Wieso?

26 Antworten · 4'929 Aufrufe · gestartet 30. Aug. 2016 von Can
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Themenstarter890 Beiträge · seit 201630. Aug. 2016 · #1
Hallo,
kann mir jemand kurz erklären, wieso sich jetzt Namibia für so "viele" Airlines öffnet und Landelizenzen in WDH erteilt?

Es hieß doch immer, dass sich Namibia, Air Namibia oder der Airport quer stellt. Weiß es aber nicht wirklich wer,was und wie.

Vielleicht kann es jemand erklären. So ein Flugangebot gab es glaube ich noch nie. Zumindst was die Verbindungen aus Europa betrifft.

Oder war es so, dass lediglich die Airlines mangels Nachfrage/Auslastung Namibia nicht beachtet haben?

Danke und Gruß
Themenstarter890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #2
Hallo,
ich schieb meine Frage noch einmal hoch, da ich gerade Christians Info lese..
Ist das nicht der Tod von Air Namibia?
Wenn ich Reward Meilen hätte, würde ich die jetzt einlösen....
Gruß
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #3
Hallo Can,
Es hieß doch immer, dass sich Namibia, Air Namibia oder der Airport quer stellt. Weiß es aber nicht wirklich wer,was und wie.
AN hat - berechtigt oder unberechtigt - gegen Konkurrenz gearbeitet (zuletzt FlyAfrica). Das klappt scheinbar nicht mehr so gut. Gestern hatte Hitradio Namibia dazu folgende Meldung:
"Die Tatsache, dass in diesem und kommenden Monat drei internationale Fluggesellschaften Verbindungen nach Namibia aufnehmen, sei die bewusste Entscheidung und der Wunsch der namibischen Regierung gewesen. Aus diesem Grund wurden in den vergangenen Wochen und Monaten bilaterale Abkommen mit den Regierungen von Katar, den Niederlanden und Äthiopien unterzeichnet. Bei einer Presseveranstaltung am Mittag wies der Geschäftsführer der Namibia Airports Company NAC, Tamer El-Kallawi, Mediengerüchte zurück, wonach die NAC für die Zulassung von Fluggesellschaften verantwortlich sei. Dies geschehe auf Regierungsebene und dann durch die jeweiligen Zivilluftfahrtorganisationen. – Qatar Airways fliegt ab Ende September vier Mal die Woche nach Doha, Ethiopian Airlines und KLM ab Oktober jeweils drei Mal die Woche nach Addis Abeba beziehungsweise Amsterdam."

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
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Themenstarter890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #4
Danke Christian, dann schauen wir mal, wie es mit AN weiter geht. Schade wärs schon, wenn sie nicht mehr am Himmel ist...
Vielleicht schaut die Nam Regierung auch mit einem Auge nach RSA und SAA......
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
Gast02. Sept. 2016 · #5
Hallo,
Can schrieb:Ist das nicht der Tod von Air Namibia?
Namibia reitet mit AN seit 25 Jahren ein totes Pferd. Wirtschaftlich und volkswirtschaftlich ist der Tod schon lange da. Aber das ist in Namibia eben eine rein politische Frage. Namibische Politiker mit irgendwelchen Defiziten deklarieren AN zur Frage des Nationalstolzes und dann ist alles Rationale außen vor und AN wird seit 25 Jahren künstlich zwangsbeatmet.

Mit nun offenbar stark steigenden internationalen Flügen nach WDH besteht die Chance einer verstärkten Nachfrage für Anschlußflüge in der Region. Nach Maun, Kasane, VicFalls, Livingstone, möglicherweise auch wieder Gaborone. Die könnte AN und aktuell ab WDH nur AN leisten. Idealerweise erreicht man Codeshares mit den Großen wie Emirates, Qatar, KLM. Aber Gaborone wurde schon eingestellt. Maun wird demnächst eingestellt, obwohl die veröffentlichten Passagierzahlen nahe legen, dass die Einstellung unsinnig ist und obwohl die viel zu große Regionalflotte extrem hohe Standzeiten hat.

