehrt und verbreitet sich der Baum rasend schnell. Seine tiefen Wurzeln saugen anderen Pflanzen das Grundwasser weg. Niemand mach denen den Garaus. Der Berg im Hintergrund ist ebenfalls eines der wenigen Wasserauffanggebiete hier im Norden.





Daniel erzählt, dass eine Japanische Firma untesucht hat, ob man das Gebiet landwirtschaftlich nutzen könnte. Deren Antwort war nein. Auch wenn man salzfreie Erde hintragen würde und bewässern, würde das Salz durch Osmose hochdringen und in kurzer Zeit wäre auch die neue Erde wieder versalzen. Und bisher gibt es kein Getreide, das auf Salzböden wächst. Ein kleiner Vulkanhügel zeigt die Richtung nach North Horr. Ansonsten hat es kaum was, woran man sich orientieren könnte. An North Horr fahren wir nur vorbei.



Sobald es irgendwo Wasser an der Oberfläche hat, findet man Dromdare beim Trinken. Die frechen Braunnnackenraben bekommen so einen Hochsitz. Scheinbar kommt diese Art Palme mit dem hiesigen Boden zurecht. Diese Oasen sind auch wichtig für die Zugvögel. Teichwasserläufer, Schafstelze und andere vielen mir schon an anderen Oasen auf.





Ein nicht schöner Anblick, der uns leider noch in Form von Ziegen, Schafen und Rindern begegnen wird. Die Regierung hat in einigen Gegenden gegen Entgeld Nutztiere abgekauft, doch wenn man die Pastoralisten kennt, weiss man, dass verkaufen nur im alleräussersten Notfall eine Lösung für die ist. Es kommen immer alle möglichen Ausreden, warum nicht.



Nur hartgesottene Pflanzen haben in dieser Gegend eine Chance. Einer davon ist der Boscia, ein Kaperngewächs und dessen Früchte man essen kann.



Irgendwo taucht ein Dorf auf. Es muss hier in der Nähe Wasser haben…



Daniel stoppt und schaut mich an – die Heuglinstrappe. Obwohl ich aussteige, gelingt mir kein gutes Bild. Ich verlor sie auch gleich aus den Augen. Aber immerhin gesehen –ein Vogel der oben auf meiner Wunschliste stand.



Wir verlassen die Chalbi Wüste und kommen ins Gebiet der Turkana. Auf einmal ist es blau vor uns – der Turkana See!



Wenn auch die Vegetation hier arg spärlich ist, so wandelt sich das Landschaftsbild und die Gesteinsformen doch ständig.



Der Mt. Kulal ist der Wasserspender der Gegend. Von hier aus wird Wasser, das natürlich heiss ist, nach Loiyangalani geleitet.



Und da taucht Loiyangalani vor uns auf, also fast am Ziel des heutigen Tages. Es ist früher Nachmittag.

Teil 1422. Apr. 2017
Wir fahren durchs Dorf, vorbei an der Stelle, wo Wasser in einer Leitung vom Mt. Kulal runterkommt und die Leute anstehen, um das kostbare Nass in Behältern nach Hause zu tragen. Das Bild des Dorfes ist geprägt von Hütten, kleinen Läden und vielen Menschen, die beschäftigt oder unbeschäftigt sind. Vorbei an der alten Oasis Lodge, die seit einiger Zeit nicht mehr in der Hand von Wolfgang Deschler ist, sondern einem kenianischen Ehepaar. Doch wir ziehen in die nächste Lodge, die von dem vorigen Manager der Oasis Lodge gebaut wurde. Zelten oder in Hütten schlafen – Hütten, die sind wohl eher luftiger. Es ist heiss und feucht. Eigentlich schwitzt man hier nur 1 Mal am Tag, nämlich 24 Stunden lang. Doch da der Garten viele Palmen hat, ist es fast gemütlich zu nennen, im Schatten zu sitzen. Der Koch bereitet unser Essen zu und ich schütte kalte Fanta in mich rein.



Obwohl es modernere Zimmer hat, ziehen wir die luftigeren, älteren Hütten vor. Jeder Windhauch ist willkommen. Meine Hütte von innen und aussen. Das Duschwasser braucht nicht aufgewärmt zu werden, es kommt natürlich heiss aus der Röhre. Vulkanische Aktivitäten lassen grüssen.





