Jagd auf 6 von nur noch 18 Wüstenelefantenbullen?

21 Antworten · 3'464 Aufrufe · gestartet 23. Juni 2014 von Guido.
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ThemenstarterGast23. Juni 2014 · #1
Hallo,

es gibt seit einigen Wochen kontroverse Berichte, laut denen in Namibia 6 von nur noch 18 adulten Wüstenelefantenbullen zur Jagd durch Trophäenjäger freigegeben wurden. Die Tiere dürfen durch Trophäenjäger geschossen werden, aber es darf nichts als Trophäe ausgeführt werden.
http://africageographic.com/blog/trading-the-lives-of-desert-elephants-for-votes/

Der auch auch von mir hoch geschätzte Garth Owen-Smith hat dazu hin eine differenzierte Einschätzung abgegeben:
http://africageographic.com/blog/hunting-of-desert-elephants/

Angeblich wurde nun bereits der Erste der Elefanten abgeschossen:
http://africageographic.com/blog/controversy-grows-as-first-desert-elephant-shot/

Das MET entgegnete in einer Stellungnahme sinngemäß, dass es überhaupt keine speziellen Wüstenelefanten gibt und man im Nordwesten ja schließlich inklusive Etosha NP 4.000 Elefanten hätte, von denen man eben auch welche "consumptiv" nutzen kann. Die Locals vor Ort müssten schließlich von den Tieren profitieren und sollen das Fleisch bekommen.
http://africageographic.com/blog/namibian-government-responds-to-elephant-hunting-debate/
Das ist meines Erachtens auf 3 Arten etwas billig.
1. Fasst das MET das Gebiet recht groß, um mit einer großen Elefantenpopulation argumentieren zu können. 6 von 4.000 hören sich natürlich undramatischer an als 6 von 18.
2. Man zieht sich dann auf eine biologische Artenspezifikation zurück und von der Art hat man grundsätzlich noch genug. Nur dann könnte man auch sagen: Völlig egal ob die letzten verbliebenen Elefanten in Ghana, Mali, Tschad, Angola, Kamerun, Malawi usw. auch noch weggeballert und weggewildert werden - wir haben ja grundsätzlich noch genug in Afrika (primär Botswana, Tansania und Simbabwe). Das trifft erkennbar nicht den Punkt.
3. Wenn es um Fleisch für Locals geht, dann ist die Frage, warum gerade Wüstenelefantenbullen geschossen werden müssen? Ein paar Oryx, Zebras, Gnus, etc. täten es dann wohl auch.

Es gibt auch eine Petition gegen den weiteren Abschuss von Wüstenelefanten, die bereits mehr als 12.000 Menschen unterzeichnet haben. Ist für uns "Meckerer aus Europa" immer sehr bequem und billig, so eine Petition zu unterzeichnen, aber ob das etwas bringt, weiß ich nicht?
https://secure.avaaz.org/en/petition/Namibian_Minister_of_Environment_and_Tourism_U_Herunga_Stop_ALL_Hunting_of_Rare_Desert_Elephants/?pv=5

Ich weiß nicht, ob der Eindruck täuscht und die Zahl an zweifelhaften Jagdpermits und Abschüssen von Wüstenlöwen, Wüstenelefanten, Nashörner usw. tatsächlich zunimmt oder ob mittlerweile nur mehr als früher an das Licht kommt? Namibia ist bislang in Sachen Conservation und Arterhalt zweifellos eine große Erfolgsgeschichte. Aber wenn jeden Monat solche Sachen international durch die Presse und die Social Networks laufen, verspielt Namibia irgendwann seinen guten Ruf und wird Einbußen beim Tourismus haben.

