Hallo,
es gibt seit einigen Wochen kontroverse Berichte, laut denen in Namibia 6 von nur noch 18 adulten Wüstenelefantenbullen zur Jagd durch Trophäenjäger freigegeben wurden. Die Tiere dürfen durch Trophäenjäger geschossen werden, aber es darf nichts als Trophäe ausgeführt werden.
http://africageographic.com/blog/trading-the-lives-of-desert-elephants-for-votes/
Der auch auch von mir hoch geschätzte Garth Owen-Smith hat dazu hin eine differenzierte Einschätzung abgegeben:
http://africageographic.com/blog/hunting-of-desert-elephants/
Angeblich wurde nun bereits der Erste der Elefanten abgeschossen:
http://africageographic.com/blog/controversy-grows-as-first-desert-elephant-shot/
Das MET entgegnete in einer Stellungnahme sinngemäß, dass es überhaupt keine speziellen Wüstenelefanten gibt und man im Nordwesten ja schließlich inklusive Etosha NP 4.000 Elefanten hätte, von denen man eben auch welche "consumptiv" nutzen kann. Die Locals vor Ort müssten schließlich von den Tieren profitieren und sollen das Fleisch bekommen.
http://africageographic.com/blog/namibian-government-responds-to-elephant-hunting-debate/
Das ist meines Erachtens auf 3 Arten etwas billig.
1. Fasst das MET das Gebiet recht groß, um mit einer großen Elefantenpopulation argumentieren zu können. 6 von 4.000 hören sich natürlich undramatischer an als 6 von 18.
2. Man zieht sich dann auf eine biologische Artenspezifikation zurück und von der Art hat man grundsätzlich noch genug. Nur dann könnte man auch sagen: Völlig egal ob die letzten verbliebenen Elefanten in Ghana, Mali, Tschad, Angola, Kamerun, Malawi usw. auch noch weggeballert und weggewildert werden - wir haben ja grundsätzlich noch genug in Afrika (primär Botswana, Tansania und Simbabwe). Das trifft erkennbar nicht den Punkt.
3. Wenn es um Fleisch für Locals geht, dann ist die Frage, warum gerade Wüstenelefantenbullen geschossen werden müssen? Ein paar Oryx, Zebras, Gnus, etc. täten es dann wohl auch.
Es gibt auch eine Petition gegen den weiteren Abschuss von Wüstenelefanten, die bereits mehr als 12.000 Menschen unterzeichnet haben. Ist für uns "Meckerer aus Europa" immer sehr bequem und billig, so eine Petition zu unterzeichnen, aber ob das etwas bringt, weiß ich nicht?
https://secure.avaaz.org/en/petition/Namibian_Minister_of_Environment_and_Tourism_U_Herunga_Stop_ALL_Hunting_of_Rare_Desert_Elephants/?pv=5
Ich weiß nicht, ob der Eindruck täuscht und die Zahl an zweifelhaften Jagdpermits und Abschüssen von Wüstenlöwen, Wüstenelefanten, Nashörner usw. tatsächlich zunimmt oder ob mittlerweile nur mehr als früher an das Licht kommt? Namibia ist bislang in Sachen Conservation und Arterhalt zweifellos eine große Erfolgsgeschichte. Aber wenn jeden Monat solche Sachen international durch die Presse und die Social Networks laufen, verspielt Namibia irgendwann seinen guten Ruf und wird Einbußen beim Tourismus haben.
Das Ganze finden wahrscheinlich so ziemlich viele hier recht übel, aber nur das vielfach in den Thread zu schreiben, bringt auch nichts. Interessanter wären weitere Informationen. Weiß jemand Genaueres zu den Permits zum Abschuss für angeblich gleich 6 Wüstenelefantenbullen? Angeblich haben Naturschützer das Angebot gemacht, diese Permits aufzukaufen und zusätzlich Fleisch für die Locals zu stellen, was aber angeblich abgelehnt wurde. Hat dazu noch jemand konkrete Informationen? Bitte auch nicht wieder grundsätzlich über die Jagd diskutieren. Dazu finden sich hier glaube ich schon alle Pro- und Kontra-Argumente. Wer nur noch mal seinen Blutdruck pushen will, schaue sich im Africa-Geographic-Blog den viertletzten Post von heute an...
