schon wieder Deutsche, die von Namibia träumen

18 Antworten · 4'555 Aufrufe · gestartet 11. Apr. 2016 von fabini68
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Themenstarter6 Beiträge · seit 201611. Apr. 2016 ·
Hallo,
sicherlich bin ich nicht die Erste, die sich hier meldet, weil sie von einem Leben in Namibia träumt. Jedoch sind meine 11 jährige Tochter und ich recht fest entschlossen. Nach einem ersten Besuch im März 2016 haben wir die Region um Otjiwarongo ins Auge gefaßt (nicht zu gross und doch alles Notwendige vorhanden). Im Sommer komme ich noch mal wieder um mich genauer umzusehen. Gibt es irgendjemanden hier, der mir dabei behilflich sein möchte?
Im Herbst ist ein Probeschulbesuch für meine Tochter dort angedacht, um auch den Alltag einigermassen einschätzen zu können.
Mit den hohen Einwanderungshürden setze ich mich auch schon eine Weile auseinander und habe schon viel darüber gehört. Was mir noch immer nicht ganz klar ist, ist die Reihenfolge. Erst irgendwo investieren und dann ein Permit beantragen oder umgekehrt? Klingt beides sehr risikoreich.
Ich bin in Deutschland ganz gut aufgestellt, so dass das finanzielle Risiko überschaubar ist und auch eine erzwungene Rückkehr uns nicht völlig aus der Bahn werfen würde.
Konkret suche ich Leute, die mir etwas über Otjiwarongo erzählen können. Vielleicht sogar ein Haus oder kleines Guest House verkaufen möchten.
Über ernst gemeinte Antworten würde ich mich sehr freuen,
Liebe Grüsse aus dem momentan mal sonnigen Köln
Birgit
33,1k Beiträge · seit 200611. Apr. 2016 ·
Hallo Birgit,

willkommen im Forum.
Leider - und da muss ich Dir die Illusion nehmen - bleibt das für 99,99% der Menschen auch ein Traum. Unsere Einwanderungsrichtlinien sind sensationell streng. "Investieren" reicht alleine gar nicht - Du musst einen guten Business Plan vorlegen und Arbeitsplätze schaffen. Wenn das alles erledigt ist (kann auch mal 2 Jahre dauern), bekommt ihr ein Temporary Resident Permit, meist über 1 Jahr, mit etwas Glück auch für maximal 2 Jahre. Das muss dann immer wieder verlängert werden (mit den nötigen Nachweisen, z.B. das der Business Plan umgesetzt wurde, die Arbeitsplätze immer noch bestehen etc). So oder so ist das Prozedere aufwendig, teuer und vor allem langwierig - Ausgang immer ungewiss (Paradabeispiel ist eine Dame, die hier einen Kindergarten aufgebaut hat... 20 Jahre auf Temporary Resident und dann wurde es nicht mehr verlängert).
Was möchtest Du über Otji wissen (ich bin dort zur Schule gegangen)?

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
33,1k Beiträge · seit 200611. Apr. 2016 ·
Nachtrag - 3 Gästehäuser die aktuell in Otjiwarongo zum Verkauf sind:

- 66,9 Mio Namibia Dollar: http://www.myproperty.com.na/property/for-sale/otjiwarongo/56-bedroom-guest_house-for-sale_476814/
- N$ 7,025 Mio: http://www.myproperty.com.na/property/for-sale/otjiwarongo/5-bedroom-guest_house-for-sale_796096/
- N$ 6,5 Mio: http://www.myproperty.com.na/property/for-sale/otjiwarongo/guest_house-for-sale_819335/

Viele Grüße
Christian
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875 Beiträge · seit 200811. Apr. 2016 ·
Hallo Birgit,

Bist du Von Beruf evtl. Lehrerin Oder Ärztin
Oder Tierärztin Oder Landschaftsingineurin ?

Das wäre schön mal gaaaanz toll.

Viele Grüße
Anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
Gast11. Apr. 2016 ·
Hallo Birgit,

zu der Permitgeschichte sag ich mal nicht viel, denn da gibt es nichts was es nicht gibt. Offiziell ist es so wie Christian schreibt, und ich hab auch schon einige traurige Geschichten gehört diesbezüglich, aber hin und wieder hört man auch von jemandem der keine Probleme hat. Wenn du es ausprobieren kannst, ohne dich hoffnungslos zu verschulden, und auch später wieder in D Fuss fassen kannst wenn du nicht mehr bleiben darfst, dann kannst du es ja versuchen (ich rate aber weder zu noch ab...). Allerdings hast du eine Tochter...

