19. - 22. September Onguma Game ReserveNach Morgenkaffee und zusammenpacken meldeten wir uns am Empfang ab und es wurde uns anstandslos die für diesen Tag schon bezahlten 200 NA$ zurückerstattet.
In Grootfontain tauschten wir noch 200 US$ auf der Bank und versorgten uns im Superspar mit Nahrungs- und Genussmittel.
Um halb Drei kamen wir am Onguma Gate an. Wir hatten für die "Leadwood CS" eine Reservation, aber erst ab dem nächsten Tag. Für heute war aber dort kein Platz und so quartierte man uns auf der nur 3 Km entfernten neuen "Tamboti CS" ein.
Diese entpuppte sich als eine relativ neue und schön angelegte Anlage mit dem entsprechenden kleinwüchsigen Baumbestand. Es gab ein Hauptgebäude mit einem Miniempfang, -laden, -restaurant, -pool und -wasserloch. Alles war aber sehr gepflegt und modern eingerichtet.
Unsere Campsite
hatte ein schönes geräumiges Waschhüsli aber wieder mit integriertem Abwaschplatz!
Ernst goutierte das mal so gar nicht.
Wir montierten unser Dachzelt, inzwischen in rekordverdächtiger Bestzeit von 15 Minuten! und gingen anschliessend ins Resaurant zu einem Belohnungsdrink. Und siehe da, wer räkelte sich da im Minipool? -die Landyladies. Grosses Hallo und Verabredung zum Sundowner.
Ernst grillierte uns zum Znacht ein eher zähes T-Bone-Steak (wir sollten vielleicht doch mal den Metzger wechseln!?).
Auf der Restaurantterrasse am vereinsamten Miniwasserloch sassen wir noch bis spät mit den reiseverrückten Schweizerinnen bei einem Whisky, hörten ungewöhnliches und abenteuerliches von ihren Fahrten um den halben Globus.
Dann war wieder einmal verabschieden angesagt und wir gingen vergnügt unter die Decke.
Onguma Tamboti CS NA$ 380,-/N
Am nächsten Morgen fuhren wir zum Lindequist Gate
und meldeten uns für 3 Tage Parkbesuch an. Mit einem Voucher ausgerüstet ging es dann zum 12 km entfernten Fort Namutoni.
Dort bezahlten wir im Touristenbüro unseren Obolus von NA$ 170,-/Tag, erwarben uns eine Etoshabroschüre, suchten uns zum anwärmen eine nicht so weitläufige Tour aus und machten uns erwartungsvoll auf den Weg.
Im Park empfing uns eine winterlich anmutende Landschaft. Schon der Anblick allein reizte die Schleimhäute.
und wenn dann auch noch Verkehr aufkommt (auf den Hauptwegen war permanent Rush hour)
und man nicht das Glück hat im Bereich einer von links nach rechts blasenden Windböe zu fahren, dann sollte man die Nebelscheinwerfer einschalten und hoffen, dass nichts und niemand den Weg kreuzt.
Besonders Gemsbok genoss es wieder, uns innenräumlich und ganzkörperlich einzupudern.
Die erste Lektion zum Thema "wie finde ich die Tiere" lernten wir bald, denn das war relativ einfach. Mit etwas Weitblick (den hatte man ja hier unendlich) musste wir nur auf die anzahlmässig variierenden Ansammlungen von Safari- und Turiwagen zusteuern und sich dann langsam und geduldig in eine Erstplatzposition bringen.
Und voilà! hatten wir schon unsere erste Löwensichtung!
satt , zufrieden oder einfach nur müde
Wir waren tief beeindruckt und glücklich. Das war richtiges Anfängerglück! Ein fortwährendes von hinten nachdrängeln bewog uns aber bald zu unserem ersten Wasserloch dem Kalkheuwel aufzubrechen.
Einschränkend muss ich natürlich dazu sagen, das klappt nicht immer so erfolgreich. Manchmal kamen wir leicht gehetzt am Schauplatz an, aber die Tiere hatten schon genervt vom ewigen Kamerageklickere das Weite gesucht.
Ein paar Meter nach diesem Ruheplatz sahen wir noch diesen Gaukler
emsig an einer Beute (seiner oder die der Löwen?) herumhackend.
