Die Hereros wollen für die Vertreibungen und Ermordung am Waterberg usw. Reparation. Siehe Chronik wann und wie das war.
Die Bundesregierung leistet erhebliche Entwicklungshilfe für das land als solches und ist nicht bereit einzelnen Gruppen zu dienen. Jeder wird da eine andere Meinung haben.
Wir sprechen über Erignisse vor 100 Jahren. Jedermann weltweit muss nur im Lauf der Geschichte den richtigen Zeitpunkt wählen und von jemanden Zahlungen fordern. Davon betroffen wären Kolonialzeiten, Kriege Völkerwanderungen usw.
Ich teile die Auffassung der Bundesregierung, zahlen ja, aber pauschal so dass die gesamte Bevölkerung davon profitiert.
Das ist sehr vereinfacht der Hintergrund der Geschichte.
SavutiThemenstarter479 Beiträge · seit 200619. Sept. 2006 ·
Hallo Georg, danke für die schnelle Info, die groben Umrisse der Geschichte Namibias und der Schlacht am Waterberg mit der Vertreibung der Hereros in die Wüste sind mir natürlich bekannt, nur fehlt mir das Hintergrundwissen. Der link zu dem Buch von Klaus Dierks glaube ich hilft mir dies zu vertiefen, danke. Werde mir das Buch bestellen. Grüße aus München Savuti 🙂
Höflichkeit ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen
Höflichkeit ist auch der Schlüssel zum Wissen.
Niemand wird dann mit seinem Rat geizen.
Ich habe mal in Spiegel-online einen Bericht gelesen über die Zahlungen der BRD an diverse afrikanische Staaten. Wie die Grafik zeigt, steht lt. deren Auskunft Namibia an erster Stelle. Leider habe ich den Artikel nicht mehr - nur die Grafik.
UPS-jetzt muss ich erst mal versuchen die Grafik zu laden 😵
Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg 1904 - 1908 in Namibia und seine Folgen von Jürgen Zimmerer und Joachim Zeller (Broschiert - September 2003)
Kolonialschuld und Entschädigung. Der deutsche Völkermord an den Hereros (1904 - 1907) von Janntje Böhlke-Itzen (Broschiert - Januar 2004)
Genozid und Gedenken. Namibisch-deutsche Geschichte und Gegenwart von Henning Melber (Broschiert - Oktober 2005)
Auf den Spuren des deutschen Völkermordes in Südwestafrika von Jörg Wassink (Broschiert - Oktober 2004)
Die beiden letzten sind relativ neu. Richtig gut, kenne ich nur das erste und das finde ich richtig informativ. mfg Konrad
und eine kurze Warnung von mir... Wenn man das www zu diesem Topic durchsucht, wird man in deutschsprachigen Raum auch immer wieder auf Publikationen von Claus Nordbruch stossen. Er verleugnet jedwede "Schuld" der deutschen Schutztruppe und garniert das Ganze mit allerlei Rassistischem. Unterstützer dieser "Thesen" finden sich zB auch beim "Hilfskomitee südliches Afrika"... bzw. im englischen bei www.africancrisis.org.
Sehr interessante Dokumentation zu den Ereignissen des Hereroaufstandes!
Walter Nuhn Feind Überall
Sehr interessante Dokumentation zu den Ereignissen des Namaaufstandes!
Kann beide nur empfehlen!
Gruß Meikel 😎
(Übrigens: C. Nordbruch ist doch ein bekannter Nazi. Oder?)
SavutiThemenstarter479 Beiträge · seit 200619. Sept. 2006 ·
Hallo @ all vielen Dank für die vielen Literaturtips, habe sie alle notiert und will mal sehen welche Auswahl ich treffen werde, alle wäre vielleicht ein bisschen viel:( Grüße aus München Savuti @ Georg mit dem Wissen,das ich zur Zeit habe, kann ich mich deiner Meinung bezüglich Zahlungen nur anschliesen.<br><br>Post geändert von: Savuti, am: 19/09/2006 20:02
Höflichkeit ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen
Höflichkeit ist auch der Schlüssel zum Wissen.
Niemand wird dann mit seinem Rat geizen.
SavutiThemenstarter479 Beiträge · seit 200620. Sept. 2006 ·
Heute steht wieder ein Artikel darüber in der AZ: Parlament um Hilfe ersucht Riruako bittet Gesetzgeber um Unterstützung für seine Reparations-Initiative In einem emotionsgeladenen Appell an die Abgeordneten hat der Oberhäuptling der Herero und Präsident der NUDO, Kuaima Riruako, die Mitglieder der Nationalversammlung ersucht, seine Forderung nach deutschen Reparationen zu unterstützen. ...
