Bemerkungen zum Camping

3 Antworten · 879 Aufrufe · gestartet 20. Nov. 2012 von Rodrigo
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Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200620. Nov. 2012 · #1
Hallo, Namibiafreunde!
Ich schreibe voller Verzweiflung. Ich hatte in WORD schon einen längeren Beitrag verfasst und wollte ihn dann in die Nachricht einfügen. X-mal schon gemacht – und diesmal: der ganze Text war weg! Was mach ich also? Entweder schweige ich (aber das gönne ich Euch nicht) – oder versuche mich an ein paar Gedankensplitter zu erinnern, und schreib’s halt nochmal….
Ich will keinen Reisebericht verfassen, das können andere besser (z.B. Jens-Uwe!), aber doch ein paar Bemerkungen zu manchen Unterkünften loswerden (alles Camping).Die Streubreite ist ja groß: finanziell, Lage und Ausstattung. Und manche Ausrutscher sind ja auch dabei.
Nach unserer zweitägigen Durchquerung der Kalahari (von Mafikeng nach Buitepos; mit Übernachtung auf dem Camp an der südlichen Tankstelle in Kang – sehr ‚basic‘) landeten wir in Zelda, wenige km hinter der Grenze an der B 6. Ich kannte das schon von früher. Preise sehr moderat – für das, was angeboten wird. Und das Essen ist ganz toll. Das kriegen so nur die Afrikaaner hin. Die Desserts sind Kalorienbomben, also nur ein Versucherle. Da komm ich bestimmt nochmal hin.
Düsternbrook. Da wollte ich immer schon mal hin, schon deswegen, weil ich als Student mal in diesem namensgebenden Stadtteil von Kiel gewohnt habe. Die Lage ist ganz toll, alles stimmt, auch das Essen – bloß der Campingplatz nicht. Er ist vernachlässigt, nicht sauber (und man versteht das, wenn man der Reinigungskraft beim Arbeiten zusieht) und nicht so ausgestattet, wie man das für diesen Preis erwarten dürfte. Da muss man den Namen bezahlen. Ich mag es einfach nicht, wenn man für diesen Preis mit allen Männern des Platzes ein kleines Waschhaus und mit allen einen einzigen Wasserhahn zum Geschirrspülen teilen muss. Der Besitzer hat einfach andere Prioritäten gesetzt.
Wüstenquell: Der Renner. Die Lage und die Sehenswürdigkeiten (Tafoni-Verwitterung) machen diese Farm zum Erlebnis. Auch sonst alles sehr schön; man kann sich am Farmhaus versorgen, die Ausstattung ist gut. Fahrt hin und lasst Euch das ‚Camp Aussicht‘ geben. Traumhaft.
Blutkuppe: Man kann sich halt hinstellen und übernachten. Irgendwo ist auch ein Plumpsklo.
Swakopmund: Wie schon öfter: Sophia Dale, 12 km östlich der Stadt. Was Manfred und Michaela da auf die Beine gestellt haben, ist aller Bewunderung wert. Man kann gut bei ihm essen. Apropos essen: Als Küstenbewohner bin ich Fischliebhaber. Wir waren im ‚Western Saloon‘ und haben die beste Fischplatte verspeist, die ich je gesehen habe. Bei dem Namen des Restaurants denkt man ja nicht gerade an Fisch.
Khorixas war nicht eingeplant (Panne), ist aber schön.
Aba Huab: Basic, aber auch stimmungsvoll.
Palmwag: Eine reine Oase, ideal zum Ausspannen. Und wer eine Autowerkstatt braucht, ist auch gut bedient: Der Boss hat den Kühler meines LRs geschweißt. Lasst Euch Platz 6 geben, er ist der schönste.
Outjo: Ombinda Country Lodge am südlichen Ortsausgang. Schöne Chalets, aber auch schöne Stellplätze (aus Gras). Und das Essen im Restaurant ist gut. Ich habe ein vorzügliches Kudu-Steak verspeist.
Okahandja (Country Hotel): Schöne Plätze, die Duschen (‚open air‘) haben uns besonders gefallen.
Und wieder Zelda. Wir haben Kraft aufgetankt für die beschwerliche Rückfahrt über Kang.

