Namibia 01. August-14. September 2015

Reisebericht 26 Antworten · 3'969 Aufrufe · gestartet 02. Feb. 2016 von Sunnygirl
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Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #1
Liebe Fomis,
Es ist schon ein paar Monate her...und die nächste Reise nach Namibia steht in ein paar Tagen an, aber wenn ihr wollt, berichte ich gerne noch von unserer letzten Reise.

Wir (mein Mann, unsere beiden Töchter und ich)
verbrachten sechs Wochen auf einer Pferdefarm...
Ich war dort, um junge Pferde zu arbeiten und Reitunterricht zu geben, meine Family machte Urlaub.

Und hier ist mein Reisebricht...ist bisschen länger geworden 😉



Wir sind endlich auf der Farm 🙂

Nach einem sehr entspannten Flug mit Condor (es gab ständig zu essen und zu trinken und jeder hatte seinen eigenen Bildschirm...die Kinder waren begeistert!)
landeten wir abends pünktlich in Windhoek.
Annette und Linda waren schon da und wir fuhren die 85km bis zur Farm, im Dunkeln sahen wir Schakale, Hasen und ein paar Pferde...
Nach einem kurzen Begrüssungstee fielen wir alle todmüde in unsere Betten und waren schon gespannt, wie das alles hier bei Tag aussieht!

Heute früh weckte uns dann der pflichtbewusste Hahn des Hofes und die Sonne, die durchs Fenster strahlte.

Die Farm liegt wunderschön im Khomas Hochland, in der Dornbuschsavanne, überall laufen Pferde, Rinder und allerlei anderes Getier, ein Traum!

Der Vormittag war dann auch direkt den Reitern vorbehalten, Emily und Linda waren auf dem Reitplatz und Linda bekam Unterricht von mir, danach beobachtete ich noch Annette und Heiko bei der Arbeit mit einer recht dominanten Jungstute, die noch nicht der Meinung ist, dass sie geritten werden möchte.
Mija war mit Marc und dem Pony Daisy eine Runde im Gelände.
Anschließend war ich dann mit Reiten dran (auf dem Wallach Goldregen, der recht erfolgreich Springen geht und richtig Spaß macht) zuerst eine Runde im Gelände mit Iris, einer Tierärztin, die sehr gerne zügig galoppiert, danach noch auf dem Platz.

War das toll, wieder im Busch unterwegs zu sein!!!
Einen Wall hochgaloppiert, im Schritt runtergeklettert, ein kleiner Baumstamm lag auch zum Springen im Weg, das war einfach wunderbar! Auf den Sandwegen kann man auch mal so richtig flott galoppieren und ein Erdmännchen hat uns neugierig hinterher geguckt 🙂 🙂 🙂
Es ist so schön, wieder hier zu sein!!!
Und das nicht auf einer Rundreise, sondern auf der Farm mit Pferden und vielen anderen Tieren...
Es gibt hier soviel zu sehen und zu tun!

Nachher fahren wir los und machen alle gemeinsam irgendwo in der Wildnis ein Picknick.



Das war ein toller Ausflug!

Wir waren mit einem alten Landcruiser unterwegs auf der 16000 ha großen Farm.
Alle standen auf der offenen Ladefläche und hatten freie Sicht von dort oben 🙂
Über Stock und Stein ging es, durch unendliche Buschlandschaft.
Und immer wieder kreuzten Tieren unseren Weg.
Paviane, Warzenschweine, Oryxantilopen, Kudus, Springböcke, Zebras...
Und zum Kaffee und Kuchen saßen wir in einem ausgetrockneten Flussbett (Rivier) und eine Pavianfamilie und Rinderherde hat neugierig zugeschaut, was wir da machen.

Kurz vor der Dunkelheit kamen wir wieder auf der Farm an, das Abendlicht bei der Heimfahrt war traumhaft schön.

Jetzt gibt's noch Abendessen und dann geht's ab ins Bett.
Hier orientiert man sich sehr an der Sonne, wenn es hell wird, beginnt der Tag, dass man vor Einbruch der Dunkelheit möglichst viel geschafft hat 🙂
6'152 Beiträge · seit 200602. Feb. 2016 · #2
hallo Sunnygirl,

ich kann zwar nicht reiten , aber im offenen Wagen fahre ich auch gerne mit und bin auf die Erfahrungen eurer Reise gespannt.
Beste Grüsse
Hanne
8 x Südafrika,1x Zimbabwe, 22x Namibia, 4x Botswana, 1x Lesotho, 1 x Swasiland
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #3
03.08.2015

Heute Vormittag war dann erstes Arbeiten mit den Pferden angesagt.

Ich hatte zwei dreijährige Stuten zu longieren und eine ältere Stute zu reiten.
Als erstes war die Rappstute Catania dran, die noch sehr dagegen ist und den Mensch bei jeder Gelegenheit testet.
Mir macht sie total Spaß, weil sie mich sehr an meinen Simply erinnert.
Sie rempelt einen an, läuft einfach los, ignoriert Kommandos...und wenn man ganz ruhig und sehr konsequent ist, macht sie plötzlich super mit und wird sehr sehr anhänglich.
Ich bin gespannt, wie sie sich entwickelt.

Danach war Alice dran, eine süße Braune, die immer alles richtig machen will.
Sie ist etwas ängstlich und Veränderungen in der Umgebung oder schnelle Bewegungen kann sie noch nicht gut einschätzen, aber sie wird eine sehr Liebe werden.
Danach saß ich dann zum ersten Mal auf Senorita, die das erstmal nicht so witzig fand und wir brauchten schon einige Zeit, um uns "einzufummeln".

Marc und die Kinder waren in der Zeit mit dem Pony Daisy unterwegs und Mija konnte sie sogar schon ein bisschen alleine reiten.

Nach dem Mittagessen hatten dann Linda mit Chromi und Emily mit Amaryllis Reitstunde, das war super mit den Mädels 🙂 sie haben sich sehr angestrengt und waren danach noch eine Runde ausreiten.
Anschließend war Annette mit Goldregen dran, das war auch sehr gut und jetzt sind alle Pferde wieder im Busch unterwegs.

Es werden morgens nur die Pferde reingeholt, die Futter bekommen, geritten werden oder krank sind, ansonsten leben sie alle frei auf riesigen Flächen, das ist wirklich ein Traum.