Bei meinem letzten Besuch hatte ich in der Etosha dazu eine längere Diskussion mit einem jungen Herero Aktivisten. Auf meine Frage, was denn mit den Geldern gemacht werden würde, antwortete er mich, dass dann die Verhältnisse sich umdrehen würden, die herrschende Gruppe würde abgelöst ( er formulierte es etwas drastischer), die alten Verhältnisse vor 1904, als sie die beherrschende Gruppe waren (!?!), wieder eingeführt, alle Weißen vertrieben ("sowie in Zimbabwe") usw. Meine Frage, ob dann die anderen Bevölkerungsgruppen denn dann davon was hätten, wurde mit einem Lachen beantwortet.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
SavutiThemenstarter479 Beiträge · seit 200620. Sept. 2006 ·
@Axel das habe ich fast geahnt, daß das der Gedanke hinter den Forderungen ist - erschreckend. Ich bin mit Georg einer Meinung, Zahlungen in Form von Entwicklungshilfe, die der gesamten Bevölkerung zu Gute kommen sind o.k. und notwendig.
Höflichkeit ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen
Höflichkeit ist auch der Schlüssel zum Wissen.
Niemand wird dann mit seinem Rat geizen.
Naukluft1'910 Beiträge · seit 200620. Sept. 2006 ·
Die Schweiz machts vor... kein Geld sondern Hilfe, Administration durch zeigen und vormachen. Praktische Hilfestellung in vielen Bereichen.
Die schicken Hauswirschafts.-, Logistigfachleute dergl. in die Hospitäler oder anderer gemein.Einrichtungen... So macht das Sinn!!!
Denn das Geld bleibt irgendwo da oben hängen, erreicht doch gar nicht die die es bräuchten.
Klaus
Gruss, der K l a u s
Nicht behindert zu sein ist ein Geschenk, welches einem schnell genommen werden kann....... In einem Augenblick! ......
Wer einen Fehler macht und ihn nicht korrigiert, begeht schon den zweiten...
Crazy Zebra3'766 Beiträge · seit 200620. Sept. 2006 ·
Georg schrieb:
Es ist erschreckend wenn man solche ehrliche Antworten hört und es zeigt was das Ziel und die Vorstellungen sind.
Hallo Georg, zumindest ist es gut wenn man ehrliche Antworten erhält, dann weiss man woran man ist!
Diese Antworten scheinen mir äusserst provokativ, und ich hoffe das diese Einstellung nicht Schule macht, bin zwar Daueroptimist, aber mit dieser Einstellung die rassistischer nicht sein könnte muss man sich wirklich ernsthafte Gedanken über das Demokratieverständnis in afrikanischen Länderen machen 🙁
Hoffen wir doch das es genügend Leute hat in diesen Ländern die rechzeitig erkennen das dies nicht der Weg sein kann (siehe Botswana) und zumindest aus pragmatischen Gründen (Entwiklungsgelder/Tourismus) zur Vernunft angehalten werden können.
Leider scheint es so das auch in Afrika keine Lehren aus der Vergangenheit für die Zukunft gezogen werden.
Was kann man tun um so was zu stoppen? Ich muss leider gestehen das ich von Jahr zu Jahr ratloser werde und mir eigentlich nur die Hoffnung bleibt das dies alles so nicht eintrifft!<br><br>Post geändert von: VirusAfricanum, am: 20/09/2006 12:24
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Ein großes Problem mit Zahlungen ist sicher die Verteilung. Wenn man durch das Gebiet der zur Zeit dominierenden Volksgruppe fährt, findet man z.B. betonierte Feldwege, Kanäle, schöne Häuser, neue Autos usw. Fährt man durch andere Landesteile sieht es ganz ander aus. Dazu kommt bei den Hereros, dass sich die einzelnen Königshäuser selbst nicht "grün" und schon gar nicht einig sind, so das hier auch eine Verteilung evtl. einlaufender Beträge wohl schon zu erheblichen Diskrepanzen führen könnte. Auf meine damalige Frage, ob bei einem "Sieg" der Hereros und einer Vernichtung der damaligen "Besetzer" man heute über Zahlungen nachdenken würde, erntete ich nur Unverständnis. Die Frage an den jungen Mann, was er denn mit "seinem Anteil" machen würde wurde mit "viele Rinder kaufen und auf dem zurückeroberten Land weiden lassen" beantwortet. Reparationszahlungen an die Nama und andere Volksstämme, die ja ebenfalls betroffen waren, wurden kategorisch abgelehnt ( was sollen die mit dem Geld, die versaufen das nur). Man darf dabei natürlich nicht übersehen, dass sich die Hereros als die "herrschende Klasse" in Namibia sehen. Das das "einzige wahre Volk(lt. Aussage einiger Hereros)" erst einige Jahrzehnte vor dem Konflikt nach Namibia kamen, die ansässigen Bewohner verdrängten/unterwarfen und dabei fast zu Grunde gingen wird dabei gerne vergessen. Post geändert von: Axel, am: 20/09/2006 12:40<br><br>Post geändert von: Axel, am: 20/09/2006 12:45
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
Ein großes Problem mit Zahlungen ist sicher die Verteilung.
