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Vorwort zum Reisebericht Seit vielen Jahren verbringen wir den Winter in Afrika. Ich stelle jeweils eine ungefähre Wunschtour zusammen, studiere diverse Reiseführer und Strassenkarten, bespreche mit meinem Mann Toni, ob er damit einverstanden ist (was er eigentlich immer ist 😁 ) und dann kann’s los gehen. Da wir immer ca. vier Monate unterwegs sind, ist es nicht möglich, nach genauem Plan zu fahren, sondern wir lassen uns einfach treiben. Geplant waren dieses Mal Tansania, Kenia, Uganda und Ruanda, aber schlussendlich sind nur zwei Monate Tansania und zwei Monate Kenia daraus geworden.
Mein innigstes Wunschziel ist dieses Mal Tabora. Nicht die Serengeti oder einer der zahlreichen Nationalparks in Tansania, sondern einfach Tabora mitten im Nirgendwo 🤩 .
Unser Fahrzeug ist ein Puch/Mercedes G, Jahrgang 1982 welcher zu Beginn unserer diesjährigen Reise 645’000 km auf dem Tacho hatte. Viel mehr schreib ich nicht über ihn, sonst komm ich endlos ins Schwärmen und das könnte dauern.
Innenausbau unseres Fahrzeuges:
Unsere Reiseroute vom 1. Dezember 2013 bis 29. Januar 2014 in Tansania
1. Dezember 2013 Tonis Schwester, welche wie ich auch Erika heisst, bringt uns bei minus 2 Grad nach Zürich/Kloten zum Flughafen. Die Fahrt dauert nur 45 Minuten.
Beim Einchecken des Gepäcks verkündigt uns die Dame am Schalter, dass wir 2 kg Übergewicht haben (nicht wir, sondern die Reisetasche). Schweren Herzens und zerknirscht geben wir Erika 4 Päckli Fertig-Rösti in ihr Handtäschli und fragen uns besorgt, ob wir nun für unseren Trip genügend Notnahrung dabeihaben. Da wir pro Person nur 23 kg mitnehmen dürfen und ja fast nichts mehr ins Handgepäck darf, auch keine Rösti und auch kein Fertigfondue wegen der Flüssigkeit, die auslaufen könnte, wissen wir, dass es mit dem Gewicht eventuell knapp werden würde, da wir nebst unseren persönlichen Sachen für unser Fahrzeug einen Stossdämpfer, ein Blech und sonst noch ein paar Kleinigkeiten dabei haben. Überhaupt sind die in Kloten wahnsinnig pingelig. Das ganze Handgepäck wird auseinander genommen.
Pünktlich um 21 Uhr startet der fast neue Airbus von Edelweiss in Richtung Arusha/Kilimanjaro Airport. Das Personal ist freundlich, das Essen o.k., aber die Sitze sind irgendwie hart und unbequem, obwohl genügend Beinfreiheit vorhanden ist.
Teil 226. Mai 2014
Arusha, 2. Dezember 2013 Nach ziemlich genau 8 Stunden Flugzeit landen wir auf dem Kilimanjaro Airport. Eine knappe halbe Stunde später verlassen wir bereits ohne kontrolliert worden zu sein mit dem Visum im Pass und unserem Gepäck auf dem Wägelchen das Flughafengebäude. So zügig sind wir noch nie durch einen afrikanischen Flughafenzoll gekommen 🙂 . Die Temperatur ist mit 20 Grad sehr angenehm.
Hamsa, unser Taxifahrer erwartet uns bereits und fährt uns durch den Morgenverkehr nach Arusha zum Shoprite, damit wir das Nötigste einkaufen können. Um die Fleischabteilung zu finden, muss man nur dem penetranten Aasgeruch nachlaufen 🤢 , was einem die Lust auf ein Steak leider verdirbt. Überhaupt finden wir den Shoprite irgendwie ein wenig schmuddelig.
Da es letzte Nacht zum ersten Mal seit sieben Monaten so richtig stark geregnet hatte, steigen wir für die letzten paar Kilometer in einen Mercedes G um, da Hamsas Taxi für die Piste bis zur Farm, wo unser Fahrzeug steht, wohl überfordert gewesen wäre.
Gästehäuschen
Nachdem wir von unseren lieben Gastgebern herzlich begrüsst wurden, beziehen wir das gemütliche Gästehäuschen und da wir vom Flug noch ein wenig benebelt sind, setzen wir uns erst mal auf die Veranda um auf den Beginn unseres Urlaubs anzustoßen und zudem muss ich jetzt mal endlich in Ruhe eine rauchen.
Toni holt dann unser Fahrzeug aus der Garage und stellt es vors Häuschen. Das kann nämlich nicht bis morgen warten, weil der Gute ja auch gebührend begrüsst werden will.
Blume im Gästehäuschen-Garten
Baumwolle
Gemeiner Käfer, welcher die ganzen Hibiskusblüten auffrisst.
Am Abend essen wir nur ein wenig Brot mit Zutaten, zum Kochen sind wir zu faul. Und dann geht’s bereits um 20 Uhr ab ins Körbchen.
Teil 326. Mai 2014
Arusha, 3. Dezember 2013 Nach dem gemütlichen Frühstück auf der Veranda geht Toni an die Arbeit. Der Anlasser wird ausgebaut, mit einem neuen von daheim mitgebrachten Bestandteil versehen, und wieder eingebaut. Zudem werden die Handbremsseile erneuert und ein hinterer Stossdämpfer ersetzt, sodass der damals in Zimbabwe auf einer Rumpelstrecke zerbrochene und dann in Kariba wieder fachmännisch zusammen geschweisste Stossdämpfer als Reserve dient.
Nach getaner Arbeit fahren wir nach Arusha um Geld zu besorgen und um in verschiedenen Geschäften Lebensmittel etc. einzukaufen.
Auf dem Rückweg wird dann schlussendlich noch in der Werkstatt unseres Einstellplatzvermieters an unserem Auto eine neue Frontscheibe eingebaut. Die alte Scheibe hatte auf der Beifahrerseite einen immer größer werdenden Riss, welchen wir einem kleinen steinewerfenden Schnösel in Zimbabwe zu verdanken haben 🤢 . Kosten: 407 Euro 🙁 .
ICH KÖNNTE DIR JETZT NOCH EINEN SATZ HEISSE OHREN VERPASSEN, DU ROTZBENGEL, DU VERFLIXTER! 😈
Am Abend grillen wir ein prima Rindsfilet, als Beilage gibt es Salat. Temperatur: 25 Grad, bewölkt.
Arusha, 4. Dezember 2013 Nach 10 Stunden Schlaf gibt’s wieder Frühstück auf der Veranda. Leider wird’s dem Toni kurz darauf schlecht. Er muss sich übergeben und leidet unter Durchfall. Trotzdem entfernt er bei unserem Auto hinten rechts ein ziemlich angerostete Blech, welches er morgen durch ein neues, von daheim mitgebrachtes ersetzen möchte. Die Arbeit fällt dem Armen ziemlich schwer, aber er beisst (scheisst) 😊 sich tapfer durch.
🙄 😐 🙁
Da ich in meinem letzten Tansania-Reisebericht beschrieben hatte, wie wir bei Uvinza den geheimnisvollen Malagarasi River überquert haben, gab mir unsere Butterblume/Marina den Tipp, Richard Grant’s Buch “Meine Bar in Sansibar” zu lesen, welches von einem durchgeknallten Abenteurer handelt, der vor nicht allzu langer Zeit unter grossen Strapazen als Erster diesen weitgehend unerforschten Fluss per Gummifloss bis zur Mündung in den Lake Tanganyika befahren hat. Da wir ja planen, in einer anderen Gegend diesen Malagarasi abermals zu überqueren, beginne ich zur Einstimmung und um die Vorfreude zu steigern und um Tonis Gesundheitsschlaf nicht zu stören, das spannende Buch zu lesen.
Teil 427. Mai 2014
Arusha, 5. Dezember 2013 Toni hat 12 Stunden geschlafen, nun fühlt er sich wieder besser. Sogleich macht er sich nach dem Frühstück daran, unserem Puch das neue Blech zu verpassen. Die Arbeit hat einige Stunden in Anspruch genommen, aber es hat sich gelohnt. Nun sieht er wieder toll aus (der Puch). 😉
Es ist bereits dunkel, als zwei Land Rover mit je einer Person ankommen. Es sind Hänsel* und Gretel* aus Oesterreich. Sie ziehen ins zweite Schlafzimmer des Gästehäuschens ein und beschlagnahmen auch gleich die Veranda und einen grossen Teil der Gemeinschaftsküche 😐 . Überhaupt sind die Zwei nicht unbedingt das, was man sympathisch findet, zumal das Gretel dominamässig andauernd an dem Hänsel rumnörgelt, welcher ein wenig einen abwesenden Eindruck macht und hin und wieder ob der vielen Massregelungen schmerzvoll jammert und die Augen verdreht 😣 .
Aber auch der Hänsel hat zeitweise etwas komische Ansichten, er würde, wie er uns sagt, wegen der Baumameisen und Baumschlangen niemals in einem Dachzelt schlafen 😮 .
Da wir ja nun dank Gretel und Hänsel nur noch eine eingeschränkte Sitzgelegenheit auf der Veranda haben, verziehen wir uns bald in unser Schlafgemach und lassen die Beiden allein rumwursteln.
