Reisebericht

Picco in Süd-Tansania 2014

von picco · begonnen 25. Juli 2014 · 60 Teile

Teil 4130. Aug. 2014
Tag 14 : zurück ins Luxuszelt!

Nach einer recht kühlen Nacht gehts um halb acht zum Frühstück.
Nach mir kommen noch Prosper und Lazaro, es fehlt nur noch Sikuyo...
...der gemäss Lazaro mit ihnen losgegangen ist...ob da wohl jemand Muskelkater hat? :-D
Obwohl wir jeweils am Vorabend das Frühstück bestellt haben dauerts wieder ewig bis was kommt, und das was kommt stimmt nicht mit dem Bestellten überein...
Nachdem das frühstück serviert wird erscheint Sikuyo am Weg, sehr langsam und unelegant humpelnd... 😉
Wir schauen zwei Minuten zu wie er die 100m zum Restaurant heldenhaft hinter sich bringt und begrüssen ihn auch am Tisch... :-D
So gegen neun Uhr starten wir zum Hauptquartier des Parks, wo wir den kleinen Walk zu den Prince Bernhard's Falls und vieleicht auch den grossen Trail (6km) machen wollen.
Die Anmelderei dauert, wie in Afrika üblich, recht lange, doch so um zehn Uhr sind auch wir endlich unterwegs.



Oben : Schmetterding Nummer 1



Oben : Blumenstrauss, nur für Dich! (Vorausgesetzt Du bist eine Frau...)



Oben : Schmetterding Nummer 2



Oben : 'Malindi Express', ausnamsweise mit schwarzen statt roten Schuhen (unbestimmter Tausendfüssler, etwa 20cm lang)



Oben : Schmetterding Nummer 3

Affen sehen wir leider keine, aber dafür Schmetterlinge und Spinnen sowie Menschen im Goldrausch! 🙂
Echt, in dem Bächlein hats wirklich Gold drinn!
Ob echtes oder 'Katzengold' wage ich nicht zu beurteilen, zumindest wars recht weich, was eher für echtes Gold denn für 'Katzengold' spricht.
Fotos von den im Goldrausch den Bach durchkämmenden Mitreisenden erspare ich Euch, zum Einen weil die weit aufgerissenen Augen und der Sabber um den grinsenden Mund nicht sonderlich ästhetisch sind, zum Anderen weil ich versprochen habe nichts davon im Reisebericht zu zeigen...
...oder war's 'erwähnen'???
Ups... 😉
Lazaro findet sogar so was wie einen Edelstein, und auch falls der nicht echt ist ist es eine schöne Erinnerung!



Oben und unten: Der Prince Bernhard's Fall



Oben : Mein erster Versuch mal nicht nur im Automatik- und Sonnenuntergangsmodus zu fotografieren...

Auf dem Rückweg sehen wir dann doch noch Affen, nämlich zwei Colobus, wenn auch das Fotografieren kaum möglich ist weil die Bäume immer ihre Äste ins Bild halten...
Die Fieslinge!!!
An der hübschen Campsite vorbei gehts ab nach Hondo-Hondo, wo mir wieder Zelt Nr. 3 zur Verfügung steht und ich zum Lunch gerufen werde.



Oben : Und ich hab Dich doch erwischt, trotz Deines Versteckspieles!!!



Oben : Der Campingplatz in der Nähe des Main-Gates



Oben : Schmetterding Nummer 4

Also essen, Zelt abbauen und Umziehen, unter die Dusche und entspannen, aaaaaaaaa....so schön!!!
Auf dem Weg bedroht uns noch eine 15cm-Spinne...ziemlich agressiv gehts sie auf Axel los, wobei trotz ihrer beachtlichen Grösse ihr Appetit grösser als ihr Magen ist, denn Axel passt definitiv nicht in die Spinne rein.



Oben : Die Spinne, die den Axel verspeisen wollte...

Um vier gehen wir uns ein Dorf anschauen, obwohl ich mich dabei immer etwas unbehaglich fühle...nicht im Sinne von Angst haben, sondern im Sinne von 'Gaffer sein'...
Vor meinem geistigen Auge erscheint dann jeweils ein mit Kamera's bewaffneter japanischer Tourist in meinem Garten, grinst mich an und fotografiert mich mitten ins Gesicht...
Ich glaub ich würde kurz mal ausrasten...
Deshalb hab ich nur zwei Fotos gemacht...für mehr müsst Ihr Eure Fantasie selbst bemühen! 😉



Oben und unten : Im Dorf



Nach dem leckeren Abendessen noch einen 15 Jahre gelagerten Glenfiddich Solera Reserve und ab ins Bett, wo ich nicht sicher schlafen kann, weil ich mich sehr auf den Shurt-Cut von Mikumi in den Selous freue und hoffe von der beinahe unbekannten Piste Fotos zu machen...trotzdem gute Nacht!
Teil 4231. Aug. 2014
Tag 15 : Fahrt über den Short-Cut von Mikumi in den Selous

Um 05:00 Uhr klingelt der Wecker, ich bin schon vorher wach...
Um sechs wollen wir frühstücken und schnell los, da niemand von uns die Direktstrecke Mikumi-Kisaki in Echt kennt, wir wissen nur aus Reiseberichten und von Erzählungen dass sie existiert...



Oben : Unsere Tagesstrecke vom Hondo-Hondo zum Selous Mbega Camp Kisaki Annex

Zwar wurde am Vorabend grossartig erzählt dass man ab fünf Frühstück haben kann, aber um sechs steht nur Kaffee im Thermoskrug da...
...keine Milch, kein The, die Cerialien, auf die gross hingewiesen wird hab ich genausowenig gesehen wie an den Vortagen...
Um etwa halb sieben kommt endlich das auf sechs bestellte Frühstück, das Wasser für The ist um etwa viertel vor sieben auch da, der Service ist also auch heute so wie an den Tagen davor...
Die Lodge ist definitiv nicht die 168$ wert, die sie für Vollpension in den grossen Safarizelten für Einzelbelegung verlangen.
Und auf die Bandas zurückgreifen kann nur wer kein Problem mit stinkenden Wänden aus getrocknetem Schlamm sowie einem (unschönen) Dach aus Stroh und den in Dach und Wänden lebenden Tieren hat...
Eklig!!!
Die Fahrer wurden in einer ebensolchen Hütte untergebracht, das Essen hätten sie auf dem Bett einnehmen sollen...so möchten wir unsere Fahrer nicht behandelt wissen!!!
Deshalb haben sie auch hier mit uns am Tsch gegessen, wie es meines Erachtens immer sein sollte!
Aber immerhin die Campsite ist gut, mit sauberen Duschen, Sitz-Toiletten und einem Küchenunterstand, wenn auch wie der Rest der Lodge laut wegen der angrenzenden Strasse und deren LKW's.
Auch das Bezahlen dauert unnötig lange, alle drei Parteien wurden einfach auf einen Namen aufgeschrieben, am Vorabend hat einer der Angestellten versucht von den Fahrern, obwohl deren Unterkünfte und Essen auf unserer Rechnung stehen, 300$ für die 3x3 Übernachtungen mit Vollpension einzuziehen...
Netter Versuch!!!
Natürlich halt ich das dem Manager unter die Nase, was ihn wie auch die Reklamationen betreffend der ewigen Wartezeiten auf's Essen doch etwas schockiert.
Vor allem das gestrige Tamtam ums Mittagessen hat er mit Erstaunen zur Kenntniss genommen, hat er doch miterlebt wie Axel und ich gehetzt wurden sofort, noch vor dem Duschen ins Restaurant zu kommen und zu essen...und dann beinahe eine Stunde auf's Essen warten mussten!!!
Für die, dies bisher trotz einiger Andeutungen noch nicht bemerkt haben: ich war minim unzufrieden mit der Lodge...minim... 😉
Wobei man auch sagen muss dass der neue Manager erst seit wenigen Wochen da ist und der davor entlassen wurde, der neue Manager sollte eine Chance bekommen den Sauladen in Griff zu bekommen...
Um etwa acht können wir endlich losfahren, tanken gehen, einkaufen das eine Auto, für die Durchfahrt des Mikumi-NP permitten das andere Auto...alles etwa eine Stunde später als geplant...genau das braucht man wenn der Tag sowieso lang wird!
Besonders erwähnenswert ist dass ich schon auf dem Weg zum Hauptposten mehr Tiere im Mikumi sehe als an den 1,5 Tagen, die wir 2011 in dem Park waren!!!
Um zehn können wir beim Hauptposten abfahren, quer durch den südlichen Teil des Mikumi durch!

Alle folgenden Fotos ausser Prosper am Marktstand wurden aus dem fahrenden Auto heraus gemacht, wo es der Strassenzustand überhaupt zuliess zu fotografieren!
Somit werden die schlimmsten Stellen gar nicht gezeigt...



Oben : Blick an die 'Ostfassade' der Udzungwa-Mountains auf dem Weg nach Mikumi



Oben : Brücke vor Mikumi



Oben : Prosper beim Einkauf im Dorf direkt nach Mikumi in Richtung Main-Gate



Oben : Los gehts auf noch guter Piste...



Oben : ...wo man teilweise selbst den fünften Gang benutzen kann.



Oben : Und dann wird erst das Gras höher und wir fahren in den Wald ein.