Ich möchte zu bedenken geben, dass die Schulbildung in Otjiwarongo nicht gerade das Gelbe vom Ei ist (sorry Christian...zu deiner Zeit war das sicher noch anders 😉 ). Die einzigen Schulen, die ich empfehlen würde sind in Windhoek: das St Paul's College und die DHPS (vielleicht auch die International School, weiss aber nicht genau). Beide bieten einen Schulabschluss, mit dem man auch ausserhalb Namibias etwas anfangen kann. Man weiss ja nie, wohin es die Kinder verschlägt - nicht jeder hat das Glück, dass der Sohn den elterlichen Betrieb übernehmen will 😉

Ansonsten wünsch ich dir viel Glück!
Themenstarter6 Beiträge · seit 201611. Apr. 2016 ·
Hallo, ihr Lieben, herzlichen Dank dafür, dass Ihr Euch die Zeit und Mühe macht, mir zu antworten. Ja, das Thema mit den Permits habe ich schon von vielen Seiten gehört, es schreckt mich im Moment nicht ab, da ich wie gesagt, hier ein ganz gutes Sciherheitsnetz habe. Erst einmal muss Fabi ihren Probeschulbesuch hinter sich haben. Die Entscheidung hängt letztlich von ihr ab, wenn sie sich nicht wohlfühlt,, werde ich das träumen sofort einstellen. Allerdings ist die Schulbildung in Köln auch nicht mehr das gelbe vom Ei. Im Moment ist sie an einer privaten Schule, hat jeden Tag bis nachmittags Unterricht und wird immer schlechter, da sie einfach durch diese langen Tage überfordert ist. Ich glaube Namibia kann ihr nur gut tun und letztlich werden Sie Sprachen weiterbringen, als ein einser Abi ohne Lebenserfahrung, hoffe ich zumindest 🙂
Ich könnte meinen Job auch von Namibia aus weitermachen, so dass mein Gehalt erhalten bleibt. Hinzu käme der Mieterlös aus der Vermietung meiner Wohnung. Ansonsten würde ich mich sehr gerne in Otjiwarongo auch sozial engagieren, bin leider weder Tierärztin noch Lehrerin, sondern komme aus der nicht gefragten kaufmännischen Ecke. Ein kleines Guesthouse, Cafe oder so ähnlich traue ich mir jedoch zu. Auch unterrichte ich seit vielen Jahren ehrenamtlich an der Schule und neuerdings natürlich auch Flüchtlinge.
So, jetzt wisst Ihr ja schon eine ganze Menge über mich. Die Anfrage an die Schule in Otji läuft, drückt mir die Daumen.
Ich muss jetzt noch zum Elternabend, vielleicht bis morgen?
Liebe Gruesse
Birgit
Themenstarter6 Beiträge · seit 201611. Apr. 2016 ·
Leider nein, tu mir sehr leid. Bin aber trotzdem nett 🙂
Themenstarter6 Beiträge · seit 201611. Apr. 2016 ·
oh mein Gott, tut natürlich
Themenstarter6 Beiträge · seit 201611. Apr. 2016 ·
Hi Christian, vielen Dank, die hatte ich schon gesehen. Nr. 1 überfordert mich, zwei und drei scheinen das Gleiche zu sein, habe den Makler schon kontaktiert, habe auch noch andere Anfragen laufen. Wo wohnst du? Liebe Gruesse Birgit
33,1k Beiträge · seit 200611. Apr. 2016 ·
Hi WoMa,
hi Birgit,
ch möchte zu bedenken geben, dass die Schulbildung in Otjiwarongo nicht gerade das Gelbe vom Ei ist (sorry Christian...zu deiner Zeit war das sicher noch anders 😉 ). Die einzigen Schulen, die ich empfehlen würde sind in Windhoek: das St Paul's College und die DHPS
also ich war damals auf der staatlichen Afrikaans Hoerskool...so schlecht war die nicht. Und insgesamt sind die privaten kleinen deutschen Grundschulen in Otji, Otavi etc. nicht so schlecht - eben sehr persönlich mit meist nur einer handvoll Kinder. Danach müsste es dann eben nach Windhoek auf eine der Privatschulen gehen (z.B. auch Windhoek Gymnasium, die 2017 mit dem deutschen Zweig anfangen). Hier eine Übersicht der deutschsprachigen Schulen in Namibia (falls es eine solche sein sollte): https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschsprachige_Schulen_in_Namibia
Wo wohnst du?
im Süden von Windhoek - bin aber wie gesagt auch in Otji zur Schule gegangen und es war immer unser Einkaufsort (von der Farm aus).

