Kommunalwahlen - System / Ergebnisse

7 Antworten · 2'105 Aufrufe · gestartet 05. Aug. 2016 von fordfahrer
Bilder klein
Antworten
Themenstarter1'003 Beiträge · seit 200805. Aug. 2016 · #1
Hi,
kann mir mal jemand das südafrikanische System erklären?
Ich hab grad mal geschaut. In Gauteng gab es ja durchaus Verschiebungen.
In der Pretoria Metro Region gab es 457.000 Stimmen für den ANC und 472.000 für die DA.
Trotzdem hat in diesem Ward der ANC 24 und die DA 12 Sitze, das verstehe ich nicht... .

-> https://www.elections.org.za/LGEDashBoard2016/

Danke
Gruss
Christian
PS: In Johannesburg hätte es für die DA ja fast gereicht.
33,1k Beiträge · seit 200605. Aug. 2016 · #2
Hi Christian,
In Johannesburg hätte es für die DA ja fast gereicht.
sind ja erst 90,5 Prozent landesweit ausgezählt. Kann also noch werden. Dafür wieder Kapstadt, Westkap und erstmals Tshwane und Nelson Mandela Bay gewonnen.
In der Pretoria Metro Region gab es 457.000 Stimmen für den ANC und 472.000 für die DA.
Trotzdem hat in diesem Ward der ANC 24 und die DA 12 Sitze, das verstehe ich nicht... .
aktuell 44,04% für DA und 41,7% für ANC. Du kannst aber nicht auf Metro-Ebene gucken, sondern musst die Wahlkreise (die wiederum aus mehreren Wards bestehen) angucken. Jeder Wahlkreis ist ein Sitz. Zudem werden dann noch Sitze auf Grundlage des Metro-Ergebnisse vergeben. Man muss zudem zwischen Ward, Local und District klar unterscheiden. Vielleicht wird das hier deutlicher: http://www.news24.com/elections/results/lge?mobile=false#election=pr&year=2016&map=live&provid=GP&munid=TSH&level=ward&dcmunid=
Das gesamte System ist so "zwischendurch" kaum für den Laien zu durchschauen. Man muss das endgültige Wahlergebnis und die Sitzverteilung anschauen.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast06. Aug. 2016 · #3
Moin,
fordfahrer schrieb:In der Pretoria Metro Region gab es 457.000 Stimmen für den ANC und 472.000 für die DA.
Trotzdem hat in diesem Ward der ANC 24 und die DA 12 Sitze, das verstehe ich nicht... .
Es ist bei 99% der ausgezählten Stimmen aktuell immer noch so, dass die DA mehr Prozente für Pretoria/Tshwane Metro hat, aber der ANC deutlich mehr Sitze. Das Wahlrecht dort ist unserem Wahlrecht recht ähnlich und elections.org.za meldet nur Ergebnisse und keine Hochrechnungen. Ich vermute, dass die Zahl der Sitze aktuell nur die bereits feststehenden Direktmandate repräsentiert. Die wirkliche Sitz-Aufteilung gemäß den Stimmprozenten wird erst sichtbar, wenn 100% ausgezählt sind. Dann sollte die DA auch bei den Sitzen vorn liegen. Was ich nicht weiß ist, ob es für etwaige Überhangmandate auch Ausgleichsmandate gibt oder ob Überhangmandate die Verhältnisse verzerren können.
SeatAllocation.gif

PR = Proportional Representation

Bemerkenswert ist noch, wie extrem unterschiedlich das Wahlverhalten ausfällt. In einem Wahlkreis holt die DA 89% (fast sozialistische Wahlergebnisse) und im benachbarten Wahlkreis liegt dann wieder der ANC mit 70% vorn. In jedem Fall verschärft die Wahl für den ANC den Druck, Zuma irgendwie zu entsorgen. Sicher hat Zuma an vielen Stellen "Gefolgsleute" installiert und man kann ihn nicht so einfach rauskegeln. Aber für viele ANC-Mitglieder dürfte die Toleranzgrenze erreicht sein, wenn durch Zuma das eigene Mandat weg oder zumindest gefährdet ist.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 06. Aug. 2016
Gast09. Aug. 2016 · #4
Hallo,

