Im Mai 2016 waren wir zum ersten Mal in Botswana. Das sollte nicht das einzige "zum ersten Mal" auf dieser Reise sein, es gab da noch mehr, z.B. der erste Heli Flug, die erste Sandpiste oder der erste Kleinflugzeughüpfer. Insgesamt haben wir 19 Nächte am Boden und zwei im Flugzeug verbracht, so dass man sagen kann, wir waren drei Wochen unterwegs.
12. bis 14. Mai: Einreise nach Botswana, 2 Nächte: Grassland Safari Lodge
14. bis 17. Mai: 3 Nächte: Leroo La-Tau Lodge, Makgadikgadi,
17. Mai: 1 Nacht: Nata Lodge
18. bis 21. Mai: 3 Nächte: The Garden Lodge, Kasane
20. Mai: Day Trip Victoria Falls
21. bis 23. Mai: Einreise nach Namibia, 2 Nächte: Camp Kwando, Kongola
23. bis 25. Mai: 2 Nächte: Nunda Safari Lodge
25. bis 27. Mai: Einreise nach Botswana, 2 Nächte: Drotskys Cabins
27. Mai : 1 Nacht: Maun Lodge
28. bis 30. Mai: Mietwagenabgabe Station: Maun, Airport
Flug Maun – Okavango Delta, 2 Nächte: Shinde Camp
30. Mai: Rückflug vom Delta nach Maun und dann weiter nach Hause
31. Mai: Wieder daheim 🙁
Unser Gramin hat dabei dieses Route aufgezeichnet:
Gefahren sind wir nach Garmin 2733km, aber nach AVIS sind es 2862km. Den Fehler suche ich noch, könnte aber an dem optimistisch schnellen Tacho liegen. Die Pad waren weitestgehend geteert, wenn auch z.T. mit heftigen Schlaglöchern, in Botswana war alles andere Sand. In Namibia gabs auch Gravel.
Ich lade ein, mit uns die Runde zu drehen.
Als kleinen Appetithappen hier schon mal der White-Fronted Bee-Eater, der uns am Chobe, Kwando und Okavango regelmässig vor die Linse kam
LG Katja und Andreas
Teil 212. Juni 2016
Vorbereitungen Gebucht haben wir schon im November 2015, die Flüge auf start.de und die Reise bei unserem Lieblingsreisebüro. Dank viel Arbeit und einigen Änderungen dabei, kam nicht mal rechte Vorfreude auf, da der Stress im Job ganz schön böse war. Mitte Dezember dann eine unschöne E-Mail von start.de
Kundeninformation: start.de stellt den Betrieb ein Lieber start.de-Kunde,
die DB Vertrieb GmbH wird den Betrieb der Webseite www.start.de zum 16.12.2015 einstellen. Bei Aufruf der Seite www.start.de werden Sie automatisch auf www.bahn.de/urlaub weitergeleitet. Dort finden Sie zukünftig das Reiseangebot der DB Vertrieb GmbH.
Bitte beachten Sie, diese Umstellung keinen Einfluss auf aktuell bestehende Buchungen hat.“
Hmm, das ist ja ein Ding, habe ich mich nicht nach den Eignern des Portals umgeschaut, wer nimmt denn schon die Bahn für Flugreisen? Wenn das kein schlechtes Omen ist 😵
Aber, bis Anfang Mai keinerlei weitere wirklich komische Mail. Eine Woche vor dem Flug die Bestätigung, dass alles gut ist. Langsam kommt doch Urlaubsstimmung auf. Die Freude wächst. Es kommen zwar immer mal wieder Mails, dass ein Flug, oder die Bahnfahrt am Ende 5 Min. früher oder später losgeht, oder länger dauert, aber nichts von Bedeutung. So auch am 6. Mai um 13:34 Uhr „Flugzeitenänderung für Ihren Flug 5W6KKU / Bitte um Rückmeldung [ID:11509665]“ Also kann es schon nicht so schlimm sein. Schnell mal die Lufthansa App gestartet und nachgeschaut. Schock! 😮 "Ihr Flug wurde ganz oder teilweise storniert".
Doch mal bei Chekmytrip.com nachschauen: 9115 - Hinweis: Die Fluggesellschaft hat einen oder mehrere der von Ihnen ausgewählten Flüge storniert. Für diese Reservierung kann kein Ticket ausgestellt werden. Bitte ändern Sie Ihre Reservierung oder wenden Sie sich an Ihren Reisevermittler. (9115) Das war die Überraschung des Tages. Gemeint ist der 19:15 Uhr Flug Stuttgart - Zürich. Statt dessen soll es jetzt schon um 15:25 Uhr losgehen.
Ich schreibe also brav zurück, dass ich darum bitte, den Flug etwas kürzer zu gestalten. Nichts passiert. Ich rufe die Hotline an und glaube mich tritt ein Pferd: meine e-Mails kommen angeblich nicht bei start.de an. Eine Servicewüste, thänk you for trawweling wis Deutsche Bahn... 😵 Sie können den früheren Flug nicht auf Grund meines Anrufes bestätigen, nur schriftlich. Aber im System ist keine meiner bis zum letzten Anruf drei e-Mails angekommen. Swiss schreibt so schön auf der Webseite "Wichtig: Eine aktuelle Änderung beeinflusst Ihre Flugbuchung. Wenden Sie sich direkt an Ihre Verkaufsstelle."
Das fängt ja sau gut an, das kann nur besser werden!
Am nächsten Morgen neuer Versuch, meine e-Mails sind immer noch nicht angekommen, aber die Dame in der Frühschicht hatte kein Problem die Bestätigung am Telefon entgegen zu nehmen und den Reiseplan entsprechend abzuändern. Zeigt sich wieder deutlich - es hängt von der Tagesform der Servicemitarbeiter ab, wie zufrieden ein Kunde ist. 🙄 Nun dürfen wir vier Stunden früher zum Flughafen und dann auch noch 6 Stunden in Zürich warten. Dabei haben wir uns doch den Flug so schön zusammengestellt. Und so toll kann die Swiss-Lounge dann auch nicht sein, dass man da 6h drin abhängen will. Egal, es geht am 10. Mai los. Das ist das Wichtigste!
Also mitten am Tag zum Flughafen. Es regnet, Afrika wir kommen:
Der Flug nach Zürich ist kurz und unspektakulär, am Rhein scheint schon wieder die Sonne.
Sechs Stunden am Flughafen, ohje. Zum Glück haben wir Business gebucht, da kann man wenigstens von Lounge zu Lounge pilgern. Noch schnell eine Swatch für Katja gekauft und dann mit Einbruch der Dunkelheit noch ein wenig von der Terrasse der Lounge in Terminal E fotografiert: Die Business Lounge Blaue Stunde am Flughafen Die First Lounge
Abgeflogen sind wir als letztes, dafür aber Pünktlich
Kaum waren wir über die Alpen, da ging der Service los. Allerdings nur kurz. Über dem Mittelmeer gab es so starke Turbulenzen, dass der Service eingestellt und das Personal auf die Sitze beordert wurde. Somit war das Dinner nach der Vorspeise beendet und ein unruhiger Schlaf begann. Später war der Flug dann ganz passabel und wir sind pünktlich gelandet. Es ging sehr zügig durch die Kontrollen und wir warten auf den letzten Teil des Fluges, diesmal in der SAA Lounge. Bording ist um 12:30 Uhr. Keine Zeitverschiebung zu daheim. Noch zwei Handy Bilder. Über unserem Zielgebiet und unser Flieger in Johannesburg.
Unser Flieger in Johannesburg
Ondekaremba Lodge, Namibia Für afrikanische Verhältnisse superpünktlich ging es los. Flug, Landung, Ebolakontrolle, Einreise, Gepäck. Alles lief wie am Schnürchen. Bis zum Bargeld. Der erste ATM (Bank Windhoek) hatte keine Lust mit VISA, meine MasterCard hatte keine Lust mit Bank Windhoek (bisher haben wir mit dieser Karte hier immer problemlos unser erstes Geld gezogen). Der zweite draußen hinter dem MTC-Geschäft ist von FNB und wollte die Webseite nicht anzeigen. Ich wollte nicht surfen, ich wollte Geld! Also Euro gegen Namibische Dollar getauscht. Avis war wieder ein Vergnügen. Zweites Ersatzrad, wozu denn das? Das müsse man 72h vorher beantragen...
Egal, wir haben einen neuen 2016 Hilux SRX 2,4 GD6 Diesel, erst 6000km auf der Uhr. Das Navi hat nach einer, wo bin ich denn, Pause den Weg zur Lodge super gut gefunden. Die Tracks for Afrika (T4A) Navidaten funktionieren gut. Das allerbeste aber ist unsere Handies funktionieren in Namibia. Zwar kostet eine Minute 1€, egal ob wir anrufen oder angerufen werden, aber bisher mussten wir eine SIM kaufen, weil wir gar keine Verbindung hinbekommen haben. Rock Shandy und Gin Tonic stehen auf dem Tisch. Wir sind gesund und müde angekommen!
Teil 312. Juni 2016
12. Mai 2016: Auf zur Grasland Bushman Lodge Da wir eine sehr lange Fahrt vor uns hatten, sind wir kurz vor 8 Uhr aufgebrochen. Mit dem versprochenen Lunchpaket wurde es doch nichts, "Nobody told me", also mussten Kekse genügen.