Marc war heute ein paar Kilometer laufen und hat eine Affenfamilie mit Babies entdeckt.
Mija war dann noch mit ihm dort und konnte sie beobachten.
Sie ist allerdings noch ziemlich platt von der Umstellung und wird zwischendrin immer mal müde. Die sieben Hofhunde lieben sie und in ihrem Bett schläft jede Nacht eine Katze, das findet sie natürlich toll :-D
Emily ist total angekommen und versteht sich sehr gut mit allen.

Mija hat gerade gesagt ": Mami, jetzt haben wir drei Zuhause! Eins in Deutschland, eins in Spanien und eins in Afrika!"
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #4
04.08.2015

Heute war Marc auf seiner ersten Jagd.
Heiko, der Farmbesitzer nahm ihn mit und die Beiden brachten eine großen Oryxantilope mit.
Beim Auseinandernehmen durften dann alle Kinder zuschauen, also Malte, Mija und Emily, die anderen waren in der Schule.
Mija wollte es unbedingt sehen und saß neben Marc, der ihr alles erklärt hat.

Das Fleisch muss nun eine Woche im Kühlhaus hängen, bevor es weiter verarbeitet und verteilt wird.
Die Farmarbeiter bekommen auch immer ihre Ration ab und das Fell wird verkauft, außerdem bekommen die Hofhunde ein Festmahl und so wird das Tier komplett verwertet.

Ich hatte wieder meine drei Stuten zu bewegen, auf die eine Dreijährige (Catania) darf ich morgen das erste Mal draufsitzen. Ich bin gespannt!

Heute Mittag war wieder Stunde für Linda und Emily und die Mädels waren danach noch erfolgreich auf Erdmännchensuche, die sind wirklich sehr süß 🙂

Die Affenfamilien waren heute auch in Spiellaune und toll zu beobachten!

Mija hat das Roundpen als Sandkasten entdeckt und ein Huhn gezähmt 😉

Jetzt genießen wir wieder das wunderbare Abendlicht und die Stille hier...
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #5
05.08.2015


Catania war super brav heute früh!

Zuerst hat Heiko mich geführt und danach ging sie sehr anständig im Schritt und Trab an der Longe, mit mir obendrauf. Sie ist echt eine Tolle, ich mache später mal ein paar Fotos von ihr und den anderen.

Senorita habe ich geritten (wir kommen immer besser miteinander klar) und Alice longiert, das klappt alles gut.
Und zum ersten Mal habe ich Indira longiert, die heute anfangs noch ziemlich aufgeregt war, aber wunderschöne Bewegungen hat.

Marc war beim Kühe einfangen dabei, die heute früh irgendwo den Zaun niedergedrückt hatten, die Kinder spielen auf der Farm, Mija ist auch wieder auf Daisy geritten.

Heute Mittag hatten die Mädels wieder bei mir Stunde und morgen Mittag machen wir einen kleinen Ausflug nach Windhoek, in eine echt große Stadt 😉


06.08.2015

Und ZACK! lag ich heute auch schon im weichen Sand!
Catania war sowieso schon ziemlich geladen weil es so windig war und als ich dann auch noch antraben wollte, hat sie einen Katzenbuckel gemacht und drei Bocksprünge und schwups war ich weg 🙂
Natürlich gleich wieder drauf und sie war den Rest der Stunde wieder ganz brav. Auch traben ging wieder.
Alice war heute auch ein bisschen guckig, also haben wir es beim longieren belassen, da darf ich dann morgen drauf.

Den Rest des Tages waren wir in Windhoek, bummeln, Mittagessen, eine Karte für unser Handy kaufen usw.
Marc staunte, weil hier so viele Menschen deutsch sprechen, aber das liegt nun mal an der Geschichte dieses Landes.
Ich bin jetzt mit den drei Jungs und Mija auf die Farm gefahren, Marc, Annette und Emily schauen Linda beim Schulkonzert zu.
Heiko ist noch immer draußen, weil bei einem Brunnen eine neue Pumpe eingebaut wird, also haben die Kids und ich die Hunde gefüttert und machen Abendessen.

Marc geht hier übrigens jeden Tag 10km laufen, auf den Sandwegen der Farm.
Er trifft dabei immer Tiere, bisher waren es spielende Paviane, Warzenschweine, (die tatsächlich aussehen wie Pumba aus "König der Löwen")
und gestern war es eine Herde Springböcke, die fröhlich neben ihm her gehopst sind.
Jetzt weiß er auch, warum diese grazilen kleinen Antilopen so heißen 🙂
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #6
07.08.2015

Nach langen Beratungen, wie wir mit der renitenten Catania nun sinnvoll weitermachen (sie hat vor mir schon Annette abgebuckelt) haben wir beschlossen, sie zweimal täglich zu arbeiten.
Also habe ich heute früh ausgiebig longiert, mit etwas kürzeren Dreieckszügeln, dass sie lernt, Grenzen zu akzeptieren. Das war super und auch die Bodenarbeit wird immer besser, weil sie immer öfter loslässt und bei mir bleibt.
Heute Mittag war dann wieder reiten angesagt und siehe da, sie blieb entspannt und war plötzlich extrem fein und aufmerksam. Ich glaube, sie braucht einfach viel Zeit und Routine, um sich dem Menschen anzuschließen.
Ihr bisheriges Leben als "Wildpferd" fand sie völlig in Ordnung.

Ich hatte dann noch drei weitere Pferde zum longieren und reiten.

Die Kinder haben heute einfach nur gespielt, Tiere versorgt und sind geritten, Emily hat sich heute ganz alleine mit Amaryllis auf den Platz getraut.

Die neue Pumpe funktioniert nun endlich, so haben alle Tiere und Menschen auf der Farm wieder genug Wasser.
Es gibt zwar mehrere Bohrlöcher, aber gerade dieses ist wichtig, weil es doch von einigen Tieren angesteuert wird.

Marc hatte einen Lesetag 🙂

Hier auf der Farm wird viel an Lebensmitteln selbst gewonnen.
Milch und Butter von freilaufenden Kühen, Eier, Honig, Fleisch und Wurst, viel Gemüse kommt aus dem Garten...das schmeckt einfach anders!