Am späteren Nachmittag fahren wir wieder durchs Dorf und zum nicht weit weg gelegenen Nationalmuseum von Loiyangalani. Traumhaft gelegen mit Sicht auf denTurkanasee, haben sie neue Bungalows gebaut.





Da unten am See hat es ganz viele Vögel. Meine Kollegen spazieren schon über die vielen Steine runter ans Ufer. Sie haben natürlich den See und die Inseln im Blickfeld und ich pirsche mich an die gefiederten Freunde ran.



Weissbrustkormorant und unten Riedscharbe





Zwergstrandläufer und unten Hirtenregenpfeifer





Brachschwalbe

Eine Turkanafrau kommt und will natürlich was verkaufen. Ich sag ihr einfach, dass sie doch zu meinen Kollegen soll, vielleicht hätte sie dort Glück. Hatte sie aber nicht. Und langsam ging es wieder den Berg hoch, über all die Steine. Nur keinen Knöchel verknacksen…



Heissgelaufen, aber sicher kommen wir oben beim Museum an. Und nun geht es auch rein ins Museum, wo wir Tafeln mit Hinweisen über die Natur/Tierwelt und auch Gegenstände der hier lebenden Stämme finden. Ein erst 2003 beschriebenes Chamäleon kommt am Mt. Kulal vor, wo es endemisch ist.



Somalisperlinge, die sich scheinbar hier wohl fühlen, denn sie picken rum und baden im Sand. Nonnensteinschmätzer jagen Insekten und Haubenlerchen picken im Sand.



Nun heisst es wachsam sein, denn ich will keinen Moment des Sonnenunterganges verpassen.







Wieder zurück im Camp geniessen wir die warme Dusche und unser Abendessen. Eine weitere kalte Fanta wird geschluckt und wohlweisslich 0.5 l, was ich normalerweise kaum alles runterbringe.
Teil 1522. Apr. 2017
25.3. Es war nicht einfach einzuschlafen. Auch wenn man splitternackt auf der Mattratze liegt, so ist es dennoch heiss. Kaum ein Lüftchen weht. Also dreht und wendet man sich, bis der ersehnte Schlaf kam. Und klar, früh schon war ich auf den Beinen. Der heutige Morgen ist dem Besuch eines der beiden El Molo Dörfer gewidmet. Der kleinste Stamm war bis auf 99 Mitglieder zusammengeschrumpft. Durch Inzest wurden etliche anormal geboren. Die einzige Lösung war, sich mit anderen Stämmen vermischen und so wenigstens annähernd El Molos zu behalten. Erst fahren wir auf die Erhebung und blicken auf den See und eine Halbinsel.


Die El Molos leben hauptsächlich vom Fischfang. Wo sie Gemüse herbekommen, konnte ich nicht sehen, denn wachsen würde hier wohl kaum etwas. Die Fischer kommen zurück und meist haben sie Nilbarsche als Beute.



Eine kleine Mission hilft den Leuten und die Kinder können dort zur Schule. Somit war ich auch nicht erstaunt, dass einige Englisch konnten. Das Dorf von oben.



Einer der Alten mit dem typischen “Kopfkissen”



Wir bezahlen den Eintritt und werden durchs Dorf geführt. Einige nehmen Fisch aus, andere reparieren die Netze und wieder andere, vor allem ältere Männer sind fleissig am Schwatzen. Die Kinder laufen mit uns mit, andere spielen.















Unser Guide führt vor wie man diese aus Palmenstämmen gefertigten Boote bewegt. Der Bräutigam muss bei der Hochzeit den Eltern der Frau ein solches Boot als Brautgeld geben.



Ein Grünschenkel und der auch hier vorkommende Plastikabfall….



Haubenlerchen wuseln hier überall rum. So sehr ich mich auch bemühte eine andere Lerchenart zu finden, es sollte einfach nicht sein.



Die El Molo machen echt schöne Dinge. Die bläulichen Steine holen sie auf der Halbinsel im ersten Bild. Natürlich muss einer mit mir nach hause! Unten der traditionelle Rock.



Einer meiner Gäste hat einen verdorbenen Magen und geht zurück zum Auto. Wir spazieren dem See entlang, um zu sehen, was für Fische Daniel für uns eingekauft hat. Doch es hat auch Vögel… und der Küstenreiher, der nur an der Küste am Lake Turkana vorkommt, soll nicht unfotografiert bleiben.Auch der Grünschenkel will mit aufs Bild.







