Cora1'335 Beiträge · seit 200626. Aug. 2015 · Wir sind eher an der Grenze als Lillytrotter und dürfen mit unserem namibischen Auto problemlos durch.
Allerdings benötigen die Grenzer gaaaaaanz lange, bis sie unseren Pass verstanden haben.
Unsere Zöllner, junge Burschen, hatten offensichtlich noch nie einen deutschen Pass in der Hand. Sie brauchen geschlagene 45 min um sich durch zu kämpfen. Sie fragen uns sogar, woher wir kämen. Wir: "Deutschland!" Sie: "Aha. Deutschland. Wo ist das denn?" Wir: "In Europa, in der Nähe von Portugal."
In Angola selbst, werden wir sehr häufig von der Polizei kontrolliert. Wir haben ein namibisches Kennzeichen. Viele Namibier haben vor wenigen Jahren noch in Angola gekämpft. Wenn wir unseren Pass zeigen, ist immer alles in Ordnung. Aber wir nehmen jede Kontrolle mit! Mal mit mehr oder weniger Freundlichkeit.
Cora1'335 Beiträge · seit 200626. Aug. 2015 · @ Strassenkind: Welche Tiere????
Ich habe im Iona sehr wenige Springböcke gesehen. Sonst noch nicht mal Vögel.
Außer denen, die man uns in Käfigen angeboten hat.
Oder meinst Du die Rinder und Ziegen der Dörfer? Die habe ich auch sehr viel gesehen.
BikeAfrica7'315 Beiträge · seit 200626. Aug. 2015 · ... uns ging es umgekehrt ähnlich, als wir mit einem Fahrzeug mit Augsburger Nummernschild in Nordnamibia unterwegs waren. N stand für Namibia und A haben die überall für Angola gehalten. War lustig ... 😉
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
strassenkind132 Beiträge · seit 201327. Aug. 2015 · Ooooh wie schön, eine Reise beginnt.
@ Cora nein, so viele waren es nicht; eher ganz wenige aus bekannten Gründen. Um so mehr haben wir uns über eine große Herde Springböcke und ein paar wenige Oryxantilopen gefreut.
Ich weiß nicht wie der Bestand heute ist, ich habe nur gehört, dass er eine erfreuliche Entwicklung nimmt. Ich hoffe nur, dass auch andere Arten den Weg zurückfinden.
Gruß
strassenkind
Cora1'335 Beiträge · seit 200627. Aug. 2015 · Hallo Strassenkind,
um zu beurteilen, ob die Zahlen der Tiere steigen, müssten wir Messungen vornehmen. Das können wir beide nicht.
Wenn ich Deine Bilder sehe, dann kann ich subjektiv nur sagen: Es sind weniger geworden. Einen positiven Trend bezweifele ich stark! Und das mache ich nicht nur an meinen Beobachtungen zu Wild fest, sondern auch an einer Begegnung am Straßenrand.
Wir fuhren südlich von Lubango, irgendwo - ich kann es nicht mehr genau lokalisieren, da wurden am Straßenrand 2 tote "Ziegen" in einer Schlaufe an einem Schlagbaum hängend angeboten.
Ich wunderte mich, warum die Ziegen so klein waren, da erkannte ich beim Vorbeifahren, dass es sich um kleine Antilopen handelte. Sie waren abgezogen, bis auf den Kopf, der war noch ursprünglich.
Genau konnte ich die Art nicht erkennen, es war kein Steinböcken, etwas kleiner und ohne Hörner.
Angola ist das Land der wenigsten Tiere, das wir im südlichen Afrika besucht haben. Wir haben noch nicht mal Vögel gehört.
Ich hoffe auf einen Positivtrend!! Aber dazu müssten m.E. mehr gegen Armut und Hunger getan werden, sonst ist das nur ein frommer Wunsch.
Da wir nirgendwo bisher so immense Armut gesehen haben, wie dort in Angola, sehe ich da noch viel Entwicklungsbedarf.
Grüße
Cora
strassenkind132 Beiträge · seit 201327. Aug. 2015 · @ cora
da stimme ich dir zu;
solange die Erlöse aus Bodenschätzen und Ölförderung nicht nach unter durchgereicht werden und es rel. verlässsliche Wirtschaftstrukturen gibt, müssen wir uns über "Förderung" der Tierpopulation keine Gedanken machen.