Ich fand es auch schön, dass ich Mitglieder des Forums kennengelernt habe. Jens-Uwe und Ute (‚Streich‘).
Noch ein Geschichtchen am Ende?
Ich habe ein Faible für die Astronomie und kannte mal fast alle Sternbilder beim Namen. Mein Lieblingssternbild neben dem Orion ist der Skorpion. Und faszinierend ist es zu sehen, wie der Mars durch die Greifzangen bis zum ‚Körper‘ aufsteigt – und dort auf Alpha Scorpii trifft, den Antares, der ja nicht umsonst so heißt. Ich stehe also in Aba Huab auf dem Weg zum Waschhaus, regungslos, und betrachte den Himmel. Eine junge Frau vom Nachbarstellplatz kommt vorbei und fragt, was ich denn da so mache. Ich erkläre, erzähle die Geschichte von Mars und Ant-Ares und sage, sie könne sich ja heute abend merken, wo der Mars gerade steht. Und morgen könne sie sehen, wie weit der Mars gekommen sei. Antwort. Das gehe leider nicht, sie sei morgen abend nicht mehr hier, sondern in einem anderen Camp. Ich habe nichts gesagt….
Ich hoffe, ich konnte ein paar Tipps zu den Unterkünften geben. Vielleicht müsste man die Preisgestaltung etwas genauer unter die Lupe nehmen.
Es war, trotz etlicher Pannen, mein LR verhält sich wie ich auch: er wird nicht jünger, eine sanfte Seniorentour. Fürs nächste Jahr will ich mich fürs erste von Namibia verabschieden und einige NPs in Südafrika besuchen.
Herzlichen Gruß!
Rodrigo
Omnia vincit amor
705 Beiträge · seit 201020. Nov. 2012 · #2
Hallo Rodrigo,
herzlichen Dank für deinen kurzen Bericht, bei einigen Camp - Beschreibungen kommen die Erinnerungen - nur die Guten 😉

PS.
hast du auch die Freiluft-Badewanne im Okahandja- Country Hotel ausprobiert 🤩

SG
Volker
Seit 1996 bereisen wir die Welt mit dem Motorhome, zuerst USA - Canada - Australien - Neuseland und jetzt Afrika.
Themenstarter1'125 Beiträge · seit 200620. Nov. 2012 · #3
Ich antworte mir selbst, weil ich etwas Wichtiges vergessen habe.
Irgendein Forumsmitglied hat mal im Sommer geschrieben, dass es im Restaurant 'Tree House'(?) in Usakos Maultaschen mit Oryxfüllung gebe. Ist für einen gebürtigen Schwaben ein Muss. Wir haben dort das Gericht gegessen. Sehr originell, aber hatte mit Maultaschen nichts zu tun. Ravioli, ja, und noch mit Eihülle. Na ja. Aber wenn man nicht an das Original denkt, ist es nahrhaft und gut.
Zufahrt zu Wüstenquell. Wir sind von Norden herangefahren. Ab Jakkalswater ist die Zufahrt grauslich. Und da fährt wohl auch nie ein Hobel drüber (nur Farmwege). Die südliche Zufahrt über die C 28 und die Welwitschia-Ebene ist viel einfacher und kürzer.
R.
Omnia vincit amor
415 Beiträge · seit 201020. Nov. 2012 · #4
Herzlichen Dank Rodrigo,

es tut mir leid, dass Dein Word-Prozessor so hinterhältig gefräßig war. Deine Zusammenfassung war trotzdem sehr interessant.
Eine niedliche Anektode mit der Dame, die den Mars über Aba Huab natürlich nicht sehen wird, wenn sie am nächsten Abend auf einer anderen Campsite ist. Dort ist ja dann der Mars dieser anderen Campsite zu sehen...😗

Die Freude unserer Begegnung war ganz meinerseits !

Herzlicher Gruß
Jens-Uwe
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