Aus politischen Gründen wird die AN mal von einem Armeegeneral, mal von einer Rechtsanwältin, mal von einer Lehrerin geleitet: Die mögen auch alle intelligent sein, haben aber alle eins gemeinsam: null Erfahrung im Airline-Business. Jedes Mal (also so alle 5 Jahre) wenn man mal Flugzeuge least oder geleaste Flugzeuge zurück gibt, lässt man sich über den Tisch ziehen, weil offenbar mangels Erfahrung niemand bei AN weiß, was bei solchen Deals die toxischen Klauseln in Schriftstücken sind. Für die 2013 zurück gegeben alten A340 läuft offenbar auch noch eine Klage des ehemaligen Leasinggebers BCI über 1 Milliarde N$ gegen AN. Laut früheren Medienberichten wird AN das Ding wahrscheinlich verlieren (und ist deshalb bereit zu einem Vergleich).

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
Themenstarter890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #6
Hallo Guido,

danke für deine ausführliche Info.

Das Modell "Regionalflotte"......

Da stelle ich mir als Fluglaie die Frage: International fliege ich mit einer großen Airline über einen Zwischenstop (ich bezweifle, dass diese Airlines jemals von Zwischenstop auf direkt wechseln) nach WDH, um dann mit AN weiter nach Lusaka, Gabarone etc zu fliegen? Da benutze ich doch aber lieber das Drehkreuz J-burg mit Direktflug von Europa nach RSA und von dort aus weiter. Oder hab ch da einen Denkfehler. Fliegen wirklich so viele Fluggäste außerhalb des Tourismuss kreuz und quer von WDH duch das südliche Afrika?
Gruß
33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #7
Hi Can,

der Großteil der Reisenden nach Namibia (in 2015 waren es nach gestern veröffentlichter Statistik 91 %) sind Touristen. Die wollen dann nach Namibia und würden es sicherlich begrüßen, wenn sie mit dem Langstreckenflieger in JNB landen, nicht länger als 2 Stunden auf ihren Weiterflug nach Windhoek zu warten. Also alle 2 Stunden könnte/müsste AN dann nach JNB fliegen. Abgesehen davon plant Namibia bzw. die Airports Company ja, dass Windhoek ein Drehkreuz wie Johannesburg werden soll (deshalb ja auch - das auf Eis gelegte - Großflughafen-Projekt).
Fliegen wirklich so viele Fluggäste außerhalb des Tourismus kreuz und quer von WDH durch das südliche Afrika?
ja, praktisch außer nach/von JNB sind es zum Großteil Geschäftsreisende. Jeder der nach Namibia für Geschäfte will oder aus Namibia in die Nachbarländer fliegt nach/von Windhoek. Davon "lebt" AN z.B. auf den Strecken nach Ondangwa, Rundu, Luanda etc. Wobei "viele" natürlich relativ ist... aber für die Embraer reicht es wohl

Viele Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
Themenstarter890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #8
Hallo,
ich bin mit AN in 2015 von WDH nach J-burg geflogen, ich weiß nicht, was da für nen Flugzeugtyp fliegt. Wir waren in der ganzen Maschine - 11 Passagiere... jedenfalls im ganzen Flieger - Leere. Hab mich gefragt, ob das wirtschaftlich ist?
Das Fluggeschäft scheint schon ein wahnsinnig schwieriges zu sein....
Gruß
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #9
Hi Can,
Das Fluggeschäft scheint schon ein wahnsinnig schwieriges zu sein....
den Eindruck habe ich auch!
Das mit dem Flieger und nur 11 Leuten kann gut sein; ich bin mal von Hamburg nach Amsterdam mit KLM CityHopper geflogen...die Betonung liegt auf "ich", weil außer Pilot und sein Co und einer Stewardess war ansonsten niemand an Bord 🙂
Derzeit sind die Maschinen von und nach JNB recht gut gefüllt - touristisch und auch geschäftlich. Trotzdem macht AN auch auf der Strecke wohl nicht gerade Millionen an Profit. Die "Cash-Cow" war Luanda und - seitdem die Preise nahezu verdoppelt wurden - vor allem auch Ondangwa. Das reicht aber natürlich nicht um auf einen grünen Zweig zu kommen.