Beim ersten Rangerposten nach über 100 Minuten Fahrt erfahren wir dass Mang'ula und somit auch das Main-Gate des Udzungwa-Mountains-Nationalpark nur wenige km entfernt ist und eine Strasse direkt dahin führt, also hätten wir die Stunde zum Hauptquartier und eine Stunde des Weges durch permitten am Vortag sparen können.
Wir essen beim Rangerposten den Lunch und sehen auf den Schildern dass wir in 105 Minuten 43km Wildniss geschafft haben und noch 101km Wildniss vor uns liegen.



Oben : Unser erster Rastplatz



Oben : Die Piste im Hintergrund führt direkt nach Mang'ula
Teil 4331. Aug. 2014
Der Weg ist mal gut genug für den fünften Gang, mal braucht er aber auch den Kriechgang und 4x4.
Er führt meist durch Wald, ist manchmal kaum zu erkennen und manchmal sieht man das Auto vor sich wegen des hohen Grases kaum mehr...
...und wir sprechen hier von gut zwei Meter hohen Autos...



Oben : Wegweiser am Mahondo Ranger Post



Oben : Jaja, das da vorne ist ein etwa 2,20m hohes Auto...und nein, weder er noch wir sind von der Piste abgekommen...



Oben : Einer der schlechten Streckenabschnitte, der nicht zu schlecht war um zu fotografieren...



Oben : Nein, das ist kein Flussbett...das ist ein nicht soooo schlechter Abschnitt der Strecke...



Oben : Jaja, wir sind noch auf der Piste...



Oben : Wie geschrieben: An den wirklich schlimmen Stellen konnte ich nicht fotografieren, da hat's zu stark geschaukelt...

Ziemlich genau sieben Stunden nachdem wir am Hauptquartier abgefahren sind erreichen wir Kisaki, bei Abfahrt von Mang'ula wären es wohl etwa fünfeinhalb bis sechs Stunden.
Im 2011 hatten wir auf der Strecke aussenrum über Morogoro nicht wie ich in Erinnerung hatte um die 12 Stunden, sondern wir fuhren um 10:30 im Mikumi Main-Gate ab und waren nach zwei Plattfüssen und einer zerstörten Hinterachse ob des damals schlechten Strassenzustandes sowie Abholung durch ein anderes Auto (Zeitverlust nur um die 30 Minuten) um etwa 20:30 am Ziel.
Also 10 Stunden.
Beides inkl. Pause zum Mittagessen.
Dazu muss aber auch gesagt werden dass Sikuyo und Lazaro sehr langsam und Autoschohnend fuhren, eine Stunde schneller hätte man ohne Probleme sein können ohne die Autos so stark zu belasten wie sie im 2011 aussenrum belastet wurden.
Den Shurt-Cut ohne Begleitfahrzeug oder Satelitentelefon zu fahren ist meines Erachtens jedoch zu gefährlich, denn wenn man da stecken bleibt oder eine Panne hat kann es Wochen dauern bis jemand vorbeifährt!!!
Hilfe holen je nach Standort schwirig bis unmöglich!!!
Schon beim letzten Rangerposten haben wir beschlossen heute nicht in den Selous reinzufahren, da das in Stress ausarten würde um vor Sonnenuntergang die Zelte aufgestellt und alles eingerichtet zu haben, zumal noch mindestens eine Stunde Fahrt plus das Permitten vor uns liegen würde um nur schon im Selous zu sein.
Also in die erstbeste Unterkunft und nachfragen obs Platz hat und was es kostet.
Zufällig ist die erste Unterkunft das Mbega Selous Kisaki Annex Camp, in dem wir schon 2011 waren.
Platz hat's, 95$ für VP sind auch akzeptabel, also bleiben wir hier!
Genau hier wurde ich im 2011 nachdem ich beim Rausgehen das Zelt hinter mir schloss und aufstand von einem Leoparden in geschätzt drei Metern Entfernung angeknurrt...sorgt noch immer für Herzklopfen!!!



Oben : Das oberste Zelt, das ich eigentlich im 2011 schon bekommen habe, es dann aber an die zwei Damen mit dem damals elfjährigen Sohn abgegeben habe, weil ich die drei nicht nachts durch den Wald zum untersten Zelt gehen lassen wollte...was mir dann die nächtliche Begegnung mit dem mich anknurrenden Leoparden bescherte...



Oben : Der Innenraum, hinter der Stoffwand ist rechts die Dusche und links das Keramik-Sitzklo.



Oben : Der Essensunterstand inkl. Büro des Managers 😉

Da wir die Einzigen Gäste sind muss erst der Koch und der Manager organisiert werden und es dauert ewig bis das Essen kommt, aber das ist halt Afrika...man wartet nicht vorbereitet auf die Überraschungs-Gäste sondern reagiert erst wenn sie schon da sind...
Nach dem Essen gehts ab ins Bett, gute Nacht!
Teil 4401. Sept. 2014
Tag 16 : Aufbau des Camps im Selous

Nach einer sehr ruhigen (und wie vom Manager versprochen mückenfreien) Nacht auf einer angenehm harten Matratze treffen wir uns um acht zum Frühstück, das auch tatsächlich um acht startet!
Hier hat trotz überfallmässigem Erscheinen das schon deutlich besser geklappt als im Hondo-Hondo mit monatelanger Vorankündigung, erstaunlich!
Nachdem wir Behälter mit total rund 200 Liter Wasser excl. Trinkwasser sowie mein Klo mit 20 Litern gefüllt haben gehts bald schon los zum Gate!
Nebst einigen Vögeln und Affen sehen wir bis zum Gate keine Tiere, auch keine Tse-Tse's, wobei Letzteres durchaus als angenehm empfunden wird... 😉



Oben : Colobus mit Baum



Oben : Wie schon 2011 erwartet uns ein Warzenschwein kurz vor dem Gate, diesmal mit Nachwuchs! :-D



Oben : Elefant mit Behausung...wohl aber nicht seine Eigene...



Oben (1zu1 Ausschnitt): Einer der schönsten Vögel Ostafrikas, der Turako!
Leider nicht ganz scharf, denn nach dem ersten 'Probeschuss' (dieses Foto) flog er weg...




Oben : Bitte selber lesen...

Beim Gate sammeln sich die diversen Autowracks, was uns Männer natürlich stark interessiert...alte und nicht so alte Landrover, alte Landcruiser, mittelalterliche Mercedes G's und alte Mercedes Rundhauber, ein Unimog und diverses von Isuzu...Man(n) kommt ins Schwärmen was man da so alles zusammenschrauben könnte!!!
Endlich ist das Permit soweit, der Ranger kommt mit Karabiner, Reservemunition und Zelt, und wir düsen los in den Selous zu den Menschenfresserlöwen rein...
Ok, ganz so schlimm wirds nicht sein, aber wild ist's ja schon dort!
Auf der Strecke zur Talalala-Campsite hat's erstaunlich wenig Tiere, selbst von den Tsetse's hat's weniger als erwartet!



Oben : Da staunt die Giraffe, denn der Picco ist wieder da! 😉



Oben : Ziemlich dunkel gefärbte Gnu's



Oben : Paviane sind zum Glück netter als Schimpansen, bei denen wäre ich nämlich sicher geduscht worden...



Oben : Kurz vor unserer Lunch-Pause

Nach dem Lunch unweit vom Grab vom Herrn Selous, der dort während des ersten Weltkrieges starb (eine echt bescheuerte Idee den eigentlich europäischen Krieg in der afrikanischen Wildniss dirchzuziehen!!!), erreichen wir schon bald die Tagalala-Campsite.
Aufgrund von Berichten von vor einigen Monaten haben wir erwartet dass die WC-Häuser nun fertig sind...
Aber offenbar wurde nichts mehr weiter gemacht, in den Damenräumlichkeiten liegt dezimeterhoch der Fledermauskot, bei den Herren Bauschutt...
Auch das: typisch Afrika!
Beginnen, aber schon vor der Fertigstellung verrotten lassen!
So wird man das kaum vorhandene Geld schnell wieder los...



Oben : Auf der Campsite...mit vielen Fledermäusen unter diesen Dächern...



Oben : Papp-Klo's!!! BRÜLL UND SCHENKELKLOPF!!!

Nach dem Zeltaufbau und der Begutachtung der Pappklos (Prust, Schenkelklopf und Megagrins...bin ich froh hab ich mein Porta Potty dabei!!!) der anderen Drei bauen wir die Duschen auf währenddem die Fahrer und der Koch die offene Küche einrichten.
Anschliessend wird Brennholz gesammelt, wobei man darauf achten sollte dass kein Wolfsmilchgewächs dabei ist, da deren Rauch wie such deren Saft toxisch ist.



Oben : Unsere kleine Zeltstadt!

