Rundreise Namibia Botswana 2010

34 Antworten · 8'916 Aufrufe · gestartet 09. Aug. 2011 von BriZA
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Themenstarter375 Beiträge · seit 201009. Aug. 2011 · #1
Liebe Fomis,

zur Zeit erlebe ich unseren Urlaub von November 2010 zum 4. Mal.

1- Vorbereitung/Planung
2- Reise live erleben
3- Fotobuch und Film erstellen

und jetzt 4- Reisebericht schreiben.

Sorry, dass es so lange gedauert hat.:(


30.10.2010

Am Vorabend mit Air Namibia in Frankfurt abgeflogen, landen wir am Samstagmorgen pünktlich am Flughafen Hosea Kutako. Während mein Mann Heinrich noch auf unsere zwei Reisetaschen wartet, tausche ich schon mal beim Bankschalter Geld. So schnell wie wir mit den Einreiseformalitäten fertig sind, so lange müssen wir noch auf den Autovermieter warten. Als wir uns gerade ein Taxi in die Stadt nehmen wollen, erscheint er doch noch. Wir sind halt noch nicht „entschleunigt“.
Auf der Fahrt zur Mietstation entladen wir schon mal unser Gepäck auf der Ondekaremba Farm. Trotzdem die Autoübergabe sich hingezogen hat (wir haben noch viele Tipps mit auf den Weg bekommen) ist es erst 10 Uhr als wir zum Einkaufen fahren. Nachdem wir unseren Hilux mit Getränken und Lebensmitteln bepackt haben, geht’s zurück zur Farm.


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Die Buschhütte Nr.1 ist bezugsfertig und wir vereinnahmen den winzigen Raum. Es ist 12 Uhr und unser erster Gang ist der zum Pool. Das Wasser ist eiskalt und entsprechend kurz verläuft das Badevergnügen. Na gut, es gibt sowieso noch einiges zu tun. Bei einem kalten Bier wird der Hilux für die Reise bepackt und die warme Kleidung die wir auf dem Flug trugen verschwindet ganz unten in der Reisetasche. Zum Abendessen gibt es dann gegrillte Lammkoteletts mit Mais und vor dem Lagerfeuer beenden wir den ersten Tag unter einem tollen Sternenhimmel.

31.10.2010

Als es eben hell wird stehen wir auf. Während des Frühstücks hoppelt ein Hase vorbei. Von den Warzenschweinen, Kudus und Oryx, die gestern noch an der entfernten Wasserstelle waren, ist nix zu sehen.
Um 7:30 Uhr befinden wir uns bereits auf der Pad Richtung Botswana. Unterwegs sehen wir jede Menge Warzenschweine rechts und links der Straße, was erhöhte Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert. Die Grenzformalitäten sind recht zügig erledigt und nachdem wir noch für Maut und Versicherung 160 NAD abgedrückt haben, dürfen wir passieren. Nach knapp 200km recht langweiliger Piste erreichen wir unser heutiges Etappenziel, die Motswiri Lodge. Nach einem freundlichen Empfang und einem kühlen Welcomedrink werden wir mit einem Safariwagen bis zum 25 km entfernt liegenden 7. Himmel gebracht. Unterwegs entdecken wir sehr scheue Kudus, Oryx und andere Antilopen. Dann endlich entdecken wir am Horizont das 9 Meter hohe Holzgestell mit Canvaswänden, unsere einsame Unterkunft in der Wildnis.


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Man überlässt uns erst einmal uns selbst und wir genießen die open air Dusche auf der unteren Plattform. Im „Zelt“ steht ein Bett mit Blick auf das Wasserloch. Es ist alles sehr liebevoll hergerichtet und wir freuen uns schon auf einen romantischen Aufenthalt. Kurz vorm dunkelwerden bringen uns zwei Angestellte das Dinner. Auf der oberen Plattform wird ein Tisch für uns gedeckt. Es fehlt an nichts, kalte Getränke, verschiedene Gerichte und Kerzen werden bereitgestellt. Wir werden noch mit Lampen und einem Funkgerät (für den Notfall) ausgestattet. Dann sind wir allein. Wir lassen uns gefangen nehmen von der Stille und der Weite. Tiere bekommen wir leider nicht zu sehen. In der Ferne zucken immer wieder grelle Blitze, während über uns die Sterne zu sehen sind. Das einzige was stört sind jede Menge Käfer die scheinbar aus dem Himmel erst auf uns fallen um dann die Lichtkegel der Lampen zu bevölkern. Plötzlich dreht der Wind und es frischt heftig auf. Wir sind froh dass wir schon gegessen haben und lassen eilig das Geschirr und die Tischdecke im Korb verschwinden, bevor der Wind alles verweht. Dann wird es schwarz um uns und ein heftiger Regen setzt ein. Das wars dann wohl für heute uns wir gehen ins Bett. Leider währt die Nachtruhe nicht lang. Der Sturm der jetzt draußen tobt schlägt immer wieder die nur mit Klettverschlüssen gehaltenen Fensterluken zurück und der Regen weht bis ins Bett. Also verbringen wir einige Stunden damit die Fenster zuzuhalten, bis der Wind und der Regen endlich nachlassen. Erschöpft fallen wir sehr unromantisch ins Bett.


01.11.2010

Die Sonne scheint wieder als ob nichts gewesen wäre. Nur unsere hastig zusammengeschobenen Habseligkeiten mitten im Raum und die überall herumliegenden toten Käfer erinnern an den Sturm der letzten Nacht. Vorsichtig nähert sich ein Auto und hält nach uns Ausschau. Erleichtert, dass es uns gutgeht, bringt uns Rob zurück zur Lodge und erklärt, dass das massenhafte Auftreten der Sumsemänner die Vorhut eines solchen Unwetters ist. Leckere Spiegeleier mit Speck wecken unsere Lebensgeister und wir freuen uns auf unsere Weiterfahrt.
Wir erreichen Ghanzi, wo wir uns erst mal am Bankautomaten Pulas besorgen. Im Supermarkt füllen wir unsere Einkaufstüten mit allem was wir für die nächsten Tage im CKGR benötigen. Die Straße nach Maun bringt uns schnell voran und kurz vor dem Kuke Fence biegen wir rechts ab auf die Sandpiste zum Tsau Gate. Schon bald lassen wir Luft aus den Reifen um besseren Gripp im Sand zu haben.

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In unserer Fahrrichtung verändert sich der Himmel dramatisch. Es wird richtig diesig und wir sehen uns schon wieder vor einem Unwetter. Aber nix passiert bis zum Gate und die freundliche Rangerin am Parkeingang erklärt uns, dass das nur aufgewirbelter Sand ist. Wir zeigen unsere Permits und können weiterfahren. Doch was wir nun zu sehen bekommen macht uns sehr traurig. Auf den nächsten ca 90 km ist alles verbrannt. Wir erinnern uns an einen Fomibericht über die Brände hier vor zwei Wochen. Natürlich sind wir sehr enttäuscht.

