Kurios - und ärgerlich

10 Antworten · 1'842 Aufrufe · gestartet 25. Juli 2013 von Rodrigo
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Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200625. Juli 2013 · #1
Guten Morgen!
Noch Off-topicker geht es wohl kaum. Aber ich wollte das mal erzählen.
Meine Verwandtschaft wohnt in Mafikeng, dort, wo Sir Baden Powell mal die Pfadfinderbewegung gegründet hat.
Das Haus ist alt, Kolonialstil, aber der Garten ist schön. Fast der einzige grüne noch in der Umgebung. Eine Oase der Ruhe - könnte man meinen. Nichts davon.
Man kann in SA Kirchen gründen, wenn man will. Lese ich heute auch in der Zeitung über Brasilien. Jemand hat das auch in Mafikeng gemacht. Und ein Riesenzelt (man kennt das vielleicht vom Oktoberfest) aufgebaut, ca 30 m von der Grundstücksgrenze entfernt. Zweimal in der Woche findet dort ein Gottesdienst statt. Aber nichts Besinnliches. Die Leute haben Verstärker angeschafft, die Woodstock in den Schatten stellen. Und immer auf volle Lautstärke. Und wenn man zwei Stunden immer 'Halleluja' im Fortissimo hört, wird man zum Atheisten ... -
Natürlich gab's Proteste. Der Gemeinderat hat beschlossen, das Zelt abbauen zu lassen. Es gab nur ein kleines Problem. Dienstschluss der Gemeinde ist irgendwann am Nachmittag. Und die Gottesdienste fingen eine halbe Stunde später an. Also konnte man die Schließungsverordnung nicht zustellen.
Und so brüllen die Lautsprecherboxen weiter ...
Aus der Ferne zum Schmunzeln. Aber lebt mal dort. Streichhölzer.
Rodrigo
Omnia vincit amor
Gast25. Juli 2013 · #2
Danke Rodrigo, das wäre ein Fall für H. Ch. Bosman und die Mafeking Road gewesen
Grüße, Werner
7'297 Beiträge · seit 200625. Juli 2013 · #3
Rodrigo schrieb:Und wenn man zwei Stunden immer 'Halleluja' im Fortissimo hört, wird man zum Atheisten ... -
... dagegen hilft mal neugieriges Besuchen der Veranstaltung.
Ich bin im Februar in Freetown/Sierra Leone abends bei einbrechender Dunkelheit an einem Schulgelände vorbeigekommen, aus dem laute Musik zu hören war. Ich bin neugierig hingegangen und wurde von einer Frau und einem Mann am Eingang freundlich begrüßt und herein gebeten. Auf meine Frage, was für eine Art Veranstaltung das sei, antwortete man, es sei ein Gottesdienst.
Ich bin also reingegangen und habe gestaunt. Es kam mir vor wie in der Disco. Laute Musik, tanzende Menschen ...
Nach einer Weile wurde die Musik leiser und ein Pfarrer kam an den Altar. Er hat ein paar Minuten gesprochen und ging wieder in den Hintergrund. Die Musik wurde wieder laut und die Menschen begannen zu tanzen. Das Ganze wiederholte sich mehrfach.

Auch wenn man mit dem Besuch von Kirchen nichts am Hut hat, sollte man in Afrika mal den ein oder anderen Gottesdienst besuchen. Meist lohnt es sich.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
5'538 Beiträge · seit 200825. Juli 2013 · #4
Danke Wolfgang für die Ergänzung. Ich kann das auch nur Jedem empfehlen, aber nicht nur in Afrika, sondern auch in der Karibik. Das geht es mindestens genau so bunt zu.

Liebe Grüße
Gerd
3'175 Beiträge · seit 200625. Juli 2013 · #5
Ja das tu ich auch hin und wieder mal solche Art von Gottesdiensten zu besuchen.

Bloss ist es mir dann schon ein par Mal passiert , das man mir , obwohl unbekannt, den "Ehrenplatz" genau neben dem Lautsprecher gegeben hat.

Das war dann weniger schoen, bin eh schon taub genug 😉
Gruss Joerg Es gibt NIX, das es nedd gibt
Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200625. Juli 2013 · #6
Ja, man kommt schnell ins Grundsätzliche, was ich vermeiden will. Es geht mir nicht darum, evangelikale Richtungen zu verteufeln (Was hat schon Friedrich II. gesagt?), sondern um den Umgang miteinander. Und um die Pointe zum Schluss meines Beitrags. Es ist die reine Unfähigkeit. Oder den Unwillen, das zu tun, was die eigentliche Pflicht wäre .Eine halbe Stunde!!!. Oder bin ich hier zu preußisch-protestantisch???
R.
Omnia vincit amor
5'538 Beiträge · seit 200825. Juli 2013 · #7
Lieber Rodrigo,

nein, ich glaube nicht, dass Du zu preußisch-protestantisch bist. Aber hast Du schon mal an die dritte Möglichkeit gedacht?

Es ist die reine Unfähigkeit. Oder den Unwillen...... oder das Unverständnis für das Anliegen Deiner Verwandten. Denn wer diesen Lärm gewöhnt ist, der kann die Klage nicht verstehen. Und das ist dann für sie/ihn unwichtig.

Liebe Grüße
Gerd
7'297 Beiträge · seit 200625. Juli 2013 · #8
Rodrigo schrieb:Es ist die reine Unfähigkeit. Oder den Unwillen, das zu tun, was die eigentliche Pflicht wäre .Eine halbe Stunde!!!. Oder bin ich hier zu preußisch-protestantisch???
... nein nein.
In Deutschland würde nach so einer Beschwerde ja sofort jede Behörde über das Wochenende durcharbeiten. 😉
Nein. Wenn Schluss ist, ist Schluss. Dafür gibt's ja die geregelten Öffnungszeiten.

Du kannst ja auch nicht drei Minuten vor Ladenschluss in den Supermarkt gehen und verlangen, dass die jetzt 'ne halbe Stunde länger geöffnet haben. Da unterscheiden sich Behörden und Privatunternehmen überhaupt nicht (Ausnahmen gibt's in beiden Fällen. So sehe ich das jedenfalls.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
30 Beiträge · seit 201225. Juli 2013 · #9
@Wolfgang
... das mit der halben Stunde hab ich aber anders verstanden

Gruß vom Beifahrer
7'297 Beiträge · seit 200625. Juli 2013 · #10
Beifahrer schrieb:@Wolfgang
... das mit der halben Stunde hab ich aber anders verstanden
... ich gehe mal 'nen Schritt zur Seite. Vielleicht stehe ich gerade auf der Leitung ... 😉

Gruß
Wolfgang
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30 Beiträge · seit 201225. Juli 2013 · #11
@Wolfgang

fein - hat sich dann ja geklärt

Gruß vom Beifahrer