Wir reisen im Oktober 2016 zu viert für zehn Tage in den Süden des Krüger-Nationalparks: eine kurze, aber sehr intensive Rundreise mit Stationen in Crocodile Bridge, Lower Sabie, Skukuza und Berg-en-Dal, jeweils nur ein bis zwei Nächte pro Lager.
Die anhaltende Dürre hat die Landschaft ausgedörrt, Wasserstellen liegen streckenweise trocken - die Raubtierbegegnungen sind trotzdem zahlreich. Wir sehen Löwen fast täglich, darunter ein Rudel mit sieben Jungtieren, dösende Kater und ein Paar an einem frischen Büffelriss. Zweimal beobachten wir Geparden, mehrfach Leoparden am Flussufer - der Höhepunkt ist eine ausgiebige Beobachtung von drei Leoparden beim Paarungsspiel am Matjulu-Wasserloch. Dreimal begegnen wir Wildhunden, zweimal davon mit Welpen, auf einem abendlichen Nightdrive sogar einem Erdferkel.
Mit zwei kleinen Kindern teilen wir uns die Morgenpirschfahrten auf: Während die Kinder noch schlafen, fährt abwechselnd nur einer von uns früh los und kehrt zum gemeinsamen Frühstück zurück. Den übrigen Tag verbringen wir gemeinsam auf kurzen Fahrten, an Wasserlöchern und an den Camp-Pools, die an heißen Nachmittagen mit Temperaturen um 40 Grad willkommene Abkühlung bieten. Nach der zehntägigen Reise treten wir erschöpft und überaus zufrieden die Heimreise an.
Reisezeitraum
11.–20. Oktober 2016
Länder
Südafrika
Gruppe
zu viert, mit zwei kleinen Kindern
Reiseart
Selbstfahrer
Fahrzeug
gemieteter Ford Cougar (Europcar; ursprünglich Nissan X-Trail gebucht, war nicht vorrätig)
Automatisch aus dem Bericht erstellt. Massgeblich ist der Bericht selbst.
Teil 102. Nov. 2016
Liebe Forengemeinde,
seit knapp zwei Wochen sind wir von unserem Kurztrip in den Kruger Nationalpark zurückgekehrt - voll beladen mit schönen Erinnerungen und tonnenweise Fotos, die wir gegenwärtig so langsam sichten und notwendigerweise ausdünnen. Soviel vorweg: Es war eine wunderbare Reise, die wir trotz ihrer Kürze wahnsinnig intensiv erlebt haben.
Zur Vorgeschichte: Als wir im Februar von unserer Elternzeitreise in den KTP, das südliche Namibia, den Pilanesberg und Mauritius nach Deutschland zurückgekehrt waren, machte sich vor allem bei mir sehr schnell die Sehnsucht breit, baldmöglich wieder gen Afrika zu reisen - ein sich in den letzten Jahren immer stärker etablierender Dauerzustand, den meine Familie glücklicherweise mitträgt. Allein aus ökonomischen Gründen erschien es mir zwingend, noch in diesem Jahr nach Südafrika zurückzukehren, hatten wir doch für unseren KTP-Aufenthalt eine Wildcard erstanden, die unbedingt noch weiter genutzt werden wollte. 😉 Das Ziel unserer gemeinsamen Reise in den Herbstferien 2016 war schnell gefunden: Es sollte der Kruger-Nationalpark sein, den wir im Jahr 2013 auf einer recht klassischen Rundreise durch Südafrika kurz kennen- und lieben gelernt hatten und den wir im Folgejahr im Rahmen einer Drei-Generationen-Reise gemeinsam mit meinen Eltern von Nord nach Süd durchquert hatten. Dieses Mal wollten wir uns allein auf den Süden beschränken, da schließlich nur wenig Zeit zur Verfügung stand und wir lange Fahrstrecken schon unseren kleinen Töchtern (ca. 1,5 und 4,75 Jahre alt) zu Liebe verhindern wollten. Außerdem erschien es uns sehr reizvoll, eine recht kleine Region im Rahmen der Tour intensiver erleben zu können. Also klemmten wir uns hinter den Laptop und buchten über SanParcs die Camps für unsere Tour, was uns wegen des recht kleinen Vorlaufs und trotz dass die Ferien in Südafrika zum Glück knapp vorbei waren, einiges an Flexibilität in der Reihenfolge und Auswahl der Camps abverlangte. Schnell wurden noch passende Flüge gesucht und ein Mietwagen gesichert. Herausgekommen ist dabei die folgende kleine Reise:
11.10.16 Nachtflug von FRA über Johannesburg nach Nelspruit (Kruger Mpumalanga Airport) (überraschenderweise mit Lufthansa, die günstiger waren als SAA - für uns ein Novum) 12.10.16 Crocodile Bridge 13.10.16 Lower Sabie 14.10.16 Skukuza 15.10.16 Skukuza 16.10.16 Crocodile Bridge 17.10.16 Crocodile Bridge 18.10.16 Berg-en-Dal 19.10.16 Berg-en-Dal 20.10.16 nachmittags Rückflug
Ich würde mich freuen, wenn einige von euch mit uns erneut ins südliche Afrika reisen und diesem vielbesuchten Park noch einmal einen Besuch abstatten möchten. Wir haben noch ein wenig Platz in unserem Auto, das neben mir noch von meiner Frau, unseren zwei Töchtern und einer ausgesprochen gut aufgelegten Sichtungsfee besetzt ist, dank der diese recht kurze Safari für uns eine der bisher spektakulärsten werden sollte.
Herzliche Grüße Sascha
Teil 204. Nov. 2016
11.10.2016 und 12.10.2016
Heute geht es wieder zurück ins südliche Afrika! Nachdem wir das Packen über die letzten Tage verteilt erledigt haben und dadurch dem kurz-vor-knapp-Einpackchaos dieses Mal weitgehend entgangen sind und es auch geschafft haben, für uns vier Personen nur zwei Koffer nicht einmal randvoll zu füllen, brechen wir guten Mutes am Nachmittag mit dem ICE in Richtung Frankfurt auf. Heute müssen wir den Zug zum Flug nicht extra bezahlen, er ist bei der Lufthansa enthalten. Das finden wir gut. Am Flughafen checken wir ganz nahe am Bahnhof ein, auch das ein Heimvorteil der Lufthansa. Besorgt erfahren wir jedoch am Schalter, dass nur für den Inlandsflug mit Airlink Plätze reserviert wurden und der Langstreckenflug unreserviert, aber bereits sehr gut besetzt ist. Wir haben Sorge, dass wir nicht alle zusammen sitzen können - das wäre auch für die übrigen Passagiere sicher nicht die beste Option... Die findige Dame am Schalter entdeckt nach einigem Hin und Her jedoch die Möglichkeit uns die Reihe hinter der Bordküche zu blocken. Hier haben wir sogar mehr Beinfreiheit unter der Inkaufnahme des Nachteils, dass dort die ganze Nacht hindurch das Licht brennt, der abtrennende Vorhang ständig auf- und nicht mehr richtig zugemacht wird - sodass ich selbst regelmäßig aktiv werden muss - und es ab vier Uhr früh permanentes Geschirrklappern gibt... Aber hey: Wir sitzen zusammen, haben viel Platz und fliegen in ein paar Stunden nach Südafrika. Was will man mehr? Nach den üblichen Formalitäten und dem bereits zur Tradition gewordenen Abendsnack beim Flughafen-McD heben wir pünktlich um 22.15 Uhr ab. Der Flug verläuft ganz wunderbar. Der Service ist überaus (kinder-)freundlich, das Entertainmentprogramm überzeugt und vom Essen muss man ja nicht sprechen - das ist wie immer. Besonders glücklich sind wir, dass wir eine Babybett bekommen. Das gibt es bei der Lufthansa für Kinder bis zwei Jahre und 15 Kg. Bei SAA wollten sie uns nie eines geben, dort wurde gesagt, dass, sobald sich ein Kind selbständig aufrichten kann, man kein Babybett mehr erlauben könne. Hier geht es nun und das sorgt dafür, dass unsere Kleine fast den gesamten Flug in dem Bett schlafend verbringt und unsere Große, die natürlich ihren eigenen Sitz hat, nachdem sie voller Verzückung "Frozen" ansehen durfte, auch langanhaltend im Land der Träume verschwindet. So können wir Eltern recht entspannt durch die Nacht fliegen - ein Zustand, der alles andere als gewöhnlich ist. Auch außerhalb von großen Flugzeugen... Pünktlich zur Landung werden die Kinder geweckt, essen und trinken gegen den Druckunterschied an und bekommen ihre Ohrenschutzstöpsel, die wir Reisenden mit Kindern wärmstens weiterempfehlen.