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Endlich gibt es wieder gelbes Gras und grüne Büsche zu sehen. Die Stimmung hebt sich langsam wieder und wir erreichen unseren ersten Campingplatz. Es gibt eine (Trocken-)Dusche und eine Toilettenstelle, die von kleinen Hundertfüssern belagert wird. Mit dem Besen werden sie kurzzeitig vertrieben. Wir richten uns häuslich ein und dann ist auch schon Zeit zum Essen. Gegrilltes Roastbeef mit Tomatensalat und dazu Rotwein, hübsche Vögel um uns herum, so langsam lässt die Sorge vor hungrigen Löwen nach. Es ist viel zu friedlich hier.
Themenstarter375 Beiträge · seit 201010. Aug. 2011 · #2
02.11.2010

Um 5 Uhr weckt uns eine Zikade. Bevor wir frühstücken klappen wir unsere wider Erwarten bequeme Nachtstätte zusammen. Dann wird der Tisch gedeckt, die Eier gebraten, der Kaffee gekocht und die Toast geröstet. Im Verlauf der Reise werden diese Alltäglichkeiten dann immer besser von der Hand gehen. Das Mobiliar wird wieder im Auto verstaut und weil man sich dabei immer einsaut geht’s jetzt erst unter die kalte Dusche.
Der Weg führt durch dichten halbhohen Busch und über schöne weitläufige Pfannen. In einiger Entfernung machen wir zwei Strauße aus, es gibt kleine Böckchen, Oryx und sogar Giraffen. Während die Fahrt einen so langsam einlullt (als Beifahrer) ruft Heinrich plötzlich „Löwe“. Ungläubige Nachfrage meinerseits „wo?“. Und tatsächlich: unter einem Busch direkt neben der Piste liegt ein wunderschöner sehr müder Löwe.

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Nachdem er ausgiebigst von uns bewundert ist und er endlich eingeschlafen ist, schleichen wir weiter. Nach 65 km erreichen wir die Sunday Pan. Hier gibt es ein sehr schönes Wasserloch mit einer Giraffe, vielen Oryx und Springböcken. Auch Schakale trippeln herum. Unter einem Busch entdecke ich zwei Elefantenspitzmäuse.

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Wir fahren hier einige Male im Kreis, bevor wir unsere etwas abgelegene Campsite finden (CKSUN2).
Inzwischen sind viele Wolken aufgezogen, dafür hat der Wind nachgelassen. Auf dem Campingplatz gibt es viele Tokos und andere schöne Vögel.

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Wir bleiben heute Nacht nicht alleine, zwei weitere Autos mit je einem Pärchen haben hier eine Buchung. Irgendwie schade, wir sind eigentlich sehr gerne allein in der Wildnis. Was soll´s, wir verschwinden eh´ bald im Zelt. Übrigens hatten wir heute über Tag so ca 36°C im Auto. Wenn der Wind uns nicht gerade den Sand ins Auto weht, fahren wir (ich) am liebsten mit offenem Fenster wegen der Luft und den Gerüchen. Deshalb gibt es nur, wenn es, z.B. wegen Sand, nicht anders geht.
Themenstarter375 Beiträge · seit 201010. Aug. 2011 · #3
03.11.2010

Es scheint sich einzupendeln das wir sehr früh aufstehen. So fahren wir gerade ab, als unsere Nachbarn eben aufstehen. Es ist sehr windig und der Himmel hängt voller Staub. Der Sand wird aus der Pfanne gehoben und gelangt durch jede Ritze bis zwischen die Zähne. Am Wasserloch ist nix los, die Oryx und Springböcke stehen weit verstreut in der Pfanne herum. Bald erreichen wir die Kreuzung zum Ausgang. Hier biegen wir rechts ab ins Deception Valley. Eine riesige Ebene breitet sich vor uns aus. Wir treffen auf Springböcke, Oryx, Strauße und, weit weg, drei Löffelhunde und zwei Honigdachse. Am Wasserloch Letiahau liegt dann wieder ein schlafendes Löwenmännchen. Er scheint schön zu träumen, denn er bepieselt sich im Schlaf.
Er wird nur kurz wach, leckt sich etwas verlegen und der große Kopf fällt wieder erschöpft zu Boden.

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Wir lassen ihn schlafen, steigen auch nicht aus um ihn zu streicheln obwohl er soooo lieb ausschaut, und fahren zur für heute gebuchten Campsite. Allerdings hat es hier wohl vor Kurzem gebrannt, alles ist verkohlt und trist. Nur ein paar Erdhörnchen suchen schon wieder unverdrossen nach Freßbarem, während am Horizont Rauchwolken aufsteigen. Uns ist unheimlich und wir kehren um zum Löwen. Der hat die Stelle gewechselt, war wohl zu nass unter ihm. 😉 🤨

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Einige Kilometer weiter finden wir dann doch noch ein schönes Schlafplätzchen für uns. Bis es dunkel wird haben wir noch die Sorge jemand könnte diesen Platz für heute gebucht haben und uns aus dem Paradies vertreiben. Ein zweiter Wagen hatte hier nämlich keinen Platz mehr gehabt. Aber Glück gehabt, wir können bleiben. Wir hängen unsere Dusche an einem Ast auf und breiten eine Plane darunter. So können wir höchst komfortabel duschen.

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Allerdings ziehen die entstandenen Wasserpfützen Bienen an, die auch an uns ein reges Interesse haben. Eine gerät dem Heinrich in den Hemdsärmel und sticht prompt zu. Vorsorglich eine Salbe aufbringen, aber scheinbar haben diese Bienen nur schwaches Gift. Als wir nach dem Abendessen am Lagerfeuer sitzen flitzt noch ein Skorpion über den Sand, vielleicht auch von dem Wasser angelockt. Der ist aber so schnell, dass wir ihn leider nicht mehr finden können. Also geht’s ohne einen weiteren digitalen Schnappschuß ins Bett.


04.11.2010

Um 4 Uhr weckt uns ein Fleckenuhu, der direkt in dem toten Baum neben unserem Auto sitzt, mit einem unheimlichen „huhuuu“. Wir beobachten ihn bis er wegfliegt und legen noch eine halbe Mütze Schlaf nach.
Wir verlassen diesen schönen Platz in Richtung Matswere Gate. In etwa 40m Entfernung steht ein Tier auf dem Weg. Als es uns bemerkt flitzt es in einem Affenzahn davon, das kann nur ein Gepard gewesen sein. Schade, hätte ich gerne näher gesehen. Aber unsere Sinne sind jetzt geschärft. Einige Kilometer weiter entdecken wir zwei Schakale direkt neben dem Weg vor einem Busch hin- und her tänzeln. Wir sind fast vorbei, als ich aus dem Augenwinkel einen Geparden unter dem Busch bemerke. Mein Ruf, bremsen und Rückwärtsgang einlegen passieren in Sekundenbruchteil. Leider knarzt der Gang beim Einlegen und der Gepard läuft aufgeschreckt davon. Glücklicherweise bleibt er nochmal kurz stehen und schaut, wer da so rücksichtslos war, bevor er im Gestrüpp verschwindet.

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Auf der Strecke bis zum Gate gibt es keine Tiere mehr zu sehen. Wir verlassen den Park auf einer großzügigen Sandpiste, gesäumt von dichtem Busch. Wir stoppen für eine Schildkröte, die gemächlich die Piste quert.

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Rakops ist bald erreicht und auch die Tankstelle hat geöffnet. Jetzt müssen wir uns ums Tanken erst mal keine Sorgen mehr machen. Zwei Häuschen weiter gibt’s dann auch noch Luft für die Reifen. Perfekt!
Die Pad Richtung Maun ist in tollem Zustand und man kann die erlaubten 120 km/h gut ausfahren. Einzig Rinder, Esel und Ziegen machen die Straße schon mal unsicher. In Khumaga checken wir die Lage am Boteti. Es hat viel Wasser und so müssen wir die ca 100 km Umweg fahren um durch ein anderes Gate in den Makgadikgadi zu gelangen.

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Auch hier im Park ist alle Vegetation niedergebrannt und nur ab und zu sieht man mal einen Strauß oder ein Böckchen. Erst am Boteti wird es wieder richtig grün. Da gibt’s dann auch endlich mal eine Giraffe, Zebras und Elefanten zu sehen. Am Hinweisschild „Hippopool“ biegen zum Fluß runter ab. Hippos sehen wir keine und die Zebras hauen ab. Kurz können wir einen schönen Nilwaran beobachten.