Odekaremba liegt sehr günstig am Flughafen, und wenn man eh nach Botswana will, gibt’s fast nichts Besseres.
Nach gut 2 1/2 Stunden standen wir im Grenzbüro in Buitepos zur Ausreise und wiederholten die Prozedur dann für die Einreise nach Botswana. Obwohl nichts los war, dauerte die Angelegenheit eine gute Dreiviertelstunde. Es waren 140 Pula Straßenbenutzungsgebühr fällig, und das kann dauern….
Unser Reisebüro möchte nicht, dass wir uns verfahren, darum haben sie mit Grasland ausgemacht, dass wir an der Hauptstraße abgeholt werden und unser Auto unten stehen lassen. Da hat aber Ursel hier im Forum geschrieben, das wäre unnötig, man könne gut hochfahren. Wir haben dann wie vereinbart in der Lodge angerufen, wann wir etwa am Abzweig zur Sandpiste 60 km vor der Lodge sein würden. Da sich auch nach dem Luftrauslassen der Reifen immer noch kein Abholer zeigte, fuhren wir los Richtung Lodge und einem Transferpunkt. Nach ca. 7km fiel uns auf, dass die zwei Kilometer zum Transferpunkt schon vorbei sein müssten. Den haben wir also erfolgreich verpasst. Genauso wie die dort wartenden Abholer 😐
Somit durften wir die komplette Strecke mit dem Hilux hochfahren. Es gab nur etwa 32 Farmtore, aber nach ca. 1,5h Stunden war die Farm zu sehen und das Navi hat uns sauber vor die Feuerstelle geführt. Es sollte sich als Glücksfall herausstellen, dass wir bis zur Farm gefahren sind.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit trafen wir ein, es kamen nach uns aber noch 2 weitere deutsche Gäste, Ursel und picoreist hier aus dem Forum. Somit waren also doch ganze 4 Gäste anwesend, weswegen wir mit den Lodgebesitzern und dem Hausverwalter-Pärchen aus Südafrika, das u. A. für die Unterhaltung und die Aktivitäten zuständig ist, zum Abendessen in der Lapa an einem grossen Tisch sassen mit Blick auf die riesige beleuchtete Wasserstelle.
Zuvor gab es noch eine kurze Rundfahrt, um eine braune Hyäne zu sehen (10m hinter unserem Haus 😉 ) und einen Leoparden, der sich gern in der Nähe der Lodge aufhält, aber letzterer hielt sich gut versteckt.
Zum Abschluss sassen wir am Feuer mit Blick auf die Wasserstelle, bis uns die Augen wegen GinTonic in Weizengläsern zufielen. Ein wunderbares Fleckchen Erde im off.
Bilder gabs bis hier hin keine. Darum noch ein kleines Zeitraffer Video der Morgenstimmung (leider klappt es nicht, das Video direkt hier einzubinden, das geht wohl nur von Hostingseiten, nicht von meiner eigenen.... darum nur ein externer Link) Grasland Morgenstimmung
Teil 413. Juni 2016
13. Mai 2016 Grasland Bushmen Lodge
In der Nacht habe ich versucht Sterne zu Fotografieren. Da es Leoparden, eine Braune Hyäne und noch manch anders im Busch gab, war trotz sehr hellem Mond der Mut bald zu Ende und die Ausbeute an Fotos recht gering.
Der Nachtschlaf wurde durch Löwen etwas unterbrochen. Willi de Graaff versorgt nämlich auf seiner Farm Löwen, die sonst von Farmern erschossen worden wären. Also so etwas wie AfriCat in Namibia, nur alles privat. Die Löwen, die auf Auswilderung in Nationalparks warten, sind in mehreren Gehegen untergebracht. Je nach dem wer sich mit wem verträgt. In einem Gehege, ca. 30m hinter unserem Bungalow Nr. 2 war eine 5-köpfige Gruppe, die nicht ganz ruhig durch die Nacht geht. Das Kopfende des Bettes ist natürlich an der Wand, die dem Gehege am nächsten ist, die Löwen sind also praktisch am Ohr.
Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker, es sollen ja schöne Morgenbilder und ein Zeitraffer geschossen werden. Der Zeitraffer ist im vorherigen Beitrag verlinkt.
Sattelschrecke ist aber am kühlen Morgen noch sehr langsam
Parkplatz Room No. 2
Unser Häuschen vom Zugangsweg her
Wasserloch am Morgen
Nach einem gemütlichen Frühstück ging es zum Gamedrive bzw. einer Farmrundfahrt. Die Giraffen waren mit 7 an der Zahl die ersten Tiere, die wir zu Gesicht bekamen.
Es folgten Zebras und einige Vögel. Insgesamt eine nette Rundfahrt ohne echte Höhepunkte. Die kamen zum Schluss.
Ant Eating Chat
Wir fuhren zu dem Gehege von Sirka, einer 3 1/2 jährigen Löwin, die von ihrer Mutter verstossen und von Hand aufgezogen worden ist. Valentin ist der Bezugspunkt für die Löwin, die zwar nicht mehr ausgewildert werden kann, für die man aber ein 2000 ha grosses Gehege plant. Sirka begrüsst Valentin, indem sie ihn auf den Hinterpfoten stehend umarmt, umschmeisst und ihm dann die Kappe vom Kopf streicht. Beide liegen dann auf dem Boden und Sirka bekommt ihre Bauchstreicheleinheiten. Wie liebevoll die Löwin mit Valentin umgeht, ist unfassbar. Es sieht ein wenig aus wie wenn ein Hund sich freut, aber 300kg Löwe oder 40kg Hund sind schon deutlich verschieden. Seht selbst:
Yellow Billed Hornbill - sucht was am Fensterrahmen unserer Hütte
Shikra
Fork Tailed Drongo
Am späten Nachmittag fuhren wir zu den Bushmen, machten einen kleinen Naturewalk mit ihnen und ließen uns zeigen, welche Pflanzen für sie wichtig sind. Wir durften auch einige Sachen kosten, zum Teil roh, zum Teil auf dem traditionell entzündeten Feuer, alles mit Sand 😉.
Es war sehr interessant und zeigt wieder einmal, dass sich die Menschen mit einfachsten Mitteln am Leben erhalten können. Wir haben das längst verlernt. Der Sonnenuntergang ist zu Fuß in der Savanne nochmal imposanter.
Wieder in der Hütte, die unser Zimmer war, angekommen, klopft es und eine Angestellte kam mit einem Stapel Wäsche. Der Waschservice. Große Verwunderung bei uns, hatten wir doch gar nichts weggegeben. Aber die gebrauchte Wäsche des Vortages war achtlos in einer Ecke gelegen und das Personal nahm dies zum Anlass sie zu waschen. Das Ganze auch noch im Preis inbegriffen. Was für ein Service!
Am Wasserloch tat sich viel nach dem Abendessen, Rinos, Gnus, Eland- und Orix Antilopen sowie Zebras waren vertreten. Traditionell mit Savannah Dry und Gin Tonic klang der Abend am Lagerfeuer mit Geschichten von Löwen und anderen Farmerlebnissen aus.
Teil 516. Juni 2016
14. Mai 2016 Fahrt zur Leroo La Tau Lodge
Der Tag begann mit einem frühen Frühstück, dann ging es zur Fütterung der Löwen und der Wildhunde. Die ist eigentlich für Samstag vorgesehen, und heute ist Freitag, aber da wir so gute Gäste sind, wird die Fütterung für uns vorgezogen. Die Löwen machen ein Theater, dass es einem Angst und Bange werden kann. Zum Glück ist der Zaun massiv.
Die Wildhunde haben so wenig Interesse an den Menschen, dass wir in das Gehege durften. Interessant ist, dass die Wildhundgesellschaft absolut matriarchalisch ist. Der höchste Rüde steht unter der Hündin mit dem niedrigsten Rang. Die Hunde quietschen mehr als dass sie bellen, und es ist ein absolutes Gewusel. Aber nicht ein Tier interessiert sich für uns, nur für die mitgebrachten Teile.
Um 8 Uhr dann Abfahrt zusammen mit Ursel und Pico aus Pforzheim. Ursprünglich wollten wir ja die 60km zurück auf die A3 und dann zum Boteti. In den Gesprächen mit Willi de Graaff kam dann raus, dass es viel schöner sei und viel weniger Tore „hinten“ rum gibt. Er hat uns dann noch ein Netz vor den Kühler geschenkt, damit die Grassamen den Kühler nicht verstopfen. Damit war klar, wir fahren erst nach Osten, bis wir auf die Grenze zum Central Kalahari Game Reserve treffen, dann nach Norden bis zum Tsau Gate und von dort nach Westen zur A3. Es sollte 3,5h dauern, sagten uns die Experten der Lodge….
Gemeinsam fuhren wir los. Es ging ca. 45 km durch Grassavanne.
Die Wegspur war teilweise kaum sichtbar. Dank der GPS-Daten von Tracks for Afrika (T4A) wussten wir aber immer genau wie es weitergehen sollte. Eine herrliche Offroadtour. Es gab ein paar Erdhörnchen und Riesentrappen, aber hauptsächlich Gras.
Dann ging es noch ca. 60km schnurgerade an der Grenze des CKGR (Nationalpark) entlang. Hier konnten wir dann Elefanten, Schakale, Oryx, Springbock und Strauss sehen. Auch kleinere Vertreter wie Ground Squirrel (Erdhörnchen) und diverse Vögel waren zu sehen.
Da Links sind Elefanten!
