da wir hier im Vorfeld unserer Reise einiges an Infos bekommen haben und das Lesen der Reiseberichte unsere Vorfreude immer wieder angefacht hat, haben wir uns entschlossen ebenfalls einen kleinen Reisebericht zu veröffentlichen. Here we go.......
Ugandareise 29.11.- 15.12.2013
Irgendwann im Winter 2012/2013 freuten wir uns auf unseren Thailand-Urlaub im Februar und überlegten was wir wohl als nächste Reise planen sollten. Da der Reisezeitraum für Mitte Dezember bereits feststand und sich nicht ändern ließ, war klar, dass wir ein Land wählen müssen, welches in dieser Zeit gut zu bereisen ist. Nach einigem Überlegen haben wir uns auf Afrika „eingeschossen“, eine Safari sollte es werden. Bis auf die Seychellen, auf welchen wir Anfang 2012 geheiratet haben und diversen Ägypten-Tauchreisen hatten wir noch keine Berührungen mit dem „schwarzen Kontinent“. Selbstverständlich kam uns in Sachen Safari als erstes Südafrika mit dem Krüger-Nationalpark in den Sinn. Und unter Wasser hat Südafrika eben auch eine Menge zu bieten. Allerdings kamen wir von der Idee schnell wieder ab. Uns ist auf Reisen immer wichtig nicht auf den komplett ausgetretenen Touristenpfaden zu wandern und das wäre in Südafrika ja wahrscheinlich der Fall gewesen. Nächste Idee: Botswana! Wir haben uns diverse Reisekataloge zusenden lassen, Reisezeiten und Angebote gecheckt und leider festgestellt, dass Dezember wohl keine wirklich gute Zeit für Botswana ist. Allerdings stach uns beim Wälzen der Kataloge ein Land In’s Auge, welches wir vorher gar nicht so auf dem Schirm hatten: UGANDA. Hier soll es möglich sein, Berggorillas in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, Schimpansen zu begegnen und auch die übrigen Tiere Afrikas bei Pirschfahrten in den diversen Nationalparks zu sehen. Zudem steckt der Tourismus in Uganda noch in den Kinderschuhen, also genau unser Ding. Reisezeit passt auch, also auf nach Uganda!
Nach dem Einholen diverser Angebote stellten wir fest, dass die Reise nicht wirklich günstig wird, aber wir beschlossen dennoch, dass dieses Land das Geld wert ist. Wir hatten uns bereits ausgiebig informiert und waren Feuer und Flamme. Erst durch das Buchen dieser Reise beschäftigten wir uns intensiver mit der Geschichte der Länder in Zentralafrika. Von der belgischen Kolonialherrschaft im Kongo, der Tyrannei Idi Amins in Uganda, des Genozids in Ruanda bis in die Gegenwart, in welcher die Bevölkerung immer noch in teilweise großer Armut lebt und unter der allgegenwärtigen Korruption leidet. Afrika ist einfach anders und es ist nicht einfach zu sagen welches der zahlreichen Probleme als erstes gelöst werden müsste um die Länder voranzubringen, das sollten wir auf unserer Reise immer wieder feststellen...
Tag 1: Nach einem nicht ganz so angenehmen Flug und 5 Stunden Aufenthalt in Addis Abeba Äthiopien (kein schöner Flughafen) sind wir endlich in Entebbe gelandet. Noch schnell Gepäck geholt und in der Passkontrolle anstehen. Natürlich stellen wir uns in der kürzesten Schlange an, aber leider werden hier Einheimische bevorzugt und wir sind fast die letzten der Maschinen die an der Reihe sind. Fingerabdrücke abgeben, 100 Dollar Einreisegebühr und Stempel in den Reisepass. Vor dem Flughafengebäude nimmt uns unser Fahrer/Guide Erisa in Empfang. „English oder Deutsch „ fragt er. Na wenn du so fragst: „Deutsch natürlich“. Erisa ist aus Uganda, hat aber fünf Jahre in Deutschland gelebt, dort studiert und spricht dementsprechend wirklich gut deutsch. Und so sagt er uns, dass das Auto gleich um die Ecke steht und es zu unserem Resort auch nur 15 Minuten Fahrzeit sind. Schnell noch Geld getauscht und eine ugandische SIM-Karte gekauft, was alles relativ unkompliziert war und schon geht’s los. Wir waren gespannt darauf was wir wohl für ein Auto für die nächsten zwei Wochen haben werden und freuten uns, als wir den braunen Toyota Landcruiser sahen, ein richtiges „Safari-Auto“. Tatsächlich erreichten wir nach ein paar Minuten Fahrzeit das „Boma“. Als wir dort ankamen, gleich der erste überraschende Blick. Das Hotel ist in Stacheldraht eingerahmt und wird von Bewaffneten mit Maschinenpistolen bewacht. Ein Anblick an den wir uns erst mal gewöhnen mussten. Wir wurden freundlich empfangen und besprachen gleich mit Erisa den Ablauf des nächsten Tages und generell den Reiseablauf. Das Boma liegt zwar direkt in Entebbe, aber davon bekommt man in dem schönen tropischen Garten mit kleinem Pool eigentlich nichts mit. So erholen wir uns etwas von dem Flug und genießen das erste kalte „Nile“ Bier am Pool.
