Reisebericht

A coldfront is coming... Namibia im Winter 2011

von Beate2 · begonnen 16. Juli 2011 · 55 Teile

Teil 4119. Okt. 2011
29. Juni 2011 Fortsetzung

Am Dead Vlei ist es jetzt richtig voll. Der Kamm der Düne ist voller Menschen, und auf dem Weg ins Vlei ziehen die Karawanen. Schnell stellen wir fest: Es sind ganz viele südafrikanische Familien hier und die gehören in der Regel auch nicht zu den leisen Vertretern. Wieder sind wir erstaunt und entsetzt, wie schwierig es für viele Menschen scheinbar ist Stille zu ertragen.

Also schlagen wir schnell einen Bogen und versuchen Abstand zu gewinnen. Das ist nicht einfach, denn die Luft trägt den Schall hier sehr weit.

Aber Licht, Formen und Farben entschädigen uns wieder. Wir können uns kaum satt sehen an Dünen, Gräsern, dem trockenen Vlei und den skurrilen Bäumen.

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Nachdem der shuttle hierher noch sehr kalt war, wird mir nun endlich warm und ich fange an, mich Stück für Stück von Stirnband, Halstuch, 2 Fleecejacken und Wollpullover zu trennen.

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Auf dem Rückweg durch den Sand wird uns sehr warm. Es ist beschwerlich und ich bin fix und fertig, als wir wieder am Parkplatz ankommen. Hier müssen wir nun eine Zeit lang auf einen freien shuttle warten. Bis wir die rettende Idee haben und erst noch einmal Richtung Sossusvlei fahren. Denn in der Richtung gibt es jede Menge freier Plätze.

Gestern Nachmittag fanden wir es sehr schön hier. Heute Vormittag finden wir es grenzwertig. Und in der Hochsaison wäre es hier wohl Nichts für uns. Leider dauert der Weg ins Vlei ja eine ganze Zeit, so dass man für mehrere Fahrten sehr viel Zeit einplanen müsste.

Gegen 11.30 sind wir wieder bei unserem Auto und machen uns über unser Frühstück her. Das ist ein bisschen mager: 1 Miniaturbrötchen, 1 Ei, 1 Apfel, 1 Müsliriegel, 1 kleiner Saft, 1 kleiner Joghurt. Da hätten sie sich bei der Preisklasse der Lodge etwas mehr Mühe geben dürfen. 🙁 Zum Glück haben wir genügend Getränke und noch Kekse dabei.
Ich bin groggy und habe Kopfschmerzen. Kurz vor 12.00 fahren wir bei 18° zurück zur Lodge. In der Ebene haben wir nur noch 14°. Leider kann ich unterwegs die Augen nicht offen halten und schlafe immer wieder ein. Schade, denn ich hätte so gerne die Landschaft noch einmal genossen.

Auf einem geraden Stück der Straße stehen dann an der rechten Seite einige Autos komisch in der Gegend rum - speed control! Vor uns werden 2 Wagen einer Lodge angehalten, die sind zu schnell gefahren. Wir dürfen passieren.

Um 12.50 kommen wir wieder in der Sossus Dune Lodge an und gehen gleich zum Lunch. Es gibt Sandwich mit Chips und Salat und als Nachtisch Orangenkuchen. Das tut gut!

Danach geht es sofort ins Bett und bis 15.15 schlafen wir tief und fest. Beim Aufstehen ist mir ganz komisch - Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel... Was kommt jetzt schon wieder? Ich befürchte, dass ich mich bei den Temperaturunterschieden wieder erkältet habe und greife tief in die Reiseapotheke. Die Dusche weckt dann einige Lebensgeister. Kaffee und Kekse steuern ihren Teil bei.

Dann machen wir uns auf den Weg zum Sesriem Canon. Den hatte ich mir etwas imposanter vorgestellt. Da ich mich heute nicht trittsicher fühle bleibe ich lieber oben, obwohl der Weg hinunter nicht schwierig aussieht. Mein Schatz geht also allein hinunter und ab und zu können wir uns zu winken. Ich laufe oben herum und bin zufrieden, als es mir langsam besser geht. Durch den tiefen Stand der Sonne ist es mit Fotos leider schwierig.

