Liebe Fomis Nach unser Südafrikareise im letzten August/September wollten wir eigentlich mal wieder etwas anderes machen. Nun sind wir doch wieder in Afrika gelandet, zum ersten Mal in Tanzania. Die Privatreise für uns zwei war über eine einheimische Agentur gebucht vorwiegend mit Camping, zwei Nächten Glamping und zwei Guesthouse-Übernachtungen. Wir hatten leider nur zwei Wochen Zeit und haben uns entschieden, "nur" die Nationalparks im Norden zu besuchen und kein Trekking und kein Sansibar anzuhängen. Reisezeitraum: 21. Januar bis 4. Februar Die Fotos von Markus findet ihr wie gewohnt in seiner Flickr-Galerie Tag 1 Wir fliegen mit Swiss von Zürich nach Nairobi und von dort mit Precision Air nach Kilimanjaro International Airport zwischen Arusha und Moshi. Das einzige Bemerkenswerte an der Anreise sind die knall-gelb-grünen Uniformen der Angestellten der Presicion Air 😉 Wir kommen pünktlich um 22 Uhr an und werden von unserem Guide abgeholt. Alles klappt und er fährt uns in ca. 45 Minuten zum Guesthouse unserer Agentur in Usa River, wo wir nur noch todmüde ins Bett sinken.
Tag 2 Wir erhalten ein erstes reichhaltiges Frühstück mit Omelett, Pancakes, Früchten, Saft, Tee und Kaffee. Da wir normalerweise nur Müesli mit Früchten essen, füllt uns dieses üppige Frühstück ziemlich. Um 8 Uhr werden wir abgeholt und fahren in den Arusha NP. Dort sehen wir allerlei Savannentiere wie Giraffen, Zebras etc. Beim Headquarter starten wir mit einem bewaffneten Ranger zu einem Bushwalk. Walks sind im Arusha NP möglich, weil es keine Löwen gibt. Nach dem langen Flug geniessen wir die Bewgung und die Begegnung mit Tieren ohne schützendes Fahrzeug. Wir treffen unterwegs Warthogs, Giraffen, Büffel und einige Vögel an. Die Tiere sind die Fussgänger gewöhnt und die Fluchtdistanz ist deshalb geringer als sonst bei Menschen zu Fuss. Durch den Marsch durch Savanne und Wald kommen wir nun wirklich in Afrika an. Nach ca. 3 Std. sind wir wieder zurück und geniessen unseren ersten packed Lunch (gebratener Pouletschenkel, Sandwich mit Toastbrot, Banane, 2 dl Fruchtsaft, gekochtes Ei und Muffin). Das Menu der Lunch-Pakete variiert in der Folge nur minim. Zuhause gibt's jedenfalls in nächster Zeit keine Pouletschenkel 🤢
Mt. Meru mit Wolken
Nach dem Mittagessen fahren wir weiter auf dem one-way circuit Richtung Kraterseen. Wir sehen an den Seen Crowned Cranes und viele Wasservögel. Die Flamingos sind leider relativ weit entfernt, aber trotzdem hübsch.
...und Schwänzchen in die Höh' 😗
Die grösste Attraktion sind jedoch die Black and white Colobus (Stummelaffen), die von einem Baum auf der einen Seite der Piste auf einen Baum auf der anderen Seite springen. Mir fällt das Herz in die Hosen, als der kleinste Affe den Ast verfehlt und in die Tiefe stürzt. Zum Glück hält er sich an einem Ast ca. 1.5 m über Boden fest und federt so seinen Sturz ab. Er klettert jedenfalls unversehrt wieder zu seiner Familie hoch im Baum. Leider sind die Fotos schlecht, da es recht dunkel war und ich die Einstellungen der Kamera am 1. Tag noch nicht so sehr im Griff hatte.
