Kony 2012

31 Antworten · 11,4k Aufrufe · gestartet 07. März 2012 von Guido.
Bilder klein
Antworten
ThemenstarterGast07. März 2012 · #1
Sehenswert ..
http://www.youtube.com/watch?v=Y4MnpzG5Sqc
.. auch wenn einem zu einigen Punkten ein "Aber" einfällt.

Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 07. März 2012
521 Beiträge · seit 201108. März 2012 · #2
Beeindruckendes Video.
Bin gespannt, ob am 20.4. davon was zu merken ist...
Südafrika, Botswana, Namibia, Zimbabwe, Mosambik,...
874 Beiträge · seit 200809. März 2012 · #3
Ich bin dabei
Poster und Armband werden bestellt
Anita
ab 23.April 2019 für immer nach Namibia unser Blog: www.outinafrica.com.na
1'287 Beiträge · seit 200810. März 2012 · #5
Hallo,

Danke Guido für den Hinweis. Die erste Reaktion von mir war sehr zustimmend. Der Grundgedanke, einer von "unten" gestarteten Werbekampangne, um den nötigen Druck zum Handeln aufzubauen, gefällt mir.

Zwei Themen sind mir im Film auch als ein großes "aber" aufgefallen.

1. Spenden, also Entwicklungshilfe
2. Der unterschwellige Lösungsansatz mittels (US) Militär

Mit dieser Einschätzung bin ich leider nicht alleine. Sehr gut in diesem Blogeintrag zu lesen, auf den im übrigen direkt von kony212.org verlinkt wird.

Wie immer ist selbst bei einem Verbrecher wie Kony keine einfache Lösung möglich, auch hier ist alles komplexer als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Nichtsdestotrotz sollten wir alle versuchen auf die Verbrechen der LRA und Kony hinzuweisen, damit der Druck des Handelns erhöht wird. Es ist ja schier unglaublich, dass das die Mehrheit der Menschen gar nicht wissen, was in Uganda und DR Kongo passiert.

Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
zuletzt bearbeitet 10. März 2012
415 Beiträge · seit 201010. März 2012 · #6
Ein hoch emotionales Thema. Der weinende Junge hat mich mächtig getroffen...

Heute lese ich, dass Kony längst nicht mehr in Uganda ist, die beschriebenen Morde bereits vor 10 Jahren geschehen sind, selbst Stimmen aus Uganda in den Bloggs berichten, dass die Probleme dort viel komplexer sind und längst nicht mehr an der Person Kony alleine festzumachen sind.
Mich stört irgendwie auch, dass angeblich 2/3 der Spendeneinnahmen für Film- und Lobbyarbeit, statt als direkte Hilfe für Uganda verbraucht werden.
Kommentar

ein etwas verunsicherter
Jens-Uwe
Meine letzten Reisen
ThemenstarterGast13. März 2012 · #9
Hallo,

als ich das hier vor 1 Woche gepostet habe, war es noch kein Thema in deutschen Medien. Mittlerweile hat wohl ausnahmslos jede deutsche Zeitschrift darüber berichtet. Natürlich ist Kony 2012 nicht unumstritten und wenn es um Bedenkenträgerei geht, sind wir Deutschen ja auch weltweit führend. Ich habe die Kritik gelesen und mir darüber hinaus u.a. auch die Jahresabschlüsse von Kony 2012 angeschaut. Leider verstehe ich nicht genug davon, um mir ein abschließendes Urteil zu bilden. Die Macher gehen übrigens selbst auch auf die ganzen Kritikpunkte ein.
http://www.invisiblechildren.com/critiques.html

Das bemerkenswerte an der Kony-2012-Aktion ist für mich aber gar nicht der Fall Kony selbst. Das bemerkenswerte ist für mich, wie hier das Internet genutzt wird, um etwas zu erreichen. 100 Millionen Menschen haben das Video auf den diversen Plattformen schon gesehen! 100 Millionen Menschen die sich mit einem Problem beschäftigt haben, von dem sie vorher wahrscheinlich noch nichts gehört hatten. Das ist eine völlig neue Dimension.

