Heute geht Wilson auf Rhino- und Leopardensuche. 😈 Dabei hatte ich ihm ausdrücklich gesagt, dass wir in Lewa über Rhinos stolpern und in der Masai Mara genügend Leoparden sehen werden.
Leider retuschiert, da Wilson exakt so gehalten hatte, dass wir ein anderes Safarifahrzeug hinter den Rhinos hatten 😈
Um es kurz zu machen, obwohl wir alleine mit ihm unterwegs sind, gelingt es uns in den zwei Tagen nicht, dass wir in Ruhe Tiere beobachten können. 😣 Sogar bei Elefanten müssen wir „betteln“. „Die haben wir doch schon gesehen“.
Da die Tiere sehr scheu sind, macht es wenig Sinn, wenn wir laut stooooop brüllen, Meter weit übers Ziel hinausschießen und wieder zurückfahren müssen. Wilson fährt mehrfach, während ich filme los, ohne Vorwarnung und obwohl ich ihn mehrfach bitte dies nicht zu tun. Nach 10 Minuten ist dies bereits wieder vergessen.
Immerhin hält er bei den Grevys, von denen gibt es angeblich nur fünf Tiere im Park
bei diesem Stopp können wir noch ein paar andere Bilder aufnehmen.
und wir fahren zum Hippopool, der sehr idyllisch liegt.
Am Abend, bei schönstem Licht, fährt Wilson stundenlang durch dichten Busch, obwohl ich ihn dreimal bitte auf die freie Fläche zu fahren, er sucht noch immer einen Leoparden. Nach zwei Tagen bin ich fertig, ich glaube nicht, dass die nächsten Guides besser sind bzw. ich meine Wünsche besser verständlich machen kann. Ich will nach Hause und flehe meinen Mann an mich NIE, NIE wieder eine geführte Tour buchen zu lassen. Nur noch auf eigene Faust unterwegs sein und am liebsten mit Zelt. Mein Mann reagiert glücklicherweise auf meine emotionale Entgleisung sehr ruhig und meint „abgerechnet wird am Schluss“. Er schafft es mich zu einem Amarula zu überreden, das Abendessen hatte ich nach der Vorspeise wegen Appetitlosigkeit verweigert und so sitzen wir mit einem großen Glas „Seelentröster“ vor unserem Chalet, schauen in den Sternenhimmel und freuen uns doch sehr in Afrika zu sein.
Und damit habe ich auch genug über Wilson geschrieben. Ja ich hätte mir einen anderen Guide in Meru gewünscht, aber um es vorweg zu nehmen, die nächsten Guides waren große Klasse. Warum ich das hier so ungeschminkt schreibe, weil es mir hilft in anderen Reiseberichten auch mal etwas Negatives zu lesen, dadurch kann ich mich darauf einzustellen und vielleicht in solch einer Situation besser regieren und wenn ich so etwas nicht erlebe, umso besser.
Wir haben unseren Besuch im Meru NP im Nachhinein nicht bereut. Wir sahen die witzigen Gerenuks, natürlich nicht auf den Hinterbeinen, da gibt es im Januar viel zu viel in niedriger Höhe zu fressen. Außerdem entdeckten wir Geierperlhühner, viele tolle Bienenfresser und ein Krokodil beim Fische jagen (morgen kommt noch eine wunderschöne Begegnung mit Elefanten). Die tolle Landschaft mit idyllisch, dicht bewachsenen Flussläufen, offener Graslandschaft mit sanften Hügeln und Mount Kenya in der weiten Ferne, tiefgrünen Büschen und belaubten Baobabs, Sumpfgebiete, rote Erde und Kopjies haben wir zwar nicht mit Fotos dokumentieren können, aber gesehen haben wir sie. Meru hat wirklich eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Und mein Mann und ich träumen inzwischen davon mit dem Zelt auf eigene Faust hierher zu kommen. Die Wege sind im guten Zustand, die trauen wir uns zu selber zu fahren.
Das Camp Elsas Kopjies ist ein absoluter Traum, sowohl die Lage als auch die Unterkünfte. Der Manager und seine Frau kümmern sich hervorragend um alle Gäste. Kaffee und Kekse bekommt man zum Weckup Call zur Unterkunft und da ich Kaffee ans Bett von daheim gewohnt bin (Lechz) nehme ich das auch gerne im Urlaub an. Sonst bin ich nämlich im Urlaub für das Kaffeekochen zuständig. Der leckere Lunch wird als Buffet serviert und auch das Abendessen war delikat. Nicht zuletzt wegen der Historie ist diese Gegend für jemanden wie mich, der mit dem Buch Elsa und ihre Jungen „aufwuchs“ und auch einige andere Bücher von Joy Adamson gelesen hat, etwas Besonderes.