kleiner Pechvogel 🙄
Papa nimmt den Weg unten durch 😕
Der Arusha NP ist unaufgeregt aber attraktiv und stressarm zum Ankommen nach der langen Anreise.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 223. Feb. 2017
Tag 3 Nach einem weiteren üppigen Frühstück fahren wir los Richtung Arusha, wo wir unseren Koch und die Vorräte für unsere Tour einladen. Arusha ist ein einziger Stau und es gibt nichts Attraktives aus unserer Sicht. Wir sind froh, als wir die Stadt hinter uns lassen und Richtung Norden fahren. Die Landschaft ist extrem trocken und staubig. Zum Glück ist die Strasse asphaltiert. Unser Ziel ist der Tarangire NP, wo wir vier Nächte campen werden. Eigentlich wäre der Park nach der kleinen Regenzeit von November/Dezember nun nicht ideal, aber diese ist praktisch ausgefallen und es ist extrem trocken und wegen des Wassers im Fluss tierreich. Wir haben ja nach unserer Ost-Südafrikatour von August/September 2016 Tansania gewählt, weil wir einmal eine grünere Landschaft erleben wollten, ohne gleich zu schmelzen in der Hitze. Nun sind wir wieder in trockener Savannenlandschaft, wobei schon Unterschiede zu Südafrika und Namibia im Südwinter auszumachen sind. Praktisch alle Bäume tragen grünes Laub, insbesondere auch die vielen Baobabs, für die der Tarangire NP berühmt ist. Nach einem langwierigen Prozedere zur Bezahlung der Eintrittsgebühren und der Campsites können wir endlich in den Park einfahren, nicht ohne beim Gate viele Vögel fotografiert zu haben.
White-headed Buffalo-Weaver
Magpie Shrike
Ashy Starling
White-bellied Go-away-bird
Fischer's Yellow-collared Lovebird (danke Elvira)
Wir sind noch gar nicht richtig auf Safari eingerichtet, als wir bei der Fahrt zur Campsite einen Leoparden im Baum sehen. Wow, was für ein fulminanter Start! 🤪 🤩
Wir fahren zur Campsite und essen dort unser Lunchpaket. Danach machen wir einen ausgiebigen Gamedrive. Es gefällt uns sehr gut und wir sehen allerhand Tiere, aber auch wunderschöne Landschaft.
Der 1. Elefant der Reise
Nach einem opulenten Nachtessen kriechen wir das erste Mal in unser Zelt und die Seidenschlafsäcke. Für die richtigen Schlafsäcke ist es viel zu heiss und wir brauchen diese erst gegen Morgen als Decke.[/]
Liebe Grüsse Daniela
Teil 324. Feb. 2017
Tage 4 - 6 Die nächsten drei Tage verlaufen nach ähnlichem Muster. Nach einer Tasse Kaffee und ein paar Bisquits fahren wir um 6.30 Uhr, kurz vor Sonnenaufgang los zum Gamedrive. Ca. um 11.30 Uhr kommen wir ins Camp zurück zum Brunch. Nach einer ausgiebigen Siesta gibt's nochmals einen Gamedrive von 15.30 bis knapp vor 19.00 Uhr. Wir erkunden den Park und fahren kreuz und quer. Vor allem entlang der vielen Schlaufen mal näher, mal weiter vom Fluss, sehen wir eine grosse Zahl verschiedener Tiere.
Büffel im trockenen Flussbett
Rock Hyrax
European juv. Blue-cheeked Bee-Eater with Bee 😉 (Danke Elvira)
Aufräummannschaft mit Büffelkadaver 🤢
Brown Snake Eagle???
Juveniler Beteleur Eagle? Besonders dort, wo der Fluss noch fliessendes Wasser hat, kommen viele Tiere zum Trinken. Auch die Fahrten über die weiten Ebenen bieten Sichtungen, wenn auch weniger als erwartet, weil es kaum Gras gibt. Jeder Drive bringt etwas Neues, sei es eine schöne Situation, wie zum Beispiel Löwenbabys auf einem Baum, sei es ein bis dahin unbekannter Vogel oder der Kampf der Hornbills mit ihrer Beute.
Löwenbaby im Baum, einer von vielen "Baumlöwen"
Banded Mongoose on the run
Nubian Woodpeckers
herzhaftes Gähnen
Körperpflege
Auch viele Tierjunge gibt es zu sehen: Kleine Gnus, Plüsch-Zebras, Spielzeug-Elefanten, Mini-Impalas, einfach nur jöööhh. Auch die unscheinbareren Tiere machen Freude: Zwergmangusten, Zebramangusten, Vögel und Fledermäuse.