Es gibt so viele Mißstände auf der Welt. Von vielen Dingen bekommen wir gar nichts mit oder wir schauen mit einem Gefühl von Ohnmacht und absoluter Hilflosigkeit zu, was vor unseren Augen passiert. Wir könnten sehr viel davon verbessern, wenn wir uns als Bürger und Konsumenten dagegen organisieren. Mit dem Internet haben wir erstmals in der Menschheitsgeschichte das geeignete Werkzeug, um uns global zu organisieren.

Beispiel: Viele global aufgestellte Konzerne machen zur Profitmaximierung unheimliche Schweinereien. Jahrhunderte lang wurden Unternehmen einigermaßen effektiv durch die Staaten reguliert, in denen sie ansässig waren. Diese Regulierung innerhalb staatlicher Grenzen funktioniert in Zeiten der Globalisierung aber nicht mehr. Die Politik bekommt auf globaler Ebene fast nichts gebacken (siehe Umweltschutz, (Nicht-)Regulierung der Finanzmärkte, usw.) und schafft so auch kein Gegengewicht zu global aufgestellten Konzernen. Als Konsumenten können wir aber z.B. mit unserem Kaufverhalten so ziemlich jeden Konzern in die Knie zwingen. Kony 2012 demonstriert einen Weg, wie man das Internet nutzen kann, um Aufmerksamkeit und Organisation zu erreichen.

Niemand muss die Welt allein retten und niemand muss sich bei allen Problemen engagieren. Wenn sich jeder für ein paar Dinge engagiert, ist schon viel erreicht. Und wenn man sich für diverse Ziele engagiert, läuft man immer Gefahr, mit seinen Aktionen auch mal daneben zu liegen (Beispiel Brent Spar, möglicherweise auch Kony 2012).


@Spinstone: Schon der sogenannte Disclaimer von Semperoper ist einfach primitiv ("Drücken sie sich einen Pickel aus"). Nach 4 Minuten haben den uninformierten Schwätzer nicht mehr ausgehalten ("Alle Diamanten aus Afrika sind Blutdiamanten", Namibia? Botswana?). Kritik auf dem Niveau ist pure Zeitverschwendung.

Beste Grüße

Guido
69 Beiträge · seit 201013. März 2012 · #10
Hello,

Ich wollte ja eigentlich nur schnell den Link posten, ohne mich auf grosse Diskussionen einzulassen. Trotzdem noch etwas zu Guidos Antwort, weil ich denke, dass gerade diese Antwort viele Probleme einer solchen Kampagne aufzeigt:

"Leider verstehe ich nicht genug davon, um mir ein abschließendes Urteil zu bilden."
- Aber ein "like" Klick ist eben schnell gemacht, und die perfekt produzierte Propaganda kombiniert mit absolut berechtigter Sorge um Kindersoldaten, verleitet dazu solche Kampagnen auch ohne weitere Detailkentinisse zu Unterstützen.

Darum denke ich kann man auch nicht sagen, dass 100 Millionen Menschen "sich mit einem Problem beschäftigt haben", sondern 100 Millionen Menschen liessen sich von einem Filmchen eine einfache Antwort auf ein komplexes Problem geben. Das ist für meich keine Auseinandersetzung mit einem Thema.

"Es gibt so viele Mißstände auf der Welt." - und keine dieser Missstände wird durch die Verhaftung von Kony beseitigt. Hingegen nimmt uns die Kampagen unser Gefühl der Hilflosigkeit. Sie hilft also primär uns selbst um uns das ungute Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu nehmen.