Lange sehe ich einer Sattelschrecke zu, die mit dem Bauch nach oben an einem Busch hängt. Mal eine andere Perspektive!

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Im Abendlicht sieht Alles wieder so weich aus, auf der anderen Seite des Canons grasen Springböcke, Raubvögel ziehen ihre Kreise.

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Mit dem Sonnenuntergang fahren wir zurück und werfen beide erst mal ein Kopfschmerzmittel ein.
Zum Dinner gibt es heute Samoosas, die sind OK. Die Erbsensuppe ist leider nur grünes Wasser - mph. 🙁 Mein Gamesteak ist gut, Schatzi hat mal wieder das Teil voller Sehnen erwischt. 🙁 Das Ganze kommt wieder lauwarm auf den Tisch. Als Dessert gibt es einen undefinierbaren Kuchen - na ja. Zum Kaffee gibt es heute auch nur kalte Milch - in kalten Tassen. Dies Essen fällt leider auch durch. 😠

Immerhin gibt es heute Wärmflaschen vom Haus. Wir nehmen 2 mit, zusammen mit unseren beiden sollen die Betten wohl warm werden...
Teil 4202. Nov. 2011
30. Juni 2011

Die Nacht war besser als die vorherige, es war windstill. Ganz in der Nähe haben die Schakale ausdauernd um die Wette geheult.
Um 6.30 stehen wir auf und nehmen eine gute, heiße Dusche. Die Farben des Sonnenaufgangs sind wieder sehr schön, in der Ferne steigt ein Heißluftballon auf. Um 7.40 sind wir beim Frühstück. Im Restaurant stehen wieder alle Türen offen. Brrrr! Einer der Angestellten erzählt, dass das Thermometer vorhin 1° gezeigt habe. 🤨
Die Auswahl am Buffet ist mittelmäßig, da bot das viel gescholtene Okaukuejo deutlich mehr! Dekoration und Aufbau des Buffets passend zum Restaurant - lieblos. Schade, das Restaurant ist einer Lodge dieser Preisklasse nicht angemessen. 🙁
Heute stellen wir einen neuen Geschwindigkeitsrekord auf: Frühstücken, auschecken, bezahlen, mit dem shuttle zum Parkplatz, Gepäck einladen und abfahren - alles in 20 Minuten! 🤩

Unser Fazit zur Sossus Dune Lodge: Die Lage der Lodge ist toll, und früher bzw. länger im Park sein zu können ist ein Vorteil. Man wollte offensichtlich etwas Besonderes bauen - das ist ansatzweise auch geglückt. Leider liegt der Wohlfühlfaktor noch in weiter Ferne... Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt hier für uns überhaupt nicht. 🙁 Ab November 2011 wird der Preis ja um 700 NAM$ pp reduziert und das Mittagessen ist nicht mehr enthalten. Dennoch würden wir wohl nicht noch einmal hier übernachten wollen.

Um 8.00 fahren wir bei 8° los. Schon bevor wir die C27 erreichen, sehen wir die dortige traffic control vor der Tankstelle. Die Dame, die uns kontrolliert, ist ausgesprochen unlustig. Ihr Kaugummi erfordert ihre ganze Aufmerksamkeit. 😵 Auto, Führerschein und Fahrer werden sehr argwöhnisch gemustert. Ist das auch der Typ auf dem Foto? 😕 Das ganze noch mal von vorne. Die Frau ist so abweisend, dass uns nicht mal etwas für einen small talk einfällt... Ich mache dann den Fehler, sie zu fragen „Is this the road to Aus?“ „Don‘t you have a map?!?!“ Aaaaaah, sorry!!! 😣 „You can drive.“ Na, das lassen wir uns nicht zwei mal sagen. 🤩

Die Jungs an der Tankstelle sind auch noch nicht richtig wach. Die Scheiben werden nicht gewaschen. Also gibt es auch kein Trinkgeld. Ein anderer fragt dann doch noch nach dem Reifendruck. Ja, bitte checken. Ich frage noch mal nach der Straße - ja, das ist die C27. Wir sollen langsam und vorsichtig fahren, da die pad in einem sehr schlechten Zustand mit vielen losen Steinen sei. Freude kommt auf!!! 😕