Elands
weibl. Von der Decken's Hornbill mit Fledermaus 🤢
und nochmals - Todeskampf hat lange gedauert
Baby Gnu
Baumlöwen
Cattel Egrets
und noch eine Baumlöwin - dafür haben wir keine in Lake Manyara gesehen
Büffel mit Cattle Egrets und Wattled Starlings
Slender Mongoose auf Impala-Kadaver
Kirk's Dikdik
Jetzt weiss ich endlich, warum eine FlederMAUS so heisst 😉
Einen Tag machen wir einen ganztägigen Gamedrive in den Süden zu den Sümpfen. Dort gibt es wieder neue Vögel und viele Büffel und Elefanten.
Sonnenuntergang
Uns hat der Tarangire NP sehr gut gefallen. Wir hatten tolle Sichtungen, die Landschaft ist phantastisch und die Public Campsite war relativ ruhig. Einzig die Tsetsefliegen sind nicht sehr angenehm. Wenn man lange Hosen und Hemden anzieht und sich einsprüht geht es aber gut.
Ich habe versucht, Markus' Bilder zu ergänzen - es gäbe noch viele Fotos...
Liebe Grüsse Daniela
Teil 426. Feb. 2017
Tag 7 Nach einem letzten Gamedrive im schönen Tarangire NP verlassen wir den Park schweren Herzens. Wir fahren nach Mto wa Mbu, wo wir im Twiga Camp unser Lunch-Paket essen und unser Koch die Vorräte aufstockt.
Grey-headed Kingfisher im Twiga Camp
Nach dem Mittagessen geht es weiter zur Einfahrt in die Ngorongoro Conservation Area. Die Formalitäten am Gate dauern wieder ca. eine Stunde. Wir können unterdessen die gewitzten Paviane beobachten, die auf offene Autos spezialisiert sind und blitzschnell etwas entwenden, wenn sich die Gelegenheit bietet. Nicht mit uns! Dann geht es bergauf durch wunderschönen Regenwald bis auf den Kraterrand zum ersten Aussichtspunkt. Wow, es ist schon ein imposanter Anblick. Allerdings sieht es hier leider auch ziemlich trocken aus.
Wir fahren dem Rim entlang bis zum Simba Camp, wo wir unser Zelt möglichst abseits der grossen Menge aufstellen, was eine deutsche Reisegruppe nicht daran hindert, direkt neben unserem Zelt statt neben ihren eigenen Zelten ihr Abendessen zu kochen 😵 und anschliessend laut zu quatschen 😈 . Rund ums Camp gehen wir noch etwas auf Vogeljagd.
White-naped Raven
Common Bulbul
Rufous-tailed Weaver
Über dem Krater sehen und hören wir Gewitter. Da es hier merklich kühler ist, gehen wir bald in die Schlafsäcke.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 526. Feb. 2017
Tag 8 Heute ist der grosse Tag. Wir fahren in den Ngorongoro-Krater runter. Leider wurden die Vorschriften per Anfang Jahr wieder angepasst und der Aufenthalt ist wieder auf einen halben Tag beschränkt worden und das bei diesen Preisen! Neben den regulären Eintrittsgebühren für die Ngorongoro CA von $ 71 pro Kopf und Tag kommt noch die Gebühr von $ 300 pro Auto für die Fahrt in den Krater. Wahrlich kein Schnäppchen. Die Ngorongoro-Verwaltung baut nun dafür einen riesigen Glaspalast in Arusha.... Auf der Abfahrtsstrecke ist die Vegetation ganz anders als auf der Aussenseite des Kraters.
Sonnenaufgang über dem Ngorongoro-Krater
Vegetation an der Descent Road
Kaum unten angekommen treffen wir auf ein Löwenpaar, das sich offenbar kurz vorher gepaart hat.
Wir haben schon mehrmals Löwen bei der Fortpflanzung gesehen und warten deshalb die nächste Runde nicht ab, weil wir beim schönen Morgenlicht noch Landschaft aufnehmen wollen. Wir fahren Richtung Lerai Forest, der mit seinen Fever-Trees wunderschön ist.
Danach fahren wir kreuz und quer den Kraterboden ab. Am Hippopool interessieren die Vögel mehr als die faulen Hippos.