Teil 209. Mai 2014
Tag 2: Relativ früh machen wir uns auf dem Weg zum „Ziwa Rhino Sanctuary“, fahren durch Entebbe und Kampala und sind doch etwas schockiert ob der Zustände. Da es unser erstes Mal in Afrika ist, kann man hier durchaus von einem Kulturschock sprechen. Klar man sieht hin und wieder im Fernsehen oder anderweitig, wie arm die Bevölkerung in vielen Gebieten Afrikas ist. Aber wenn man mit eigenen Augen die teilweise in Lumpen gekleideten Menschen sieht, die in Wellblech- oder auf dem Land in Lehmhütten leben ist das noch mal eine ganz andere Hausnummer. Auf dem Weg zum „Ziwa Rhino“ bleibt unser Auto dann auch das erste Mal stehen und springt nicht mehr an. Glücklicherweise an einer Baustelle, an der eine Menge Verkäufer ihre Waren anbieten, welche uns dann gegen ein kleines Trinkgeld anschieben. Bevor es weiter geht, kauft Erisa noch eine Tüte gebratene Heuschrecken. Als ich einige probiere lachen unser Anschieber, da die meisten „Muzungus“ wohl eher die Finger davon lassen. Aber so schlecht schmecken sie gar nicht, vergleichbar mit Garnelenchips. Im „Ziwa Rhino Sanctuary“ angekommen geht es zu Fuß durch die Büsche zu den Nashörnern. Da es um die Mittagszeit ist und dementsprechend heiß, schlafen diese leider. Nichtsdestotrotz ist es ein schönes Erlebnis bis auf wenige Meter an die fünf schlafenden Kolosse ranzukommen. Leider sind wir nicht allzu lange alleine. Eine ganze Horde Touris, die wohl mit einer Art Safaribus unterwegs sind, kommt ebenfalls bei den Nashörnern an und macht eine Menge Lärm, so dass wir uns lieber wieder auf den Rückweg machen. Nach einem Mittagessen geht die Fahrt weiter zum Budongo Forest im Murchison Falls Nationalpark. Hier übernachten wir in der Budongo Eco Lodge, eine schöne Lodge mitten im Wald, komplett aus Holz, mit sehr freundlichem Personal. Wir sind die einzigen Gäste und bekommen den Bungalow, der am weitesten im Wald ist. Schon etwas unheimlich nachts in der nur sehr spärlich beleuchteten Hütte (es gibt keine Elektrizität, nur Solarstrom). Auch werden wir nachts des öfteren geweckt durch die Schreie der Schimpansen, die sich wohl nicht weit von der Lodge entfernt aufhalten. Nach dem Abendessen trinken wir noch das ein oder andere Bier mit Erisa und er erzählt uns von seiner Familie und generell dem Leben in Uganda. Immer wieder ein großes Thema ist die Krankheit Aids, die hier tatsächlich ständig präsent ist. Jeder hat Familienmitglieder oder Freunde die selbst erkrankt sind oder Aidsfälle in der Familie haben. So präsent das Thema scheinbar bei der Bevölkerung ist, so wenig sieht man Ansätze von Aufklärung. Obwohl die Krankheit in Deutschland in den letzten Jahren in den Medien nicht mehr so stark stattgefunden hat, findet man doch in jeder Kleinstadt Plakate die auf Verhütung etc. hinweisen. Wenn ich mich Recht erinnere haben wir in den zwei Wochen in keiner Stadt irgendeine Art von Aufklärung zu dem Thema wahr genommen, obwohl diese Aufklärungsarbeit sicher dringend nötig ist.