Arusha, 6. Dezember 2013 Am Morgen regnet es sehr stark und lange. Wir holen unseren eigenen Campingtisch und die Stühle aus unserem Fahrzeug und machen’s uns auf der anderen Seite der Veranda bequem. Toni setzt für den Morgenkaffee Wasser auf und bringt es zum Sieden, was sogleich von der Gretel gerüffelt wird, da scheints das Wasser für den Kaffee niemals ganz kochen darf 😮 Entschuldigung 🤨 .
Nach dem Mittag scheint endlich wieder die Sonne, sodass wir kurz entschlossen nochmals nach Arusha fahren. Durchs übliche Verkehrschaos kämpfen wir uns zu Meat King, welcher wunderbares Fleisch im Angebot hat. Ausserdem ergattere ich dort eine Portion frische Himbeeren, welche ich gleich verdrücke 😛 .
Als wir wenig später ins Shoprite-Areal reinfahren, winkt uns eine Frau zu. Sie spricht mich mit meinem Namen an und sagt auch zu unserer Verwunderung “hallo Mister Toni” 🤩 . Es sind Ulli und Helli ( helliulli aus dem Namibia-Forum). Welch eine Freude, da erkennt uns jemand aufgrund der Fahrzeug-Bilder meines Reiseberichtes 🤩 ! Wir gehen sogleich zusammen eins trinken und haben uns natürlich viel zu erzählen. Die Beiden hinken ihrem Zeitplan bereits ein wenig hinterher, da ihr Autovermieter erst mal nach ihrer Ankunft Campingutensilien einkaufen musste, weil ihm entgangen war, dass sie campen möchten. Nachdem wir viel Zeit verplaudert haben, verabschieden wir uns herzlich von Ulli und Helli und hoffen heimlich, dass wir die beiden netten Leute irgendwann auf der Strecke wiedersehen werden.
Im Gästehäuschen angekommen, sehen wir auf dem Parkplatz eine riesen Auslegeordnung und der Hänsel liegt schraubend unter dem einen Land Rover. Unser wirklich bescheiden kleines Auto hat kaum mehr Platz und um zum Häuschen zu gelangen, müssen wir über alle möglichen Werkzeugkisten und sonstigen Utensilien steigen 😠 . Die zwei Land Rover von Hänsel und Gretel sehen schlimm aus und machen den Eindruck als ob sie nächstens auseinanderfallen würden 😁 . Gretels Fahrzeug weigert sich, anzuspringen und Hänsels Auto verliert eine Menge Oel. Mit diesen Klapperkisten hätte ich nicht mal den Nerv, bis Arusha zu fahren. Da nützt es auch nicht viel, wenn die zusammen im Konvoi fahren, da ja beide Fahrzeuge nahezu Schrott sind.
Als sie uns dann noch fragen, wie unsere Pläne aussehen und ob man eventuell ein Stück zusammen fahren könne, übertreiben wir masslos und erzählen ihnen was von einem Höllenritt quer durch Tansania, und einem geplanten Vorstoss bis ins Herz der Finsternis 😎 . Das wollen sie dann doch lieber nicht.
Am Abend grillen wir super zarte Schweinesteaks vom Hals und als Beilage gib es Karottensalat. Leider sind heute die Mücken ganz besonders aggressiv, was vermutlich mit dem Regen zusammenhängt.
*Namen wurden geändert
Teil 528. Mai 2014
Arusha, Masai Camp, 7. Dezember 2013 So, heute packen wir endlich unsere Sachen zusammen. Es ist Zeit, zu gehen, da ja nun eh alles an unserem Auto gemacht ist. Wir möchten endlich wieder mal im Dachzelt schlafen 🙂 .
Tagesziel wäre eigentlich Mto Wa Mbu gewesen, aber auf dem Shoprite-Parkplatz treffen wir wieder zufällig Ulli und Helli und gehen mit ihnen natürlich eins trinken 😎 . In der Zwischenzeit ist es vor lauter Geplapper zu spät geworden, um nach Mto Wa Mbu zu fahren, sodass wir das Masai Camp etwas außerhalb von Arusha ansteuern. Der Platz ist sehr schön und wir wissen vom letzten Mal, dass die nebst grossen Unterständen prima neue Duschen und Toiletten haben. Allerdings konnten wir damals wegen der nahen Disco kaum schlafen. Die Disco gibt es immer noch, aber sie wurde, wie man uns beteuerte, schalldicht gemacht 😁 . Man höre von aussen wirklich keinen Ton mehr 🙂 , versprach man uns hoch und heilig. Gut, wir geben dem an sich schönen Platz nochmals ne Chance und bleiben. Wir wundern uns nur, dass wir seit drei Tagen die ersten Gäste sind, zumal dieser Platz früher ein sehr beliebter Treffpunkt der Afrikafahrer war. Hier war immer viel los.
Masai Camp, Arusha
So ab ca. 22 Uhr hören wir ganz gedämpfte Musik aus der Disco. Es ist wirklich absolut erträglich und wir sagen uns noch, dass wir damit überhaupt kein Problem haben 😁 .
Der Lärmpegel im Masai Camp ändert sich um Mitternacht schlagartig 😈 . Dann werden nämlich alle Türen aufgerissen und es dringt ein unbeschreibliches Gedröhne zu uns herüber. Mir tun mit der Zeit die Ohren weh und ich suche verzweifelt nach einem Papiertaschentuch, um damit meine gequälten Ohren zu stopfen 🤢 . Toni und ich stülpen uns die Kopfkissen über die Köpfe und dann noch die Bettdecke, aber alles nützt nichts. Wir sind diesen Presslufthammergeräuschen gnadenlos ausgeliefert 😈 . An Schlaf ist nicht zu denken. Erst um ca. 4.30 Uhr wird in der Disco Feierabend gemacht, aber aus der heiss ersehnten Ruhe wird nichts, da nun verschiedene Muezzins rufen, zahllose Hähne krähen und etwa 700 Hunde bellen 😈 🤢 😈 🤢 😈 🤢 .
Gerädert und übernächtigt stehen wir auf, packen zusammen und beschweren uns wutentbrannt an der Rezeption. Die Dame kann zwar nichts dafür, aber irgendwer muss nun einfach für diese qualvolle Nacht den Kopf hinhalten.
Camping Masai Camp Arusha: 8 U$ pro Person inkl. Strom und Lärm
Tipp für Camper-Selbstfahrer:
Aussicht vom Campingplatz auf den Lake Duluti
Einige Kilometer außerhalb Arusha in Richtung Moshi liegt am kleinen, romantischen Lake Duluti ein netter, einfacher Campingplatz mit Strom und heissen Duschen. Haben uns dort im Jahr zuvor sehr wohl gefühlt. Achtung, Zufahrt schlecht beschildert!
Teil 601. Juni 2014
Panorama Camp, Mto Wa Mbu, 8. Dezember 2013 Nun kann unsere Safari endlich beginnen, es wurde auch Zeit. Das ist halt das Schicksal der Fahrzeugbesitzer, dass die ersten Tage nach Ankunft immer etwas am Auto rumgebastelt werden muss.
Die Reise geht weiter nach Westen in Richtung Mto Wa Mbu. Einige Kilometer außerhalb Arusha geraten wir in eine Polizeikontrolle, aber als die Politesse unsere Gummischlange auf dem Armaturenbrett erblickt, stösst sie einen Schrei aus 😮 , rennt auf die Fahrbahn und wäre fast überfahren worden 😊 .
Die einst miese Strasse ist nun abgesehen von einigen Baustellenumfahrungen ganz gut. Die Firma Strabag hat hier wirklich schnell vorwärts gemacht.
Anfangs März 2013 sah es nämlich über viele Kilometer noch so aus:
Irgendwann unterwegs fängt es wie aus Kübeln an zu pissen. Die Sicht ist mies und Wasser läuft über die Strasse.
In Mto Wa Mbu suchen wir als Erstes die Twiga Lodge auf, aber da wurde umgebaut, sodass es für unsereins mit Dachzelt nicht mehr möglich ist, auf die Campingwiese zu fahren 😵 . Wir hätten auf dem Parkplatz übernachten müssen. Also den Hügel hinauf zum Panorama Camp. Dort war es letztes Mal ein wenig ungemütlich, da gerade gebaut wurde. Nun ist alles fertig und wir sind mehr als zufrieden. Die Frauenduschen sind ganz neu und geräumig. Prima, so gefällt es uns 😁 .
Panorama Campsite
Restaurant der Panorama Lodge und Campsite
Die Aussicht vom Panorama Camp auf den Lake Manyara ist einfach wunderschön. Ausserdem gibt es weniger Mücken als unten in der Ebene. Wir fühlen uns hier sehr wohl.
Für uns ist das Panorama Camp schon wegen der tollen Lage der schönste Campingplatz in der Umgebung Mto Wa Mbu/Lake Manyara.
Später trudeln dann noch zu unserer grossen Freude Ulli und Helli ein. Helli zerdrückt mit dem Land Rover beim Einparkieren einige wenige Blümchen 🙄 , aber dass die Wege so eng angelegt wurden, ist ja nicht seine Schuld.
Am Abend gesellen sich nebst Ulli und Helli noch zwei junge Deutsche zu uns, sodass unsere Miniparty ganz ungewollt in einen mittleren Absturz ausartet 😉 .