Anschliessend Abendessen und danach noch etwas rumsitzen, Feuer pflegen, Löwen, Hyänen, Nilpferden, Gnus, Büffeln und anderen Tieren zuhören, Genet's und Wildkatzen beobachten, diverse leuchtende Augen identifizieren usw, und dann mal geschlossen zu den Zelten und in die Heia, gute Nacht!
Teil 4501. Sept. 2014
Tag 17 : 'Zu den heissen Quellen' oder 'Katzentag, der Erste'

Nach einer Nacht mit vielen Tierstimmen und dem Schnarchen dreier Mitreisender treffen wir uns um sieben Uhr zum gemütlichen Frühstück.
Um etwa acht fahren wir los, auf der Suche nach den Löwen, die wir gestern hörten.
Unser Ranger Deo führt uns zu einem Rangercamp unter Palmen und erfährt da wo sich die Tiere etwa aufhalten.
Das erste Tier des Tages entdecke ich in voller Fahrt (= etwa 20km/h) aus dem Augenwinkel auf etwa 50m Entfernung, obwohl es nur kurz den Kopf seitlich hinter dem Sichtschutz namens Baumstamm streckt: ein Hörnchen, das dann hinter einen anderen Baum flüchtet und sich dann doch noch in aller Pracht zeigt.
Manchmal bin ich richtig stolz auf meine alten Äuglein! 😉



Oben : Mit 600mm KB-Aequivalent fotografiert nachdem das Hörnchen den Baum gewechselt hat, als ich's entdeckte sah man nur den Kopf hinter einem Baumstamm rausschauen...
Und da gibts doch tatsächlich Leute die meinen nur Blinde buchen Driverguides... 😉




Oben : Wunderschöne Gegenden!!!



Oben : Um Palmen kämpfende Impala's?

Schon kurz darauf entdeckt Lazaro eine Löwin kaum sichtbar an einem Baum.
Natürlich düsen wir sofort hin und finden zwei weitere Löwen, beides junge Männchen, wobei ich zugeben muss dass ich das erst beim Betrachten der Fotos bemerkt habe...ich dachte vor Ort es wären ein junges Männchen und ein etwa gleich altes Weibchen...
Offensichtlich eine Mutter mit ihren beinahe erwachsenen Kindern!
Erst liegen sie nur so da und röhren sich leise an, dann geht die Mutter zum Einen und knallt ihm eins!
Er schaut verdattert rein und sie verschwindet für eine Viertelstunde, in der der zweite Junge dem Ersten ebenfalls eine knallt! :-D
Schon mutig, diese Löwen!!!
Ich würde mich nie getrauen zu einem Löwen hinzugehen und ihm eine zu knallen!!! :-O



Oben : Sohnemann eins...



Oben : Sohnemann zwei...den ich für ein Mädchen hielt...sorry, kleiner Mann...



Oben : Mama...



Oben : Sohnemann eins von Nahem...



Oben und unten: Mama ganz leise am 'Brüllen', kaum hörbar!
Dieses leise 'Brüllen' bemerke ich zum zweiten Mal und seither bin ich mir sicher dass man die Entfernung eines Löwen nur als grösste, nicht aber als minime Entfernung abschätzen kann...






Oben : Und eins hinter die Löffel vom vermeindlichen Mädchen...an dieser Foto hab ich meinen Irrtum erkannt!
Teil 4602. Sept. 2014
Dann kommt die Mutter zurück, stürzt sich auf das vermeindliche Mädchen und läuft wieder davon, kurz darauf folgen ihr die Jungen ein Stück weit, nur um wieder miteinander zu raufen...
...wobei das Männchen das vermeindliche Weibchen besteigt...
Doctorspiele auf Löwisch! :-D



Oben (Ausschnitt) : ...und los gehts...



Oben (Ausschnitt): ...mit einer brüderlichen Besteigung...sah effektiv aus als hätten sie Sex!!!



Oben (Ausschnitt): ...was dem Unteren wohl nicht gefiel...



Oben (Ausschnitt): ...und ihn sich rächen liess...



Oben (Ausschnitt): ...und schon ist die Rauferei da!



Oben (Ausschnitt): ...wobei sie dann doch wieder mit 'Öhrchenknabbern' begannen...hmmm...homosexuelle Löwen?



Oben : Die Gemüter haben sich wieder beruhigt...

Die Mutter taucht plötzlich wieder auf und spielt auch noch mit (nicht die Doctorspiele), dann zieht sie wieder von Dannen, die Jungen trotten hinterher...
...um sich nach wenigen Metern wieder zu raufen...
Herrlich zuzusehen!!!



Oben : Mama kommt zurück und wird gleich mal abgewatscht...



Oben : Und weiter gehts!



Oben : Da soll mir noch einmal jemand sagen Löwen liegen nur faul rum...
Teil 4703. Sept. 2014


Oben : Noch immer wird gekämpft...



Oben : ...bis der Gescheiter(t)e nachgibt...

Die Mutter taucht plötzlich wieder auf und spielt auch noch mit (nicht die Doktorspiele), dann zieht sie wieder von Dannen, die Jungen trotten hinterher...
Herrlich!!!
Anschliessend geht's an den Lake Takalala, wo wir leider nur Hippo's und einige Vögel finden.



Oben : 'Unser' Ranger Deo mit seinem Gewehr...
Der Ranger ist im Selous soweit ich weiss Pflicht, auf jeden Fall hatten wir mit Deo einen kompetenten und angenehmen Typen erwischt, empfehlenswert!
Ein Vorteil ist er auf jeden Fall, denn mit Ranger darf man auch Offroad fahren, also zu den Tieren hin.
Ohne Ranger darf man das nicht...und die Einhaltung dieser Regel wird effektiv per Flugzeug überwacht!




Oben : Familie Schwein hat mal wieder Warzen...



Oben : Gewächse am Pistenrand...



Oben : Er wird heute nimmer satt: Der Nimmersatt



Oben : Vögel am Lake Takalala



Oben : Sieht aus als wäre er mit dem Schnabel in den Schraubstock geraten: Der Löffler!



Oben : Auch immer wieder schön anzusehen (Und wie man hört auch in Wasserwaagen zu verwenden): Libellen!

Im anderen Auto ist ist die Enttäuschung über die geringere Tierdichte im Vergleich zum Ruaha und zu den Erwartungen gross.
Obwohl es diesmal definitiv deutlich weniger Tiere hat als letztes Mal, was aber auch auf den Ruaha zutrifft, sind Axel und ich mehr als zufrieden!
OK, die Wildhunde haben wir noch genausowenig gefunden wie einen Leoparden, aber man ist ja bescheiden...
...und hat noch drei Tage Zeit!
Nur noch drei Tage?
Shit!!!
Mit dieser Erkenntniss gehts zurück zum Mittagessen...nicht ohne den Fledermäusen einen Besuch abzustatten!



Oben : Guten Tag, Flederviecher! Alle schon wach? 😉
Epaulettenflughunde, näher mit den Buschbabys, einer Primatenart (wozu auch wir Menschen gehören!!!) verwandt als mit Fledermäusen
Teil 4803. Sept. 2014


Oben : Grosse Giraffenausstellung am Weg zu den heissen Quellen...

Nach dem Mittagessen gehts zu den heissen Quellen, wo wir alle Vier ein Bad mit Naturdusche nehmen, Lazaro und Deo, unser Ranger baden auch, aber weiter oben, einzig Sikuyo mimmt die wasserscheue Pfeife!
Es ist um einiges weniger warm als letztes Mal im November 2011, aber immer noch um die 28-30 Grad.



Oben : Das untere Becken.



Oben : Das obere Becken.

Beim Weg zurück machen wir am Lake Talalala dort halt wo wir letztes Mal Krokodile sahen, und siehe da: Auch diesmal sind sie da!
Aber nur kurz!
Nicht die Krokodile sind kurz, nein, die Zeit bis zur Flucht ins Wasser ist kurz!
Die Krokodile sind recht lang, ein 3,5-4 metriges Teil ist da schon dabei!
Aber auch die Fluchtdistanz ist lang...
Es ist echt kaum zu übersehen: die Tiere des Selous sind extrem scheu!
Insbesondere die Tiere, die viel Fleisch (Gnu's, Büffel usw) oder viel Geld (Krokodile, Elefanten usw) bringen...
Erstaunlich... :-/
Die Wilderei scheint sich nicht nur auf die Elefanten zu beschränken...
Man hört von noch 13'000 bisher überlebenden Elefanten im Selous, vor kurzem sprach man noch von 55'000!
Im Ruaha ist es auch schlimm, aber nicht in dem extremen Ausmass: von 31'000 runter auf etwa 20'000...
🙁
Kein Wunder sehen wir keinen einzigen Elefanten hier im Selous!!!
Nicht einen...



Oben : Krokidol auf der Flucht



Oben : Schreiseeadler im Anflug...



Oben (Ausschnitt): Schreiseeadler im Anflug, Ausschnitt aus obrigem Bild



Oben : Die Giraffenausstellung ist noch nicht beendet...



Oben : Na was wohl???

Nach der Besichtigung des Fluchtverhaltens der Krokodile gehts zurück ins Camp, wo sich 15 meist jugendliche Franzosen dazugesellten...
Die waren doch tatsächlich im Lake Talalala schwimmen gegangen!!!
Wie 'unsere' grossen Krokodile und etliche Nilpferde auch!!!
Und auch von Bilarziose haben die und ihr etwa 55 Jahre alter Leiter namens Jean-Luc wohl noch nie etwas gehört!
Dafür wird man in Europa wohl bald was von durch die Hippo's oder Krokodile getöteten französischen Touristen lesen!
Dumm, dümmer, Jean-Luc?
Definitiv!!!
Nach dem Abendessen gehts zu Fuss mit Stirn- und Taschenlampe auf die erfolglose Fotojagt auf nachtaktive kleine Räuber, wie wir sie gestern erwischt haben...aber sie lassen sich nicht finden, die Fieslinge, also ab ans Lagerfeuer.
Da sitzen wir bis die Löwen so nah sind dass uns das Zelt sicherer erscheint.
Gute Nacht!
Teil 4906. Sept. 2014
Tag 18 : DER TAG!!!

