BAbaboonThemenstarterGast28. Jan. 2013 · #1Auf Arte gefunden:
Sambia: Ein Rad fürs Leben
Es reicht in den armen Gegenden Afrikas schon, Besitzer eines Fahrrads zu sein, um ein besseres Leben führen zu können. Diese Erkenntnis hat eine Hilfsorganisation auf eine ganz eigene und erfolgreiche Weise in Sambia in die Tat umgesetzt.
Auf dem Land in Sambia haben die Menschen gerade das nötigste, um von einem Tag auf den anderen zu überleben. Mit einem Fahrrad aber ändert sich alles: Es ist ein Mittel, die Ernte schnell auf den Markt zu transportieren, Kranke zu weit entfernten Ärzten zu fahren und die Kinder brauchen weniger Zeit für ihren häufig langen Schulweg.
Frederick Day ist der Gründer der Hilfsorganisation WORLD BICYCLE RELIEF, er lässt ein Fahrrad bauen, dass besonders stabil ausgelegt ist für afrikanische Holperwege und Transport-Ansprüche: BUFFALO heißt diese Fahrrad und es ist auch so stark, stabil und belastbar wie ein Büffel. Die Teile dafür werden in China hergestellt und in den Werkstätten der Hilfsorganisation in Sambia zusammengebaut. Bis zu 100 Kilogramm können diese Räder tragen, sie werden entweder an die Ärmsten kostenlos verteilt oder verkauft und finanziert durch Mikro-Kredite.
Vladimir Vasak und Sébastien Guisset haben sich angeschaut, wie es sich in Afrika auf zwei Rädern gleich viel leichter leben lässt.
http://videos.arte.tv/de/videos/arte-reportage--7279392.html
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200628. Jan. 2013 · #2... diese chinesischen Fahrräder sind billig, aber trotzdem eine Katastrophe. Ich habe in Tanzania einen Einheimischen kennengelernt, der in der glücklichen Lage war, sich ein solches neu kaufen zu können. Bei ca. 100 US$ kann das längst nicht jeder. Die Dinger sind stabil, aber auch extrem mangelhaft verarbeitet. Da wackelt und klappert von Beginn an alles. Sein Rad war gerade mal eine Woche alt. Wenn die Kette runterspringt, wird von der örtlichen Fahrradwerkstatt der Rahmen mit dem Hammer passend zum Achter im Kettenblatt zurecht gedengelt. Man schüttelt den Kopf, wenn man das sieht, aber irgendwie halten die Afrikaner diese Möhren trotzdem am Laufen. Die Vorderbremsen taugen keinen Schuss Pulver, die Rücktrittbremse versagt, wenn die Kette runterspringt. Ich habe da bei meinen afrikanischen "Radlerkollegen" schon ziemlich waghalsige Stunts gesehen. Bin ja viele Kilometer in Begleitung afrikanischer Radler gefahren. Da wurde mit den Flip Flops am Vorderrad gebremst und das Ganze so, dass die nicht in hohem Bogen davonflogen oder sie sich überschlugen. Ich hätte es nicht geschafft.
Übrigens baut man seit einiger Zeit in Afrika Fahrradrahmen aus Bambus, die genauso stabil sind.
Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200928. Jan. 2013 · #3Die Teile dafür werden in China hergestellt und in den Werkstätten der Hilfsorganisation in Sambia zusammengebaut.
Begrüßenswert wäre das Ganze, wenn die Bauteile denn auch in Sambia produziert würden und nicht in China!!!
Gruß
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit
www.butterblume-in-afrika.de BAbaboonThemenstarterGast28. Jan. 2013 · #4Hallo Wolfgang,
ist mal wieder echt interessant - aber sind das die gleichen Fahrräder wie im Film beschrieben?
Grüße baboon
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200628. Jan. 2013 · #5baboon schrieb:ist mal wieder echt interessant - aber sind das die gleichen Fahrräder wie im Film beschrieben?
... keine Ahnung. In (fast) ganz Afrika gibt es diese chinesischen Räder und die transportieren oft noch mehr als diese erwähnten 100 kg damit (dann aber geschoben). Ob die immer aus den gleichen Fabriken stammten, weiß ich nicht. Aber alle diese Fabriken wollen am Ende Geld verdienen, egal wie.
Wenn man hinter diesen Rädern auf Piste fährt, hinterlassen die bei Geradeausfahrt oft zwei Spuren nebeneinander. Die Vorderradgabel ist nach links verbogen und der Rahmen nach rechts oder umgekehrt. Die Fahrräder sind für unsere Verhältnisse schon ziemlich marode. Für den afrikanischen Einsatz und der Reparatur mit einfachsten Mitteln sind sie schon gut geeignet. Was die Bremsen angeht, habe ich bisher aber nur recht gefährliche Konstruktionen gesehen. Damit würde hier niemand sein Kind auf die Straße lassen.
Gruß
Wolfgang
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BAbaboonThemenstarterGast28. Jan. 2013 · #6Wäre schade, denn der Beitrag und die Internetseite "WORLD BICYCLE RELIEF" machen keinen so schlechten Eindruck.
Ja, die Fahrräder stammen ebenfalls aus China - werden aber in Zambia montiere und es werden Mechaniker ausgebildet, die die Möglichkeit bekommen mittels eines Mikrokredites ein eigenes Ersatzteillager zu bilden und somit ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Die Gründer sprechen auch nicht davon, dass alle Fahrräder gespendet oder verkauft werden sollen, es ist ein Mix aus beidem. Und beide machen auch keinen Hehl daraus, dass sich das Projekt am langen Ende selbst tragen soll oder gar Geld verdienen.
Natürlich ziehe ich die Erkenntnisse ebenso nur aus Film und Internetpräsenz, haber vielleicht findet sich jemand mit mehr Hintergrundwissen?
Grüße baboon
namiblandy78 Beiträge · seit 200828. Jan. 2013 · #7Hey,
diesen China-Rubbish gibt's hier in Namibia auch. Habe ähnlich viele Arbeitsstunden in das Fahrrad unsere Gärtners wie in meinen Landrover gesteckt. Vom vielen Schweißen war das Ding anschließend 2,5 Kg schwerer, und die Radlager waren der letzte Dreck!
Wer es schafft, bei der Übersetzung der Kette seine "Ernte" radelnd zum Markt zu fahren, wohnt entweder auf einer Gebirgsalm oder hat den selben Arzneischrank wie Lance Armstrong.
Entwicklungshilfe ist wirklich ein Segen!
Liebe Grüße aus Namibia,
Jens
Autofahren wird da interessant, wo es zu Fuß nicht mehr weiter geht...
BikeAfrica7'299 Beiträge · seit 200628. Jan. 2013 · #8... klingt schon alles sehr nett, aber die Firmeninhaber machen das nicht aus Nächstenliebe. Die verdienen Geld damit. Was ihnen an Verkaufserlös entgeht, kommt irgendwo an Spenden rein. Der Filmbericht ist schon ausgetüftelt. Den Menschen vor Ort mag es helfen. Noch mehr helfen wird es den Firmenbesitzern.
Gruß
Wolfgang
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