Gruß
strassenkind
Sanne2'462 Beiträge · seit 200627. Aug. 2015 · Hallo Lillytrotter,
vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Ich hatte immer etwas mit Angola geliebäugelt, es aber immer wieder verschoben, da ich schon fürchtete, ohne Portugiesisch da nicht sehr weit zu kommen. 😊
Auch wenn Lynchjustiz Einzelfälle sein mögen, glaube ich doch, dass ich dann die nächsten Jahre lieber Länder bereise, über die ich solche Berichte nicht im Internet finde. Gerade nach meinem Verkehrsunfall mit einem Fahrradfahrer in Sambia muss ich mit dieser Angst nicht Urlaub machen 🙁
Danke auch für das herzliche Plädoyer für eine Reise nach Angola. Auch das fand ich sehr interessant.
PS: Auch wenn sich hier mancher an dem "Subjektiven" stört, aber es liegt eigentlich in der Natur der Sache, dass Erfahrungsberichte eben subjektiv sind 😉
Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo
namiblandy78 Beiträge · seit 200827. Aug. 2015 · Hallo Lillytrotter
Vielen Dank für Eure Informationen! Für uns in Tsumeb ist Angola durch die neue Teerstraße in Namibia und die neuen Grenzübergänge im Norden ja um einiges näher gerückt - und verlockender geworden…!
Um so dankbarer sind wir für Eure Einschätzungen, die sich in einigen Punkten mit denen decken, die uns von LKW-Fahrern und anderen Leuten zugetragen wurden, die ebenfalls in Angola unterwegs waren. Nicht nur als Touristen.
Ich möchte diesen öffentlichen Platz nutzen um Euch zu Eurem Mut zu gratulieren. Zum einen, da ihr den Mut aufgebracht habt, ein so fremdes Land wie Angola zu bereisen.
Zum anderen, daß Ihr so mutig wart, auch negative Erfahrungen in diesem rosaroten Forum zu veröffentlichen.
Vermutlich laufe ich Gefahr, daß dieser Beitrag zensiert wird, aber nach achteinhalb Jahren in Namibia, und 2-3 Touren im Jahr muß ich einfach sagen: Es sind nicht immer alle Straßen gut befahrbar, Einheimische nicht grundsätzlich nett, Kriminalität existiert und längst nicht jeder ist hilfsbereit. Menschen, die behaupten in einem von jahrelangem Bürgerkrieg gezeichneten Land wären alle Einwohner friedliche Menschen, bei Grenz- u. Polizeikontrollen gäbe es keine Willkür, oder sie hatten auf ihrer Tour überhaupt keine Probleme, stimmen mich sehr nachdenklich.
Da wirkt auf mich jemand, der in einem afrikanischen Land flächendeckend stinkenden Müll bemerkt, um einiges glaubhafter.
Mit nachdenklichen Grüßen
Jens
Autofahren wird da interessant, wo es zu Fuß nicht mehr weiter geht...
lilytrotterThemenstarter4'132 Beiträge · seit 200827. Aug. 2015 · Herzlichen Dank, für alle eure Rückmeldungen! Sie ergänzen das Ganze auf so umfassende Weise und machen uns mal wieder deutlich: nicht immer geht alles gut... @ La Leona u. Sanne
@ namiblandy - Danke!
@ strassenkind - Ja, einmal so einen Anblick von Springböcken, das hätten wir uns gewünscht!!
aber, wie Cora schon schrieb, ziemlich Nix haben wir gesehen - und wir fuhren ja nicht permanent im Päckchen, hatten also durchaus unterschiedliche Möglichkeiten, etwas zu entdecken, was beim jeweils Vorausfahrenden vielleicht noch nicht da war... - also, kein gutes Zeichen, bezüglich einer Hoffnung...
Hi, Cora 🙂
Weiter zur Strecke:
Iona Nationalpark: Wir bewegen uns hier ausschließlich auf den eingezeichneten Maintracks.