Am Tsau Gate bogen die beiden dann nach rechts ab ins Central Kalahari Game Reserve.
Wir hatten nochmal 40km Sandpiste nach links und dann noch etliche Kilometer Asphalt vor uns bis Maun und zur Lodge.
In Maun wollten wir Tanken und Bargeld aus dem Automaten holen. Eigentlich nichts berichtenswertes. Ausser man ist in Afrika. An der Shell am Ortseingang stand zwar gross "Diesel" auf dem Schild, aber es gab nur den freundlich Hinweis es doch in der Stadt zu versuchen. An der Tankstelle mit Diesel gab es dann einen Geldautomaten. Da er keine Quittung drucken konnte, hat er gleich gar kein Geld ausgespuckt. Dafür habe ich hier gesehen, dass wir in Deutschland noch recht weit hinten sind, was Bargeldabheben anbelangt. Eine junge Einheimische, hat ganz ohne Karte, nur mit dem Smartphone, Bargeld vom Automaten bekommen. Ich mit meinem Stück Plastik dagegen nichts. Also den nächsten Automaten suchen. Dort musste erst eine Ziege vertrieben werden, dann gab es endlich Bargeld.
Nach zwei weiteren Veterinär Kontrollstellen, inkl. Schuhdesinfektion, haben wir dann die Abzweigung zur Lodge erreicht. Nochmal 7 km Sand, und wir wurden freundlichst, mit warmen nassen Tüchern zum Erfrischen vom Team in Leroo La Tau empfangen.
Wir sind die Exoten, denn ausser uns sind alle eingeflogen.
Gleich nach der Ankunft wurde uns die Anlage vorgestellt und die Regeln erklärt. 6 Uhr Wecken, 6:30 Uhr Frühstück, 7 Uhr Abfahrt zum Morgen Game Drive. 11 Uhr zurück, 11:30 Uhr leichtes Mittagessen. Siesta bis 15 Uhr, dann Kaffee und Kuchen, 16 Uhr Abfahrt Abend Game Drive. 18:30 Rückehr, 19:30 Uhr Abendessen. Wer wie wir zwei ganze Tage da ist, darf am zweiten Tag eine Ganzstagestour machen. Wollen wir, und nach dem Essen bitte noch einen Nacht Game Drive. Volles Programm sozusagen.
Der Abend wurde mit einem Bushdinner gekrönt. Auch ein Erlebnis, das es so daheim selten gibt.
Teil 617. Juni 2016
15. Mai 2016 Leroo La Tau
Leroo La Tau, gesprochen Liruu latoo. Zumindest in der Lodge, anderswo klingt es dann wieder wie man es schreibt?!? In Botswana sehen viele Wörter aus, als ob man sie leicht Ausprechen kann. Und dann klingen sie von Einheimischen ganz anders.
Nach einem ausgezeichneten Frühstück ging es pünktlich um 7:00 Uhr los. Leider ging in der Orga etwas schief und die zwei Autos waren einmal mit zwei Leuten und einmal mit 6, bei jeweils 6 Sitzplätzen, belegt. Wir waren leider im 6er Auto. Der Guide Ollie war sehr gut, aber die anderen zwei Paare haben sich fürchterlich aufgeregt, dass das andere Auto so leer war. Aber alle Beschwerden bei Ollie wurden elegant an das Management delegiert.
Nun konnte man sich auf das Schauspiel Geier vs. Schakal konzentrieren. Es lagen noch ein paar Knochen eines Impalamännchens herum, das wohl bei Revierkämpfen vom Konkurrenten getötet worden war. Ein kleiner frecher Schakal hat alle Geier weggejagt.
Frech kommt weiter:
Wenig später konnten wir ein Löwenpaar beim Liebesspiel beobachten. Die beiden kamen bis auf 4m zum posen ans Auto, drehten dann wieder ab.
Eine riesige Gruppe Marabus war sehr beeindruckend. Sonst sieht man immer nur einen oder zwei auf einmal. Wenn sie landen sieht es fast so aus, als ob sie ein Fallschirm wären. So langsam schweben sie herab.
Weiter ging es zum Hippo Pool, in dem sich mehrere Dickhäuter und einige Vögel aufhielten.
African Jacana
Egyptian Goose
Blacksmith Lapwing - Waffenkibitz
Yellow Billed Stork
Pause machten wir im Flussbett
Die üblichen Verdächtigen, Impala, Zebra, Giraffe, Elefant waren natürlich auch reichlich vorhanden. Der Boteti River ist auch mit sehr wenig Wasser ein Paradies für Tiere.
Zurück in der Lodge gab es ein nettes kleines Lunch auf dem Rasen. Nachmittags ging es zum nächsten Game Drive mit Sundowner am schon erwähnten Hippo Pool. Die wunderschöne Ebene war angefüllt mit hunderten Gnus, Impalas, Zebras, Giraffen, Kudus und Elefanten, die zum Wasser und wieder hinaufzogen ins höhergelegene Gelände.
Nach dem sehr guten Dinner ging es gleich wieder los zum Night Game Drive. Den haben wir uns nicht nehmen lassen. Er war zwar kurz, aber trotz weniger Tiersichtungen sehr beeindruckend. Schließlich gab es hier die erste große Eule, wenn auch nur als Scherenschnitt zu sehen. Der Sternenhimmel war wie eigentlich jede Nacht überwältigend.
Great ...owl - klar zu erkennen 😉
Marabus im Schlafbaum
Teil 717. Juni 2016
Immer noch 15. Mai 2016
Mehr Bilder vom Vormittag (waren vorher nicht willig hier zu erscheinen.....)
Marabu, Lappet-Faced Vulture (recht selten und sehr groß), und White-backed Vulture
Teil 819. Juni 2016
16. Mai 2016 Ausflug zu den Nxai Pans und den Baines Baobabs
Die Ganztagestour zum Nxai Pan Park startete auch um 7 Uhr morgens. Nach einer Fahrt von 25 km über die Ridge Road zum Ein-/Ausgang Phuduhudu kamen wir zur A3 und nach weiteren 10 km am Parktor des Nxai Pan NP an. Da unser Guide Ollie wohl bekannt ist, geht das ganze Prozedure in weniger als einer Pinkelpause.
Nach wenigen Metern haben wir die Speisereste (Hörner eines jungen Oryx) mitten auf der Fahrspur und Spuren von Löwen gesehen. Mehr leider nicht. Trotz Fernglaseinsatz null Komma null Löwe.
Kein Löwe, aber doch ganz niedlich
Es soll 13 Geparden im Park geben. Gesehen haben wir keine Spur davon.
Im Bereich der Pfannen erinnert die Landschaft an Etosha, allerdings ganz ohne Menschenmassen.
Trocken, aber blühend
Lunch fand auf South Campsite Nr. 6 mit 3 neugierigen Elefanten statt. Ollie hat am Office einen Tisch und Stühle abgeholt. Ob das auch für Nicht-Guides geht?
Beweisfoto, wie bei Montango im Bericht angekündigt: Elefanten am Waschhaus South Camp
Und auf Camp Site #4 zum Glück sitzen wir auf #6
Akrobatik, und das nur für Wasser!
Auf dem Rückweg zum Gate fuhren wir zu den Baines Baobabs. Auch hier waren wir ganz allein, wir haben nur von weiltem Menschen auf einer Campsite gesehen. Ollie erzählte uns, dass es noch gar nicht lange her sei, dass man kaum hinfahren konnte. @Montango wie war das bei Euch 14 Tage vorher?
Das war eigentlich unser Zwischenziel für den nächsten Fahrtag, aber mit Guide und Fahrer macht es noch mehr Spass.
Zurück im Makgadikgadi NP sahen wir auf der Rückfahrt noch sehr viele Elefanten und eine jagende Löwin sowie drei Löwen aus dem Vorjahr, ebenfalls auf dem Weg sich ein Abendessen zu besorgen.
Die Leroo La Tau Lodge ist ein Juwel am Boteti. Die Chalets sind alle zum Fluss hin ausgerichtet, die Abstände so groß, dass man vom Nachbarn nichts mitbekommt. Das Personal aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Die Ausstattung der Chalets ist gut, die Dusche hat freie Sicht zum Fluß. Velvet Monkeys toben rum, also Türen zu wenn man nicht da ist, oder wenn die Bande ankommt.
Aussicht Room No. 2
Ansonsten hat es Vögel (eine kleine Eule sass Nachts vor dem Bad, leider habe ich sie mit der Taschenlampe vertrieben…..) Bush Bucks grasen zwischen Chalet und Fluß. Krokodile und Giant Heron waren immer am Fluss zu sehen. Gerne kommen wir wieder hier her, wenn wir nochmal in der Gegend sind.
Wiese mit Pool
Panorama des Aussichtspunktes
Haupthaus
Esszimmer
Teil 922. Juni 2016
17. Mai 2016 – Nata Lodge
Morgens konnten wir in aller Ruhe frühstücken und Bilder von der Lodge machen. (Siehe vorheriger Beitrag)
Gegen 9:00 Uhr machten wir uns auf den Weg, 220 km langweiligste Teerstrasse. So schön Botswana ist, die Überlandstrecken sind schrecklich. Links und rechts 4m hohes Buschwerk, ein ca. 10m breiter Grasstreifen rechts und links und dazwischen das Asphaltband.
Ein paar Esel, hi und da ein Geier oder Adler in der Luft. Das wars schon. Durch die Salzpfannen war das aufregenste.
