Liebe Forums-Mitglieder und -Leser,
wir haben uns von den zahlreichen Berichten in diesem Forum bei unserer Namibia-Reiseplanung Anfang des Jahres inspirieren lassen und profitiert. Darum möchten wir uns revanchieren und zumindest in aller Kürze unsere etwas atypische Namibia-Reise vom 17.07. - 06.08.2013 schildern, Unentschlossenen vielleicht etwas Mut machen und "Wiederholungstätern" Alternativen aufzeigen.
1. Bei der Reiseplanung haben wir zunächst vor der Entscheidung gestanden, ob wir unseren (Klein-) Kindern (3, 5 u. 7 Jahre alt) Tagesetappen von bis zu 1.000 km im Wagen zumuten wollten. Wir haben uns dafür entschieden und sind -alle- am Ende nicht enttäuscht worden. Unseren Kindern haben wir klargemacht, dass in diesem Urlaub der Weg das Ziel ist. Wir haben unterwegs viel Landschaft sowie Tiere gesehen und rund 100 Std.- CD-Hörbücher mitgenommen, die auch für uns Eltern unterhaltsam waren und die Reisezeit verkürzt haben. Kurzum: keine Angst vor langen Autofahrten mit (Klein-) Kindern in Namibia. Jedes Kind reagiert auf diese Art von "Motorwandern" sicherlich anders. Unseren hat es letztlich große Freude bereitet. Wir haben jede Nacht in einer anderen Unterkunft logiert und unsere Kinder und wir haben ein Maximum an Input und neuen Bekanntschaften erlebt.
2. Wenn man 5 Flugtickets in der Hauptreisezeit (Sommerferien in Europa) bucht, schied angesichts der horrenden Preise für uns zumindest ein Direktflug mit Air Namibia aus. Wir haben um den Jahreswechsel daher einen sehr sportlichen Flugpreis über Egypt Air, also noch vor den Aufständen in Ägypten, für die Strecke Frankfurt-Kairo-Johannesburg zu € 650,00 p. Erwachsenen erzielen können. Der Service an Bord war perfekt, das Umsteigen in Kairo ohne Probleme und wir haben das erste Mal auf unseren etwas ausgefallenen Reisen sämtliches Gepäck erhalten -kein Verlust oder Nachliefern!- und sind bei allen Flügen überpünktlich gelandet. Egypt Air erhält daher volle Punktzahl.
3. In Kairo haben wir einen Mietwagen, 4x4 Toyota Hillux Double Cab, über Europ Car zu € 55,00 pro Tag inkl. aller km und rundum sorglos Versicherungspaket ohne SB für die 20 Tage gebucht. Das war konkurrenzlos günstig und nur über ein (ADAC-)Reisebüro buchbar, Eine Internet-Direktbuchung über Europcar wäre teuer gewesen. Der Reiseveranstalter DER-Tour hat offenbar besondere Vorzugskonditionen. Weitere Reisebausteine haben wir nicht über das Reisebüro gebucht, da wir ansonsten keine Freunde dieser Vermittler sind. Vorteilhaft ist allerdings, dass Dt. Reiserecht anwendbar ist und insofern eine Gewissheit im Schadensfall und Erleichterung bei Reklamationen bietet.
Der uns in Johannesburg zunächst von Europcar angebotene Hillux hatte zwar eine Laufleistung von knapp 90.000 km, machte aber einen tadellosen Eindruck und hatte nagelneue Bereifung. In diesem Forum habe ich Einträge gelesen, dass die großen Autovermieter ihre Flotte angeblich mit Chinesischen Billigreifen versehen, die kaum die Strecke aus dem Parkhaus überstehen. Bitte nicht bange machen lassen. Alle von uns getesteten Europcar-Autos hatten 4x4 Markenreifen von Firestone. Für den extremen Offroad-Einsatz sicher suboptimal, aber ein Kompromiss für Straße und leichten bis mittelschweren Offroad-Strecken. Den Hillux haben wir nach gründlicher Inspektion dann leider wegen eines defekten Heckfensters zurückgeben müssen und dafür einen Nissan-Hardbody ebenfalls mit Doppelkabine erhalten. Der Wagen war nagelneu mit 0km. Eine Reifen- und Autopanne daher unwahrscheinlich, so dass wir uns trotz des -leider- leistungsschwachen Benzin-Basismotors dafür entschieden haben. Letztlich keine schlechte Wahl. WIr hatten während unserer immerhin 7.840 km langen Reise, wovon je 2x1.500 km allein dem Transit für Hin-/Rückfahrt durch Botswana auf dem Transkalahari-Highway geschuldet waren, keine einzige Panne.