Die Nebenwege zu den einzelnen Haltepunkten waren weniger staubig. Die Landschaft buschig und flach, so dass sich immer wieder wunderbare Aus- und Anblicke boten.
eine geruhsam grasende Gnuherde
ein herziges Steinböckchen
zwei sich über die Laufrichtung Uneinige
Aber dann unser erster Oryx
Gemsbok machte vor lauter Freude gleich einen Extragump! das machte er dann immer wieder bei Oryxsichtungen (stellt euch mal das Gehopse bei einer Herde vor!) An dieser Stelle erkoren wir den Oryx als UNSER Tier des Jahres!
Am Wasserloch erwartete uns eine grossartige Überraschung:
die vereinigten durstigen Hornträger und Einhufer!
Hier im Gesamtbild
und in den Details
Kudu im gemischten Doppel
diese gingen geordnet auf Streife
und der musste noch rasch mit mir flirten
Hocherfreut und überzeugt von unserem Anfängerglück fuhren wir weiter zur Ngobib Wasserstelle. Doch da war schon wieder Ende Vorstellung. Ausser einem kleinen Impalagewussel
zeigte sich nichts mehr.
Es war mittlerweile Mittagszeit und wir beschlossen zum Fort zurückzufahren.
Nach einem kleinen Imbiss im Restaurant besichtigten wir die Fortanlage.
Dann war es Zeit das Onguma Leadwood Camp aufzusuchen. Es war ca. 8km vom Eingang Etoshapark entfernt.
Der Zufahrtsweg war einer von der übleren Sorte Gravelroad!
Ständig wurden wir von einzelnen Motorradfahrern entweder überholt oder sie kamen uns entgegen. Aber sie hatten alle etwas Gemeinsames: sie fuhren im Stehen! Wir rätselten erst etwas darüber (üben die für Steherrennen oder Showeinlagen?) Beim nächsten Gemsboksprung wussten wir es natürlich. Die machten das zum Schutz ihrer körpermittigen Weichteile! Ohmannohmann!
Als wir im Camp ankamen sahen wir, dass eine riesige Gruppe Biker gerade angekommen war und es kamen immer wieder neue dazu. Wir dachten, na Mahlzeit, das kann ja auf dem Campingareal lustig werden. Doch diese waren alle in den Bungalows untergebracht und die meisten waren dann mal schnell verschwunden (stundenlanges stehend fahren ermüdet wohl auch die Härtesten!)
Das Leadwood Camp war sehr schön angelegt
Das Hauptgebäude mit einem gepflegten grösseren Wasserloch und Restaurant
Wir bekamen CS "Tic Tic"
mit eigenem Badehüsli
und eigenen Abwaschplatz
Ernstens Begeisterung hielt sich in Grenzen
Wir richteten uns ein, gingen anschliessend zum Haupthaus und machten es uns in der sehr gemütlichen Lounge bequem. Ernst versuchte sich am Wlanconnecting und ich relaxte mit einem feinen Gintonic am Wasserloch.
Dort fanden sich auch bald ein paar Durstige ein
Den Abend verbrachten wir mit einem kleinen Imbiss auf unserem Platz, nach einem Vorstellungsschwatz bei den Nachbarn war dann aber Nachtruhe angesagt.
Am nächsten Tag, nach einem ausgiebigen Frühstück, war wieder einmal ein längerer Hausputz fällig. Wir versuchten die Hinterlassenschaften von Gemsboks Stauborgie zu beseitigen, frönen der Körperhygiene und relaxten am Wasserloch.
Wir hatten uns für den Nachmittag zu einem Game Drive angemeldet und waren die einzigen Gäste. Die englischen Motorradfahrer waren allesamt intensiv mit ihren Töffs beschäftigt. Auf dem grossen Parkplatz sah es aus wie auf einer Formel 1 Boxengasse. Die hatten sogar ein Werkstattwagen mit Mechaniker dabei. Wir fanden das sehr bemerkenswert.
Guide David fuhr mit uns kreuz und quer durch das Onguma Private Game Reserve. Er war angenehm wortkarg, beantwortete aber unsere Fragen fachmännisch.
Er fuhr uns durch eine typische Buschlandschaft und wir sahen lange keine Tiere.
Nachdem er immer wieder in einer nicht verständlichen Sprache mit seinem Walki talki kommuniziert hatte drückte er plötzlich aufs Gas, raste mit uns galoppmässig über die Buschwege und brachte uns zum Ruheplatz dreier Löwen (von den im Park lebenden vier).
Zwei Weibchen lagen ziemlich abseits relaxend im Gras
etwas weiter weg lag ein jüngeres Männchen argwöhnisch zu uns rüber blickend.