Nach einer Nacht mit vielen Tiergeräuschen und wenig Schlaf treffen wir uns um sieben zum Frühstück.
Die Franzosen sind wohl eine Schul- oder Studentenklasse und gehen schön wie es sich gehört im Gänsemarsch auf Game-Walk.
Davor haben sie aber rund um die Campsite geschissen und ihr Toilettenpapier liegen gelassen!
Marina 'erfreut' sich beim Frühstück am Anblick eines scheissenden nackten Arsches eines jungen Franzosen...bon appetit!!!
Solche Touris braucht's nicht!
Nirgends!!!
Um acht gehen wir getrennt zum Gamedrive, Axel und ich machen mit Lazaro und Deo eine Ganztagestour, die Andern wollen zu einer Lodge.
Wir entschliessen uns in Richtung Rufiji-River zu fahren, und die Entscheidung ist die Richtige!



Oben : Die Strecke ist eng und erfordert teilweise grosse Bodenfreiheit und gute Böschungswinkel



Oben : Ausguck...



Oben : Wiese und Impala



Oben : Wiese und Gnu...



Oben : Wiese auf der das Gnu durch eine Löwin ersetzt wurde...



Oben : Löwin ohne Wiese, aber mit Freundinnen...noch entspannt...

Schon nach kurzer Zeit sehen wir am Lake Makube ein Löwenrudel mit sechs Mitgliedern, von denen eines plötzlich ganz angespannt beginnt sich auf den Boden zu legen und ohne sich zu rühren in eine Richtung zu starren...kurz darauf auch der Zweite...
Offensichtlich bahnt sich hier eine Jagtszene an!
Halleluja und Jupidu!!! :-D
Dann sehen wir auch worauf er starrt: kein Schnitzel, kein Filet, nein, eine Herde Impala's!
Sofort die Videokamera ankurbeln und draufhalten!
Die Spannung ist gross, die Entfernung zu gross für einen Angriff...
Die Herde wird immer grösser, die Spannung steigt, Baboon's kommen dazu, einer schiebt ein Nümmerchen mit seiner im Moment Angebeteten, Gnus kommen hinzu und flüchten beim Anblick des Auto's gleich wieder...
...und der Pavian schiebt mit einer anderen Angebeteten ein weiteres Nümmerchen...der Schlingel!!! 😉

Bei YouTube ansehen ↗

Da fährt doch so ein Depp trotz unserer Warnungen und Hinweisen zwischen die Löwen und die Impala's rein!!!
Super, die Löwen sind irritiert, die Impala's entdecken die Löwen, die Show ist vorbei!!!
Danke, Depp!!!

Wir verabschieden uns und treffen unweit davon auf Familie Bushbock und etwas weiter weitere Löwen, vieleicht 200m Luftlinie vom anderen Rudel entfernt, die einfach und ohne Spannung aufzubauen rumliegen...



Oben : Bushbock's sind auf frisch gestrichene Klodeckel gesessen...die Dummerchen!



Oben : 'Damit Sie auch morgen noch kraftvoll zubeissen können: .....(der Zahnpasta-Name sollte hier stehen, aber ich mach keine Werbung dafür, drum steht er nicht hier).....

Also weiter!
Kurz nur bleiben wir bei einigen Vögeln und einem Krokidol stehen, bald sehen wir einige Autos um einen Baum stehen und fahren auch dahin.
Was ist da los?
Im Baum sitzt ein Palmgeier und knabbert an etwas rum...
'Schön, än Guätä' denk ich mir und wundere mich über die vielen Autos wegen dem Piepmatz...




Oben (Bildausschnitt): Wie hat der Piepmatz denn das Vieh da rauf geschleppt???
Weiss der Geier, da ist doch was im Busch!!!


Da erzählt ein Guide eines anderen Autos etwas von 'Chui', also vom Leoparden!
Und zwar soll der im Busch sein, vertrieben von den vielen (fünf) Auto's!
Und an seiner Beute knabbert der Geier!
Irgendwann fahren alle anderen Auto's weg, wir bleiben!
Der Leo auch...und zwar im Busch...
Ok, wir legen das Kerlchen rein und tun so als ob wir wegfahren würden...
...aber 100 Meter weiter parkieren wir so dass er uns aus dem Busch nicht sehen kann...
Schlau, hä? 😉
Und schon bald sehen wir ihn am Baum...
Sofort fahren wir hin und er schaut uns mit grossen (und wunderschönen) Augen an und geht langsam zu einem anderen Busch...
Aber wir bleiben standhaft!
Und er kommt wieder raus!!!
Und von hinten nageln zwei Geländewagen heran, was den Leo wieder in den Busch treibt.
15 Minuten Ruhe, wir stehen schon eine Stunde, da startet einer den Motor um sich zwei Meter weit zu bewegen...
Weitere zehn Minuten, da bewegt sich der Zweite um drei Meter...
Noch zehn Minuten und einer nach dem Anderen fährt weg, wir sind wieder alleine!
Nach einiger Zeit kommt Leo endlich mal aus dem Busch, da nagelt einer der vorhin schon nervenden Fahrer heran und Leo versteckt sich wieder...Danke!!!
Nach langer Zeit kommt Leo wieder hervor und trinkt unweit des Busches, da fährt der Zweite von vorhin heran und Leo hechtet sich die 80 Centimeter in den Busch zurück, was eine deutsche Touristin im Wagen nebenan voller Bewunderung mit 'Hast Du gesehen? Mit nur einem Sprung!!!' komentiert...
...wie viele Hoppser hätte der denn für die 80 Centimeter machen sollen?
Hundert???
Dann fahren sie beide weg, wir sind wieder alleine!
Einer vertreibt Leo sogar noch ein drittes Mal...
Aber nach bald zwei Stunden in der prallen Sonne, wir haben inzwischen sogar den Lunch gegessen und Axel auch geschlafen, müssen auch wir in den Schatten...



Oben : Näher ist er uns noch nicht gekommen...mit 600mm Kleinbildaequivalent aufgenommen...
Teil 5006. Sept. 2014


Oben (1zu1-Ausschnitt): Leo kommt kurz mal aus dem Busch um zu trinken...



Oben (1zu1-Ausschnitt): ...nur um beim herannageln eines Landy's wieder ins Gebüsch zu hechten, der Feigling!



Oben : Begnügen wir uns halt mit einem Büffel in der Nähe...

Kaum stehen wir dort im Schatten und Sichtschutz der Palmen kommt Leo raus, ganz vorsichtig!
Der Kerl (oder die Dame?) ist recht gut genährt, Eleganz geht anders...
Er schleicht sich im Blickschutz des Baumes heran, beäugt uns griesgrämig und vorsichtig und setzt dann zum Sprung an!



Oben (Ausschnitt): Hüpf, Leo, hüpf!!!

Ok, zum Sprünglein, denn mit der Wampe fliegt er nicht weit...
In diversen Etappen mit Verschnaufpausen erklimmt er langsam den Baum, bis er endlich bei seiner Beute ist.



Oben (Ausschnitt): Phu, der erste Meter ist geschaft...Pause!!!



Oben (Ausschnitt): Auffi muäs är, auffi!!!



Oben (Ausschnitt): Phu, schon drei Meter, jetzt muss dringend mal wieder eine Pause drinnliegen!



Oben (Ausschnitt): Schon wieder zwei Meter...Pause ist Pflicht!



Oben : Anlauf holen...abbrechen, darüber nachdenken, rumschauen, wieder Anlauf holen...
Mann, ist das ein lahmarschiges Vieh!!!




Oben (Ausschnitt): Nein, trotz Anlauf springt er nicht, sondern zieht sich (und die Wampe) mit Klimmzügen hoch, gaaaaanz langsam...
Teil 5106. Sept. 2014


Oben (Ausschnitt) : Hau-Ruck!!!



Oben (Ausschnitt) : Bald ist's geschaft!
Etwa 7m Höhendifferenz in nur 4 Minuten!!!
Damit hat sich Leo wohl den Titel 'gemächlichster Leopard von ganz Afrika' verdient!
Bravo!!!


Die packt er dann und klettert recht schnell wieder runter, was bei der auf solche Massen wirkenden Schwerkraft kein Wunder ist...
Wahrscheinlich kann er schlicht nicht mehr bremsen...



Oben (Ausschnitt) : Wo bleibt denn die Feuerwehr um das Kätzchen runter zu holen???



Oben (Ausschnitt) : Hier sieht man ganz schön was da genau gefressen wird...
Ich frage mich nur wie der extrem lahme und scheue Leo ein so flinkes Tier wie einen Pavian erwischen konnte!!!




Oben (Ausschnitt) : Unten angekommen posiert er für mein liebstes Bild dieser Reise, danke Leo!!!

Am Boden angekommen gehts wieder in Richtung Busch...
Gratulliere, Picco, Deine Leo-Sichtung Nr. 16++ (eine Schwanzspitze ohne Foto im Februar 2013 und ein mich anknurrender Leo nachts in 3m Entfernung, als ich im November 2011 beim Selous aus dem Zelt kam sind die beiden '+'...) in der freien Wildbahn, also ohne irgendwelche Farm- oder an Menschen gewohnte Leo's und ohne künstliche Wasserlöcher!!! :-D
Weiter gehts mit einem wie ins Gesicht gemeisselten Dauergrinsen in Richtung Rufiji-River, wo wir eine Cola in einem Lodge-Restaurant trinken gehen...