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Ein Eli steht am Fluß und ist mit trinken beschäftigt. Ein zweiter kommt grade die Böschung herunter. Au weia, da ist jetzt kein Vorbeikommen mehr, die Burschen sind riesig.

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Die beiden treffen sich am Grünzeug und wir sehen ihnen eine Weile beim Fressen zu. Einer hat grade einen ganzen Baum umgedrückt und langt kräftig zu. Das kann dauern. Nach einigem Abwägen umfahren wir die Beiden großzügig, hoffend, dass die Strecke nicht matschig ist. Aber alles geht gut – jetzt keine Experimente mehr, es wird trotzdem noch einmal lustig, als wir den Hügel wieder hoch müssen. Auf dem Campingplatz angekommen sind wir ganz alleine mit tollen Solarduschen und Toiletten.:) Beim abendlichen Lagerfeuer haben wir wieder einen Millionen-Sterne-Himmel.
956 Beiträge · seit 200910. Aug. 2011 · #4
Wow!!

Ihr seid echte Glückskinder! Bitte weiter so 🙂

LG aus Österreich,

Tanja
Themenstarter375 Beiträge · seit 201011. Aug. 2011 · #5
05.11.2010

Wir haben bis 6 Uhr durchgeschlafen. Mittlerweile ist schon Routine in unserem morgendlichen Ablauf. Wir fahren noch einmal zum Hippopool, aber hier stehen nur ein paar Enten herum.

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Die fast 35 km bis zum Gate verlaufen ohne spektakuläre Sichtungen. Am Gate erhöhen wir den Reifendruck wieder und dann geht’s auf prima Asphaltstrecke nach Maun. Unterwegs gibt es nicht nur die Geier mit ihren Radarfallen zu entdecken sondern auch echte Geier am Aas. Scheinbar werden hier in der Nacht viele Tiere überfahren, in erster Linie Haustiere.

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In Maun angekommen beziehen wir unsere Unterkunft bei den „Old Bridge Backpackers“. Wir haben das letzte Zelt und einen schönen Blick auf die alte Brücke und den Fluß.

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Nach einer Stärkung mit Hakefish im Restaurant sprechen uns zwei Schweizerinnen bezüglich eines Deltafluges an. Da wir auch schon mit dem Gedanken an ein solches Abenteuer gespielt hatten sagen wir sofort zu. Am Flughafen von Maun chartern wir eine fünfsitzige Maschine für 2400 Pula und um 16 Uhr erheben wir uns in die Luft. Es gibt in dieser knappen Stunde tolle Ausblicke über das Okavango-Delta. Tiere sieht man recht wenig, am ehesten Giraffen und Elefanten – man muß schon genau schauen. Die Bilder von durch Wasser galoppierenden Herden von Wildtieren, die man so vor dem inneren Auge hat, bekommen wir leider nicht. Dafür fliegen wir auch viel zu hoch. Aber eindrucksvoll ist der Flug trotzdem, auch wenn mein Magen zusehends rebelliert und der Fisch vom Mittag wieder „Land“ sehen will. Ich schaffe es so grade aus dem Flieger und von der Landebahn 🤢 .

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Zurück in der Unterkunft bereiten wir uns noch auf unseren Okavangotrip vor und beobachten dann noch bei einem Brandy-Cola die Flughunde beim Fischen. Diese schlafen tagsüber in den Bäumen über uns und man kann überall ihre „droppings“ finden.
Themenstarter375 Beiträge · seit 201011. Aug. 2011 · #6
06.11.2010

Mit uns reisen heute zwei junge Australierinnen und der Koch für die nächsten Tage – oder, wie selbst gerne betont, der Chef. Ein Motorboot bringt uns in 40 Minuten eindrucksvoller Fahrt zum Startpunkt. Während der Fahrt machen wir viele Reiher, Klaffschnäbel, Eisvögel, Kormorane und Schlangenhalsvögel aus. Für Fotos sind wir jedoch viel zu schnell und so bleibt uns nur das genießen der Fahrt. Wir steigen in die Mokoros um und lassen uns von Polern durch schmale Schilfkanäle staken. Die Jungs haben das echt gut raus. Leider sehen wir hier keine Tiere mehr. Nur dichtes Schilf und jede Menge Seerosen.

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Das Camp wird wohl öfter angefahren, die Illusion man kommt auf eine abgelegene Insel zerplatzt wie eine Seifenblase 🙁 . Als wir dann zum Schwimmen gehen kommen wir auch noch an einer großen Reisegruppe vorbei. Das hatte ich mir etwas anders vorgestellt. Als wir jedoch den Schwimmplatz erreichen und noch niemand sonst da ist, sind wir versöhnt und nehmen in diesem wunderbar klaren Wasser ein ausgiebiges Bad.

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Zurück im Camp gibt es ein Sandwich und um 17 Uhr werden wir mit den Einbäumen zu einer Insel in der Nähe gefahren, wo wir eine 1,5 stündige Wanderung unternehmen. Außer einer kleinen Puffotter die schnell im Gras untertaucht sehen wir keine Tiere. Wir sind spät dran und so bekommen wir den Sonnenuntergang leider nur etwas gehetzt mit 😠 .
Nach dem Abendessen sitzen alle um das Lagerfeuer und jeder soll eine Geschichte zum Besten geben. So richtig Stimmung kommt allerdings nicht auf und so sind wir froh als wir endlich ins Bett kommen.

07.11.2010

Um 5:30 Uhr ist Wecken. Auf einem Tisch stehen Kaffe, Tee und Cookies für eine erste Stärkung. Der „Chef“ drängelt mal wieder und so sitzen wir bald wieder im Mokoro. Die Fahrten in dem Einbaum könnten so schön sein, wenn die Bootsführer sich nicht ständig laut unterhalten würden. Es ist traumhaft wenn man aus einem schmalen Schilfkanal auf einen See voller Lotosblüten kommt.

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Wir landen an und unsere heutige Wanderung beginnt. Nach der gestrigen, wegen der Hitze anstrengenden Wanderung haben wir alle vier um eine kurze Wanderung gebeten. Nach 2,5 Stunden strammem Schrittes sehen wir endlich, wenn auch weit entfernt, zwei Elefanten, Zebras, Impalas, Gnus und Lechwe Antilopen.

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Jetzt haben uns die Guides Tiere zeigen können und wir kehren auf demselben Weg den wir gekommen sind, zurück. In der Zwischenzeit ist es heiß geworden und die zwei australischen Mädchen und wir haben längst unsere Wasserflaschen geleert. Da wir anfangs noch dachten die Wanderung wird, auf allgemeinen Wunsch hin, nur kurz, hatte jeder nur einen halben Liter Wasser mit. Die Tour nimmt kein Ende und ich bin ziemlich fertig – und sauer. Am Ende sind wir 4,5 Stunden unterwegs, keiner hat mehr Spaß an der Umgebung, wir wollen nur noch zurück ins Camp. Dort lassen wir unseren Unmut über den langen Trip raus, aber so wirklich interessiert das niemanden. So ist halt der Plan und so wird’s gemacht, ob der Kunde will oder nicht, basta. Entsprechend fällt das Trinkgeld am Ende aus und der „Chef“ geht leer aus 😈 . Im Camp leeren wir zu viert sämtliche noch vorhandenen Getränkevorräte. Es werden noch Rühreier mit Speck serviert, dann dürfen wir noch mal im herrlichen Okavango-Aquarium schwimmen gehen. Welch göttliche Abkühlung. Um 13 Uhr legen unsere Mokoros ab und es geht zurück zum Startpunkt. Der Himmel zieht sich bedrohlich zu und ein starker Wind kommt auf. Die Pooler bekommen Probleme mit dem Lenken der Boot, so stark ist der Wind. Dann ist das Gewitter mit dicken schweren Tropfen und eindrucksvollen Blitzen über uns und Nullkommanix sind wir vollkommen durchnässt. Doch so schnell wie der Regen kam, ist er auch wieder vorbei. Nur fernes Grollen ist noch zu hören, aber die Luft ist ganz schön abgekühlt. Wir sind angekommen und müssen noch eine Weile auf das Motorboot warten.