Teil 309. Mai 2014
Teil 411. Mai 2014
Tag 3: Heute steht unsere Schimpansen-Tracking auf dem Programm. Nach einem leckeren Frühstück bekommen wir ein kurzes Briefing und dann geht’s direkt von der Lodge aus ab in den Wald. Glücklicherweise kamen über Nacht auch keine anderen Touristen mehr an, so dass wir nur zu viert (Guide, Erisa und wir beide) aufbrechen. Allein die Erfahrung durch den Wald zu laufen, der zwar kein richtiger Regenwald wie z.B. der Bwindi ist, aber sich doch stark von unseren Einheimischen Wäldern unterscheidet, ist eine Erfahrung. Die Gerüche und Geräusche wahr zu nehmen und immer wieder auf die Schreie der Schimpansen zu lauschen ist schon toll. Wir sind insgesamt ca. drei Stunden im Wald unterwegs und treffen mehrere Male auf Schimpansen. Hoch oben in den Bäumen beim Frühstück, laufend am Boden und auch einmal direkt auf Augenhöhe im Baum sitzend, nur ca. drei Meter von uns entfernt. Ein wirklich schönes Erlebnis. Nach einem sehr leckeren Mittagessen fahren wir weiter zu den Murchison Falls. Da unser Auto leider wieder nur durch „Rollen lassen“ bzw. Anschieben anspringt ist Erisa ziemlich genervt und bittet mich bei unserer Agentur in Deutschland anzurufen, dass diese „Druck machen“ bei der örtlichen Agentur und wir ein neues Auto bekommen. Kein ganz einfaches Unterfangen mitten in der ugandischen Pampa, es gibt nämlich fast nirgends Handyempfang. Als ich endlich jemanden erreiche, verspricht er sich darum zu kümmern und wir fahren weiter. Bei den Fällen angekommen sind wir die einzigen Menschen vor Ort, erklimmen den Pfad zum Fluss und können den Anblick der Fälle genießen, bei welchen sich der Nil durch eine schmale Felsspalte presst. Zurück am Auto heißt es wieder bangen ob es anspringt und um ein Haar wären wir auch nicht mehr weiter gekommen. Auf den letzten paar Metern Gefälle springt der Motor glücklicherweise wieder an und wir können aufatmen. Auf dem Weg zur Nile Safari Lodge lernen wir wie schlecht ugandische Straßen wirklich sein können, es geht teilweise nur im Schritttempo voran. Und wie sollte es anders sein, das Auto muss natürlich noch mal ausfallen kurz vor dem Ziel. Jetzt ist es vorbei dachten wir, aber Erisa ist solche Situationen wohl schon gewohnt. Er lässt das Auto ganz sachte zurückrollen, haut an der richtigen Stelle den Gang rein und siehe da: Der Motor springt wieder an und wir können die letzten paar Meter zur Lodge fahren (hätten wir zur Not auch Laufen können, waren nämlich nur noch ein paar hundert Meter, aber das wussten wir natürlich nicht). An der Nile Safari Lodge angekommen werden wir freundlich begrüßt und beziehen unseren Bungalow, der einen Balkon mit wunderschönem Blick auf den Nil hat. Generell ist die Lodge sehr schön, wir können von unserem Balkon aus Elefanten am anderen Flussufer beobachten. Es ist eine Horde frecher Meerkatzen in der Lodge zu Hause die in dem Baum gegenüber unseres Balkons ihr Nachtlager zu haben scheint und die uns immer wieder in der „Open-Air-Dusche“ besuchen. Auch in dieser Lodge sind wir wieder die einzigen Gäste, was das Personal aber nicht davon abhält sich wirklich rührend um uns zu kümmern. Manchmal kommen wir uns schon etwas dekadent vor, wenn einem jeder Handgriff abgenommen wird. Wir denken hin und wieder, so muss es wohl in der Kolonialzeit gewesen sein. Eigentlich nicht so unser Ding, andererseits arbeiten hier zwanzig Leute, die durch den Tourismus ihren Lebensunterhalt verdienen. Und so lassen wir die guten Geister gewähren, bekommen alles hinterhergetragen, werden abends mit Taschenlampe zu unserem Bungalow begleitet und ganz hervorragend bekocht. Was anfangs ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig war, ist die immense Geräuschkulisse nachts. Da die Wände des Bungalows nur aus Zeltplanen bestehen wiegen einen allerlei Urwaldgeräusche und das unermüdliche Gegrunze der Hippos in den Schlaf, die sich direkt unterhalb unseres Balkons aufzuhalten scheinen.
