Ben_1988Themenstarter178 Beiträge · seit 201312. Jan. 2014 · Hallo liebe Namibia-Freunde,
bin gerade auf eine 4-Tages-Tour auf den Brandberg von Charlys-Desert-Tours aufmerksam geworden.
Tourenbeschreibung:
http://www.charlysdeserttours.com/cms/download.php?cat=22_Kurztouren&file=Brandberg-de.pdfHat von Euch schon jemand diese Tour gemacht und kann etwas über den Verlauf sagen? Mich würde vor allem interessieren, ob es sich um eine reine Wanderung handelt oder ob auch Kletterpassagen mit Seilsicherung damit verbunden sind. Dies kommt in der knappen Beschreibung nicht wirklich heraus.
Natürlich könnte ich auch direkt beim Veranstalter fragen, aber ich würde gerne zunächst ein paar persönliche Erfahrungsberichte hören. Der Veranstalter selbst wird die Tour natürlich als "non plus ultra" anpreisen.
Interessant wäre für mich auch, welches Schuhwerk für die Tour nötig ist. Da ich zunächst einen Monat in Südafrika bin und anschließend nach Namibia reise, möchte ich ungerne meine Alpinstiefel (Kategorie C) nur für diesen Trip mitschleppen.
Über den Preis für die 4-tätige Tour steht auf der Internetseite leider auch keine Information. Vielleicht weiß jemand darüber bescheid? Würde die Tour gerne Anfang April machen.
Danke und schöne Grüße
Ben
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201212. Jan. 2014 · Das ist ausreichend Zeit für eine ralativ kurze Strecke, also nicht zu anstrengend.
Der Westeinstieg durch die Tsisab Schlucht ist zwar sehr viel schöner, aber dazu muß es geregnet haben.
Die beste Zeit ist April.
Keinesfalls würde ich alpine Stiefel anziehen, die sind viel zu heiß.
Wir haben den Einstieg mit ganz normalen Vellies mit Gummisohle (richtiges Gummi der Griffigkeit wegen) gemacht.
Wenn oben Wasser ist, muß man aufpassen vor Schlangen. Wir haben im klaren Wasser sowohl badende Puffottern als auch Mambas angetroffen.
Wie gut der Veranstalter führt, weiß ich nicht.
Der Einstieg lohnt sich, besonders nach Ende der Regenzeit ist oben unterhalb des Königssteins ein landschaftliches Paradies mit klarem fließenden Wasser, das auf dem Weg nach unten wieder versickert. Dort wäre es angebracht, mindestens einen ganzen Tag zu verbringen. Aber: die Nächte können oben sehr kalt werden.
Ich kann Dir wämstens empfehlen, die Tour unbedingt zu machen. Nicht wegen dem Veranstalter, aber was Du sehen kannst.
Ben_1988Themenstarter178 Beiträge · seit 201312. Jan. 2014 · Hallo Swakop,
danke für die Hinweise. Hatte gelesen, dass der Königsstein 2.500 m hoch ist. Bei mir im Allgäu ist schweres Schuhwerk auf dieser Höhe Pflicht. Aber wenn es auch mit leichteren Schuhen geht, soll mir das Recht sein.
Kannst du auch etwas zum Weg sagen? Gib es Kletterpassagen oder ist alles begehbar?
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200612. Jan. 2014 · Hallo Ben,
zu Charlys kann ich Dir nix sagen, wir waren 2x oben (aber nur 1x Königsstein, das erste Mal dank viel Wasser 14 tage, das zweite Mal mussten wir nach 9 Tagen runter, da keine Wasserstellen mehr.
Der Blick vom Königstein ist schön, aber die vielen versteckten Felsmalereien sind uns zumindest wichtiger gewesen.
4 Tage für Königstein sind ok, man kann es auch in 2-3 Tagen machen. Ich würde zwecks umknicken höhere Schuhe nehmen, aber nix Steigeisenfestes. "Qualmende Socken" sind so oder so vorprogrammiert.