Ich habe immer Hemmungen, Leute so direkt zu fotografieren. Aber die Frau war zu typisch und hatte nichts dagegen.




Das hier ist wohl das vielsagendsde Bild….. Die EU hat eine Leitung vom Mt. Kulal bis ins Dorf gezogen. Doch Hirten haben die aus irgendwelchen Gründen zerbrochen und nun hängt das Dorf wieder vom Sodawasser des Turkana Sees ab. Flicken wäre eine andere Möglichkeit, doch wie lange dies wiederum halten würde, ist eine andere Sache.





Es ist nun recht warm und wir begeben uns ins Camp zum Mittagessen.
Teil 1623. Apr. 2017
Nach dem Mittagessen werde ich an einen Tisch eingeladen. Es sind Leute vom Marsabit County, dem grössten County in Kenia, von Marsabit bis an den Turkana See. Wir diskutieren und sie fragen mich natürlich, was könnte man besser machen. Klar kommen da meine Hauptsorgen – Ueberweidung, Abholzung und Abfalll – vieles verursacht durch die grössere Bevölkerungsdichte und der Armut. Das nicht umdenken wollen, trägt auch dazu bei. Der Herr hat die Idee in Marsabit eine Fleischverarbeitungsfabrik einzurichten. Auf meine Frage, ob denn die Pastoralisten bereit seien, Ihre Tiere zu verkaufen, antwortet er auch nur zögernd. Meine Idee, dass Leute, die Abfall wegwerfen, eine Stunde lang Abfall auflesen müssen, finden sie gut. Auf jeden Fall möchten sie Aenderungen. Die Frau ist vom Stamm der Borana, wurde noch beschnitten und hat 5 Kinder. Sie selber rät nun ihren Töchtern nicht zu heiraten

Am späteren Nachmittag besuchen wir das Dorf der Turkana. Man sieht die traditionellen Hütten sowie etwas moderne bei denen doch schon Stein als Material verwendet wird.



Da der Boden hier sehr hart ist, werden die Menschen ziemlich oberflächlich begraben und mit Steinen zugedeckt.



Tanzen spielt auch bei den Turkana eine grosse Rolle. Und dem folgen wir nun gespannt. Leider hat sich ein betrunkener Zwischenhändler dazwischen gemischt, doch auf meine Zeichen hin, entfernt er sich wenigstens von der Tanzgruppe. Die Frau mit dem violetten Oberteil ist die Anführerin. Sie bittet uns nachher auch, nicht durch Agenten zu kommen. Daniel erklärt ihr, dass der sich von selber reingemischt hat. Einer meiner Kollegen fotografiert ein Kind und die Mutter möchte US$ 5.- dafür haben, zusätzlich zum Eintritt. Sie wird nachhaltig von der Anführerin zurechtgewiesen und sie bekommt das Geld nicht.



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Wie oft in armen Gegenden ist der Fussball aus Plastiktüten und Schnüren gefertigt. Spass haben sie dennoch



Charakteristische Frauen und Hütte von innen





Kilimambogo ist der Kikuyu Name für den kleinen Vulkan bei Thika, der auch ein Nationalpark ist. Er bedeutet Hügel der Büffel. Sein Maasai Name ist Oldonyo Sabuk und den findet man meist auch auf Karten vermerkt. Wie kommt also dieser Name ins Turkana Dorf?



Der warme Abend geht schnell vorbei und wir geniessen den Turkana See Fisch.
Teil 1723. Apr. 2017
26.3. Der Magen unseres Kollegen will einfach nicht wie er sollte. Also anstatt des Kameltrekkings in Tuum, fahren wir nach South Horr. Dies ist eine kleinere Strapaze als 2 Stunden lang neben den Dromedaren hergehen und in der Nähe eines Samburudorfes übernachten. Eingepackt haben wir nach dem Früstück rasch, denn die Zelte bleiben im Auto. Die Naturstrasse ist grösstenteils recht gut und wir können zügig durch die weiterhin öde Landschaft fahren. Langweilig ist es deswegen nicht! Denn auch wüstenähnliche Gebiete haben verschiedene Gesichter. Erst geht es noch ein Stück dem See entlang.