Das Ganze finden wahrscheinlich so ziemlich viele hier recht übel, aber nur das vielfach in den Thread zu schreiben, bringt auch nichts. Interessanter wären weitere Informationen. Weiß jemand Genaueres zu den Permits zum Abschuss für angeblich gleich 6 Wüstenelefantenbullen? Angeblich haben Naturschützer das Angebot gemacht, diese Permits aufzukaufen und zusätzlich Fleisch für die Locals zu stellen, was aber angeblich abgelehnt wurde. Hat dazu noch jemand konkrete Informationen? Bitte auch nicht wieder grundsätzlich über die Jagd diskutieren. Dazu finden sich hier glaube ich schon alle Pro- und Kontra-Argumente. Wer nur noch mal seinen Blutdruck pushen will, schaue sich im Africa-Geographic-Blog den viertletzten Post von heute an...

Beste Grüße

Guido

BTW: Wer aktuelle Informationen zu den Elefantenpopulationen in einzelnen Ländern sucht, guckt hier. Da kann man sich zu den einzelnen Ländern und Regionen durchklicken:
http://www.elephantdatabase.org/preview_report/2013_africa/Loxodonta_africana/2012/Africa
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2014
33,1k Beiträge · seit 200623. Juni 2014 · #2
Hi Guido,

das Gerücht hat eine "Schutz-Organisation" bereits vor einigen Wochen aufgebracht.
Es wurde vom MET, tatsächlich mal innerhalb eines Tages, widerlegt. Es wurde demnach genau ein (1) Permit (normal sind 3 pro Jahr) zum Abschuss eines Elefanten durch die Community (ob ein Trophäentier ist dabei unerheblich) freigegeben. Mehr nicht!

Die Presseerklärung hatte ich hier auch gepostet (meine ich), finde sie aber so auf die schnelle jetzt auch nicht. Diese enthielt aber zum Teil auch die von Dir in Frage gestellten 3 Aspekte.

Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
33,1k Beiträge · seit 200623. Juni 2014 · #3
P.S. Es handelt sich genau um die Organisation, wie ich gerade nachgeschaut habe, die auch schon vor 2-3 Wochen das Gerücht aufbrachte. Neben dem MET (was verständlich ist) haben aber auch andere Schutzorganisationen diese als "unseriös" eingestuft.

Viele Grüße
Christian

NACHTRAG (19:02/20:02 Uhr)

Hi zusammen,

ich nochmal. Hier ist die Presseerklärung von damals (entspricht aber wohl auch dem Auszug den Guido gepostet hatte. Es geht um zwei Elefanten die wie jedes Jahr von den Conservancies gejagt werden dürfen. Diese sind keine Trophäentiere und können auch ausdrücklich Kühe sein.
📎 h478581f.pdf

Es gibt alleine 400 Wüstenelefanten im engsten Sinne... wäre erstaunlich, wenn da nur 16 Bullen dabei wären...

Beste Grüße
Christian
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zuletzt bearbeitet 23. Juni 2014
ThemenstarterGast23. Juni 2014 · #4
Hallo Christian,

Danke für die Informationen. Nach allem was ich bisher gelesen habe, ist es nicht so einfach und klar. Das MET dementiert eben nicht ausdrücklich, das 6 Permits zur Jagd ausgestellt wurden, sondern führt alles Mögliche sonst zur Rechtfertigung an. Die konkrete Aufzählung der Permits ist etwas unlogisch. Es werden als Quote einmal 2 Elis und dann noch 2 mal ein Eli für verschiedenen Conservancies genannt. Macht 4. Nächster Satz: "These two elephants are for own use and not for trophy purposes". Wieso jetzt "These 2"? Wir waren doch schon bei 4? Und das über 3 Jahre. Und im nächsten Satz sind wir dann bei 2 pro Jahr. Also 6 in 3 Jahren. Entweder bin ich zu beschränkt. um das zu begreifen oder das MET wollte bewusst unklar formulieren? Ob diesen Conservancies weitere Permits für Trophäenzwecke ausgestellt werden, steht in der MET-Mitteilung nicht. Jagdausstatter bieten definitiv aktuell auch Trophäenelefanten im Damaraland an. In anderen Artikeln zum Thema steht auch, dass ein Sprecher des MET die 6 Permits bestätigt hat, wobei da genauso wie bei den MET-Mitteilungen sicher etwas Skepsis nicht schadet.
http://www.thehuntingagency.co.uk/tour/Elenamibia/