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Als es endlich kommt wird das Gepäck verladen und unsere Laune wird wieder besser. Der Fahrtwind trocknet unsere Sachen und wir sind trocken als wir bei den „Old Bridge Backpackers“ ankommen. Auf Nachfrage wie es denn war, meckern wir etwas herum. Vermutlich wegen der Sprachschwierigkeiten wird unsere Nörgelei darauf reduziert, dass wir keine Tiere gesehen haben. Wir haben keine Lust mehr auf schlechte Laune und lassen die Sache auf sich beruhen. Außerdem haben wir Urlaub!
Themenstarter375 Beiträge · seit 201012. Aug. 2011 · #7
08.11.2010

In Maun füllen wir unsere Vorräte auf und schon sind wir auf nördlicher Route. Unterwegs kaufen wir Brennholz und einen hübschen Brotkorb für zu Hause. Bald endet der Asphalt und eine gute Schotterpiste führt uns zum South Gate des Moremi Game Reserves. Ein kurzer check in und wir sind drin. Immer wieder entdecken wir nun Impalas, ab und an Giraffen, Affen, Kudus ein paar Zebras und an den Wasserlöchern Reiher und Sattelstörche.

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Der Campingplatz 3rd Bridge ist schon von weitem an ein paar festen Häuserblocks und dem großen Einganstor zu erkennen.

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Uns wir Platz Nr.1 zugeteilt, direkt am Wasser. Das Auto platzieren wir so, dass wir direkt auf das Wasser blicken. Tatsächlich leben zwei Hippos in dem Pool, die wir glücklicherweise auch mal kurz zu sehen bekommen.

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Einen Platz weiter ist eine Herrengruppe. Währen sie an irgendetwas werkeln, setzt sich ein großer Pavian in ihr offenes Auto. Als sie es bemerken können sie ihn mit viel Geschrei vertreiben. Jetzt achten wir verstärkt darauf, wo sich die Pavianbande aufhält und wenn sie uns zu nah kommen vertreiben wir sie, bis sie irgendwann fort sind. Wir hören sie zanken, vermutlich suchen sie ihren Schlafplatz auf.
Mißtrauisch beobachten wir den Himmel, er bedeckt sich mit dicken Wolken und wir beschließen bald ins Bett zu gehen.

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09.11.2010

Nach dem Frühstück fahren wir nach Mboma Island. Hier stehen friedlich Impalas und Giraffen herum.

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Hier gibt es sicher zurzeit keine Räuber. Wir drehen und fahren über die 3rd Bridge nach Xakanaxa. Wenn man hier nicht aufpasst und nur nach Tieren Ausschau hält, kann man schon mal leicht die Orientierung verlieren. Wir sind froh, dass wir über unseren PocketPC die Koordinaten abfragen können. So kommen wir auch wieder auf den rechten Weg. Endlich entdecken wir nach vielen Impalas einen Löwen. Er scheint noch einen guten Geschmack im Maul zu haben, denn er leckt sie sich ständig ab. Wir beobachten ihn eine ganze Weile und als er einschläft, fahren wir weiter.

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Heute ist Waschtag und so hat Heinrich Zeit eine Bestandsaufnahme unsere Getränke zu machen. Viel haben wir nicht mehr! Das sah beim Einkaufen nach viel mehr aus. Wir werden ab jetzt die Getränke rationieren.

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Themenstarter375 Beiträge · seit 201012. Aug. 2011 · #8
10.11.2010

Wir sind früh wach und so kommt es, dass wir schon um kurz nach 7 Uhr unterwegs sind. Wir fahren auf einer breiten Piste um den Airstrip herum bis zu einer Baustelle.

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Ab jetzt wird der Weg aber richtig schlecht. Tiefe Löcher gilt es zu um- oder durchfahren. Viele sind noch mit Wasser gefüllt und man kann sich anhand der trockenen vorstellen, welche Untiefen sie bergen könnten. Dann treffen wir auf einen kleinen „See“ und hier gibt es keine Ausweichmöglichkeit. Nach einer Weile abwägen tastet sich Heinrich vorsichtig voran um dann forscher die Hürde zu nehmen. Wir haben es fast geschafft, da geraten die Vorderreifen in eine tiefe Auswaschung. Ich verhalte mich mucksmäuschenstill und denke im Stillen: jetzt bloß nicht vom Gas gehen. Heinrich geht auch nicht vom Gas und mit zwei Sätzen „katapultiert“ er uns aus dem Loch. Ha, geschafft, dickes Lob an den Fahrer. Später stellen wir fest, dass eine Plastikverkleidung vor dem Vorderreifen aus der Schraube gerissen ist. Kein Problem dank Kabelbinder und Isolierband. Trotzdem sind wir uns einig: so etwas brauchen wir nicht noch einmal. Ich weiß gar nicht, wie das die Leute schaffen, die hier in der Regenzeit herkommen. Wir biegen ab zum Hippopool. Von einer Aussichtsplattform aus kann man eine große Wasserfläche mit vielen Hippos überblicken. Ab und zu zeigen sie prustend ihre Köpfe.
Wir fahren weiter zu einer weiten Lichtung mit einzelnen Wasserstellen. Hier gibt es sehr viele Tiere:
Hartebeest, Zebras, Red Lechwe, Impalas und jede Menge verschiedener Vögel. Das erst Mal in diesem Urlaub, dass wir so viele Tiere auf einen Haufen sehen. Wir beobachten das Treiben eine Weile bevor es zum Khwai Camp geht. Wir bekommen den Platz Nr. 3 direkt am Fluss mit Blick auf die Brücke. Allerdings müssen wir den Platz noch einmal wechseln, angeblich haben jetzt andere Leute eine Buchung dafür und bestehen auf diesen Platz. Okay, dann gehen wir halt auf Platz 7, in der Nähe der Sanitären Anlagen und mit Blick auf eine Lichtung. Wir stehen noch keine 5 Minuten dort, als vier große Elefantenbullen an uns vorbeiziehen. Puh, ist das aufregend. Tolles Erlebnis.

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Jetzt richten wir uns häuslich ein und sind mit dem Platz sehr zufrieden.
Der Nachthimmel zeigt wieder abertausend Sterne und wir haben ein prächtiges Lagerfeuer. Das finden wohl auch die Grillen und eine Walzenspinne, die sehr nahe ans Feuer kommen.