"Viele global aufgestellte Konzerne machen zur Profitmaximierung unheimliche Schweinereien. Jahrhunderte lang wurden Unternehmen einigermaßen effektiv durch die Staaten reguliert, in denen sie ansässig waren. Diese Regulierung innerhalb staatlicher Grenzen funktioniert in Zeiten der Globalisierung aber nicht mehr. Die Politik bekommt auf globaler Ebene fast nichts gebacken (siehe Umweltschutz, (Nicht-)Regulierung der Finanzmärkte, usw.) und schafft so auch kein Gegengewicht zu global aufgestellten Konzernen. Als Konsumenten können wir aber z.B. mit unserem Kaufverhalten so ziemlich jeden Konzern in die Knie zwingen."
- Genau meine Meinung! Aber wieso dann jagt machen auf Kony, statt die Grosskonzerne und unfähigen Regierungen anzuklagen? Wieso online Petitionen für ein Eingreiffen der US Armee unterstützen statt mit seinem eigenen Konsumverhalten die wahren schuldigen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen?

"Kony 2012 demonstriert einen Weg, wie man das Internet nutzen kann, um Aufmerksamkeit und Organisation zu erreichen." - Aber mit Aufmerksamkeit und Organisation wird kein Problem gelöst. Natürlich kann mit dem Netzt Propaganda gemacht werden, aber das wichtigste ist der INHALT- und somit sollte es eben doch um den Fall Kony gehen und nicht "wie hier das Internet genutzt wird, um etwas zu erreichen". Weil ansonsten einmal mehr Profit geschlagen wird aus Bildern von "armen, unfähigen" Afrikanern, ohne Ihnen eine Stimme zu geben und ohne sich darum zu bemühen ihre Lebensbedingungen ernsthaft zu verbessern.

@Spinstone... naja also das ist wirklich langweilig.

So , jedem seine Meinung, aber mich machte das Filmchen eher wütend als das ich darin eine Lösung für dringende Probleme der Menschheit sah.

Herzliche Grüsse,
Gion
1'287 Beiträge · seit 200813. März 2012 · #11
Hallo,

ich kann Guido nur zustimmen. Es ist ja auch beruhigend, dass man sich dank des Internets, welches die Aktion in dieser Form erst möglich macht, sofort und umfänglich mit den Gegenmeinungen und weiterer Sichtweisen beschäftigen kann.

Meiner Meinung nach, ist allein die Tatsache, dass nun deutlich mehr Menschen etwas mehr über den Konflikt in Zentralafrika wissen, schon ein Gewinn.

Die Erkenntnis, dass einfache Lösungen i.d.R. nicht funktionieren und alles immer komplexer ist, als es Werbekampagnen (besonders amerikanische) darstellen, setze ich bei meinen Mitmenschen und bei den Entscheidungsträgern schon voraus.

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
ThemenstarterGast13. März 2012 · #12
Hallo Gion,
Gion schrieb:Darum denke ich kann man auch nicht sagen, dass 100 Millionen Menschen "sich mit einem Problem beschäftigt haben", sondern 100 Millionen Menschen liessen sich von einem Filmchen eine einfache Antwort auf ein komplexes Problem geben. Das ist für meich keine Auseinandersetzung mit einem Thema.
Du hast recht in dem Punkt, das viele Probleme heute unfassbar komplex sind und wir alle lieber die einfachen, klaren Antworten bevorzugen. Man lässt sich zu gern zu Schwarzweiß-Denken verleiten, während die Realität häufig aus Millionen Grautönen besteht. Ich glaube aber nicht, das 100 Millionen nur "ein Filmchen" geguckt, "I Like" geklickt und das Thema für sich abgehakt haben. Wie man auch an diesem Thread sieht, beschäftigen sich einige durchaus tiefgreifender damit, was nicht heißt, das man das Thema am Ende in all seiner Komplexität durchdrungen hat.