Generell wirkt die lange Rechtfertigung auf mich so, als wenn man eben etwas rechtfertigen will, wofür man eigentlich keine Argumente hat. Wüstenelefanten haben keinen Sonderstatus und werden mit den rund 3.600 eingezäunten Elefanten im Etosha zusammen geschmissen. Gibt es im Etosha NP denn neuerdings auch Trophäenjagd auf Elefanten oder warum zählt man die mit, wenn man Jagd auf Elefanten im Nordwesten als unkritisch rechtfertigen will? Auch der die Jagd grundsätzlich befürwortende Garth Owen-Smith nennt im Gegensatz zum MET nur 120-150 Wüstenelefanten. Und anscheinend wurde nun der erste Elefant in genau dem Gebiet geschossen, das Garth Owen-Smith als kritisch ansieht.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 23. Juni 2014
2'664 Beiträge · seit 201223. Juni 2014 · #5
Guido,

in Afrika hält die Nachhaltigkeit genau so lange wie Maismehl und Fleisch im Kochtopf sind.

Daß plötzlich die Kochtöpfe gefüllt werden sollen mit Elefantenfleisch hat wohl mit der anstehenden Wahl zu tun, da die regierende Swapo gerne durch das niedere Volk wieder gewählt werden will.

Aber was ist das anders als in Europa oder Germanien?

Rechne doch nach, was der Steuerzahler an zusätzlichen Steuern zahlen mußte, daß ein Schröder an die Macht kommen konnte. Wie viele Milliarden kosten den Steuerzahler und die nachfolgenden Generationen die skrupellosen machtgeilen Ambitionen der Merkel, nur daß sie eine weitere Legislaturperiode das Land weiter ruinieren kann? Was sind dagegen 6 Elefanten?

H.
785 Beiträge · seit 200824. Juni 2014 · #6
Hi,

ich bin leider in diesem Fall nicht gut informiert, kennen die Zahlen und auch die vertretbaren Quoten nicht, nur fände ich es absolut blödsinnig, wenn da Elefanten zum Abschuss frei gegeben werden, um eine Bestandsregulierung durchzuführen ( wie gesagt wenn dies vertretbar ist ), dass dann die Trophäen nicht ausgeführt werden dürfen!

Es ist doch wohl klar, dass somit viel weniger Geld für einen Abschuss erzielt werden kann welches in Namibia doch sicherlich eine gute Verwendung finden würde!!!

Also wenn schon Abschuss, dann doch bitte mit dem Maximal erzielbaren Ertrag!


Gruß


Markus
33,1k Beiträge · seit 200624. Juni 2014 · #7
Hi Guido, hallo zusammen,

habe gestern Nacht noch Feedback auf eine Nachfrage beim MET bekommen.

"Diese bleiben bei ihrer Darstellung in der Pressemitteilung (siehe mein Posting zuvor). Dem sei nichts hinzufügen."

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'664 Beiträge · seit 201224. Juni 2014 · #8
travelNAMIBIA schrieb:Hi Guido, hallo zusammen,

habe gestern Nacht noch Feedback auf eine Nachfrage beim MET bekommen.

"Diese bleiben bei ihrer Darstellung in der Pressemitteilung (siehe mein Posting zuvor). Dem sei nichts hinzufügen."

Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Die wagen nichts zu sagen weil sie schlotternde Knie haben wohl aufgrund einer Anweisung vom Swapoführer und wahrem Hintergrunddiktator, der sich über alle Gesetze hinwegsetzen kann, wie sich immer wieder zeigt.
ThemenstarterGast24. Juni 2014 · #9
Hallo,
Swakop1952 schrieb:Daß plötzlich die Kochtöpfe gefüllt werden sollen mit Elefantenfleisch hat wohl mit der anstehenden Wahl zu tun, da die regierende Swapo gerne durch das niedere Volk wieder gewählt werden will.
Der Vorwurf, dass die SWAPO mit dem Elefantenfleisch Stimmen für die anstehende Wahl kaufen will, wird im ersten von mir verlinkten Artikel auch gemacht. Nur wird man das - sofern es stimmt - kaum beweisen können und deshalb habe ich den Punkt nicht aufgegriffen.

Ansonsten versuche ich mal etwas zusammen zu fassen. Die Zahl an Elefanten, die nur in den wüstenartigen Gebieten leben, wird je nach Quelle auf 80 bis 150 geschätzt. Die Zahl der weiteren Elefanten in der Kunene-Region, die zeitweise in den Wüstengebieten leben, wird je nach Quelle auf weitere 300-700 geschätzt. Bezogen auf die Zahl der Elefanten, die ausschließlich in den Wüstengebieten leben, erscheint ein Bestand von nur 18 adulten Bullen durchaus plausibel. Wenn davon tatsächlich 6 abgeschossen werden, wäre das problematisch. In der gesamten Kuneneregion gibt es viel mehr Elefantenbullen und ein Abschuss von 6 Bullen wäre da nicht kritisch.

Wie viele Permits zum Abschuss wirklich ausgestellt wurden, lässt sich nicht feststellen, weil das MET sich nicht genau erklären will und Abschussgegner angeblich vorhandene Beweise bislang auch nicht nachvollziehbar veröffentlichen. Wo genau die Elefanten abgeschossen werden und ob das zu Lasten der 80-150 "reinen" Wüstenelefanten oder der restlichen Population in der Kunene Region geht, lässt sich auch nicht heraus bekommen.

Ein Teil der unbekannten Anzahl an Permits wird zum Eigenverbrauch der Conservancies als Nicht-Trophäe ausgestellt. Theoretisch können dafür auch Elefantenkühe geschossen werden. Auch diese Elefanten werden durch Trophäenjäger abgeschossen, was legal ist und Sinn macht, um Einnahmen zu maximieren. Weil Trophäenjäger für ihr Geld aber typischerweise prächtige Bullen schießen wollen, werden wahrscheinlich in der Praxis keine Elefantenkühe sondern ausschließlich Elefantenbullen geschossen - was auch legal wäre, da das MET auch für die Abschüsse zum Eigenverbrauch keine Vorgabe macht.

In der Summe sind wir so schlau wie zuvor: Es ist weiter möglich, dass die Vorwürfe voll und ganz stimmen. Es ist auch möglich, dass die Abschüsse durchaus als vertretbare Wildnutzung wertbar sind. Wer weitere Informationen, Quellen hat: Gern her damit.

Unverständlich sind für mich auf jeden Fall 2 Punkte:
1. Weltweit werden die Wüstenelefanten im Kaokoveld und Damaraland als einzigartige Attraktion angesehen. Für das MET sind das dort x-beliebige Elefanten wie im Etosha NP oder Caprivi.
2. Es ist bekannt,dass Trophäenjäger ausschließlich Elefantenbullen jagen wollen. Warum werden die Non-Trophy-Permits für den Eigenverbrauch der Conservancies dann nicht explizit für Elefantenkühe ausgestellt, um wenigstens eine halbwegs gleichmäßige Bejagung zwischen weiblichen und männlichen Elefanten sicher zu stellen?

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 24. Juni 2014
785 Beiträge · seit 200824. Juni 2014 · #10
Hi,

ich verstehe auch nicht, warum bei solchen Sachen einfach keine Transparenz vorhanden ist, währe doch für alle Seiten vorteilhaft und es gäbe keinen Platz für wilde Spekulationen!