Da wir hier 45 km (Schotterstraße!!!) von Windhoek entfernt sind, fährt Annette jeden Morgen um sechs die Kinder in die deutsche Schule und holt sie mittags wieder ab.
Was für eine Fahrerei...
Sie nimmt dann täglich bis zu 20l Milch mit, die sie in Windhoek verkauft.


08.08.2015

Unser Plan scheint zu funktionieren.
Catania war heute früh sehr brav und entspannt.

Mit Emily war ich ein bisschen ausreiten und wir haben eine Herde Springböcke gesehen 🙂
Anschließend haben wir mit Alice auf- und absitzen geübt, sie erschreckt sich immer mal, aber das wird schon.

Heute Mittag kommt Besuch und wir fahren alle zum Kaffee trinken ins Rivier.
So heißen hier die ausgetrockneten Flussbetten, die nur in der Regenzeit einmal Wasser führen.

Der Ausflug war wunderschön:-)
Die Kinder haben im Sand gebuddelt und einen Frosch gefunden, die Fahrt über die Farm war toll...
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #7
09.08.2015

Schon wieder ist ein Tag vorbei...
Vormittags war wieder Programm mit den jungen Pferden, die immer gelassener werden und sehr schön mitmachen.
Es macht auch richtig Spaß, mit Heiko und Annette zu arbeiten.
Die Beiden sind einfach richtige Pferdeleute, die mit Sinn und Verstand ihre Pferde pflegen, trainieren und ausbilden.
Wir diskutieren und überlegen gemeinsam, was zu welchem Pferd passt, wie oft und wie lange es bewegt wird, mit welcher Ausrüstung und so weiter...

Heute Mittag waren wir dann alle zusammen im Gelände und haben an der Vielseitigkeitsstrecke gebaut, die schon gut aussieht, aber ein paar Sprünge müssen noch fertig werden bis zum Turnier in drei Wochen.
Marc kam joggend dorthin und es macht einfach Spaß, wenn alle zusammen werkeln und die Kinder über die Hindernisse hüpfen 🙂
Ein paar Stuten mit Fohlen haben ganz neugierig geschaut, was das wohl werden soll.

Heute war auch Tag der Affen, die den ganzen Tag auf der Farm herumgehopst sind. Erst im Hengstpaddock, dann auf dem Hausdach, kreuz und quer zwischen den Pferden rum, bis Chef-Hündin Loulou die Nase voll hatte und sie kurzerhand vom Hof gejagt hat.

10.08.

Uff...war das heute früh anstrengend!!!
Zuerst musste Catania wieder davon überzeugt werden, dass mitarbeiten angenehmer ist als blockieren.
Dann war Alice dran, die eine schlimme Phobie vor dem Auf- und Absitzen hat.
Ich kann mich drüberlegen, auch im Schritt, sie lässt sich überall anfassen und abklopfen, alles gut. Aufsitzen geht auch noch, da saust sie nur kurz los, was auch nicht toll ist, aber das wird schon besser.
Beim Absitzen denkt sie aber, dass der Leopard ihr im Genick sitzt und so haben wir das heute sehr sehr oft geübt.
Danach habe ich mit Senorita eine Erholungsrunde im Gelände gedreht und die Springböcke besucht. Wir haben Auf- und Absprünge der Geländestrecke geübt und über zwei kleine Baumstämme sind wir auch gehüpft.
Das war schön 🙂
Marc war mit den Mädels spazieren und ist jetzt mit Heiko die Bullen sortieren, kontrollieren und füttern.

Mittags gab es wieder Stunde für Linda und Emily, die Beiden durften im Gelände anschließend noch Treppen auf und abspringen, sogar Emily hat sich getraut, toll!

Dann waren Mija und ich noch mit Heiko auf einem Aussenposten, die Pumpe dort in Gang bringen, wir haben viel Wild gesehen und bei der Heimfahrt einen wunderschönen Sternenhimmel.
Wie man hier die Milchstraße sieht, ist gigantisch!
1'794 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #8
Hallo Sunnygirl, freue mich auf dein Bericht!

Leider muss ich auch im offenen Waagen mitfahren, da ich mein Gewicht den Pferden nun wirklich nicht zu muten möchte!

Da meine Frau und Tochter reiten würde uns der Name der Farm sehr interessieren!

LG NOGRILA
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #9
Schön, dass ihr mitkommt auf die Reise 🙂

Und alle Nicht-Reiter bleiben zur Schonung der Pferde lieber auf dem Wagen 😉

Die Farm heißt Claratal und ist wunderschön...für Reiter ein Traum!
Dort werden Trakehner gezüchtet, insgesamt gibt es dort ca 70 Pferde.

Auch mein Mann, der nicht reitet, fand es sehr interessant, weil er so viel über das Leben, die Farmerei und über Namibia lernen durfte.
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #10
14.08.2015

Puuuh, in den letzten Tagen haben wir soviel erlebt, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll 😉

Gestern um 06:00 fuhr ich mit Annette und ihren Kindern nach Windhoek. Die Kids haben hier ab 07:00 Schule und ich wollte um 08:00 unseren Mietwagen holen.
Alles klappte perfekt und um 10:00 war ich dann wieder auf der Farm, um Marc und die Mädels abzuholen.
Und los ging unsere Tour durchs Khomashochland bis nach Swakopmund. Für die 300km braucht man sechs Stunden, weil man auf den Schotterstraßen nicht sonderlich schnell vorankommt.
Zuerst ging es durch hügelige Dornbuschsavanne, wir sahen Affen, Warzenschweine, Oryx und Kamele!!! entlang der Straße.
Dann wurde die Landschaft karger, felsiger und irgendwann standen wir auf dem Gamsberg-Pass auf über 2300m!
Der Ausblick über die wilde Berglandschaft war grandios und die 20km lange Abfahrt über die schmale, kurvenreiche Straße ziemlich abenteuerlich. Vor allem Marc als Beifahrer sah sich des Öfteren am Rande des Abgrundes und hielt die Luft an.
In den Bergen hatten wir riesiges Glück und sahen ein Steinbockpärchen, Klippdachse und die scheuen Bergzebras-toll!!!
Langsam änderte sich das Bild wieder und es ging von hügeligen Steinwüsten-Gebieten mit Zebras, Oryxen und einem Strauß hinaus in die wunderschöne Namib...ich liebe diese Wüste.
Die riesigen Dünen, das wechselnde Licht, es sieht alles aus wie gemalt.
Nach einer Pause in der Wüste kamen wir nach Walvis Bay, liefen am Strand entlang und kletterten auf die erste Sanddüne.
Wir waren alle beeindruckt von der Landschaft, die man von dort oben sehen kann.
Mija wäre am liebsten dort geblieben.
Vor Einbruch der Dunkelheit schafften wir es dann nach Swakopmund ins Hotel Rapmund und zum Abendessen ging es ins Brauhaus, das ebenso urdeutsch ist wie vieles andere in diesem "südlichsten deutschen Seebad".
Die Hotels, Restaurants, Geschäfte und Straßen tragen meist deutsche Namen und man wird überall auf Deutsch bedient.