Gegen 13 Uhr kamen wir an der Nata Lodge an. Hier wollten wir eine Nacht bleiben, damit die Fahrt nach Kasane nicht zu lange wird. Da man erst ab 14 Uhr einchecken kann, hatten wir erstmal Lunch im Restaurant der Lodge. Das ist ganz praktisch, man kann auch als Tagesgast hier essen und einfach bezahlen, wie in einem gewöhnlichen Restaurant.
Nette Großkäfer gab es auch:
Die Dame an der Rezeption hatte wohl nicht den besten Tag, war sehr einsilbig und gab knappe Erläuterungen, wie wir zur Unterkunft fahren müssen. Wir bezogen unser Safari Tent und stellten das Auto ab.
Kurz darauf ging die Alarmanlage los, da das Auto unter den Bäumen stand und deswegen Äste aufs Dach klopften, was die Alarmanlage auslöste. Technik, die begeistert. Wir entdeckten, dass das Canopy verrutscht war, offensichtlich sind die Schrauben für die Spanner zu lang, so dass die Spanner nicht ausreichend fest werden. Der Verdacht drängt sich auf, dass das Teil zum 2015er Model gehört, wir aber ein 2016er haben. Avis Südafrika in Höchstform.
Nachmittags konnten wir eine Tour zum Nata Bird Sanctuary mitmachen, auch hier war es relativ kompliziert (oder ich hatte einfach keinen guten Tag?) bis klar war, dass wir a) reserviert hatten und b) wirklich jetzt mitwollten.
Nata Bird Sanctuary
Nimmersatt
Mit einem Sundowner am Ufer des Nata River und dem Prusten von Hippos von der gegenüberliegenden Wasserseite wurde es noch sehr versöhnlich.
Für die Zugvögel sind wir zu spät, die sind alle schon weg, auch weil es sehr trocken war. Dafür haben wir Gnus gesehen…….
Die Lodge liegt leider verkehrstechnisch sehr ungünstig, das erste Mal, dass wir nachts Verkehrsgeräusche hörten. Die Dusche morgens im Aussenbereich war aber klasse. Für einen Zwischenstopp OK, aber so ohne Vögel im Bird Sanctuary lohnt es sich nicht wirklich.
Teil 1025. Juni 2016
18. Mai 2016 – Kasane, Garden Lodge, Chobe
Die Fahrt nach Kasane ging über 320km auf der langweiligsten Teerstrasse A33.
Sowas von ereignislos, bis eine 60er Zone in freier Landschaft auftauchte. Leider nur den Fuss vom Gas genommen und ausrollen lassen (vorher war 80) und schon winkte der freundliche Polizist mit der Laserkanone uns links ran. Das Vergehen wurde auf ein 3x2cm Zettelchen geschrieben, mit dem wir zum niesenden und hustenden Officer im Auto 20m weiter geschickt wurden. Die Strafe wurde dynamisch von 660 Pula auf 600 Pula reduziert, weil wir so nett waren, oder warum auch immer. Ca. 45 € hat diese Unaufmerksamkeit gekostet. Es wurde sehr viel auf ein A4 Formular von Hand eingetragen. Was da alles reinmusste, Alter, Beruf....
Pause machen wird einem auch nicht leicht gemacht 🤪
In Kasane angekommen, haben wir schnell das Bargeld wieder geholt, das wir dem freundlichen Officer abgeben haben. Dann kamen wir in der Garden Lodge an. Eine Oase am Chobe River. Als wir nach einem Gabelschlussel in Größe 13 gefragt haben, um das Canopy festzuziehen, ist Greg, der Hausverwalter, ins Auto gesprungen und hat so lange gebastelt, bis eine Lösung gefunden war, mit der wir wohl bis zum Ende fahren können.
Es gab noch Lunch und die frage, ob wir um 15:00 Uhr gleich zu einer River Cruise mitwollten. Welch Frage, haben doch die Eulenmuckels gesagt, dass die Cruise der Garden Lodge gut wäre.
Wir fühlen uns hier von Anfang an wohl.
River Cruise Nr. 1 Nach dem Einräumen des Zimmers und einer Mini-Siesta sind wir um 15 Uhr zur River Cruise auf dem Chobe River in den Chobe Elephant Park aufgebrochen.
Mit dabei sind David und Bellinda aus Hongkong, John der Guide der Garden Lodge und wir zwei. Also sagenhafte 4 Gäste und ein Guide. Was will man mehr? Das Boot der Garden Lodge ist ein sehr kleines, was aber nur Vorzüge hat. So hat es fast keinen Tiefgang und kommt überall hin.
Nach ca. zwei Kilometern ist man im Nationalpark. Da muss man erstmal den Eintritt an einer Landungsbrücke zahlen. Als Ortsfremder erkennt man das aber gar nicht. Interessant ist auch, dass das andere Flussufer bereits Namibia ist. Gleich nach dem Parkbeginn, der Park hat keinen Zaun, so dass alle Tiere kommen und gehen können wie sie wollen (dazu später mehr) geht es los mit Sichtungen.
Krokodil am Ufer
Pied Kingfischer, Water Monitor, Büffel, leider nur von hinten.
Red Lechwee
Squacco Heron
Yellow Billed Egret und Grey Heron
Die Hippos zeigen sich nur sehr wenig an der Wasseroberfläche.
Einige Elefanten haben rausgefunden, dass der Fluss teilweise sehr seicht ist, und dort tolle Planzen wachsen. Sie laufen und schwimmen dort hin und stehen dann bis weit über dem Bauch im Grünzeugs und lassen es sich gut gehen. Da kann man mit dem Boot bis auf wenige Meter ranfahren und zuschauen.
Eine andere Gruppe haben wir am Ufer im warmen Abendlicht gesehen. So von schräg unten eine irre Perspektive. Ein Jungbulle kam dann auch leicht aufgeregt Richtung Boot, da wurde es einem ganz anders. Aber John hatte alles voll im Griff.
Der Kleine will nur im Schlamm spielen
Ein Sundowner auf dem Wasser ist ein noch größeres Erlebnis, als an Land und so klang die Fahrt dann aus.
Pünktlich zum Abendessen wurde dann vorgeführt, was es heisst keine Zäune zum Park zu haben. So grassen 2 Hippos im Garten der Lodge. 7 (!) Elefanten fanden sich später ein, für die Greg schon einen firecracker bereitgestellt hatte. Die Dickhäuter hatten in der vorausgegangenen Nacht 2 Bäume im Garten umgelegt, einen normalen Baum und den Baobab, den Gaby und Phil anlässlich ihrer Hochzeit gepflanzt hatten. Somit hilft nur, die Elefanten regelmässig zu verjagen.
Hippo im Garten
Teil 1126. Juni 2016
19. Mai 2016 – Kasane, Garden Lodge, Chobe
Morning Game Drive Am Morgen gab es ein tolles Frühstück mit Blick auf den Chobe River, bevor wir zu fünft in der gleichen Besetzung wie am Vortag, einschließlich John, zum Game Drive durch den Chobe River Park aufgebrochen sind. John (der Guide), Greg (derHausverwalter) und Gabi (die Eignerin) sind der Überzeugung, dass es im Mai völlig sinnlos ist, zum Sonnenaufgang am Park zu sein. Einerseits sind die Tiere noch zu versteckt (weil recht kühl in der Nacht, bewegen sie sich noch nicht viel), andererseits rennen alle Menschen um die Zeit in den Park, so dass es voll ist. Stattdessen geht es um 8 Uhr 30 los. Wir sind tatsächlich allein unterwegs, uns kommen immer wieder Autos entgegen, die schon auf dem Rückweg sind.
Achtung, heute gibt es viele Bilder
Die Ausblicke auf den Fluss sind phantastisch.
Sehr viele Impalas, auch zahlreiche Giraffen, Büffel und Vögel
Immer noch im Schatten auf die Wärme des Tages wartend?
Karmin Bee Eater
An der Serondela Picnic Site haben wir eine kleine Pause gemacht. Wie schon in den Nxai Pans war auffällig wie sauber und gepflegt die Toiletten sind. Es kam sogar das Putzkommando an, bevor wir wieder losgefahren sind. Soetwas habe ich im Etosha nie gesehen…. John hat dann einige andere Guides im Vorbeifahren gefragt, wo denn Katzen zu finden seien. Nach einer genauen Beschreibung hat er dann 2 Ohren bei einem Busch entdeckt, ungefähr 500m von Serondela entfernt, an einer Stelle, an der man eigentlich nichts erkennen konnte.
Suchbild Löwen
John hat versucht die Katzen durch Geräusche (Junger Löwe ruft Mama, Büffel u.Ä) zu Bewegungen zu animieren. Nach ungefähr 10 Minuten (es war jetzt kurz vor 11 Uhr) dann das Wunder und die Ohren standen auf:
Und es wurden dann insgesamt 11 Löwen, die nach und nach aufstanden und hinunter zum Wasser spazierten. Wir standen ihnen sozusagen „am“ Weg und einer nach dem anderen ist am Auto vorbeigelaufen. Ausser uns niemand sonst da! John ahnte, wo sie an den Fluss gehen und fuhr recht rasant zum Ufer, und so konnten wir die Tiere noch lange beobachten.
Der männliche Junglöwe ging zum Trinken an eine flache Lache, er hatte wohl keine Lust, mit einem Krokodil zu diskutieren, und John fuhr zu ihm hin (wir waren maximal 5m von ihm weg). Man konnte ihn sehr deutlich schlappern hören. Das Video dazu ist leider misslungen, da der Wind lauter als das Schlabbern ist.