Auf der C27 erwartet uns dann das pure Grauen: 🤢 Tiefgravel auf Wellstein. Der schiere Wahnsinn! 🤢 Zwischen den Reifenspuren sind die losen Steine teilweise so hoch geschoben, dass normale PKW‘s Gefahr laufen aufzusetzen. Aus dem Boden gucken ganz viele mittlere, große und sehr große Steine heraus, die zur Hälfte noch im Boden stecken. Reifenfresser! 😈
Gas zu geben und darüber hinweg zu fliegen trauen wir uns nicht. Auf dem losen Untergrund bekommen wir nie wieder eine gescheite Bodenhaftung. Und wir wollen den Urlaub dann doch nicht im Farmzaun beenden. 😗 Also schleichen wir dahin und fluchen. 😈 Eine entspannte Kieferhaltung führt heute unweigerlich zu heftigem Zähne klappern...
Wir sind satt und bekommen von der schönen Landschaft kaum etwas mit.

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Es duftet nach Rapshonig und im Namib Rand NR sehen wir viele Springböcke, Zebras, Hartebeest, Schakale und Raubvögel.

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Für die ersten 110km brauchen wir 2,5 Std. 🤢 Der Abschnitt zwischen Betta und Spes-Betta ist etwas besser. Die D707 ist wieder übles Wellblech bis zum Abzweig Kanaan. 🤢

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Um 13.50 erreichen wir endlich das Farmgate zu unserer heutigen Unterkunft „Koiimasis“. Für die knapp 25 km bis zum „Fest Inn Fels“ brauchen wir noch einmal 40 Minuten. Die Zufahrt zur Farm ist wunderschön, auch hier steht das Gras sehr hoch. Der Wind weht kräftig und durch das sich bewegende Gras sieht es aus, als ob Nebelschwaden zwischen den Bergen hängen. Es verleiht der Landschaft etwas Märchenhaftes.

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Wir wollen im Moment aber in erster Linie ankommen und verschieben Fotostops auf die Rückfahrt.
Teil 4302. Nov. 2011
30. Juni 2011 Fortsetzung

Nach gut 5,5 Stunden Fahrzeit für 246km erreichen wir um 14.40 bei 22° die Farm. Hier gefällt es uns auf Anhieb. 🙂

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Die Häuser sind zwischen die Granithügel gebaut und ziehen sich den Berg entlang. Johanna begrüßt uns herzlich, sie muss jedoch unsere Buchung heraus suchen. Wir haben das Gefühl, dass man uns nicht erwartet... Während Johanna unser Zimmer checkt sehen wir uns ein wenig um. Und es gefällt uns ausnehmend gut hier! 😁 Alles wurde mit viel Liebe zum Detail entworfen: Lichteinfall, Ablagen, Regale, Kleinigkeiten. An der Tür zum Restaurant wurde die Schwelle passend zum Versatz in der Tür gearbeitet, so dass die Tür wirklich schliesst und es nicht die üblichen dicken Spalten gibt. Hut ab! 🙂

Unser Zimmer Nr. 2 ist sehr groß, hell und gut ausgestattet. Schade, das wir nur 1 Nacht bleiben! Ich hatte es ja nach dem Lob hier im Forum fast befürchtet...

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Wir packen schnell aus und gehen dann hoch zum Restaurant.

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Ich hatte Johanna um Kaffee und Kekse gebeten. Wir hoffen, die Lebensgeister damit für heute noch einmal beleben zu können. Das wird ein voller Erfolg: Auf uns wartet eine große Kanne guter Kaffee und frische Pfannkuchen mit Erdbeer- und Vanillesauce! Oh, wie lecker!!! 😁 Danach geht es uns deutlich besser und wir gehen mit Kameras und Tagebüchern hoch zum pool und genießen die Aussicht.