Heute waren wir wieder früh unterwegs, um 09:00 startete unsere Bootstour in Walvis Bay.
Es war eisig kalt und neblig und wir verpackten uns, so gut es ging.
Kaum war der Katamaran gestartet, bekamen wir schon Besuch von den ersten Pelikanen.
Diese großen Vögel sehen aus der Nähe sehr beeindruckend aus und wir lernten eine Menge über sie.

Während wir noch die Vögel bewunderten, sprang die erste Robbe aufs Schiff und wartete auf Ihre Fisch-Mahlzeit.
Während der dreieinhalb Stunden dauernden Fahrt sahen wir sehr viele Robben, die spielend aus dem Wasser sprangen und besuchten auch eine Robbenkolonie.
Mija und Emily fanden den strengen Geruch dort nicht so toll, aber das "Robbenkino" entschädigte für den Gestank 🙂
Die Anzahl der Robben in Namibia wird mittlerweile auf 800.000 geschätzt, was den Fischern ziemliche Sorgen macht.

Anschließend gingen wir auf Delphin-Suche und hatten riesengroßes Glück!!!
Mehrere Delphin-Familien hatten wohl ein Meeting zum Spielen und Springen und wir waren mittendrin. Sie schwammen mit unserem Boot, sprangen aus dem Wasser, es war einfach toll!
Trotz der Kälte standen alle begeistert an der Reeling und sogar unser (weiblicher) Guide meinte, soviele Delphine hätte sie noch nie gesehen.

Zum Aufwärmen gab es dann Lunch an Bord, mit Sherry und Sekt (und frischen Austern von den Austernbänken, an denen wir vorbeikamen...) und dann ging es zurück in den Hafen.

Wir wollten dann wieder in die Wüste und fuhren zur "Düne 7", einer recht hohen Düne mit Picknickplatz, die ein beliebtes Ausflugsziel ist.
Als wir ankamen, war außer uns niemand dort und wir kletterten tapfer diesen riesigen Sandberg hoch.
Es war uns dann auch wieder viel wärmer 😉
Die Aussicht von dort ist einfach gigantisch, das kann man nicht beschreiben.
Wir saßen lange dort und liefen auf dem Kamm entlang und beobachteten einen namibischen Kindergarten, der einen Ausflug machte.
Die Kids strömten aus dem Bus, rannten wie die Wilden in ihren Uniformen lachend die Düne hoch und hatten einen Riesenspass!

Zurück in Swakopmund gab es Kuchen im "Kaffee Anton" und einen Stadtbummel für Emily und mich.
Nach einem leckeren Abendessen fallen wir jetzt ins Bett und freuen uns schon auf morgen!
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #11
17.08.2015

Wir sind wieder gesund und mit tollen Erlebnissen im Gepäck "zu Hause" auf Claratal angekommen.
Es war eine tolle Tour!!!

Samstag, 15.08.

Wir starten morgens im 12 Grad kalten Swakopmund in Richtung Omaruru.
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Kathrin, für die ich früher einmal gearbeitet habe, geht die asphaltierte Straße durch wenig einladende Geröllwüste, bis sich das Bild wieder ändert von gelbem Gras über Buschsavanne, bis wir vor Omaruru Baumsavanne erreichen.
Ca 20km nach Swakopmund verzieht sich schon der Küstennebel und es wird sofort wieder richtig schön warm.
Nach Omaruru geht es wieder auf Schotterpad bis zur Game Lodge.

Wir beziehen unseren Bungalow, die Lodge ist sehr schön angelegt und direkt vor den Bungalows liegt das beleuchtete Wasserloch.
Wir essen gemütlich Mittag und ein paar neugierige Strauße schauen uns fast auf den Teller.
Danach geht es an den ziemlich frischen Pool, Mija und Emily trauen sich sogar rein 🙂

Vor dem Abendessen wird rund um das Wasserloch Heu verteilt und wir beobachten die Tiere, die leise aus dem Busch auftauchen.
Giraffen, Zebras, Elande, Gnus, Nashörner, Strauße, Blessbock, Impalas...
Es ist natürlich toll, all diese Tiere so aus der Nähe zu beobachten!
Ein Nashorn kommt immer zum Streicheln an die Mauer, das fühlt sich an wie ein Panzer!!!

Nach dem sehr guten Abendessen fallen wir auch bald ins Bett und sind schon gespannt auf den Gamedrive am nächsten Tag.
Was für ein Klimawechsel von der eiskalten Küste in die warme Savanne!!!

Sonntag, 16.08.

Um neun sind wir die Letzten beim Frühstück, die anderen Gäste sind entweder abgereist oder auf dem Gamedrive morgens.
Den Vormittag verbummeln wir gemütlich auf der Lodge, spazieren zum Wasserreservoir, auf das wir klettern. Wir genießen die tolle Aussicht von dort oben, aber mir ist diese wackelige Metallkonstruktion nicht geheuer.
Alles besteht aus Gittern, die beim draufstehen auch noch nachgeben, uuuuuh!