Panorama Campsite: 10 U$ pro Pers. inkl. Strom und WIFI Gefahrene Kilometer: 128
Teil 702. Juni 2014
Fahrt zum Lake Natron, 9. Dezember 2013 Nach dem feucht-fröhlichen Abend haben wir heute Morgen ziemliche Anschlaufschwierigkeiten 😎 . So auch unser Fahrzeug. Der Motor weigert sich, zu starten 😐 . Erst telefonieren wir mit der Werkstatt in Arusha, dort heisst es, wir sollen bei ihnen vorbeikommen, aber glücklicherweise öffnet Toni die Motorhaube und entdeckt trotz Restalkohols im Blut, dass sich nur ein Kabel gelöst hatte und nachdem es wieder an seinem Platz ist, springt der Wagen sofort an 🤩 . Das wäre schön peinlich gewesen, zurück nach Arusha zu fahren, um ein Kabel in die Halterung stecken zu lassen 😊 .
Die Safari zum Lake Natron kann nun unter die Räder genommen werden. Ulli und Helli fahren schon mal vor, Toni muss noch in ein paar Läden, er kann diesen afrikanischen Mini-Geschäften einfach nicht widerstehen 😈 . Er denkt, es könnte ja wirklich sein, dass er zufällig mal was Brauchbares findet.
Um 11 Uhr biegen wir auf die ziemlich holperige Piste zum Lake Natron ein.
Die Landschaft wird mit jedem Kilometer schöner und interessanter. Massais treiben ihre riesigen Viehherden durch die weiten Ebenen und dazwischen weiden zahllose Zebras. Das ist Afrika, wie wir es lieben.
Riesentrappe
Beim ersten Gate, wo pro Person 10 U$ Wegzoll fällig sind, treffen wir auf Ulli und Helli, welche von mehreren verkaufswütigen Massais belagert werden. Die Leute drängen einem ja schon, ihnen etwas abzukaufen, aber wenn man nein sagt, akzeptieren sie das und sie bleiben immer freundlich.
Die Piste ist wirklich ziemlich staubig und steinig, außerdem müssen ein paar Schlammstellen durchfahren werden, aber alles ist noch im grünen Bereich. Bald darauf folgt die zweite Zahlstelle, wo wieder 10 U$ pro Person abgedrückt werden müssen.
Wir sind total fasziniert von dieser Landschaft und machen immer wieder kleine Fotostopps.
Regen liegt in der Luft.
Hübsches Mädel
Und endlich taucht der 2878 m hohe, berühmte heilige Berg der Massai auf. Ol Doinyo Lengai heisst dieser imposante Vulkan. Anfänglich ist er noch in Wolken verhüllt, aber bald steht er in voller Pracht da. Ein wunderschöner Anblick, auf den wir uns schon lange gefreut haben.
Ol Doinyo Lengai
Lake Natron
Kurz vor unserem Ziel, das World View Camp ist schon in Sicht und der Lake Natron glitzert in der Ferne, treffen wir auf ein breites, schlammiges Flussbett.
Müssen mal Pinkelpause machen, bevor wir da durchfahren.
Teil 803. Juni 2014
World View Camp, 9. Dezember 2013 Bevor wir das schlammige, breite Flussbett überqueren, dürfen wir zum dritten Mal Wegzoll bezahlen, und zwar pro Person 15 U$ + 20 U$ fürs Fahrzeug. Somit kosten die ca. 120 km Piste bis zum Lake Natron für zwei Ausländer mit einem ausländischen Fahrzeug total 90 U$. Aufregen nützt nichts. Wir wussten es im Voraus, somit ist es für uns o.k. Zudem sind die Preise in den Wärterhäuschen genau angeschrieben.
In den Bergen muss es stark geregnet haben, denn im Flussbett steckt ziemlich hilflos ein DHL-Fahrzeug, welches uns vor einiger Zeit rasant überholt hat und dessen Fahrer wahrscheinlich zu wenig lange gewartet hat, bis das Wasser abgelaufen ist.
Es wird gebuddelt und geschoben, wir schauen interessiert zu 🙂 , und irgendwann kann der Mann seine Fahrt fortsetzen.
Helliulli’s Land Rover Das Flussbett mit dem Black Cotton Soil sieht nicht gerade vertrauenerweckend aus, aber wir müssen da durch um zum Camp zu gelangen. Toni fährt voraus, Helli und Ulli mit dem Land Rover hinterher. Ich jammere ein wenig, da der Untergrund keinen Halt bietet und wir hilflos einige Pirouetten drehend da durchfahren 🙄 , aber Toni sagt zu mir, dass er keinen Ton hören möchte 🤢 . Er spielt dann immer darauf an, dass ich ja diejenige bin, die diese bescheuerten Strecken aussucht und er dann derjenige ist, welcher das Auto ausgraben muss 😄 . Aber wir kommen heil und ohne grössere Probleme durch das Flussbett, oder besser gesagt, das Delta.
Der heilige Berg
Siedlung in der Nähe des World View Camps
Nach 4,5 Std. Fahrzeit erreichen wir endlich das World View Camp. Jona heisst der Campbesitzer und ist ein edler, freundlicher Massai in voller Massai-Montur, welcher fliessend Englisch spricht. Das Camp gefällt uns prima, es liegt etwas erhöht an einem Berghang, die Duschen (leider kalt, sind Warmduscher 😊 ) und Toiletten sind sauber und neu und die Aussicht von hier oben auf den Lake Natron und den Ol Doinyo Lengai ist umwerfend.
World View Camp
Wir richten hier unser Nachtlager ein, bereiten das Nachtessen zu und höckeln anschließend noch lange zusammen. Schliesslich müssen die Erlebnisse unseres ersten gemeinsamen Fahrtages ausgiebig durchdiskutiert und gefeiert werden 🤩 .
Irgendwann nachts, wir liegen bereits im Dachzelt, fängt es sehr stark an zu regnen und zu stürmen. Plötzlich merke ich, dass ich von unten her patschnass werde 😵 . Mein lieber Mann hat nämlich nicht das ganze Zelt geschlossen, sondern nur die Regenplane runtergespannt 😈 . Somit konnte das ganze Wasser (und es war viel) ins Zelt laufen und die Matratze komplett durchnässen. Na bravo 😈 . So ein Wasserbett kann ganz schön eklig und ungemütlich sein 😠 . Es tröstet mich ein wenig, dass der Überschwemmungsverursacher Toni genauso leiden muss wie ich 🙂 .
Gefahrene Kilometer: 127
P.S. Einige Bilder wurden mir freundlicherweise von helliulli zur Verfügung gestellt 🙂
Teil 910. Juni 2014
Serengeti, Lobo public campsite, 10. Dezember 2013 Wie bereits erwähnt, war die Nacht in unserem Dachzelt sehr, sehr feucht. Geschlafen haben wir kaum, sondern die Zeit damit verbracht, uns um die letzten trockenen Stellen in der Matratze zu balgen. 😠
Toni tut so, als ob nichts wäre. 🤨
Gut, dass die Sonne wieder scheint, es wird nämlich mit der Zeit ziemlich frisch, wenn man auf ner nassen Matratze liegen muss.
Kaum sind wir aufgestanden, kommt Jona, der Campbesitzer und eröffnet uns, dass wir nicht zum Klein’s Gate fahren können, sondern umkehren müssen, da die Piste gegen Norden wegen des starken nächtlichen Regens unbefahrbar geworden sei. Er verzapft was von abgebrochenen Flussufern und weggeschwemmter Piste 🤢 . Zudem bedankt er sich bei uns für den ersten grossen Regen seit vielen Monaten, welchen wir ihm mitgebracht haben 😵 . Na bravo. Nun frühstücken wir erst mal gemütlich, vielleicht fahren wir zurück nach Mto Wa Mbu, oder wir bleiben nochmals eine Nacht hier.
Der Massai Jona, heute ganz in Zivil.
Dann fragt uns Jona, ob wir eine starke Abschleppgurte hätten, da ein Tour Guide mit Touristen seit gestern Abend am Fusse des Ol Doinyo Lengai ganz böse im Schlamm stecke. Da wir es ja nicht eilig haben, gibt ihm Toni die Gurte und Jona entschwindet damit.
Durch den Feldstecher beobachten wir, dass im Flussbett wieder Fahrzeuge festgefahren sind. Wenn wir nun umkehren, müssen wir auch wieder dort überqueren 🤨 .
Wir geniessen erst mal die tolle Aussicht und warten auf Jona. Dieser kommt irgendwann nach langer Zeit zurück, wäscht unsere verschlammte Abschleppgurte und eröffnet uns dann, dass wir es nun doch wagen können, zum Klein’s Gate zu fahren.
Häääää? 🙁 Hat uns dieser durchtriebene Massai nur angeschwindelt und was von zerstörter Piste erzählt, weil er unsere Abschleppgurte ausborgen und in aller Ruhe den Tour Guide bergen wollte? Zutrauen würde ich’s ihm. Dass er im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlitzohr ist, sieht man ja schon an seinen durchlöcherten Ohrläppchen. 😄
Also schnell zusammenpacken und los geht’s. Wir sind jetzt nämlich schon spät dran.