Teil 511. Mai 2014
Teil 613. Mai 2014
Tag4: Da unser Auto am Abend des Vortages repariert wurde, steht unserem ersten richtigen Ausflug in den Park an diesem Morgen nichts mehr im Weg. Noch vor Morgengrauen machen wir uns auf zu einer Pirschfahrt in der Nordseite des Parks. Da unsere Lodge auf der anderen Seite liegt, nehmen wir die erste Fähre nach drüben und genießen einen wunderschönen Sonnenaufgang über dem Nil. Auf der anderen Seite angekommen wird das Dach aufgeklappt, so dass wir im Auto stehend die Tiere besser beobachten bzw. erspähen können. Begleitet werden wir von einem Ranger namens George, der uns im Laufe des Vormittags einiges über den Park und seine Bewohner erzählen wird. Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache das George seine Waffe locker neben sich stehen hat und der Lauf natürlich nach hinten zu uns zeigt, nicht gerade vertrauenserweckend bei den Puckelpisten im Park. Wir nehmen’s mit Humor und halten einfach etwas Abstand zu dem Gewehr. Wie begeistert sind wir, als wir direkt nach den ersten paar Metern eine Herde Elefanten sehen können, eingerahmt von dieser sehr schönen Savannenlandschaft kam uns das ganze erst mal völlig unwirklich vor, so was gibt’s doch normalerweise nur im Fernsehen.... Auf der ca. dreistündigen Rundfahrt durch den Park begegneten wir weiteren Elefanten, Giraffen, Büffeln, Hippos, diverse Affen und natürlich jeder Menge Antilopen und Vögel. Der Park besticht durch seine schönen Savannenlandschaften, O-Ton George: We got open Savannah, tree Savannah and burned Savannah. Denn die Ranger brennen immer wieder einige Abschnitte des Parks nieder, zum einen um die Höhe des Grases in Grenzen zu halten und so Wilderer besser sehen zu können, zum anderen um frisches Gras nachwachsen zu lassen, welches von den Tieren bevorzugt wird. Leider wurde in ebendiesem Bereich des Parks in dem sich die meisten Tiere aufhalten Öl gefunden und so sind mehr Fahrzeuge der Öl-Firmen als Safari-Fahrzeuge unterwegs. Dementsprechend wird den Tieren hier eines ihrer letzten Rückzugsgebiete in Uganda genommen, was auch die Ranger und Guides sehr bedauern, aber wo sich Geld holen lässt muss die Natur in den meisten Fällen leider zurückstecken. Da es mittags sehr heiß wird, fahren wir zum Mittagessen wieder in die Lodge. Am Nachmittag steht eine Bootsfahrt auf dem Nil zu den Murchison Fällen an. Es ist fast noch schöner die Tiere vom Wasser als vom Auto aus zu beobachten. Wir sehen Elefanten, Unmengen Hippos, Krokodile, Büffel und natürlich wieder allerlei Vögel. Uganda ist eins der vogelreichsten Gebiete in Afrika und so sind auch Touristen mit uns unterwegs, die eben hauptsächlich an Vögeln interessiert sind und dementsprechend riesige Objektive mitschleppen um diese abzulichten. Zurück in der Lodge freuen wir uns natürlich auf eine kalte Dusche, aber so einfach ist das nicht. Die Dusche wird beim Personal bestellt und einige Zeit später klettert jemand mit einem gefüllten Eimer die klapprige Leiter an unserer Open-Air Dusche nach oben um diese zu befüllen. Also genehmigen wir uns erst mal ein kühles „Nile“, am Nil 😎 . Nach dem, wie am Vortag, wirklich tollen Abendessen lassen wir den Abend am Lagerfeuer bei einigen von Erisas Geschichten über die Besteigung des Ruwenzori-Gebirges ausklingen.