Die Anmietung des gleichen Wagentyps in Namibia wäre ungleich teuer geworden. Auf das Dachzelt haben verzichtet und uns in unseren Unterkünften immer wieder gewundert, warum die eifrigen Camper, d. h. die mit Dachzelt & Co., immer wieder feste Unterkünfte angesteuert haben. Auf Nachfrage wollten sie auch mal wieder duschen, vernünftig frühstücken und gut schlafen. Da mussten wir schon regelmäßig schmunzeln. Wenn man nicht ins Kaokovelt & Co. fährt, kann man unserer Meinung nach gut auch ohne Camper ereignisreiche Urlaubstage verbringen. Preislich rechnet sich das Campen angesichts der Mehrkosten für das Fahrzeug, der Kosten für Campingplätze nicht unbedingt.
4. Die Planung der Unterkünfte haben wir sorgsam betrieben. Von teuer bis günstig, von b & b über Farm bis Safarilodge war alles dabei. Hervorheben möchte ich unbedingt nachstehende Unterkünfte. Die waren perfekt: www.tandalaridge.com und www.kanaannamibia.com.
5. Es gibt in diesem Forum einige Berichte zur gestiegenen Kriminalitätsrate im Land und zur sich verschlechternden Sicherheitslage. Wir hatten nie ein unsicheres Gefühl, haben uns an Sicherheitshinweise gehalten und unsichere Gegenden bei Dunkelheit natürlich vermieden. Das Fahren bei Dunkelheit haben wir allerdings nicht ausschließen können. Bei entsprechender Aufmerksamkeit ist das aber umsetzbar.
Fazit: Es war ein toller Urlaub, auch für die Kinder lt. deren eigener Aussage. Keine Angst vor langen Strecken mit Kindern im Südlichen Afrika, ebensowenig vor einem Flug mit Egypt Air über Kairo oder der Anmietung eines Fahrzeugs der großen Autovermieter. Ob im Schadensfall der kleine lokale Autovermieter wirklich schneller vor Ort ist als einer der Großen, ist möglich, aber nicht bewiesen. Bei den Großen stehen zumindest die Chancen höher, einen neuwertigen Wagen -bei uns sogar ein Neuwagen- zu erhalten.
Viel Spaß bei der Reiseplanung und besten Dank an die Berichterstatter dieses Forums
wir haben uns von den zahlreichen Berichten in diesem Forum bei unserer Namibia-Reiseplanung Anfang des Jahres inspirieren lassen und profitiert. Darum möchten wir uns revanchieren und zumindest in aller Kürze unsere etwas atypische Namibia-Reise vom 17.07. - 06.08.2013 schildern, Unentschlossenen vielleicht etwas Mut machen und "Wiederholungstätern" Alternativen aufzeigen.
1. Bei der Reiseplanung haben wir zunächst vor der Entscheidung gestanden, ob wir unseren (Klein-) Kindern (3, 5 u. 7 Jahre alt) Tagesetappen von bis zu 1.000 km im Wagen zumuten wollten. Wir haben uns dafür entschieden und sind -alle- am Ende nicht enttäuscht worden. Unseren Kindern haben wir klargemacht, dass in diesem Urlaub der Weg das Ziel ist. Wir haben unterwegs viel Landschaft sowie Tiere gesehen und rund 100 Std.- CD-Hörbücher mitgenommen, die auch für uns Eltern unterhaltsam waren und die Reisezeit verkürzt haben. Kurzum: keine Angst vor langen Autofahrten mit (Klein-) Kindern in Namibia. Jedes Kind reagiert auf diese Art von "Motorwandern" sicherlich anders. Unseren hat es letztlich große Freude bereitet. Wir haben jede Nacht in einer anderen Unterkunft logiert und unsere Kinder und wir haben ein Maximum an Input und neuen Bekanntschaften erlebt.
2. Wenn man 5 Flugtickets in der Hauptreisezeit (Sommerferien in Europa) bucht, schied angesichts der horrenden Preise für uns zumindest ein Direktflug mit Air Namibia aus. Wir haben um den Jahreswechsel daher einen sehr sportlichen Flugpreis über Egypt Air, also noch vor den Aufständen in Ägypten, für die Strecke Frankfurt-Kairo-Johannesburg zu € 650,00 p. Erwachsenen erzielen können. Der Service an Bord war perfekt, das Umsteigen in Kairo ohne Probleme und wir haben das erste Mal auf unseren etwas ausgefallenen Reisen sämtliches Gepäck erhalten -kein Verlust oder Nachliefern!- und sind bei allen Flügen überpünktlich gelandet. Egypt Air erhält daher volle Punktzahl.