Common Moorhens auf Hippo
Büffel mit Cattle Egrets
Long-toed Lapwing
Happy Hippo
Balzender Kori Bustard
Thompson's Gazelles spüren den Frühling
Von sehr weitem sehen wir ein Spitzmaulnashorn. Es reicht aber nicht mal für ein Beweisbild. Dafür gibt's einen Löffelhund, diverse Löwen, Gnus, Gazellen, Büffel, Zebras und Elefanten.
Löffelhund
3 Mähnenlöwen bei der Siesta
Happy Hippo 2 im Regen
begossener Pudel, ääähhhh Vögel
nasse Hyäne
kämpfende Büffel
Es fängt dann an, stark zu regnen und wir essen noch im Regen unser Lunch-Paket auf der Ngotokitok Picnic-Site, bevor wir leider den Krater schon wieder verlassen müssen. Es war ein schöner Gamedrive, der Krater ist eindrücklich, aber das Wow-Erlebnis war es für uns nicht. Danach holen wir unseren Koch und unser Gepäck auf der Campsite ab und fahren weiter nach Ndutu.
Simba Campsite mit Zebra-Besuch nach der Abreise der Camper
Die Rüttelpiste zieht sich und unser Guide weiss nicht genau, wo unser Tented Camp sich befindet. Als wir endlich dort ankommen, regnet es. Wir werden aber mit Regenschirmen, einem heissen Tuch und einem Fruchtsaft empfangen und in unser tolles Zelt gebracht. Das Duschwasser wird in einem Solarboiler heiss gemacht und uns auf Wunsch gebracht. Das Nachtessen ist üppig und lecker und wir genehmigen uns einen Wein dazu. Ausser uns ist nur noch ein kanadisches Paar hier und die Glückspilze haben eine Cheetah mit kleinen Cubs gesehen. Wir schlafen gut in unseren Betten.
Liebe Grüsse Daniela
Teil 627. Feb. 2017
Tag 9 Nach dem Frühstück fahren wir um 7 Uhr los. Nachdem im Tarangire keine 5 Minuten ohne Tiersichtung war, hat es hier deutlich weniger Tiere. Der Regen der kleinen Regenzeit ist praktisch ausgefallen und der Ndutusee ist fast trocken. Jetzt, wo wir da sind, regnet es. Wegen der Trockenheit sind auch die Gnus noch nicht in der Region und haben noch nicht angefangen zu kalben. Wir fahren einige sehr holprige Pisten, finden zwei Mähnenlöwen, nach einiger Zeit sogar in Bewegung und bleiben dann prompt entlang des Lake Masek in der Black cotton soil, einer schmierigen Vulkanlehmschicht stecken. 😵 🙄 Der Guide und der Koch buddeln und legen Steine unter die Räder, sodass wir nach ca. einer halben Stunde aus dem Loch raus sind.
Wir finden auch noch eine Rockpython. Leider ist sie so im Gebüsch, dass man Schwanz und Kopf nur getrennt fotografieren kann. Interessant ist, dass sowohl der Fahrer als auch der Koch Angst haben vor der Schlange.
Pythonschwanz
Pythonkopf Zum Mittagessen geht es zurück ins Camp und am Nachmittag auf die Ebenen, wo es doch einige Gnus und Zebras gibt. Was uns mehr interessiert ist ein Caracal, der sich allerdings ins Gras fallen lässt und nur noch die Ohren zeigt. Ausserdem ein Löwenrudel mit 9 Löwen, die wir zuerst für uns alleine haben. Dann finden wir einen Geparden, der auf der Jagd ist. Er oder sie pirscht sich immer näher an eine Thompsongazelle an. Leider müssen wir die Jagdszene vor dem Sprint verlassen, da es schon recht spät ist. Dann der absolute Hammer: Wir treffen ein Cheetahweibchen mit 3 schon recht grossen Jungen, die über die Piste laufen. Leider werden sie von anderen Autos erschreckt und es ist schon recht dunkel, was gute Bilder erschwert. Toll - Wir haben noch nie 4 Cheetahs auf einmal gesehen. 🤪 🤩 🙂
Löwinnen beobachten ein Gnu
Nach einem weiteren leckeren Abendessen fallen wir todmüde ins Bett. Diese Nacht sind wir die einzigen Gäste.