Machen wir hier noch mal kurz weiter 😉
Am Ende hatte die DA in Tshwane/Pretoria entsprechend den Prozenten auch mehr Sitze. Da wie auch in Pretoria reicht es weder für DA noch für den ANC, um allein die regionale "Regierung" zu bilden. ich weiß nicht, ob wackelige Minderheitsregierungen in Südafrika überhaupt zulässig sind. Eine der beiden Parteien muss wohl eine Koalition mit den Economic Freedom Fighters von Julius Malema eingehen. Malema wird dadurch zum "Königsmacher" und bekommt so wahrscheinlich mehr Macht, als ihm nach Wählerstimmen eigentlich zusteht. Nicht sehr erbaulich. Langfristig dürfte die DA gegenüber dem ANC nur weiter zulegen, wenn sie in Regierungsverantwortung wirklich spürbar bessere Politik abliefert. Ich weiß nicht, ob das in einer Koalition mit der EEF möglich ist? Immerhin dürfte eine Koalition mit der EFF auf kommunaler oder regionaler Ebene bedeutend einfacher sein als im Rahmen der südafrikanischen Regierung. Die (unerfüllbaren) Kernforderungen der sozialistischen EFF (entschädigungslose Landenteignung, entschädigungslose Enteignung der Minen, usw.) stehen auf kommunaler oder regionaler Ebene ja nicht zu Entscheidung an.

Im Dezember steht für Südafrika sehr wahrscheinlich noch das Downgrade auf Junk an. Sukzessive dürfte der Druck weiter ansteigen, Zuma los zu werden. Amtsvorgänger Mbeki wurde aus weitaus geringeren Gründen zurückgetreten.

Beste Grüße

Guido
33,1k Beiträge · seit 200609. Aug. 2016 · #5
Hi Guido,
ine der beiden Parteien muss wohl eine Koalition mit den Economic Freedom Fighters von Julius Malema eingehen. Malema wird dadurch zum "Königsmacher" und bekommt so wahrscheinlich mehr Macht, als ihm nach Wählerstimmen eigentlich zusteht.
DA und EFF führen seit gestern Koalitionsgespräche: http://mg.co.za/article/2016-08-08-will-da-and-eff-side-against-a-common-enemy-questions-remain-as-talks-begin - Die gleiche Situation ergibt sich auch in Johannesburg (ANC knapp vor DA), Ekurhuleni (ANC vor DA) und Nelson Mandela Bay (DA vor ANC).

Fast überall hat der ANC eingebüßt (wenige Ausnahmen v.a. im Nord- und Westkap sowie KZN): http://www.news24.com/elections/results/lge#election=pr&year=2016&map=compare

Beste Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Gast09. Aug. 2016 · #6
Hllo,
travelNAMIBIA schrieb:DA und EFF führen seit gestern Koalitionsgespräche: http://mg.co.za/article/2016-08-08-will-da-and-eff-side-against-a-common-enemy-questions-remain-as-talks-begin
In dem Artikel steht nichts von Koalitionsverhandlungen und in anderen Quellen steht auch nichts von Koalitionsverhandlungen? Es gibt aktuell offenbar lediglich informelle Vorgespräche, wer mit wem offiziell sprechen will. Und der Artikel ist meines Erachtens schlicht fehlerhaft. Da steht u.a. dass die DA in Tshwane alternativ auch eine Koalition mit den Kleinstparteien bilden kann. Inklusive allen Stimmen der Kleinstparteien käme eine DA-geführte Koalition auf 100 Stimmen - von 214. 50% plus 1 wären aber 108 Stimmen. Oder ich verstehe da etwas nicht?

Beste Grüße

Guido
33,1k Beiträge · seit 200609. Aug. 2016 · #7
Hi Guido,

Hier (http://www.702.co.za/articles/15600/da-might-opt-for-minority-government-if-coalitions-talks-with-eff-collapse) steht auch (aber auf NMB bezogen), dass es eine Mindeheitenregierung gibt, wenn die Gespräche mit EFF nicht wunschgemäß verlaufen. Hier steht sogar, dass bereits ein Koalitionspartner gefunden wurde: http://www.news24.com/Elections/News/da-led-coalition-for-mandela-bay-a-step-closer-20160807

Aber hier wiederum steht, dass es, wie Du geschrieben hast, gestern zunächst erste Vorgespräche gab: http://www.news24.com/Elections/News/da-mulling-early-stage-coalition-proposals-20160808
Oder ich verstehe da etwas nicht?
Ich glaube der Artikel meint Nelson Mandela Bay. In Tshwane können nur DA, ANC und EFF was machen.

Warten wir es ab 🙂 Immerhin scheint es sowas wie MInderheitenregierung auch zu geben. Und so wie es aussieht spricht DA zumindest nicht mit dem ANC wegen einer Großen Koalition.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!