Inzwischen haben auch zwei Bootsfahrer erkannt was hier los ist und sind mit Vollgas angedüst gekommen. Wir hatten uns zwar noch nicht satt gesehen, aber es war spät genug um das Mittagessen bereits jetzt nach hinten zu schieben.
Hippos an "Land"
Auf dem Rückweg kamen wir noch an einem Haufen Geier vorbei, konnten aber im Dickicht nicht erkennen, um was sie sich zankten. John hat jedem entgegenkommenden Fahrer gesagt, wo die Löwen sind. So erhält man sich Freundschaften.
Lilac Breasted Roller
River Cruise Nr. 2 Da die Bootstour am Nachmittag zuvor so toll war, haben wir nochmals eine gebucht, diesmal aber mit dem Schwerpunkt Vögel. Zuvor gab es aber ein gutes Mittagessen und eine Siesta, bei der wir Bekanntschaft mit Charly machten:
Wieder in der bewährten Fünfergruppe ging es nach einer kleinen Stärkung mit Kaffee und Keksen los.
John zeigte uns eine Kolonie Bienenfresser, White Fronted Bee Eater und auch Little Bee Eater.
Little Bee Eater
White-Fronted Bee Eater
Bruthöhlen der Bee Eater
Reed Cormorant
Es ging an den im Wasserbad futternden Elefanten vorbei. Heute waren zwei verspielte halbstarke Bullen dabei, das war ein Spass, wie die durch das Grünzeug getobt sind.
Cattle Egret auf einem Elirücken
Weiter ging es zu einer Insel, auf der unglaublich viele und auch verschiedene Arten von Vögeln zu beobachten waren. Es gab Enten, Störche, Egrets, Pied Kingfisher und verschiedene Watvögel.
Flaches Boot, dicht ran!
Endlich mal Hippo mit Zähnen
Water Thick-Knee
Black Heron beim Fischen
African Spoonbill
Yellow Billed Stork
White Faced Whisteling Duck
Goliath Heron
Fast Vollmond
Der Sonnenuntergang war wieder sehr schön. Danach ging es schnell zur Lodge und es gab kurz darauf ein Dinner, wie es schöner kaum sein kann.
Edit: Danke Bele für die Korrekturen! Danke auch Logi, habe den Text angepasst
Teil 1202. Juli 2016
20. Mai 2016 Vic Falls Tagesausflug
Den Ausflug zu den Vic Falls hat unser Reisebüro für uns gebucht. Von daher haben wir nur die Abfahrtszeit mit der Garden Lodge vereinbart. Die Lodge selbst hat mit dem Ausflug nichts zu tun, das macht ein anderes Unternehmen, dessen Namen wir uns leider nicht merken konnten.
Morgens um 8 Uhr wurden wir von einem Minibus abgeholt und zur Grenze Botswana - Simbabwe gebracht. Der Ausreise- und Einreisevorgang dauerte seine Zeit, hier wurden wir aber vom Fahrer unterstützt so gut es ging. Die Visagebühren richten sich nach der Herkunft, teuer sind Chinesen und Kanadier, Europäer sind die günstigsten, die kosten nur 30 US$ pro Nase. Dann ging es zu Fuß nach Simbabwe zu einem anderen Fahrer, bei dem im Auto bereits eine Frau (Cecilia) aus Garborone sass, die ebenfalls die Vic Falls besuchen wollte. Nach 2 Minuten Smalltalk sprach sie uns mit dearest friends an. Unterwegs gab uns der Fahrer einige Einblicke in die Politik. Nach dem Motto, was ich im Auto sage bleibt auch hier drin. Als das geklärt war, hat er nicht sehr freundlich über die politischen Verhältnisse im Land gesprochen. Irgendwann gab er uns einen abgegriffenen Zettel, auf dem die Aktivitäten aufgelistet waren. Cecilia tendierte zum Elefantenreiten. Das wollten wir nun gar nicht, darum haben wir nach dem Heliflug gefragt. Nachdem wir bereits am Parkeingang angekommen waren, haben wir dann entschieden, zuerst den Heliflug zumachen. Der Fahrer rief dort an und wir fuhren zum Flugplatz. 150 US$ pro Person der Flug, 12 US$ der Parkeintritt in der Luft!
13 Minuten dauerte das Vergnügen, kam uns aber sehr viel länger vor. Das Geld ist es wert, sich die Vic Falls aus der Luft anzusehen. Andreas sass neben dem Piloten und hatte prima Möglichkeiten, Fotos zu machen.
Mighty Sambesi
Gute Sicht von vorn
Selbst nach Unten
Rechts am Bildrand das Lookout Cafe (hellgrüner Rasen)
Und schon landen wir wieder
Der Heli nach dem Aussteigen
Danach setzte uns der Fahrer beim Parkeingang ab. Wir besorgten uns 2 Regencapes (rental 3 US$ jedes Teil) und starteten den 16-Stationen-Walk (nochmal 30 US$ Eintritt pro Nase).
Dass Nebensaison ist, war zu merken, die Touristenströme waren kleiner als von uns befürchtet.
Eine Gruppe Asiaten, teilweise recht interessant gekleidet
Ab der 6. Station wurde es sehr nass und wir zogen unsere beiden Regenjacken übereinander, die mitgebrachte und die gemietete. Jetzt begann der intensiv feuchte Teil, man kann auch sagen, es gab Aussichtspunkte, an denen tropische Regenschauer niedergingen. In den Schuhen stand das Wasser, die Kamera hat es gerade so überlebt.
Hierbei wurde die Kamera so nass, dass sie einige Zeit gebraucht hat wieder ordentlich zu fotografieren ;(
Anschließend hieß es, erst mal wieder trocken zu werden. Außerhalb vom Park gab es einen Wegweiser zum 550m entfernten Lookout Cafe, das sich als sehr gute Wahl herausstellte. Traumhafte Aussicht auf die Brücke, die Simbabwe und Sambia miteinander verbindet sowie auf die Schlucht des Sambesi. Und dazu noch ein sagenhafter Cappuccino, was sonst fast nirgens zu haben ist.
Aussicht vom Lookout Cafe
Die Rückreise ging deutlich zügiger, da wir an der Grenze ganz ohne Schlangestehen unsere nächsten Stempel bekamen. Zurück in der Garden Lodge schaute Charlie nochmals bei uns vorbei. Die Hippos und Elefanten waren an diesem Abend nicht im Garten der Lodge, sondern haben sich andere Plätze zum Grasen ausgesucht.
Fazit Garden Lodge und Vic Falls: The Garden Lodge ist ein Traum, vor allem, wenn wie bei uns nur 4 bzw. 6 Gäste gleichzeitig da sind. John der Guide ist sehr erfahren und gut. Das Essen ist ausgezeichnet und reichlich. Vic Falls sind ein teurer Spass, beeindruckende Wassermassen (im Mai ist der Höchststand gerade vorbei, aber immer noch 80-90% der maximalen Wassermassen). Die Fälle muss man gesehen haben, man muss nass geworden sein und wir denken das Drüberfliegen ist auch ein Muss. Für uns aber ist einmal genug, nochmal werden wir sicher nicht extra hinfahren.
Teil 1305. Juli 2016
21.05.2016 Fahrt zum Camp Kwando
Nach einem wie immer guten Frühstück in der Garden Lodge mit Blick auf den Chobe River packten wir unsere Sachen und fuhren wie vor zwei Tagen um 8 Uhr 30 zum Park.
Auf dem Weg nach Namibia zur Ngoma Bridge wollten wir nochmal die Riverfront abfahren statt die öde Transitstrecke A33 zu nehmen. Wer würde das anders machen wollen?
Somit hatten wir ein letztes Mal herrliche Ausblicke von oben auf den Chobe River.
Die Sichtungsfee war der Ansicht, dass wir genug Katzen gesehen hatten und zeigte uns dafür Büffel, Impala, Red Letchwe und einen Karmin Bee Eater.
Wir kamen nur langsam voran, so dass wir beim Ihaha Camp entschieden haben, zurück zur A33 zu fahren, damit es nicht zu spät wird, bis wir am Camp Kwando ankommen.
Die letzten 10 km waren übler Sand durch den Wald, dann standen wir an der A33 und fuhren die letzten Kilometer zur Grenze nach Namibia. Nach wenigen Minuten waren die Formalitäten erledigt, wundersam fanden wir nur das Häuschen an der Ausfahrt der Grenzstation, in dem wir noch die Fahrzeugdaten in ein Buch eintragen sollten. Die Madame sass vor dem Häuschen im Tarnanzug und hat nur gelangweilt auf das Häuschen gezeigt. Neben dem Buch stand ein grosser Karton Kondome. Den Zusammenhang haben wir bis heute nicht begriffen.
Nun befanden wir uns auf dem Trans Caprivi Highway, mit wenigen potholes.
Angekommen im Camp Kwando machten wir gleich die Erfahrung, dass Service noch geübt wird. Keiner da an der Rezeption, und keiner der rumlief, schien sich für uns zu interessieren. Nach einem kurzen Besuch im Office, wurde das aber schnell geklärt. Das Camp ist seit kurzem unter neuer Führung, und die Prozesse sind noch nicht reibungsfrei.