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Themenstarter375 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #9
11.11.2010

In der Nacht wurden wir zwei Mal vom Elefanten geweckt. Ich wurde durch sich näherndes Geraschel wach und weckte Heinrich. Der drehte sich um mit der Bemerkung „lass doch“. Als das Geräusch dann schon fast im Zelt war, stupste ich meinen Mann richtig wach. Zweige knackten direkt neben unserem Ohr und wir trauten uns nicht mehr uns zu bewegen, geschweige denn zu reden. Selbst das Atmen erfolgte nur noch flach. Der Eli schmatzte uns gefühlte Stunden was vor. Es war eine aufregende Angst, eigentlich genau das, was man insgeheim von so einer Reise erwartet. Obwohl wir noch sehr aufgeregt waren, sind wir doch wieder eingeschlafen. Später kam er zurück, die Zweige hier sind wohl unwiderstehlich. Diesmal bin ich sofort wieder eingeschlafen, da war die Nähe des Tieres bereits ein gutes Gefühl.
Beim Frühstück war dann kein Eli mehr zu sehen, auch die Paviane, die gestern Abend in den umliegenden Bäumen ihre Schlafplätze aufgesucht haben, sind außer Sichtweite. Wir verabschieden uns vom Moremi und verlassen den Park über eine schöne neue Holzbrücke Richtung Mababe.

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Im letzten Haus von Khwai Village gibt es Bier und Cola zu kaufen und wir stocken unsere magere Camperbar auf. Ein teures Vergnügen, aber wir sind echt froh unsere Getränke nicht mehr einteilen zu müssen. Jetzt aber los. Nach wenigen Kilometern müssen wir eine Wasserstelle großzügig umfahren, sonst ist die gegravelte Pad okay. Unterwegs flitzt eine Schlange über die Straße und wir sind bis heute nicht sicher, ob es vielleicht eine schwarze Mamba war.

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Später veranlassen uns noch zwei Schildkröten zu Kurzstopps.Der Himmel hängt voller Marabus und manchmal entdecken wir auch welche am Boden. Was die Vögel veranlaßt hier zu patrouillieren bleibt uns aber verschlossen. Kurz vor Mababe testen ein paar Milane ihre Flugkünste indem sie Scheinangriffe auf unser Auto fliegen.

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In Mababe angekommen halten wir an einer Bude auf ein Bier. Dort lernen wir Neo und Boy kennen, zwei Kinder aus dem Dorf. Wir verschenken unsere mitgebrachten Bleistifte und ernten strahlende Gesichter - für eine Kleinigkeit!

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Ein paar Kilometer weiter halten wir ein entgegenkommendes Auto an und fragen nach der Richtung in die sie fahren. Unser Verdacht verkehrt zu sein bestätigt sich. Wir sind auf der Straße nach Maun, dabei wollten wir doch in den Chobe. Also drehen wir und diesmal finden wir auch den Wegweiser nach Savuti. Wir haben wohl zu viel in den Himmel geschaut. Immer wieder ist hier der Busch verkohlt. 15 Kilometer vor Savuti wird die Gegend sehr schön, mit einzelnen Hügeln und schönen Pfannen. Außer ein paar Warzenschweinen gibt es aber nichts zu entdecken. Im Savuti Campsite haben wir den Stellplatz CV1, direkt am Wasser. Ein hoher dichter Busch verhindert die direkte Sicht auf das Wasser, aber man kann dran vorbeischauen. Ein im Wasser schwimmender Hippo behält uns kritisch im Auge. Neben uns wird an Zelten auf Holzplattformen mit eigenem WC gearbeitet. Haben die keine Bedenken ob der Tatsache, dass hier die Elefanten bei Wassermangel schon einmal die Sanitäranlagen gehimmelt haben? Davon abgesehen liegen die Zelte trotzdem sehr schön.

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Nach einem frühen Abendessen brechen wir zu einem Gamedrive auf. Die Brücke über den wieder wasserführenden Fluss ist noch nicht fertig und wir nehmen den Weg direkt durchs Wasser. Es gibt viele wassergefüllte Löcher hier, weshalb sich das Wild verteilt. Aber als aufmerksame Beobachter sehen wir einen Uhu im Baum (zugegeben weil andere Leute in den Baum hochschauten), Pferdeantilopen, Zebras, Büffel, Impalas und Elefanten. Kurz vor dunkelwerden sind wir wieder im Camp und im letzten Licht richten wir unser Dachzelt auf. Bei einem schönen Lagerfeuer trinken wir noch gemütlich einen Absacker.

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Themenstarter375 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #10
12.11.2010

Beim Aufwachen geht der erste Blick zum Hippo. Alle 3 Minuten taucht er auf und schaut, ob wir noch da sind.

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Um 6:30 Uhr sind wir schon auf Frühpirsch. Und da der frühe Vogel den Wurm fängt, entdeckt Heinrich vor uns auf der Sandpiste als Erster unser großes Highlight: 6 Löwen – zwei Mamas, zwei Jungtiere und zwei Babies. Wow, ich weiß gar nicht, was ich zuerst machen soll. Also mach ich Fotos um nach X Bildern den Camcorder anzuschmeißen. Ich bin total aufgeregt, das habe ich mir seit unserem ersten Afrika-Urlaub in Kenia gewünscht. Wunderschön, wie die da ganz sorglos im Sand liegen und die Kleinsten gesäugt werden. Die Mamas sind total relaxed. Leider kommt dann irgendwann doch der erste Lodgewagen und der funkt natürlich alle Kumpels ran. Nicht nur den Löwen wird es zu bunt, auch wir machen uns davon. Ich konnte ja reichlich Material bunkern, digital sei Dank.

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Wir sehen noch ein Impalakitz mit Mutter, es ist noch feucht von der Geburt. Auch wieder mit dabei Elis und Büffel. Zurück im Camp gibt es ausgiebiges Frühstück und danach verbringen wir die Mittagshitze im Schatten. Ein Schreiseeadler, der immer wieder über den Fluss fliegt, und zwei Zebramangusten, die schnell im dichten Busch verschwinden, vertreiben die Müdigkeit. Plötzlich platscht es ganz wild hinter „unserem“ Busch. Ich laufe um das Dickicht um einen Blick auf das Wasser zu bekommen, kann aber nichts erkennen. Da ein Warnruf von Heinrich nicht zu weit zu gehen. Im selben Moment kommt aus dem Busch lautes Geraschel. Mein Instinkt (oder war es Heinrichs Warnung?) lässt mich die Beine in die Hand nehmen und zum Auto zurückrennen. Keine Sekunde zu früh, wie sich herausstellt, als ich mich umdrehe. Da wo eben noch ich neugierig um die Ecke sah, steht jetzt ein großer Elefantenbulle. Wo kommt der denn her? Ich hätte nie gedacht, das durch diesen dichten Busch ein so großes Tier kommt. Hm, falsch gedacht. Als mein Herz wieder normal schlägt, fange ich an Bilder zu machen. Aber der dicke Eli tut als ob nix gewesen wäre. Der schaut nicht mal zu mir rüber und zieht weiter zum nächsten Busch um dort zu fressen. Ganz schön frech. Ich rätsle heute noch, ob er sich bei der Wasserquerung vor dem Hippo erschreckt hat, oder ob ihn meine Neugierde gestört hat?!

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Auch wir bereiten unser Essen zu. Wir machen uns gerade über die Ravioli her, als es im Busch schon wieder raschelt. Wir verziehen uns sicherheitshalber ins Auto, aber dieser Elefant hat es sich anders überlegt und wir sehen ihn am anderen Ufer die Böschung wieder hochgehen. Als wieder Ruhe herrscht, klappen wir unser Zelt ein und fahren zur Nachmittagspirsch. Es laufen viele Elefanten herum und auch die üblichen Antilopen werden gesichtet. Aber für heute reicht es ja auch.

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Themenstarter375 Beiträge · seit 201013. Aug. 2011 · #11
13.11.2010

In der Nacht gab es ein kräftiges Gewitter und Sturmböen rüttelten an unserem Zelt. Morgens war das Zelt aber schon wieder trocken und konnte zusammengefaltet werden. Heute geht unsere Reise weiter über das Chobe Forrest Reserve zum Ihaha Campsite am Chobe. Die Strecke führt erst durch dichten Mopanebusch, dann durch nicht minder langweiligen Wald.