Von weitem sehen wir eine Dhau, die an einem kleineren Vulkan im See vorbei segelt.



Etwas wehmütig verlassen wir den See – es ist einfach schön hier! Durch weiterhin karge Landschaft geht es weiter bis zum nächsten Halt bei den Windturbienen. Da es hier immer starke Winde lohnt es sich solche aufzubauen. Profitieren wird Loiyangalani und auch grössere Orte in etlicher Entfernung. Wie gut sie für die Vögel sind, wird sich zeigen, denn sie sind noch nicht in Betrieb.





Oft ist es sehr bergig und wir befinden uns im Land der Samburu. Auch wird von den Bergen klares Wasser in Leitungen ins Tal gefördert. Wohin, das werdet Ihr gleich sehen, denn wir sind nicht mehr weit von South Horr entfernt.





Am Anfang von South Horr treffen wir auf dies. Ein wirklich grosses Stück Land ist eingezäunt, Wasser hingeleitet und auch innerhalb liegen Leitungen, wenn auch zerbrochen. Auch die Treibhäuser hatten schon bessere Tage gesehen. Die Mangobäume stehen einfach so da, es kümmert sich wohl keiner um sie.







Eine teure Ziegenweide…..



Auf der Strasse torkeln betrunkene Männer rum, ok, es ist heute Sonntag. In Kürze, man hat den Samburu eine Lebensgrundlagemöglichkeit hingestellt, aber vergessen, dass die wohl kaum selber einen Spaten in die Hand nehmen. Ein leider vergebener Hilfsversuch.
Teil 1801. Mai 2017
Daniel wählt ein Camp von dem er weiss, dass es dort viele Vögel hat. Echt lieb von ihm. Ich werde auch nicht enttäuscht. Wieder haben wir die Wahl zwischen Zelt und Häuschen und wir wählen die Häuschen. Einfach, doch sauber und komfortabel.

Der Chefkater…. Das Grundstück ist relativ gross und sieht so aus, wie es auch ein Treffpunkt für verschiedene Leute ist.





Ich schaue 2 Mal, ja es ist die andere (Unter-)art des Graubülbüls = Dodsonbülbül.



Daniel füllt Wasser in das Vogelbecken, doch der Zement hat so viele Risse, dass es nicht für lange bleibt. Doch um die wunderschönen Grünschwanzglanzstare anzuziehen reicht es aus.





Die Meerkatze wurde von Hunden und den Menschen fern gehalten. Wir wollten ja unser Essen behalten.





Heuglinsdrossling sucht nach Insekten in irgendwelchem Dung

Wir möchten einen Samburutanz sehen und Daniel mobilisiert. Nicht einfach an einem Sonntag, wo die Frauen im Salon oder beim Einkaufen sind. Doch ein paar Morans (Krieger) kommen. Allerdings ist es nicht einfach für sie anzufangen, da sie sich normalerweise erst mit irgendwas stimulieren. Doch es gelingt ihnen dennoch uns etwas vorzuführen. Kurzfilm klick youtube Link.





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Ein alter Mann, ein frisch geborenes Dromedar im trockenen Fluss, eine Szene für sich



Die Weisskopfmausvögel kommen eher im nördlicheren Kenia vor. Auch im Samburu sah ich sie, doch sie waren überhaupt nicht fotogen oder besser gesagt, wollten sich nicht präsentieren.





Es wird nun rasch dunkel und nach dem Duschen gibt es auch ein feines Abendessen. Dass ich diese Spinne als Zimmergenossen hatte, störte mich gar nicht….. ich schlief einfach tief und fest.
Teil 1902. Mai 2017
27.3. Ein gemütliches Frühstück nach tiefem Schlaf und da das Licht gut war, Vögel jagen.



Afrikanische Paradiesschnäpper sind immer in Bewegung, doch ich wollte diesen Mischling der hellen und dunklen Phase unbedingt.

Alles ist geladen und wir verlassen den Ort. Die schöne Wüstenrose musste doch aufs Bild…



Es geht nun auf Naturstrasse, gelegentlich ziemlich holprige Wellblechpiste Richtung dem Abgrund des Grossen Grabenbruchs und danach nach Maralal.





Irgendwann steht eine Tafel und weist auf ein Schutzgebiet hin. An den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Was wir finden sind Somali Strausse und Paviane.