Um 14:30 holt unser Guide uns ab und wir haben ihn und den Safariwagen ganz für uns alleine.
2,5 h dauert die Tour durch das 5500 ha große Gelände.
Zuerst suchen wir die Elefanten, zwei Kühe (Nina und Clara) und ihre drei Kälber.
Die in der Trockenzeit hungrigen Riesen hören das Auto und kommen durchs Gehölz marschiert, was für ein beeindruckender Anblick!
Sie rennen auf das Auto zu und wollen das Heu am liebsten selbst herunterholen, was unser Guide durch energisches Gasgeben und Lärmen verhindert.
Er spring vom Auto und füttert die fünf, die wir so aus nächster Nähe beobachten können.
Aus seiner Kühlbox holt er dann noch Apfelschnitze, die Elefantenmama Nina den Kindern und Marc aus der Hand frisst.
Wir genießen dieses Erlebnis, bis Clara satt ist und beginnt, mit den Ohren zu wackeln, was Ärger bedeuten kann!
Also fahren wir weiter, um die anderen Tiere zu suchen.
Wir sehen Zebras, Giraffen, verschiedene Antilopen, rennende Weißschwanzgnus, schlafende Streifengnus und besuchen zum Schluss noch das momentan einzige Nilpferd der Farm, das jedoch demnächst wieder Gesellschaft bekommen soll.

Anschließend beobachten wir wieder die Tiere am Wasserloch (ein Nashorn wälzt sich genüsslich im Wasser), Essen gemütlich und gehen schlafen.

Heute ist dann unser Ausflug auch schon wieder vorbei,
Wir fahren drei Stunden von Omaruru bis Windhoek, geben das Auto ab und Annette nimmt uns mit zurück auf die Farm.
Mittags wollen Emily und Linda wieder Stunde und danach longiere ich noch zwei Pferde.
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #12
18.08.2015

Heute war dann wieder ein interessanter "Arbeitstag".
Der Vormittag war gleich mal spannend, weil Annette und ich die Geländestrecke fürs Turnier probegeritten sind.

Nachdem ich meine kontrollierte brave Reiterei hinter mir gelassen hatte und einfach mal flott drauflos galoppiert bin, hat Senorita den Turbo ausgepackt und sprang wie ein Flummi.
Annettes Goldregen macht das auch alles mit viel Übersicht und es hat irre viel Spaß gemacht, durch das Gelände zu sausen :-)))))
Wir sind die komplette Strecke gesprungen, ich fotografiere die nächsten Tage mal die Sprünge!

Danach hatte ich drei Pferde, Alaska bin ich mit Hilfe von Johannes (er ist hier sowas wie der Stallmeister und Helfer für alles) geritten und sie war sehr brav.
Catania war wieder superlieb am Boden, akzeptiert das Gebiss, weicht sofort in jede Richtung und ist sehr aufmerksam.
Ich hoffe, wir können das auch aufs Reiten übertragen.
Morgen werde ich sie akupunktieren, um ihre Energien ein wenig auszugleichen.
Danach habe ich den kleinen Rappen Kilarney longiert, der ein bisschen aufgeregt war und auch außer Trense und Longe noch nichts kennt.
Aber er ist ein ganz süßer und neugieriger Kerl, der bestimmt schnell lernt.

Mittags habe ich dann Alice akupunktiert, die immer noch Angst vor dem Absitzen hat.
Sie bekommt nun etwas homöopathisches und Akupunktur und ich hoffe sehr, dass sie ihr Trauma überwindet.
Sie ist nämlich eigentlich eine sehr sehr liebe Maus und sehr freundlich und aufgeschlossen.

Marc und Heiko waren heute auf Wildzählung.
Das vorhandene Wild wird viermal im Jahr gezählt, um den Bestand im Auge zu behalten.
Man fährt also mit dem Geländewagen die 16.000 ha "mal eben ab" und zählt...

Emily war heute in der deutschen Schule, in Arnes Klasse, und hat festgestellt, dass ihr Englisch noch ausbaufähig ist. Die Schüler hier sind in der vierten Klasse schon viel weiter als unsere. Sie fand es aber so toll, dass sie morgen am liebsten wieder mitgehen würde, was Linda mit einem verständnislosen Kopfschütteln kommentiert hat 😉

Mija war morgens auf der Farm mit dem sechsjährigen Malte und Opa alleine.
Die Beiden Spielen aber so toll zusammen, dass sie unsere Abwesenheit gar nicht richtig bemerkt haben.
Mittags waren wir dann da und...sie plumpste vom Spielhaus, das mit knapp zwei Metern zum Glück nicht ganz so hoch ist wie die Bäume, auf die sie hier immer klettert.
Sie war kurz geschockt und einige Zeit später saß sie wieder...auf dem Baum!!!

Den Nachmittag verbrachten dann Arne, Malte und Mija auf dem Reitplatz, der ja ein ganzes Stück vom Haus entfernt ist. Sie haben Parcours gebaut und einen Damm und so weiter und als es dann dunkel war, fiel mir auf, dass von sechs Kindern drei fehlen!
Also das Auto geschnappt und Richtung Platz gefahren und da kamen die Drei fröhlich lachend um die Ecke und hatten einen Riesenspass.
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #13
Mittwoch, 19.08.

Das war ja wieder ein Wintersturm heute (bei 28 Grad...) !!!
Wahnsinn dieser Wind!

Trotzdem haben alle vier Pferde heute früh sehr brav mitgemacht, außer Catania, die dieses Wetter hasst und dann einfach sehr angespannt ist.
Also gab es Akupunktur und nach fünf Stunden hat sie die Nadeln dann auch schon wieder hergegeben...sie durfte solange auf dem Paddock im Schatten dösen und fand das gar nicht so schlecht.

Mittags hatte dann Mija Stunde auf Daisy, was super klappte und dann war ich mit Emily ausreiten.
Emily und ich hatten soviel Spaß und sie traut sich mittlerweile durch jeden Graben, jedes Flussbett und Baumstämme, die in der Gegend herumliegen, sind zum Springen da 🙂
Sie weiß ja auch, dass Amaryllis gut aufpasst, dieses Pferd müsste man klonen!!!

Es war wieder so schön, einfach durch die Gegend zu bummeln, hier ein paar Erdmännchen, da eine Bullenherde, dann wieder ein paar Pferde...diese Tiere leben ein traumhaftes Leben.

Claratal gehört zu den Farmen, die den Tierbestand eher geringer halten, deswegen gibt es selbst jetzt in der Trockenzeit noch genug Futter für alle.
Nur die Turnierpferde und Stuten mit Fohlen werden zugefüttert.
Und die Bullen, die bald zur Auktion gehen.
Von Heiko erfahren wir eine Menge über die Landwirtschaft, das ist richtig spannend hier!

