Landkauf in Namibia - nun auch Städte betroffen

29 Antworten · 11,8k Aufrufe · gestartet 07. Sept. 2012 von travelNAMIBIA
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200607. Sept. 2012 · #1
Hallo zusammen,

wie der Regionalminister bekannt gab, wird ein neues Gesetz ins Parlament eingebracht (und das es ein SWAPO-Vorschlag ist auch in aller Regel verabschiedet).

Dieses sieht unter anderem vor, dass kein Ausländer mehr städtischen Grund und Boden besitzen darf, sondern nur für jeweils 30 Jahre pachten kann. Dies würde bedeuten, dass neben Farmland (landwirtschaftlichem Land) nun auch städtischer Grund nicht mehr für Ausländer erwerbbar wäre. Im Klartext: Der Hauskauf in Swakopmund, der Kauf einer Kleinsiedlung bei Okahandja oder eines Townhauses in Windhoek sind nicht mehr möglich, denn grundsätzlich kauft man in Namibia Grund und Boden (auf dem dann zufällig ein Haus steht). Bestehende Eigentumsverhältnisse sollen aber wohl erst einmal nicht berührt werden.

Sonnige Grüße aus Windhoek
Christian
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1'723 Beiträge · seit 200907. Sept. 2012 · #2
ohohoh .. ob das aber mal schlau ist wird sich zeigen..

denn gerade die auslaender haben zum bauboom in namibia beigetragen, und sicherlich auch zu den steigenden preisen bei grundstuecken etc...

im januar letzten jahres war ich ziehmlich entsetzt uber die grundstueckspreise in walvis und swakop...
[b]"eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort Tierschutz ueberhaupt geschaffen werden musste" theodor heuss
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200607. Sept. 2012 · #3
Hi Miss Ellie,

na ja, es hat halt auch keiner was davon, wenn die Preise durch Ausländer oder reiche Namibier so in die Höhe getrieben werden, dass sogar das Niedrigpreissegment (Katutura etc.) bei 500.000 N$ beginnt und immer mehr Leute illegal Land besetzen...

Sonnige Grüße
Christian
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852 Beiträge · seit 200607. Sept. 2012 · #4
Hi!

Bedeutet das auch, das kein Suedafrikaner ein Townhouse mehr in Swakopmund kaufen
darf? Oder bezieht sich der Begriff Auslaender nur auf Personen ausserhalb der SADC Staaten?

Wenn kein Suedafrikaner mehr kaufen darf, waere ein Zusammenbruch der Immobilienspekulation eigentlich die Folge und die Preise wuerden sehr schnell fallen.

LG Christian
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319 Beiträge · seit 201207. Sept. 2012 · #5
Hallo,

hier kann man es nachlesen:http://www.newera.com.na/articles/47510/Law-banning--urban-land--auctions-coming

Nur Leute aus Namibia dürfen dann kaufen. Wird auf jeden Fall die Preise drücken. Für die einheimische Bevölkerung die weniger betucht sind, ist das dann gut. Mit Landspekulation wird auf der Welt schon genug Unheil angerichtet.

toumtoum
2'664 Beiträge · seit 201207. Sept. 2012 · #6
Zu den Südafrikanern:
Es ändert nichts an der Tatsache, daß zehntausende Südafrikaner in Namibia Geburtsrechte besitzen, und davon auch viele zurückwandern. Das stinkt der regierenden Swapo, weil die meisten dieser Leute die weiße Hautfarbe besitzen, und viele dazu noch recht vermögend sind und auch das Geld zum Kauf von Immobilien besitzen. Die Frage stellt sich, wie lange die Regierungspartei höchstrichterliche Urteile respektiert, oder irgendwann wie Mugabe mit den Füßen tritt.

Liest man genau, dann riecht das mit der Pacht bei der regierenden Swapo doch sehr nach einer Hintertür zurück zum Kommunismus indem alles in sog. Volkseigentum verbracht werden soll. So werden heute bereits Farmer rund um Windhoek von politischer Seite unter Druck gesetzt, ihr Land zu verkaufen, da es ansonsten enteignet wird, um das kommunale Gebiet aus zu weiten, um Platz zu machen für den nicht endenden Strom an obdachlosen HaveNots, denen die mit staatlicher Sanktionierung hinzuströmenden Chinesen auch noch die Jobs weg nehmen.
Es wird sehr kompliziert.
983 Beiträge · seit 201107. Sept. 2012 · #7
Viele Ausländer kaufen doch Grundstücke nur "als cc". Und dann ist die (dormand) namibische cc der Eigentümer des Grundstücks und der Ausländer der Eigentümer der cc.