In Johannesburg haben wir nur einen kurzen Aufenthalt und fliegen dann mit Airlink eine Dreiviertelstunde lang nach Nelspruit - diese fühlt sich jedoch sehr lang an, denn unsere Kleine hat partout keine Lust mehr auf Flugzeuge - und landen pünktlich auf dem Mpumalanga Airport. Dieser ist sehr klein und übersichtlich und gänzlich auf den Krugertourismus ausgerichtet: Angefangen mit Souvenirshops und Ständen von Touroperatoren und aufgehört mit seiner klischeehaft schicken Strohdachkonstruktion. Wir haben unseren Wagen bei Europcar gebucht und wollten einen Nissan X-Trail haben. Dieser war jedoch nicht vorrätig und so wurden wir mit einem Ford Cougar beglückt, der in etwa die gleichen Ausmaße hat und uns mit einer gewöhnungsbedüftigen rostgelben Metalliklackierung entgegenglitzerte. Naja, wir sehen ihn ja meist von innen und das Innenleben überzeugte uns: Genug Platz für uns vier und unsere Fotoausrüstung sowie diverses Spiezeug und die Handbibliothek unseres Nachwuchses. Leider gibt es kein Foto unseres treuen Begleiters und so lebt er nur in unseren Erinnerungen weiter. Ganz besonders zu schätzen wissen wir, dass uns ein Mitarbeiter der Autovermietung mit Rat und Tat beim Einbau der Kindersitze zur Seite steht, nachdem wir auf der letzten Reise daran schier verzweifelt sind... Alsbald fahren wir los Richtung Malelane. Dort machen wir bei SuperSpar einen Einkaufsstopp. Ich bleibe bei den schlafenden Kindern auf dem Parkplatz, meine Frau sorgt für die Versorgung für die nächsten Tage, denn in Crocodile Bridge gibt es schließlich kein Restaurant und frühstücken wollen wir sowieso in unseren Hütten.
Gegen 15 Uhr erreichen wir das Malelane Gate. Bereits auf der Brücke halten wir an und genießen den Blick auf den Crocodile River und beobachten erste Impalas, Wasserböcke und eine ganze Menge Elefanten. Einige davon stehen direkt an der Straße vor dem Gate Spalier.
Die Einreise erfolgt mit der Wildcard ganz schnell. Am Tor ist nichts los und so können wir bald in Richtung Osten über die S114 und die S 25 in Richtung unseres ersten Camps fahren.
Kruger - wir sind wieder da!
Teil 304. Nov. 2016
12.10.16 Fortsetzung
Sobald wir in die S 114 einbiegen, sind wir allein und werden es bis auf ein paar Begegnungen mit anderen Autos auch bleiben. Hier ist erfreulich wenig Verkehr. Die lang anhaltende Dürre ist nicht zu übersehen. Es gibt nicht einmal mehr viel trockenes Gras, oft ist der Erdboden kahl - roter Sand dominiert die Landschaft . Zum Fluss hin sieht es etwas grüner aus. Dort haben wenigstens die Bäume bereits ausgeschlagen und lenken etwas von dem sehr niedrigen Wasserstand ab. Wir drücken fest die Daumen, dass dieser Sommer ein ergiebige Regenzeit mit sich bringen wird.
Immer wieder begegnen wir Impalas, Giraffen und Elefanten, sowie sich malerisch präsentierenden Raubadlern. Grasfresser sehen wir aufgrund der mangelnden Nahrungsgrundlage hier weniger. Im schönen Abendlicht beobachten wir noch eine Gruppe spielender Grünmeerkatzen und erreichen kurz vor Toresschluss Crocodile Bridge.
Das Camp ist neu für uns und gefällt uns sehr gut. Es ist klein, überschaubar und die Hütten grenze alle im Halbkreis ausgerichtet an den Außenzaun, teilweise mit Blick auf den Fluss. Wir haben für diese Nacht eine Hütte mit Blick in den Busch bekommen, aber das stört uns gar nicht. Wir richten uns ein wenig ein, die Kinder leben ihren Bewegungsdrang aus und wir kochen auf der überdachten Terrasse der Hütte unser Abendessen: Käsenudeln - für mehr reicht es heute nicht. Wir lassen den Abend gemeinsam ausklingen und beobachten dabei ein Bushbaby, das in den Bäumen vor unserer Hütte seine Luftakrobatik zeigt und, als es bereits ganz dunkel ist, unsere erste Tüpfelhyäne dieser Reise, die leise am Zaun entlang trottet. Zügig wird sich dann bettfertig gemacht, wir sind alle erledigt und das Gate öffnet am nächsten Morgen schließlich bereits um 5.30 Uhr. Und wie man so schön sagt: Der frühe Vogel fängt die Katze...
Teil 404. Nov. 2016
13.10.16: Pirschfahrt vor dem Frühstück
Wir haben uns den Wecker auf fünf Uhr gestellt. Da beide Kinder noch tief und fest schlafen, bringen wir es nicht übers Herz, sie zu wecken. Der gestrige Tag war schließlich für alle sehr anstrengend. Meine liebe Frau ist einfach wunderbar: Sie verzichtet heute auf die Ausfahrt zur Gateöffnung und ich fahre allein eine Runde hinaus in den Nationalpark, um zum gemeinsamen Frühstück zurück zu sein. Kurz vor halb sechs dämmert es und das Tor ist bereits offen. Tagesbesucher fahren um diese Uhrzeit nur wenige in den Park, auch die geführten Fahrten von Herbergen außerhalb der Parkgrenzen scheinen später zu starten und so ist auf der oft recht stark befahrenen H4-2, der Teerstraße nach Lower Sabie, noch nicht viel los. Es ist ziemlich wolkig, entsprechend langsam macht sich das Licht der Sonne daran, die ausgedörrte Landschaft zu erhellen. Ich beschließe heute früh den "Southern Circle" in Teilen zu fahren, also der Teerstraße nach Norden zu folgen, dann auf die Gmondwane Schleife einzubiegen, die S 137 vorbei an der Wasserstelle Duke nach Osten zu fahren und schließlich der S 28 zurück zum Camp zu folgen. Nach einer kurzen Fahrt durch sehr offenes Terrain verläuft die H4-2 durch relativ dichten Busch, der nach Norden hin zum Glück etwas grüner wird. Nach nur wenigen Minuten Fahrt kommen mir auf der Straße zwei Tüpfelhyänen entgegen. Die zwei Gesellen lassen sich von mir in keiner Weise stören, sie nutzen selbsbewusst den bequemen Asphaltpfad und ich kann sie ein ganzes Stück begleiten und in Ruhe beobachten. Erst als nach einer Weile weitere Autos dazukommen, nehme ich Abschied von dieser schönen Begegnung am frühen Morgen. Ich freue mich: So kann ein Safaritag beginnen!
Einmal auf die Dirtroad der Gomondwane Schleife eingebogen, bin ich wieder allein unterwegs. Zuerst führt der Weg durch dichten Busch, der sich aber an der Wegscheide zur S137 lichtet und weiten Ebenen weicht. Hier sprießt verhaltenes Grün und daher sind auch viele Grasfresser zu erblicken. Neben der Straße weiden Zebras und Gnus. Auch Steinböckchen, Paviane und Kudus lassen sich sehen. Der Frieden dieser Szenerie gefällt mir ganz wunderbar: Den Motor ausgeschaltet und die Fenster heruntergelassen, lausche ich entspannt den Geräuschen der Savanne.
Am Wasserloch Duke ist wenig los und so fahre ich recht bald weiter in Richtung S 28. Kurz nachdem ich in die Straße eingebogen bin, sehe ich drei Autos am Straßenrand stehen. Ich bin gespannt, was die Insassen wohl beobachten.
Teil 504. Nov. 2016
Fortsetzung der Pirschfahrt am frühen Morgen
Als ich mich den parkenden Autos nähere, dauert es nicht lange und ich kann den Grund ihres Hierseins erkennen. Nah an der Piste befinden sich zwei Geparde, die in aller Ruhe ihr Revier inspizieren und dabei ganz wunderbar für die Kamera posieren. Der Auslöser klickt und klickt und ich bin glücklich im Angesicht dieser wunderbaren Sichtung, die ich eine ganze Zeit genießen kann, bis sich die beiden Katzen zum Weiterziehen bereit machen und auch immer mehr Autos ankommen, die den Geparden nachfahren. Darauf habe ich nach dieser schönen Beobachtung keine Lust und so fahre ich vergnügt gen Süden Richtung Camp. Nur schade, dass meine Lieben nicht dabei waren.
Der weitere Weg auf der S28 hält nicht mehr viel Aufregendes bereit - einzig ein Breitmaulnashorn kann man in weiter Ferne erahnen. Aber das ist nach der Gepardensichtung auch gar nicht schlimm.