Gruß


Markus
1'324 Beiträge · seit 201324. Juni 2014 · #11
Ein undurchdringlicher Dschungel aus Halbwahrheiten und politisch gefärbter Meinungsmache in allen Richtungen.
Und das Traurige daran ist, dass das so gewollt ist.

Schade, dass man auf Kosten der Tiere und des Naturschutzes
- Politik macht
- den Gegner verunsichert
- Meinungsmache betreibt.

Das gibt jedenfalls kein gutes Bild ab.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2'664 Beiträge · seit 201224. Juni 2014 · #12
maggus schrieb:Hi,

ich verstehe auch nicht, warum bei solchen Sachen einfach keine Transparenz vorhanden ist, währe doch für alle Seiten vorteilhaft und es gäbe keinen Platz für wilde Spekulationen!

Gruß
Markus
Wer Schmiergelder kassiert oder Gemeinschaftsgelder in seine Tasche umleitet oder ungesetzliche Dinge tut aufgrund ungesetzlicher Anweisungen die er erhält, der kann kein Interesse besitzen um Transparenz zu schaffen oder sich selbst an den Pranger zu stellen.
938 Beiträge · seit 201324. Juni 2014 · #13
Hallo,
Swakop1952 schrieb:
...
Rechne doch nach, was der Steuerzahler an zusätzlichen Steuern zahlen mußte, daß ein Schröder an die Macht kommen konnte. Wie viele Milliarden kosten den Steuerzahler und die nachfolgenden Generationen die skrupellosen machtgeilen Ambitionen der Merkel, nur daß sie eine weitere Legislaturperiode das Land weiter ruinieren kann? Was sind dagegen 6 Elefanten?
Keine Wiederrede was verschwendetete Steuermillionen/milliarden für Wahlgeschenke bedeuten. Allerdings sehe ich es schon so, dass es nicht mit Leben von Kreaturen aufrechenbar ist. Egal wie viel Kohle verschwendet wird, es ist immer noch etwas anderes als natürliche Resourcen zu verschwenden

Just my 2 Cents
Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018: Wüste, Wind und der KTP Reiseberichte von uns
ThemenstarterGast02. Juli 2014 · #14
Hallo,

ein Elefant wurde wie gesagt bereits geschossen. Es soll ein junger Elefantenbulle gewesen sein. Dieser gehörte zur Herde H2. Diese Herde galt bislang als ruhig und relaxt und wurde von den ganzen Guides/Lodges in der Gegend gern angefahren und intensiv touristisch genutzt. Seitdem ein Tier der Herde abgeschossen wurde, soll die Herde extrem aggressiv auf Autos reagieren und bei deren Sichtung sofort ernsthafte Angriffe starten. Diese Information stammt nicht von irgendwelchen Individualtouristen oder Möchtegern-Naturschützern, sondern vom EHRA-Direktor. EHRA ist eine Elefantenschutzorganisation, die seit langem mit Segen des MET in der Region tätig ist und die Tiere und Herden seit Jahren kennt.

Werden solche möglichen Auswirkungen eigentlich hinreichend berücksichtigt, wenn das MET die Entscheidung fällt, dass der Abschuss von "Wüstenelefanten" im Sinne einer nachhaltigen Tiernutzung vertretbar ist? Wenn es da jetzt zu tödlichen Unfällen kommt, wird man weitere Tiere als Problemtiere deklarieren und abschießen. Und Elefanten haben bekanntlich ein sehr gutes Gedächtnis. Falls die Herde jetzt auf Jahre nicht mehr touristisch nutzbar ist, entsteht auch ein großer Schaden. Ganz egal wie man generell zur Jagd steht: Es dürfte schwer fallen, zu dieser Jagd unter dem Strich etwas Positives zu bilanzieren.

Beste Grüße

Guido
ThemenstarterGast03. Juli 2014 · #15
Hallo,

ich hatte vor einer Woche bemängelt, dass das MET mit einer verschwurbelten und wohl bewusst unverständlich abgefassten Presseerklärung versucht, den Vorwurf zu entschärfen, dass 6 Permits zur Jagd auf Wüstenlefenatenbullen ausgestellt wurden. Klar bestätigt hatte das MET nur 2 Non-Trophy-Permits zum Eigenverbrauch der Conservancies.