Viele Grüße
Christian
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Themenstarter890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #10
manchmal fragt man sich eh, wie die alle ihr Geld verdienen. Wenn ich mir die Millionen anschaue, was allein das Flugzeug kostet. Und sich dann sein Ticket ansieht, was da tatsächlich für den Flug nach Abgaben bleibt...
Ich sage mir immer, scheinbar können nur die Araber wirtschaftlich fliegen - kostet der Sprit ja nix. Zumindst auf den Strecken, die von ihrem Heimatflughafen abgehen.
Ich möchte nicht wissen, wie viele Airlines weltweit versteckt subventioniert werden.
Gruß
Gast02. Sept. 2016 · #11
Hallo,
Can schrieb:Da stelle ich mir als Fluglaie die Frage: International fliege ich mit einer großen Airline über einen Zwischenstop (ich bezweifle, dass diese Airlines jemals von Zwischenstop auf direkt wechseln) nach WDH, um dann mit AN weiter nach Lusaka, Gabarone etc zu fliegen? Da benutze ich doch aber lieber das Drehkreuz J-burg mit Direktflug von Europa nach RSA und von dort aus weiter.
Es gibt eine Reihe an Ländern, aus denen man grundsätzlich nur mit mindestens 2 Stops nach Maun, Gaborone, Kasane, Vicfalls , Livingstone usw. kommt, z.B. Österreich, Italien, Belgien, Schweden, Norwegen, .... Und auch in Deutschland wohnt nicht jeder in Frankfurt oder München. Von Hamburg, Berlin, Düsseldorf usw. ist es auch immer mindestens eine 2-Stop-Verbindung zu den o.g. Zielen. Mit Turkish nach Maun auf der Route HAM-IST-WDH-MUB hat dann genauso 2 Stops wie HAM-FRA-JNB-MUB. Und die Flugzeit über WDH wäre ca. 20 Minuten kürzer (Das ist in der Praxis irrelevant, will nur verdeutlichen, dass es auch da keinen Nachteil gibt).

Für ganz grob geschätzt vielleicht die Hälfte aller potentiellen europäischen Passagiere wäre eine 2-Stop-Verbindung über WDH also eine gleichwertige Alternative zu einem Flug über JNB - wenn man mal außen vor lässt, dass der Flughafen WDH mediocre ist.

Wir hatten das hier glaube ich vor 5 Jahren oder so schon mal diskutiert: Das südliche Afrika dürfte ein 2. Drehkreuz vertragen. Fast alle Airlines sehen Afrika als Wachstumsmarkt, sind aber genervt von dem extremen Preiswettbewerb auf JNB-Routen und von den hohen Flughafengebühren in Südafrika (NAC ist Stand jetzt aber nicht viel besser). Die Airlines hätten gern ein alternatives Ziel. Wegen der Bevölkerungszahl wäre eigentlich Zimbabwe mit VicFalls oder Harare für ein zweites Drehkreuz prädestiniert. Auch Luanda hätte Chancen. Aber in Zimbabwe verhindert die Mugabe-Gang zuverlässig, das da irgendwas prosperiert. In Luanda gibt es andere Probleme. Botswana und Sambia sind aktuell keine Konkurrenz. Das eröffnet vielleicht ein gewisses Zeitfenster für das bevölkerungsarme Namibia, sich als 2. Drehkreuz zu etablieren.

Beste Grüße

Guido
Gast02. Sept. 2016 · #12
Hallo,
Can schrieb:manchmal fragt man sich eh, wie die alle ihr Geld verdienen.
Die effizientesten Airlines fliegen Langstrecke aktuell zu Kosten von ca. 0,031 EUR pro Sitzplatzkilometer. D.h. das Return-Ticket FRA-WDH wäre für die effizientesten Airlines für ca. 500 EUR kostendeckend darstellbar (16.000 km x 0,031 EUR). Wenn Qatar FRA-DOH-WDH für 439 EUR anbietet, zahlen die bei den Tickets also deutlich drauf.

Die 500 EUR sind aber ein Durchschnittswert im Jahresverlauf. Wenn man im obigen Beispiel 80 Tickets für 300 EUR, 80 Tickets für 500 EUR und 80 Tickets für 700 EUR verkauft hat, geht die Rechnung auf. Und wenn man in der Nebensaison einen Teil der Tickets für 200 EUR verschleudert, kann die Rechnung trotzdem noch aufgehen, wenn man in der Hauptsaison bei durchschnittlich 700 EUR liegt. Wenn man wie heute üblich noch x Euro für "Extras" berechnen konnte (Sitzplatzreservierung, Essen, Gepäck, Entertainment, Wifi, Autovermietung, Hotel, ...), schafft man es ggf. trotz günstiger Preise in die Gewinnzone. Das ist jetzt natürlich stark vereinfacht dargestellt. Die Ticketpreise sind eine (völlig unverständliche) Wissenschaft für sich. Die Tarife werden zunehmend von immer intelligenterer, selbstlernender Software bestimmt. Die obige Angabe ist wie gesagt der Wert der effizientesten Airline. Viele Airlines fliegen zu doppelten und dreifachen Kosten pro Sitzplatzkilometer.