Oben : Die zwei riesigen Baobabs, die wohl jeder Selousbesucher kennt!



Oben : Ohne Worte, aber mit Streifen!
Ein weiteres meiner Favoritenbilder dieser Reise...




Oben : Augenring-Piepmatz?



Oben : Nabelschnur mit Giraffe...wohl frisch geboren!!!
Aber wo ist die Mutter?
Dieses Tier werden wir noch mehrmals sehen, jedoch erst am folgenden Tag wieder mit der Mutter...hast Glück gehabt, Kleiner!!!




Oben : Weißstirnspint/White-fronted Bee-eater (Merops bullockoides)
Teil 5208. Sept. 2014
Dort angekommen stellt uns Deo, unser Ranger, als interessierte Gäste vor, damit wir den tollen Ausblick geniessen können.
Natürlich holt er auch sämmtliche Infos über Tiersichtungen und deren Sichtungsorte rein...vor allem betreffend der Wildhunde...
Und was sehen da meine müden Äuglein?
Zwei Wasserbockbullen beim Kampf!
Toll, so was sieht man selten, vor allem in einem Gebiet wo man kaum Wasserböcke findet!
Und es sind die Wasserböcke, die statt einer obalen hellen Fläche am Hintern eine Klobrille am Hintern haben, die Elypsen-Wasserböcke!



Oben und unten: Wohl eher Kampf-Wasserböcke denn Elipsenwasserböcke...
Und die Damen, wegen derer es überhaupt zum Kampf gekommen ist stehen daneben und schauen fasungslos zu was sie da wieder angerichtet haben...






Oben : Bahnt sich da schon der nächste Kampf an?



Oben : Da steckt sich das Kerlchen lieber den Kopf unter den Flügel...Feigling!



Oben : Wo man doch hier sehr schön sieht dass viele Kleine auch einen Grossen vertreiben können...



Oben : ...zumindest bis der Nachschub kommt...

Anschliessend gehts zurück zur Campsite, wo wir bei Sonnenuntergang ankommen, nicht ohne auf dem Rückweg noch einige interessante Motive zu enddecken.



Oben und Unten: Die Gnus und Zebras rennen wie wild, offenbar wollen in den Feierabend...genug Fotomodel gespielt für heute!





Oben : Nur die Giraffe schiebt noch Überstunden...



Oben : ...zusammen mit einem grauslig, agressiv und ungesund aussehenden Streifenschakal...
Der kam mir ganz schräg rüber, ich vermute auch von den Bewegungen her dass das Tier krank ist...
Es machte auch einen sehr agressiven Eindruck...Tollwut im Frühstadium?
War zumindest mein Gedanke vor Ort...




Oben und Unten: Und kurz vor Erreichen des Camps geht mal wieder die Sonne unter...



Und da hat sich doch tatsächlich noch einer zwischen unserer Küche und unseren Zelten mit seinem Landrover und seinem Zelt gemütlich gemacht!
Frechheit!!!
Und plötzlich steht da Birgitt, die 'Chefin' des Jambo-Kenia-Safari-Forums, dank dem sich Marina und ich kennenlernten!
Sie und ihr Joachim sind in einem Tag von Iringa zum Nordwestlichen Gate des Selous gebrettert!!!
Ein Höllenritt nur für die ganz Harten, mit wärs zuviel!
Und ein Weichei bin ich auch nicht gerade...
Nach dem Abendessen sitzen wir sechs noch etwas am Feuer, Joachim repariert Birgitt's Objektiv nach meinen Anweisungen mit fünfzehnjährigem Whiskey (nachher tut's tatsächlich besser als vorher) und dann geht ein Gebrüll wie in einem Werwolffilm los!!!
Ich trete in die Dunkelheit, die Ohren spitzer als Nachbar's Lumpi...
...da ist es wieder, ein Heulen wie von heiseren, besoffenen Kojoten auf Brautschau...
...ganz nah, irgendwo beim Klohaus, links davon!
...'American Werwolf' geht mir durch den Kopf...
...die Szene im Moor kurz vor dem Angriff des Werwolfes...
Was ist das nur???
Es geht in wenigen, vieleicht 6-8 Sekunden um 90° um mich herum, muss also ganz nah im Gebüsch sein...maximal 20m entfernt...
...und jetzt hinter dem Klohaus, vieleicht auch rechts davon...
Und ich hör keinen Schritt, kein Rascheln, nur das Heulen...
Und ich steh noch immer alleine neben dem Lagerfeuer, aber die Anderen sind jetzt auch aufmerksam und ruhig geworden...
Dann eine Hyäne von ganz links, auch sehr nah...
Aber das andere Geräusch???
Ein Löwe beim Fremdsprachen üben???
Ein Schakal mit Verstärker und zu viel Bass???
Da ist das Geräusch nochmal, inzwischen stehen alle Männer mit Taschenlampen 'bewaffnet' im Freien und dicht beisammen...
Puls zwischen 300 und Herzinfarkt...
Und wieder hören wir es!
Aber halt, das sind nun zwei Stimmen!!!
Toll, zwei Ungeheuer im Camp, super!!!
Leben, was warst Du schön!!!
Zuletzt noch so ein Tag, herrlich!!!
Und nun dies... 🙁
Unfreiwilliger Hauptdarsteller in einem Horrorfilm???
Nur in Real???
Hätt ja nichts dagegen in einem Horrorfilm mitzuspielen, aber bitte doch nicht in Real und erst recht nicht in der Opferrolle!!!
Wir vier Männer gehen mit den Tschenlampen bewaffnet und heldenhaft die Arschbacken zusammenkneifend hinters Klohaus und sehen...
...Gebüsch...
...aber kein Tier, wir hören es nur...
...und so klingts (Lautsprechen an und etwas hochdrehen):

Bei YouTube ansehen ↗

Teil 5310. Sept. 2014
Aber halt, da ist plötzlich ein mir seit Ende 2011 bestens bekanntes Knurren dabei (im Video zu hören): das muss ein Leopard sein!!!
Fazit:
Recht nah am Camp sind zwei 'Leo's in Love' in Action!
Phu, das ist ja gerade nochmal gut gegangen, es sind nur zwei Kätzchen beim Vögeln...doch kein Grund zu sterben!!! :-D
Schon bald ist der Puls wieder auf 180 runter und der Schweiss spritzt nicht mehr aus den Poren, auch die Bedenken um die hygienischen Umstände in der Unterhose können beseitigt werden (hab mir nicht in die Hose gemacht) und es geht schon bald ins Bett, in eine Nacht mit wenig Schlaf und viel Leo-Gekreische von abends um neun bis morgens um fünf, gute Nacht!

Tag 19 : Die Probleme beginnen...

Die Nacht war laut, nebst anderem waren auch die Tiere, allen voran die geilen Leoparden in der Nachbarschaft sehr, sehr laut...
...kaum Schlaf!
Die Leo's triebens bis fünf, danach standen die Franzosen auf und packten zusammen, was zwar nicht ohne Geräusche, aber doch ohne Lärm vonstatten gehen kann...
Die Franzis habens beinahe ohne Lärm geschaft, beinahe...
Na ja...mir gehts heute nicht gut!
Die Histaminintoleranz schlägt langsam aber sicher wieder mal zu... :-/
Nichts anmerken lassen, kommt schon gut, denk ich mir.
Axel und ich also wieder mit dem Ranger und Lazaro los auf Ganztagestour mit oberstem Ziel: Paintet Dogs, also afrikanische Wildhunde!
Ok, wir würden auch einen Leo oder zwei, einen Serval, einen Geparden usw nehmen, aber die Hunde sind nach dem Katzentag oberste Priorität!
Was aber schwirig werden wird, zumal sie schon seit längerem nicht gesehen wurden und somit nicht mal Anhaltspunkte bestehen, wo die sein könnten...
Wir also los in Richtung Lake Mwanze, dahin wo die Tiere sind!
Wir sehen nebst den immer und überall vorhandenen Impala's, Gnu's und Warzenschweinen auch die erste Hyäne der Reise, garniert mit einigen grossen Kudu's, Krokodilen und Hippo's.



Oben : Morgendliches Jogging erhält die Fitness!



Oben : Nicht ganz die üblichen Verdächtigen für Afrika's Steppen...



Oben : Der Sattelstorch hat wohl junge Paviane gebracht...



Oben : Jaja, die Hinteransicht einer hübschen Giraffendame kann auch einen Pavian entzücken...



Oben : Endlich die erste Hyäne dieser Reise, die wir auch sehen und nicht nur hören!



Oben : Afrika? ... Afrika!!!



Oben : Und hier der ganze Joggingverband Selous Nord-Ost in Action!



Oben : So gehts natürlich auch...und ist nicht ganz so anstrengend wie selbst zu gehen...



Oben : Der Affe macht die Brücke...



Oben : ...was die Schreiseeadler zum Schreien finden!
Teil 5412. Sept. 2014


Oben : Der Baum sieht nicht so gesund aus, offenbar das Waldsterben nun auch im Selous angekommen nachdem es in den 1980ern schon bei uns war! 😉



Oben (Aussschnitt): Plantschende Piepmätze...



Oben : Faul rumlungerndes 3m-Krokidol



Oben : Sich davonschleichendes 1,5-Meter-Krokidol...
Als ich ihn ansprach flüchtete der Feigling, dabei hat er doch die viel grössere Klappe als ich....tststs...