Genau das ist aber eine Thematik, der wir uns zukünftig vermehrt stellen müssen. Viele Probleme sind so komplex, dass sie überhaupt niemand komplett durchdringt und definite Vorhersagen machen kann. Siehe auch Themen wie Klimaerwärmung oder Euro-Schuldenkrise. Wir müssen lernen, auch bei unvollständiger oder unscharfer Faktenlage zu Entscheidungen zu kommen. Sonst können wir zukünftig gar nichts mehr entscheiden und machen.
Gion schrieb:"Es gibt so viele Mißstände auf der Welt." - und keine dieser Missstände wird durch die Verhaftung von Kony beseitigt.
Doch einer der schlimmsten Verbrecher unserer Zeit wäre aus dem Verkehr gezogen und das Leben vieler Kinder gerettet. Möglicherweise sind einige durch die Kony 2012 Kampagne angestoßenen Aktionen falsch und sogar kontraproduktiv. Wer sich engagiert, viel macht und probiert, macht auch mal Fehler. Aber gar nichts zu machen, ist in den meisten Fällen noch schlechter. Ich halte es da mit dem Georg Christoph Lichtenberg zugeschriebenen Zitat "Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll."
Gion schrieb:Aber mit Aufmerksamkeit und Organisation wird kein Problem gelöst.
Nein natürlich nicht. Aber es in in vielen Fällen der nötige erste Schritt, um eine Problemlösung auf den Weg zu bekommen.

Danke für die konstruktive und begründete Kritik.
Beste Grüße

Guido
zuletzt bearbeitet 13. März 2012
126 Beiträge · seit 200913. März 2012 · #13
Hallo Gion und Guido,

m.E. sollte man sich die Mühe machen und die beiden Videos zu Ende gucken. Ok, der Stil ist nicht jedermanns Sache, aber der Moderator trifft für mich den Kern, wobei zu berücksichtigen ist, von welcher Plattform er das betrachtet und wie vermutlich die User-Gemeinde dort - auch altersmäßig - strukturiert ist. Er ist offenbar persönlich engagiert oder betroffen, das ist gut, seine durchklingende politische Meinung muss keiner teilen - aber, was mich beeindruckt: er weist darauf hin, wie leicht Social Media's instrumentalisiert werden könn(t)en für eine Politik, die hier im Forum hoffentlich niemand will und unterstützt, nämlich ein Like oder sogar eine Petition zu unterzeichnen, die einen militärischen Einsatz in einem anderen Land - in welcher Form auch immer - unterstützt oder gar fordert.

Ich will das jetzt wirklich nicht den Filme-Machern unterstellen, aber wer kann sich sicher sein, dass demnächst bei ähnlichen Angelegenheiten nicht *Regierungs-Berater* im weitesten Sinne ihre Finger im Spiel haben (siehe auch den Hinweis auf die bekannten Medien-Lügen vor dem Irak-Krieg von 2003).

So, das waren meine 5 Cents dazu - eigentlich sollte hier ja keine politische Auseinandersetzung stattfinden...

Beste Grüße Juergen
zuletzt bearbeitet 13. März 2012
69 Beiträge · seit 201014. März 2012 · #14
...und noch was 😗 :



Herzliche Grüsse,
G.
405 Beiträge · seit 201115. März 2012 · #15
siehe dazu auch : www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/index.html

Der Beitrag kam gestern abend im NDR- Fernsehen in der Sendung Zapp, sehr interessant.

Nachdenkliche Grüße,

Purzel
zum Arbeiten zu alt, zum Sterben zu jung.Wir verprassen das Erbe unserer Kinder...;-) Reisebericht Namibia 2013 "Nur" eine Einsteiger-Tour
727 Beiträge · seit 200820. März 2012 · #16
Ich verkneif mir mal jeden Kommentar hierzu:

"Jason Russell, the director of the massively popular Kony 2012 video about a fugitive Ugandan rebel leader, has been arrested on charges of masturbating in public and vandalising cars in San Diego."

Bei YouTube ansehen ↗

126 Beiträge · seit 200920. März 2012 · #17
Na ja, hier mal eine etwas serösere Bericht-Erstattung:

Stern

MfG Juergen

@Dino: ich meine jetzt nicht dich 😉 sondern TMZ.... aber die *Kampagne* von Invisible Children wird mir persönlich immer suspekter...siehe FB-Seite: kein Wort über den sog. Zusammenbruch, dafür gleich 80.000 Likes für ein TIME-Titelbild innerhalb von 21 Stunden .. nee nee nee... ich werde an alte Baghwa(h)n-Zeiten aus den frühen 80ern erinnert 🤩 Im Vergleich wurde das Video von TMZ vom 16.03. ca. 53.000 mal auf Youtube angesehen (was mir als plausibel erscheint).
zuletzt bearbeitet 20. März 2012
1'287 Beiträge · seit 200813. Apr. 2012 · #18
Hallo,