Kurz vor meiner Rückkehr ins Camp fahre ich der Vollständigkeit halber noch den kleinen und sehr rumpeligen Abstecher zum Gasanftombi Damm, eine der wenigen Stellen der Gegend, die noch nennenwertes Wasser enthält. Die Entscheidung stellt sich als erneuter Glückstreffer heraus, denn nah an der Piste lagert ein Löwenrudel. Einige Mitglieder kann man im tiefen Busch nur erahnen. Ein prächtiger Kater aber lagert so, dass man ihn recht unverbuscht betrachten kann.
Das ist ein wunderbarer Abschluss einer Fahrt, die nicht einmal drei Stunden gedauert hat. Welch ein toller Start in den Tag! Da ich davon ausgehe, dass die Löwen heute den ganzen Tag an Ort und Stelle bleiben werden, freue ich mich, meiner Familie von der Sichtung zu erzählen und nach dem gemütlichen Frühstück auf der Terrasse unserer Hütte gemeinsam mit ihnen den Löwen einen erneuten Besuch abzustatten.
Fortsetzung folgt...
Teil 606. Nov. 2016
Fortsetzung
Nach dem Frühstück packen wir schnell unsere Sachen zusammen und fahren gen Norden in Richtung Lower Sabie, wo wir die heutige Nacht verbringen werden. Wir fahren die wenigen Kilometer bis zur der Stelle, wo ich vor dem Frühstück die Löwen gesehen habe und wie vermutet: Sie sind noch da und weiterhin sehr träge. Tief im Busch können wir zwei Löwen beim ausgiebigen Strecken und Gähnen beobachten. Und der stolze Mähnenlöwe ruht noch an Ort und Stelle und würdigt uns kaum eines Blickes. Wir beobachten eine Weile und fahren dann weiter bis zum Aussichtspunkt über den Damm. Gerade hat sich eine kleine Elefantenherde zum Trinken eingefunden.
Bald fahren wir nach Norden weiter und verlassen die Teerstraße, um über die S137 und die S28 weiter in Richtung Lower Sabie zu fahren. Unterwegs begegnen uns wie immer Impalas in großer Zahl, aber auch viele Elefanten, Kudus und zwei Breitmaulnashörner. Die Vogelwelt hält für uns u.a. ein Swainsonfrankolin und einen Graufischer bereit.
Besonders freuen wir uns über eine kleine Elefantenherde, die wir an einer Wasserstelle beim Trinken beobachten können. Zwei halbstarke Bullen liefern sich einen spielerischen Kampf und sorgen für spannende Beobachtungsmöglichkeiten.
Entlang der Teerstraße, die am Sabie entlang zum Rastlager führt, sehen wir noch ganz viele weitere Elefanten, die im tiefen Busch ihre Mittagsruhe halten. Es überrascht uns dabei viele Tiere zu entdecken, die tief und fest auf der Seite liegend schlafen. Gegen 12 Uhr erreichen wir schließlich Lower Sabie.
Teil 707. Nov. 2016
Fortsetzung
Da es noch viel zu früh ist, um unsere Unterkunft beziehen zu können und wir hungrig sind, steuern wir - vorbei an einigen Webervogelnestern - das "Mugg and Bean" Restaurant an, das vor einigen Jahren an der Aussichtsterrasse eröffnet hat. Wir genießen ein leckeres Mittagsessen mit Blick auf den Fluss und beobachten während der Mahlzeit Elefanten, weit entfernte Büffel, Flusspferde und Krokodile. Ein Buschbock spaziert am nahen Flussufer entlang und knabbert mal hier und mal dort. Die unvermeidlichen Glanzstare sitzen auf den Zäunen, Mauern und im Dachgebälk und warten auf ihre Chance, Essensreste von den Tischen zu stibitzen. Sobald ein Tisch verlassen wird, stürzen sich die Vögel blitzschnell auf die Hinterlassenschaften.
Nach dieser ausgedehnten Pause können wir unser Zimmer beziehen. Leider waren in Lower Sabie zum Zeitpunkt unserer Buchung bereits alle Chalets belegt und so konnten wir nur ein Zimmer in einem Reihenhausblock (Hut) bekommen, das über kein eigenes WC und keine eigene Dusche verfügt. Der Raum an sich ist völlig in Ordnung und beinhaltet zum Glück ein Waschbecken. Das WC- und Duschhaus liegt ganz in der Nähe und ist auch - von einer Vielzahl toter Bienen abgesehen - sauber. Für eine Nacht ist diese Unterkunft für uns völlig okay, einen längeren Aufenthalt würden wir hier aber nicht so gern verbringen, da die Häuserriegel zwar um eine schöne Wiese gruppiert sind, die den Kindern viel Auslauf bietet, es jedoch kaum Rückzugsorte außerhalb der eigenen vier Wände gibt, da hier viele Touristen auf kleinem Raum zusammenwohnen. Da macht das abendliche Vor-dem-Haus-Sitzen nicht so viel Spaß.
Nach dem Einzug macht meine Frau eine kurze Ausfahrt und wir übrigen drei bleiben im Camp und spielen gemeinsam auf der Wiese am Flussufer. Am späteren Nachmittag fahren wir dann alle vier erneut auf eine kleine Tour entlang des Sabie nach Westen.
Bald sehen wir einige Autos am Straßenrand stehen - überhaupt ist auf der H4-1 recht viel los, was uns in den nächsten Tagen noch etwas stören wird - und wir halten an. Tief im Busch liegen zwei Löwinnen auf der faulen Haut.
Wir bleiben wegen der eingeschränkten Sichtverhältnisse und der hohen Wahrscheinlichkeit eines ausbleibenden Stellungswechsels der zwei Damen nur kurz und haben auf der kleinen S 79 erneutes Sichtungsglück. Schnell queren drei Löwinnen das trockene Flussbett des N'watimhiri. Es ist immer wieder schön, die stolzen Tiere in ihrer Dynamik zu erleben.
Wenig später wandern nach zwei Breitmaulnashörner durch die Flussmündung.
Sehr zufrieden mit dem Tag fahren wir zurück zum Camp und stolpern schon bald über die nächste schöne Sichtung. Auf einer Sandbank des Sabie hat es sich ein Leopard gemütlich gemacht. Leider ist er weit entfernt und die Lichtverhältnisse sind bereits nicht mehr die besten. Wir sind trotzdem hocherfreut und beobachten den Leoparden lange, während er sich erst nur umlagert, um dann die Flussböschung hinabzuspazieren und im hohen Ufergras zu verschwinden.
Juhu! Die großen Fünf (und so viel mehr) am ersten vollen Tag im Kruger!
Das letzte Licht des Tages nutzen wir am Sunset Damm für kurze Beobachtungen einiger Flusspferde mitsamt aufsitzendem Graureiher. Wir müssen uns beeilen - das Tor wird gleich schließen.
Den weiteren Abend verbringen wir wieder bei Mugg and Bean - die Karte ist schließlich umfangreich und wir haben - wie gesagt - auch keinen ansprechenden Außenbereich zur Verfügung. Es ist auch erneut sehr schmackhaft und wir steigen bald müde und zufrieden in unsere Betten. Als wir mitten in der Nacht wach werden, hören wir Löwen brüllen: Ja, wir sind wieder in Afrika.
Teil 807. Nov. 2016
Freitag, 14.10.16
Zur Gateöffnung um 5.30 Uhr starte ich zu einer Ausfahrt auf der Teerstraße am Sabieufer gen Westen. Aus dem Rastlager fährt eine veritable Autoschlange los, die sich erst langsam entzerrt... Heute früh ist es stark bewölkt und es nieselt. Im Uferbereich herrscht gähnende Leere. Die Ausfahrt scheint ganz im Gegensatz zum Vortag sehr ereignislos zu verlaufen, was einerseits enttäuscht, andererseits aber auch wohltuend deutlich macht, dass wir uns eben nicht in einem Zoo befinden. Irgendwann drehe ich um, um zurück im Rastlager zu sein, wenn die Kinder aufwachen. Auf der Rückfahrt kommt es dann aber ganz unverhofft doch noch direkt auf der Straße zu einer der schönsten Sichtungen auf dieser Tour. Zwei Löwinnen sind mit sieben Jungtieren unterwegs. Es wird ausgiebig getobt und geklettert. Die Kleinen sind total übermütig und balgen mit ihren Müttern herum. Dann ruhen sie kurz aus, um schließlich die Bäume am Straßenrand unsicher zu machen. Nach einigen Minuten ist das Spiel vorbei und die Löwenmütter führen ihren Nachwuchs ins Ufergebüsch und aus meinem Blickfeld heraus.
Ganz selig fahre ich zurück nach Lower Sabie.