Viel Gegend, interessant, uns aber als Gesamtheit nicht interessant genug: erstaunt sind wir darüber, dass es doch recht bergig ist, Mopane Buschland, seltener Grasland, Trockenflusstäler, Richtung Küste wird es flacher, gelegentlich weite Serirflächen und weichsandige Abschnitte; nach Süden hin begrenzt vom Cunene
5 Tage 5 Tiere: Oryx, Springbock. Kaum Vögel – und die Handvoll entdeckt auch nur der geübte Birder
- Espenheira: Nationalpark Fee am Gate zahlen
Der „berühmte“ Ford Custom weist leider sein erstes "Graffiti" auf. 😈
50 Jahre haben alle, die hier vorbeikamen es geschafft, sich nicht in den Vordergrund zu drängen und dieses kleine „National Monument“ von so was verschont. Frans, Denise + Heinrich sowie Johannes & Bianca sind da offensichtlich anderer Meinung. Welch unterbelichtete Ignoranten.
Iona NP/Foz do Cunene – es ist stürmisch und kalt, heftige Böen schütteln uns und unseren Amarula 🙂 – unser kleiner Ziel-Trunk.
- zuvor bei einer Ansammlung von Ruinen und alten bewohnbaren Häuschen, ein Schlagbaum, - Polizeikontrolle (Grenzgebiet): genaueste Begutachtung der Pässe, - der souveräne FirstOfficer hat einen sehr beflissenen untergebenen Officer... - alles etwas zäh, aber problemlos
- rund ein Dutzend Grenzsoldaten hängen hier rum, auch nicht wirklich spaßig für die Jungs...
- schaut man hinüber, auf die namibische Seite des Cunene, sieht es gegen diese Station nach „Luxus“ aus, - zumindest aber nach Grenzposten-gemäßer Ausstattung.
Curoca Crossing/IonaNP Gate: neu mit Steinen und Sand gefüllt und damit keine schlammige Angelegenheit mehr. Am Gate/direkt dahinter bei den Häuschen: Kontrolle des NP Fee!
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
strassenkind132 Beiträge · seit 201327. Aug. 2015 · Ich denke, dass es der selbe Grenzposten war, aber 2011 war er als solches nicht erkennbar; kein Schlagbaum, kein Fahnenmast, nichts außer festerlosen Häusern.
Und trotzdem hat er, resp. die Grenzsoldaten, uns eine ziemlich unruhige Nacht beschert.
Wir sind auf leisen Sohlen durchs Dorf und haben ca. 1 Stunde außerhalb unser Nachtlager aufgeschlagen. Lager gerichtet, sundowner; gegessen, stockdunkle Nacht, sternenklarer Himmel.
Plötzlich standen drei gut ausgestattete Solden mitten in Lager und stellten uns zur Rede, warum wir uns nicht angemeldet hätte. Wie sich herausstellte befanden sich noch zwei weitere Soldaten im Dunkeln im Hintergrund.
Der Firstofficer hat uns seine Leute in stockdunkler Nacht zu Fuß hinterher geschickt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wer in der Situation nervöser war - die Soldaten oder wir (zumindest ich war sehr nervös!)
Nach zäher Verhandlung mußten wir unsere Pässe abgeben und zwei von uns durften die Soldaten zur Station fahren.
Es dauerte gefühlt eine Ewigkeit bis deren Autoscheinwerfer wieder am Horizont erschienen und sie sich über Funk heil zurückmeldeten.
Am nächsten Tag durften wir gegen ein Entgelt unsere Pässe wieder in Empfang nehmen.
In Nachhinein sicherlich nicht ganz unverschuldet haben wir Übrigen auch am nächsten Tag die Grenzstation auf den ersten Blick nicht als solches erkannt.
So die kurze Version der Geschichte. Das war dann aber auch die einzige angespannte Situation während der Reise. uuuffff.
Gruß
strassenkind
Cora1'335 Beiträge · seit 200627. Aug. 2015 · Ich ergänze wieder Lillytrotters Ausführungen:
Das Graffiti auf dem Ford empfinden wir als Zerstörung von allgemeinem Kulturgut! Wir sind alle wütend auf Frans und Denise und Konsorten.
(Kennt jemand die zufällig? Die waren auch in diesem Jahr dort!)
Auf dem Rückweg werden wir handgreiflich! Wir probieren alle möglichen Flüssigkeiten aus, die den Lackstift vom Ford runter holen könnten. Von Gin bis Diesel war alles dabei. Schlussendlich helfen uns Diesel und alte Unterlegscheiben aus Gummi, zusammen können wir das Geschmiere reduzieren. Der Custom ist wieder fotografierbar! Wir haben unendlich gute Laune, weil wir die egoistische Beschriftung entfernen und die Schönheit des Wagens wieder für die Allgemeinheit herstellen konnten.