Ohne weitere Wertung wollte ich nur auf den zweiten Teil des Kony 2012 Videos hinweisen.
http://www.youtube.com/watch?v=c_Ue6REkeTA


Gruß Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
zuletzt bearbeitet 13. Apr. 2012
22 Beiträge · seit 201113. Apr. 2012 · #19
Moin,

habt ihr mal drüber nachgedacht, was der Sauhaufen, genannt Uno, in den letzten 50 Jahren nicht zu stande gebracht hat? Bei wievielen Katastrophen und Kriegen hat die UNO total versagt bzw. zu geschaut? Ruanda, Srebrinica, Kongo, Palästina? Wieviel Millionen wurden nur für die aufgeblähte Bürokratie aufgebracht? Warum sollen die Koordinatoren des Koni Projekts nicht Geld dafür bekommen, wenn sie einen Fulltime Job machen? Jede größere NGO bezahlt auch ihre festen Mitarbeiter. Und mich kotzen wirklich diese Gutmenschen und Hyperkorrekten Bootlicker an, die denken, dass man solch einen Kerl ohne eine konzentrierte Comandoaktion lösen kann.

Ich hoffe die Aktion wird erfolgreich sein.

Gruß

no surrender
541 Beiträge · seit 200716. Apr. 2012 · #20
Hallo zusammen,

das Video mag unstritten sein. Denn darin finden sich "schwerwiegende Fehler" wie Uganda geografisch in Zentralafrika anzusiedeln, die starke Konzentration auf Uganda, altes Bildmaterial und sicherlich noch einiges mehr. Außerdem bedienen sich die Macher der unseeligen sozialen Netzwerke (in denen wir fast alle Mitglied sind) und bekommen für Material, Fulltime Jobs etc. auch noch einen Teil der Spenden...unfassbar!

Ich finde es auch vollkommen richtig sich über solche Fehler aufzuregen! Denn was ist schon ein Verbrecher, der tausende von Kindern entführt und als Kanonenfutter mißbraucht? da ist es doch wesentlich besser die Macher solcher Videos zu diskreditieren...und die nächsten Jahrzehnte darüber zu diskutieren, wo die Ursachen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Schwierigkeiten in Uganda liegen könnten...Und überhaupt soll Kony ja gar nicht mehr in Uganda sein. Wozu also die ganze Aufregung?

Seine Truppe gilt sie als eine der brutalsten Rebellengruppen der Welt und ist inzwischen vor allem im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo, in Zentralafrika und im Südsudan aktiv. Aber dann ist es ja erst recht nicht so wichtig... denn Südsudan und Kongo stehen ja als Reiseziele nicht unbedingt auf Nummer 1 - und wtf ist Zentralafika???

Und für Kony himself ist ja auch gesorgt: immerhin hat der Internationale Strafgerichtshof den gesuchten Anführer der Lord's Resistance Army (LRA), seit Jahren auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher - und auf den Stück Papier mag er auch getrost bleiben, bis er verschimmelt oder freundlicherweise von selbst verstirbt.

Und eigentlich können wir alle sowieso nichts tun... oder doch? Denn das Video zeigt, dass durch eine Massenbewegung nicht nur ein weltweites Bewußtsein geschaffen wurde sondern durch die Aktionen auch von Seiten der US Regierung nun endlich Bewegung in die Sache kommt.

Es ist immer einfacher Krisen, Mißhandlung, Armut, Kindersoldaten etc mit einem "Ach jee - aber was soll man da machen?" abzutun. Die Message des Kony 2012 Video zeigt jedem u.a., dass er oder sie auch etwas erreichen KÖNNTE.

Die Frage ist nur, ob das eine gute Nachricht ist.

Gruß
Anja

PS: das ist btw kein politischer sondern lediglich ein nachdenklicher Post;)
Intelligent people discuss ideas. Fools discuss how people should behave. (Paulo Coelho)