Teil 911. Nov. 2016
Nach einer kurzen Pause mitsamt Kofferpacken geht es wieder los. Wir fahren gemeinsam ein kurzes Stück am Sabie entlang nach Osten, um auf der nahen Brücke den Fluss zu queren. Immer wieder sehen wir Wasserböcke, Flusspferde, Krokodile und Elefanten. Büffel sind nur wenige in der Region anzutreffen - ihnen fehlt die Nahrungsgrundlage. Auf der Brücke sehen wir Senegalkibitze, wie sie lautstark und expressiv tänzelnd und hackend ihr Nest gegen einen Wasserbock verteidigen.
Die H-10 führt durch stark ausgedörrtes Land. Wir wollen nach Westen auf die S128 abbiegen, um über die Nordroute nach Skukuza zu fahren und damit die vielbefahrene Teerstraße zu umgehen. Jedoch stehen mehrere hundert Meter hinter der Einbiegung zwei Elefantenbullen auf der Straße und vertilgen einen gerade entwurzelten Baum. Geduldig und mit respektvollem Abstand warten wir eine Weile, aber es tut sich nichts. Die beiden Bullen werden wohl noch eine ganze Zeit die Straße blockieren. Uns bleibt wenig anderes übrig als umzukehren und den Umweg über die S 30 zu fahren. Der Weg führt uns durch eine wahnsinnig trockene Gegend. Hier wächst derzeit kein Grashalm. Alles ist rot und staubig. Entsprechend wenige Tiere halten sich hier auf. Bis auf vereinzelte Elefanten bleibt die nächste Zeit sichtungsfrei. Erst am Fluss werden wir durch eine Ansammlung von Fahrzeugen auf einige Löwen im Flussbett aufmerksam. Da die Tiere einerseits aber weit weg lagern und auch teilweise von Büschen bedeckt sind und andererseits ein sehr großes touristisches Interesse an ihnen herrscht, fahren wir schnell weiter und verzichten auf dieser Stelle auch auf das Einstellen eines Beweisfotos... In Skukuza teilen wir uns auf. Meine Frau bleibt mit der Kleinen und spielt mit ihr auf den Wiesen am Flussufer und ich fahre mit der Großen zum Transport Dam, da dort Wildhunde gesichtet worden sind. Wir treffen zwar keine Wildhunde an - überhaupt haben wir mit den Markern auf den Sichtungstafeln noch nie echtes Glück gehabt - machen aber ein schönes Picknick am Damm und beobachten dabei einen Breitmaulnashornbullen beim mittäglichen Durststillen.
Auf der Rückfahrt quert eine junge Pantherschildkröte unseren Weg, worüber sich besonders unsere Große freut. Wir fahren die S65 zurück nach Skukuza und sehen dabei Gnus und vor allem viele Elefanten.
In Skukuza treffen wir uns an der Rezeption wieder. Es ist jetzt 14 Uhr und wir können unser Chalet beziehen. Der überaus freundliche Mitarbeiter am Check-In gibt uns eine Hütte ganz am Rand des Camps, fernab vom Trubel, nah am Fluss und an einem der Pools. So schön haben wir in Skukuza noch nie gewohnt. Die Lage ist toll und die Hütte auch in einem wunderbaren Zustand. Ich bleibe mit den Kindern in der Hütte und erkunde den Spielplatz, meine Frau fährt allein auf eine Nachmittagspirsch am Sabie-Ufer entlang. Dort muss sie erst einen Löwenstau durchfahren - die Löwen selbst sieht sie nicht, nur eine Vielzahl von Autos, um dann einen Leoparden am Flussufer zu entdecken, der erst entspannt daliegt und sich putzt und dann gemächlich am Flussufer entlang davon spaziert.
Glücklich kehrt sie zurück. Als ich dann nochmal kurz rausfahre, ist der Leopard natürlich fort. Dafür sehe ich die Löwin, die den Stau verursachte und auch immer noch verursacht. Nur vage im Busch ist sie zu erkennen, wie sie gerade dabei ist, einen Riss zu verspeisen. Ich bin von dieser Sichtung eher genervt, die Autofülle, das daraus resultierende im Stau Stehen in der Wildnis - das sind die Schattenseiten der Hauptstraße im Kruger. Fotos gibt es deswegen auch hier keine nennenswerten. Nach meiner Rückkehr essen wir gemeinsam im Cattle Baron sehr lecker zu Abend und gehen dann nach einer kleinen "Nachtwanderung" im Camp früh ins Bett.
Teil 1013. Nov. 2016
15.10.2106
Nach einer ruhigen Nacht fahre ich mal wieder allen zur Gateöffnung um 5.30 Uhr aus dem Rastlager. Heute ist sind einmal keine Wolken am Himmel - in dieser Woche die absolute Ausnahme. Ich entscheide mich für die Teerstraße am Sabie und beobachte als erstes einen Klaffschnabel, wie er die aufgehende Sonne begrüßt.
Etwas weiter kann ich im dichten Busch ein Spitzmaulnashorn ausmachen, das sich langsam auf die Straße zubewegt. Ich bin ganz aufgeregt - im Kruger haben wir bisher noch nie ein Spitzmaulnashorn angetroffen. Leider kommt die Straße alsbald eine laut dröhnende Baumaschine entlanggefahren. Beim Schalten röhrt deren Motor einmal laut auf und das Spitzmaulnashorn macht blitzschnell kehrt und verschwindet auf Nimmerwiedersehen im dichten Busch. Das war wirklich schade und so muss ich mich mit folgendem Beweisfoto zufrieden geben.
Ich mache bald kehrt und fahre ein wenig gen Norden zur Brücke über den Sand. Hier mache ich eine kleine Pause und beobachte Flusspferde, Krokodile und eine große Marabuversammlung.
Zum Frühstück bin ich zurück in Skukuza. Bevor ich zur Hütte zurückfahre, mache ich einen kurzen Stopp am Sightingsboard. Gerade bestückt ein Tourguide den aktuellen Tag mit ersten Makern und wieder wurden - wie bereits gestern - am Transport Dam Wilddogs gesichtet. Ich spreche den Mann an und er erzählt mir freundlich von einem großen Rudel, das er mit seinem Nachwuchs beobachten konnte. Also auf ein Neues! Zurück in der Hütte packen wir schnell zusammen, um unterwegs zu frühstücken. Die Chance auf Wildhunde wollen wir nutzen. Mal sehen, ob es heute klappen wird...
Teil 1114. Nov. 2016
Fortsetzung
Wir fahren ohne Umwege in Richtung Transport Dam. Der Weg führt durch völlig ausgetrockneten Busch. Entsprechend gering ist das Tieraufkommen in der Gegend. In diese Richtung fahren zum Glück nicht so viele Leute, die meisten bleiben in der Nähe des Sabie-Ufers und so halten wir, als wir nur noch wenige Kilometer vom Transport Dam entfernt sind, angestrengt Ausschau nach möglichen Wildhunden irgendwo im tiefen Busch, weil wir hier nicht mit einem Sightingstau rechnen müssen. Kurz vor der Abzweigung zum Damm stehen dann doch zwei Fahrzeuge an der Straße und wir brauchen nicht lange, um zu sehen, was die Insassen der Wagen beobachten: Nah an der Straße dösen eine Handvoll Wildhundwelpen! Etwas tiefer im Busch rastet der Rest des Rudels. Wir sind überglücklich! Wildhunde zu sehen gehört für uns zu den absoluten Höhepunkten einer Safari. Immer wieder stehen die unheimlich niedlichen Welpen auf und trotten ein wenig herum. Auch die adulten Tiere streifen immer wieder von einem Fleck zum anderen, gähnen, strecken sich... Insgesamt ist man im Rudel derzeit aber eher träge. Lange bleiben wir bei diesen fantastischen Tieren und genießen diese wunderbare Sichtung in vollen Zügen.
Schweren Herzens lösen wir uns irgendwann von dem Rudel und fahren zurück in Richtung Skukuza. Unterwegs begegnet uns der erste Hornrabe dieser Reise und auch der erste Klippspringer setzt sich in Szene.
Bevor wir ins Rastlager zurückkehren, fahren wir noch ein wenig am Sabie entlang. Neben Nyalas und Buschböcken können wir tief im Ufergebüsch einmal mehr eine Löwin entdecken. Für schöne Fotos hat sie aber zu viel Gestrüpp vor dem Gesicht.
Ganz glücklich fahren wir ins Camp zurück und machen dort eine ausgedehnte Mittagsrast. Da es heute fast 40 Grad heiß ist, nutzen vor allem die Kinder auch ausgiebig den Pool in direkter Nähe unserer Hütte. So schön haben wir in Skukuza wirklich noch nicht gewohnt. Hiermit empfehlen wir Chalet Nr. 51. Erst um 15 Uhr brechen wir erneut zu einem Gamedrive auf. Wir wollen noch einmal zum Transport Dam fahren und schauen, ob das Wildhundrudel noch vor Ort ist. Wir sind gespannt...