Beste Grüße

Guido
1'003 Beiträge · seit 200802. Sept. 2016 · #13
Hi,
das mag ja sein, aber ich würde mich mal soweit aus dem Fenster lehnen und meine Ungläubigkeit äußern, dass WDH jemals ein Drehkreuz wird oder werden kann. Die stehen sich selbst im Weg, haben kein Geld und insbesondere keinen Plan, um das Ding entsprechend zu vergößern. Wobei, der Flughafen müsste eigentlich dafür neu gebaut werden. Außerdem würde das komplett in der Wüste stehen. Dazu gehören die entsprechenden Plätze für Transit, Shops, Cafes etc. Außerdem ganz andere Größenordnungen als jetzt für Gepäck und Passagierumschlag. Das schaffen die nie. Bei dem Investmentklima sowieso nicht. Wenn da jemand (Ausländer) Geld reinsteckt, muss er ja damit rechnen, dass der Staat ihm das irgendwann einfach wegnimmt.
Auch die qualifizierte Manpower könnte ich mir gut als Problem darstellen. Wenn's dann auch nur halb so viel Handaufhalterei gibt, wie in Berlin, erleben wir das eh nicht mehr.
Eine Lösung wäre vielleicht realistisch denkbar - die Chinesen. Die können sicherlich als einzige in einer definierten Zeit mit einem definierten Budget sowas hochziehen... .
Gruss
Christian
Themenstarter890 Beiträge · seit 201602. Sept. 2016 · #14
Hi,
klasse, wenn man solche Infos mit einigen Zahlen und Hintergrundinfos bekommt, danke euch.

@Fordfahrer Christian: Ich glaube ja auch nicht, dass Nam in der Hinsicht wie Phönix aus der Asche aufersteht....aber den Tiefseehafen haben sie auch geschafft. Egal wie das Klima ist oder wer finanziert. Das Ding steht erst einmal da.
Und wenn man sich so das Weltgeschehen anschaut und die bereits erfolgten Investitionen in weit "schlimmeren" Ländern der Textilindustrie betrachtet, könnte da schon eine "Lücke" entstehen, die der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung entspräche....natürlich mit tausend Wenn und Aber, Frage- und Anführungszeichen.
Gruß
zuletzt bearbeitet 02. Sept. 2016
33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #15
OFF TOPIC
------------
Hi Fordfahrer,
Die stehen sich selbst im Weg, haben kein Geld und insbesondere keinen Plan, um das Ding entsprechend zu vergößern. Wobei, der Flughafen müsste eigentlich dafür neu gebaut werden.
das Geld ist derzeit wegen der Dürre das Problem. Die Pläne für einen neuen Flughafen liegen ja in den Schubladen, wurden nur von Geingob bis auf Weiteres auf Eis gelegt (6 Mrd N$ werden benötigt).
Das schaffen die nie. Bei dem Investmentklima sowieso nicht. Wenn da jemand (Ausländer) Geld reinsteckt, muss er ja damit rechnen, dass der Staat ihm das irgendwann einfach wegnimmt.
FDI der letzten Jahre spricht eine klar andere Sprache. Areva-Meerwasserentsalzungsanlage (3 Mrd), Ohorongo-Zementwerk (2,65 Mrd), derzeitiger Ausbau Hafen WVB (3,9 Mrd), Neupart des SADC Gateway Port (30-60 Mrd), derzeitiger Bau des Neckartal-Damm (2,8 Mrd), Schwefelsäure-Fabrik in Tsumeb (2,3 Mrd), Hilltop Estate in Windhoek (3,1 Mrd)...
Auch die qualifizierte Manpower könnte ich mir gut als Problem darstellen.
Da stimme ich Dir zu 100% zu. Ein Großteil von qualifizierter Arbeit würde sicher - vorübergehend (?) - an Ausländer gehen.