Nach dem Bezug der Hütte, nennt sich Treehouse und ist ein Zelt auf einer Plattform unter Bäumen, haben wir eine Bootstour für diesen Nachmittag gebucht.
Diese ist nicht vergleichbar mit dem Chobe River, aber trotzdem recht nett. Der Kwando River ist sehr schmal, was bedeutet, dass die Hippos im Wasser ziemlich nah an den Booten sind. Entsprechend schnell fuhr unser Guide an den Dickhäutern vorbei.
Die anderen Zimmer des Camp Kwando
White-Crowned Lapwing
Ein Coucal, entweder Senegal oder Coppery Tail, leider kann ich die nicht mehr auf dem Bild unterscheiden...
Ein Fischadler sass sehr fotogen auf einem Ast über dem Wasser. Ein Malachite Kingfisher hatte auch genug Geduld, bis jeder ein Bild hatte. Ein wunderschönes Vögelchen.
Beim Abendessen auf der offenen Terasse wurde es recht frisch. Im Treehouse war es nachts recht kühl, aber es gab genug Decken. Zurück im Treehouse nach dem Essen kam ein wunderschöner grosser roter Kater an die Tür und schaute durchs Glas, er gehört zur Lodge und bandelt immer mit den Gästen an. So haben wir doch noch eine Katze gesehen 🤪
Teil 1412. Juli 2016
22. Mai 2016 Camp Kwando
Am nächsten Morgen ging es nach einem ruhigen Frühstück zum Game Drive in den Mudumu Park.
Es dauerte ein wenig, bis alle im Auto waren, denn es war ein Herr im Rollstuhl dabei. Er wurde auf den Beifahrersitz gesetzt und hat so eine sehr persönliche Führung durch den Park erhalten. Das Camp ist nicht gerade Rolli-gerecht, aber dank des Fahrers und dadurch eines Shutteldienstes, konnten die sandigen Wege umgangen werden. Wir haben zwar nicht persönlich mit ihm gesprochen, aber es war deutlich, dass sowohl das Camp wie auch seine Begleiter ihm den Aufenthalt so leicht wie möglich gestaltet haben, und er es genoss.
Das Fahrzeug war gut besetzt mit 8 Personen plus Guide., was eher selten vorkommt, 6 Personen sind das Maximum in der Regel.
Hammerkopf
Pause
Aussicht auf einen Seitenarm des Kwando Rivers
Landschaftlich wunderschön, ausser einigen Hippos, zahlreichen Impalas waren nicht besonders viele Tiere zu sehen. Aber zum ersten Mal sahen wir Wasserböcke.
Unser Hilux ist für die Sandfahrten auf der Hinterachse zu leicht und scharwenzelt durch die Gegend, der Landcruiser war teilweise fast zu schwer für die tiefen Sandrillen. Anders als Etosha geht hier ohne 4x4 nichts, aber auch gar nichts. Dafür ist man wie heute ganz allein im Park.
Nach einem kleinen Lunch verbrachten wir den Nachmittag in der Lodge und spannten aus.
Aussicht vom Thron
Insgesamt der erste halbe Tag ohne Aktivitäten. Wird ja langsam auch Zeit. Da es auf unserem Balkon und dem Allgemeinbereich recht angenehm war, haben wir da die Füsse hochgelegt und das Botswanische Ufer angeschaut.
Am Abend gab es dann noch ein paar Versuche Zeitraffer zu fotografieren.
Da die Videos nicht bei einem großen Provider liegen, gibt es hier nur Links zu den Videos.
23. Mai 2016 – Fahrt durch den Bwabwata Park zur Nunda Lodge
Vor dem Frühstück noch ein Foto des Nebels auf dem Kwando.
Das Camp Kwando liegt sehr schön ruhig. Für zwei Nächte um nach dem Highlight Chobe etwas auszuruhen ideal. Es scheint so, dass wir eine schwache Zeit für Tiersichtungen hatten. Es war trotzdem eine nette Lodge. Dass der Service nicht perfekt ist, ist eigentlich keine Rede mehr wert, es gab eigentlich nichts, worüber man sich hätte richtig aufregen müssen. Hier würden wir auf jeden Fall wieder herkommen.
Nach dem Auschecken fuhren wir zum Bwabwata Park an seiner Ostseite und hatten uns vorgenommen, einen Game Drive auf eigene Faust zu unternehmen. Das war aber gar nicht so einfach, da die Parkwächterin zur Ausstellung der Eintrittskarte erstmal vom 1km entfernten Park Head Quarter herkommen musste, um das Kassenhäuschen aufzuschließen. Da sind wir auch zuerst hingefahren, da die Schilder nicht wirklich hilfreich waren. Am Parkeingang standen nur 2 Fahrzeuge, die den Park gerade verlassen hatten. Auch gab es im Logbuch Berichte über Phytons, die auf der Fahrstraße rumliegen würden. Am Gate empfahl man uns bis zum Horse Shoe zu fahren. Dort gäbe es viel Wild. Die Beschreibung des Weges und das kopierte Zettelchen einen Planes haben wir nicht so ganz übereinander gebracht.
Wo sind denn all die Tiere?
Päuschen an einer Ruine
Sossage Tree
Wir fuhren die Strecke bis zur ersten Campsite. Unterwegs gabs Begegnungen mit Kudus, Impala, Red Lechwee, und dem "Deutschlandvogel" dem Sattle Billed Stork.
Ausser uns waren nur noch Camper und Personal im Park. Von weitem war eine grössere Büffelgruppe zu sehen, die aber in dem Dickicht gut getarnt war. Da wir recht langsam vorankamen, drehten wir an der Campsite um, um später festzustellen, dass uns noch 2-3km zum Horse Shoe gefehlt haben….
Nach ca. 3h sind wir wieder am Ausgang gewesen. Nach 25km zum Teil tiefen Sandes mussten die Reifen aufgepumpt und das Lunchpaket verzehrt werden.
Nach weiteren 3 Stunden Fahrt auf guter Strasse trafen wir in der Nunda River Lodge ein und genossen die tolle Aussicht auf den Fluss von unserer Terasse aus. Die Unterkunft wird von unserem Reisebüro als rustikal beschrieben, das Bad einschl. Badewanne liegt ziemlich im Freien, die Aussenmauern sind nicht bis zum Strohdach hochgezogen, es gibt einen Sichtschutz, so dass man vom WC aus wahlweise auf den Fluss schauen kann oder nicht.
Freiluftwanne
Freiluftdusche
Aussicht von der Terasse
Der Rest des Bungalows ist auch nicht nennenswert massiver, man hört die Hippos durch die geschlossene Tür "grunzen" und Nachts die Popafälle rauschen.
Da Bele uns empfohlen hatte einen Birdwalk mit Bassi zu machen, haben wir natürlich gleich gefragt. Die Antwort war, klar könnten wir gleich nach dem Frühstück mit Bassi los, aber leider nicht zu einem Walk, das Wasser sei zu hoch, wir müssten mit dem Boot fahren. Ich hoffe nur, man hat uns nicht angesehen, wie uns das gefreut hat.
Am Abend gab es dann noch einen Verlust, das Handy von Andreas war verschwunden. Vor dem Essen wurden noch die Bilder von der Dusche aufs Tablett geladen. Danach war es nicht mehr gesehen. Weder in der abgegebenen Laundry, noch unter dem Bett, noch sonstwo im Zimmer oder davor. Das hat dann doch genervt und der Schlaf war unruhig. 😠
Teil 1630. Juli 2016
24.05.2016 Nunda Lodge
Morgenstimmung
Das Frühstück war sehr gut und frisch gestärkt ging es um 7:30 Uhr zum Bootssteg. Bassi begrüßte uns und legte ein Handtuch zwischen die beiden Stühle, damit Kameras und Rucksäcke nicht auf dem vom Tau feuchten Boden liegen müssen. Das fängt ja klasse an!
Kurz darauf legte das Boot mit Bassi und uns zwei zum "Birdwalk" ab. Also eine nette Dreiergruppe. Bei Niedrigwasser gibt es wohl wirklich eine Wanderung, beim dem Wasserstand heute aber nur mit dem Boot.
Die Tour wird nach Zeit abgerechnet, also fragte uns Bassi, wie lange wir unterwegs sein wollten. Im jugendlichen Leichtsinn sagten wir: „Zum Lunch wollen wir zurück sein.“ Also etwa 4 Stunden.
Was nun folgte ist definitiv eine Weiterempfehlung wert. Danke Bele für diesen Tipp.
Pied Kingfisher
Bassi zeigte uns einen Vogel nach dem anderen, manövierte das Schiff an Büsche und Schilf so vorsichtig heran, dass die Vögel nur ganz selten flüchteten. Taten sie es doch, suchte er sofort nach einem fotogeneren Vertreter der Gattung. Er erklärte alles, so viel, dass es irgendwann nicht mehr zu verarbeiten war 😊
So standen wir an einem Baum mit White fronted bee eater, und die Tiere waren dicht genug für formatfüllende Bilder, also etwa 1, 5m weit weg.
Little Bee-Eater
White-Fronted Bee-Eater
African Darter
Immer wieder flogen Schwärme über uns hinweg. Hier Spur-Winged Goose
Nochmal Little Bee-Eater
African Jacana
African Pied Wagtail
Hippo an Land
African Wattled Lapwing
Cattle Egret
Wir kamen den Tieren schon sehr nah. Das Kroko hat nur geblinzelt....