Teil 1215. Nov. 2016
Fortsetzung:
Tatsächlich ist das Rudel auch am Nachmittag noch an Ort und Stelle. Jedenfalls zum Teil: Als wir ankommen, sind nur die Welpen zu sehen, von den erwachsenen Rudelmitgliedern fehlt jede Spur.
Die Kleinen zeigen sich noch immer sehr schläfrig und so fahren wir nach kurzer Zeit erst einmal zum Damm. Vielleicht ist der Rest des Rudels dort? Aber am Wasser lassen sich keine Wildhunde entdecken. Dafür sehen wir einige Impalas, Zebras, Krokodile, Flusspferde und einen Wollhalsstorch.
Nach dem Stopp am Wasser fahren wir zurück zu den jungen Wildhunden und verbringen dort einige Zeit. Bis auf einmal Leben in die Welpen kommt.
Sie spähen aufmerksam in den Busch und auf einmal stürmt der Rest des Rudels auf den Nachwuchs zu. Unter großem Hallo und vielstimmigen Fiepen begrüßen sich die Rudelmitglieder und jagen sich spielerisch durch den Busch. Wir beobachten ganz begeistert diese Interaktion.
Dann würgt einer der Hunde Nahrung für die Kleinen aus und die Welpen stürzen sich begeistert auf ihr Futter. Wir können kaum glauben, das alles aus so großer Nähe beobachten zu können. Auch unsere Töchter beobachten ganz fasziniert.
Bald kehrt wieder Ruhe ins Rudel ein. Die adulten Tiere ziehen sich zurück und die kleinen verstecken sich unter einer Wurzel. Doch alsbald siegt ihr Übermut. Sie jagen Blätter und spielen mit den Schwänzen ihrer Geschwister. So süß!
Wir bleiben den ganzen Nachmittag bei den Wildhunden und fahren erst zu Toresschluss ohne Umweg nach Skukza zurück. Erschöpft und ganz seelig von den Eindrücken dieses Wildhundtages gehen wir bald ins Bett, nachdem wir uns vom Take-Away des Camps mit Essen versorgt haben, was nicht wirklich zu empfehlen ist.
Teil 1315. Nov. 2016
16.10.2016
Heute verlassen wir Skukuza und fahren zurück nach Crocodile Bridge, wo wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Durch das abseits gelegene und für SAN-Parks Verhältnisse wirklich hochwertig ausgestattete Chalet, seine unmittelbare Nähe zum wenig besuchten Pool und dem kurzen Weg zum Fluss hat uns unser Aufenthalt im rummeligen Skukuza sehr gut gefallen. Bevor wir Skukuza endgültig verlassen, mache erst ich und dann meine Frau eine kleine Soloausfahrt. Der Daheimbleibende spielt mit den Kindern auf dem netten Spielplatz des Camps, frühstückt gemütlich mit den Kleinen und packt unsere sieben Sachen.
Ich wähle einmal mehr die Teerstraße am Sabie-Ufer. Lange lässt sich wenig sehen. Aber kurz vor der Brücke über den Fluss entdecke ich unweit der Straße zwei junge Löwenkater, die sich bald auf die Straße begeben und ihr in Richtung Skukuza folgen. Da aktuell nur wenig Verkehr ist, kann ich den beiden bequem ein wenig folgen. Als sich dann naturgemäß zu viele Autos ansammeln, verlasse ich die Jungs und fahre zurück in Richtung Camp.
Nach wenigen Kilometern und einer Giraffensichtung höre ich durch das offene Autofenster Löwengebrüll. Die Insassen eines anderen Wagens machen mich auf einen Löwen aufmerksam, der wohl unterhalb der Uferböschung liegt. Ich warte ein wenig und hoffe, dass er sich bewegt und ich habe Glück: Nach einigen Minuten verlässt er seine Deckung und spaziert am Fluss entlang. Ich fahre ein wenig zurück, um ihn an einem Turnout zu erwarten. Er enttäuscht mich nicht und bleibt der von mir antizipierten Route treu.
Nach dieser schönen Sichtung fahre ich nach Skukuza zurück und löse meine Frau ab, die nun ihrerseits eine kleine Runde dreht und dabei u.a. das Lake Panic Hide besucht, dessen Atmosphäre wir sehr mögen.
Am Sandriver findet auch heute wieder eine Marabuversammlung statt.
Bald darauf fahren wir zu viert gen Crocodile Bridge.
Fortsetzung folgt.
Teil 1417. Nov. 2016
Fortsetzung
Einmal mehr fahren wir die H4-1 in Richtung Lower Sabie - es wird das letzte Mal im Rahmen dieser Reise sein.
Zuerst entdecken wir einen Wahlbergsadler, der auf einem Baum an der Straße sitzt und eine Echse verspeist. Bei dem anhaltenden Durchgangsverkehr ist es gar nicht so leicht, eine gute Position für ein Foto zu finden und in Ruhe zu beobachten...
Bald darauf entdecken wir einen Löwenkater im trockenen Flussbett. Er sonnt sich genüsslich auf einem großen Felsen. Von der Form seiner Mähne und seinem Aufenthaltsort her handelt es sich wahrscheinlich um den gleichen Kater, dem ich auf der Rückfahrt von der Morgenpirsch begegnet bin.
Immer wieder halten wir an, um das Leben, das sich am Flussufer abspielt, zu beobachten. Dabei fallen uns in erster Linie riesige Elefantenherden auf, die am Fluss entlang ziehen, trinken und baden.
Am Sunset Dam schließlich haben sich einige Giraffen zum Trinken eingefunden - unsere letzte Sichtung vor der Mittagspause, die wir einmal mehr in Lower Sabie verbringen.
Der Platz auf der Aussichtsterrasse ist erneut schön und das Essen schmeckt - ich bestelle den Big Daddy Burger, ein kulinarisches Ungetüm zwischen zwei Brötchenhälften, das den Nährwert von bestimmt drei Mahlzeiten auf sich vereint. Diesen haben wir schon 2014 genossen - mein Vater schwärmt noch heute davon. Derweil toben sich die Kinder im Shop aus und fahren mit den Einkaufswagen spazieren. Es ist immer wieder faszinierend, wie Kinder aus jeder Gegebenheit einen Spielplatz konzipieren können.
Im Anschluss fahren wir noch einmal zum Pool des Camps und verbringen dort die heißesten Stunden des Tages. Auch heute sind es um die 40 Grad. Die Kinder plantschen ausgelassen und alle sammeln Energie für die nachmittägliche Fahrt in Richtung Crocodile Bridge, zu der wir erst am späten Nachmittag aufbrechen.
Unterwegs legen wir verschiedene Stopps ein. Zuerst an einem Krokodil, das direkt unter der Sabiebrücke lagert und wenig später bei einem Kronenducker, der unsere Antilopenspezies-Liste für dieses Jahr erweitert.
Immer wieder zeigen sich Helmperlhühner und Elefanten.
Bei Gasanftombi fahren wir erneut von der Hauptstraße ab - hier hatten wir schließlich vor einigen Tagen ein Löwenrudel gesichtet. Die Löwen sind nicht mehr da - sie haben aber Spuren hinterlassen: Am Rand der Dirtroad liegen zwei Tüpfelhyänenkadaver, bei einem der beiden sind Bisswunden zu erkennen. Wahrscheinlich haben die beiden in einem Kampf mit Löwen den Kürzeren gezogen... Der Anblick ist abschreckend und faszinierend zugleich - der Geruch vor allem ersteres. Wir nehmen uns vor in den nächsten Tagen immer mal wieder hier vorbeizuschauen, um zu sehen, ob und wie die Überreste der Hyänen im Busch "weiterverwertet" werden.
In Crocodile Bridge angekommen, beziehen wir eine neue Hütte, die dieses Mal eine Aussicht auf den Fluss bietet. Wir kaufen im kleinen, aber ganz gut ausgestatteten, Shop ein und spazieren am Zaun des Camps entlang. So kommen wir zur letzten Elefantenbegegnung dieses Tages: Ein einzelner Elefant steht direkt auf der anderen Seite des Zauns und futtert kleine Bäume und Sträucher. Zum Glück lässt er sich nicht von uns irritieren, sodass wir ihn lange ganz ruhig dabei beobachten können.
Als es ganz dunkel wird, kochen wir ein einfaches Abendessen auf der Terrasse unserer Hütte, können aber kaum draußen essen, da ein starker Sturm aufzieht und den sandigen Untergrund zum Fliegen bringt. Die ganze Nacht hindurch wird es stürmen, die Temperatur wird fallen und - so jedenfalls die Hoffnung südafrikanischer Reisender, mit denen wir im Camp reden - nennenswerte Regenfälle bringen: "We prayed every day for it to rain."
Fortsetzung folgt. Jetzt aber bereits ein Dankeschön an alle Kommentatoren und Button-Drücker!