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Kein Tier ist zu sehen, die finden es hier sicher auch nicht so aufregend. Ab Kachikau wird von den Chinesen eine breite Asphaltstraße gebaut, das heißt für uns 40 Kilometer Baustellen-Schotterpiste.

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Wir halten ein paarmal an und fragen nach Toast und Fleisch, aber umsonst. Was essen denn hier die Arbeiter oder die Chinesen?
An einem Craft Center trinken wir eine Fanta, die angebotenen Korbwaren wurden leider zu teuer angeboten und handeln war nicht drin. Dann erreichen wir auch schon die Ngoma Bridge, wo wir an einer Kontrollstelle nach mitgebrachtem Obst oder Gemüse befragt werden. Wir haben aber nichts und unsere Zwiebeln dürfen wir behalten. Es gibt ein Obstfliegenproblem, daher die Nachfrage. Wir verlassen die Straße und checken uns erneut am Gate im Chobe Nationalpark ein. Noch 23 Kilometer bis zum Campingplatz Ihaha. Wir belegen den Platz Nr.7. Sehr schön gelegen nahe am Chobe River.

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Wir essen wieder zeitig um noch einen Game Drive machen zu können. Wir fahren kurz hinter dem Zeltplatz an den Fluss runter und beobachten eine große Herde Büffel, die zum Wasser zieht. Gleich dahinter ist eine Gruppe Elis schon am Wasser und macht Anstalten auf uns zuzulaufen. Wir bleiben stehen und schalten den Motor ab. Die Elefantenfamilie kommt tatsächlich auf uns zu und nach kurzem Zögern ziehen sie dicht an unserem Wagen vorbei, ein Auge stets auf uns gerichtet, schließlich sind Jungtiere in der Gruppe.

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Ein ganz kleiner amüsiert uns mit seinen Faxen. Wir können weiterfahren und ein Stück weiter liegt ein junger Löwe auf dem Weg. Schnell ein Foto gemacht.

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Eine schwarze Wolkenfront zieht auf uns zu und verheißt nichts Gutes. Wir schaffen es grade noch auf dem Platz unser Zelt aufzuklappen, da überschüttet uns der Himmel auch schon mit dicken Regentropfen. Wir verbringen zwei Stunden im Auto und nutzen dann eine kurze Regenpause um ims Zelt umzusteigen. Dann prasselt der Regen wieder los und wir schlafen irgendwann darüber ein.
zuletzt bearbeitet 13. Aug. 2011
1'003 Beiträge · seit 200814. Aug. 2011 · #12
Hallo BriZa,

ein sehr schöner Bericht, bin schon gespannt wie es weitergeht. Etwa noch mehr Löwen?
Lieben Gruß
Doro
Themenstarter375 Beiträge · seit 201014. Aug. 2011 · #13
Hallo Reisemaus,
ich freue mich, das Dir mein Bericht gefällt.
Jetzt geht es weiter:

14.11.2010

Es ist trocken, aber der Himmel hängt noch voller Wolken. Wir lassen uns Zeit und so ist es bereits 10 Uhr bis wir aufbrechen. Wir beobachten einen Waran der sich aus einer Erdhöhle eine dicke Kröte fischt und sie in einem Stück herunterwürgt. Heute laufen viele Warane und Schildkröten herum.
Durch die geöffneten Fenster weht uns ein fauliger Geruch in die Nase und in allen Bäumen sitzen Marabus und Geier.

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Irgendwo muss Aas liegen. Wir umkreisen das Areal und entdecken zwei tote, halb aufgefressene Büffelkälber.

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Aber für die Tat Verantwortliche sind nicht zu entdecken. Wir drehen und ein paar Meter weiter sehen wir sie: ein schönes Löwenpaar unter einem Busch. Das Männchen hat eine frische Schmarre unter einem Auge und das Weibchen hat auch eine Verletzung.

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Nach einer Weile stehen sie auf und verlassen den Ort in Richtung Wasser. Das war wieder ein tolles Erlebnis. Auf der Weiterfahrt sehen wir viele Warzenschweine mit Jungen.

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Am alten Campingplatz Serondela steigen wir aus und im Nu sind unsere Füsse von beißenden Ameisen bevölkert. Trampelnd und Ameisen wegwischend flüchten wir ins Auto. Puh, was war das denn für eine Attacke?
Wieder am Flussweg kommt ein Hippo geradewegs vom Wasser her auf uns zu, läuft an uns vorbei um im Dickicht zu verschwinden.

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100 Meter weiter liegen zwei junge Löwen schlafend unter einem Strauch. Es hat echt viele Löwen hier.

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Zufrieden kommen wir auf dem Campingplatz an. Das Auto stellen wir etwas weiter vom Baum weg. Die Paviane schlafen in ihm und nachts pinkeln sie herunter. Zum Glück hat unser Zelt noch nichts mitbekommen. Der Geruch ist schon aufregend.
Das Wetter ist wieder richtig schön geworden. Im Fluss schwimmen ein kleines Krokodil und ein Hippo. Ein Schreiseeadler trocknet seine Flügel nach gescheitertem Fischfang. Es ist wunderschön.

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zuletzt bearbeitet 14. Aug. 2011
Themenstarter375 Beiträge · seit 201014. Aug. 2011 · #14
15.11.2010

In der Nacht hat es wieder geregnet und trotz des Lagerfeuers sind die Paviane wieder in ihren Schlafbaum gestiegen.
Impalas grasen auf der Wiese unterhalb unseres Platzes. Auf der anderen (Namibia-)Seite des Flusses nähert sich eine große Büffelherde. Noch im Zelt liegend beobachten wir, wie sie den Chobe queren.
Im Stillen verabschieden wir uns von diesem Ort und nach dem Frühstück geht’s auf Richtung Namibia.

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Die Grenzformalitäten sind schnell erledigt und eine feuchte Decke über die wir laufen sollen, erspart Namibia alle botwanischen Seuchen. Auf guter Pad erreichen wir Katima Mulilo. Wir besorgen uns Geld am ATM und Lebensmittel für die nächsten zwei Tage. In der Caprivi River Lodge checken wir ein und bekommen das Kudu-Haus zugewiesen. Vor dem Essen inspizieren wir den Garten und den Pool.

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Dann inspiziert uns das hier lebende Warzenschwein „Wally“. Da es uns nicht mehr von der Seite weicht, treten wir die Flucht ins unsere Cabin an. Bei gegrilltem Springbokfilet und Weißwein beenden wir den Tag.


16.11.2010

Trotz Klimaanlage stechen uns die Mücken! Heute wollen wir Karminspinte sehen. Der Lodgebesitzer gibt uns einen guten Tipp und wir machen uns sofort auf die Suche nach dem Ort, wo die Spinte leben. Als wir die Nisthöhlen erreicht haben, stellen wir unsere Stühle auf, um in Ruhe das Treiben genießen zu können. Wir wähnen uns alleine, als plötzlich, wie aus dem Boden gestampft, ein junger Mann vor uns steht und freundlich Eintrittsgeld fordert. Wir geben ihm etwas und erhalten zu unserer Überraschung eine offizielle Quittung. Dann ist er fort und ward nicht mehr gesehen.
1 ½ Stunden sehen wir den Spinten zu. Immer wieder tragen sie Futter in ihre sandigen Nisthöhlen. Ein Milan schwebt über all dem und letztlich hat er sogar Erfolg beim Fangen eines Vogels.