Marc lag leider den ganzen Tag im Bett. Er wird seinen Infekt einfach nicht los...der Arme...!
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #14
20.08.2015

Marc ging es heute wieder ein bisschen besser, er könnte wenigstens mal auf der Terrasse sitzen...zumindest bis der Hengst Bellini in den Garten durfte 😉
Der wollte nicht grasen sondern toben und rannte fröhlich im Kreis und munter auf die Terrasse zu, bis Johannes ihn wieder einfing.

Ich hatte vormittags wieder vier Pferde zu machen.
Mittags waren dann erst Johannes, Mija und ich unterwegs, um die Stuten mit Fohlen zu füttern.
Anschließend ging es mit Annette in einen anderen Teil der Farm, um die ein- und zweijährigen Wallache zu impfen.
Es ist schon spannend, mitten in einer Herde Halbstarker herumzuhantieren, die sich natürlich um die besten Plätze kloppen müssen!
Aber die Mission verlief erfolgreich und wir haben alle erwischt :-D !!!
Und keiner hat UNS erwischt 😉 !!!

Da Linda heute den ganzen Mittag Klarinettenprobe für morgen hat, schläft sie bei einer Freundin und Emily kümmert sich um die Hasen und Hühner, kocht und zerkleinert Eier für die Küken usw.
Mija und die Jungs bauen mal wieder einen Damm am Reitplatz, sie sieht immer mehr aus wie ein Farmkind...ob wir dieses Gestrüpp auf ihrem Kopf jemals wieder entwirren können, wird sich heute Abend beim Baden herausstellen...!!!

Morgen ist ein pferdefreier Tag, weil in der DHPS (deutsche höhere Privatschule) Schulbasar ist und das ist wohl ein großes Fest jedes Jahr.
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #15
Freitag, 21.08.

Heute war also der letzte Schultag vor den dreiwöchigen Winterferien.
Und das große Schulfest an der DHPS.

Es war richtig schön und wir hatten alle einen abwechslungsreichen, lustigen Tag!
Für alle Kinder gab es viele Stände zum Mitmachen und nachmittags war die große Show, bei der Schüler aller Klassen tanzten, turnten oder musizierten.
Und zwar richtig gut!

Unsere Kinder wollten dann abends freiwillig ins Bett, was ja nicht sooo oft vorkommt und Mija wollte noch mit Ihrem geliebten Papi knuddeln, der ja nun leider schon die letzte Nacht hier ist 🙁
Diese drei Wochen gingen so schnell vorbei!!!


Samstag, 22.08.

Heute kamen drei Reiterinnen aus Windhoek mit ihren Pferden, um noch einmal die VS Strecke zu üben.
Wir sind auch alle mitgeritten, das ist toll, wenn alle gemeinsam trainieren, alle Pferde haben super mitgemacht, sind anstandslos durch das seit gestern gefüllte Wasser galoppiert und auch die neuen Sprünge lassen sich gut reiten.
Abends musste Marc dann zum Flughafen, der eineinhalb Fahrstunden entfernt liegt.
Es fiel mir unendlich schwer, ihn alleine zurückfliegen zu lassen, die gemeinsame Zeit hier war wunderschön und viel zu schnell vorbei.
Mija war auch sehr traurig und so haben beide Kinder bei mir im Bett geschlafen 🙂
Also Emily und ich ganz an den Rand gequetscht und Mija breit ausgestreckt in der Mitte!

Sonntag, 23.08.

Wieder windig und sehr warm.
Die Dreijährigen brauchen wir bei dem Sturm gar nicht erst zu arbeiten, dafür üben wir jetzt Dressur.

Kommendes Wochenende ist ja schon die Vielseitigkeit und das WE drauf Turnier in Okahandja, wo Annette, Linda und ich auch mitreiten.

Ich gebe Linda und Emily Stunde und später reitet Mija auf Daisy.
Sie ist allerdings schon wieder mit den Jungs in "ihrem Haus" im Garten und pflegt das Gemüse, das diese viele Fürsorge hoffentlich übersteht 🙂
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #16
24.08.2015

Heute Vormittag waren Annette, Linda und ich in Windhoek.
Linda reitet dort noch ein Pferd und hatte bei mir Stunde.
Die Besitzerin hat zugeschaut und danach beschlossen, dass ich in Namibia bleiben muss.
Linda meinte dann nur: "Aber der Marc auch!!!"
Anschließend war dann noch Besichtigung eines lahmen Pferdes, das ich nun noch akupunktieren werde.

Nach einem Einkaufsbummel durch Woermann Brock waren wir auch schon wieder auf dem Rückweg.

Linda und ich waren dann noch ausreiten, sind viel galoppiert und haben noch einen neuen Sprung getestet :-D

Emily, Mija und die Jungs waren mit Heiko auf der Farm und haben ihr "Haus" weiter verschönert.
Heute Nacht wollen sie darin schlafen und bisher liegen sie noch alle dort in Schlafsäcken und mindestens drei Hunde passen auf sie auf.

Emily und Linda schlafen lieber gemütlich im Haus und wir warten, bis die anderen Kinder doch lieber wieder rein wollen 🙂

Es wird nun immer wärmer und die Bäume werden grün...fehlt nur noch Regen!


25.08.2015

Da war er schon, der Regen 🙂
Zwar nicht so viel, aber immerhin!!!
Dafür war es heute etwas kühler als sonst und die Pferde recht frisch!

Der kleine Kirlaney war heute richtig toll an der Longe, er fasst Vetrauen und wird richtig anhänglich.
Und Alaska lässt sich immer besser reiten, sie ist eine ganz Liebe, hoffentlich kommt sie in gute Hände!!!

Wir waren wieder fleißig heute, alle rennen im Kreis wegen dem Turnier am WE.
Es muss noch gebaut und gepinselt werden und die Pferde wollen auch bewegt sein.
Die Dressur muss klappen, Senorita findet das allerdings völlig überflüssig und morgen geht's nochmal auf die Strecke.

Mija, Emily und die anderen Kinder spielen zum Glück den ganzen Tag und das Baden lohnt sich abends wirklich 😉
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #17
Mittwoch, 26.08.

Ich bin heute ziemlich k.o. und verbringe mehr Zeit auf dem Klo als sonstwo...
Also reite ich nicht, sondern helfe beim Streichen und so.
Die Sprünge sehen so langsam alle klasse aus!!!
Linda und Annette sind nochmal drüber geritten, die Distanzen passen und der Kurs ist schön zu reiten.
Ein Hindernis ist allerdings noch im Bau und andere noch nicht richtig befestigt.