Teil 1518. Nov. 2016
Montag, 17.10.2016
In der Nacht hat es stark gewittert. Als wir am Morgen die Hütte in Crocodile Bridge verlassen, ist es noch immer stark bewölkt und dies wird sich den Tag über auch kaum ändern. War es gestern noch rund 40 Grad heiß, so ist das Thermometer heute um über 20 Grad gefallen. Es herrscht starker Wind, der das Draußensein ziemlich ungemütlich macht. Davon merken wir aber im Auto kaum etwas, als wir um 5.30 Uhr das Camp verlassen, um eine Runde auf dem "Southern Circuit" zu drehen. Einige hundert Meter nach der Ausfahrt treffen wir bereits auf die erste interessante Sichtung des Tages. Eine Tüpfelhyäne liegt auf der Straße. Irgendwann steht sie auf und verschwindet in einem Gebüsch. Wir warten, ob sie sich entschließt bald wieder herauszukommen. Und tatsächlich: Sie kommt zurück und bringt sogar ein Stück Aas mit, an dem sie zuerst herumkaut und das sie dann mit hochgerecktem Hals von Dannen trägt.
Einige Kilometer weiter kreuzt plötzlich und unerwartet eine weitere Hyäne die Straße. Ich erschrecke mich total. Zum Glück waren wir langsam unterwegs, sonst hätte ich kaum rechtzeitig bremsen können. Die Hyäne hält an der anderen Straßenseite kurz inne, mustert uns und trottet dann ihres Weges.
Vorbei an einem Gaukler und einigen Hornraben fahren wir die Nebenstraßen in Richtung Duke Wasserloch. Hier stehen wieder viele Zebras und Gnus. Und auch Büffel haben sich heute darunter gemischt. Immer wieder treffen wir auf enorm große Impalaherden, die bestimmt über hundert Tiere zählen. Auch Elefanten und Giraffen lassen sich beobachten.
Auf der Rückfahrt ins Camp sehen wir in recht weiter Entfernung von der S28 aus zwei vollgefressene Geparde liegen, die jedoch keine Anstalten machen, näher zu kommen.
Nach einer längeren Spiel- und Frühstückspause fahren wir noch einmal in Richtung Lower Sabie, um dort zu Mittag zu essen.
Den Beginn der Fahrt bildet eine Stippvisite bei den Hyänenkadavern. Hier ist jetzt enorm viel los. Vier Geierarten machen sich über die toten Tiere her: Kappengeier, Wollhalsgeier, Weißrückengeier und Ohrengeier. Es ist toll, die Hierarchie zwischen den Vögeln zu beobachten - wenn der riesige Ohrengeier kommt, halten die anderen lieber respektvoll Abstand. Überhaupt sind die Größenunterschiede zwischen den verschiedenen Geierarten enorm. Das fällt gar nicht so stark auf, wenn sie nicht direkt nebeneinander stehen.
Wir wollen wieder die Nebenstraßen fahren, jedoch blockieren Elefanten den Weg. Wir warten eine ganze Zeit und kehren dann lieber um...
Unterwegs sehen wir noch einen schlafenden Löwen im Busch, der uns sein Gesicht aber partout nicht zuwenden möchte - daher gibt es auch kein Foto. Am Sunset Dam sehen beobachten wir zum Abschluss der Fahrt einige Flusspferde und Babykrokodile.
Die Mittagsrast in Lower Sabie verläuft entspannt. Die Kinder rennen viel herum und toben sich aus - wir laufen hinterher und beobachten zwischendurch Büffel, die nahe der Aussichtsterrasse am Flussufer fressen.
Auf der Rückfahrt nach Crocodile Bridge begegnen uns eine Breitmaulnashornkuh mit Kalb und auf der Straße dann zwei Löwenkater, die wir ein Stück begleiten, bis sie sich neben der Straße im Busch zur Ruhe legen.
Am Abend gönne ich mir einen Nightdrive. Ich habe ein sehr gespaltenes Verhältnis zu dieser Art der Ausfahrt. Einerseits hat man die Chance, Tiere zu erblicken, die einem ansonsten verborgen sind, andererseits empfinde ich die starken Scheinwerfer den Tieren gegenüber schon als sehr störend. Überdies sind die Fotografiermöglichkeiten auch sehr eingeschränkt, vor allem, wenn man auf den großen Trucks der Nationalparkverwaltung unterwegs ist.
Als ich pünktlich am Treffpunkt bin, warten schon einige andere Reisende auf das Fahrzeug, das dann auch bald eintrifft. Der Guide - Oscar - scheint sehr nett zu sein und Spaß an seiner Arbeit zu haben. Er versucht uns die Wartezeit zu verkürzen, denn die Fahrt wird sich um 20 Minuten verzögern, da wir noch auf eine amerikanische Tourigruppe aus einer externen Lodge warten müssen. Als diese dann endlich eintrudelt - es handelt sich um mehrheitlich junge Damen in hochhackigen Schuhen... - und dabei kein Wort der Entschuldigung fallen lässt, kann es endlich losgehen. Diese Fahrt wird in mehrfacher Hinsicht außergewöhnlich. Da die Amerikanerinnen schon einen so guten Einstand hingelegt hatten, bemühen sie sich redlich, diesen ersten Eindruck weiter zu erhärten. Dauernd (und wenn ich dauernd schreibe, meine ich dauernd) rufen sie "Stopp!". Beim ersten Impala kann das noch jeder gut nachvollziehen. Beim zehnten Impalastopp schon weniger. Unmut macht sich breit. Ein alter Alaskaner meint, dass Oscar nicht bei jedem Impala anhalten wolle, daraufhin wird zurückgegiftet: "Impalas are wildlife, too!". Die Stimmung ist also etwas angespannt... Lange zeigen sich auch nur Impalas im Schein der etwas zu erratisch geschwenkten Lichter (ein weiterer nerviger Aspekt dieser Fahrten ist natürlich auch, dass andere mit den Scheinwerfern bestimmen, was man sieht und was nicht...). Dann erkennen wir in weiter Ferne eine Hyäne und bald darauf einen Schabrackenschakal. Die Fahrt führt uns an Elefanten vorbei und an einem turnenden Bushbaby. Einen ersten Höhepunkt erreicht die Fahrt sichtungstechnisch, als wir auf drei Löwen direkt auf der Straße treffen, die sich von den Lichtkegeln zuerst kaum stören lassen, denen es aber dann doch zu viel wird und sie sich in den dichten Busch zurückziehen. Die weitere Fahrt führt uns noch an einer weiteren Hyäne vorbei, die laut Oscar einem Leoparden den Riss abgejagt hat. Emsig zieht sie ein in zwei Teile gerissenes Impala von der Straße weg in den Busch. Den Leoparden bekommen wir leider nicht zu Gesicht.
Dafür kommt es auf der Fahrt noch zu einer ganz besonderen Begegnung, die all die blöden Umstände des Nightdrives vergessen macht, auch wenn kein Foto gelingt. Mitten auf der Straße sitzt ein Erdferkel! EIN ERDFERKEL! Ich kann es kaum glauben. Noch nie habe ich ein solches Tier sehen dürfen. Alle sind ganz aus dem Häuschen. Auch Oscars Stimme überschlägt sich voller Freude über diese Sichtung. Er meint, dass es auch seine erste Erdferkelsichtung sei und dass es Guides gebe, die seit 40 Jahren im Kruger arbeiteten, und die noch nie ein Erdferkel erblickt hätten. Als das scheue Tier die Lichtkegel des LKW registriert, marschiert es stracks über die Straße hinweg in den tiefen Busch. Wir können nur noch sein Hinterteil ausmachen, wie es ästeraschelnd von Dannen zieht. Ich bin ganz begeistert und beschließe, die gerade entstandenen inneren Bilder ganz fest auf meiner internen Festplatte abzuspeichern. Wer weiß, ob ich jemals wieder ein Erdferkel in freier Natur sehen werde?
Zurück im Camp schlüpfe ich zu meiner Familie in die Betten und erzähle meiner Frau begeistert von den Sichtungen und entgeistert vom Verhalten anderer Mitfahrer. Bald darauf schlafen wir alle tief und fest - nicht ahnend, dass der kommende Tag der vielleicht spektakulärste der Reise werden würde...
Fortsetzung folgt.
Teil 1620. Nov. 2016
18.10.2016
Heute unternehmen wir einmal mehr zwei getrennte Morgenfahrten, weil wir zur Mittagszeit gemeinsam mit der ganzen Familie von Crocodile Bridge nach Berg-en-Dal umziehen müssen und den Kindern die Morgenstunden zum Schlafen und Austoben lassen wollen. Als erstes fahre ich die Teerstraße nach Norden, um dann über das Duke-Wasserloch und die S28 wieder zurück zum Camp zu fahren, meine Frau fährt danach eine ganz ähnliche Strecke.
