Eurowings: Mit Billigflieger ins südliche Afrika

7 Antworten · 3’453 Aufrufe · gestartet 03. Dez. 2014 von Guido.
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ThemenstarterGast03. Dez. 2014 ·
Hallo,

Der Lufthansa-Aufsichtsrat hat heute dem Konzept zugestimmt, unter der Marke Eurowings ab Ende 2015 einen Langstrecken-Billigflieger zu etablieren. In der Pressemitteilung heißt es «Die ersten interkontinentalen Ziele werden unter anderem in Florida, dem Indischen Ozean und im südlichen Afrika liegen.» Vermutlich bedeutet südliches Afrika Johannesburg, eventuell aber auch Kapstadt oder Windhoek. Die Flüge werden ab Köln/Bonn starten.
http://www.lufthansagroup.com/de/presse/meldungen/view/archive/2014/december/03/article/3366.html

Laut früheren Presseberichten sollten dafür alte A340-300 von Lufthansa verwendet, was das Vorhaben absurd erscheinen ließ (Billigflieger mit Fluggerät, das mit die höchsten Betriebskosten hat?). Ist denen wohl zwischenzeitlich auch aufgefallen und nun sollen deutlich kostengünstigere A330-200 verwendet werden. Sitzabstand und Bestuhlung (3-3-3 statt 2-4-2?) werden dann spannend .

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 03. Dez. 2014
1’155 Beiträge · seit 200604. Dez. 2014 ·
Da haben sich schon einige Billiganbieter auf der Langstrecke die Finger verbrannt.

Die Kosten der A340 sind viel zu hoch pro Sitzkilometer. Das scheinen sie im Lufthansa Elfenbeinturm gerade noch erkannt zu haben...

Scoot (Singapore Airlines) und Norwegian Air Shuttle greifen die Langstrecke im Billigsegment mit einer Generation von extrem sparsamen Verkehrsflugzeugen wie der Boeing 787 Dreamliner und dem Airbus A350 an. Norwegian setzt zudem geleaste Crews aus Asien ein um Kosten zu senken.

Man darf gespannt sein. Vor allem auch auf die weitere Reaktion der mit allen Privilegien verhätschelten Lufthansa Piloten. Mit ihren andauernden Streiks schaden sie dem Image der Gesellschaft enorm. Am Ende bauen sie sich -mit ihren abstrusen Forderungen etwa Pension mit 55 - selbst ab. Sie leben in einer Welt, die es bald nicht mehr geben wird.

lg tom
ThemenstarterGast04. Dez. 2014 ·
Hallo,

der profitabelste und effizienteste Billigflieger Ryanair liebäugelt ja auch immer mal wieder mit einem Langstreckenableger, hat das aber bislang nicht umgesetzt, weil das Konzept auf Langstrecke schwierig ist. Trotzdem muss das meines Erachtens nicht falsch sein, dass Lufthansa das jetzt probiert. Bislang gab es bei Lufthansa ja nur das Konzept (Kaputt-)Sparen. Immerhin agiert man da jetzt mal. Sonst hat Lufthansa ja immer nur reagiert - meist so ungefähr 10 Jahre nachdem andere Airlines mit neuen Ideen um die Ecke kamen.

Um die Kosten einzudämmen, sollen die Flüge mit Marke Eurowings unter dem AOC von SunExpress und mit Piloten und Cabinencrews von SunExpress ausgeführt werden. B787 und A350 haben nach bisherigen Angaben noch mal 10-25% niedrigere Kerosin- und Wartungskosten als A330-200. Dadurch dass der Ölpreis so massiv eingebrochen ist, dürfte der Kostenvorteil zumindest mittelfristig aber deutlich schrumpfen. Weil die A330 erheblich billiger ist, könnte das aktuell durchaus die beste Wahl sein.

Die ganze Streikerei bei Lufthansa ist mittlerweile sicher sehr schädlich für das Image und könnte auf Jahre hinaus Auswirkungen haben. Insbesondere die Geschäftskunden, mit denen Lufthansa ihr Geld verdient, dürften da allergisch reagieren und noch mehr bei Arabern und Asiaten buchen.

Beste Grüße

Guido
1’324 Beiträge · seit 201304. Dez. 2014 ·
Guido. schrieb:

Die ganze Streikerei bei Lufthansa ist mittlerweile sicher sehr schädlich für das Image und könnte auf Jahre hinaus Auswirkungen haben. Insbesondere die Geschäftskunden, mit denen Lufthansa ihr Geld verdient, dürften da allergisch reagieren und noch mehr bei Arabern und Asiaten buchen.

Beste Grüße

Guido
Sehe ich auch so.
Das könnte noch ein großes Problem werden.