Mija spielt wieder mit den Jungs, Emily und Linda hatten nochmal bei mir Dressurstunde und abends war ich wieder ziemlich fit.
Die beiden Mädels reiten wirklich schön, ich hoffe, Emily macht zu Hause so weiter!


Donnerstag, 27.08.

Ich bin schon wieder total platt. Super.
Was habe ich mir denn da eingefangen???
Und es gibt soviel zu tun!!!

Heute Vormittag bin ich trotzdem kurz geritten, konnte mich aber über dem Sprung nicht wirklich gut auf dem Pferd halten, ich habe einfach null Körperspannung.
Also haben wir das Ganze nach einer halben Stunde abgebrochen, die neuen Sprünge sind wir alle geritten und seither liege ich im Bett.
Die Kinder spielen, Emily und Linda sind geritten, das Wetter ist superwarm und sonnig...
Morgen MUSS ich wieder fit sein!!!!!

Ich bin schon sehr gespannt auf das Wochenende, die Dressur und das Springen finden am Samstag in Windhoek statt.

Im Gymkhana Reitclub, der einer der größten Vereine hier ist.
Dort stehen vier Dressurvierecke nebeneinander, einmal 20-40 und dreimal 20-60.
Daran schließen sich zwei sehr große Springplätze an, einer hat auch Naturhindernisse und hat einen Sandbelag, daneben liegt der Rasenspringplatz mit allen Sprüngen, die man so braucht...
Die Pferde stehen nur teilweise nachts in großen Aussenboxen, tagsüber stehen alle auf großen Paddocks mit Schattendächern...teils alleine oder in großen Gemeinschaftsausläufen.
Eine Reithalle braucht man hier im Land nicht, es regnet ja selten.
Das ist schon Luxus, wenn man soviel Platz hat!
Und trotzdem gibt es auch hier immer wieder Trouble unter den Reitern, das ist schon ein besonderes Völkchen... 😉

Am Sonntag reiten dann alle Teilnehmer die Geländestrecke hier auf Claratal, manche Pferde übernachten auch in den vorbereiteten Paddocks und die Reiter in den Gästezimmern.
Das wird bestimmt lustig 🙂

Seit gestern ist noch Martin hier, ein ausgewanderter, ziemlich fülliger und sehr netter Bayer, der eigentlich auf einer Pferdezucht- und Gäste-Farm im Süden arbeitet, hier aber noch seine Zuchtstuten stehen hat.
Er hilft nun beim Hindernisbau und soeben ist der Kurs fertig ausgeflaggt und damit gesperrt fürs Trainieren.
Nur die Deko können wir erst am Samstag Abend stehenlassen, sonst wird sie geklaut...von den frechen Pavianen, die dann mit Plastikblumen und Palmwedeln durch die Gegend flanieren!
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #18
28.08.2015

Ich bin wieder fit 🙂

Also hatten beide Mädels nochmal Dressurstunde, Linda konnte nochmal Aufgabe üben, das klappt gut.
Danach war ich mit Senorita nochmal im Viereck und heute ging sie gar nicht schlecht.
Dressur ist ja gar nicht so ihr Ding, aber da müssen wir eben durch 😉

Anschließend wurden die Pferde gewaschen, eingeflochten, das Sattelzeug geputzt und Hänger und Auto gepackt.
Senorita und Chromi traten dann schon die einstündige Rumpel-Reise nach Windhoek an und stehen nun dort bis morgen.
Die Pferdeanhänger halten hier im Land nur ein paar Jahre, dann fallen sie regelrecht auseinander, diese Straßen machen jede Hänger-Fahrt zum Abenteuer.

Die Turnierboxen hier sind cool 🙂

Mija und Emily waren auch dabei und jetzt lernen wir noch die Aufgabe auswendig und richten die Turnierklamotten.

Morgen starten wir dann früh, weil wir ja noch Annettes Pferd Goldregen mitnehmen und um 09:30 beginnt die Dressur.
Mittags ist dann das Springen und darauf bin ich sehr gespannt! Ich habe mit diesem Pferd noch nie einen Parcours gesprungen, aber das wird schon irgendwie gehen :-D
Im Gelände springt sie ja auch alles.


29.08.2015

Uff.
Teil eins und zwei wären geschafft 🙂

Um sechs Uhr war die Nacht vorbei, schnelles Frühstück und den Geländewagen vollgepackt:
Fünf Sättel, ein Heuballen, große Futter-Tröge, Putzzeug, vier Kinder (Linda, Emily, Malte und Mija) und drei Erwachsene...
Wider Erwarten gingen die Türen zu und mit Goldregen im Hänger rauschten wir holterdipolter nach Windhoek.
Chromi und Seniorita hatten offensichtlich eine geruhsame Nacht...die Beiden sahen nämlich ziemlich sandig aus.
Emily und Mija halfen fleißig beim Richten und Reparieren der Zöpfe und los ging die Dressur, die zum Glück (auf Englisch) gelesen wurde.
Alle waren tapfer und hielten durch, Annette und ich erwischten keinen ganz so guten Tag, Lindas Pferde gingen aber beide sehr ordentlich und nach Meinung der anderen Teilnehmer sieht man eben sofort die "deutsche Schule" der letzten Wochen 😉

Vor dem Springen war mir dann schon etwas mulmig, aber Augen zu und durch.
Und der Parcours war wirklich super schön, bunt und einladend, mit passenden Distanzen, da hatten wir alle wirklich Spaß und kamen fehlerfrei ins Ziel.
Nun liegen alle Reiter recht nah beisammen und das Gelände morgen wird mit Sicherheit richtig spannend!

Bei der Rückfahrt sind Mija und Malte eingeschlafen...um 14:30 waren wir wieder hier auf Claratal, mit Chromi und Goldregen.
Nun trudeln nach und nach die anderen Pferde und Reiter ein, die hier übernachten und eine Teilnehmerin bringt "meine" Seniorita mit, dass wir nicht zweimal fahren müssen.

Wenn die Bande vollzählig ist, gehen wir alle zusammen nochmal die Strecke ab, die nun wirklich klasse aussieht!!!