Leben am Fluss
Malachite Kingfisher
Water Monitor
Manche flüchten doch schon recht früh 😵
Das sind wir 😗
Brown-Throated Martin
Wir fuhren erst den Okavango River aufwärts, dann abwärts und zum Schluss wieder aufwärts, insgesamt tatsächlich 4h lang.
Was für ein toller Guide und welch Privileg ihn ganz für uns zu haben. Ein klasse Vormittag.
Nach der Anstrengung, erst mal ein Rock Shandy
Es sollte noch besser kommen.
Als wir ins Zimmer kamen, lag da ganz unschuldig ein Handy auf dem Tisch neben dem Peacefull Sleep. An einer Stelle, an der es letzte Nacht 100% nicht gelegen hatte (schon gar nicht so schön ausgerichtet). Auf die begeisterte Nachricht an die Rezeption, kam nur ein gelangweiltes. „OK“ zurück. Wo auch immer das Handy war, es war nicht dicht genug an der Rezeption um das WLAN Signal zu erfassen. Wer es gefunden hat, keine Ahnung. Die Reaktion an der Rezeption war sehr eigenwillig.
Nachmittags sind wir wieder zu zweit zum Game Drive in den Mahango Park im Süden der Lodge, an der Grenze zu Botswana. Es war ziemlich quiet, wie auch der Guide (Seinen Namen haben wir gleich wieder vergessen ….) feststellte, aber trotzdem ein ganz netter Ausflug, mit zwei Neuzugängen auf der Sichtungsliste: Roan Antilope und Sable Antilope, letztere kennen wir zwar vom Immenhof, dort sind sie aber innerhalb des Farmgeländes.
Sable Antelope
Auch sehr interessant war, wie ein Elefantenbulle sein Schlammbad richtet. Erst den Boden lockern, dann Wasser mit den Füßen reinkicken, wenn dann alles passt, mit einem Pflatscher rein. Unglaublich, dass so ein großes Tier, so verspielt ist.
Spur-Winged Goose
Red Lechwe
Bei der Rast an einem riesigen Baobab-Baum erzählte uns der Guide noch einiges vom afrikanischen Aberglauben.
Auf die Frage, wie oft Hippos auf dem Lodgegelände anzutreffen wären, hieß es, sie kämen nur in der Nacht gegen 23 Uhr und wenn in der Lodge nicht viele Gäste seien - also jetzt (Nebensaison und kaum guests ...).
Dann haben wir vielleicht doch einen grasenden Hippo in der ersten Nacht vor unserem Bungalow gehabt.
Ein wunderbarer Tag ging mit einem guten Abendessen und wiederaufgetauchtem Handy schön zu Ende. Nunda Lodge nur mit Bassi auf Birdcruise oder walk. Dafür lohnt jeder Weg, wenn man sich auch nur ein klitzekleines Bisschen an Vögeln erfreuen kann!
LG Andreas
Teil 1711. Sept. 2016
So heute geht es ein wenig weiter, da ja so gedrängelt wird.... Ich weiss auch nicht, was alles dazwischen kam, aber irgendwie wollten die Bilder nicht sortiert werden..... Besserung ist in Sicht.
25.05.2016 Auf zu Drotsky‘s
Da die reine Fahrstrecke heute unglaubliche 71 km und ein Grenzübergang (Namibia - Botswana) betrugen, haben wir mit nicht mehr als 2h Fahrt gerechnet. Deswegen war ein ganz gemütlicher Tag angesagt.
Zuerst noch tanken, und ausgerechnet in dieser gottverlassenen "Stadt" Divundu wurden wir gefragt, ob wir mit Karte zahlen wollen. Was ist passiert in Namibia?
Anschließend sind wir durch den Mahango Park gefahren, auf der gleichen Strecke wie am Vortag. Es gab nicht viel mehr zu sehen, wie am Vortag.
Wattled Crane
Löwenspuren, Zebras und ein heiliger Ibis, waren die Neuerungen.
Heiliger Ibis, beim großen Baobab
Büffel gab es im hohen Gras. Zuerst haben wir einen liegenden entdeckt, kurz darauf die restlichen 15 Büffel, Leider kamen sie nicht sehr dicht an die Straße.
An der Grenze haben wir einen neuen Rekord aufgestellt, Namibia raus in 10 Minuten, Botswana rein, auch nicht mehr. Wir mussten zwar nochmal 40 Pula fürs Auto zahlen, obwohl uns beim ersten Mal gesagt wurde, wir müssten nun nichts mehr bezahlen, aber wegen 3 Euro wollten wir die gute Stimmung nicht trüben. 20 Minuten um mit einem Auto über eine afrikanische Grenze zu kommen, gerne öfter;-)
In Botswana fiel sofort auf, dass es viel mehr Esel gibt, auch waren weniger Menschen am Straßenrand unterwegs. Nach nochmal 3 km Sandpiste, dann die Ankunft bei Drotskys. Wir bekamen mit der Nr. 10 die letzte Hütte, und mussten nur vier mal den Panikschalter betätigen, bis die Velvet Monkeys, das Auto nicht mehr als Turngerät nutzten. Ja so ein Affe kann auf dem Drehgriff des Canopy sitzen!
Hartlaub's Babbler (danke Bele) am recht trockenen Uferbau, oberhalb des Bootsanleger
Warum wir die am weitesten entfernte Hütte bekamen erfuhren wir gegen Abend. Der Rest war durch eine deutsche Chorgruppe belegt. Die haben in Namibia ein Konzert gegeben und waren nun in Botswana unterwegs. Eine Dame der Truppe hatte es nicht so gut, sie ist beim Besichtigen der Tsodilo Hills ausgerutscht und hat sich wohl den Knöchel gebrochen. Die Bergung und der Rest des Abends waren für die Truppe nicht besonders schön. Essen gibt’s im großen Speisesaal, der ein wenig kalt war…..
Teil 1811. Sept. 2016
26.05.2016 Drotzky's
Die Lodge, die zugehörigen Cabins und ein kleiner Campingplatz liegen recht einsam am Ufer des Okavango. Dieser ist hier schon knapp 2 km breit, man darf sich das aber nicht als durchgängige Wasserfläche vorstellen, sondern eher als eine Marschfläche, durchzogen mit Sandbänken, Schilfinseln und Uferzonengewächse. Gar nicht so viel anders als im Delta. Man kommt hierher zum Angeln oder um sich zu erholen. Und das haben wir ausgiebig getan. Einzige "normale" angebotene Aktivität ist eine geführte Bootstour, die wir natürlich gebucht haben. Gleich nach dem Frühstück ging es los. Nach Bassi und Chobe war der Anspruch: genießen!
Lesser Striped Swallow
Female Pied Kingfisher
Wire-Tailed Swallow
Mit unserem Guide Otto haben wir eine wunderschöne Bootsfahrt auf dem Okavango River erlebt. Wir sind teilweise durch sehr enge Seitenarme gefahren, sind zwischen drin an Land gegangen, um eine Eule ausfindig zu machen. Eine Pel’s Fishing Owl. Die wurde aber von anderen Vögeln gestört, so dass es leider nur zu weniger guten Beweisfotos gereicht hat.
Pel’s Fishing Owl
Eine größere Gruppe von Hippos hielt sich im seichteren Gewässer auf. Und hat mal kurz die Flussseite gewechselt. Wenn man in einem kleinen Boot unterwegs ist, ist das immer besonders spannend, wo die Kolosse wieder auftauchen und ob sie friedlich sind. Weil so einen Angriff auf eine Nussschale selten gut ausgeht. Krokodile gabs von klein bis riesig, ein 4 m Exemplar konnten wir aus relativ geringer Distanz betrachten.
Otto meinte dazu, das könnten 14 Handtaschen sein.
Ein Hippo auf Landgang war gegen 11 Uhr dann doch hektisch Richtung Wasser unterwegs, normalerweise sind sie nur Nachts an Land. Alles in allem eine kurzweilige Fahrt und ohne die sehr guten Fahrten vorher, wäre der Enthusiasmus sicher größer.
Leider bietet die Lodge im Mai kein Lunch an. Darum fuhren wir auf Empfehlung von Piet, der in der Lodge arbeitet, in ein Deli in Shakawe, das einer Österreicherin gehört. Sie lebt seit 20 Jahren in Botswana. War sehr lauschig. In den Toiletten, europäisch sauber, waren an der Wand wichtige Hinweise angebracht, siehe Bilder.
Wieder zurück, sind wir Richtung Deck auf der Campsite, die zur Lodge gehört, gelaufen. Auf dem Weg dorthin sind wir wie am vergangenen Tag einem bushbuck mit Nachwuchs begegnet. Da auf dem Campingplatz einfach gar niemand war, waren wir recht allein mit unserem Rock Shandy und haben den Schwalben beim Insekten fangen zugeschaut. Welch eine Ruhe!
Bush Buck zwischen Camping und Main Camp
Die komplette Anlage ist wunderschön als eine Art Park gestaltet. Man sieht White-Fronted Bee-Eater und den small Bee-Eater in den Büschen am Rande des Parks. Der Erholungsteil funktioniert gut hier.
Lodge Bilder
Pool, im Hintergrund der Okavango
Haupthaus mit Abgang in den Park
Im Garten
Unser Bugalow, die Nr 10. Was wir hier noch nicht wussten, das Bad hier war größer als das nächste Zimmer......
Affenrennstrecke: vom Wald hinterm Auto, übers Auto auf die Veranda. Immer alles zumachen, sonst....