Vielleicht zwanzig Minuten, nachdem ich das Gate passiert habe, treffe ich einen stattlichen Löwenkater auf der Straße an. Zuerst liegt er mitten auf dem Asphalt und döst, dann beginnt er zu brüllen. Dies aus wenigen Metern Entfernung zu erleben, ist schon beeindruckend. Dann steht er irgendwann auf und spaziert auf der Straße gen Norden. Ich kann ihn dabei ein wenig begleiten und verlasse ihn erst, als immer mehr Fahrzeuge dazukommen und der Löwe schließlich in den Busch abbiegt.
Bald biege ich in die Dirtroad Richtung Duke Wasserloch ein. Auf dem Weg dorthin folgt bereits die nächste schöne Sichtung. Zwei Wildhunde lagern direkt neben der Straße. Sie sind vollgefressen und entsprechend träge, bewachen aber aufmerksam einen Impalariss, der wenige Meter entfernt von ihnen liegt. Eine ganze Zeit bleibe ich bei den beiden Gesellen und freue mich über jede Aktivität. Schön ist auch, dass ich die Hunde die meiste Zeit für mich allein habe und kein Druck entsteht, für andere irgendwann Platz machen zu müssen.
Ich fahre dann zurück zum Camp und erzähle dort von den Wildhunden. Während ich die Kinderbetreuung übernehme, fährt jetzt meine Frau zu den Wildhunden. Vorher stattet sie den toten Hyänen und den immer noch anwesenden Geiern einen Besuch ab und begegnet unterwegs noch zwei lebendenTüpfelhyänen.
Bald fängt es an recht stark zu regnen und es passiert etwas Bemerkenswertes. Kaum ist die Teerstraße regennass, tummeln sich Grünmeerkatzen auf der Fahrbahn und stillen ihren Durst, indem sie das frische Regenwasser emsig auflecken.
Als wir alle wieder im Camp vereint sind, ist es bereits später Vormittag. Wir beladen unser Auto und machen uns gemeinsam in Richtung Berg-en-Dal auf den Weg.
Teil 1720. Nov. 2016
Fortsetzung
Wir fahren über die Crocodile River Road gen Osten. Rechts und links begleitet uns ausgedörrtes Buschland. Immer wieder treffen wir auf der Fahrt auf Elefanten.
Irgendwann sehen wir am linken Straßenrand Bewegungen. Das kann doch nicht wahr sein! Wieder entdecken wir ein Wildhundrudel und erneut eines mit Nachwuchs. Das ist die dritte Wildhundsichtung dieser Reise. 😄 Wir freuen uns unglaublich darüber. Der recht dichte Busch macht das Fotographieren zwar nicht einfach, aber trotzdem beobachten wir das Treiben der Hunde eine lange Zeit.
Auf dem weiteren Weg begegnet uns noch ein stattliches Breitmaulnashorn, das seinen Dunghaufen auffrischt.
Je näher wir Berg-en-Dal kommen, desto grüner wird die Landschaft - jedenfalls schlagen die Bäume hier bereits deutlich stärker aus, Gras ist auch hier Mangelware. Bis zum Camp sehen wir wenig Wild und so beziehen wir am gegen 14.30 Uhr unser typisch etwas zu düsteres Berg-en-Dal Häuschen, an dessen Tür uns ein Kapkauz als Empfangskommitee erwartet.
Ein kleiner Spaziergang durch das Camp zeigt Erschreckendes: Der gesamte Damm ist ausgetrocknet! Das haben wir hier so extrem nicht erwartet, denn es handelt sich hier schließlich um eine recht tiefe Wasserstelle. Kein Wunder, dass in der Gegend recht wenig Wild anwesend ist, wenn eine der großen Trinkmöglichkeiten versiegt ist und auch kein Gras zu finden ist. Nachdem wir uns im Imbiss mit leckeren Sandwiches gestärkt haben, wollen wir wieder aufbrechen und zur Matjula Wasserstelle fahren, in deren Nähe wir in den letzten Jahren viel Glück mit Breitmaulnashörnern, enorm großen Büffelherden und sogar einer Leopardin mit Nachwuchs hatten.
Wir sind gespannt, ob sich trotz der Dürre das ein oder andere Tier sehen lassen wird - und ahnen nicht, dass uns die vielleicht beste Sichtung dieser Reise kurz bevorsteht... 🤩
Teil 1821. Nov. 2016
Fortsetzung
Um 16 Uhr verlassen wir Berg-en-Dal. Unsere Nachmittagstour soll uns zum Matjulu Wasserloch führen. Es geht also nur ein ganz kurzes Stück die Teerstraße entlang und dann rechts auf die kleine Dirtroad, die sich windend und auf und ab steigend durch das eigentlich landschaftlich sehr reizvolle Gebiet um Berg-en-Dal schlängelt, das aber gegenwärtig sehr unter der Dürre gelitten hat. Auch die Straße ist anfangs nicht im besten Zustand und so schaukeln wir uns voran - ganz froh darüber, nicht in einem Kleinwagen zu sitzen oder gar in einem Sportflitzer, wie man ihn hier teilweise auch antrifft... Einige Minuten Fahrzeit vergehen ohne eine Sichtung, doch dann erspähen wir ganz kurz einen Leopardenpopo - es reicht gerade noch für ein Beweisfoto und schon ist die Katze hinter einem Steinhaufen verschwunden. Wir bleiben stehen und hoffen auf ihre Wiederkehr. Und wir haben Glück. Bald zeigt sich eine Leopardendame in ihrer ganzen Schönheit.
Aber was ist das? Sie ist nicht allein! Eine weitere Katze und ein enorm stattlicher Kater begleiten sie. 🤩 Drei Leoparden auf einmal! Das geht nun wirklich nicht!
Erst streunen die drei ein wenig durch den recht dichten Busch, bis sich eine der beiden Katzen etwas ins Abseits begibt und nur noch der massive Kater und die gegen ihn äußerst filigran wirkende Leopardendame zu sehen sind. Und dann kommt es zur Paarung! 😁 Wir können es nicht fassen: Vor unseren Augen paaren sich zwei Leoparden! Wir sind total gespannt. Atemlos lauschen wir dem hustenden Fauchen des Katers. Unglaublich! Bald verbeisst er sich in den Nacken seiner Partnerin und der Akt neigt sich dem Ende zu. Die Katze wendet sich ihrem Partner fauchend zu und bedeutet ihm unmissverständlich aufzustehen. Er quittiert dies seinerseits mit beeindruckendem Geräusch.
Bald kommt die zweite Katze zurück und umschmeichelt den Kater mit ihrem Schwanz und indem sie sich auffordernd an ihn schmiegt und um ihn herumstreicht. Und so kommt es zu einer zweiten Paarung. 🙂
Alsbald ziehen die Leoparden weiter und wir verlieren sie im Busch aus den Augen. Wir setzen alles auf eine Karte und fahren zur Anhöhe über dem Matjulu Wasserloch, das noch bestimmt 500 Meter von uns entfernt liegt. Dort positionieren wir uns so, dass wir möglichst buschfrei auf die Ebene schauen können - und wir warten. Werden die Leoparden - erschöpft von der Paarung - zum Trinken ans Wasserloch kommen? Wir drücken ganz fest die Daumen. Unsere Wartezeit wird dabei versüßt von sieben (!) anwesenden Breitmaulnashörnern. Fünf bevölkern das Wasserloch und eine Kuh mit großem Kalb hält sich abseits im Gebüsch.
Und dann kommen die Katzen. Zuerst nehmen sie einen Hügel in Besitz, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dann wagt sich eine der Damen hinunter ans fast ausgetrocknete Bassin. Misstrauisch beäugen sich Leopard und Nashörner, lassen sich aber gewähren. Derweil paaren sich die beiden anderen Leoparden auf dem kleinen Hügel.
Nachdem die trinkende Katze zu den anderen zurückgekehrt ist, entschließt sich das Trio, gemeinsam zum Wasser zu gehen. Das Paaren scheint durstig zu machen. Der Kater ist nicht so tolerant und faucht zu nahe kommende Nashörner an. Als er seinen Damen und sich genug Platz verschafft hat, beginnen die drei Katzen ausgiebig zu trinken.
Nach einer Weile wandern sie weiter in Richtung der Parkmöglichkeit am Wasserloch und wir ändern unserer Position dahingehend. Fasziniert beobachten wir die drei auf ihrem Weg und erleben das durchaus fordernde Umgarnen des Katers durch die Katzen und eine weitere Paarungseinheit direkt vor unserer Nase.
Nach einer guten Stunde faszinierender Beobachtungen, die unsere Kinder dankenswerterweise klaglos mitgemacht haben (Naschereien sei Dank...), ziehen sich die Leoparden endgültig über die Böschung hinter dem Parkplatz zurück.