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Es ist eine sehr friedliche Stimmung hier. Bis auf dem Campingplatz einige lärmende Familien ankommen, die quer durch das ganze Tal schreien: „Dad give me... Mike, don‘t do that...“

Der Sonnenuntergang bietet wieder ein Schauspiel an Farbenpracht

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Es wird schnell kalt hier und ich ziehe mir gleich das ganze Equipment an. Lecker warm ist es jetzt!
Beim Dinner sind wir mit einem weiteren Paar die einzigen Gäste. Es gibt Tomatensalat auf Toast mit hausgemachtem Biltong, Oryx-Geschnetzeltes mit gemischtem Gemüse und Reis und „Butterfly Fruits“. Gute Portionen aus frischen Zutaten, die lecker schmecken. Hier gibt es Nichts zu meckern, wir sind zufrieden! 😁 Und Johanna und ihren Kolleginnen macht es ganz offensichtlich Spass, uns zu verwöhnen. Sie strahlen um die Wette. 🙂

Auf dem Rückweg bewundern wir noch den tollen Sternenhimmel. Es herrscht absolute Stille draußen.
Nach dem harten Tag fallen wir wieder früh in die Betten. Die sind lang und gut.


01.Juli 2011

Um 6.45 wachen wir nach einer sehr guten und ruhigen Nacht auf. Die Sonne kommt gerade über die Berge und taucht unser Zimmer in ein warmes Licht. Die Dusche ist gut und heiss.
Auf dem Weg zum Frühstück machen wir noch einmal Fotos im Morgenlicht

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Für uns ist ein ganz liebevoller Frühstückstisch gedeckt. Außer Müsli und Obst ist alles vorhanden und schmeckt wieder sehr gut. Und Johanna strahlt... 🙂

Nach einiger Zeit kommt Roland, der Betreiber der Lodge, zu uns und wir unterhalten uns angeregt. Er entschuldigt sich, dass er gestern Abend nicht hier sein konnte. Sie wären doch überrascht gewesen, als wir gestern vor der Tür standen... Aber da Platz war und die Küche auch bestückt war, hat ja Alles geklappt. Kein Problem!

Das „Fest Inn Fels“ gehört für uns zu den schönsten Unterkünften auf unserer Reise. 🙂 Wir bedauern es wirklich, dass wir hier nur 1 Nacht gebucht haben. Dies wäre genau das richtige Fleckchen um einen ruhigen Tag einzuschieben. Nächstes Mal... 😗

Beim Begleichen der Rechnung gibt es dann doch noch einen Wermutstropfen: Außer eine Kanne kalten Rooibos-Tee gibt es keine Getränke mit im Übernachtungspreis. Unser Kaffee gestern Nachmittag war ja sehr gut - aber extra zu zahlen. Und Kaffee & Pfannkuchen schlagen dann mit 45 NAM$ pp zu Buche. Es wäre einfach schön gewesen, das vorher zu wissen.

Um 9.20 kommen wir endlich los und holen die Fotostopps nach.

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Teil 4406. Nov. 2011
01. Juli 2011 Fortsetzung, 1. Teil

Der heutige Teil der D707 ist relativ gut zu fahren, auf jeden Fall besser als gestern. Die Farben der Landschaft gefallen uns wieder ausnehmend gut, leider ist es für gute Fotos zu diesig. Viele kleine Raubvögel sitzen auf den Masten: Falken, Goshawk, ein Jakkal Bussard fliegt über uns hinweg. Und dann sehe wir zwei riesige Vögel hoch über uns kreisen. Geier? Wir halten an und verrenken uns die Hälse. Man fliegen die hoch! Es ist gar nicht einfach, sie mit dem Fernglas oder der Kamera einzufangen. Schließlich gelingt uns eine verwackelte Videoaufnahme und mit Hilfe unseres Vogelbuches wissen wir dann definitiv, dass es sich um zwei Secretary Birds handelt.

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Wir können ihre Flughöhe nicht schätzen, aber sie sind sehr hoch und immer noch riesig. Am Boden haben wir sie ja schon oft gesehen, aber noch nie im Flug. Wir sind begeistert! 😁

Die C13 ist anfangs auch recht gut zu fahren, sie wird dann aber ruppiger. Alles in Allem aber kein Vergleich zu gestern. Zum Glück! 🙂

Um 12.30 erreichen wir die Tankstelle in Aus. Dort herrscht Hochbetrieb und wir warten eine gefühlte Ewigkeit, bis wir an der Reihe sind. Die Touri-Info ist wegen Mittagspause geschlossen, also fahren wir weiter nach „Klein Aus Vista“, unserer Unterkunft für die nächsten beiden Nächte. Um 13.00 kommen wir dort nach 158km und bei angenehmen 21° an.