Oben : Ufer am Lake Mwanze...würde zum Baden einladen, wegen der Krokis usw. machts aber kaum wer...



Oben : Und auch im Selous hat's grosse Kudu's!
Die sieht man sonst eher selten, aber diesen Urlaub verfolgen uns die Viecher!




Oben : Der Bock hat aber nicht wirklich Boch sich fotografieren zu lassen und versucht sich zu verstecken...
...zu seinem Pech auf unserer Seite des Busches...
....Dummerchen... 😉




Oben : Wieder mal ein Klo-Deckel-Wasserbock...



Oben : Kleine Gabelracke auf grossem Foto...

Unseren Lunch nemen wir an einem Ort ein wo ein Campingplatz entstehen soll, gut gelegen und im Bau(m)...
Hoffentlich bleibt's keine Bau(m)ruine!



Oben : Neuer Unterstand einer Special-Campsite, im Moment noch im Bau, Toilette und Dusche sind schon oben, aber noch nicht montiert...
Teil 5513. Sept. 2014


Oben : Wenn Mama nicht will das der Kleine säugt dann will sie nicht, da nützt auch alles zwischen ihren Beinen durchrennen nichts...



Oben : ...würde man zumindest meinen, aber Mama hat weniger Geduld als der Kleine und so darf er wieder an die Milchbar.



Oben : Der Kleine da am Bauch ist offensichtlich frisch geschlüpft, wohl wenige Tage alt...

Anschliessend finden wir einen einsamen und offenbar sehr hungrigen Löwen, denn der nagt genüsslich am Unterschenkel eines Warzenschweins rum.
Nach etlichen Versuchen einen Video ohne heranfahrende Autos zu machen fahren wir weiter, da dort wo ein junger Löwe ist auch sein Rudel sein muss!
Tatsächlich finden wir's!
Und der Löwe auch, denn der ist offenbar kurz nach uns losgelatscht und trifft nun auch bei seiner Familie ein, den Unterschenkel noch immer im Maul.



Oben und Unten: Löwe mit Knabberstange...





Oben : Wobei die Knabberstange auch schon von einem Warzenschwein als Bein benutzt wurde...jetzt wohl nicht mehr...



Oben : Das Löwenrudel versteckt sich leider im Gebüsch...

Mir gehts immer mieser, ich muss den Gamedrive abbrechen, meine Histaminintolleranz schlägt unerbittlich zu...ab zur Campsite!!!
Ich verbring den Rest des Tages zum grossen Teil auf meinem Porta-Potty, denn dafür ist es ja da!
Am Abend sitzen wir wieder zusammen, diesmal auch Sikoyo.
Mir gehts wieder so solala, aber fit ist was anderes...
Schon vor neun Uhr gehts wieder ins Zelt, gute Nacht!
Es wird die letzte Nacht im Selous sein, zumindest für diese Reise...
Teil 5614. Sept. 2014
Tag 20 : Raus aus dem Selous

Nacht's um zwei legt der geile Leo wieder los, offenbar hat er beim Liebesspiel seiner Angebeteten nicht leicht ins Öhrchen sondern stark ins Näckchen gebissen...
...und nun sucht er eine Neue Herzensdame...
...vermute ich mal...
Auf jeden Fall brüllt und heult er wie von Sinnen ziemlich nah an den Zelten vor sich hin!
An Schlaf ist nicht mehr zu denken, ich drehe und wende mich quer über die Matratze, aber nirgends finde ich den Schlaf...
Der hat wohl vor dem Leo reissaus genommen, der Feigling!
Um 05:30 rattert der Wecker, falsch gestellt, toll!
Und offensichtlich war er wirkungsvoll, denn um mich herum werden die Reissverschlüsse der Zelte geöffnet...
Sorry!!!
Um 06:30 wollen wir uns zum Frühstück treffen, anschliessend alles zusammenpacken und dann bald mal in Richtung Matawe-Gate raus und uns eine letzte Unterkunft suchen.
Beim Frühstück erzählt mir Marina dass der Leo bei ihrem Zelt über eine Abspannleine gestolpert ist und anschliessend zu brüllen begonnen hat.
Somit hatten wir auf dieser Reise nicht nur alle afrikanischen Grosskatzen gesehen sondern auch nachts im Camp gehabt, Löwen und Leoparden sogar am Zelt!
Nachdem ich mein Porta-Potty der Birgitt und dem Joachim geschenkt und erklärt habe (und natürlich vorher auch geleert und gereinigt) fahren wir ab, ganz Gamedrivemässig, aber wir fahren ab, raus aus dem Selous!
Ist das der letzte Gamedrive dieses Jahr?
Wahrscheinlich schon... 🙁



Oben : Noch ungekämmt...



Oben : Familie Warzenschwein ist auch schon auf den Hufen...



Oben : Das Gnu ist noch zu müde selbst zu stehen und muss sich noch anlehnen...ist wohl noch vor seinem Morgenkaffee...



Oben : ...und seine Freunde suchen sich erst eine geeignete Anlehnestelle...

Wir düsen los und sehen nebst anderen, noch verschlafen wirklenden Tieren schon bald eine Hyäne, dann an einem anderen Ort noch eine, nein, zwei...und kreisende beziehungsweise landende Geier!!!
Da muss ein Riss liegen!!!
Nichts wie hin, da wir ja einen Ranger dabei haben dürfen wir ja die Pisten verlassen und Offroad fahren... 🙂
(Wird übrigens per Flugzeug überwacht und gemeldet, unser Ranger Deo hat schon bald einen Anruf vom Hauptquartier bekommen und musste bestätigen dass wir das sind!!!)
Wir finden einen Gnukopf mit einigen dran hängenden Wirbeln und Rippen, der Rest ist nicht zu sehen...
...ob der Rest noch irgendwo rumläuft???
...offenbar hab ich zu viele Gruselfilme gesehen, und seit dem gruseligen Leo-Sex-Gebrülle hab ich ganz erstaunliche Gedankengänge...
'Das kopflose Gnu vs King-Kong' odrr so...
😉



Oben : Ja, streitet Euch!!!



Oben : Wir sind nicht die einzigen Zuschauer!



Oben : Die zwei Totengräber der afrikanischen Wildniss...
Faszinierende und massiv unterschätzte Tiere, beide!




Oben : Dem wurde wohl ein Glasauge eingesetzt...Wau!!!



Oben : Ein Riesen-Gewusel! Und ein Riesen-Lärm!



Oben : Und schon beim kleinsten Anlass gehts ab in die Lüfte...



Oben : ...so sehen wir wenigstens mal das Objekt der Begierde...
Wobei das Gnu nicht aussieht als ob es hoch erfreut wäre...
Teil 5714. Sept. 2014
Wir fahren weiter, sehen noch einige rennende Gnus mit Kopf und rennende Giraffen, viele Impala's und Baboon's, tolle Landschaften, unseren platten Reifen und das Mbujo-Camp, wo uns der weisse Manager deutlich zeigt dass er eine kolossale Fehlbesetzung ist...
Scheisst der doch den (schwarzen) Vizemanager vor uns auf Englisch zusammen weil der uns das Camp zeigen will!!!
Schon mal was von Werbung und/oder Diskretion gehört?
Dabei macht der Vize wirklich beste Werbung für das schöne Camp, erzählt dass die 250$ pro Nase und Nacht inklusive Fullboard, Gamedrive's und Boat-Gametour sind.
Der Manager aber hat es nicht mal geschaft freundlich zu grüssen...
Ich sag ja: Fehlbesetzung!!!
Ganz im Gegensatz zum Vize-Manager...
Nachdem der Reifen aufgepumpt ist und unsere Biere getrunken sind gings weiter.
Wir folgen der Hauptstrasse bis wir zwei Auto's von links her einbiegen sehen.
Sikoyo hält an und fragt die was und biegt anschliessend links in eben jene Strasse ein...
Sofort sehen wir linkerhand eine Hyäne...



Oben : Unter Blinden wäre diese Hyäne König...aber in der Wildniss hat's nun mal kaum Blinde, da ist's doppelt hart wenn ein Auge offensichtlich nicht ist wie es sein sollte...

Aber die Hyäne ist nicht der Grund weshalb wir abgebogen sind...
Die Landschaft erinnert mich an einen wenig gepflegten Stadtgarten in Europa, aber sicher nicht an Afrika!
Die passt überhaupt nicht hier hin, trotzdem fahren wir durch und plötzlich sehen wir wieder was!
Wir sehen etwas im Gebüsch, das wir überhaupt nicht mehr erwartet haben: ein Rudel afrikanischer Wildhunde!!!
Wau und Juhui!!! 🙂



Oben : Ein Wildhund bei seiner liebsten Tätigkeit...



Oben : Noch ein Wildhund, auch er bei seiner liebsten Tätigkeit...



Oben : Vier Wildhunde und ein Baumstamm...

Zuerst liegen alle nur faul rum, wie mans eher von Löwen erwartet, wobei die auf dieser Reise diese Erwartungen ja nicht erfüllt haben...
Und dann gibts plötzlich ACTION!!!
Einer steht auf, geht zum anderen Busch, dreht sich um und...
...
...legt sich wieder hin!
Wau...und das sollen quirlige Tiere sein???
Na ja...



Oben : Uuuuuuuund ACTION!!!
Er steht auf, halleluja!