Teil 713. Mai 2014
Teil 813. Mai 2014
Teil 913. Mai 2014
Teil 1014. Mai 2014
Tag5: Erstmals auf unserer Reise können wir etwas länger schlafen, da wir beschlossen haben die Fähre um 9 Uhr auf die Nordseite zu nehmen und nicht wieder bei Sonnenaufgang. Da die meisten Safarifahrzeuge bei Morgengrauen zur Pirschfahrt aufbrechen treffen wir fast keine anderen Touristen im Park aber natürlich die allgegenwärtigen Ölarbeiter. Wir fahren die gleiche Runde wie am Vortag und sehen demnach auch fast die gleichen Tiere. Highlight ist eine Versammlung von über 20 Giraffen und ein am Albertsee (Teil des Nils) entlang schleichender Schakal. Auf Grund der extremen Hitze treten wir um 14 Uhr, total geschafft, schon wieder den Rückweg in die Lodge an. Da wir uns beide nicht ganz fit fühlen verbringen wir den Rest des Tages in unserer Lodge auf einem Holzpodest am Nil im Schatten liegend. Unser Dösen wird unterbrochen, als uns ein Angestellter der Lodge auf die Elefanten hinweist, die auf der anderen Flussseite im Wasser planschen. Es gibt Momente im Leben deren speziellen Wert man erst weit später erkennt und es gibt Situationen, da weiß man schon in der Situation (oder manchmal wünscht man es sich auch), dass sich dieses Bild tief in’s Hirn einbrennen wird. Dieses Erlebnis hat sich eingebrannt und wenn ich malen könnte, könnte ich euch heute noch ein Bild davon abliefern. Absolut kitschig, aber wunderschön war es für uns zuzusehen, wie drei Elefanten am Ufer gebadet und gespielt haben. Immer wieder sind Sie rein und raus aus dem Wasser, sind komplett abgetaucht, so dass nur noch die Rüssel zu sehen waren und haben sich gegenseitig mit Wasser bespritzt. So etwas müsste man den Entscheidungsträgern zeigen, die den Park zu Gunsten der Ölförderung sicherlich irgendwann auflösen wollen. Wie immer in solchen Situationen hatten wir natürlich die Kamera nicht dabei, was aber vielleicht auch ganz gut war, da man Situationen durch’s Objektiv natürlich anders wahr nimmt und statt bezaubert zu sein von diesem Erlebnis hätte ich mich wahrscheinlich geärgert, weil ich keine guten Fotos hinbekommen hätte. Mit dem Niedergang der Sonne hatten dann auch die Elefanten genug vom Baden und wir ließen, wie jeden Abend in der Nile Safari Lodge, diesen am gemütlichen Lagerfeuerplatz ausklingen. Schade das wir diesen wunderschönen Ort morgen wieder verlassen müssen.
Teil 1114. Mai 2014
Teil 1215. Mai 2014
Tag6: Goodbye Nile Safari Lodge. Wir haben unseren Aufenthalt hier wirklich genossen. Mit drei Nächten vor Ort für uns auch die längste Zeit an einem Ort auf unserer Reise. Es folgt der längste Fahrtag der Reise. Wir benötigen fast zehn Stunden für die 350 km, da die Straßen größtenteils schlechter sind als unsere deutschen Feldwege. Aber da das Auto ja repariert wurde, sind wir anfangs noch frohen Mutes und genießen die Fahrt, bei der wir das tägliche Leben der Menschen in Uganda beobachten können. Nach kurzer Zeit fängt es an zu regnen und hört auch erst am Abend wieder auf. Die ersten vier Stunden nicht weiter schlimm, doch dann fallen die Scheibenwischer aus. Erisa fährt tapfer weiter bis wir zu einem im Schlamm feststeckenden Lkw kommen. Er versucht unser Auto teils im Graben vorbeizumanövrieren und dann kam es wie es kommen musste…. Das Auto stellt sich quer und wir fahren uns ebenfalls im