Passagen mit Seilsicherung habe ich keine erlebt, aber es ist kein Wandeweg wie man es aus den Alpen kennt. Manchmal muss man etwas klettern oder auf dem Hosenboden rutschen.
Aber Du mußt ka keinen Proviant für 2 Wochen mitnehmen.
LG Jens
Ben_1988Themenstarter178 Beiträge · seit 201312. Jan. 2014 · Danke auch für deine Infos, Jens. Welche Anbieter bieten denn noch Touren im Brandberg-Massiv an?
Ob ich die Tour tatsächlich mache, ist auch eine Frage des Preises. Lande am 2.4. in Windhoek und starte am 10.4. eine Tour nach Lüderitz. Dieses Zeitfenster dazwischen würde ich für den Brandberg nutzen (Transfer nach Swakopmund ist ja mit den Shuttlebussen kein Problem). Also wenn die Besteigung auch in 3 Tagen möglich ist, soll das auch OK sein.
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200812. Jan. 2014 · Hallo Ben,
wenn Du auf den Brandberg rauf willst, dann machst Du das am besten alleine. Mit alleine meine ich mit Einem ortkundigemGuide, so wie er ja auch bei Charly genannt wird. Es ist nämlich normalerweise nicht erlaubt, den Brandberg ohne einheimischen Guide zu besteigen. Denn das ist fast die einzige Einkommensquelle für die dort ansässigen Menschen. Du fährst am Ankunftstag nach Uis oder zur White Lady Lodge. Danach gehst Du zu dem Eingang, von dem man zur White Lady laufen kann. Am Tor engagierst Du Dir den Guide für die nächsten zwei bis drei Tage und besprichst mit dem, was Du brauchst. Ich war leider noch nicht oben, aber nach allem, was ich weiß, muss man kraxeln und natürlich trittfest sein, aber richtiges Klettern mit Seil und Hacke ist nicht angesagt.
Liebe Grüße von der Atlantikküste
Gerd
Beim Schreiben ist mir ein längeres Telefonat dazwischen gekommen und da hast Du inzwischen alles Wesentliche schon erfahren.
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200812. Jan. 2014 · OFF TOPICS:
Hallo Swakop,
schön, dass Du wieder unter den "Lebenden" bist. Herzlich willkommen zurück.
Liebe Grüße
Gerd
Swakop19522'664 Beiträge · seit 201212. Jan. 2014 · Wenn ich mich erinnere, sind das glaube ich 2800m.
Wenn Du im Allgäu kraxeln kannst, dann solltest Du m.E. keine Probleme haben.
Ob Du in der Hitze das schwere Schuhwerk anziehen magst, ist Deine Sache. Ich würde es nicht tun. Festes Schuhwerk reicht m.E. Vor allem rutschfest!
Es werden keine Seile benötigt. Die geplante Strecke ist an einem Tag bis zum Königstein zu schaffen. Die ist etwas für die Eiligen, dafür etwas steiler. Es sind aber keine alpinen Kletterpassagen. Wir haben diese Strecke gemieden.
Der sehr viel schönere Westeinstieg waren 30km, da benötigte man mindestens 2 Tage, wovon der erste Tag ohne Wasser ist und man ggf. aus Vogeltränken trinken muß (Wasser für einen Tag muß man auch mitschleppen), mit Proviant werden es dann etwas mehr als 20 kg im Rucksack.
Du könntest das auch mit einer kleineren Gruppe selbst organisieren und Dich von einem der heute aufgedrängten Guides da "führen" lassen. Es gibt gutes kartographisches Material, sogar noch von den Landmessern der ehemaligen deutschen Kolonialverwaltung. Mit solchen Karten haben wir immer verwendet. Mit etwas Orientierungssinn und einem Kompaß kann man sich nicht verlaufen. Es gibt oben auch interessante Höhlen, wo wir in einer sogar noch genießfähiges Cornedbeef in Dosen einer Expedition aus dem Jahre 1952 und Damenschuhe von der Jahrhundertwende vorfanden.
Wie Jens schon richtig schrieb, gibt es oben viele wunderbare Buschmannszeichnungen, da lohnt es sich schon, eine Woche oben zu verbringen.
Jens_Dietzel1'455 Beiträge · seit 200612. Jan. 2014 · Hallo Ben,
wir hatten einen Guide aus der Familie...
Versuche mal die Guides aus Uis, zumindest vom hörensagen sehr positiv:
Link1Link2Bei zweiten Link sind auch noch andere Anbieter angegeben.
LG Jens
piolet195 Beiträge · seit 201313. Jan. 2014 · Hallo Swakop,
wo kann man die guten topografischen Karten bekommen, von denen Du sprichst?
Danke,
piolet
Swakop1952 schrieb:Wenn ich mich erinnere, sind das glaube ich 2800m.
Wenn Du im Allgäu kraxeln kannst, dann solltest Du m.E. keine Probleme haben.
Ob Du in der Hitze das schwere Schuhwerk anziehen magst, ist Deine Sache. Ich würde es nicht tun. Festes Schuhwerk reicht m.E. Vor allem rutschfest!
Es werden keine Seile benötigt. Die geplante Strecke ist an einem Tag bis zum Königstein zu schaffen. Die ist etwas für die Eiligen, dafür etwas steiler. Es sind aber keine alpinen Kletterpassagen. Wir haben diese Strecke gemieden.
Der sehr viel schönere Westeinstieg waren 30km, da benötigte man mindestens 2 Tage, wovon der erste Tag ohne Wasser ist und man ggf. aus Vogeltränken trinken muß (Wasser für einen Tag muß man auch mitschleppen), mit Proviant werden es dann etwas mehr als 20 kg im Rucksack.
Du könntest das auch mit einer kleineren Gruppe selbst organisieren und Dich von einem der heute aufgedrängten Guides da "führen" lassen. Es gibt gutes kartographisches Material, sogar noch von den Landmessern der ehemaligen deutschen Kolonialverwaltung. Mit solchen Karten haben wir immer verwendet. Mit etwas Orientierungssinn und einem Kompaß kann man sich nicht verlaufen. Es gibt oben auch interessante Höhlen, wo wir in einer sogar noch genießfähiges Cornedbeef in Dosen einer Expedition aus dem Jahre 1952 und Damenschuhe von der Jahrhundertwende vorfanden.
Wie Jens schon richtig schrieb, gibt es oben viele wunderbare Buschmannszeichnungen, da lohnt es sich schon, eine Woche oben zu verbringen.
Ben_1988Themenstarter178 Beiträge · seit 201322. Jan. 2014 · Hallo allerseits,
hatte vor einigen Tagen bei Charly's Desert Tours wegen der Brandbergbesteigung Details angefragt. Heute kam die knappe Antwort: "Leider findet die Brandberg besteigung aus verschieden Gründen nicht mehr statt."
So viel zur Info auch für andere Brandberg-Interessierte.
Schöne Grüße
Ben
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200822. Jan. 2014 · Hallo Ben,
das heißt aber nicht, das diese nicht mehr möglich ist. Man muss halt nur mit einem der einheimischen Führer gehen, die man am Eingangstor zur White Lady Zeichnung engagieren kann.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
PS: Ich weiß, dass es vor kurzem am Brandberg eine Art Razzia gegeben hat, wo man die Leute, die ohne Führer unterwegs waren, greifen wollte. Was im Endeffekt aus dieser Aktion geworden ist, weiß ich nicht. D
Ben_1988Themenstarter178 Beiträge · seit 201322. Jan. 2014 · Hallo Gerd,
es ist mir schon klar, dass die Besteigung auf andere Art möglich ist. Der Hinweis sollte mehr der Information für andere Brandberg-Interessierte dienen. Damit diese wissen, dass sie es bei Charlys nicht mehr versuchen brauchen.
Schöne Geüße
Ben