Teil 701. März 2017
Tag 10 Am nächsten Morgen schlafen wir aus, geniessen nochmals eine heisse Dusche – auf den öffentlichen Campgrounds ist das Wasser meist kalt – und fahren dann los. Zuerst geht es nochmals auf die Ebenen bei Ndutu. Nun sind es schon mehr Gnus. Der Regen lockt sie in diese Gegend. Schade, dass wir etwas zu früh sind für die Geburten. Zum Glück haben wir die kleinen Gnus ja schon in Tarangire gesehen. Wir sehen nochmals das Löwenrudel von gestern, diesmal am Schatten, mit einem jungen Löwen im Baum.
Krallen wetzen am Baum
Löwen unter und auf dem Baum
Traffic jam bei der Löwensichtung 🙄 😠 und Markus' Leica-Linse mit manuellem Fokus!
Long-crested Eagle
In Ndutu darf man im Gegensatz zu den anderen Parks querfeldein fahren. Man kommt zwar so nah an die Katzen ran – die Jagdszene hätten wir sonst verpasst. Ich finde es aber sehr fragwürdig, da es durch die schweren Autos Schäden gibt und dadurch wertvolle Weide zerstört wird. Gegen 11 Uhr fahren wir in Richtung Eingangstor Serengeti NP. Beim Naabigate stehen schon sehr viele Autos. Wieder gibt es ein Problem mit dem Netzwerk und die im Voraus bezahlten Eintrittsgebühren können nicht abgerufen werden. Wir essen unser Lunch-Paket und klettern auf den Hügel, wo wir ein paar Agamen und Eidechsen finden. Von Gnus ist nichts zu sehen.
männliche Rock Agama
Nach ca. 2 Stunden können wir endlich in den Park rein fahren. Es fängt an in Strömen zu regnen und die Wellblechpiste bis Seronera zieht sich in die Länge. Die Piste wird überschwemmt und schmierig. Prompt schleudert unser Wagen und kommt links und rechts am Pistenrand an, bis er wieder in der Spur ist. Mein Herz ist in der Hose und ich denke an den überschlagenen Wagen, den wir in Namibia gesehen haben. Zum Glück ist nichts passiert. 🙄 😮 😵 Wir kommen bei strömendem Regen auf der Tumbili-Campsite an, wo wir 3 Nächte bleiben werden. Diese wirkt wie ein Flüchtlingscamp im Fernsehen, halb überschwemmt und ein Zelt neben dem anderen. 😈 Wir bleiben erst mal frustriert im Auto sitzen, bis der Regen nachlässt. Danach stellen wir unser Zelt auf der anderen Seite der Koch- und Esshütte auf als alle anderen Camper. Dort sind wir allein mit Blick in die Wildnis, nicht schlecht. Es ziehen auch prompt Büffel nahe an unserem Zelt vorbei. Nachts hören wir relativ nahe Hyänen jaulen und Löwen brüllen. Die anderen beiden Nächte waren nur noch 2 resp. 1 anderes Paar auf der Campsite, fast schon privat 🙂
Unser Zelt mit Büffeln
Liebe Grüsse Daniela
Teil 805. März 2017
Tage 11 und 12 Wir stellen wieder auf zwei Mahlzeiten pro Tag um, wie im Tarangire NP, einerseits damit wir am Morgen früh wegkommen, andererseits werden wir von unserem Koch gemästet und dreimal täglich halten wir das nicht aus. 😛 Wir fahren in den zwei Tagen viele verschiedene Strecken rund um Seronera ab. Entlang des Flusses suchen wir in den Bäumen Leoparden und werden fündig.
1. Leopard, langweilig schlafend 🤨
2. Leopard, eben erwacht
klettert vom Baum runter, was für ein Glück 🙂 🤪
recht elegant 😄
spaziert am Auto vorbei
und hält auf dem Termitenhügel Ausschau 😎
Das ist der Hammer, auch wenn der Leopard dann von der Strasse weg in die andere Richtung läuft.
Wir treffen mehrere Löwenrudel, ein grosses Rudel Hyänen und auch einzelne, die in den Pfützen auf der Piste baden. Sie riechen danach sicher nicht besser als vor dem Bad 🤢 ,
ausserdem zwei Geparden am morgen früh. Wir sehen immer wieder migrierende Herden von Gnus, die nun auf dem Weg nach Ndutu sind. Es regnet immer mal wieder, aber zum Glück nicht anhaltend.