Die Meldung bei der Soldatenstation am Foz de Cunene war für mich belastend. Und zwar olfaktorisch!
Der Müll um die Häuser roch so stark, dass ich mir verschließbare Nasenlöcher gewünscht habe. Den Soldaten macht der Gestank offenbar gar nichts aus.
Ich fühle mich unwohl unter den Blicken der Männer, die in der Diaspora leben und arbeiten müssen. Abwechslung gibt es dort kaum. Was machen die den ganzen Tag, frage ich mich?
Cora1'335 Beiträge · seit 200627. Aug. 2015 · Namiblandy:
Leider darf ich nur einmal Danke drücken!
Eine Medaille für Dich!
lilytrotterThemenstarter4'132 Beiträge · seit 200827. Aug. 2015 · @strassenkind
Uff - da möchten wir nicht in eurer Haut gesteckt haben - so ein Stress!
War halt ein Fehler.
Ähnliches, nein eigentlich viel viel dümmeres, hatten wir auch mal (lang ist's her...), das war dann richtig gefährlich... 😮
- keiner ist fehlerfrei - und man kann froh sein, wenn dann sowas so glimpflich abgeht
Danke für deine Zusatzgeschichten!
Grüßle
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
lilytrotterThemenstarter4'132 Beiträge · seit 200828. Aug. 2015 · Unser weiterer Weg nach Norden
geht vorbei an der Omauha Lodge (nur geöffnet, wenn eine Buchung vorliegt), der Riesen-Welwitschia (etwas kleiner als die namibische) und dem hohen „Steinmännchen“, an dem jeder ein Steinchen hinlegt, dann am nördl. Rand der Oasis do Namibe vorbei zur Asphaltstr. (Arco lassen wir aus – der See liegt zur Zeit trocken, auch Angola hatte wenig Regen) – um dann einige km später abzubiegen: 27 km durch den breiten Trockenfluss, führen zum Meer, zur
Flamingo Lodge: stolze 30 US$ pP Camping, Unterstand und Ablution. Geduscht wird hinterm Pissoir, auch die Mädels...
– alles ein bisschen zu... 😐 für’s teure Geld, der Unterstand war voll Unrat und Leergut
Im Restaurant allerdings herrscht angenehme Atmosphäre, sympathische Leute. 20 US$ pP für Essen – frischer guter Fisch, o.k. – ...zu der Zeit glaubten wir noch, es wäre hier teuer... – weit gefehlt!!: Das günstigste und beste Restaurantessen in den 3 Wochen...
Bedeckter Himmel, es weht eine steife Brise, - zur Zeit macht es irgendwie nicht besonders viel Spaß, ungeschützt draußen zu leben...
Namibe: Quer durch die städtische Müllhalde auf der Höhe des Airports (wir natürlich wieder 🙂 , wir haben einen Hang zu Kiesgruben und Müllhalden... 🤪 ) erreichen wir über die Küstenstrecke Namibe: Tanken.
Viele Menschen, viel Verkehr, viele Häuser... eigentlich haben wir uns alle auf Namibe gefreut, hängen aber irgendwie innerlich noch in der Wüste... Langsam erst schalten die Synapsen... - wir kommen an... Essen im Restaurant an der „Beach-Front“, o.k., nette Atmo. Man kann ein wenig Streetlife glotzen...
Obligatorischer Town-Drive, wir erkunden kreuz und quer die Stadt – viel koloniale „Rest-Architektur“ - hier im Hintergrund das Cine Téatro, selten gut erhaltenes Art Déco.
Interessante alte Häuser und lebendiges Treiben bestimmen das Stadtbild, aber auch kaputte Häuser und stinkender Dreck, sobald man sich ein wenig abseits aufhält. Und die Motos und die Dreiräder natürlich, ohne die geht nix, in Angola. Eigentlich nett hier, – ...wenn, ... - ja, es ist zwar Normalität in vielen afrikanischen Städten (kennen wir zu genüge) – schöner wird es deshalb aber nicht. Und wir haben nie das Stadium erreicht, dass uns die Kehrseite nicht mehr auffällt.