3. In Kairo haben wir einen Mietwagen, 4x4 Toyota Hillux Double Cab, über Europ Car zu € 55,00 pro Tag inkl. aller km und rundum sorglos Versicherungspaket ohne SB für die 20 Tage gebucht. Das war konkurrenzlos günstig und nur über ein (ADAC-)Reisebüro buchbar, Eine Internet-Direktbuchung über Europcar wäre teuer gewesen. Der Reiseveranstalter DER-Tour hat offenbar besondere Vorzugskonditionen. Weitere Reisebausteine haben wir nicht über das Reisebüro gebucht, da wir ansonsten keine Freunde dieser Vermittler sind. Vorteilhaft ist allerdings, dass Dt. Reiserecht anwendbar ist und insofern eine Gewissheit im Schadensfall und Erleichterung bei Reklamationen bietet.
Der uns in Johannesburg zunächst von Europcar angebotene Hillux hatte zwar eine Laufleistung von knapp 90.000 km, machte aber einen tadellosen Eindruck und hatte nagelneue Bereifung. In diesem Forum habe ich Einträge gelesen, dass die großen Autovermieter ihre Flotte angeblich mit Chinesischen Billigreifen versehen, die kaum die Strecke aus dem Parkhaus überstehen. Bitte nicht bange machen lassen. Alle von uns getesteten Europcar-Autos hatten 4x4 Markenreifen von Firestone. Für den extremen Offroad-Einsatz sicher suboptimal, aber ein Kompromiss für Straße und leichten bis mittelschweren Offroad-Strecken. Den Hillux haben wir nach gründlicher Inspektion dann leider wegen eines defekten Heckfensters zurückgeben müssen und dafür einen Nissan-Hardbody ebenfalls mit Doppelkabine erhalten. Der Wagen war nagelneu mit 0km. Eine Reifen- und Autopanne daher unwahrscheinlich, so dass wir uns trotz des -leider- leistungsschwachen Benzin-Basismotors dafür entschieden haben. Letztlich keine schlechte Wahl. WIr hatten während unserer immerhin 7.840 km langen Reise, wovon je 2x1.500 km allein dem Transit für Hin-/Rückfahrt durch Botswana auf dem Transkalahari-Highway geschuldet waren, keine einzige Panne.
Die Anmietung des gleichen Wagentyps in Namibia wäre ungleich teuer geworden. Auf das Dachzelt haben verzichtet und uns in unseren Unterkünften immer wieder gewundert, warum die eifrigen Camper, d. h. die mit Dachzelt & Co., immer wieder feste Unterkünfte angesteuert haben. Auf Nachfrage wollten sie auch mal wieder duschen, vernünftig frühstücken und gut schlafen. Da mussten wir schon regelmäßig schmunzeln. Wenn man nicht ins Kaokovelt & Co. fährt, kann man unserer Meinung nach gut auch ohne Camper ereignisreiche Urlaubstage verbringen. Preislich rechnet sich das Campen angesichts der Mehrkosten für das Fahrzeug, der Kosten für Campingplätze nicht unbedingt.
4. Die Planung der Unterkünfte haben wir sorgsam betrieben. Von teuer bis günstig, von b & b über Farm bis Safarilodge war alles dabei. Hervorheben möchte ich unbedingt nachstehende Unterkünfte. Die waren perfekt: www.tandalaridge.com und www.kanaannamibia.com.
5. Es gibt in diesem Forum einige Berichte zur gestiegenen Kriminalitätsrate im Land und zur sich verschlechternden Sicherheitslage. Wir hatten nie ein unsicheres Gefühl, haben uns an Sicherheitshinweise gehalten und unsichere Gegenden bei Dunkelheit natürlich vermieden. Das Fahren bei Dunkelheit haben wir allerdings nicht ausschließen können. Bei entsprechender Aufmerksamkeit ist das aber umsetzbar.
Fazit: Es war ein toller Urlaub, auch für die Kinder lt. deren eigener Aussage. Keine Angst vor langen Strecken mit Kindern im Südlichen Afrika, ebensowenig vor einem Flug mit Egypt Air über Kairo oder der Anmietung eines Fahrzeugs der großen Autovermieter. Ob im Schadensfall der kleine lokale Autovermieter wirklich schneller vor Ort ist als einer der Großen, ist möglich, aber nicht bewiesen. Bei den Großen stehen zumindest die Chancen höher, einen neuwertigen Wagen -bei uns sogar ein Neuwagen- zu erhalten.
Viel Spaß bei der Reiseplanung und besten Dank an die Berichterstatter dieses Forums