Piste nach dem Regen - unser Driver hat gewendet und eine andere Piste genommen 😗
Landschaftlich gefallen uns die Koppjes sehr gut. Dort sehen wir „Lions on the rocks“, aber auch eine Eule und einen Klipspringer.
Suchbild "Lions on the rocks"
An den beiden Rissen, die wir sehen, sind die Geier eindrücklich. Insbesondere das Tempo, das sie vorlegen, im Moment als die Löwen sich entfernen. Innert Sekunden kommen sie vom nahen Baum angeflogen und fangen an, sich um die Beute zu streiten. Vor allem die Ohrengeier vertreiben die anderen Geier.
Anflug der Geier, sobald die Löwen weg sind
Alles in allem tolle Gamedrives, allerdings bei vielen Sichtungen etwas beeinträchtigt, weil es immer gleich viele Autos gibt, die sich anstellen. Meistens läuft es aber recht zivilisiert ab und es wird genügend Abstand von den Tieren gehalten. Der Zeltplatz ist nun fast leer und wir geniessen unseren abgelegenen Platz und die sanitären Anlagen, die wir fast für uns haben, noch mehr.
Teil 907. März 2017
Tag 13 Leider geht unsere Zeit in der Serengeti schon zu Ende. Nach einem letzten Gamedrive, auf dem wir nochmals tolle Löwensichtungen haben, fahren wir nach dem Brunch und dem Zusammenpacken aus dem Park raus.
Familienidylle 😘 🙂 😘
sind sie nicht zuckersüss
Morgentoilette 1 🤢 😵
Kurz vor dem Naabi-Gate dann nochmals ein Highlight: zwei Geparde liegen malerisch auf einem Hügel etwa 15 m von der Strasse. Fast wären wir daran vorbeigefahren, da wir nicht mehr im Gamedrive-Tempo fahren.
Das Abmelden am Gate und Anmelden für die Ngorongoro CA geht wiederum über 1 Stunde. Diesmal sieht man vom Hügel viele Gnus und wir treffen auch mehr Vögel an als bei der Hinfahrt.
zwar kein Vogel, aber eine Maus
Hildebrandt's Starling
Rock Agama
Migrierende Zebras
Migrierende Gnus
Der Teil der Serengeti, den wir gesehen haben, hat uns gut gefallen, bei Katzensichtungen war das Verkehrsaufkommen aber schon grenzwertig. Im weiteren Verlauf der Reise gegen Süden sehen wir, wieviel ein paar Tage Regen ausmachen. Die bei der Hinfahrt trockene Steppe, sieht jetzt an vielen Orten saftig grün aus. Die Auffahrt auf den Krater zieht sich und das Wetter ist durchzogen. Der Blick in den Krater zeigt auch ein anderes Bild als vor knapp einer Woche. Der See ist nun von oben wieder als solcher zu erkennen und man sieht viele Wasserläufe glitzern. Das Ganze wirkt auch grüner.
Massai Dorf
Kein Wunder, auf dem Rim fängt es an Bindfäden zu regnen und wir gehen für unser Picknick auf den Campingplatz, um dort im gedeckten Essgebäude zu essen. Aus den Duschen ist jeweils nicht soviel Wasser gekommen wie jetzt vom Himmel 😉 😗 😕 wir sind froh, müssen wir heute hier nicht campen..
Nach einiger Zeit hört es auf zu regnen und wir fahren weiter, da wir noch ein Stück vor uns haben. Es geht den Krater runter und danach die zweite Stufe in den Grabenbruch nach Mto wa Mbu.
Blick über den Lake Manyara
Eigentlich steht uns der Sinn nicht so nach beengtem Zelten im Twiga Camp. Es ist recht voll mit jungen Leuten, die sich im Pool vergnügen. Unsere Nachfrage nach einem Upgrade in einem Zimmer scheitert daran, dass sie keine Kreditkarten akzeptieren 😈 und wir zu wenig Bargeld haben. Wir stellen unser Zelt dann in die hinterste Ecke und es ist gar nicht so schlimm wie befürchtet.