Oben : Er dreht sich um!
Dass ich so was erleben darf, WAHNSINN!!!




Oben : Er legt sich wieder hin und schaut in die Runde!
Ja gibts denn das???
Wenn das keine Schule macht dann weiss ich auch nicht!!!




Oben : Und tatsächlich!
Ein weiterer Wildhund schaut sich um!
Leben, was willst Du mehr!!!




Oben : ...und nun schaut sich auch die Gruppe langsam um...
Wir hoffen schon auf eine Jagt, und was machen die Viecher?
Sie legen sich wieder hin!


Total sehen wir elf Tiere, unter verschiedenen Büschen verteilt rumliegend!
Leider war es ihnen zu heiss um sich grossartig zu bewegen, so mussten wir uns mit gelegentlichem Kopfheben oder sich umplatzieren begnügen.
Aber innerhin!
Es gibt ja nicht viele von denen in Tansania!
Somit haben wir auch während dieser Reise durch Südtansania alle vorkommenden Grossraubtiere gesehen, toll!!! :-D
Nach einer guten halben Stunde geht's weiter in Richtung Parkausgang, wobei wir an unserem Auto nochmals einen Platten haben, den zweiten an diesem Auto, den dritten dieser Reise.
Ist im Buschland, wo man kaum zehn Meter weit sieht immer so prickelnd... 😉
Axel und ich stehen Wache, weshalb sich kein Löwe herangetraut um uns den Fahrer wegzufressen...
Unser Wachestehen war ganz sicher der einzige Grund dafür... 😉
Feiglinge, diese Löwen, tststs!!!



Oben : Das letzte Foto innerhalb des Selous: Ein Weißstirnspint oder White-fronted Bee-eater (Merops bullockoides)
Teil 5816. Sept. 2014
Neu bereift erreichen wir das Gate, wo wir dann den Lunch zu uns nehmen.
Man sieht den Bananen an dass sie schon vor sechs Tagen gekauft wurden, grün ist da nichts mehr, selbst gelb findet man kaum mehr auf der Schale, denn die ist beinahe komplett schwarz...der Inhalt auch!
Ich esse sie seit zwei Tagen nicht mehr aus Angst vor zu viel Histamin, was mich flachlegen würde...brauch ich nicht!
Und schadet ja auch nichts wenn das eine oder andere Kilo von mir in Afrika verloren wird... 😉



Oben : Unser Picknic-Unterstand am Gate...essen, von den Rangern die aktuellsten Zahlen hören (Innert etwa vier Jahren ist er auf 13'000 Elefanten von vorher 55'000 Elis geschrumpft...usw...)



Oben : Eine Dampfmaschine aus der Zeit des ersten Weltkrieges...



Oben : Offensichtlich ist das Essen hier nicht allen gut bekommen... 😉



Oben : Kaum aus dem Selous raus sehen wir schon eine grössere Elefantengruppe über das Flugfeld latschen



Oben : Und die Elis sind nicht die einzigen Tiere hier ausserhalb des Selous, nein, eine Büffelspinne ist auch noch hier...aber leider hats auch hier keine der Namensgeber dieser Spinne...man könnte meinen dass die Büffel im Selous bis auf zwei Exemplare ausgestorben sind, mehr hab zumindest ich nicht wahrgenommen!

Anschliessend geht's auf Suche der Unterkunft für die letzte Nacht vor meinem Abflug.
Da die Lodges und Camp's kurz nach dem Gate wie an der Perlenschnur am Ufer des Rufiji liegen fällt die Suche nicht sonderlich schwer, zumal uns ja das 'Hippo-Camp' empfohlen wurde.
Wir fahren da rein, und wen treff ich da?
John, meinen Guide vom Anfang der Reise im Saadani!!!
:-D
Die Freude ist gross, die Begrüssung herzlich, welch Überraschung!!!
Er ist noch mit derselben Gruppe mit zwei Schweizerinnen und einem deutschen Paar unterwegs wie als wir uns in den Udzwanga-Mountains zufällig trafen.
Zum Glück ist er die Strecke von Mikumi zum Selous über Morogoro gefahren und berichtet von vielen Baustellen und miserabler Strasse (Stand July 2014, im August 2014 berichtet uns Sikoyo dass die Strasse in gutem Zustand wäre...offenbar schnelle Bauarbeiter oder unterschiedliche Wahrnehmungen...).
Er wäre lieber wie wir den Shurtcut gefahren, er fährt ihn oft, aber diesmal hatte er eine Übernachtung in Morogoro drinn, da wäre der Shortcut ein Umweg gewesen.
Nun werden uns die Zelte und Banda's/Bungalow's gezeigt, die Anlage hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen!!!
Wir haben die Wahl ohne Essen für 35$ oder mit Vollpension inkl. Lunchpacket für 95$ zu nächtigen...
60$ für drei Mahlzeiten in Tansania, wau!!! :-O
Selbstbewusst sind sie, zumindest was das Essen angeht!
Wir wählen trotzdem inkl. Vollpension, da wir schlicht nichts mehr zu essen dabei haben und es in Stress ausarten könnte wenn wir jetzt noch einkaufen gehen würden...wir wollen lieber unter die Dusche, und das sofort!!!
Kalt ist sie, die Dusche, Warmwasser hat's nicht, aber gut tut's!!!!
Und wie!!!
Ich hab gestunken wie ein Iltis!!!
Nicht so gut ist aber dass in dem Moment wo ich von Kopf bis Fuss eingeseift bin plötzlich kein Wasser mehr kommt... 🙁
Ich schrubbe trotzdem die Krusten aus Sonnenmilch, Staub, Schweiss und DET runter und plötzlich hat's wieder Wasser, phu!!!
Glück gehabt!!!



Oben (Aufgehellt) : Das Hauptgebäude/Restaurant der Hippo-Lodge



Oben : Mein Zelt von aussen...



Oben : ...und von innen (übrigens wie alle anderen Fotos ohne Blitz, nur die Stirnlampe leuchtet etwas).



Oben (Aufgehellt) : Blick aus dem Restaurant: Links der Campingplatz, rechts das Lagerfeuer und im Hintergrund der Rufiji-River



Oben : Bei der Ankunft Blick vom Lagerfeuer den Rufiji runter...



Oben : ...und zwei Stunden später Blick den Rufiji-River rauf...

Nach einem herrlichen Sonnenuntergang ergibt sich noch ein Gespräch mit den drei hübschen Damen aus der Region Bern und ihrem Begleiter, die mit John unterwegs waren.
Es war ihre erste Afrika-Reise, und dann gleich in den wunderschönen Süden Tansania's!
Gut gemacht, Mädels und Junge! 😉
Das Abendessen ist sehr, sehr üppig und dazu noch sehr gut!
Aber wir müssen die Hälfte stehen lassen, weil's einfach zu viel ist.
Noch zwei, drei Gespräche und ab ins Bett, gute, letzte afrikanische Nacht im 2014!!!
Teil 5916. Sept. 2014
Nach Dar es Salaam und zum Flughafen... 🙁

Die Affen, Vögel und Bushbaby's machen einen Höllenlärm, es ist kurz nach vier und ich bin wach!
Danke, Ihr Viecher!
🙁
Also alles Fliegergerecht packen, denn ich will noch so viel Tangawizi mitnehmen wie ich kann!
Alles was ins Handgepäck muss wandert in den Rucksack, alles andere in die Tasche mit den Rucksack-Bügeln, diese dann in den ansonsten leeren Duffle-Bag, damit ich nur eine Tasche zu schleppen habe bis zum Slipway's Hotel in Dar es Salaam.
Dort will ich dann 21,5kg Tangawizi kaufen und diese anstelle der schwarzen Tasche in den Duffle-Bag legen.
Das ist dann der Vorteil wenn man zwei Taschen mitnehmen kann und nur eine braucht... :-D
Aber nach dem Packen gehts erst mal zum Frühstück, wo sich John und seine Gruppe auf einen Game-Walk verabschieden.
Unser Frühstück lässt nichts zu wünschen übrig, verpflegungstechnisch ist das Hippo-Camp echt gut, zum Campieren oder für eine einzelne Nacht zu empfehlen!
Für länger nur für Leute, die keinen Anspruch an die Unterkunft stellen...
Hinter den Bungalows, von denen einer Axel zur Verfügung stand, röhrt der Generator, die Zelte haben mehr Flicken als Frankensteins Schöpfung und Mückendichtigkeit oder Mückennetze: Fehlanzeige!
Um acht fahren wir los, es wird gerüttelt und geschüttelt, selbst ein Coctail würde sich beklagen!
Nach endloser Piste, die zu mehr als der Hälfte eine Sandpiste ist, hat's die ersten Asphaltbrocken und ab Eingang zur Stadt Kibiti ist alles schöner Asphalt bis Dar es Salaam.



Oben : Velofahrer und Fussgänger im Staub zwischen dem Selous und Kibiti



Oben : Die Strecke ist recht wellig und holperig, aber solange es trocken ist gut befahrbar...



Oben : ...und mit viel Grünzeug drumherum bewachsen...das aber vor lauter Strassenstaub eher Rotzeug ist... :-O



Oben : Bei der Einfahrt in die Stadt Kibiti wechselt die Strecke von einer Erdstrasse zu einer geteerten Strasse.



Oben : Schräge Häuser am Wegesrand...