Gibt es einen Grund für Deine negative Grundeinstellung und dem geringen Vertrauen in andere Menschen und Länder? Denn damit kommt man leider gar keinen Schritt nach Vorne - weder in Deutschland, der Schweiz oder Namibia. Es muss Menschen mit Illusionen und Wünschen und einer "Wir-schaffen-das"-Mentalität geben. Ansonsten pflücken wir weiter die Orangen vom Baum.

Viele Grüße
Christian
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1'003 Beiträge · seit 200802. Sept. 2016 · #16
Hi Christian,
ich hab da keine negative Grundeinstellung.
Ich glaube jedoch nicht, dass ein kleines, wirtschaftlich schwaches Land wie Namibia in der Lage ist, ein nachhaltiges Flugdrehkreuz aufzubauen. Dafür ist zu wenig Nachfrage im eigenen Land.

Du vermischst private Investments mit Regierungsbeteiligungen. Walfish Habor haben die Chinesen gebaut. Von den ZAR 3,49 MrdKosten kommen ZAR 3 Mrd als ADB Sovereign Guarantee Loan der AFDB. ZAR 250 Mio von der Regierung. ZAR 173 Mio von Namport selber.

Wie soll die Finanzierung des Flugplatzes aussehen?

Gruss
Christian
33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #17
Hi Christian,
Wie soll die Finanzierung des Flugplatzes aussehen?
wahrscheinlich genau so wie der Hafen; möglicherweise hätten bei einem solchen Projekt aber auch internationale Flughafenbetreibergesellschaften Interesse an einer Partnerschaft (man schaue sich z.B. den neuen Flughafen St Helena an, der von der Flughafengesellschaft Lanseria in Südafrika betrieben wird)
Dafür ist zu wenig Nachfrage im eigenen Land.
richtig. Das ist aber auch nicht unbedingt für ein Drehkreuz nötig, man schaue sich Katar oder VAE an. Die generieren ja zum Großteil ihrer Passagierzahlen nur durch die eigene Airline, nicht durch eine Nachfrage im eigenen Land. Zugegebenermaßen liegen die Länder auch strategisch etwas vorteilhafter als Namibia 🙂

Ich sage ja nicht, dass Namibia es schaffen wird, so eine Idee zu verwirklichen (ich kenne mich auch viel zu wenig mit dem Luftfahrtgeschäft aus), aber schließe eben auch nicht aus, dass es nicht möglich sein kann. Ich denke aber auch, dass man sich erstmal auf den Hafenausbau und den neuen Hafen konzentrieren sollte, denn da sind ja Gelder für Trockenhäfen aus Sambia, Botswana, DRC etc. schon gesichert.

Beste Grüße
Christian
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Gast02. Sept. 2016 · #18
Moin,

das Geld für den Flughafen leiht man sich bei den Chinesen und eine chinesische Firma baut das auch funktionsfähig. Genau so war auch der Plan für den bereits verkündeten 7-Mrd-N$-Flughafenneubau, den man dann vorerst wieder gecancelt hat. Und genau so war es glaube ich beim Flughafen Walvis Bay.

Die VAE haben auch keinen großen Heimatmarkt für gleich 2 Super-Drehkreuze. Singapur, Katar, Oman auch nicht. Klar haben die mehr Geld, aber wir sprechen für WDH nicht über ein Super-Drehkreuz mit 80 Mio. Passagieren, sondern vielleicht über 4-5 Mio. in 5-10 Jahren. Auch das Drehkreuz JNB liefe in Deutschland von den Passagierzahlen her (19 Mio.) eher unter Regionalflughafen als Drehkreuz. Für Namibia wäre das gegenüber heute 0.8 Mio Passagieren beim HKIA dann schon eine Steigerung um 500%. Vermutlich braucht man dafür ca. 10-15 tägliche Langstreckenverbindungen, was dann etwa 2 Mio. Passagiere bedeutet. Der Rest wäre Regionalverkehr, der durch Openskies und LCC massiv steigen könnte. Sicher ambitioniert, aber nicht unmöglich.

Nur damit das volkswirtschaftlich Sinn ergibt, muss man das in ein Gesamtkonzept einbetten und andere Weichen müssen in die passende Richtung gestellt werden. Da darf man in der Tat Zweifel haben.