Ich persönlich halte auch die A340 für viele Strecken interessant.
Die Maschinen sind komplett abbezahlt, die von den Mitbewerbern wohl nie, da geleast. Die gut erhaltenen A340 sind am Markt kaum unterzukriegen. Warum sollen sie nicht noch ein paar Jahre Geld verdienen?
Speziell für Johannesburg iund andere hoch gelegene und heiße Ziele hat die A340 immer noch Vorteile in der Zuladung.

Wie auch immer - es bleibt spannend.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2’664 Beiträge · seit 201204. Dez. 2014 ·
lionfight schrieb:
Guido. schrieb:
Sehe ich auch so.
Das könnte noch ein großes Problem werden.

Ich persönlich halte auch die A340 für viele Strecken interessant.
Die Maschinen sind komplett abbezahlt, die von den Mitbewerbern wohl nie, da geleast. Die gut erhaltenen A340 sind am Markt kaum unterzukriegen. Warum sollen sie nicht noch ein paar Jahre Geld verdienen?
Speziell für Johannesburg iund andere hoch gelegene und heiße Ziele hat die A340 immer noch Vorteile in der Zuladung.

Wie auch immer - es bleibt spannend.


Gruß!
der Joe
Man darf das Frachtgeschäft nicht vergessen mit der höheren Zulademöglichkeit. denn damit verdienen sie mehr Geld als mit Passagieren, die verhätschelt und gefüttert werden möchten.
zuletzt bearbeitet 04. Dez. 2014
1’155 Beiträge · seit 200604. Dez. 2014 ·
Swakop1952 schrieb:

Man darf das Frachtgeschäft nicht vergessen mit der höheren Zulademöglichkeit. denn damit verdienen sie mehr Geld als mit Passagieren, die verhätschelt und gefüttert werden möchten.
...das ist gerade das Konzept der Billigflieger, dass jedes Extra separat bezahlt werden muss. Jeder kann dann selbst entscheiden, ob er sich "verhätscheln" lassen will...

Auf einem Nachtflug will ich primär meine Ruhe haben. Mich persönlich nervt wenn um Mitternacht oder noch später Essen serviert wird. In der Business ist es noch einigermassen geniessbar aber in der ECO könnte man es gleich lassen...

Von mir aus können die einen Sektor machen, wo man sich einfach hinsetzen kann und es über sich ergehen lässt...

lg tom
ThemenstarterGast04. Dez. 2014 ·
Hallo,
lionfight schrieb:
Die Maschinen sind komplett abbezahlt, die von den Mitbewerbern wohl nie, da geleast. Die gut erhaltenen A340 sind am Markt kaum unterzukriegen. Warum sollen sie nicht noch ein paar Jahre Geld verdienen?
Weil die Rechnung eigentlich nicht aufgehen kann? Wenn man alle Kosten für einen Langstreckenflug zusammenzählt (inkl. Vertrieb, Verwaltung, Piloten, Lotsen etc.), dann machen die Kerosin- und Wartungskosten zusammen im Durchschnitt knapp 50% der gesamten Flugkosten aus. Abschreibung/Leasing auf das Fluggerät machen dagegen nur ca. 8% der Flugkosten aus. Selbst wenn man bei den alten A340 die Kosten für Abschreibung mit null annimmt, kann man die 20-30% Mehrkosten bei Kerosin und Wartung damit nicht kompensieren. Es ist ja kein Zufall, das alle Airlines ihre A340 los werden wollen (übrigens ja auch Air Namibia und South African). Selbst wenn man die Dinger geschenkt bekommt, ist es schwer, damit Geld zu verdienen - zumindest wenn man Strecken mit Wettbewerb bedient.

Durch den Ölpreis entschärft sich der Kostennachteil der A340 aktuell natürlich ein bisschen. Cargo ist ein Argument pro A340, aber da habe ich null Ahnung, wie da durchschnittliche Auslastung ist und was da an Geldern fließt.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 04. Dez. 2014
3’080 Beiträge · seit 200904. Dez. 2014 ·
Man darf das Frachtgeschäft nicht vergessen mit der höheren Zulademöglichkeit. denn damit verdienen sie mehr Geld als mit Passagieren, die verhätschelt und gefüttert werden möchten.

Genau, Fracht kotzt nicht, Fracht motzt nicht.....

Ich habe einiges an Erfahrung mit Hansens und habe einige der Kont-Geschichten leidvoll miterlebt, das Ding wird so daneben gehen wie die anderen Projekte auch, es hocken ja immer noch die gleichen Nasen mit ihrem Weltbild dass am Tor 62 zu Ende ist, die LH Basis ist eine Scheibe, das war immer so und das wird immer so bleiben.

Hoffen wir dass es ein paar Flüge ins südliche Afrika gibt die wir dann nutzen können wobei ich es wann immer möglich ist auf Airlines ausserhalb des Konzerns auszuweichen. Der Service bei SAA ist auch besser.....

lg sasowewi