Oben : Einkaufsmöglichkeit im Kombo-Shop? 😉



Oben : ...dann doch lieber hier...kurz vor Dar es Salaam.

Dort jedoch hats das, was ich erwartet habe: einen Riesenstau!!!
Das wäre mir ja egal wenn ich zum Flughafen müsste, aber wir sind absichtlich früh los, dass falls etwas passiert wir trotzdem rechtzeitig da sein können.
Da aber nichts passiert ist sind wir viel zu früh, also geh ich auch mit ins Slipway-Hotel, wo die Anderen ein Zimmer haben, da sie ja erst um etwa halb vier in der Nacht losdüsen, ich aber schon heute Abend um 21:15 Uhr.
Unser Ranger Deo ist noch immer dabei, er wohnt in der Nähe von Dar und seine Frau kann ihn so im Hotel abholen und muss nicht zum Selous fahren.
Da wird sie auch froh sein...bei der Strecke sowieso!
Im Hotel angekommen gehen wir erst mal essen...die Lunchbox haben wir nicht angerührt, denn hier gab's echt gutes Essen!
Ich gönne mir einen Lobster vom Grill mit Kartoffelstock, aber nach unendlich langer und mühsamer Bestellung kommt erst nur ein Teil der bestellten Getränke und nachdem das nachgebessert wird kommt mein Hummer an meinen ungedeckten Platz...
...ohne Besteck...
Gleichzeitig wird der Nebentisch (!!!) mit Besteck belegt, obwohl die erst beim Bestellen sind...
Unverfrorenerweise haben wir kein eigenes Besteck dabei, so muss ich doch stinkfrech das Besteck nachordern...
Bin ziemlich sauer, was das Servicepersonal auch zu hören bekommt...
Wobei...wie kann man nur als Gast in ein Restaurant gehen ohne Besteck dorthin mitzunehmen...tststs... 😉
Zur Suppe von Deo werden dann Messer und Gabel, aber kein Löffel gereicht...
Die Suche nach einem Löffel dauert dann so lange dass die Suppe erkaltet und wieder in die Küche wandert, und dann zwar der Löffel aber nicht die Suppe bereit ist!
:-D
Irgendwie, wohl nicht mal Gott weiss wie, haben wir alle irgendwann genug zeitliche Überschneidung von Besteck und Essen dass wir auch satt werden, toll!!!



Oben (Foto Marina Meger) : Meine drei Lobster :-D



Oben (Foto Marina Meger) : Unsere Truppe: (vRnL) Marina, Axel, Lazaro, Deo, Sikoyo, Prosper, ich (mit Wampe vom grossen Lobster...)

Nach dem gemeinsamen Essen gehts dann daran uns von Sikoyo, Lazaro, Prosper und Deo zu verabschieden, was einige Zeit in Anspruch nimmt (Tipps und Geschenke verteilen usw...).
Liebe Kerle, die einen guten Job machen!
Empfehlenswert!!!
Und nun auf die Suche nach Tangawizi, das Gesöff mit dem Geist Ostafrikas!!!
...odrr so...
Und tatsächlich find ich einen Supermarkt mit sieben Halbliter-Kunststoff-Flaschen!
Haben will ich aber mehr!
Und wenn ich will, dann will ich!!!
Und so wuselt bald die halbe Belegschaft durch den Supermarkt und das Lager, und nach einigen Minuten trag ich vierzig Flaschen von Dannen, ein überglückliches Grinsen im vor Schweiss trieffenden Gesicht!
Ich liebe das Gesöff, nur gibts das in Europa nicht zu kaufen...unverständlicherweise, denn es gehört zum Coca-Cola Konzern, und der ist bekanntlich in Europa vertreten!
Aber Coca-Cola Schweiz hat mir sogar per eMail bestätigt dass es nicht importiert wird und sich das auch in Zukunft nicht ändert. 🙁
Also die schwarze Rucksacktasche aus dem Duffle-Bag raus uns stattdessen das Tangawizi in den Duffle-Bag rein!
Zumindest 37 Flaschen davon, denn mit Tasche dürfen 23kg nicht überschritten werden.
Und schon ist's Zeit um mich von den Anderen zu verabschieden...schön war die Zeit in einer wunderschönen Gegend mit guten, ganz gut harmonierenden Leuten!!!
Mit dem Shuttle des Hotels gehts zum Flughafen, nicht ganz eine Stunde durch Dar es Salaam, und schon bin ich viel zu früh da...
Ab 19:15 einchecken, ab 20:45 zum Gate 2, ab 21:05 Boarding...der Urlaub ist so gut wie zu Ende, Melancholie macht sich breit...
Nicht in der Südsee, aber in Ostafrika...sollte vieleicht auch mal besungen werden...
Der Flieger düst mit nur wenigen Passagieren los nach Nairobi, wo die Crew gewechselt wird...
:-O!!!
Beinahe wie im Hotel, da sollte ja auch alles nach Benutzung gewechselt werden...wobei ich persönlich ja der Meinung bin dass man Handtücker, Bettlaken und Crews für denselben Gast durchaus zweimal verwenden darf... 😉
Die Tanks und Sitze werden gefüllt und die 45 Minuten dauernden '15 Minuten Aufenthalt' werden durch einen weiteren Start in
Afrika's Nacht beendet.
...wobei das Flugzeug schon ganz sonderbare Geräusche von sich gibt...klingt so als ob das Fahrwerk nicht einschnappen würde... 🙁
Nach dem Dinner schaff ich's sogar im Flieger drei Stunden zu schlafen, ein Novum!!!
Halleluja, sag i!!!
Teil 6017. Sept. 2014
Das Frühstück wird über der Adria serviert und die Sonne blendet von rechts hinten, mitten ins Auge!
Ende Frühstück überfliegen wir Bella Venezia und dann hopsen wir schon über die Berge...
Die Landung in Zürich klappt trotz etlicher seltsamer Geräusche schon seit dem Start in Dar ohne Katastrophe, nochmals Halleluja!!!
Wie immer in Zürich gehts sehr schnell, am Kofferband warte ich noch zwei Minuten bis ich die Tasche Tangawizi habe, die andere Tasche geht direkt zum Zug und dann ab ins Rheintal, wo ich sie am folgenden Tag am Bahnhof St.Margrethen holen kann.
Am Zoll geh ich zwar ganz brav dort rein wo's was zu verzollen gibt, aber nachdem ich den Zollbeamten darüber ausgeklärt habe was Tangawizi ist und vor allem seine Frage ob's da Alkohol drin hat klar mit 'Nein' beantworten kann gibts nichts zu verzollen, auch schön! :-D
Der Zug fährt wenige Minuten später mit mir und meinem Gesöff los in Richtung Ostschweiz, es verspricht ein angenehm warmer Tag zu werden.
In Heerbrugg angekommen stell ich die schwere Tasche ins Schliessfach und spaziere gemütlich mit meinem Rucksack nach Hause, wo's gegen neun Uhr erstmal unter die Dusche geht...dringend notwendig!!! :-D

Fazit: Eine tolle Reise mit empfehlenswerten Unternehmen:
'Mashokatours' in Usa River bei Arusha/TZ (klick mich), gerne wieder!!!
Ebenfalls gerne wieder darf ich zu 'Paradies Safaris' in Arusha (klick mich) sagen, alles so wie abgesprochen, nichts zu viel, nichts zu wenig, alles passte perfekt!!!
Gerne wieder gilt auch für die Mitreisenden und die Gegenden, ebenfalls für das 'Tandala Tented Camp' (klick mich),für die Bandas im Saadani National Park und alle Campsites die wir hatten!
Ebenfalls gerne wieder sag ich zu allen drei Parks, auch wenn der Rückgang der Elefanten im Ruaha sowie der Elefanten und grossen Tiere im Selous im Vergleich zu 2011 sehr stark auffällt!
Und das ist leider nicht nur Jahreszeitlich bedingt, sondern zum grössten Teil der Wilderei geschuldet...den extrem scheuen Tieren im Selous ist die Angst vor Menschen richtig anzumerken!!!
'Zahlen, Daten, Fakten' hat Marina im Namibia-Forum als Ergänzung zu diesem fotolastigen Bericht zusammengestellt, danke dafür! (Klick mich)
Alles in allem eine tolle Reise ohne negative Erlebnisse, wie's sein soll!!!

Süd-Tansania wird mich wieder sehen!!!

Noch kurz zu den Kameras: Ich bin nicht nur vollkommen zufrieden, meine Erwartungen wurden übertroffen!



Oben : Grössenvergleich von oben nach unten:
-Olympus Pen E-PM2 mit 9-18mm-Objektiv (18-36mm KB-Aequivalent)
-Olympus OMD-E-M10 mit 14-150mm-Objektiv (28-300mm KB-Aequivalent)
-Olympus OMD-E-M5 mit 75-300mm-Objektiv (150-600mm KB-Aequivalent)
-Canon EOS 650D mit 100-400mm-Objektiv (150-600mm KB-Aequivalent)
-Canon EOS 650D mit 24-105mm-Objektiv (36-158mm KB-Aequivalent)
Die obersten drei Kameras wiegen zusammen etwas weniger als die Zweitunterste und etwas mehr als die Unterste... 😉


Ich kann das MFT-System von Olympus zumindest mit dem 16 Megapixel-Sensor wärmstens empfehlen!

ENDE REISEBERICHT!
Zur Diskussion mit allen 313 Beiträgen