Dutch Oven einbrennen - wie macht ihr es?

9 Antworten · 7'116 Aufrufe · gestartet 06. Okt. 2014 von BikeAfrica
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Themenstarter7'303 Beiträge · seit 200606. Okt. 2014 ·
Hallo zusammen,

ich habe mir einen Dutch Oven und eine Tajine (unglasiert) gekauft. Beide müssen ja vor Gebrauch eingebrannt werden. Für diese Prozedur gibt es ja verschiedenste Tipps.

Bei der Tajine habe ich ein Speiseöl-Wasser-Gemisch auf dem Herd langsam bis zu ca. 250 Grad erhitzt und 'ne Weile köcheln lassen. Trotz offener Tür zur Terrasse und Dunstabzug hat das ziemlich gequalmt. Das Ergebnis sah schon ganz gut aus, aber ich denke, dass muss ich nochmal wiederholen, damit es richtig funktioniert.

Für den Dutch Oven habe ich zwei favorisierte Methoden gelesen, die aber für mich ausscheiden. Bei der einen wurde empfohlen, den Topf mit Kokosfett oder anderem hoch erhitzbaren Fett einzureiben und dann kopfüber im Backofen auf einem Backblech ordentlich zu erhitzen. Dabei wurde auch vor hoher Rauchentwicklung gewarnt. Noch mehr Qualm als bei der Tajine kann ich aber nicht gebrauchen.

Die zweite Variante beschrieb, den Topf kopfüber in einen Kugelgrill zu stellen. Dies scheidet mangels Kugelgrill aus.

Bleibt die Idee übrig, den Topf eingefettet auf einen normalen Grill bzw. Feuerschale zu packen. Dann sammelt sich das ganze Fett halt unten und wird nach dem Abkühlen hart. Lieber Öl nehmen? Deckel drauf oder nicht?

Wie macht ihr das?

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
1'287 Beiträge · seit 200606. Okt. 2014 ·
Hallo Wolfgang,

hier unsere Routinen:

1. Potjie / Dutch Oven mit heiß Wasser und Spüli schrubben (ruhig mit Stahlwolle)
2. Potjie / Dutch Oven mit Gemüseresten, Kartoffelschalen, Sand und Wasser füllen und zum kochen bringen und immer schön umrühren.
3. Potjie / Dutch Oven nochmal auswaschen, nun ohne Spüli.
4. Potjie / Dutch Oven leer erhitzen. Wenn schön heiss, Schmalz rein und 10 min braten lassen
5. Potjie / Dutch Oven mit Lappen auswischen - FERTIG

Wichtig: Potjie / Dutch Oven danach NIE WIEDER mit Seife auswaschen, immer nur mit heißem Wasser spülen und auswischen!!

Mit sonnigen Grüßen aus Windhoek
Carsten
Themenstarter7'303 Beiträge · seit 200606. Okt. 2014 ·
Hallo Carsten,
Carsten Möhle schrieb:2. Potjie / Dutch Oven mit Gemüseresten, Kartoffelschalen, Sand und Wasser füllen und zum kochen bringen und immer schön umrühren.
vielen Dank schon mal!
Wozu ist denn der Sand gut?

Gruß
Wolfgang
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2'060 Beiträge · seit 201306. Okt. 2014 ·
Zwar habe ich noch nie einen Dutch Oven gesehen, aber ich kenne das Wort "Scheuersand", nehme also an, dass durch das Umrühren der Sand den Topf sauber oder glatt scheuern soll.
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
1'335 Beiträge · seit 200606. Okt. 2014 ·
Carstens Anleitung ist sehr gut!
Mit dieser haben wir vor Jahren auch unseren Potjie fertig gemacht!

Das ist ein guter Plan.
Wir haben das am Abend vor unseren ersten Nutzung gemacht!
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Themenstarter7'303 Beiträge · seit 200606. Okt. 2014 ·
Berg-Eule schrieb:Zwar habe ich noch nie einen Dutch Oven gesehen, aber ich kenne das Wort "Scheuersand", nehme also an, dass durch das Umrühren der Sand den Topf sauber oder glatt scheuern soll.
... das klingt erst einmal nach einer guten Erklärung, wenn es in zwei Schritten ablaufen würde.
Ich kenne das mit den Kartoffelschalen und evtl. Zwiebeln, damit z.B. durch die Stärke eine Patina aufgebaut wird, die wie eine Antihaftbeschichtung wirkt. Aber der Sand würde genau das ja wieder behindern, daher habe ich es noch nicht richtig verstanden, wie/warum das jetzt funktioniert.

Gruß
Wolfgang
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224 Beiträge · seit 201306. Okt. 2014 ·
Hallo zusammen,

der Potjie hat, wenn er neu ist eine Wachsschicht innen, damit er nicht im Laden steht und rostet. Die wird erst mal grob runtergerieben, wie Bwana vorschlug mit Spüli und Stahlwolle.
Damit der letzte Rest Wachs weggeht kocht man dann noch mal eine ordentliche Ladung Sand mit und rührt ordentlich rum.

Jetzt sieht der Potjie nie wieder Spüli oder Sand.

Er wird (wenn er mit Speiseresten voll ist) mit Holzlöffeln ausgekratzt, mit Wasser gespült und dann eingefettet. Er muss jedes mal am Ende gefettet werden, da er sonst rostet.

LG, Roman
1'335 Beiträge · seit 200613. Okt. 2014 ·
Hallo Roman,

das Einfetten haben wir anders erlebt:

Wir säubern unseren Potjie nach Gebrauch so: Mit Wasser füllen, aufkochen lassen, abkratzen, ausschütten, fertig, es sind keine Reste mehr im Poitjie.

Kein Einfetten!!
Da noch Fett von der Speise darin ist, reicht das!

Wenn wir den Potjie für unseren nächsten Urlaub "einmotten" haben uns unsere namibischen Freunde geraten, den Potjie nur in Zeitung zu packen. Er ist bei uns in einer schwarzen Kiste drin.
Das waren wir jetzt seit Jahren so und funktioniert ganz prima! Gelegentlich ist ein Hauch Flugrost dran.

Beim ersten Mal hatten wir den Potjie eingefettet. Als wir dann wiederkamen war das Fett ranzig! Das hat lange gedauert, bis das weg war! Daher fetten wir nicht mehr, nehmen Zeitung. Falls ein Hauch Rost dran ist, fette ich frisch. Das reicht dann!

Es grüßt
Cora
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2'048 Beiträge · seit 200714. Okt. 2014 ·
Hallo Carsten,

ich mach das fast genauso nur nehmen wir statt Sand Salz. Das kochen / braten wir mind. 30 min eher 45 oder 60 min kräftig an. Danach unbedingt wegwerfen, es sammeln sich letzte Rückstände aus der Produktion und vom Korrosionsschutz, der zur optischen Sicherung des Verkaufs oft aufgetragen wurde. Aber das Ganze machst du einmal und du hast sehr lange was davon.

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
2'048 Beiträge · seit 200714. Okt. 2014 ·
Hallo Cora,

wenn du den Topf nicht fettest rostet er zumindest in unseren Breiten.
also lieber fetten und noch besser: Regelmäßig benutzen!

Viele Grüße

jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)