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Zurück in Katima Mulilo erkunden wir die Stadt und besuchen den afrikanischen Markt. Wir besorgen uns Bananen und Mangos und besuchen dann den Craft Shop. Hier werden wirklich schöne Schnitz- und Korbwaren angeboten. Die Preise sind niedrig und so wandern einige Teile in unseren Einkaufskorb. Am Nachmittag werden wir zu einer Sundowner-Fahrt abgeholt. Zwei Stunden fahren wir auf dem Sambesi, sehen Eisvögel, Hippos, laufen über Sand, der unter unseren Schuhen lustig quietscht. Am angolanischen Ufer spielen Kinder und einige Jungs schlagen Saltos im Wasser.
Unser Abendessen kommt auch aus dem Sambesi, es gibt gegrillten Bream.

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17.11.2010

Wir packen wieder und fahren 110 km Asphalt bis Kongola und biegen hier nach Süden ab. Es sind noch 24 km bis zum Camp-Kwando. Das Zelt-Chalet Nr.8 liegt direkt am Kwando. Es hat eine kleine Veranda und ein open air Bad. Wir fühlen uns sofort wohl hier. Das Dinner nehmen wir im Restaurant auf einer Holzterrasse über dem Fluss ein.

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Die Köchin sagt höchstpersönlich das Menü an: Thunfischsalat, Kudusteak mit Gemüse und Kuchen mit Vanillesauce. Wir sind pappsatt und benötigen jetzt dringend einen Verdauungs-Absacker auf unserer Veranda. Die Frösche und Grillen geben uns ihr Konzert dazu.

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2'772 Beiträge · seit 200614. Aug. 2011 · #15
Hallo BriZa,

danke für den schönen Bericht und die ansprechenden Bilder. Da werden Erinnerungen wach...seufz...

LG
Pascalinah
Nimm dich vor Leuten in Acht, die damit angeben, wer sie sind. Ein Löwe wird dir nie sagen müssen, dass er ein Löwe ist. Fotobuch Caprivi/Botswana 2024: https://www.cewe-community.com/next/example/schwerpunkt-naturparadies-sambesi-region-und-botswana-69955 Fotobuch Kruger National Park 2025: https://www.cewe-community.com/next/example/kruger-national-park-november-2025-71278
3'700 Beiträge · seit 200914. Aug. 2011 · #16
Hallo BriZa,

vielen Dank für den interessanten bericht und die tollen Bilder. Vor allem die Kaminspinte sind wunderbar getroffen.

Wir haben uns im Juni auch mal auf der Caprivi River Lodge umgeschaut, um dort einmal ein paar Tage zu verbringen.
Am angolanischen Ufer spielen Kinder und einige Jungs schlagen Saltos im Wasser.
Ämh, nichts für Ungut: Auf der anderen Seite des Zambezi von Katima aus gesehen liegt Sambia. Die Grenz zu Angola ist erst ab Höhe Kongola am Kwando River.;)

Herzliche Grüße und Dank
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
Themenstarter375 Beiträge · seit 201014. Aug. 2011 · #17
Hallo Butterblume,

hmm, dieses sundownerbier hatte es wohl in sich und meine Notizen gefälscht 😗
Wie gut, dass immer eine/r so gut aufpasst.
Morgen gehts weiter, definitiv in Namibia (mit Blick auf Angola 😛 )

Liebe Grüße,
BriZA
Themenstarter375 Beiträge · seit 201015. Aug. 2011 · #18
18.11.2010

Es ist bereits hell, als wir kurz vor 7 Uhr aufwachen. Unser Frühstück nehmen wir im Restaurant ein. Dann tauschen wir die Hütte gegen den Campingplatz. Dieser hat sogar eine private Toilette und Dusche. Jetzt statten wir dem Mudumo Nationalpark einen Besuch ab. Im Rangerbüro melden wir uns an und bezahlen die Eintrittsgebühr. Über abenteuerliche Wege ohne Hinweisschilder befahren wir den Park. Wir haben zwar eine Karte erhalten, trotzdem versuchen wir nicht zu viel kreuz und quer zu fahren. Abgesehen davon enden die Wege manchmal im Nichts. Außer einem Elefanten am Ende einer Lichtung gibt nicht wirklich viel zu sehen. Wir fahren noch ein Stück und kehren dann um. Da entdecken wir den Eli wieder. Er steht jetzt direkt an unserem Weg, versteckt hinter einem Baum. 😈
Es macht ganz den Anschein als würde er nur auf eine Gelegenheit warten, uns zu erschrecken. Da eine Umfahrung nicht möglich ist und wir kein Risiko eingehen möchten, bleiben wir stehen und warten ab. Nach einer gefühlten Ewigkeit, es waren vielleicht 20 Minuten, gibt er auf und trottet gelangweilt davon.

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In einem See finden wir drei Hippos die uns neugierig beobachten.

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Wir wechseln auf die andere Seite der Hauptstrasse, aber außer einigen trostlosen Wasserstellen gibt es hier nichts zu sehen. Zurück im Camp kühlen wir uns im Pool ab, gehen noch einen Kaffee trinken und machen es uns dann vorm Lagerfeuer gemütlich.

19.11.2010

In der Nacht regnet es immer mal. Ein dringendes Bedürfnis treibt mich auf die Toilette. Der fast Vollmond taucht alles in ein wages Licht und irgendwo schnauben Hippos. Komisch, wir haben hier in der Nähe gar keine gesehen. Es ist unheimlich. Heinrich ruft mir plötzlich aus dem Zelt zu: Vorsicht, Hippo! Kann doch gar nicht sein, denke ich sehe mich kurz um und flitze zurück zum Zelt. Ein Hippo, das auf der Wiese vor den Zeltplätzen stand hat allerdings bei vernehmen der Stimme meines Mannes das Weite gesucht. Schade, ich hätte es gerne gesehen. Trotzdem bin ich froh wieder heil im Zelt zu sein und schlummere wieder ein.
Heute werden wir den Bwabwata Game Park durchfahren, vorher müssen wir uns jedoch an der Veterinär-Kontrolle von den Kudusteaks, unserem heutigen Abendessen trennen. Man bietet uns noch an, sie direkt vor Ort zu Grillen, aber da haben wir nicht wirklich Lust drauf. Dann wird man sie eben (wie auch immer) entsorgen. Wir biegen links ab in den Horseshoe Trail und haben ein paar schöne Ausblicke auf eine Ebene. Leider sind die 50-60 Elefanten, die gestern noch hier waren, wie man uns berichtete, heute nicht mehr in der Gegend. 200 km geht es auf schnurgerader Strasse durch den Park. Es muss hier Dörfer im Busch jenseits der Strasse geben, denn immer wieder sehen wir Menschen am Straßenrand. Dann gibt es da noch alle paar Kilometer riesige Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 kmh – wegen der Elefanten. Erst 25 km vor Divundu sehen wir dann kurz nacheinander drei Stück von denen.

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Dann haben wir es geschafft, wir sind durch. War schon ein recht eintöniges Stück. Vielleicht ist es zu anderer Jahreszeit ja anders?
Wir shoppen in einem Craft Center an der Strasse und machen dann an den Popa Fällen halt. So recht erschließen sie sich uns aber nicht. Im Restaurant essen wir noch leckeren Fisch und dann geht’s auf zur Ndhovu Lodge. Zuvor nehmen wir noch die Mahangu Lodge in Augenschein, die man uns unterwegs so empfohlen hatte. Sie ist voll belegt und fest in deutscher Hand, mutet fast wie ein Campingplatz an einem Rheinarm an. Wir flüchten uns auf die nebenan liegende Ndhovu Lodge und genießen die Ruhe, die uns dort empfängt. Hier gibt es eine nette Lapa und eine große Veranda über dem Okavango.

