Glück und Pech bei der Tierbeobachtung ...

2 Antworten · 970 Aufrufe · gestartet 10. Sept. 2014 von lionfight
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Themenstarter1'324 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 · #1
... liegen oft ganz eng beieinander

Kenn Ihr das auch?
Einmal verpasst man eine besondere Situation um Haaresbreite, das nächste mal ist man genau am richtigen Platz zur richtigen Sekunde.

Zwei Beispiele:
Nähe Satara. Seit 3 Tagen suchen wir irgendeine Katze. Nichts.
Da fahren wir an einem Auto vorbei. Wir halten an. "Habt Ihr die Löwen gesehen?"
Wir "Äh, welche Löwen?". "Na, das Rudel mit den Cubs". "Shit nein". "Da ist ein schneeweißes Löwenbaby dabei. Gerade lagen sie noch neben der Straße.". Sie zeigt mir grottenschlechte Fotos. Ich werde zuerst genauso weiß wie der kleine Löwe, um anschließend zornesrot zu werden. Ja haben wir den gar kein Glück dieses Jahr mit den Katzen. wir müssen das Rudel um Sekunden verpasst haben.

Manchmal geht es auch andersrum:
Sagt Euch der Name Steve Winter etwas? Vielleicht der beste Naturfotograph der Welt.. Aber auch die sind nicht immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.
Ich lernte ihn in Timbavati kennen. Sein Ziel: Leoparden in einer bestimmten Sitution zu fotographieren.
Er verließ exakt 3 Minuten vor uns die Leopardin mit seinem mit Equipment vollgestopften Landrover.
Dann passierte genau das was er sehen wollte. Ich zeigte ihm mittags meine Fotos. Er wurde verdammt blass. Für ihn Monate Arbeit. Für uns ein Augenblick. Ein glücklicher, der mich noch heute erschaudern lässt. Unser guide hatte tränen in den augen. 20 Jahre Wildlife-Erfahrung und auch für ihn das erste mal.
So nah liegen Glück und Pech beieinander.

Glück und manchmal ein bisschen Gefühl für den Busch, aber mehr braucht es das Glück.

Habt Ihr vergleichbares erlebt?


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2'060 Beiträge · seit 201310. Sept. 2014 · #2
Oh ja, mein erster Leopard war für mich "ein Sechser im Lotto", denn wir waren mit einer Gruppe von über 20 Personen per Bus unterwegs (Chor). Mein größter Wunsch wäre es gewesen, wenigstens in weiter Ferne einmal ein Leopardenbein von einem Baum hängen zu sehen, aber es kam viel besser.

Ein Auszug aus meinem Reisetagebuch:

<<Wir fahren auf einer Sandpiste, rechts und links ist Busch. Richard bremst plötzlich, hebt einen Finger an den Mund, deutet nach links und sagt leise: „Listen!“ Man hört Warnschreie eines Vogels am Boden, Richard sagt, es sei ein Perlhuhn, das die anderen Tiere vor einem Raubtier warnen wolle. Über dem Busch kreist aufgeregt ein anderer Vogel. Richard meint, das Raubtier müsse noch in der Nähe sein.

Im Geländewagen ist es plötzlich mucksmäuschenstill, uns hat das „Jagdfieber“ gepackt. Vor uns laufen quer über die Straße die frischen Spuren eines Leoparden. Richard macht eine entsprechende Geste mit der Hand und flüstert uns zu, er rieche das Tier, es müsse sich in dem Gebüsch rechts von uns befinden.

Er verständigt sich über Funk mit dem Fahrer des Wagens vor uns, dann dreht er um und prescht den Weg zurück bis zur nächsten Abzweigung, wo er dann unterhalb des Gebüsches parallel zum anderen Weg entlang fährt.

Wir sind nun total aufgeregt: Ob wir den Leoparden wohl zu Gesicht bekommen werden? Richard beugt sich beim Fahren weit aus dem Auto, um nach Spuren zu suchen, und bedeutet uns immer wieder mit Gesten, dass der Leopard noch nicht über den Weg gelaufen sei, also noch in dem Gebüsch stecken müsse.

Richard bremst wieder abrupt, und da steht er, links neben dem Wagen, vor dem Gesträuch, in voller Lebensgröße und Schönheit, ein prächtiger Leopard. Er kümmert sich überhaupt nicht um uns, steht da in aller Gelassenheit und Seelenruhe, trabt dann an, trottet ein gutes Stück ganz relaxed am Gebüsch entlang, in dem er schließlich verschwindet.>>

Inzwischen habe ich etliche Raubkatzen in freier Natur gesehen, aber diese erste Sichtung war für mich so unerwartet, so spannend, dass mir heute noch die Gänsehaut aufsteht, wenn ich daran denke.

Es war das Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Unsere Reisegruppe war auf drei Wagen aufgeteilt; wir sahen den Leoparden am längsten, die im zweiten Wagen nur kurz, und die im dritten Wagen gar nicht - was natürlich für uns als Reiseorganisatoren einen Minuspunkt gab. 😉
Liebe Grüße von Gabriele ----------------------------------------------- Jeder Augenblick ist von unendlichem Wert. (Seneca)
zuletzt bearbeitet 10. Sept. 2014
221 Beiträge · seit 200810. Sept. 2014 · #3
Auch für mich war eine Leopardensichtung das Highlight meiner bisher nicht so ergiebigen Katzenbegegnungen in Afrika.

Wir konnten eine Leopardin im Baum mit einem Antilopenriss 20 Minuten in unmittelbarer Nähe im warmen Abendlicht beobachten.
Dazu 2 Hyänen, die um unser Auto schlichen und schließlich unter dem Baum warteten, bis endlich ein Teil der Beute herunterfiel.
Auch das Geräusch der krachenden Knochen beim Verzehr, etwas lauter als wenn meine Katze eine Maus frisst - Gänsehaut pur!
(Ungestört als einziges Auto bei diesem Schauspiel - Gamedrive- Elephants Plain Lodge)

Aber auch Pech haben wir schon erlebt. Wir konnten als einziges von 3 Autos den begehrten Tiger in einem indischen Nationalpark
nicht sehen.Wir hörten nur die Warnrufe der Affen. 🙁
lg
Inimu