@Christian(TravelNamibia)
Der Eindruck muss ja nicht richtig sein, aber ich sehe im Moment für Namibia zwar viele Chancen aber unter dem Strich mehr Tendenzen Richtung abwärts. Air Namibia bekommt man seit 25 Jahren nicht gelöst. Minister, CEOs, Turnaround-Pläne wechseln zum x. Mal. Welche realistische Hoffnung kann man da noch haben, dass das im 37. Anlauf nun klappt? Und es geht dabei nicht nur um AN, sondern AN steht symptomatisch für bestimmte strukturelle Probleme im Land,

Daneben gibt es objektive Faktoren und weltweite Rankings. Im Doing-Business-Ranking der Weltbank war Namibia 2007 auf Platz 42. Heute ist man auf Platz 101 abgerutscht. Das sind nicht Nuancen, das sind massive Verschlechterungen. Im Global Competitiveness Index des WEF ist man von Platz 80 auf 85 gefallen. Im Global Innovation Index war man 2007 auf Platz 79. Heute ist man auf Platz 107 abgerutscht. Wie die Rankings nach NEEEF ausehen werden, kannst Du Dir selbst ausmalen. Für großen Optimismus braucht es da schon ein sehr sonniges Gemüt 😉
http://www.doingbusiness.org/rankings

Bei Großprojekten kann man direkt mit der namibischen Regierung einen Deal machen. Bei Investitionen im Bereich KMU kämpft man mit Landfragen, Vabanquespiel um den Aufenthaltsstatus, demnächst NEEEF. Welcher ausländische Investor soll sich das antun? Bedeutet, das Namibia vieles aus eigener Kraft und Substanz stemmen muss. Die ist aber nicht da. Bei den namibischen Politikern scheint aber grenzenlose Selbstherrlichkeit und Selbstzufriedenheit zu herrschen. Man feiert sich pausenlos für irgendwas, wo man nichts geleistet hat.

Beste Grüße
33,1k Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #19
Hi Guido,
Air Namibia bekommt man seit 25 Jahren nicht gelöst. Minister, CEOs, Turnaround-Pläne wechseln zum x. Mal. Welche realistische Hoffnung kann man da noch haben, dass das im 37. Anlauf nun klappt?
ich sehe da zwei positive Tendenzen. Erstmal der nun klare und konkrete Wunsch der Regierung, dass mehr ausländische Fluglinien kommen dürfen. Vielleicht ist das ein Test für AN... und wenn man sieht, dass es auch ohne geht, wird der Hahn zugedreht? Möglicherweise nicht wahrscheinlich, aber dennoch nicht unmöglich. Zweiter Punkt ist die "Andockung" der theoretisch gewinnbringenden Staatsunternehmen an das neue Ministerium. Viele hier im Land sehen das sehr positiv und es könnte festgefahrene Strukturen aufbrechen. Interessant ist bei dem Ministerium die Tatsache, dass es neben dem Ministern und seinen paar Handlangern praktisch keine Angestellten gibt - es wurde alles an externe Beratungsunternehmen gegeben, die dann auch z.B. Vorstandsmitglieder der einzelnen Staatsunternehmen auswählen sollen. Mal sehen, ob es in der Praxis hinhaut.

Aber ich weiß es natürlich auch nicht und kann nur spekulieren. Ich merke hier im Land jedoch keine Tendenz - egal bei welcher Bevölkerungsgruppe oder -schicht - zum "Kopf in den Sand stecken", wobei v.a. natürlich die anhaltende Dürre schwer zusetzt (Bauindustrie, Landwirtschaft etc). Das Ansehen von Geingob ist weiterhin, v.a. auch bei den Weißen, sehr sehr gut und viele legen weiterhin absolutes Vertrauen in ihn (und verlangen teilweise natürlich auch viel zu viel... aber das ist Politik). Aber nun schweife ich vom Thema "Wieso mehr Fluggesellschaften" etwas ab 😉

Viele Grüße
Christian

P.S. Für NEEEF gibt es ja einen eigenen Thread. Geingob hat wohl letzte Woche bei einer Kabinettssitzung ein "Nein" zu NEEEF durchblicken lassen. Aber warten wir es ab...
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
3'175 Beiträge · seit 200602. Sept. 2016 · #20
Hi @ All!

Na hier bekommt man ja was geboten.

Danke fuer die tollen infos.

Wird sicher alles spannend.

Weiss eigentlich jemand was ueber den angeblich anstehenden Ausbau des Flugplatzes Katima Mulilo zum Internationalen Cargoflughafen???

Liebe Gruesse von Tour

Joerg
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt