WÜwüsteThemenstarter2 Beiträge · seit 201324. Dez. 2013 · #1Hallo zusammen
Ich bereite mich gerade auf unsere nächste Namibiatour vor und dieses Mal möchten wir mit einem befreundeten Paar zusammen den Norden erkunden. Dazu hätte ich ein paar Fragen und hoffe, dass mir hier jemand helfen kann!
Die Reise wird im September 14 stattfinden, wir werden zelten und unsere Freunde möchten eine normale Unterkunft, das heisst, wir brauchen optimalerweise als Unterkunft immer eine Lodge, die beides anbietet. Zeitlich sind wir ziemlich offen und denken so an 14 Tage. Diese Route haben wir uns ungefähr vorgestellt:
Windhoek
Okonjima Africat Foundation - Ist das gut und lohnen sich hier 2 Nächte?
Etosha - Wahrscheinlich Namutoni und Okaukuejo. Super wäre Dolomite, aber das müssen wir budgettechnisch erst mal checken. Weiss jemand, ob man nach einer Übernachtung im Dolomite dann auch im Westen aus dem Park fahren kann oder kann man das sowieso auch ohne Übernachtung in diesem Camp?
Opuwo - Lohnt sich das und weiss hier oder in der Nähe jemand eine tolle Unterkunft?
Epupa Falls - Hat hier jemand eine Unterkunftsempfehlung?
Danach sind wir offen für alle Tipps von Sehenswertem im Nordwesten und möchten dann einfach noch in die Palmwag Lodge. Weiss jemand, wo man am besten eine Himbatour macht? Und gibt es sonst noch irgendwelche Aktivitäten, die empfehlenswert wären?
Ich bedanke mich für alle Infos und Tipps und wünsche frohe Festtage!
Viele Grüsse
Elvira
Gerd19425'538 Beiträge · seit 200824. Dez. 2013 · #2Hallo und herzlich willkommen im Forum, Elvira,
mal sehen, wie Eure Wünsche so zusammengehen. Ich mache Anmerkungen in kursiver Schrift in Euren Text:
Für die erste Nacht in Windhoek gibt es viele Möglichkeiten. Ich empfehle Euch Düsternbrook, weil die Zimmer und Camping haben. Da könnt Ihr auch gleich die ersten Afrika-Gefühle bekommen, wenn Ihr die Afri-Cats Show besucht und/oder den abendlichen Game Drive mitmacht.
Okonjima Africat Foundation - Ist das gut und lohnen sich hier 2 Nächte?
Ich würde auf jeden Fall zwei Nächte dort bleiben. Es gibt dort einen markierten (Kurz-)Wanderweg - Dauer etwa 2, max. 3 Stunden. Aber Ihr solltet mindestens an einem Morgen den Game Drive mitmachen.
Etosha - Wahrscheinlich Namutoni und Okaukuejo.
Von Okonjima kommend würde ich über Outjo nach Okaukuejo fahren und dort zwei Nächte bleiben.
Super wäre Dolomite, aber das müssen wir budgettechnisch erst mal checken. Weiss jemand, ob man nach einer Übernachtung im Dolomite dann auch im Westen aus dem Park fahren kann oder kann man das sowieso auch ohne Übernachtung in diesem Camp?
Wenn Ihr durch das Galton Gate raus wollt, müsst Ihr eine Nacht im Dolomite Camp schlafen. Und das würde ich auf jeden Fall machen, auch wenn das das Budget stärker belastet. Versucht halt, das an anderer Stelle einzusparen.
Opuwo - Lohnt sich das und weiss hier oder in der Nähe jemand eine tolle Unterkunft?
Die Opuwo Country Lodge bietet sowohl Zimmer wie auch Camping an. Die Lodge lohnt sich auf jeden Fall. Selbst wenn Ihr für eine Nacht nur die eigentlich zu kleinen Standardzimmer nehmt, würde ich dort wohnen. Die Luxury Rooms sind zwar teurer, aber wesentlich größer und sehr schnell ausgebucht.
Wenn Ihr zu viert seid, würde ich nach dem Einchecken zu Fuß ins Dorf gehen und in aller Ruhe die Hauptstraße runter laufen bis zur großen Kreuzung, dort die Gegend um Tankstelle und Markt noch besuchen und vielleicht irgendwo dort ein Bier im Pub trinken. Das ist eine Frage der persönlichen Befindlichkeit. Ich kenne genügend Menschen, denen Opuwo nicht gefallen hat, weil es ihnen zu "schmutzig" war, ihnen die Menschen zu aufdringlich erschienen und für sie die ganz Atmosphäre zu afrikanisch war. Aber genau das ist der Reiz von Opuwo - es ist die erste afrikanische Stadt, die ihr in Namibia kennenlernen werdet. Das Leben findet zu 90 % auf der Straße statt und es interessiert niemanden (doch: uns Touristen), was die anderen Menschen dort machen.
Epupa Falls - Hat hier jemand eine Unterkunftsempfehlung?
Ich war bisher nur im Omarungu Camp, das ich guten Gewissens weiterempfehlen kann. Die haben Camping und Zeltzimmer. Ich würde dort mindestens zwei Nächte verbringen, zumal man dort gut laufen kann. Wir sind den Fluss stundenlang rauf und runter gewandert. Wenn Ihr einen Himba-Ausflug machen wollt, dann macht ihn von dort aus. Das Camp vermittelt Euch einen Führer. Ich denke mir aber, dass Ihr in Opuwo schon genügend Himbas gesehen habt.
Danach sind wir offen für alle Tipps von Sehenswertem im Nordwesten und möchten dann einfach noch in die Palmwag Lodge. Weiss jemand, wo man am besten eine Himbatour macht? Und gibt es sonst noch irgendwelche Aktivitäten, die empfehlenswert wären?
Wenn Ihr von den Epupa Falls nach Palmwag fahrt, müsst Ihr ja über Opuwo zurück. Deshalb würde ich auf jeden Fall dort wieder übernachten. Am anderen Tag fahrt Ihr dann Richtung Joubert Pass. Rund 40 km hinter Opuwo findet Ihr dann wunderbare Baobab Bäume. Später kommt der Joubert Pass, nicht mehr ganz so spektakulär wie früher, aber trotzdem ein tolles Erlebnis.
Vom Joubert Pass aus würde ich nach Sesfontein fahren. In Sesfontein könnt Ihr in Sesfontein Lodge übernachten. Ob die Camping haben, weiß ich aber nicht. Ich würde auch in Sesfontein mindestens zwei Nächte bleiben. Am Ankunftstag würde ich mir einen Guide für den nächsten Tag mieten (wenn Ihr mit einem 4 x 4 unterwegs seid) und dann eine Tagestour in den Hoanib machen. Wenn Ihr keinen 4 x 4 habt, dann macht die von der Lodge angebotene, aber leider sehr teure Tour dort hin.
Zu Palmwag brauche ich offensichtlich nicht viel zu sagen, denn das kennt Ihr wohl. Ich würde dort mindestens zwei bis drei Tage bleiben und je nach Fahrzeug entweder selbst das Palmwag-Konzessionsgebiet erforschen oder die von der Lodge angebotenen Touren machen.
Zum Fahrzeug ein Hinweis. Eigentlich braucht Ihr einen 4 x 4 nur, wenn Ihr in Sesfontein oder Palmwag im Konzessionsgebiet rumfahren wollt. Sonst kommt Ihr überall mit dem 2 x 4 hin, zumal es im September normalerweise noch trocken sein sollte. Ihr müsst halt mal rechnen, was die Touren kosten, wenn Ihr sie über die Lodge bucht und was das im Verhältnis zur Mietwagendifferenz ausmacht.
Liebe Grüße von der sonnigen Atlantikküste
Gerd
PS: Etoscha solltet Ihr schnellsten buchen.
Ich bedanke mich für alle Infos und Tipps und wünsche frohe Festtage!
Viele Grüsse
Elvira
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200624. Dez. 2013 · #3Gerd1942 schrieb:Das ist eine Frage der persönlichen Befindlichkeit. Ich kenne genügend Menschen, denen Opuwo nicht gefallen hat, weil es ihnen zu "schmutzig" war, ihnen die Menschen zu aufdringlich erschienen und für sie die ganz Atmosphäre zu afrikanisch war. Aber genau das ist der Reiz von Opuwo - es ist die erste afrikanische Stadt, die ihr in Namibia kennenlernen werdet. Das Leben findet zu 90 % auf der Straße statt und es interessiert niemanden (doch: uns Touristen), was die anderen Menschen dort machen.
... ich finde, wenn man durch ein afrikanisches Land reist, sollte man ruhig einmal mitbekommen, wie es dort ein bisschen abseits der touristischen Plätze zugeht, wobei es in Opuwo sogar auch die ein oder andere touristische Einrichtung gibt. Ich fand es seinerzeit sehr spannend.
Auch wenn einem Opuwo möglicherweise nicht gefällt, sollte man bedenken, dass es für die Menschen dort in großem Umkreis so etwas wie eine Oase bedeutet und es in anderen afrikanischen Ländern noch einfacher zugeht.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Esmeralda68388 Beiträge · seit 201224. Dez. 2013 · #4Hallo Elvira,
eine interessante Ecke habt Ihr Euch ausgesucht, auch wenn es für 14 Tage eine ordentliche Fahrtstrecke gibt.
Wir waren gerade im Oktober in der Gegend (siehe den Reisebericht meines Göttergatten "Umwege ins Paradies oder Etosha wird überbewertet"). Falls es Dich interessiert - hier werden auch einige Deiner Fragen beantwortet:
Dolomite kann ich sehr empfehlen, weiß aber nicht, ob Ihr dort auch campen könnt und ob es ins Budget passt. Ich habe keine Campingplatz gesehen. Ihr könnt auf jeden Fall im Westteil aus dem Park herausfahren, wenn Ihr dort gebucht habt. Ich glaube, es geht neuerdings sogar ohne Buchung.
In Opuwo tobt das pralle Afrikaleben. Ihr müsst zum Tanken hin, da es in der Gegend keine anderen Tankmöglichkeiten gibt. Außer der Opuwo Country Lodge - die sehr unterschiedlich bewertet wird - gibt es dort meines Wissens keine besonderen Unterkünfte. Wir haben dort nicht übernachtet und sind von Dolomite direkt nach Epupa durchgefahren.
In Epupa können wir das Epupa Falls Camp empfehlen. Dort gibt es Safarizelte als Unterkünfte und auch einen Campingplatz. Die Lodge liegt etwas weiter von den Fällen flussaufwärts ruhig direkt am Fluss und bietet tolle Ausblicke; vom Bett kannst Du aufs Wasser schauen. Das Essen war sehr lecker und die Betreuung persönlich. Uns hat es sehr gut gefallen. Dort werden auch Himba-Ausflüge angeboten, die wir aber nicht gebucht haben.
Wir haben unseren Himba-Ausflug von Camp Aussicht aus (liegt rd. 100 km südlich von Opuwo) mit Marius Steiner gemacht und das war für uns ein unglaubliches Erlebnis. Marius hat einen tollen respektvollen Kontakt mit mehreren Familien und es findet ein Austausch statt, der viel Spaß macht. Camp Aussicht ist auch etwas ganz Besonderes als Unterkunft. Hier gibt es auch einen Campingplatz und sehr einfache Unterkünfte. Man lernt hier mit Resourcen sparsam umzugehen. Die Lage ist einmalig und Marius ein ganz besonderer Mensch.
In der Gegend um Twyfelfontein gibt es auch mehrere interessante Lodges - ich weiß nicht genau, ob das in Eure Tour passt, z.B. die Grootberg Lodge oder Camp Kipwe. Von hier könnt Ihr Touren zu den Wüstenelefanten machen oder in Twyfelfontein die Felsgravuren anschauen.
Viel Spaß bei der weiteren Planung und ein schönes Weihnachtsfest.
Herzliche Grüße Kerstin
AMambri1 Beiträge · seit 201328. Dez. 2013 · #5Hallo Elvira
Bei den Epupa das Epupa Falls Camp etwas östlich der Fälle (für Zufahrt 4x4 empfohlen) ist wirklich wunderschön und ruhiger in der Nacht. Wenn du schon am Kunene bist, so lohnt es sich, auch für zwei Nächte in der Kunene River Lodge (zwischen Epupa und Ruacana) zu verbringen (
http://www.kuneneriverlodge.com/). Bootsfahrt mit Sundowner und Krokodilen. Die Strecke von dort nach Ruacana dem Fluss entlang ist sehr schön! Aber nicht direkt von Epupa zur Kunene River Lodge (nur hardcore 4x4...) sondern von Epupa wieder zurück Richtung Opuwo und bei Otjiveze wieder Richtung Nordosten zum Kunene (Piste 3701) und dort dem Fluss entlang nach Osten (3700).
Und Opuwo nicht verpassen! Da gibts beim Einkaufen spannende Begegnungen.
Wir waren im April / Mai mit dem Camper dort. Der 4x4 war schon nützlich
Viel Spass beim Planen
Beste Grüsse
Stefan
WÜwüsteThemenstarter2 Beiträge · seit 201330. Dez. 2013 · #6Hallo zusammen
Vielen lieben Dank für die grossartigen Tipps! Das hilft uns alles natürlich sehr für die Tourenplanung. Ich denke, wir werden versuchen, das Dolomite Camp einzubauen und dann direkt im Westen vom Etosha aus dem Park zu fahren.
Falls noch jemand weitere Tipps und Infos hat, freue ich mich natürlich.
Ansonsten mach ich mich jetzt mal an die weitere Planung und freue mich schon sehr auf Namibia!
Liebe Grüsse
Elvira