Die Strasse klettert hoch und höher. Bald finden wir Bleistiftzedern und die Vegetation hat sich total gewandelt. Gewitterwolken hängen tief und ein Mast, der mal Stromkabel tragen wird, um Strom von den Windturbinen nach Maralal zu bringen, steht auch schon. Auch buntes Markttreiben erleben wir im Vorbeifahren.













Wir halten an einem Punkt wo man weit ins Great Rift Valley sehen kann. Leider ist es zu diesig, um auf dem Foto viel zu erkennen. Daniel fragt uns, ob wir ans Ende der Welt fahren möchten, auch wenn sie dort etwas Eintritt verlangen. Klar wollen wir….









Wir sind begeistert, der Blick ist einfach gigantisch. Es ist zwar hier oben etwas frisch, doch was solls.. es gefällt uns. Fächerborstenraben stellen sich auch noch in Pose und Protea Büsche fangen an zu blühen.









Ein einfaches, aber schmackhaftes Mittagessen und bald geht es weiter….



Es passiert mir selten, dass ich beim Autofahren einschlafe. Doch auf einmal fielen mir die Augen zu und als ich wieder zu mir kam, waren wir am Rande von Maralal.
Teil 2005. Mai 2017
Wie muss man sich Maralal vorstellen? Die Stadt gehört zum Samburu West und wird von Samburus dominiert. Dabei hat es natürlich auch Läden, die von Indern und anderen Stämmen betrieben werden. Mein hellblaues Badetuch ist auf dem hellblauen Leintuch in Maralal liegen geblieben. Also suche ich Ersatz. Badetücher? Nein. Also muss ein anderes Tuch her, natürlich mit den verrücktesten Farben. Der Koch kauft ein, darunter Ziegenfleisch.

Daniel findet das unscheinbare Tor zur Campsite. Leider ist Yare Club seit dem Tod der Besitzer heruntergewirtschaftet. Nach einiger Zeit wird auch das Tor aufgemacht und wir können reinfahren. Erstmal einen Ueberblick verschaffen und ein flaches Plätzen fürs Zelt suchen. Geschafft und Zelt steht auch schon bald. Zum Vögel fotografieren ist es zu dunkel, dies auch wegen hängenden Wolken. Also mal versuchen ins Internet zu kommen... mmhhh klappt nicht, also müssen Mails warten. Out of Office reply ist ja eingeschaltet. Ziege mag ich eigentlich am liebsten vom Feuer oder gebraten. Nun der Koch hat was anderes draus gebastelt. Erst rümpfe ich mal die Nase, musste dann aber zugeben, dass es schmeckt. Bald ab auf die Mattratze. Die Toilette ist auch schon fertig eingerichtet - etwas Luxus im Busch muss sein.



28.3. Herrlich im Vogelgezwitscher aufzuwachen! Wer wohl alles da ist? Schwer zu erkennen, es ist grau in grau und erst nach dem Frühstück kommt Licht rein. Auf der blühenden Schirmakazie zischen Nektarvögel herum und auch in der Hecke bewegt sich einiges.



Marico Nektarvogel und unten Olivendrossel



Wieder heisst es alles einladen und Richtung Baringo See fahren. Wir kommen durch die Gebiete, wo die Pastoralisten in private Ranchen eingedrungen sind. Ganz friedlich ist das leider nicht abgelaufen. In Baragoi hat es geregnet, wenigstens etwas Erleichterung für die Bevölkerung.



Wir fahren durch Mugie, einer der Ranchen und sind nicht begeistert, dass sie unweit des Hauses sogar die Frechheit haben, ihre Rinder in Koralen zu halten. Da zur extremen Dürre, die härteste seit Jahrzehnten, noch die Tatsache dazu kommt, dass im August Wahlen sein sollen, ist alles drunter und drüber. Solche, die an die Macht wollen, versprechen denen alles Land, das von weissen und schwarzen Farmern legal erworben wurde. Sie haben das überweidete Land wieder hochgepäppelt und Wildtiere den Touristen gezeigt. Geregeltes Grasen von Nutztieren liess kein Ueberweiden aufkommen. Doch wenn Pastoralisten Gras für ihre wandelnden Skelette sehen, vergessen sie alles und Zäune sind kein Hindernis. Leider wurde auch kürzlich die durch das Buch und den Film “Ich träumte von Afrika” berühmt gewordene Kuki Gallmannn angeschossen. Sie liegt noch im Spital, soll aber zum Glueck auf dem Weg zur Besserung sein. Auch ihr Farmhaus in Ol Ari Nyiro wurde zuvor angezündet. Ausgelöst wurde dies, weil die Polizei Kühe erschoss. Es ist ein hin und her und wahrscheinlich hat die Regierung nicht von Anfang an richtig gehandelt. Nun mit dem Regen wird wohl wieder Ruhe einkehren.

