Strassenverhältnisse/Hohenstein nach Ugab Terrace

3 Antworten · 1'124 Aufrufe · gestartet 31. Juli 2015 von Andrea2010
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Themenstarter1 Beiträge · seit 201531. Juli 2015 ·
Hallo,

wir fliegen im November zum ersten Mal nach Namibia.
Laut Reiseveranstalter ist das Selbstfahren in Namibia
überhaupt kein Problem.
Nun habe ich jedoch auf diversen Internetseiten gelesen,
dass es doch einiges zu beachten gibt bzw. es auch immer wieder zu schweren Unfällen kommt. Die Gefahr von Überfällen wohl auch nicht zu unterschätzen ist.
Kann mir jemand sinnvolle Tipps zum Fahren geben bzw.
welche Strasse die "beste" ist um von der Hohenstein Lodge nach Ugabe Terrace Lodge zu fahren.
Vielen Dank
663 Beiträge · seit 201531. Juli 2015 ·
Der kürzeste Weg führt über die D4001. Ist aber definitiv nur mit hoher Bodenfreiheit und 4x4 zu befahren und etwas abenteuerlich! Ich würde lieber ein Bischen Umweg fahren (habe gerade die Karten nicht greifbar) und etwas mehr KM fahren, am Ende werdet Ihr trotzdem schneller am Ziel sein.

Kleiner Tip am Rande: Morgens von Hohenstein erst noch zur Ameib Lodge, Wanderung zur Philips Cave und Bull's Party und dann zu Ugab Terrace. Ist ein kleiner Umweg, lohnt sich aber und lässt sich zeitlich auch ganz gut machen wenn man zeitig los fährt.
1'086 Beiträge · seit 200931. Juli 2015 ·
Hallo Andrea,

viele Wege führen zum Ziel. In der von Dir genannten Zeit ist die kleine Regenzeit. Es ist sinnvoll vor Abfahrt in der Hohensteinloge den aktuellen Straßenzustand zu erfragen und die Strecke danach auszuwählen.

Gruß Klaus
133 Beiträge · seit 201531. Juli 2015 ·
Hallo Andrea,

willkommen im Forum. Da habt ihr wirklich einen einzigartigen und mit Sicherheit unvergeßlichen Urlaub vor euch.

Zum Fahren. Es gibt in Namibia 2 Arten von Straßen, Teerstraßen (120 km/h Tempolimit) und Schotterstraßen. Die Schotterstraßen führen jedoch in die faszinierenderen Bereiche des Landes, hier gibt es mehr zu sehen, während die Teerstraßen - wie in Deutschland - schnelle Hauptrouten sind.

Da würde mich auch mal interessieren, welche Art von Auto ihr habt - 4x4 (Bakkie), SUV oder ein normales Auto ohne Allrad oder gar einen Camper. Je nach Art des Autos nimmt man sich nämlich von vornherein von bestimmten Straßen aus, die man damit nicht fahren kann. Am vielseitigsten ist der 4x4.

Der größte Anteil an Straßen in Namibia sind die Schotterpisten (Gravelpad), diese werdet ihr als Touristen höchstwahrscheinlich auch oft fahren.

Hier gilt es zunächst ein Tempolimit von 80 km/h zu beachten, im Zweifelsfall bei ungeübten Fahren weniger. Da ihr im November - und damit zum Beginn der Regenzeit - unterwegs seid, solltet ihr damit rechnen daß die Piste naß sein könnte, vor allem im Norden.

Der Reihe nach. Man muß sich klarmachen, daß man nicht auf festem Untergrund, sondern auf mehr oder weniger losem Geröll fährt. Man denkt beim Fahren - auch bei angepaßter Geschwindigkeit - ständig, daß das Auto "schwimmt" und hinten ausbricht, dem ist aber nicht so, es ist einfach das im Vergleich zu den aus Deutschland gewohnten Teerstraßen ein anderes Fahrverhalten. Viele Schotterpisten haben ein sogenanntes Wellblech. Das bildet sich, wenn eine Zeitlang die Autos über die Piste gefahren sind und die Reifen den Sand hinter sich aufgeworfen haben, irgendwann wird der dann so festgefahren. Fahren auf so einem Wellblech kann ganz schön nervig sein, weil es eine Hoppelei ist. Zum Glück sind auch auf abgelegenen Schotterpisten in Namibia oft Straßenhobel unterwegs, die die Piste abziehen.