Das Spiel macht man doch sogar mit Farmland so. Hier im Forum wurde vor ein paar Monaten eine Farm als cc zum Kauf angeboten

Somit wäre es ohnehin nicht relevant für die meisten Ausländer ...


Und dass Ausländer kein Land kaufen dürfen, ist auch in einigen europäischen Länder Gesetz: Dänemark, Polen ...
Beste Grüße rhh64
zuletzt bearbeitet 07. Sept. 2012
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200608. Sept. 2012 · #8
Hallo Ralf,
Viele Ausländer kaufen doch Grundstücke nur "als cc". Und dann ist die (dormand) namibische cc der Eigentümer des Grundstücks und der Ausländer der Eigentümer der cc.
so ist es, nur wird es dann vielleicht wie bei Farmen gemacht. Sobald diese einer CC gehören, darf der Ausländeranteil an der CC nur noch 49 % betragen. So ganz blöd sind die Gesetzesmacher auch nicht 😉 Steht leider alles hieb- und stichfest im Land & Resettlement Act von 1994 (2002).

Sonnige Grüße
Christian
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1'723 Beiträge · seit 200908. Sept. 2012 · #9
klar, das sollte theoretisch der nicht ganz so betuchten bevoelkerung zu gute kommen, denn die preise muessten theoretisch zumindest fallen.. aber, volkswirtschaftlich sieht es vielleicht nicht ganz soooo einfach aus. Wobei, wissen tut man das immer erst nach ein paar jahren..
denn : vom bauboum, auch fuer auslaender und im hoeherpreisigen bereich, leben halt auch ne menge leute.. Wenn die baubranche zusammenbricht, ist das vielleicht fuer den arbeitsmarkt etc auch nicht das non plus ultra.

Das problem mit immobilienspekulation ist dann auch immer, dass diejenigen, die fuer viel geld gekauft haben und nicht gezwungen sind zu verkaufen, kuenstlich die preise stabil halten, immer in der hoffnung, dass das wieder wird..

ganz schoen schwierig.. auf jeden fall zeigt Namibia damit einen weiteren schritt in richtung zimbabwe, was ich tendenziell sehr schade finde.

Bleibt zu hoffen, dass diejenigen etwas davon haben, die es am meisten brauchen ..
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348 Beiträge · seit 200808. Sept. 2012 · #10
Hallo,
bezieht sich dieses Gesetz nicht "nur" auf Land, welches vom Staat verkauft wird?
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Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200608. Sept. 2012 · #11
Hi musher,

wie kommst Du darauf. Einer der Vorschlaege ist, dass Staatland nicht mehr in Autkionen verkauft werden darf. Ein anderer, dass Auslaender keine staedtschies Land mehr kaufen duerfen usw.

Sonnige Gruesse aus Windhoek
Christian
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172 Beiträge · seit 201108. Sept. 2012 · #12
travelNAMIBIA schrieb:Hallo zusammen,

wie der Regionalminister bekannt gab, wird ein neues Gesetz ins Parlament eingebracht (und das es ein SWAPO-Vorschlag ist auch in aller Regel verabschiedet).
Wenn dieses Gesetz steht hätte ich gerne einen Abzug davon, damit ich ihn unserem österreichischen Parlament vorlegen kann. Bei uns werden nämlich zur Zeit jene Gebiete die noch nicht im Besitz von deutschen Großindustriellen sind zu Wahnsinnspreisen an russische Milliardäre verhökert. Kommt leider auch nicht der weniger betuchten Bevölkerung zu Gute.

LG Luigi
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200610. Okt. 2012 · #13
Hi zusammen,

nun werden weitere Vorschläge von der SWAPO ins Parlament eingebracht um die Landumverteilung voran zu treiben. Demnach dürfen u.a. Ausländer statt 49 % nur noch 25 % an Farmland halten (ob direkt oder durch eine CC/PTY LTD ist egal), zudem darf kein Farmer mehr als zwei Farmen besitzen und im Süden darf keine Farm größer als 10.000 Hektar, im Rest des Landes größer als 7.000 Hektar sein. Alles natürlich wenig praktikabel, da man z.B. in der Region Koes mit 10.000 Hektar gar nichts anfangen kann, 7000 Hektar bei Grootfontein aber mehr als ausreifhend sind. Wildfarmen dürfen demnach pro Eigentümer nur noch 20.000 Hektar groß sein... also z.B. Erindi müsste auf 3-4 Eigentümer aufgeteilt werden. Zudem müssen Farmen die nicht selber bewirtschaftet werden, dem Staat zum Verkauf angeboten werden.

Mal sehen was daraus wird.