Das typische Landschaftsbild - Vegetation, die lange Dürren überstehen kann, schroffe Vulkanhänge und -steine. Gelegentlich Menschen zum Teil bewaffnet.



Nach einigen Stunden Fahrt taucht der Baringo See vor uns auf. Am Ziel sind wir aber noch nicht! Denn wir müssen in eine andere Ecke am See. Wir kommen am Militärlager vorbei, das immer da ist und immer wieder kommen uns Busse mit Soldaten entgegen. Das erste Dorf nach langem und alle Geschäfte zu. Hier hatten Banditen die Leute verunsichert und einige auch vertrieben. Diese Situation verschlimmert sich jedesmal, wenn Wahlen anstehen, ansonsten ist es hier ziemlich friedlich. Daniel hat unterwegs immer wieder mit Leuten vor Ort, die er kennt, Kontakt aufgenommen und nachgefragt wie es aussieht. Dies der Grund, weshalb ich einen Fahrer hatte, der die Leute hier kennt und die Leute ihn. Unsicher haben wir uns keinen Moment gefühlt.



Langsam, als wir uns Marigat nähern kommen die typischen Basaltlavawände ins Blickfeld



Nun ist es nicht mehr weit und wir sind am Eingang zum touristischen Teil des Baringo Sees. Die Guides hier haben veranlasst, dass die Touristen keinen Eintritt mehr an die Distriktverwaltung bezahlen müssen. Denn dies hat Touris abgehalten und das Geld hat nichts verbessert. Die Schlaglöcher in der Strasse sind nach wie vor da. Im Robert’s Camp bauen wir unsere Zelte auf. Und ach, es ist heiss, doch ich höre die harte Arbeit - Vögel rufen und davon Arten, die ich noch gar nie gesehen habe. Also Hitze vergessen und nicht weich spielen. Schon bald geht es ab auf die Bootsfahrt!

Kleinere Krokis, von denen gesagt wird, dass sie am Baringo See nicht aggressiv sind, gleiten ins Wasser als wir kommen



Nur ein Hippo und seine Narben zeugen von harten Kämpfen. Hippos erliegen oft den Kampfwunden.







Am Ufer steht ein Mangrovenreiher. Nett er ist gar nicht scheu.



Schlangenhals vogel



Goliathreiher



Flusseeschwalbe

Der Regen ist sichtbar, doch er zieht in eine andere Richtung und wir bekommen nur ein paar Tropfen ab. Wir sehen uns noch den Lake Baringo Club an, der mal das Haus von Weissen war, die Gäste unterbrachten. Doch schon bevor sie vom Wasser eingenommen war, hatte die Kette, die ihn übernahm, nicht allzu viel in die Renovierung investiert. Nun ist sie zu und die Tiere haben dort ihren Frieden. Meine Begleiter ziehen es vor ins Camp zu gehen, während ich und der Guide rumstrolchen. Ueber den Stacheldraht ins Grundstück des Lake Baringo Clubs. Eulen sind das Ziel, doch wir finden sie nicht. Also weiter und ein Perlkautz gibt auch prompt Antwort. Der Guide weiss, wo sie ihre Territorien haben.





Es sei nicht weit, um die Kurzschleppen - Nachtschwalbe zu sehen. Na ja, es geht so. Doch zu meiner Freude finden wir sie wirklich. Gut getarnt auf gleichfarbenen Steinen und mit immer schwächer werdendem Licht, versuche ich mein Bestes - die Kamera tut das auch.



Nun spazieren wir zurück zum Camp und ich gönne mir die wohlverdiente Dusche vor dem Abendessen.

Uebrigens während ich dies schreibe, prasselt draussen Regen runter. Auf dem Heimweg von Nairobi wurde ich auch schon mit dem Nass von oben gesegnet und musste um Pfützen rumlaufen.
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