Morgenstimmung, kurz vor dem Frühstück
LG Andreas
Teil 1918. Sept. 2016
27.05.2016 Nach Maun
Heute war ein Fahr- und Organisationstag. Die Fahrt von Shakawe nach Maun war mit ca. 370 km überschaubar. Die Strassenverhältnisse auf der A35 waren allerdings grauenhaft. Eigentlich alles geteert, aber der Zustand furchterregend. Auf weiten Teilen (wir mussten 270 km auf der Straße fahren) war der Asphalt am Stück, dann kamen Schlaglöcher mit Abmessungen von 2m x 1m x 10cm, oder 50m Schlagloch an Schlagloch. Es gab Bodenwellen, dass unser Schaukelschiff fast aufgesessen ist. Immer wieder haben die Wellen das Auto bzw. seine Federung in Resonanz gebracht. Dann wieder hat rechts oder links der Fahrbahnrand Verluste erlitten. Teilweise so viel, dass nur noch 70% der Gesamtbreite befahrbar waren. Natürlich kam immer an solchen Stellen jemand entgegen, Murphy halt. Dank des Zustandes hat die Fahrt deutlich länger gedauert, als man für eine Teerstraße annehmen würde. Bilder dieser Strecke gibts keine.
In Maun angekommen wollten wir die Agentur aufsuchen, die uns morgen ins Delta fliegt. In einem Hinterhof sassen zwei Damen bei Pizza und haben uns bestätigt, dass wir morgen um 9:00 Uhr fliegen. Avis ist nicht direkt am Flughafen, die sind 500m weiter.
Avis Öffnungszeiten
Aber kein Problem, sie bringen uns mit Gepäck zum Flughafengebäude. Dort wartet dann jemand, der jemanden anruft, damit das Gepäck, das nicht mit ins Delta darf, zwischen gelagert wird. Ob das alles klappt wie es soll werden wir morgen sehen.
Übernachtet haben wir in der Maun Lodge - schrecklich groß, unpersönlich, winziges Zimmer,- aber mit Blick auf den trockenen Fluss. Das Dinner im Restaurant war in Ordnung, aber nichts besonderes.
Das Zimmer war eine Besenkammer, man kann das sogar am Fluchtplan erkennen
28. 05.2016 Mietwagenrückgabe und Flug ins Delta
Wir waren als erste beim Frühstück. Danach schnell Auschecken, und los geht die letzte, oder fast letzte Fahrt, mit unserem Offroad-Schaukelschiff, 5km bis zu Avis Maun, bzw. dem Flughafen. 10 vor 8:00 Uhr bei Avis angekommen. Zufahrt verschlossen, Büro leer. Na toll. Steht ja auch an der Tür: Arbeitszeit am Samstag: Keine. Man kommt pünktlich nach Vereinbarung zum Flug. Zum Glück waren wir gestern noch da, und haben uns für 8:00 Uhr angekündigt...
So sah das Auto nach unserer Tour aus:
Canopy Repariert, Lack beschädigt:
Fünf nach Acht kam eine Frau im Polo, wie sollte da unser Gepäck reingehen, wenn sie uns zum Flughafen (ca. 500m) bringen soll? Ganz einfach, gar nicht. Nach einer Schnellinspektion, sollten wir einfach zum Flughafen fahren, das Gepäck ausladen und sie nimmt das Auto dann mit.
😮 das habe ich vorher gar nicht gesehen:
Ca. 2900km, eine verbogene Felge (am Vortag auf der A35 war wohl ein Schlagloch zu viel), völlig abgenutzter Unterfahrschutz (war mal schwarz beschichtet, glänzt jetzt großflächig), nicht gewaschen (ist in Namibia vorgeschrieben), zwei Reperaturen unterwegs, mal sehen, ob Avis noch was von uns will...
Und sie wollten: Nichts! Das erste mal, dass es keinen Stress wegen ein paar Litern Sprit oder Dreck gab. Da kann sich Avis Namibia mal ne Scheibe abschneiden, wir hatten ja "Zero Liabilty"
Ker & Downey hat unser Gepäck, das nicht nach Shinde mitging, ins Büro eingelagert und dann ging es auch schon durch eine wahnsinnig vertrauenserweckende Sicherheitskontrolle zum Air Safari Flieger. Nur wir zwei, der Pilot und der Copilot.
Pilot Chris und sein Copilot
Tschüss Maun
Im Delta soll es doch Wasser geben?
Gibt es doch, Glück gehabt
Der Landestreifen:
Nach 25 Minuten ruhigem Flug standen wir auf dem Ladestreifen von Shinde.
Und hier geht der Flieger wieder zurück. Wir sind im Delta angekommen!
Das ist es also, Shinde:
Es ist kurz nach 9:30 Uhr, Collen hat das Gepäck ins wartende Auto gepackt. To be continued.
Teil 2020. Sept. 2016
28.05.2016 Shinde Tag 1, 9:30 Uhr bis zum Schlafen gehen
Collen erklärte uns dann, dass wir nicht gleich ins Camp fahren, sondern gleich auf einen Game Drive, da es ja erst 9:35 Uhr war. Er fragte uns, ob wir schon alle Katzen gesehen haben. Wir verneinten und gaben an, dass uns Leopard und Gepard noch fehlen.
Darauf er ganz trocken, Leopard könne er uns anbieten, da der Kollege gerade bei einem stehe, und es nur ein paar Minuten dauern würde, bis wir da sind. Wir also hin, Leopardendame liegt auf einem Baum. Erste Bilder gemacht. (Es kommen nun einige Leopardenbilder, da ich einfach nicht weiss, welches das Beste ist)
Es ist 9:48 Uhr. Leo steigt kurz später ab, wir hinterher. Über Stock und Stein querfeldein.
Gut getarnt
Wirklich gut 😉
Shinde ist ein privates Schutzgebiet, es dürfen nur Angestellte dort fahren und die dürfen überall hin. Es gibt zwar Fahrspuren, die auch genutzt werden, aber nur, bis etwas interessantes entdeckt wird.
Wir waren also noch nichtmal richtig angekommen und schon mehr als zufrieden.
Aber ein Fünf-Sterne Öko-Tourismus Ressort hat natürlich noch mehr zu bieten. Da sind nachfüllbare Wasserflaschen, immer und überall frisch und kalt. Nach etwa zwei Stunden sind wir pünktlich zum Lunch im Camp angekommen. Es standen alle Angestellten da haben uns mit Gesang herzlich willkommen geheissen und es wurden kräftig Hände geschüttelt und Namen ausgetauscht.
Herzlich Willkommen!
Nach dem Lunch auf der grossartigen Terasse mit noch grossartigerem Ausblick haben wir das Zelt mit dem Namen Enclave 2 bezogen - Pano360 - Shinde Enclave No. 2- und sind um 3 Uhr zum High Tea.
Black-Collared Barbet wartet auf Krümel
Panorama (mit Elefant, den kann man aber bei der Auflösung hier nicht sehen…) vom Aussichtspunkt neben unserem Zelt
Danach ging es mit Collen (der eigentlich gar nicht unser Guide war…..) zur Bootstour, nur wir drei also. Die Wasserwege sind teilweise sehr schmal, so dass man zwischen dem Papyrus kaum erkennen kann, wo es weitergehen soll. Die Vogeldichte ist deutlich geringer als weiter oben am Flusslauf, aber dafür ist man hier wirklich fernab der Zivilisation. Zu sehen gab es Hippos, ein kleines Krokodil und viele schöne Kanäle, die von Hippos und Elefanten freigetrampelt werden. Jede Bootsfahrt ist anders, aber keine einzige so, dass man entäuscht sein könnte. Immer lernt man etwas neues kennen, oder erfährt mehr über bekanntes. Und vor allem, es gibt keine Schlaglöcher.
Nach dem Sundowner ging es zurück zum Camp. Es war noch etwas Zeit bis zum Dinner, man bekommt Tee, Kaffee oder sonstige Getränke angeboten (hier ist All Inclusive, man möge sich wie daheim einfach bedienen, wenn nicht grad jemand kommt und es einem abnimmt, egal ob vom Management, ein Guide oder sonstwer). Der Luxus hier geht wirklich bis zum Unglaublichen. Nach dem Dinner ist das Zimmer in den Nachtmodus versetzt: Tagesdecke weg, Moskitonetz aufgebaut, Wärmflasche im Bett, Sherry mit Gläsern auf dem Tisch, und die weissen Einwegschlappen stehen zum Einsteigen bereit.
Dinnertime
Wir haben aber noch eine kleine Nachtsafari gebucht (ging 1 1/2h). Glück hatten wir auch diesmal, wir sind wieder auf die Leopardin getroffen, die wir bereits morgens gesehen hatten, daneben haben sich 2 Hippos, mehrere Elefanten und eine Servalkatze gezeigt. Der Rückweg zum Zelt geht nur mit Begleitung, da der Elektrozaun des Camps nur Elefanten fernhält. Alle anderen neugierigen Bewohner der Gegend haben Zutritt.
Seit 9:30 Uhr sind wir auf Shinde, jetzt ist es fast Mitternacht. Bis auf die Zimmereinrichtzeit vom Lunch zum High Tea waren wir nur unterwegs, und immer allein mit dem Guide Collen. Viel besser geht es nicht. Beim Essen kann man sicher geteilter Meinung sein, es war reichlich und sehr gut, die Prozedur bis es auf dem Teller war für meinen Geschmack etwas zu langsam.