Der Natronsee
Ganz am Ufer waren wir nicht, da man scheints Eintritt bezahlen muss und da wir ja bereits für die paar Kilometer bis hier her einen nicht gerade geringen Betrag hingeblättert hatten, finden wir eine weitere Gebührenerhebung schon fast unverschämt 😈 . Bei uns kann man für viel weniger Geld ein ganzes Jahr lang auf erstklassigen Autobahnen fahren, das hab ich übrigens dem Jona erzählt und auch, dass man bei uns nirgends für einen See Eintritt bezahlen muss, obwohl unsere Seen mindestens so schön sind wie der Natronsee, wenn nicht sogar schöner. 😠 😎
Die Piste ist stellenweise sehr rau, ausgewaschen und holperig. Zügiges Fahren ist nicht möglich, aber die Landschaft ist sehr interessant und wild.
Nachdem wir eine wüstenhafte, total überweidete Landschaft hinter uns haben, wird es grüner, bewaldeter und feuchter.
Die Piste ist oft sehr aufgeweicht.
In Loliondo muss der Toni natürlich wieder einkaufen gehen. Er entscheidet sich für 20 Liter Benzin und Cola. Mehr Brauchbares findet er nicht. Ulli stöbert auch in einigen Läden rum.
Hier wird aus einem Kanister Benzin eingefüllt.
Die Piste wird ziemlich mühsam. Der Untergrund ist sehr rutschig und verlangt von den beiden Fahrern volle Aufmerksamkeit. Oft schliddern unsere Fahrzeuge fast wie im Dreivierteltakt dahin, in meinem geistigen Ohr höre ich einen Wienerwalzer als Begleitmusik dazu. Nur nicht von der Piste abkommen und in einem Baum landen! Jammern darf ich auch nur ganz leise, da ich ja sonst wieder mit diesem vielsagenden Blick bestraft werde 😣 .
In einem Waldstück liegt einsam eine sterbende Kuh am Strassenrand. Sie hat die Kraft nicht mehr, aufzustehen und schaut uns mit traurigen Augen an. An einer anderen Stelle versuchen einige Massais, eine geschwächte Kuh aufzurichten, aber die kann und will nicht mehr stehen und hat mit ihrem Leben abgeschlossen.
Der kann nicht mehr
Piste im Norden kurz vor dem Klein’s Gate
Der steht so blöd auf der Piste, dass Helli und Toni erst einen Weg durchs Gebüsch suchen müssen, um ihn umfahren zu können.
Endlich erreichen wir um 16.30 Uhr das Kleins’Gate des Serengeti Nationalparks. Die Bezahlungsprozedur dauert etwas, weil die Kreditkartenmaschine nicht funktioniert. Da wir immer genügend U$ dabei haben, bezahlen wir in Bar.
Kosten: Eintritt: 60 U$ pro Person/Tag Camping: 30 U$ pro Person (Public Campsite)/Tag Fahrzeug: 40 U$ (ausländisches Nummernschild)/Tag
Man schärft uns ein, die Hauptpiste bis zum Lobo Camp nicht zu verlassen, da die Nebenwege wegen des Regens derzeit nicht gut befahrbar seien.
Kaum im Park, sehen wir unzählige Huftiere, eine Löwin, eine Elefantenherde und viele verendete Massai-Rinder, welche von ihren Besitzern wegen Futtermangels kurz vor dem Verhungern in den Park getrieben worden waren. Für viele war es aber schon zu spät.
Die Beleuchtung ist leider dermaßen düster, dass ich gar keine Lust darauf habe, zu fotografieren.
Nach acht Stunden erreichen wir endlich die Lobo Public Campsite. Wir vier sind von der anstrengenden Fahrerei ziemlich geschafft. Die Lage des Platzes ist sehr schön, die Toiletten sind sauber und die Duschen sind kalt. Es ist richtig frisch hier, da wir auf 2’000 m Höhe sind.
Wir bereiten unser wohlverdientes Nachtessen zu, quatschen noch ein wenig und verziehen uns dann ins Zelt.
Da unsere Matratze natürlich immer noch nass ist, legt der Mister Toni die Militärplane drauf, mit welcher wir normalerweise unser Gepäck abdecken. Ich bin zwar mit diesem ollen Ding nicht unbedingt einverstanden, aber da ich ziemlich leidensfähig bin, füge ich mich. Irgendwie bekrabbelt mich zwar was, aber ich möchte jetzt einfach nur noch schlafen 😈 .
Gute Nacht.
Gefahrene Kilometer: 194
Teil 1012. Juni 2014
Pimbi Public Campsite, Seronera, 11. Dezember 2013 Nachts hörten wir in der Nähe Hyänen kichern und einen Löwen brüllen. Ansonsten ist es sehr still auf dem Lobo-Campingplatz, da hier nur wenige Touristen sind.
Die Nacht auf der Militärplane war einigermaßen erträglich, wenn ich richtig müde bin, kann ich sogar auf einer Treppe schlafen. Aaaaaber, dass nämlich etwas an mir rumgekrabbelt ist, hatte ich mir nicht eingebildet!!! 🙁 😮 🤢 Meine linke Halshälfte brennt nun ganz fürchterlich, ich hab eine Blase und einen grossen, roten Hof darum 😈 . Toni hat auch so was, aber am Rücken 😛 . Wir fragen uns, was das sein könnte und kommen zum Schluss, dass der Missetäter ein hinterhältiger, gemeiner Blasenkäfer gewesen sein musste, der uns da angespritzt hat. Schuld daran ist natürlich der Toni, da er es war, der bei Regen das Dachzelt nicht richtig verschlossen hatte und ich nun auf dieser blasenkäferverseuchten Militärplane schlafen muss, weil die Matratze immer noch triefend nass ist. Gut, dass der Mensch auch was abgekriegt hat 😠 .
Ulli und Helli müssen wie die Murmeltiere geschlafen haben, denn sie haben weder die Hyänen noch den Löwen gehört. Da auch sie’s lieber gemütlich nehmen, frühstücken wir zunächst mal in aller Ruhe und kommen erst um 9.30 Uhr von dem angenehmen Lobo Campingplatz weg.
Die Tierausbeute bis nach Seronera ist gar nicht schlecht, sondern für unseren Geschmack sogar sehr gut.
Hier einige Bilder, wahrscheinlich viel zu viele, gähn…….. 😊 😣
Tomson-Gazellen
Büffel
ehemaliges Zebra
Impala
Geier
Gnus, Gnus, Gnus
Topis
Topi
Das sind vermutlich Elefanten, oder?
Gnus, Gnus, Gnus
Leider ist es auch heute größtenteils sehr trübe und vor Seronera fängt es an zu regnen. 😐
Im Büro beim Seronera-Flugfeld verlängern wir unseren Aufenthalt nochmals für einen Tag, und dann hat Hellis Landrover-Motor plötzlich keine Leistung mehr. Erst fahren wir zur Werkstatt, aber dort ist jetzt gerade kein Mechaniker anwesend, und dann tuckern wir zusammen auf den Pimbi Campingplatz. Da das Wetter eh schlecht ist, beschliessen wir, den Nachmittag hier zu verbringen und heute keinen Gamedrive mehr zu machen. Einige Guides kümmern sich netterweise in der Zwischenzeit um den Landrover, welcher nun überhaupt nicht mehr anspringen will. Am späten Nachmittag kommen Werkstattleute vorbei und stellen fest, dass eine Sicherung defekt ist und der Dieselfilter ersetzt werden muss. Jedenfalls bringen sie das Fahrzeug wieder zum Laufen 😘 . Ulli telefonierte noch mit dem Autovermieter und der hat ihr doch tatsächlich gesagt, dass er vergessen habe zu erwähnen, dass der Dieselfilter unterwegs nach ca. 120 km hätte ausgewechselt werden müssen 🤩 . Ist das nicht ein Spassvogel? Gut, dass es hier passiert ist und nicht irgendwo in der Pampa draußen.
Das Pimpi Camp ist ganz nett und angenehm. Gegen Abend füllt sich der Platz ziemlich, aber wir fühlen uns nicht gestört und es sind auch keine Radaubrüder dabei. Die Duschen sind auch hier kalt, leider zu kalt für mich und nämlich auch für Toni. Wir sind bekennende Warmduscher (leider) 😊 . Somit ist Katzenwäsche angesagt.
Nachdem wir unser letztes Rindsfilet verdrückt haben, sitzen wir noch lange zusammen unter unserer Regenplane und plappern und plappern. Es pisst nämlich immer noch. Wegen der Kälte hab ich mir sogar meine Thermo-Unterhose angezogen 😊 . Hör ich da jemanden kichern? 😠
Ich glaube, wir sind die Letzten, die heute ins Bett gehen, aber was soll’s. Schliesslich werden sich unsere Wege bald trennen und dann werden wir lange keine Gesellschaft mehr zum Plaudern haben.
Da ja unsere Matratze immer noch nass ist, müssen wir wieder auf der Militärplane schlafen, aber erst wird sie gründlich ausgeschüttelt, wir haben nämlich keine Lust auf weitere Blasenkäfer-Säure-Attacken 🤢 . Unsere Blasen von dem Vieh sind nämlich in der Zwischenzeit noch größer geworden. 😠
Gefahrene Kilometer: 104
Teil 1116. Juni 2014
Pimbi Campsite, Seronera, 12. Dezember 2013 Nachdem wir erst gemütlich gefrühstückt haben, klappen wir unser Dachzelt zusammen. Unsere Zarges-Boxen inkl. Tisch und Stühle dürfen wir auf dem Campingplatz lassen und das Ganze wird mit der Militärplane abgedeckt. Juhui, es geht auf Gamedrive. 😄
Erst ziehen wir ein paar Schleifen ums Camp herum und können relativ viele Tiere beobachten.