Wow! Was für eine Sichtung. Wir umarmen uns ganz glücklich. Besser kann eine Safaritag nicht enden. Sichtungsfee, wir lieben dich! 😉
An den sich nun auch zurückziehenden Nashörner vorbei fahren wir immer noch ganz aufgeregt zurück ins Camp. Dort essen wir im Restaurant sehr lecker zu Abend, kommen dabei aber nicht so recht zur Ruhe, da unsere Kinder sich parallel dazu austoben wollen. Immer wieder rennen sie aus dem Restaurant heraus und genießen es sichtlich, sich endlich wieder frei bewegen zu können.
Glücklich lassen wir diesen fantastischenTag in unserer Hütte gemeinsam ausklingen: Ein Löwe, zwei Wildhundsichtungen, viele Elefanten und Nashörner und dann auch noch die drei Leoparden. Der Kruger begeistert uns total.
Teil 1923. Nov. 2016
19.10.2016
Die vergangene Nacht hat starken Regen gebracht und auch der anbrechende Tag ist verregnet. Wir unternehmen im Laufe des Morgens zwei getrennte kleine Rundfahrten in der Gegend von Berg-en-Dal und müssen uns nach dem Spektakel des letzten Tages erst einmal wieder daran gewöhnen, dass es auch im Kruger einmal an der Tagesordnung sein kann, nichts Bemerkenswertes zu sichten. Und so vergehen die beiden Ausfahrten fast tier- und fotofrei. Lediglich ein Graukopfliest, ein Buschhörnchen und ein Wasserbock lassen sich mehr oder weniger adrett ablichten. Einige Elefanten können wir zwar auch entdecken, diese sind aber tief im Busch verborgen und so bleibt die Kamera unbenutzt.
Nach dem gemeinsamen Frühstück in der allzu düsteren Hütte fahren wir zu viert in Richtung Biyamiti. Auf den Dirtroads begegnen uns nur wenige andere Autos. Tiere sind aber leider ebenso rar gesät. So kann ein Tag also auch ablaufen. Wir schwelgen ein wenig in Erinnerungen an die vergangenen Tage und Sichtungen - heute ist schließlich unser letzter vollständiger Tag im Kruger. Wir spinnen herum, was wir heute noch an Besonderheiten sehen möchten: Vielleicht Raubtiere am Riss oder Honeymoon Lions. Das wäre doch fein, liebe Sichtungsfee! Ab und an sehen wir Impalas und auch vereinzelte Elefanten. Irgendwann auch noch ein Breitmaulnashorn. Der Nahrungsmangel in der Gegend wird viele Tiere veranlasst haben, abzuwandern. Auch der Biyamiti ist weitgehend trocken. Nach einer Kurve treffen wir schließlich auf ein paar parkende Fahrzeugen, deren Insassen in das trockene Flussbett spähen. Wir halten an, machen es ihnen gleich und entdecken einen Löwen und eine Löwin, die träge unweit eines gerissenen Büffels im Gras liegen. Wir warten eine Weile und andere Autos kommen und fahren wieder ab. Unsere Geduld wird aber belohnt. Irgendwann erheben sich beide Löwen und kehren zu ihrem Riss zurück und beginnen dann abwechselnd an ihm zu fressen. Uns ist es schon fast unheimlich - vor kurzem haben wir noch über unseren Riss-Wunsch gescherzt und nun geht er auch schon in Erfüllung.
Wir fahren am Biyamiti Wehr vorbei, das bis auf ein einzelnes Flusspferd und ein Krokodil verwaist vor uns liegt. Wir sind beruhigt: Wenigstens hier gibt es noch recht viel Wasser.
Eine kleine notwendige Pause machen wir auf dem Picknickplatz Afsaal, den ich überhaupt nicht leiden kann, da er für mich schlimmstes Kaffeefahrtfeeling im Busch verkörpert: Ein großer Parkplatz, viele lärmende Menschen, ein Laden und ein Restaurant. Solche Orte konterkarieren das Gefühl im afrikanischen Busch unterwegs zu sein und wir versuchen daher eigentlich, sie zu meiden. Wenn ich Afsaal beispielsweise mit dem wunderbaren Pafuri Picknickplatz im Norden des Parks vergleiche, kann ich nur den Kopf schütteln.
Auf der Rückfahrt nach Berg-en-Dal entdecken wir am Straßenrand noch einige Zwergmangusten, die wir eine ganze Zeit bei ihrem quirligen Treiben beobachten.
Zurück im Camp machen wir eine lange Pause und spielen mit den Kindern. Unsere Kleine hat riesigen Spaß daran, die Einkaufswagen des Campshops quer über den Platz zu schieben. Wir wissen sehr zu schätzen, dass sich die Angestellten nicht daran stören, sondern sich mit uns freuen. Außerdem machen wir auf den Sitzreihen des Open-Air-Kinos unsere schon traditionellen Fotos: Seit 2013 fotografieren wir unsere Tochter (und jetzt erstmals unsere Töchter) an diesem Ort dabei, wie sie - mit unserer Unterstützung - von Bank zu Bank hüpfen. Und so ergibt sich über die Jahre eine nette Entwicklungsreihe: Unsere Älteste hüpfend im Alter von 1,5 Jahren, von 2,5 Jahren und nun von 4,75 Jahren. Und für unsere Kleine ist es das erste Foto einer Reihe, die wir in den nächsten Jahren an Ort und Stelle gerne auch mit ihr fortsetzen wollen. Nach einem Nachmittagssnack im wirklich sehr netten Imbiss des Camps, bei dem wir uns aber aufdringlicher Grünmeerkatzen erwehren müssen, beschließen wir, den weiteren Nachmittag noch einmal am Matjulu Wasserloch zu verbringen. Vielleicht zeigt sich ja das eine oder andere Tier von gestern wieder... Aber heute werden wir enttäuscht. Wir stehen knapp zwei Stunden am Wasserloch und beobachten nur die ausgedörrte Landschaft. Das einzige Foto, das in dieser Zeit entsteht, zeigt diesen Hammerkopf. So kann es also auch gehen und wir finden das im Spiegel des Gewesenen auch durchaus okay.
Zurück im Camp essen wir aus dem Restaurant geholte Speisen im Freiluftkino und sehen uns gemeinsam eine Doku über die großen Säuger des Kruger an. In der Hütte packen wir schon einmal ein wenig zusammen. Heute ist schließlich unsere letzte Nacht im Nationalpark. Da unser Flug aber erst am Nachmittag des morgigen Tages abhebt, verspüren wir noch keinen Abschiedsschmerz, sondern sind gespannt, was die letzten Fahrten im Park für uns bereithalten werden.
Teil 2024. Nov. 2016
20.10.2016
Heute bricht unser letzter Tag im Kruger an. Ein wenig Wehmut mischt sich in die Erinnerung an die begeisternden Erlebnisse der letzten Tage. Irgendwie können wir nicht genug Zeit im Busch verbringen... Zur Öffnung des Gates fahre ich auf eine kurze Ausfahrt. Meine Frau und die Kinder schlafen noch. Wie in den Tagen zuvor, werden wir uns in ca. zwei Stunden abwechseln.
Zuerst fahre ich erneut in Richtung Matjulu Wasserloch. Heute ist es wieder stark bewölkt und die Landschaft liegt im feuchtkalten Morgennebel. Wild ist erneut wenig zu sehen. Einzig eine Giraffe beäugt mich genauso aufmerksam wie ich sie.
Am Wasserloch selbst ist es - genau wie gestern - sehr einsam. Da die Zeit heute etwas knapp ist, warte ich nicht lange und fahre bald zurück auf die Teerstraße. Das stellt sich als gute Entscheidung heraus, denn nach nur einigen hundert Metern treffe ich auf einen vollgefressenen Löwenkater, der seinen Durst in einer tiefen Pfütze am Rand der Straße stillt.
Nach einigen Minuten kommt ein zweiter Kater hinzu, beide begrüßen sich freundschaftlich und legen sich gleich neben der Straße nieder. Immer wieder steht einer der beiden auf und trinkt und so beschließe ich ein wenig bei den Löwen zu bleiben und dann zum Camp zurück zu fahren.
Bedrohlich nah an den Löwen erscheint auf einmal ein Warzenschwein, aber die beiden sind so vollgefressen, dass sie sich für das Schwein kein Stück interessieren.
Als ich im Camp ankomme, hat meine Frau - die Fleißige - bereits weitgehend gepackt. Ich erzähle von den Löwen und sie fährt mit unserer Großen hin, während ich mit der Kleinen frühstücke und spiele.
Nachdem wir wieder zu viert im Camp sind, packen wir ein letztes Mal unsere Koffer in unser treues Auto und brechen zu unserer letzten Pirschfahrt in den Kruger auf. Gegen 13 Uhr wollen wir den Park verlassen und so bleiben uns noch ein paar Stunden, um unseren Abschied gedanklich hinauszuzögern. Liebe Sichtungsfee, auf zum Endspurt!