Schlamm fest. Kein Problem, kurz aussteigen und den Allradantrieb einschalten. Doch als Erisa die Zündung betätigt passiert…… Nichts! Glücklicherweise haben an dieser Stelle ein paar Einheimische schon eine Geldquelle gewittert und schieben uns an, was sich als nicht ganz einfach herausstellt, da die Reifen sich ja im Schlamm festgefahren hatten. Aber schlussendlich springt die Kiste wieder an und wir können aufatmen. Erisa bezahlt die Helfer, was diesen aber nicht genug ist und so wird wild diskutiert, bis einer auf’s Auto klettert und uns nicht weiterfahren lassen will. Erisa, wenig zimperlich, fährt einfach los, und so muss der erboste Helfer abspringen. Irgendwann hört auch endlich der Regen auf und wir legen die letzte Etappe durch riesige Teeplantagen zurück. Ziemlich kaputt erreichen wir schließlich das Chimpanzee Guesthouse kurz vor Fort Portal. Auch hier wieder sehr freundliche Begrüßung. Oh Wunder, wir sind die einzigen Gäste, bekommen ein Banda mit fantastischem Blick auf den Wald der wohl schon zum Kibale Nationalpark gehören muss. Nach einem sehr guten Abendessen fallen wir müde in’s Bett und können hier auf Grund des angenehmen Klimas (sehr viel kühler als im Murchison) wirklich gut schlafen. Unser Guide Erisa musste am Abend das Auto wieder reparieren lassen und kam demnach erst um 23 Uhr aus Fort Portal zurück, hatte als keine ganz so gute Nacht wie wir.
Teil 1315. Mai 2014
Teil 1417. Mai 2014
Tag7: Heute geht es weiter über Fort Portal und Kasese zum Queen Elisabeth National Park. Gerade in der Nähe von Kasese haben wir während der Fahrt einen wunderbaren Blick auf die Ausläufer des Ruwenzori-Gebirges. Eine mehrtägige Trekking-Tour zu den Gipfeln wäre sicher einer der besten Gründe dieses Land noch mal zu bereisen. Auf der Fahrt passieren wir eins der zwei Äquatordenkmäler in Uganda und knipsen, wie alle Touris, natürlich ein schönes Foto. Schon vor Erreichen des Nationalparks können wir von der übrigens sehr gut geteerten Straße aus eine Herde Elefanten sehen. Diese scheint es wenig zu stören, dass sie sich unweit einer viel befahrenen Straße aufhalten. Im Queen Elizabeth übernachten wir in der Kyambura Game Safari Lodge, die wieder traumhaft schön ist. Da man um zur Lodge zu kommen durch ein kleines Dorf fährt, ist hier der Unterschied besonders krass von Lehm- und Wellblechhütten zu schönen Pandas und Pool. An ebenjenem Pool relaxen wir dann auch erst mal ein bisschen und genießen bei einem kalten Getränk den Ausblick in den National Park. Am späten Nachmittag brechen wir zu einer Abendpirschfahrt auf. O-Ton Erisa: Haltet nach Löwen Ausschau, die anderen Tiere sehen wir sowieso….. Und tatsächlich, schon auf dem Weg zum Park sehen wir wieder Elefanten an der Straße und nach etwas Suchen dann auch die ersehnten Löwen. Außer uns steht noch ein weiteres Safarifahrzeug bei den Löwen, bei welchem der Fahrer leider den Motor laufen lässt, was die Löwen nach kurzer Zeit vertreibt. Allerdings fahren wir etwas später noch mal an die selbe Stelle und diesmal sind sogar fünf Löwen da, die faul im Gras liegen, sich gegenseitig putzen und sich von den schlussendlich zwölf Safarifahrzeugen nicht stören lassen. Wir beobachten die Löwen bis Sonnenuntergang und lassen, nach einem guten Abendessen, den Abend in der Lodge vor dem Kamin gemütlich ausklingen.