Viele Grüße
Christian
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568 Beiträge · seit 201412. Apr. 2016 ·
Liebe Birgit,
nach 60 Jahren auf 5 Kontinenten erlaube ich mir ein paar Gedanken zu deinen Plänen.
Nicht als Ratschlag, (wie käme ich dazu!) nur als Anregung:

Das Leben sieht für jedes Individuum anders aus. Auch für deine Tochter und dich.
Ich kann dir (sicher nur teilweise) nachfühlen, was du zu finden hoffst.

Ich sag's trotzdem mal schonungslos:
die Hoffnung, das deine Tochter von "Sprachen und praktischer Erfahrung" in Namibia profitiert, ist m.E. ein konstruiertes Argument deines "Gehirns". Frag deinen Bauch, frag deine Tochter.

Da du auch mit Flüchtlingen arbeitest, sehe ich dich nicht als "typische Deutsch-Südwesterin".
Eher als jemand, der mit anderen Kulturen leben kann.
Persönlich mit Korruption im Alltag, mit für uns ungewohnter Pseudo-Monarchie etc. klarzukommen, ist nochmal deutlich anders, als einen schönen Urlaub zu erleben.

Kein "Afrika-bashing!"
Wie sagte mir ein lieber griechischer Freund einmal zu mir:
"Tu mir einen Gefallen und mach' keine Geschäfte mit meinen Landsleuten. Ich will, daß du uns weiter liebst"...

Namibische Gewerkschaften sind anders als deutsche Gewerkschaften.
"Ausländer kommen nach Namibia, um das Volk zu betrügen".
Sicher nicht in deinem Fall, aber das ist nun mal breiter Konsens, und nicht ohne Grund.

Dir und deiner Tochter alles Gute! Wo auch immer!
Ob es aber in dem von mir (trotz allem!!!) geliebten Namibia sein wird? Ich weiß es nicht.

Ich wünsch' dir eine gute Entscheidung!
Gast12. Apr. 2016 ·
Randfontein schrieb:
die Hoffnung, das deine Tochter von "Sprachen und praktischer Erfahrung" in Namibia profitiert, ist m.E. ein konstruiertes Argument deines "Gehirns".
Dem kann ich nicht zustimmen. Natürlich wird die Erfahrung eines anderen Landes und mit anderen Kulturen eine Bereicherung für die Tochter (und die Mutter 😉 ) sein. Ich halte es allerdings auch für übertrieben zu glauben, dass eine solche Horizonterweiterung eine gute Schulbildung und Berufsausbildung ersetzen kann. Das Mädel ist 11 - spätestens mit 15 sollte meiner Meinung nach ein Wechsel an eine gute Schule erfolgen die einen anerkannten Abschluss bietet. Ich bin auch nicht von Deutschland begeistert, aber in punkto Ausbildung kann es schon noch punkten.
Randfontein schrieb:Da du auch mit Flüchtlingen arbeitest, sehe ich dich nicht als "typische Deutsch-Südwesterin".
Eher als jemand, der mit anderen Kulturen leben kann.
Naja, sonst würd sie ja wohl kaum über das Auswandern nachdenken 😉
Randfontein schrieb:Persönlich mit Korruption im Alltag, mit für uns ungewohnter Pseudo-Monarchie etc. klarzukommen, ist nochmal deutlich anders, als einen schönen Urlaub zu erleben.
Ich weiss ja nicht wie lange und wo du in Namibia gelebt hast, aber ich musste in den mittlerweile über zehn Jahren hier nicht ein Mal mit Korruption im Alltag klarkommen. Pseudo-Monarchie? Als Ausländer hat man ja nicht so wahnsinnig viel mit Politik zu tun, darf nicht wählen etc...
Das mit dem Urlaubsfeeling ist natürlich so...aber darüber wird sich Birgit sicherlich im Klaren sein als erwachsene Frau.
Randfontein schrieb:Wie sagte mir ein lieber griechischer Freund einmal zu mir:
"Tu mir einen Gefallen und mach' keine Geschäfte mit meinen Landsleuten. Ich will, daß du uns weiter liebst"...
Ja, man muss lernen mit den Einheimischen klar zu kommen und mit ihrer teilweise völlig anderen Konditionierung. Ist überall so....wobei Birgit ja anscheinend ihr Einkommen im Ausland generieren kann und somit da gar nicht so betroffen ist.