Bevor wir die Stadt verlassen, treffen wir uns noch auf einen Café in der Bar an der Prinzipal... 😁
...Cora übernehmen sie... 🤪
Nachtrag: Geld wechseln bei NovaCambio Angola
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt OLOlaf.L24 Beiträge · seit 201428. Aug. 2015 · Hallo zusammen,
um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen, ist Angola eine Reise wert? Ein klares ja von mir, sogar mehrere Reisen.
Wir sind 2014 vom Kongo kommend von Nord nach Süd mit Touristenvisa durchs Land gereist. Die Ein- und Ausreiseformalitäten
verliefen für afrikanische Verhältnisse normal. Da wir mit 2 Pässen unterwegs waren und der Ausreisestempel vom Kongo im
anderen Pass war als das Angolavisum, stellte die Beamten vor eine ungewohnte Situation, sie wollten beide Pässe zusammen tackern. Im gesamten Land sind Polizei und andere Behörden noch nicht an den Umgang mit Touristen gewöhnt, man sollte das tolerieren. Wir haben keine unangenehmen Situationen mit Offiziellen oder der Bevölkerung erlebt, ganz im Gegenteil!!
In Angola gibt es keine touristische Infrastruktur (außer einige weinige Lodges am Meer). Genau das macht für mich den Reiz dieses Landes aus. Überall kann man abseits der Hauptstraßen frei Campen, besonders schön an den menschenleeren weiten Sandstränden. Es gibt für Reisende keine offiziellen Einschränkungen wie sie sonst leider in allen südafrikanischen Ländern üblich sind. Reiseerfahrung und ein autarkes Fahrzeug und Ausrüstung sind Voraussetzung!! Landschaftlich hat das Land von den Tropen
über Sahel bis zur Wüste alles zu bieten. Nicht so toll sind die exorbitant hohen Preise für Lebensmittel, Restaurants und Dienstleistungen. Dafür kostet der Liter Diesel nur um die 30 Cent. Wer Abenteuer sucht und ein relativ unbekanntes Land entdecken möchte ist hier richtig. Wer Komfort, buchbare Traumunterkünfte mit Vollverpflegung und Tiere sucht, ist hier völlig falsch!!
Angola ist ganz anders als andere afrikanische Länder. Nirgends habe ich in Afrika eine so explosionsartige Entwicklung im Straßenbau, in der Infrastruktur und in der Entstehung durchaus großer Firmen gesehen. Viele Portugiesen versuchen sich eine
Existenz aufzubauen. Alles natürlich auf Basis der gigantischen Rohstoffvorkommnissen.
Der Unterschied zwischen einer sehr reichen Schicht und der armen kaum von der Entwicklung profitierenden Bevölkerung scheint in Angola besonders krass. Abseits der Hauptrouten stellt sich ein Afrikabild wie vor hundert Jahren ein, für uns sehr urig und interessant wahrgenommen. Besonders hat uns die südwestliche Ecke und die Kuneneregion gefallen.
Alles in allem hat uns Angola gut gefallen und es war für uns einfach zu bereisen. Problematisch ist die sprachliche Verständigung.
Portugisisch sprechen wir nicht. Ich habe mir aber vorab gängige Sätze übersetzt und aufgeschrieben für die Formalitäten, Einkaufen, Pannenfall, Zahlen usw. Auch das hat letztendlich alles funktioniert. Ansonsten kann ich den Ausführungen von Olli nur zustimmen.
Übrigens haben wir ein extremes Müllproblem in Angola nicht wahrgenommen. Eine Lynchjustiz nach Unfällen kann einem wenn es blöd läuft im gesamten Nord-, West- und Zentralafrika passieren. Ich glaube nicht, das dass ein ausgesprochenes Phänomen
in Angola ist. Ich wünsche allen spannende Reise!
Gruß Olaf
Cora1'335 Beiträge · seit 200628. Aug. 2015 · Die Flamingo Lodge!!
Nach den vielen Tagen Buschcamp sehnte ich mich nach einer Dusche!
Ich freute mich auf die „Lodge“. Als wir nach 27 km Revierfahrt mit Dicksand dort ankamen konnte ich meinen Augen kaum trauen. Diese Bruchbude ist die Flamingo Lodge??