Teil 1517. Mai 2014
Teil 1617. Mai 2014
Teil 1719. Mai 2014
Tag 8: Pirschfahrt um halb sieben heißt Frühstück um sechs und Aufstehen um fünf! Es sind größtenteils die gleichen Safarifahrzeuge wie am Vortag unterwegs und alle auf der Suche nach den Löwen. Leider erfolglos. Trotzdem ist es schön im Morgengrauen durch den Park zu fahren der ebenfalls größtenteils aus Savanne mit einigen Bäumen und Büschen besteht. Wir beobachten die allgegenwärtigen Antilopen und sehen auf dem Weg zu einem Kratersee eine Hyäne die Straße kreuzen. Nach einem kurzen Besuch in einem Fischerdorf, machen wir uns auf den Rückweg zur Lodge. Am Nachmittag steht wieder eine Bootsfahrt auf dem Programm, diesmal auf dem Kazinga Kanal, der den Lake George mit dem Lake Edward verbindet. Nach anfänglicher Enttäuschung, da das Boot wirklich extrem langsam fährt, wird es eine sehr schöne Fahrt. Sehr lange halten wir uns auf der gegenüberliegenden Uferseite zur Mweya Safari Lodge auf, da sich hier eine große Herde Büffel Abkühlung verschafft. Kommentar eines amerikanischen Touristen zu einem im Wasser schwimmenden Büffel, umringt von Krokodilen: „He’s chilling in the river because of the heat“, Antwort Guide: „No, he’s dead!“ Wir sehen neben den Büffeln viele Vögel, Krokodile, Hippos, Elefanten und als absolutes Highlight einen Leoparden mit Beute im Maul (Manguste), der am Hang entlangläuft. Big Five completed! Auf dem Rückweg sehen wir wieder jede Menge Elefanten. Nach einem Busch steht unser Auto direkt neben einem großen Bullen, so nah, wir hätten ihn fast anfassen können. „Greifen Elefanten Autos an?“ frage ich Erisa. „Die warnen vorher“ meint er ganz entspannt. Wir musterten uns gegenseitig, schnell ein paar Fotos und dann weiter bevor er sich gestört fühlt und sich doch dafür entscheidet unser ohnehin schon etwas lädiertes Auto weiter zu demolieren.
Teil 1819. Mai 2014
Teil 1919. Mai 2014
Teil 2021. Mai 2014
Tag 9: Weiterfahrt in den Südteil des Queen Elisabeth Nationalparks, genannt Ishasha, nach dem Ishasha Fluss, der von Uganda in die demokratische Republik Kongo fließt. Nach ca. zweieinhalbstündiger Fahrt durch die schöne Landschaft und dichten Wald inklusive immer wieder Pavianhorten auf der Straße, starten wir gleich mit einer ersten Pirschfahrt. In Ishasha sind alle Safarifahrzeuge auf der Suche nach den nur hier lebenden Baumlöwen (Löwen die auf Bäume klettern, was Löwen normal nicht tun, weiß auch keiner wieso sie das gerade hier machen). So telefoniert Erisa ständig mit den anderen Guides, ob denn jemand Löwen gesichtet hat. Und tatsächlich, sie wurden gefunden, allerdings nicht im Park, sondern in der Nähe der Straße, von der wir kamen. Also fuhren wir wieder ein ganzes Stück zurück und ca. 150 Meter von der Stelle an der wir unterwegs „Pinkelpause“ gemacht haben liegen vier Löwen im Baum, allerdings leider etwas weit weg und Erisa will mich auch nicht zu Fuß etwas näher gehen lassen um bessere Fotos machen zu können. Weiter geht die Fahrt in’s Savannah Hotel, einchecken, Käffchen trinken und dann steht auch schon wieder eine Abendpirschfahrt auf dem Programm. Wir scheinen das einzige Safarifahrzeug im Park zu sein und es herrscht nach dem gerade herniedergegangenen Regen eine ganz spezielle Stimmung. Wir nehmen die Gerüche der Savanne intensiv wahr und die wunderschöne antilopengesäumte Landschaft erstrahlt in weichem Licht. An einem abgelegenen Campingplatz, der allerdings momentan nur von Pavianen bewohnt wird, führt uns eine Rangerin zu einigen Hippos im Ishasha-Fluss. Die ganze Zeit hören wir immer lauter werdendes Geraschel neben uns in den Büschen und als wir gerade gehen wollen, brechen zwei große Elefanten ein paar Meter neben uns durch’s Unterholz. Wir checken unsere Fluchtmöglichkeiten ab und entscheiden uns besser nicht loszurennen (Buchtipp: Don’t run, whatever you do!). Als die Elefanten uns sehen, sind sie wohl ebenso erschrocken, machen kehrt und verschwinden wieder im Dickicht. Glück gehabt! Zurück im Hotel geht’s zum Abendessen und da das Savannah Hotel internationale Küche bietet, können wir hier mal wieder ein leckere Pizza genießen…mmmmhhhhh