Das mit den Gewerkschaften...hatten wir auch noch nie mit zu tun...so oft wie in Deutschland wird hier jedenfalls nicht gestreikt 😗

Fazit: Vorsicht ist natürlich angesagt, gute Planung unabdingbar, und vor allem für die Tochter muss gewährleistet sein, dass sie eine gute Grundlage erhält für eine eigene Zukunft. Dann sehe ich eher Vor- als Nachteile bei einer Auswanderung (die Visasituation nehm ich hier mal raus, das ist eine eigene Geschichte).
Themenstarter6 Beiträge · seit 201612. Apr. 2016 ·
Hallo, liebe WoMa,
ich tummele mich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Chat und bin völlig perplex, was man hier für eine Anteilnahme erfährt. Sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne. Es freut mich, dass du herausgelesen hast, dass ich mir die Entscheidung alles Andere als leicht mache. Die Hauptinitiative geht übrigens von meiner Tochter aus, die wir bei unserem letzten Aufenthalt vom Baum abschneiden mussten, an den sie sich festgebunden hatte, weil sie nicht zurück nach Deutschland wollte. Seitdem höre ich nichts anderes mehr, als dass Sie Sehnsucht nach der Ruhe und Weite und den Tieren und den Menschen und dem Licht....hat. Sie ist kein akademisches Kind, ehrlich gesagt, glaube ich auch nicht, dass Sie das Abitur an ihrer Schule schaffen würde. Das nur nebenbei. Es ist eine sehr lange Geschichte. Was mich betrifft, bin ich beruflich und privat in einer Situation, in der ein Neustart angesagt ist. Afrika hat mich schon als Kind faziniert, so dass auch ich es mir vorstellen kann, dort zu leben. Und wenn Afrika, dann Namibia. Jedoch ist ja noch keinerlei Entscheidung getroffen, ich sammele Informationen, Kontakte und habe noch zwei weitere Orientierungsbesuche geplant.
Alles Liebe aus Köln
Birgit
Gast12. Apr. 2016 ·
fabini68 schrieb:
ich tummele mich zum ersten Mal in meinem Leben in einem Chat und bin völlig perplex, was man hier für eine Anteilnahme erfährt. Sowohl im positiven wie auch im negativen Sinne.
Dann bist du sicher nicht auf Facebook. Das härtet einen schon ab 😛

Unser Sohn hätte in D auf die Realschule wechseln müssen. Schule war ein Reizthema, viele Tränen sind da in den acht Jahren geflossen seit dem ersten Schultag...hier war das völlig anders. Er ist jetzt kein Einserschüler geworden, aber hat die Schule hier viel lockerer nehmen können, und ich war auch endlich die ständige Sorge um die Versetzung los. Das war schon ein sehr gutes Gefühl! Er hat dann das Deutsche Internationale Abitur an der DHPS ohne Probleme gemeistert.
Ich könnte mir vorstellen, dass dieses deiner Tochter auch entgegenkommen würde.

Ich finde, du machst das schon richtig 🙂
Alles, alles Gute!
1 Beiträge · seit 201612. Apr. 2016 ·
Hallo,

auch bei mir kursiert die Idee schon seit längerem.
Da bei mir aktuell eine berufliche Änderung ansteht (bin berufstätig, habe aber vor mindestens die Firma zu wechseln; maximal Firma und Land), habe ich mich mal so umgesehen was es in meinem beruflichen Bereich (Ingenieur Energietechnik) so zu bieten gibt.
Hab auch in Namibia passende Stellen gefunden, jedoch schrecken mich die ganzen Infos zu den Work Permit schon sehr ab.
Ist die Chance auf ein temporary Work permit wirklich so gering? Gibt es Leute die in der nahen Vergangenheit das doch Irgendwie doch geschafft haben (auf legalem Weg)?
Und gilt die geringe Chance für alle beruflichen Bereiche?
Denn in Südafrika, wo ich auch ähnliche Stellen gefunden habe steht meine Berufsgruppe auf der Critical Skill-Liste, was die Visaaussicht (laut Internet) erhelich vergrößert.

Ob die jeweilgen Firmen die Stellen in den Zeitungen ausgeschrieben haben weis ich bisher noch nicht.
Wie stehen die Chancen wenn dies schon geschenen ist, und die Firmen keinen Bewerber gefunden haben?
Und wenn die Firma die Stelle nun ausschreiben würde, gibt es da "Wartezeiten/Mindestdauer"?

Wie sieht es mit der Bereitschaft zur Unterstützung beim Visaantrag der Firmen denn so allgemein aus?

Danke für Rat und Tat

MfG
568 Beiträge · seit 201412. Apr. 2016 ·
Hi Birgit, hi WoMa
da schreibe ich bewußt :
"Nicht als Ratschlag, (wie käme ich dazu!) nur als Anregung" und schon heißt es "negativ"!
Wir machen eben alle unsere eigenen Erfahrungen.
Meine Arbeit als Berater und Coach habe ich altershalber an den Nagel gehängt,
ich habe also nichts davon, hier zu schreiben... 🙂

Die "Berufskrankheit", Dinge aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen, um eine Entscheidung zu untermauern, bleibt mir aber wohl lebenslang erhalten.