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Dahinter reihen sich einige Hauszelte auf Holzplattformen. Ganz am Ende ist dann unsere private Campsite mit Küchenstelle und Sanitären Anlagen. Der Platz liegt etwa 2 m erhöht über dem schnell fließenden Okavango.

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Wir waschen das Auto und essen gegrillte Hähnchenkeulen.
Laut schnaubend lassen sich einige Hippos in der Flussmitte vorbei treiben. Hübsche Vögel ziehen unsere Kameralinse auf sich, bevor es dunkel wird.

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Themenstarter375 Beiträge · seit 201015. Aug. 2011 · #19
20.11.2010

Wir lassen uns Zeit und sind trotzdem kurz vor 9 Uhr schon auf der Pad. Da der nahe liegende Mahangu Park wegen dem Bau einer neuen Strasse zur Zeit nicht befahrbar ist, entschließen wir uns, auf die zweite gebuchte Nacht zu verzichten um eher in der Etosha zu sein. Allerdings wollen wir vorher noch eine Nacht in Rundu bleiben, die Strecke wäre sonst zu weit. Wir haben noch nichts festgemacht für heute Nacht und müssen erst noch eine Unterkunft oder Campsite suchen. Vorher gehen wir noch in einem der großen Lebensmittelmärkte einkaufen. Die Hakusembe Lodge liegt weit außerhalb von Rundu und ist leider ausgebucht. Man bietet uns freundlich das Rasenstück am Eingang an, aber das möchten wir dann nicht wirklich. Auf dem benachbarten Samsitu Campingplatz werden wir auch sehr freundlich empfangen, der Platz liegt auch sehr schön am Fluss, aber am Abend soll eine große Fete steigen und es wird sehr laut werden. Hm, auch nicht unser Ding. Also zurück nach Rundu. Einen Platz finden wir auf der Kaisosi River Lodge. Privater Platz mit eigener Sani-Anlage, leider kein direkter Blick auf den Okavango.

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Nachdem wir im Pool waren bereiten wir unser Abendessen. Unter anderem gibt es Butternuss, habe ich vorher noch nie gemacht, war aber echt lecker. Wir haben in Rundu eine Flasche Pernod erstanden und freuen uns nun auf einen magenfreundlichen Aperitif. Aber er schmeckt scheußlich! Entweder hat der zu lange irgendwo in der Sonne gestanden, oder im Regal des Bottle Stores. Er ist definitiv gekippt und schweren Herzens wird er entsorgt. Enttäuscht halten wir uns am Brandy-Cola schadlos, bis wir müde ins Zelt fallen.

21.11.2010

Von Rundu geht es heute zur Etosha. Die Strasse ist nicht sehr abwechslungsreich. Da wir uns von der Schotterpiste mehr Tiersichtungen versprechen als von der Asphaltstrasse, biegen wir in die C3016 ab. Tatsächlich sehen wir Giraffen. Eine befindet sich vor dem Zaun zur Pad und gerät etwas in Panik als wir für ein Foto anhalten. Wir sehen zu, dass wir weiterkommen.

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In Tsintsabis wird an der Strasse gearbeitet und wir folgen für 30 km einer Baustelle. Ich wundere mich so still vor mich hin, eigentlich hätte schon längst mal ein Abzweig kommen müssen. Ein verschlossenes Tor verhindert unsere Weiterfahrt. Ein herbeieilender Arbeiter fragt uns wo wir denn hinwollten. Wir sagen es ihm und man gibt uns zu verstehen, dass wir auf dem Weg Richtung Norden sind. Wer weiß, wo wir gelandet wären, vor allem, da unser Tank schon ziemlich leer ist. Okay, dann eben wieder zurück, die Schlaglöcher und Pfützen kennen wir ja schon. Die Strecke scheint zurück kürzer zu sein und bald befinden wir uns wieder auf dem richtigen Weg. Obwohl wir spät dran sind, statten wir dem alten Baobab, der in der Karte eingezeichnet ist, noch einen Besuch ab. Der kurze Spaziergang lohnt sich, der Baum ist wirklich sehr eindrucksvoll.

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Nach insgesamt 400 km erreichen wir die Gästefarm Sachsenheim. Der Campingplatz sieht eher wie ein großer Parkplatz aus. Außer uns ist nur noch ein Paar mit einem Wohnmobil da. Eine dunkle Wetterfront veranlasst uns dazu, zeitig zu essen. Irgendwie zieht das Unwetter aber um uns herum und wir können noch ein wenig draußen sitzen bleiben.

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22.11.2010

Heute Morgen sind wir schnell fertig und bald schon checken wir in Namutoni ein. Wir belegen kurz unsere Campsite und besorgen in dem schlecht ausgestatteten Laden Koteletts für den Abend. Ein erster Game Drive führt uns um die Fischer´s Pan.

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Da es etwas Wasser in der Pfanne hat, sehen wir zum ersten Mal Flamingos in der Etosha. (Es ist das dritte Mal, das wir hier sind.) Den Mittag verbringen wir am Pool.

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Der Nachmittagsdrive ist nicht sehr ergiebig, aber als wir abschließend zu einem Wasserloch fahren, kommen wir zeitgleich mit vier Löwen an.

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Die bleiben in einiger Entfernung liegen und scheinen mit Abendessen noch nix im Sinn zu haben. Also kehren wir zurück ins Camp und grillen unsere Koteletts.
zuletzt bearbeitet 15. Aug. 2011
Themenstarter375 Beiträge · seit 201016. Aug. 2011 · #20
Liebe Fomis,
heute stelle ich den letzten Reiseabschnitt ein.
Viel Spass beim Lesen.

23.11.2010

Ich werde wach, als es hell wird. Alles ist noch still auf dem Platz, nur ein Schakal schleicht durchs Lager. Für uns geht es heute nach Halali. An einem kleinen Wasserloch steht nur ein Auto. Das Pärchen darin zeigt auf etwas am Wasser. Wir können zuerst nicht ausmachen was sie meinen. Dann löst sich aus der Umgebung ein Leopard. Er kommt zum Trinken. Hektik macht sich bei mir breit, schnell ein paar Fotos schießen, sonst ist er gleich wieder fort. Vor Aufregung kann ich die Kamera gar nicht ruhig halten. Er hat seinen Durst gelöscht, läuft nun in unsere Richtung und verschwindet hinter einem kleinen Vorsprung. Ich denke noch – das war´s. Aber er springt über den Vorsprung und jetzt kommt’s: er legt sich direkt unter einen Busch fünf Meter vor unserem Wagen. Wow, ist das ein schöner Kater. Ich fotografiere und filme was das Zeug hält.

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Wir verbringen etwa eine Stunde bei dem Leopard und machen dann Platz für die, die mittlerweile auch die Wasserstelle erreicht haben.
Die Mittagshitze lässt sich am und vor allem im Pool von Halali bestens ertragen.
Der Nachmittagsdrive hat keine großen Überraschungen mehr zu bieten.

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Der Himmel wird auch wieder dunkel und am Horizont regnet es. Zurück im Camp verfärbt der Sonnenuntergang die dunklen Wolken zu „höllischem“ rot.

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Nach einem flüchtigen Abendessen gehe ich zum Wasserloch. Ein Dutzend Elefanten hat seinen Durst bereits gelöscht und sie wandern in die Büsche ab. Es fängt leise an zu regnen und ich gehe. Es waren aber nur die paar Tropfen. Nach einem kalten Bier gehen wir noch einmal zum Wasserloch. Diesmal geben sich zwei Elefanten und zwei Spitzmaulnashörner die Ehre.