Teil 1007. März 2017
...nach den etwas Katzen-lastigen Beiträgen nun noch ein paar Vögel 😗 😎 und andere Viecher 😄 Falls Fehler bei der Bestimmung, bitte melden
Great Spotted Cuckoo
White-bellied Bustard
Black-bellied Bustard
Rufous-taild Weaver
Lesser Kestrel (female)?
Grey-breasted Spurfowl
Rock Hyrax (Dassie)
Klipspringer
Sanderling? Marsh Sandpiper
Common Fiscal
Superb and Wattled Starling
Marabou Schlafbaum
Topis (Tsessebes)
Büffel bei Sonnenaufgang
Gnus mit Balloons
Die schönen Landschaftsbilder in Markus' Flickr-Galerie
Teil 1108. März 2017
Tag 14 Heute steht der letzte Park auf dem Programm, der Lake Manyara NP. Auch diesmal dauert das Einchecken wieder seine Zeit, da ab Februar irgendeine neue Regel gilt, die nicht richtig auf dem Permit steht. Auch hier gibt es eine Verschlechterung bei gleichem hohem Preis. Es gibt nur noch ein Single Entry Ticket. Wir können also nicht am nächsten Morgen nochmals reinfahren innerhalb der bisher gültigen 24-Stunden. Zuerst geht es durch den dichten Grundwasserwald. Überall zwitschert und trompetet es (Trumpeter Hornbill) und wir treffen mehrere Affenbanden, sowohl Paviane als auch Samango- und Black-faced Vervet-Monkeys.
Juvenile Fish Eagle
Aus dem Wald heraus geht es Richtung Sumpf und See, zum Hippo-Pool. Die Hippos sind nicht besonders aktiv, aber es hat Hunderte verschiedener Wasservögel. Diese werden dann auch noch erschreckt und bieten ein tolles Bild als Vogelwolke. Wir können uns kaum satt sehen und fotografieren wie die Wilden.
Danach geht es weiter dem See entlang. Dieser ist aber wegen der Trockenheit sehr weit von der Piste entfernt, sodass wir die riesigen Ansammlungen von Flamingos leider nur von Weitem sehen. Dafür treffen wir Elefanten, Giraffen, Gnus, immer wieder riesige Gruppen von Baboons und kommen schliesslich an einen Fluss, der für meine ungeübten Augen doch etwas viel Wasser hat für eine Querung. Hinter uns treffen zwei weitere Wagen ein und die 3 Fahrer diskutieren, ob sie es wagen sollen. Laut unserem Fahrer hat einer ein Abschleppseil und so fährt er rasant in den Fluss. 4/5 sind geschafft und dann fährt er in ein Loch und bleibt stehen. Uns schüttelt es recht durch. Das Wasser geht bis zum Trittbrett, läuft aber nicht ins Innere oder in den Kühler. Wie versprochen fährt der andere Wagen uns hinterher und parkt auf noch höherem Niveau im Fluss. Das Abschleppseil ist sehr kurz und der Wagen gräbt sich beim Versuch, uns rauszuziehen ebenfalls ein. Es kommt wie es kommen muss. Der dritte Wagen kommt auch noch zu Hilfe und versinkt ebenfalls im Sand-Schlamm-Gemisch. Nach kurzer Beratung fangen alle wie wild an zu graben, der Highjack lift wird in Stellung gebracht und es wird geschaufelt und Holz unterlegt, was aber alles nichts nützt, weil das fliessende Wasser alle Bemühungen wieder zunichte macht. Ein viertes Auto kommt und holt bei der nahen Rangerstation Hilfe. Der Ranger kommt mit einem Gewehr bewaffnet. Was das beim Bergen helfen soll, erschliesst sich uns nicht. Immerhin versucht er dann per Telefon noch mehr Hilfe zu rufen. Zuerst kommt ein Rangerauto, das aber auch zu sehr rutscht auf dem lehmigen Ufer, um uns rauszuziehen. Erst als der Grader kommt, kann unser Auto nach 3 Stunden geborgen werden. Die anderen beiden schaffen es mit einer neuen Strategie tatsächlich , selbst rauszufahren. Sie bauen einen Damm und dann hat das Schaufeln auch genützt. Im Nachhinein ist das ganze ziemlich lustig, es war wirklich wie ein Slapstick, wie doof die Leute sich vergeblich aber fleissig bemüht haben. Im Moment waren wir etwas genervt, weil es unser letzter Gamedrive dieser Reise war. Ausserdem haben wir nachher gesehen, dass der Umweg zur Brücke höchsten 15 Minuten gedauert hätte. 😠
vor der Überfahrt
mit viel Einsatz aber nutzlos 😗 🤪
Bei gleich schweren Autos geht's auch rutschigem Grund auch nicht wirklich
...endlich
Wir fahren dann noch zu den heissen Quellen und können im letzten Licht noch tolle Vogelbilder machen.