Gestern hat noch ein Zuchtbulle einen Sprung auseinander genommen...
Aber dafür hält sich Familie Pavian bislang sehr zurück :-D

Heute Abend ist dann sowas wie eine "Farmparty", das wird bestimmt lustig!

Ach, ich bin gespannt auf morgen!!!
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #19
30.08.2015

Schade, dass dieses schöne Turnier schon wieder vorbei ist :-/

Es hat einen Riesenspaß gemacht, diese Strecke zu reiten, auch wenn Seniorita doch ziemlich beeindruckt von der Dekoration, den Zuschauern mit Klappstühlen und herumrennenden Fotografen war.
Und ich war beeindruckt von der Tatsache, mich nach vielen Jahren wieder auf einen solchen Kurs zu begeben 😉

So hatten wir bei den über 20 Sprüngen zwei Stops-aber mal wieder mit einem Pferd so zu galoppieren und zu springen, war schon toll!!!
Und die kleine Seniorita hat zwar einen Mausegalopp, aber über dem Sprung ist sie wie ein Gummiball.

Linda hat übrigens mit ihren beiden Pferden gewonnen!!!!! :-D
Sie reitet im Gelände, als wäre ihr der Leopard auf den Fersen!

Mija durfte dann ganz lange trockenreiten, sie war heute ziemlich verwirrt wegen dem Trubel und den vielen fremden Menschen.
Emily sammelte mit Pferd die Zettel der Hindernisrichter ein, hatte also auch einen Job und fand das klasse.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gingen alle auf die Heimreise, manche Teilnehmer haben eine Strecke von 500km vor sich, andere nur 350km.....
Aber hier sehen das alle locker und freuen sich, wenn sie Teerstrasse fahren können!!!

Jetzt ist Mittagspause und später geht es in einen entfernteren Kamp, Pferde kontrollieren und evtl wieder welche impfen.

War das schööööön!!!

Wir, also der ausgewanderte Bayer Martin, Emily und ich, sind um 16:00 losgefahren in den Stengeldamm-Kamp.
Die Farm ist ja mit 16.000ha in etwa so groß wie der Schönbuch.

Bis zu diesem weiter entfernten Kamp fährt man mindestens eine halbe Stunde und dort sollten wir dann 30 Stuten kontrollieren und nachschauen, ob sie noch Salz haben, wie der Futterzustand ist usw.

Die Pferde teilen sich immer in mehrere Kleingruppen auf und in diesem riesigen Areal kann man, wenn man Pech hat, kein einziges sehen.
Wir haben aber fast alle (26) gefunden, sie sehen gut aus, alle gesund 🙂
Dazu noch Hartebeester, Strauße, Oryx, Warzenschweine (davon eines skelettiert) und so...
Und dazu gab es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang.


31.08.2015

Nach dem Turnier ist vor dem Turnier und diese Woche ist ziemlich kurz!
Am Freitag geht es schon nach Okahandja, das wird bestimmt sehr schön 🙂

Heute früh hab ich Pferde gemacht und war mit Mija und Daisy eine große Runde im Gelände.
Mittags war dann "entzaubern" der Geländestrecke angesagt, das heißt, alle Hindernisfähnchen, Nummern und Deko, musste abgebaut und für nächstes Jahr verstaut werden, da waren wir ein paar Stunden beschäftigt.

Linda und Emily haben in der Zeit versucht, Daisy einzufahren...mithilfe eines leeres Sackes, auf den sie Mija gesetzt haben.
Daisy hat die Aktion seelenruhig boykottiert und stand wie ein Felsen 🙂 schlaues Pony!!!

Dann brach noch kurz Hektik aus, weil aus den Wasserhähnen nix mehr rauskam...die Pumpe vom Hausbrunnen war ausgefallen.
Mittlerweile haben wir wieder genug Wasser im Tank zum Trinken und Zähne putzen, aber duschen fällt heute definitiv aus.
Wahnsinn, wie das in Deutschland alles läuft, wer macht sich schon Gedanken über die Wasserversorgung?
Und hier sind momentan die Zeitungen voll von Berichten, dass in Windhoek das Wasser auch knapp wird. Alle hoffen auf eine baldige und einigermaßen ordentliche Regenzeit, die allerdings vor November nicht beginnen wird.
Manchmal regnet es auch erst im Februar und spätestens Mitte April endet der Regen...bis November.

Morgen findet hier die Conservation-Versammlung statt, das ist eine Hegegemeinschaft der umliegenden Farmen, die das Ziel hat, den Wildbestand zu sichern und die Artenvielfalt zu pflegen.
Themenstarter64 Beiträge · seit 201302. Feb. 2016 · #20
01.09.2015

Seit ein paar Tagen klagt Emily über Bauchschmerzen.
Ich dachte zuerst, das wäre auch sowas wie Magen-Darm, aber es wurde nicht besser, also fuhren heute früh Linda, Mija, Emily und ich nach Windhoek zum Arzt.

Die untersuchende Ärztin war sich nicht ganz sicher, also holte sie ihren Chef, der praktischerweise Heikos Cousin ist.
Die Diagnose lautet nun:
Darmparasiten und Blinddarmreizung.

Sie wollten uns allerdings nicht gleich in den OP schicken, sondern abwarten, ob man die Sache mit Antibiotika und anderen Medikamenten in den Griff bekommt.
Am Donnerstag müssen wir nochmal hin und wenn es bis dahin besser ist, können wir wie geplant nach Okahandja fahren.
Ich hoffe es!!!
Linda hofft eher auf eine OP, damit wir länger bleiben müssen 😉

Danach waren wir noch kurz einkaufen, die Mädels waren total glücklich, weil es Süßigkeiten gab 🙂
Emily meinte dann: "Mama, wir sind ganz schön verwöhnt!!!"
Wie man's nimmt...so als Farmkind in der Natur aufzuwachsen, ist auch ein unbezahlbarer Luxus!

Mittags waren wir dann wieder auf der Farm, das Treffen der Conservation war schon vorbei und so konnte ich noch Stunde geben und Seniorita reiten.

Ich galoppierte im leichten Sitz durchs Feld und plötzlich sprangen auf beiden Seiten Springböcke aus dem Gras und rannten und hüpften einige Meter neben uns her...war das toll!!!

Es ist einfach wunderschön hier und ich bin sehr glücklich, dass unsere Kinder und auch Marc diese Welt kennenlernen durften.