Sonnige grüße aus Windhoek
Christian
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1'723 Beiträge · seit 200910. Okt. 2012 · #14
ach du meine Guete ..

das hoert sich alles gar nicht gut an .. jedenfalls nicht fuer meinen Geschmack.. wenn man anfaengt mit druck Eigentum um zuverschichten, faengt der Aerger meist an..
Mal sehen wie das fuer Erindi oder Okonjima dann weiter gehen wird..

pfff .. als ob man nichts aus der Zimbabwe Loesung gelernt haette .. (auch wenn es davon noch ein stueck weit entfernt ist)..
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983 Beiträge · seit 201110. Okt. 2012 · #15
Miss Ellie schrieb: "ach du meine Guete ... das hoert sich alles gar nicht gut an"


Bisher reden wir doch nur von "Vorschlägen". Wenn ich jeden Vorschlag, der von der deutschen Regierungskoalition geäußert wurde, sofort als Gesetz gewertet hätte, dann hätten wir in Deutschland schon mindestens 5 Mal die Pkw-Maut.

Also, erst Mal abwarten, ob daraus mehr wird ...

Das Thema Landkauf im Townland-Segment ist bisher auch nicht über den Level "Vorschlag" hinausgekommen. Könnte also auch im Sande verlaufen ...

Und wenn derartige Gesetze dann doch in Kraft treten, stellt sich immer die Frage, wie mit dem "Bestand" umgegangen wird. Wenn man etwa die Farmgröße auf 10000 ha festsetzt und es nur bei einem Verkauf relevant wird (also dann eine 15000 ha große Farm in 2 einzelne Farmen zu teilen wäre), wäre es auch wenig dramatisch. Und ob der Ausländer nun 25 oder 49% vom Farmland hält, ist auch nicht von erster Priorität. Wichtig wäre für die alteingesessen "deutschen" Farmer (z. B. Ababis) ob man Farmen auch an Ausländer vererben kann.
Beste Grüße rhh64
zuletzt bearbeitet 10. Okt. 2012
1'723 Beiträge · seit 200910. Okt. 2012 · #16
hallo Ralf

jaja das ist schon richtig .. bleibt zu beobachten ... is schon klar .. ich finde es trotzdem eher beunruhigend vor allem wenn man bedenkt was daraus auch in SA geworden ist.. Es werden immer noch taeglich Farmer bestialisch abgeschlachtet .. naja ist vielleicht ein anderes thema ..
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1'159 Beiträge · seit 200710. Okt. 2012 · #17
rhh64 schrieb:Bisher reden wir doch nur von "Vorschlägen". Wenn ich jeden Vorschlag, der von der deutschen Regierungskoalition geäußert wurde, sofort als Gesetz gewertet hätte, dann hätten wir in Deutschland schon mindestens 5 Mal die Pkw-Maut.
Hallo,

das ist nicht zu vergleichen, denn in D gibt es u.a. eine funktionierende Opposition und dies ist, um wirkliche Demokratie zu leben, unerlässlich! Das ist hier nicht wirklich der Fall 🙁

Sonnige Grüsse!
Oshivambo Enda nawa Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. (Karl Valentin)
295 Beiträge · seit 200817. Okt. 2012 · #18
Dieses Thema interessiert mich auch. Es wäre nett wenn jemand aus den Forum uns mit news updated.

In der AZ war heute schon wieder ein Artikel dazu drin.

Weiss jemand, ob aus den Vorschlägen schon Gesetzesvorlagen bzw. in naher Zukunft das Gesetz geändert werden soll? Mit solchen Änderungen sind die hier schneller als in D.

Im Forum fühle ich mich jedenfalls schneller und besser informiert als aus der Presse.

Ich werde das Thema auf jeden Fall abonnieren.

LG Niccos
Themenstarter33,1k Beiträge · seit 200617. Okt. 2012 · #19
Moin Niccos,

gerade gestern gab es dazu einen Bericht in der Presse. Was städtisches Land betrifft ist dieses nun zur Entscheidung der Nationalversammlung vorgelegt. Ich denke implementiert wird es dann zum 1.1.2013.

Sonnige Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
983 Beiträge · seit 201117. Okt. 2012 · #20
travelNAMIBIA schrieb:Moin Niccos,

gerade gestern gab es dazu einen Bericht in der Presse. Was städtisches Land betrifft ist dieses nun zur Entscheidung der Nationalversammlung vorgelegt. Ich denke implementiert wird es dann zum 1.1.2013.

Sonnige Grüße
Christian
Wenn das so ist, dann könnte es einen Immobilienboom zum Jahresende geben - kaufen, so lange es noch geht ... aber auch das könnte für einige schwierig werden bei den Bearbeitungszeiten der Behörden, noch rechtzeitig ins Grundbuch zu kommen ... 🙄
Beste Grüße rhh64