Beste Grüße
Guido
BTW: Wer aktuelle Informationen zu den Elefantenpopulationen in einzelnen Ländern sucht, guckt hier. Da kann man sich zu den einzelnen Ländern und Regionen durchklicken:
http://www.elephantdatabase.org/preview_report/2013_africa/Loxodonta_africana/2012/Africa
es gibt seit einigen Wochen kontroverse Berichte, laut denen in Namibia 6 von nur noch 18 adulten Wüstenelefantenbullen zur Jagd durch Trophäenjäger freigegeben wurden. Die Tiere dürfen durch Trophäenjäger geschossen werden, aber es darf nichts als Trophäe ausgeführt werden.
http://africageographic.com/blog/trading-the-lives-of-desert-elephants-for-votes/
Der auch auch von mir hoch geschätzte Garth Owen-Smith hat dazu hin eine differenzierte Einschätzung abgegeben:
http://africageographic.com/blog/hunting-of-desert-elephants/
Angeblich wurde nun bereits der Erste der Elefanten abgeschossen:
http://africageographic.com/blog/controversy-grows-as-first-desert-elephant-shot/
Das MET entgegnete in einer Stellungnahme sinngemäß, dass es überhaupt keine speziellen Wüstenelefanten gibt und man im Nordwesten ja schließlich inklusive Etosha NP 4.000 Elefanten hätte, von denen man eben auch welche "consumptiv" nutzen kann. Die Locals vor Ort müssten schließlich von den Tieren profitieren und sollen das Fleisch bekommen.
http://africageographic.com/blog/namibian-government-responds-to-elephant-hunting-debate/
Das ist meines Erachtens auf 3 Arten etwas billig.
1. Fasst das MET das Gebiet recht groß, um mit einer großen Elefantenpopulation argumentieren zu können. 6 von 4.000 hören sich natürlich undramatischer an als 6 von 18.
2. Man zieht sich dann auf eine biologische Artenspezifikation zurück und von der Art hat man grundsätzlich noch genug. Nur dann könnte man auch sagen: Völlig egal ob die letzten verbliebenen Elefanten in Ghana, Mali, Tschad, Angola, Kamerun, Malawi usw. auch noch weggeballert und weggewildert werden - wir haben ja grundsätzlich noch genug in Afrika (primär Botswana, Tansania und Simbabwe). Das trifft erkennbar nicht den Punkt.
3. Wenn es um Fleisch für Locals geht, dann ist die Frage, warum gerade Wüstenelefantenbullen geschossen werden müssen? Ein paar Oryx, Zebras, Gnus, etc. täten es dann wohl auch.
Es gibt auch eine Petition gegen den weiteren Abschuss von Wüstenelefanten, die bereits mehr als 12.000 Menschen unterzeichnet haben. Ist für uns "Meckerer aus Europa" immer sehr bequem und billig, so eine Petition zu unterzeichnen, aber ob das etwas bringt, weiß ich nicht?
https://secure.avaaz.org/en/petition/Namibian_Minister_of_Environment_and_Tourism_U_Herunga_Stop_ALL_Hunting_of_Rare_Desert_Elephants/?pv=5
Ich weiß nicht, ob der Eindruck täuscht und die Zahl an zweifelhaften Jagdpermits und Abschüssen von Wüstenlöwen, Wüstenelefanten, Nashörner usw. tatsächlich zunimmt oder ob mittlerweile nur mehr als früher an das Licht kommt? Namibia ist bislang in Sachen Conservation und Arterhalt zweifellos eine große Erfolgsgeschichte. Aber wenn jeden Monat solche Sachen international durch die Presse und die Social Networks laufen, verspielt Namibia irgendwann seinen guten Ruf und wird Einbußen beim Tourismus haben.
Das Ganze finden wahrscheinlich so ziemlich viele hier recht übel, aber nur das vielfach in den Thread zu schreiben, bringt auch nichts. Interessanter wären weitere Informationen. Weiß jemand Genaueres zu den Permits zum Abschuss für angeblich gleich 6 Wüstenelefantenbullen? Angeblich haben Naturschützer das Angebot gemacht, diese Permits aufzukaufen und zusätzlich Fleisch für die Locals zu stellen, was aber angeblich abgelehnt wurde. Hat dazu noch jemand konkrete Informationen? Bitte auch nicht wieder grundsätzlich über die Jagd diskutieren. Dazu finden sich hier glaube ich schon alle Pro- und Kontra-Argumente. Wer nur noch mal seinen Blutdruck pushen will, schaue sich im Africa-Geographic-Blog den viertletzten Post von heute an...
Beste Grüße
Guido
BTW: Wer aktuelle Informationen zu den Elefantenpopulationen in einzelnen Ländern sucht, guckt hier. Da kann man sich zu den einzelnen Ländern und Regionen durchklicken:
http://www.elephantdatabase.org/preview_report/2013_africa/Loxodonta_africana/2012/Africa