Die Kongonis finden wir noch hässlicher, als Gnus 🙁
Die Tierdichte rund um Seronera ist schon beeindruckend. Eigentlich könnte man hier verweilen und müsste gar nicht weiter fahren.
In der Ferne liegt ein Löwenmännchen.
Adler
Tomson-Gazellen
Ja in welche Richtung sollen wir nun? Wir entschliessen uns für die Piste östlich der Hauptpiste in Richtung Süden. Anfänglich ist der Weg noch einigermaßen gut befahrbar und es sind auch immer wieder Safari-Fahrzeuge zu sehen, welche aber bei einem Hügel abdrehen und nicht wie wir, blauäugig geradeaus weiter fahren. 😵
Erst überqueren wir heldenmütig einen sumpfigen, kleinen See und dann gelangen wir auf eine etwas schlammige Piste mit vielen Spuren.
Der Himmel verdunkelt sich bedrohlich. 😐
Der Weg wird immer tiefer und tiefer. Toni fährt nun neben der Piste auf relativ hartem Boden, Ulli und Helli immer hinterher, aber auf der Hauptspur. “Fahr, fahr“, rufe ich, “ja nicht anhalten“! 😮 “Ich fahr ja”, sagt Toni und schielt mich wieder so vielsagend an. 😈 Ja du heiliger Strohsack, nun wird’s bei uns auch schlammig, also zurück auf die Hauptpiste. Es geht nicht, unser Auto kann nicht mehr die Spur wechseln, der Boden ist einfach zu tief. Wir wühlen uns so noch verzweifelt eine ganze Weile durch und dann bleiben wir stecken 🤢 . Nichts geht mehr. 😠
Serengeti, lass uns nicht sterben!
Ulli und Helli halten neben uns an und begutachten unsere missliche Lage. Da hilft nur noch die Abschleppgurte.
Hauptpiste
Hauptspur und unsere Spur
Unsere Spur
Glücklicherweise hat der Landrover gerade ein wenig relativ festen Untergrund unter den Rädern. Er hängt uns an und zieht uns raus. Danke. 😘
Tonis Füsse
Wie weiter? Vor uns liegt bis zum Horizont eine Sumpfebene, aber umkehren möchten wir auch nicht, da ist auch nur Sumpf. Also weiter. Nun fängt es stark an zu regnen. Kein anderes Fahrzeug, kein Tier in Sicht, wir vier sind ganz allein auf weiter Flur 😐 . Gemäss GPS sind es noch über 20 km bis zur Hauptpiste. 🙁
Reinhard, ich bin hier nicht hinterhergelaufen! Das Foto stammt von Ulli.
Wir fahren und fahren, die Landschaft füllt sich immer mehr mit Wasser, oft glauben wir, dass es nun nicht mehr weiter geht, aber es geht. Endlich erreichen wir erleichtert die Hauptpiste. So eine Zitterpartie möchte ich nicht jeden Tag erleben, das war ganz schön happig. Gut, dass wir mit zwei Fahrzeugen unterwegs sind.
Auf der Hauptpiste begegnen uns nun wieder einige Safari-Fahrzeuge. Die Leute starren gebannt in die Landschaft, wo am Fusse eines Hügels einige ihrer Kollegen in “Seenot” geraten sind.
Nun, wo es uns egal wäre, hat sogar aufgehört zu regnen. Auf der schrecklich wellblechigen Hauptpiste fahren wir direkt zurück ins Pimbi Camp und können unterwegs weitere Tiere beobachten.
Kronenkraniche
Durch den Regen ist nun die Militärplane, mit welcher unser Gepäck abgedeckt war, nass geworden. Was heisst das? Schlafen auf der immer noch feuchten Matratze 😈 . Oh Mann, ich möchte mal wieder Sonnenschein und im Trockenen schlafen und eine heisse Dusche. Unser Dachzelt strömt nämlich bereits einen leichten Kellergeruch aus. 🤢
Heute gibt es zum ersten Mal Notnahrung, nämlich Käsefondue mit viel Knoblauch und dazu natürlich einige Gläser Weisswein. Prost. 😄
Da heute unser letzter Abend mit Ulli und Helli ist, geniessen wir die letzten Stunden mit den beiden. Für sie ist der Urlaub schon bald vorbei und Toni und ich möchten morgen durch den Western Corridor der Serengeti zum Victoriasee.
Gefahrene Kilometer: 103
Teil 1222. Juni 2014
Pimbi Campsite/Serengeti, 13. Dezember 2013 Während Ulli und Helli gestern Abend nichtsahnend bei uns unterm schützenden Regendach sassen, regnete es unaufhörlich in ihr Zelt, da es nicht richtig verschlossen war. 😵 So, nun wissen auch sie, wie es sich anfühlt, wenn alles nass ist. 😗
Da nun aber wieder die Sonne scheint, können wir im Trockenen zusammenpacken. Wir sind schon fast startbereit, als Ulli uns meldet, dass in der Nähe ihres Bodenzeltes eine junge Puffotter liege 🙄 . Wir schauen uns das kleine Prachtsexemplar kurz an und verabschieden uns dann von unseren netten Weggefährten, da wir ja noch heute via Western Corridor die Serengeti verlassen wollen. Tschüss ihr Zwei, es war sehr angenehm, mit euch zu reisen. 🙂
Ulli erzählte uns später, dass die Jungs vom Camp überzeugt waren, dass da auch irgendwo die Puffotter-Mama liegen musste. Sie suchten nach ihr und wurden bald fündig. Ulli beschrieb uns in einer E-Mail, wie die Puffottern-Geschichte verlief und hat mir die Erlaubnis gegeben, dieselbe inkl. Bilder in meinen Bericht einzuflechten:
interessant an der puffotter geschichte ist ja, finde ich, das "vogelkonzert" - siehe fotos - als die schlange da so regungslos lag und schicksalsergeben wartete, bis wann sie nun von wem exekutiert werden würde, versammelten sich scharen von vögeln jeder art und größe rund um sie, auch ein adler stellte sich ein, sie alle setzten zu einer infernalischen schimpftirade an, ganz aufgeregt zwitscherten alle durcheinander - unglaublich! ich hatte in der zwischenzeit gelegenheit mit einer ornithologin darüber zu reden und sie sagte, dieses verhalten der vögel sei quasi ganz normal und werde öfters beobachtet. die vögel nutzen die gelegenheit, die schlange für alles übel, das schlangen den vögeln so antun - eierraub ect. - zu beschimpfen. kurios, nicht? ja, und interessant ist auch, dass zuerst eine ganz junge babypuffotter gefunden wurde und die boys dann die mutterschlange suchten - wohl wissend, dass eine puffotter bis zu 100 junge pro wurf (!) auf den campingplatz setzen kann.
Vögel beschimpfen die Puffotter
Man stelle sich mal vor: Bis zu 100 Puffotter-Babys inkl. Mama auf dem Pimbi-Campingplatz! 😮 Achtung, wenn irgendwo Vögel aufgeregt zwitschern bzw. schimpfen, kann eine Schlange in der Nähe sein.
Scheints haben die Jungs die Schlangen nicht umgebracht, sondern weit in den Busch rausgetragen. Hoffentlich sind die nicht wie Frösche, welche immer wieder an ihren Laichplatz zurückkehren, hihi. 🤩
Kurze Pause.
Teil 1323. Juni 2014
Serengeti Stop Over, 13. Dezember 2013 So, nun geht die Reise weiter nach Westen in Richtung Victoriasee. Wir müssen durch den Western Corridor, welcher gemäß meinen beiden Reiseführern während der Regenzeit Camel Trophy Ausmasse annehmen soll. 😊 Und ja, es sieht tatsächlich nach Regen aus. Toni hab ich keinen Ton gesagt, es reicht mir, wenn er mich mit seinen strengen Blicken bestraft, wenn‘s dann soweit ist. 😵
Ein Marabu steht bei den mehr als einfachen Seronera Gästezimmern. Die Anlage wirkt nicht gerade einladend.
Kaum 15 Minuten unterwegs, entdecken wir bereits ein zwölfköpfiges Löwenrudel. Die Tiere liegen faul und weit verteilt im Gras, aber hin und wieder sieht man, wie sich ein Öhrchen bewegt. Ein paar hab ich dann aber doch mehr oder weniger ganz aufs Bild gebracht.
Einige Gnus kreuzen unseren Weg.
Ein Giraffen-Männchen (oder ist das Ding da der Bauchnabel?) 🤨
Gnus
Impalas
Raubadler
Sekretär
Zwei Schildkröten
Eine Schildkröte
Tja, und was soll ich sagen. Während wir so dahin fahren und die schöne Landschaft geniessen, verdunkelt sich der Himmel immer mehr. Ein gewaltiger Wolkenbruch prasselt auf uns nieder. 🙁 Die Landschaft füllt sich mit Wasser und bald laufen ganze Bäche über die Piste. 🤢
Da es zum Victoriasee immer leicht abwärts geht, überholen uns die Wassermassen von hinten und schieben Geröll und Schlamm vor sich her. Der Scheibenwischer läuft auf Höchststufe, Toni hat keine Zeit mehr, mich schräg anzuschauen und ich klammere mich nur noch am Armaturenbrett fest. Oh, was hab ich uns wieder eingebrockt! 😮
Fotos hab ich keine weiteren mehr gemacht, da man eh kaum was darauf gesehen hätte und ich natürlich die höchst wichtige Aufgabe habe, den Toni durch die Fluten zu navigieren. 😁
Nach fünf Stunden Fahrzeit erreichen wir endlich das Gate, wo wir uns austragen müssen und nach weiteren 1,8 km kommen wir erleichtert in der Serengeti Stop Over Lodge und Campsite an.