In Kurven auf Schotterpisten sollte man vorsichtig sein. Nimmt man sie zu schnell, dann bricht man hinten ganz leicht aus, noch leichter als auf Teerstraßen. Am besten vorher sanft vom Gas gehen. Sollte man in eine Kurve zu schnell reingefahren sein, keinesfalls abrupt bremsen oder hastig das Lenkrad einschlagen, dann bricht man erst recht aus. Sondern Nerven behalten und vom Gas gehen, Lenkrad festhalten, wenn möglich auf die gegenüberliegende Pistenspur fahren um den Radius zu erweitern. Viele Überschläge passieren, weil man auf Schotterpisten zu schnell fährt und dann ausbricht oder zu schnell in ein Kurve geht und dann abrupt bremst oder das Lenkrad verreißt.

Zum Fahren auf nassen Schotterpisten. Da muß man höllisch aufpassen. Das lose Geröll wirkt, wenn es naß ist, wie Schmierseife. Hier die Empfehlung, bei derartigen Witterungsbedingungen noch vorsichtiger und langsamer zu fahren als sonst. Das gilt vor allem für Kurven. Hier passieren die meisten Überschläge, man rutscht einfach weg.

Ihr seht, auf den Schotterpisten kommt ihr nicht so schnell voran wie auf den Teerstraßen. Bedenkt das bei euren Tagestouren.

Zu den Gefahren von Überfällen. Zunächst ist zu sagen, daß diese geringer ist als in Südafrika. Man sollte die ganz normalen Regeln beachten. Keine Wertgegenstände sichtbar in der Kabine des Autos liegenlassen, auch nicht bei kurzen Ausstiegen. Das Gepäck gehört in den Kofferraum, den man immer abschließen sollte. Am besten ist es, wenn das Canopy (Abdeckungsaufbau der Ladefläche) keine Fenster hat. Es gab vor einiger Zeit, noch nicht so lange her, mal Vorfälle, da fuhren Einheimische vor einem Touristenbakkie und gaben denen zu verstehen, irgendwas sei an ihrem Auto defekt. Die hielten an und stiegen aus, um sich das Auto anzusehen. Währenddessen raubten die einheimischen das Touristenauto aus. Niemals auf derartiges hereinfallen! Weiterhin gilt, niemals jemanden mitnehmen! Vor allem im Norden sieht man häufig Leute an der Straße stehen und winken, sie wollen mitgenommen werden.

Wenn ihr unterwegs in Städten an einem Supermarkt haltet, immer auf den bewachten Parkplatz davor gehen, nie einfach irgendwo am Straßenrad anhalten, um dann zum Supermarkt zu laufen. Die Parkplatzwächter vor dem Supermarkt passen auf euer Auto auf, wenn ihr einkaufen seid, natürlich verlangen sie einen Obolus, 10 NAD.

Packt eure Gepäckstücke auf den Touren am besten immer in Müllsäcke ein, dann verstauben die nicht so (das Canopy ist nie ganz dicht, der feine Sand wird von den Reifen da reingewirbelt. Die Staubklappe, die das Canopy hat, hilft nur bedingt - meine Erfahrung). Und denkt dran, daß die Tankstellen vor allem im Süden des Landes rar gesät sind. Am besten bei jeder Gelegenheit nachtanken. Die Tankstellen akzeptieren - bis auf ganz wenige Ausnahmen - ausschließlich Bargeld. Hier kann (wenn ihr einen Doppeltank mit insgs. gut 170 L Fassungsvermögen habt) schonmal ein Betrag von 1.600 NAD beim Nachtanken fällig werden. An den Geldautomaten ist die Grenze 2.000 NAD, der maximale Betrag den ihr abheben könnt.

Ansonsten natürlich, nehmt immer genügend Wasser mit und als Nahrung für unterwegs am besten Biltong, habt davon immer so ausreichend dabei, daß ihr auch mal einen mehrstündigen ungeplanten Aufenthalt in der Wildnis (warum auch immer, verfahren oder so) durchhalten könnt.

Das soll vorerst genügend Text gewesen sein.

Ich wünsche euch noch viel Spaß beim Planen und natürlich einen wunderschönen Urlaub. Ebenso, daß ihr dem Namibia-Fieber erliegt und wiederkommt.

Viele Grüße
Thomas
zuletzt bearbeitet 31. Juli 2015