Wir werden sehr freundlich begrüßt und das Einchecken geht zügig. Es ist kein Problem, dass ich vor einigen Tagen per email den Sundowner Drive abgesagt habe. Die fröhliche Mitarbeiterin versteht, dass es uns zu kalt ist. Auf die Frage „is there anything you don‘t eat?“ erwähne ich wieder die Geschmacksverstärker. Sie kennt sich damit nicht aus, will meinen Wunsch aber an die Küche weiter geben.

Unser Chalet Nr. 8 liegt im hinteren Teil der Anlage und wir richten uns ein. Das Zimmer ist schlicht aber ok, groß und „solide“ gebaut.

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Die Doppel-Chalets liegen an einem leichten Hang mit gerade genug Abstand zueinander. Die Anlage macht einen netten Eindruck, um die Häuser herum blühen viele Blumen. Und das Rot des Sandes wird sehr schön in der Farbe der Häuser reflektiert.

Als erstes gönnen wir uns eine Hot Chocolate mit Keksen auf unserer Terrasse und genießen die Aussicht und die Wärme. Danach folgt die geliebte Siesta. Leider wird diese frühzeitig von lärmenden Neuankömmlingen beendet. So können wir aber um 15.00 zu den Wildpferden fahren und haben ungeahntes Glück: Schon von der Straße aus sehen wir etliche Pferde. Sie stehen direkt neben dem Weg, dann auf dem Weg. Sie fressen entspannt und beäugen uns ganz gelassen. Wow! 😁

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Es gibt eine kleine Kabbelei

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Als wir weiter zum hide fahren, sehen wir hinten in der Ebene eine riesige Gruppe Pferde, die gerade auf dem Weg zu den Wasserlöchern sind.

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Teil 4506. Nov. 2011
01. Juli 2011 Fortsetzung, 2. Teil

Vom hide aus haben wir eine hervorragende Sicht in die Ebene und die Pferde lassen sich durch uns überhaupt nicht stören. Außer uns ist nur 1 Familie im hide. Die drei kleinen Jungs bestaunen ehrfürchtig die so viel größeren Pferde. Die Insassen eines weiteren Wagens fahren wieder weg, ohne auszusteigen. Auch gut... Die Pferde sind heute eindeutig in der Überzahl. Sie stehen direkt an der Mauer, gucken uns mit großen Augen an und es stellt sich die Frage: Wer beobachtet wen? 😐

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Oder sie zeigen uns die Kehrseite.

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In den Trögen, die neben dem hide aufgestellt werden, sind offensichtlich noch Reste eines Leckerchens. Denn überall wird heftig darin geleckt. Es ist ein Kommen und Gehen am hide. Mütter mit ihren Fohlen sind da.

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Die Herren tragen Schaukämpfe aus.

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Alles in Allem ist es eine wunderschöne Atmosphäre, ruhig und friedlich. Und es sind so schöne Tiere! Ich versuche die Pferde zu zählen und schätze, dass es ca. 150 Tiere heute sind. Über eine Stunde genießen wir dieses Schauspiel und sind danach völlig entspannt. Was für ein Genuss! 😁 Erst als die Tiere wieder weiter ziehen machen wir uns auch auf den Rückweg nach Klein Aus Vista.

Unterwegs färbt sich schon Alles im Abendlicht. Das Rot wird noch viel intensiver. Wir erreichen unsere Terrasse rechtzeitig zum Sonnenuntergang.

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Im Zimmer ist es kalt. Und hellhörig - wir haben Nachbarn. Schnell duschen, solange es noch heißes Wasser gibt und hinein in die warmen Klamotten. Aus soll ja der Kältepol Namibias sein - na, abwarten und Tee trinken... 😗