Hier gefällt es uns sehr gut. Wir stehen in einem Park auf dickem Rasen und freuen uns, dass nun plötzlich wieder die Sonne scheint. Es gibt Strom, heisses Duschwasser (sehr wichtig!) und eine Gemeinschaftsküche.
Unser braves Fahrzeug, bereits wieder sauber geputzt. 🙂
Weil wir uns langsam ziemlich schmutzig vorkommen, freu ich mich ganz besonders auf eine heisse Dusche. Ein wahrer Genuss, sag ich euch. Endlich wieder sauber und so ein toller Strahl. 🤪 Toni geht auch hin, kommt aber nach einer Weile halb eingeschäumt und mit finsterer Miene wieder zurück 😠 . Sein Duschglück ist nur von kurzer Dauer, da kurz nach dem Einseifen nur noch Luft aus der Leitung kommt. So ein Mist. 🤢 Und der Wasserpumpenverantwortliche hat bereits Feierabend und kommt erst morgen wieder. 🙁
Da wir heute keine Lust haben, selbst zu kochen, gehen wir ins Restaurant und essen pro Person eine ganze Tilapia (Fisch) mit Reis und Gemüse. Die Bedienung, ein hübsches Mädel, fragt uns, was „Karibu“ (willkommen) auf Deutsch heisst. Toni übersetzt mit „Hanuta“, worauf das gute Fräulein jedes Mal, wenn sie an uns vorbei läuft laut Hanuta, Hanuta ruft und dabei strahlt, wie ein Maikäfer. 🤩
Camping Serengeti Stop Over: 12 U$ pro Person Gefahrene Kilometer: 142
Gute Nacht.
Teil 1425. Juni 2014
Serengeti Stop Over, 14. Dezember 2013 Letzte Nacht hatten wir den grossen Campingplatz ganz für uns allein. Auf der einen Seite ist die Serengeti und auf der anderen Seite muhen Kühe.
Da heute die Sonne scheint, ist grosser Waschtag angesagt. Besonders das Bettzeug hat es bitternötig, da sich der leichte bis mittlere Kellergeruch oder die olfaktorische Spassbremse, wie Bamburi das nennen würde, immer noch nicht ganz verflüchtigt hat 😊 . Wir haben uns hier ganz bewusst einen Platz an der Sonne ausgesucht, damit sich das Dachzelt aufheizt und die immer noch etwas feuchte Matratze weiter trocknen kann.
Übrigens, unsere Blasen vom Blasenkäfer sind gut am Abheilen. Wir müssen aber jeden Tag mehrmals schmieren und salben, da sie sich immer wieder zu entzünden drohen. Abschliessend kann ich berichten, dass sich unsere Haut um die Blasen herum mehrmals großflächig geschält hat und es fast zwei Wochen dauerte, bis alles restlos verheilt war. Nur so als Info, falls ihr auch mal von so einem Käfer mit Säure bespritzt werdet. Die kommen übrigens auch im südlichen Afrika vor. 😈
Einem Viehhirten sind die Kälbchen abgehauen und die machen sich sogleich daran, unseren Kuhfänger inbrünstig abzulecken 😮 . Der Mann wird vom Manager gleich gemaßregelt, aber bevor er sich mit seinen Tieren vom Platz schleicht, darf ich noch ein Foto machen, was ihn sichtlich mit Stolz erfüllt. 🙂
Unser treues Auto
Am späten Nachmittag fahren nacheinander drei Fahrzeuge mit Dachzelt ein. Soll noch einer behaupten, in Ostafrika seien Dachzelte nicht stark verbreitet. Ein kanadisches Ehepaar mit zwei pubertierenden Töchtern schläft zu viert in einem Dachzelt 🙄 . Es herrscht untereinander eine sehr gespannte Atmosphäre. Der Vater sondert sich nach einem heftigen Wortwechsel ab, setzt sich unter einen Baum und klimpert traurig auf seiner Gitarre rum 😐 .
Dass die nette Bedienung uns fröhlich „Hanuta“ rufend auf einen Schwatz besucht hat, darf ich ja fast nicht erzählen, aber ich glaube, sie mag uns. 😁
Da Toni heute mal endlich unbedingt richtig duschen möchte, nachdem er ja gestern noch halb eingeseift mangels Wasser auf den Spülvorgang verzichten musste 😠 , schärft er dem zuständigen Mann ein, ja dafür zu sorgen, dass genügend Wasser im Tank sei und dass das Wasser auch richtig heiß sein müsse 🤨 . Der nimmt seine Aufgabe todernst und heizt den Boiler dermaßen ein, dass das Wasser fast kocht und aus dem Überlauf rausspritzt 😄 .
Zum Nachtessen gehen wir wieder ins Restaurant und die freundliche Bedienung begrüsst uns mit einem charmanten „Hanuta“ 🤪 . Tut mir leid Leute, aber es ist so und wir können das nun nicht mehr rückgängig machen!!! 😄 Wir bestellen nochmals Tilapia, aber filetiert, da wir aus dem ganzen Fisch gestern doch zu viele Gräten rausziehen mussten.
Anschliessend lassen wir den Tag bei einem Gläschen Wein gemütlich ausklingen, das heisst, ganz gemütlich doch nicht, da hier die Mücken sehr aktiv sind.
Teil 1527. Juni 2014
Serengeti Stop Over, 15. Dezember 2013 Wir erwachen am Morgen durch die Geräusche unserer Mitcamper und beobachten sie von unserem Schlafgemach aus beim Zusammenpacken.
Also unter uns gesagt, unsere Nachbarn, die vier Kanadier, alle in einem Dachzelt, ich weiss nicht…. 😗 Mir wäre das zu eng und wo bleibt denn da die Privatsphäre 😊 ? Die eine Tochter rastet dann auch plötzlich richtig aus. 🙄 Sie reisst ihr ganzes Gepäck aus dem Fahrzeug und verstreut alles auf dem Boden 😣 . Der Vater steht gitarreklimpernd in der Gemeinschaftsküche und wartet, bis das Kaffeewasser kocht 😁 . Von der Mutter hört man keinen Ton, sie sitzt etwas ratlos im Rasen. Tisch und Stühle haben die Leute nämlich nicht, weil im Fahrzeug für so Schnickschnack schlichtweg der Platz fehlt. Und die wollen noch bis Kapstadt, viel Vergnügen. 😐
Im Laufe des Vormittags leert sich der Platz und da es hier eigentlich wunderschön ist, entschliessen wir uns, nochmals eine Nacht anzuhängen, ein wenig zu lesen und die Beine hochzulagern. Wir melden das dann auch dem Manager und bestellen gleich noch Curryhuhn mit Reis fürs Abendessen.
Wir ganz allein auf dem Serengeti Stop Over Campingplatz
Nach dem allabendlichen Sundowner begeben wir uns ins Restaurant, wo wir natürlich von dem netten Fräulein wieder mit „xxxxxx“ 😕 begrüsst werden (gut, dass wir morgen abreisen…..) 😊
Pünktlich wie eine Schweizer Uhr kommt das bestellte Curryhuhn zur vereinbarten Zeit auf den Tisch. Das Tier ist sehr interessant gewürzt und riecht nicht mal schlecht. Aber hallo, ist das wirklich ein Huhn 😏 ??? Argwöhnisch zupfen wir zwischen den groben Knochen das wenige Fleisch raus und testen es vorsichtig. Es ist sehr dunkel und viel grobfaseriger als Hühnerfleisch und die Knochen können nie und nimmer vom Huhn stammen 🤢 . Niemals 🤢 ! Hühnerknochen sehen total anders aus 🤢 ! Irgendein Federtier ja, aber auf gar keinen Fall ist das ein Huhn. Während wir analysierend im Teller rumstochern und zwischen Marabu und Geier hin- und her schwanken, einigen wir uns schlussendlich darauf, dass es sich hier bei diesem undefinierbaren Tier um ein UFO, ein unbekanntes Flugobjekt handeln muss. 🤩
Etwas verdächtig ist auch, dass der Koch immer wieder hinter dem Küchenvorhang hervorguckt und grinst. 🤨
Wir lassen den Grossteil der seltsamen Gebeine dieses UFO-Currys liegen und essen die Beilagen. Oh Mann, wir haben ja schon vieles erlebt, aber so was in der Richtung noch nie. 😕
Anschliessend setzen wir uns auf unsere Campingstühle und desinfizieren uns mit einigen Gläschen Brandy. Prost. 😁
Morgen geht‘s dann weiter an den Victoriasee nach Mwanza.
Teil 1628. Juni 2014
Tunza Lodge nördlich von Mwanza, 16. Dezember 2013 Obwohl es uns im Serengeti Stop Over sehr gut gefällt und auch die Geschichte mit dem UFO-Curry ja eigentlich eher lustig, als ärgerlich ist, entschliessen wir uns, heute mal wieder eine weitere Strecke unter die Räder zu nehmen.
Toni freut sich schon auf die Teerstrasse, da ihm das Fahren auf den löcherigen und verschlammten Pisten ein wenig verleidet ist.