Stimme ich zu, unstrittig ist ja wohl auch, dass, wir mir viele Südwester sagten, der größte Rassismus unter den SChwarzen besteht.
Auf meine damalige Frage, ob bei einem "Sieg" der Hereros und einer Vernichtung der damaligen "Besetzer" man heute über Zahlungen nachdenken würde, erntete ich nur Unverständnis.
Das ist ja wohl verständlich, wieso sollten denn die "Ureinwohner" die Besetzer auszahlen???
Die Frage an den jungen Mann, was er denn mit "seinem Anteil" machen würde wurde mit "viele Rinder kaufen und auf dem zurückeroberten Land weiden lassen" beantwortet.
Ist doch ne gute Idee!
Man darf dabei natürlich nicht übersehen, dass sich die Hereros als die "herrschende Klasse" in Namibia sehen. Das das "einzige wahre Volk(lt. Aussage einiger Hereros)" erst einige Jahrzehnte vor dem Konflikt nach Namibia kamen, die ansässigen Bewohner verdrängten/unterwarfen und dabei fast zu Grunde gingen wird dabei gerne vergessen.
Naja, erstens vergessen wir im aktuellen Thread, dass wir uns an der Aussage eines einzelnen, jungen Herero aufhängen. (@VA: Eine einzelne Aussage braucht uns doch nicht über das Demokratieverständnis in afrikanischen Ländern allgemein in Sorge bringen) Ich bin sicher, man findet in Namibia unter den Herero auch gemäßigtere Stimmen. Und zweitens vergessen wir, dass wir uns hier ein wenig als Richter aufspielen über ein Land, in dem immerhin vor den Deutschen die Herero waren und ich bin mir nicht sicher, ob die Herero auch Zehntausende umgebracht haben. Kriege gibt es auf der Welt ja wohl immer wieder, aber was wir Deutschen da unten angerichtet haben, hatte wohl eine ganz neue Dimension und "Qualität" - ich würde das nicht mit der Verdrängung anderer Stämme durch die Herero vergleichen wollen.
Irgendwie kann ich den Jungen ja auch verstehen - es wäre wohl für das Land wirklich das Beste, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte und wir "Weiße" uns heraushalten würden bzw. nicht als Richter aufspielen würden. Aber Zeit zurückdrehen geht nicht, jetzt ist das Kind nun mal in den Brunnen gefallen, jetzt kann man nur noch schauen, dass man möglichst sensibel auf gleichverteilte Hilfe für Alle drängt.Aber ich meine, wir sollten nicht mit dem Finger auf andere zeigen, die eben wie fast überall auf der Welt fast jeder nur ihre Interessen vertreten und dabei eben ein gewisses Maß an Engstirnigkeit aufweisen.
@Dagut, das Problem mit dem "Rassismus zwischen den Schwarzen" hatte ich etwas feinfühliger angesprochen. Bei den Hereros handelt es sich nicht um "Ureinwohner" sondern Ihrerseits um "Besetzer", die sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Besitzkriegen, die durch sie begonnen wurden, fast vollständig aufgerieben haben. Die Meinung dieses "einzelnen Schwarzen" wurde von der Gruppe der anderen "Schwarzen", die ums uns herumsaßen und lagen geteilt und kommentiert. Die Diskrepanz der Stimmen der einzelnen Königshäuser (= Gruppierungen innerhalb der Herero) habe ich ebenfalls erwähnt. Mit der von mir angesprochenen Mentalität wurde in einem anderen schönen Land im Süden Afrikas ein großer Teil der Infrastruktur zugrundegerichtet, sehr einfach gesprochen. Ich wollte mit meinem Post auch nur "einen" Teil der Problematik etwas beleuchten. Für tiefere Aussagen müßten weitgehende soziologische und ethnische Punkte beleuchtet werden, dafür lasse ich anderen den Vortritt.
Ich bin immer für geteilte Meinungen, Hauptsache man teilt meine. "The Only Easy Day Was Yesterday"
@Axel Ja, Du hast recht, ein solches Thema ist eigentlich für ein Forum zu umfangreich, als dass man ausreichend differenziert darüber diskutieren könnte. Außerdem kommt in der Kürze der Aussagen das Gemeinte nicht immer 100%ig an.