die Tiefenschärfe war bei dem schlechten Licht auch nicht mehr der Hammer, aber immerhin Flamingos
Danach fahren wir zurück ins Camp und trinken wehmütig unser letztes Sundownerbier.
Teil 1208. März 2017
Tage 15/16 Wir fangen den Tag gemütlich an, gehen noch etwas der Strasse entlang auf Entdeckung, duschen nach der Rückkehr und packen alles zusammen. Es gibt noch einen letzten Brunch und wir fahren danach los Richtung Arusha. Unsere Agentur hatte auf das Programm für den Guide Arusha Airport geschrieben. Wir fliegen aber ab Kilimanjaro International. Nach dem Aufklären des Missverständnisses werden wir dann doch etwas nervös, als wir an eine Strassensperre aufgrund eines umgekippten Lastwagens kommen. Wir kommen aber zeitig genug am Flughafen an. In Arusha haben wir uns schon vom Koch verabschiedet, nun auch vom Driver. Unser Flug geht pünktlich und der Anschlussflug ebenfalls und wir laden planmässig am Sonntagmorgen um 6.15 Uhr in Zürich
Fazit der Reise Landschaftlich und tiermässig war die Reise eindrücklich und wunderschön. Wir sahen so viele Katzen wie noch nie: 9 Geparde, 4 Leoparden und unzählige Löwen. Ausserdem entspannte Elefanten, viele Savannentiere, Hyänen, kleine und grosse, unbekannte und bekannte Vögel und die Python. Die 5 Parks sind alle unterschiedlich und jeder hat seine eigenen Qualitäten. Es wurde uns jedenfalls nie langweilig. Wir sind vom ersten bis zum letzten Gamedrive immer in der offenen Luke gestanden und haben so sicher einiges gesehen, das anderen Touristen, die im Auto sassen, entgangen ist. So hatten wir durch das Abfedern auch etwas Bewegung. Wir waren jedenfalls jeweils auch körperlich ordentlich müde am Abend. Mit unserem Guide und dem Koch waren wir sehr zufrieden, nachdem wir uns erst einmal auf unseren Rhythmus geeinigt hatten. Der Guide wollte immer zuerst richtig frühstücken, wir wollten früh losfahren und nicht 3 volle Mahlzeiten pro Tag. Das Essen war gut und mehr als reichlich. Die Übernachtungen auf den Public Campsites waren zum Teil nicht sehr entspannt. Vor allem die ungepflegten sanitären Anlagen mit nur kaltem Wasser und zum Teil die schiere Masse der Camper (Ngorongoro) haben das Naturerlebnis getrübt. Preis/Leistung steht unseres Erachtens auch in keinem Verhältnis. Ausserdem war der Registierungsprozess bei den Gates eine Zumutung. Wenigstens mussten wir es nicht selbst machen und konnten unterdessen Vögel beobachten. Schade, dass wegen der ausgefallenen kleinen Regenzeit die meisten Gnus noch nicht in Ndutu waren und die Jungen auch noch auf sich warten liessen. Sonst haben wir aber viele junge Tiere gesehen, mehr als jeweils im afrikanischen Winter. Wir jammern also auf hohem Niveau. Was würden wir anders machen? Wir würden nur noch Special Campsites buchen. Mir ist ein Loch im Boden jederzeit lieber als ein schmutziges Spülklo und die Kosten liesse sich eventuell optimieren, wenn man zu viert reist. Ausserdem würden wir sicher mit mehr Zeit noch ein Trekking machen, am ehesten Mt. Meru.
Vielen Dank fürs Mitfahren und bis zum nächsten Mal 😎