Nachdem wir unsere Rechnung bezahlt und uns von allen verabschiedet haben, geht‘s endlich los. Unser Ziel ist Mwanza am Victoriasee.
Die Gegend ist relativ flach, fast total abgeholzt und stark besiedelt. Es wird hauptsächlich Reis angepflanzt und zwischen den unzähligen Tümpeln weiden Kühe. Die Wassertümpel sind natürlich ideale Brutstätten für Mücken. Zum ersten Mal frage ich mich heimlich, ob wir nicht ein wenig fahrlässig sind, keine Malariaprophylaxe einzunehmen. 🤨
Wir kommen sehr gut vorwärts. Die Strasse führt in der Nähe des Victoriasees entlang, hat nur an wenigen Stellen Schlaglöcher und der Verkehr ist sehr mässig.
Wir durchfahren immer wieder kleinere und grössere Dörfer, wo das afrikanische Leben pulsiert.
Open Air Autospritzwerk
Bald nähern wir uns Mwanza, der Verkehr nimmt zu.
Da ich aus dem fahrenden Auto geknipst habe, sind manche Fotos nicht ganz scharf, Entschuldigung.
Durch Mwanza herrscht ein ziemliches Verkehrschaos. Wir kämpfen uns zum U-Turn Supermarkt durch und sind vom reichhaltigen Angebot in diesem von aussen unscheinbaren Laden total überrascht. Besonders erfreut sind wir darüber, dass in einer Tiefkühltruhe kiloweise Rindsfilets aus Kenia gestapelt sind 🤩 . Wau, da schlagen wir aber kräftig zu. Und auch sonst finden wir viele Lebensmittel, mit denen wir unseren etwas geschrumpften Vorrat auffüllen können.
Nachdem wir noch Geld aus einem ATM gezogen haben, kämpfen wir uns weiter durchs Gewühl, fahren noch ein Stück gegen Norden und erreichen bald darauf die Tunza Lodge.
Auch in Tansania gibt‘s Savanna! 🤩
Die einfache, aber ansprechende Lodge liegt direkt am Victoriasee. Wir haben die Wahl, am Sandstrand, oder auf dem Rasen zu campieren. Wir entschliessen uns für den Rasen.
Das gemütliche Restaurant der Tunza Lodge
Bierreklame und Strand
Zum Duschen wird uns ein leerstehendes Bungalow zur Verfügung gestellt. Ausserdem haben wir Strom, wenn er zufällig mal da ist und gratis WLAN. Na, da kann man nicht meckern.
Unsere Campingnachbarn sind zwei Frauen aus Südafrika, welche schon seit vielen Monaten mit Dachzelt unterwegs sind.
Die Dusche ist dann doch zuerst ein Reinfall. Sie ist mit so einem komischen elektrischen Durchlauferhitzer bestückt und während ich den Wasserhahn anfasse und aufdrehe, knallts mir dermassen eins, dass ich fast umfalle vor Schreck 🤢 . Ich hab doch so grosse Angst vor Strom!!! 😊 Jedenfalls dreh ich den Wasserhahn nicht mehr zu und geh dem Manager melden, dass mich ein Stromstoss beinahe totgeschlagen hätte. 😵
Wir kriegen auch sofort ein neues Bungalow mit einem neuen Durchlauferhitzer, aber ich schickt mal zuerst Toni zum Testen vor. Der erträgt nämlich mehr als ich 🤩 . Leider ist dann aber plötzlich der Strom weg, sodass eh nur kalt geduscht werden kann 😕 . Brrr
Obwohl wir ja eigentlich Fleisch für den Grill gekauft hätten, entschliessen wir uns, im Restaurant zu essen, weil die Menuekarte sehr verlockende Speisen im Angebot hat.
Gegessen wird bei Kerzenlicht, da der Strom immer noch weg ist. Der Nilbarsch an Kokosnussmilch mit knusperigen Pommes ist ein wahres Gedicht.
Gefahrene Kilometer: 149 Camping Tunza Lodge: pro Tag 25 U$ für 2 Personen inkl. Strom und WLAN
Teil 1730. Juni 2014
Tunza Lodge, Mwanza, 17. Dezember 2013 Heute gibt's nicht viel zu erzählen, weil: Nach dem Frühstück fängt es stark an zu regnen und da der Sturm die Wassermassen auch quer durch unser Regendach fegt, verziehen wir uns ins schützende Auto. Der See schlägt hohe Wellen, welche bis fast zu uns gelangen. Hätten wir uns am Strand hingestellt, wären wir zu einer gratis Autowäsche gekommen und würden nun in einer tiefen Pfütze stehen. 😕
Im Laufe des Nachmittags wird es aber wieder schön, sodass wir das Dachzelt zwecks Eliminierung des Restkellergeruchs 😄 ausräumen und den Inhalt an die Sonne legen können.
Betten sonnen
Gartenwirtschaft
Das schön beleuchtete Restaurant
Bewacht werden wir von sieben Massais. Sie nehmen ihre Aufgabe sehr ernst und beobachten jeden unserer Handgriffe 🙄 . Als ich plötzlich eine kleine Kobra entdecke, welche sich neben uns am Palmenstamm hochschlängelt, sind sie sofort zur Stelle. Der eine packt das Tierchen hinten am Schwanz, schmeisst es mir vor die Füsse 🤩 und schlägt es sofort tot 🤢 . Das geht alles so schnell, dass ich nicht mal meinen Senf dazu geben kann. Genützt hätte es eh nichts, da alles, was nach Schlange aussieht und außerhalb der Nationalparks lebt, gnadenlos umgebracht wird. 😐
Am Abend schmeisst Toni den Grill an und brät uns ein wunderbar zartes Rindsfilet.
Sonnenuntergang am Victoriasee
Teil 1803. Juli 2014
Tunza Lodge, Mwanza, 18. Dezember 2013 Da es in der Tunza Lodge so friedlich ist und uns die Lage am See prima gefällt, entschliessen wir uns, nochmals einen Tag zu bleiben.
Pied Kingfisher oder Graufischer
Aussicht von unserem Stellplatz auf den Victoriasee.
Wir spazieren ein wenig in der Gegend rum, aber da bald dichte Regenwolken aufziehen, brechen wir die Übung ab und kehren schleunigst um.
Auf dem Rückweg zur Lodge begegnen uns diese Jungs, die für uns ein Tänzchen aufführen und ganz aus dem Häuschen geraten, als sie sich auf dem Display sehen. 😄
Nicht ganz alltägliches Reklameschild. 😮
Am Nachmittag trudelt ein Filmteam inkl. Schauspielern ein. Nachdem das ganze Equipment herbeigeschleppt und aufgestellt ist, hüpfen die Schauspieler in den See, schreien wild durcheinander, drücken sich gegenseitig unters Wasser und vermöbeln sich. Das gesamte Personal der Lodge schaut zu und krümmt sich vor lachen, das sei eine Komödiantengruppe, erklärt man uns. O.k. dann lachen wir halt auch. 🤩
Wegen der grossen Bilharziosegefahr ist der Victoriasee leider für uns zum Baden nicht geeignet. Die meisten Einheimischen sehen das aber vermutlich nicht so eng.
Gelbschnabelmilane
Selbstverständlich haben wir auch heute stundenlang keinen Strom und deshalb lassen wir uns am Abend wieder bei Kerzenlicht im Restaurant mit Fisch an Kokosnussmilch verwöhnen.
Teil 1905. Juli 2014
Hotel Tilapia, Mwanza, 19. Dezember 2013 So schön es auf dem Campingplatz der Tunza Lodge ist, zieht es uns weiter. Wir möchten noch eine Nacht näher bei Mwanza verbringen. Es soll dort einen Campingplatz mit toller Sicht auf die Stadt geben.
Bevor wir aber in die Stadt fahren, besichtigen wir den Flughafen von Mwanza, welcher nicht weit entfernt von der Tunza Lodge ist. Dieser Flughafen hat durch den preisgekrönten Film „Darwins Nightmare“ traurige Berühmtheit erlangt. Er handelt unter Anderem von Strassenkindern, dem von den Engländern ausgesetzten und den See aus dem Gleichgewicht bringenden Nilbarsch und von russischen Piloten, welche die Nilbarschfilets in die Industrieländer fliegen und mit Waffen zurückkommen.
Der Film ist für all diejenigen interessant, welche sich nebst der grandiosen Tierwelt Tansanias auch für die Schattenseiten dieses Landes interessieren.
Das Zentrum von Mwanza
Ob hier wohl der Geheimdienst einquartiert ist? 😮
Mwanza ist mit ca. 700‘000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Tansanias. Die Stadt liegt sehr schön an zwei Buchten und ist in imposante und teils bizarre Granitfelsen eingebettet. Zudem ist hier der grösste Binnenhafen des Landes. Mwanza und die südlichen Ufer des Victoriasees sind Heimat der Sukuma, welche mit ca. zwei Millionen Angehörigen die grösste Volksgruppe des Landes sind. Sie leben vom Ackerbau, halten aber auch grosse Viehherden.
Berühmtester Fels ist sicher der Bismarck Rock.
Gemäss Reiseführer sind in der Nähe des Yacht Clubs auf einem Friedhof einige deutsche Gräber zu finden.
Den hinter hohen Felsen liegenden Friedhof finden wir, aber die deutschen Gräber leider nicht.
Mal einfach und bescheiden, mal pompös.