Und Das MET hatte wohl Recht. Die originale Melung mit 6 Permits war wohl nicht ganz richtig. Statt 6 Permits bestätigt das MET nun wohl 9! Permits zum Abschuss von Elefanten. Neben den schon bestätigten 2 Permits zum Eigenverbrauch der Conservancies hat das MET noch 7 Permits für die Trophäenjagd auf Elefanten in Kunene- und Erongoregion ausgestellt.
http://africageographic.com/blog/more-desert-elephants-to-be-shot/

Da das MET meistens keine ganz genauen Vorgaben macht, welcher Elefant als Trophäe wo genau geschossen werden darf, ist schon weitestgehend absehbar, wie das laufen wird. Trophäenjäger wollen für ihr Geld - irgendwo verständlich - die prächtigste und exklusivste Trophäe. Am Ende werden wohl 8-9 Wüstenelefantenbullen abgeschossen - exklusivere Elefantentrophäen gibt es nicht.

Namibia war 40 Jahre lang eine ziemlich einzigartige Erfolgsstory, was die Entwicklung der Wildtierbestände anbetrifft. Das hat immer auch ein gewisses Maß an konsumptiver Wildnutzung - also Jagd - eingeschlossen. Aber 9 Permits mehr oder weniger auf einmal und den Wüstenelefanten jeglichen Sonderstatus absprechen? Verstehe ich nicht.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 03. Juli 2014
1'324 Beiträge · seit 201304. Juli 2014 · #16
Interessant wäre auch zu erfahren, was denn die Lodges so dazu sagen. schließlich sind die Wüstenelefanten doch Teil ihres Erfolgs.

Der Hintergrund für das Töten ausgerechnet dieser Tiere würde mich doch sehr interessieren.
Da steckt doch irgend eine Absicht dahinter.


Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
zuletzt bearbeitet 04. Juli 2014
1'162 Beiträge · seit 201204. Juli 2014 · #17
Guido,

das ist auch nicht zu verstehen!

Beste Grüße
Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
33,1k Beiträge · seit 200606. Juli 2014 · #18
Hi zusammen,

aktuell zum Thema:
"Bei der Trophäenjagd auf einen Elefanten im Kaokoveld wurde eine Person durch schwer verletzt. Dieses berichtet die Namibian Desert Action Group auf ihrer Facebookseite. Demnach wurde der Mann bei der Jagd durch einen jungen Elefanten-Bullen in die Luft geschleudert, nachdem ein Schuss gefallen war. Der scheinbar angeschossene Bulle wird derzeit noch gesucht. Es handelte sich den Angaben nach um eine legale Jagd in der Uukwaluudi Conservancy, an der Berufsjäger sowie drei ausländische Jagdgäste teilnahmen. (Quelle: Hitradio Namibia - www.hitradio.com.na)

Viele Grüße aus dem saukalten Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
2'664 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #19
Leider schaffte ich es nicht, auch nur eine einzige Krokodilsträne zu produzieren wenn es einer der Jäger oder Jagdführer wäre.
1'162 Beiträge · seit 201206. Juli 2014 · #20
Hallo,

ich freue mich auch immer, wenn es ein Stier schafft, den sog. Stierkämpfer auf die Hörner zu nehmen.

Michael
7x Namibia, 2x S-Afrika, ca. 45x Atlantische Inseln (Kapverden > 25x, Kanaren, Madeira, Azoren); 7x W-Afrika (Senegal, Guinea Bissau, Gambia, Sierra Leone), Marokko, Tunesien, Jemen, Madagaskar, USA, Kanada, Costa Rica, ziemlich viel ME & SE rauf und runter und kreuz und quer
zuletzt bearbeitet 06. Juli 2014