Richtig toll waren nur die Walknochen. Wir suchten eine Campsite aus, einen Verschlag, der nicht einladend war. Schon gar nicht die Ablutions. Erst nach einigem Nachfragen brachte man uns eine große Gasflasche, die an einen Gasheizer angeschlossen wurde. Das Anmachen mussten wir selbst erledigen. Gut, dass wir vor vielen Jahren mal eine Altbauwohnung hatten! So wussten wir grundsätzlich, das zu machen ist.
Abends konnten wir im zentralen Haus der Lodge essen, ich hatte nur das alte Frittierfett in der Nase und nahm Reis und den gebratenen Fisch. Das war sehr lecker. Ein einfaches Essen aber wirklich gut. Später wagte ich mich sogar in den Frittierten Fisch. Auch der war gut. Der Nachtisch bestand aus einer Dose Obst, dazu gab es einen frisch gekochten Vanillepudding. Es war lecker, wir Lillytrotter sagt: Jetzt wissen wir, dass die 20 USD pp dafür günstig waren!
Ein paar Studenten waren da, ebenso eine Mutter, die ihren Sohn besuchte. Wir führten eine angeregte Unterhaltung. Zusammen mit dem Essen, wurden die Enttäuschungen über die Lodge kompensiert. Ein Seepferdchen hatten die Studenten gefangen und im Eimer aufbewahrt.
Ich finde: Die Flamingo Lodge sollte sich umbenennen. Point of Fishing..... oder so! Es ist ein Zuhause für Fischer! Und wer Fischer kennt, dem brauche ich jetzt nichts mehr über die Ausstattung der Lodge sagen.
Namibe hat uns schon vor Erreichen geschockt: Die Müllberge in der Wüste!! Da sind schon ein paar schwere Sünden dabei! Nicht nur Müll sondern auch Dinge, die Sondermüll wären, liegen so in der Natur über Zig-Kilometer verteilt herum.
In Namibe mussten wir erst einmal unsere Vorräte aufstocken! Wir entdeckten ein Shoprite! Dort gibt es alles, wie in Namibia oder SA auch! Nur vvvvvvvviiiiieeeeeelll teurer! Dazu gibt es auch noch portugiesische Produkte, die sicherlich auch teurer sind, als in Portugal. Es wird sehr viel Fisch angeboten! Und es gibt viel Käse, auch Ziegenkäse. Insgesamt ist die Produktpalette etwas anders, es gibt mehr. Man muss es nur bezahlen können.
Man hatte uns zuvor versichert, dass wir im Shoprite mit Kreditkarte einkaufen könnten (wir haben mehrfach nachgefragt und sogar die Karte gezeigt!), als wir dann mit vollem Wagen an der Kasse standen, ging das dann doch nicht. Typisch.
Cora1'335 Beiträge · seit 200628. Aug. 2015 · Hallo Olaf,
Du warst schon länger nicht mehr da. Der Sprit ist teurer geworden! Das Doppelte!
Kann es sein, dass Deine Informationen schon ein paar Jahr her sind? Wegen der Investitionen und dem Müll?
Es gibt massig leerstehende Häuser, Rohbauten unfertig. Wir haben uns überlegt, dass das von ehemals investierenden Portugiesen stammen könnten, die aufgrund der finanziellen Krise nicht mehr genügend Geld haben. Zumal sie richtig viel haben müssten, um in Angola zu leben. Ein normaler Euroräer könnte mit normalem europäischen Gehalt dort nicht überleben.
Und das Müllproblem ist sooooooo immens, dass man es nicht übersehen kann.
OLOlaf.L24 Beiträge · seit 201428. Aug. 2015 · März 2014 waren wir dort, hatte ich Wahrnehmungsstörungen?, glaube nicht.
Cora warst Du schon mal in Libyen?- Müll
Cora1'335 Beiträge · seit 200628. Aug. 2015 · Olaf.L schrieb:März 2014 waren wir dort, hatte ich Wahrnehmungsstörungen?, glaube nicht.
Cora warst Du schon mal in Libyen?- Müll
Wie soll ich Deinen ersten Satz verstehen?
OLOlaf.L24 Beiträge · seit 201428. Aug. 2015 · das war doch auf den Müll bezogen, der kam mir nicht so schlimm vor, als wie Du ihn beschreibst, so genug mit dem Müll.