Der liegt bereit, hat aber noch keinen Sarg. 😄
Dann besuchen wir beim Yacht Club den Campingplatz. Die Lage wäre spitzenmäßig, aber erstens sind da sehr viele Regenpfützen und zweitens sind die Duschen/Toiletten nicht sehr einladend. Besonders Toni rümpft die Nase und ich eigentlich auch. 😉
Vom Campingplatz aus sieht man auf die beste Unterkunft Mwanzas, das Tilapia Hotel, welches direkt nebenan liegt. Toni findet, dass er lieber in diesem Hotel übernachten möchte, da ihm der Campingplatz mit den vielen Wassertümpeln überhaupt nicht zusagt und ich hab eigentlich gar nichts dagegen. 🙂
Wir fahren rüber und kriegen ein geräumiges Bungalow, leider ohne Seesicht, dafür können wir aber mit unserem Fahrzeug direkt vor unser Häuschen fahren, was sehr angenehm ist.
Aussicht vom Tilapia Hotel auf Mwanza
Der Pool
Das japanische Restaurant
Nirwana Spa
Einige edle Oldtimer
Die Dusche ist zwar farblich etwas daneben, aber schön gross.
Unser Bett
Vor dem Hotel ist die „African Queen“ aus dem gleichnamigen Filmklassiker mit Humphfrey Bogart und Katherine Hepburn einbetoniert. Die Zimmer in dem Schiff sind scheints sehr stilvoll eingerichtet. Nächstes Mal übernachten wir auf der African Queen, jawohl. 😁
Das Abendessen nehmen wir auf der schönen Terrasse des Hotels ein. Und da wir ja im Tilapia Hotel sind, bestellen wir Tilapia, welche ausgezeichnet schmeckt, dazu trinken wir zur Feier des Tages eine Flasche südafrikanischen Weisswein. Prost. 🤪
Vigimark Hotel, Shinyanga, 20. Dezember 2013 Das akzeptable Frühstück wird im Hotelgarten eingenommen. Die Gäste sind vorwiegend weiss und scheinen geschäftlich (oder kirchlich) hier zu sein. Touristen sehen irgendwie anders aus, man spürt einfach den Unterschied.
Während wir unser Bungalow ausräumen, ist auf dem Parkplatz plötzlich was los. Das Personal schmeisst Steine und Holzstücke auf eine Baumkrone und einige kommen mit langen Stöcken bewaffnet und schütteln den grossen Baum. Eine Mamba sei auf dem Baum, sagt man uns aufgeregt. Toni und ich suchen und suchen, aber wir sehen überhaupt nichts. 😐 „Wo“? „Da“! „Wowo“? „Dada“! Alle zeigen aufgeregt auf den Baum. Wir können nichts erkennen. 😵 Um etwas Schwung in die Sache zu bringen, holt Toni unsere Gummischlange aus dem Auto und wirft sie zwischen die Leute. 😄 Ui….die Reaktion ist gewaltig. 🤩 Alle stieben panikartig auseinander. Oh Mann, die haben schon Schiss vor Schlangen. Als ein ganz Mutiger erkennt, dass das Tierchen eine Atrappe ist, hebt er es auf und rennt damit seinen Kollegen hinterher, welche kreischend davonhechten. 🤩
Toni legt die Schlange wieder dort hin, wo sie hingehört, nämlich aufs Armaturenbrett und wir holen den Rest unseres Gepäcks aus den Bungalow, während draußen die Mambajagd fortgesetzt wird.
Wir sind bereits startklar, als einer der Schlangenjäger zu uns kommt um uns zu beweisen, dass doch eine Mamba im Baum war. 😮 Sie liegt nämlich jetzt im Vorraum zur Küche, ist mehrfach perforiert und lebt aber noch 🙁 . Es wird pausenlos auf sie eingeschlagen, bis ich das nicht mehr ertragen kann und den Leuten rate, ihren Kopf zu zertrümmern um sie zu erlösen, was sie dann auch tun. Es ist zwar „nur“ eine gefährliche Schlange, aber deshalb muss sie ja nicht noch stundenlang gequält werden.
Auf einer relativ guten Teerstrasse geht unsere Reise weiter in Richtung Shinyanga. Auch diese Gegend ist stark abgeholzt. Man fährt meistens auf einem aufgeschütteten Damm durch Sumpfebenen, wo viel Reis angebaut wird und wo sich bestimmt auch Malariamücken wohl fühlen.
Interessante Felsformationen auf dem Weg nach Shinyanga.
Shinyanga hat ca. 120‘000 Einwohner und ist wegen der Eisenbahnlinie ein wichtiger Umschlagplatz für landwirtschaftliche Produkte usw.
Traurige Berühmtheit erlangte Shinyanga vor wenigen Jahren, als bekannt wurde, dass hier, wie übrigens auch anderswo in Ostafrika, mit Körperteilen von Albinos gehandelt wurde. Da die Regierung Tansanias befürchtete, in einen schlechten Ruf zu geraten, wurden vier Albino-Mörder in Shinyanga zum Tode verurteilt.
Albino-Körperteile sind begehrt, da die Wunderheiler behaupten, dass die Gliedmassen Glück, Macht und Wohlstand bringen. Knochen für Zaubertränke, Haare, welche in Fischernetze geflochten werden um den Fang zu steigern und Haut erreichen scheints Höchstpreise. Wie es heisst, glauben selbst hochrangige Politiker an diesen verhängnisvollen Unsinn. 🤢
Nach dem Mittag erreichen wir bereits Shinyanga. Nachdem wir in einem Restaurant etwas gegessen haben, machen wir eine Stadtrundfahrt und suchen eine Unterkunft für die nächste Nacht. Etwas außerhalb finden wir die Serengeti Lodge, wo mitten im Areal eine überlebensgrosse Statue einer weissen Frau im Badekostüm steht. 😁 Na, wäre das was für uns? Wir fahren mal da rein und erkundigen uns wegen einem Zimmer. Man zeigt uns eines, es sieht nicht schlecht aus und hat sogar eine eigene Dusche und Toilette. Wir sagen zu und bezahlen gleich. Es kostet umgerechnet 10 Euro.
Wir tragen unser Gepäck ins Haus und als wir zu „unserem“ Zimmer wollen, kommt die Besitzerin und erklärt uns, dass sie ganz vergessen habe zu sagen, dass dieses Zimmer bereits vergeben sei, aber daneben sei noch eines frei. Ja, was soll ich sagen, da liegt eine alte Wolldecke auf dem Bett (wer weiss, wie viele Personen sich schon damit zugedeckt haben) 😈 , das Oberleintuch fehlt, die WC-Brille fehlt, der Duschkopf fehlt und als Toni den Wasserhahn aufdreht, kommt kein einziger Tropfen raus. 😈
Hier gefällts uns aber gar nicht mehr. Ich schnappe meinen Laptop, bewaffne mich wegen der vielen Fliegen mit der Fliegenklatsche und setze mich draussen unter ein Schattendach, derweil der Sohn der Besitzerin die schäppernde Stereoanlage in Gang setzt und uns mit ohrenbetäubender Musik beschallt. 🤢
Und tatsächlich, nach ein wenig googeln finde ich das Vigimark Hotel. Nichts wie los da hin. Schäbiger als hier kann‘s ja kaum sein. Die 10 Euro schenken wir den Leuten, welche den Mund fast nicht mehr zubringen vor staunen, als wir wegfahren. 😮
Shinyanga abseits der Hauptstrasse
Das ziemlich neue Vigimark Hotel steht etwas außerhalb der Stadt in einem sehr grossen Garten. Wir bekommen ein nettes, wenn auch etwas kleines Zimmer mit Hochglanz-Dusche inkl. riesigem Duschkopf mit dem Mercedes-Stern drauf und mit Balkon. Leider lässt sich die Balkontür nicht öffnen, da sie klemmt, deshalb müssen wir durchs Zimmerfenster rausklettern 😄 , aber was solls. Da wir keine Stühle dort draußen haben, setzen wir uns auf den Boden und genehmigen uns einen Sundowner.
Dort oben, wo der Balkon ist, war unser Zimmer
Nach und nach fahren immer mehr Fahrzeuge ein und nun ist uns klar, dass hier heute Abend eine grosse Gartenparty stattfinden wird. Die teils unheimlich aufgetakelten Leute verteilen sich über‘s ganze Gelände, es werden immer mehr und mehr.
Dann wird die Musik aufgedreht, aber halt, was ist denn das? 😵 Es tönt ein eigenartiges Durcheinander aus den Boxen und es wird bald klar, dass hier zwei verschiedene Partis gefeiert werden und dass jede ihre eigene Musik laufen lässt. Oh du heiliger Strohsack! 😕
Als ich unter der Dusche stehe und das Wasser aufdrehe, fällt mir der Mercedes-Duschkopf auf den Kopf 🤩 . Nein, es tut nicht weh, da das billige Ding, wahrscheinlich Made in China, aus ganz leichtem Blech ist. Es hängt da aber noch eine ganz normale Dusche, welche dann zu meiner vollen Zufriedenheit funktioniert.
Da wir wegen dem Musik-Durcheinander eh nicht schlafen können, mischen wir uns ein wenig unter die Leute, dann kaufen wir noch eine Flasche Rotwein als Schlafmittel und klettern wieder durchs Fenster auf unseren Balkon. Prost. 😎
Kurz nach Mitternacht ist dann aber wirklich Ruhe.