Auf der Weiterfahrt entdeckten wir noch einen neugierigen Langhälsler
und zwei Schnauzbärtige.
Die Sonne machte sich so langsam parat, den Tag zu beenden und wir fuhren zu einem gut präparierten Sundowner-Zeremonienplatz
Die Sonne zog nun alle Register und schenkte uns diesen schönen Abgang hinter Palmen, welche, so informierte uns David, reine Importware sind und eigentlich nicht in diese Landschaft gehören.
Zurück im Camp warfen wir noch einen Blick zum einsamen Wasserloch, schwatzen mit einem netten Pärchen aus Deutschland und gingen nach einem leichten Imbiss und einem Gläschen Rotwein mit der nötigen Bettschwere schlafen.
Unsere nächste Lektion mit den Thema " Geduld- und Ausdauerübungen für Anfänger", meinten wir, brauchen wir nicht, hatten's ja gestern auch nicht gebraucht. Sicherheitshalber nahmen wir aber vorsorglich etwas zum knabbern und lesen mit ins Cockpit. Wir wollten nochmals zum Kalkheufelt und machten uns voller Optimismus und Vorfreude auf den Weg.
Als wir dort ankamen sahen wir NICHTS! Da war salopp gesagt tote Hose. Ein einsames Turiauto stand offensichtlich schon länger da, das zeugten die im Wagen verstreute Essenreste und des Fahrers Schlafhaltung.
Also machten wir es uns so recht und schlecht bequem und harrten GEDULDIG auf das vielleicht eventuell Kommende.
Kleine Vögel schwärmten heran und liessen sich auf dem wassernahen Gesträuch nieder
und flogen grüppchenweise zur Wassertränke.
Ein paar grössere folgten und suchten Sitzplätze im Gestrüpp
langsam wurde es lebendig in den Büschen
Dann kamen die gefiederten Landläufer und sorgten für ein getupftes Gewimmel.
Mit dem Eintreffen einer kleinen Herde Impalas
keimte Hoffnung auf und wir wechselten in die Habachtstellung.
Diesen folgten auf dem Fuss die ewig gestreiften
und an der Peripherie erschienen, erst einmal die Situation checkend, die vorsichtigen Kudus
Es entstand ein herrlich anzuschauendes und spannendes Gewimmel. Wir sassen nur da und genossen!
Steinböcklis just married?
Aber, es wurde uns noch ein Supplement offeriert. Der Einzug der Gladiatoren!
sie ERSCHIENEN! Angeführt von der Leitkuh im hierarchig choreografierten Gänsemarsch auf dem Platz.
Vor lauter Aufregung verschluckten wir uns fast an unserem letzten Popcorn.
Dann begann ein emsiges hin und her zwischen Wasserhahn, Wasserrinne und Wasserloch
hier wird nicht vorgedrängelt!
Platz da! Jetzt komme ich!
soll ich oder soll ich nicht mich einmischen.
Eine nachzügelnde Mama musste ihren Sprössling zum Weiterlaufen motivieren
nur noch ein paar Schritte, dann gibts eine Cola!
Bubi und seine Übungsstunde " wie bekomme ich beim pieseln keine nassen Füsse"
Mami!!! ich will wieder meine Pampers!
Wir konnten uns nicht satt sehen und vergassen die Zeit.
Nach drei Stunden machten wir uns los und fuhren zum Okerfontein.
Zum erste Mal erblickten wir die Pfanne. Wir hatten keine richtige Vorstellung und waren überrascht von der Ausdehnung, Beschaffenheit und der übergangslosen Trennung von "Land" und dem "grossen weissen Platz".
Auf dem ausgetrockneten und karg bewachsenen Boden suchten eine Gnuherde und ein paar Kuhantilopen nach Nahrung.
Mit all den wunderbaren Eindrücken und Bildern in Kopf und Kamera fuhren wir zurück zum Fort, resümierten bei einem kleinen Imbiss über das heute Erlebte und machten uns auf zum Camp.
Ernst übte wieder am Laptop, dann prophylaxten wir noch etwas am Wasserloch.
Nach einem kulinarisch perfekten Dinner und guten Gesprächen mit Anna und Alex auf der Terrasse, beendeten wir den Tag und gingen dankbar und zufrieden schlafen.
Aber jetzt gibt es erst einmal wieder eine kleine kreative Pause 😎