Birgits Bauch wird entscheiden, was für sie richtig ist und das ist gut so.
Das Gehirn ist m.E. nur der "Regierungssprecher" des Bauches.

Um eine "informed decision" zu treffen, reichen Jubelarien nicht aus.
Da müssen mögliche Bedenken getestet werden, wie weit sie einen wankelmütig werden lassen.
Man kann sie verwerfen, dann festigt das die Entscheidung.
Ist besser, als hinterher zu jammern "warum hat mir das niemand gesagt?"

Aber schon in meiner Ausbildung wies ein Prof. darauf hin:
"wenn ihr es nicht aushaltet, für ein A... gehalten zu werden, sucht euch einen anderen Beruf".
In Foren findet man das immer wieder bestätigt.
Dabei ist Toleranz im interkulturellen Kontext doch so wichtig.
Und Toleranz heißt eben gerade nicht, alles auszublenden, was nicht gefällt.
Sondern sich damit auseinanderzusetzen, möglichst mit Humor und Gelassenheit.

In diesem Sinne widerhole ich meinen Gruß an Birgit:
Dir und deiner Tochter alles Gute! Wo auch immer!

P.S.:
mein "Gewerkschaftserlebnis" bezog sich auf Korruption, nicht auf Streiks.
Es gibt Funktionäre, die weniger im Interesse der Arbeitnehmer unterwegs sind, als in ihrem eigenem.
Da droht man gerade Ausländern schon mal mit Behördenärger, wenn nicht ein paar Scheinchen wandern.
Gibt's sicher nicht nur in Namibia, erlebt habe ich es eben im Erongo.
663 Beiträge · seit 201512. Apr. 2016 ·
Randfontein schrieb:Es gibt Funktionäre, die weniger im Interesse der Arbeitnehmer unterwegs sind, als in ihrem eigenem.
Leicht OT: Das gibt es definitiv auch in Deutschland. Selbst schon in der Firma erlebt. Die Lustreisen den VW Betriebsrates vor ein paar Jahren die dann durch die Presse gingen waren in den Zusammenhang auch hierzulande nur die ganz kleine Spitze eines großen Eisberges.
Gast12. Apr. 2016 ·
Randfontein schrieb:
Die "Berufskrankheit", Dinge aus verschiedenen Perspektiven anzuschauen, um eine Entscheidung zu untermauern, bleibt mir aber wohl lebenslang erhalten.
Find ich richtig! Damit bist du sicherlich immer gut gefahren, und anderen helfen solche Erfahrungen auch 🙂

Ich halte dich deswegen ganz sicher nicht für einen A..... 😉 , denn ich habe so ein Exemplar auch hier zuhause sitzen 😄

Danke für deine sehr netten und ausgewogenen Zeilen 🙂

lg
WoMa
Gast12. Apr. 2016 ·
@ skinner,

das sind sehr viele Fragen 😛

Guck, es gibt keine offizielle Regelung, wer wann wie lange und wie oft ein Work Permit bekommt. Es gibt Berufe, die hier Mangelware sind, und Leute mit diesen Berufen haben es sicher einfacher, als zB ein KFZ-Mechaniker oder eine Verkäuferin. Eine offizielle Liste habe ich jedoch noch nicht gesehen.

Es ist einfach so, dass man nicht davon ausgehen darf, dass ein Work Permit automatisch immer verlängert wird. Es wird vom Arbeitgeber erwartet, dass er während deiner Angestelltenzeit laufend nach Ersatz für dich auf dem namibischen Arbeitsmarkt sucht, und dass dies auch nachweisbar ist. Eigentlich musst du deinen Nachfolger einarbeiten und dann darfst du gehen.

Wenn das allerdings ein hochqualifizierter bzw auch spezialisierter Job ist, den so leicht kein Namibier machen kann, weil es hier schlichtweg die Ausbildung nicht gibt, dann sieht es schon besser aus.

Du solltest natürlich bei der Beantragung des Work Permits die Zusage der Firma mit den Nachweisen der Bewerbersuche beilegen. Soweit muss die Firma schon mitmachen. Ansonsten kann sie eh nicht viel unterstützen, ausser vielleicht die Visakosten übernehmen, oder einen Agenten beauftragen. Das muss man dann im Vorfeld mit der jeweiligen Firma besprechen.