Im Restaurant ist es mollig warm, große Gazheizer glühen. Können wir nicht hier übernachten, wir sind auch rechtzeitig vor dem Frühstück wieder weg?! Die Lodge scheint heute recht gut besucht zu sein: 3 mittlere Reisegruppen und einige Einzelreisende füllen das Restaurant. Die Lautstärke ist absolut OK, die Gruppen halten sich sehr zurück.
Das Essen ist als Buffet aufgebaut: Linsensuppe, 3 Salate in ungewöhnlichen Zusammenstellungen, gebratene Hähnchenteile, Oryx Stir Fry, 5 Sorten frisches Gemüse, Malay Rice, Käsesauce. Und als Dessert pochierte Birnen in Rotwein. Wir sind schon mal sehr angetan von der Auswahl. 🙂 Und die Teller sind so heiss, dass wir aufpassen müssen uns daran nicht die Finger zu verbrennen.
Aus der Küche kommt dann der Hinweis für mich, dass ich bitte den Reis, die Sauce und das Stir Fry nicht essen solle! Ich würde von diesen Gerichten eine extra Portion bekommen. Da bin aber platt!!! 😁 Hier kennt man offensichtlich Geschmacksverstärker! Die Küche und der Service bekommen von uns ein ganz dickes Lob - sie sind an Aufmerksamkeit und Freundlichkeit ein echtes Highlight. 😘 Es ist ein klasse Team, in dem die Arbeitsteilung sehr gut klappt.
Und das Essen schmeckt sehr gut!!! Schön finde ich auch, dass es überhaupt kein Problem ist meine halbe Flasche Weißwein für morgen Abend hier in den Kühlschrank zu stellen. Bei der Größe der Lodge hatte ich dies nicht erwartet. Dieser Abend ist ein voller Erfolg. Davon hätten wir gerne mehr gehabt.

In unserem Zimmer erwartet uns dann der Kältepol. 😵 Schnell die Wärmflaschen fertig machen und hinein in die kalten Betten. Die sind außerdem im wahrsten Sinne des Wortes bretthart, denn die Matratzen liegen auf Spanplatten. Gute Nacht! 😉
Teil 4608. Nov. 2011
02. Juli 2011

Um 6.40 stehen wir auf, nachdem wir schon vorher oft wach waren. Im Zimmer ist es kalt, die Nacht war „na ja“ und eine Katzenwäsche muss wieder reichen, da das Wasser nur noch lauwarm ist.
Im Restaurant sorgen die Gasheizer für eine angenehme Wärme und die Auswahl am Buffet ist sehr gut und reichlich. Wir lassen es uns schmecken und machen uns um 8.00 auf den Weg nach Kolmanskop.

Die Sonne lacht von einem makellos blauen Himmel, es ist ein schönes sanftes Licht und das Thermometer zeigt 5°. Nichts Neues...
Auf den Masten am Straßenrand sitzen viele Greater Kestrel und Rock Kestrel in der Sonne. Westlich von Aus wird das Gras schon spärlicher. Westlich des Wildpferdegebietes gibt es kaum noch Gras. Dafür blühen hier Teppiche winziger gelber und lila Blumen. Es bläst ein heftiger Südwestwind und wir fahren zügig weiter. Etliche Kilometer vor Kolmanskop wird die Landschaft dann ziemlich trostlos. Für keine Diamanten der Welt möchte ich hier leben! 😵

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Wir kommen rechtzeitig für eine der geführten Touren an. Dank der Busgruppen findet die in Deutsch statt. Das ist ok, die Teilnehmer unserer Tour sind gut drauf und interessiert. Und im Vergleich zur englischen Gruppe sind wir ein Grüppchen.

Wir sehen alle aus, als ob wir zum Südpol wollen - dick vermummt mit Mützen, Schals und Handschuhen. Bei 12°, eisigem Wind und Sandsturm geht es dann los. Gisela, unsere Führerin, erklärt sehr interessant und anschaulich die Geschichte und Entwicklung der Stadt. Nach der Führung können wir überall noch einmal allein herumlaufen und Fotos machen. Da sind die Busse alle schon wieder weg und wir haben freie Bahn... 🙂

Es ist schon beeindruckend, was man hier damals alles in die Wüste gebaut hat. Den Häusern können wir trotz ihres reichlich verfallenen Zustandes ansehen, dass sie früher schmucke Heime für Arzt, Lehrer, Minenverwalter und Ladenbesitzer waren.

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Bis 12.30 stapfen wir durch den Sand, dann sind die Schuhe voll davon und wir sind froh, wieder im warmen Auto zu sitzen. Bei immer noch 12° fahren wir weiter nach Lüderitz.
Fanden wir die Landschaft bisher ziemlich trostlos, so finden wir sie kurz vor Lüderitz ganz trostlos.

Es ist Samstagmittag kurz vor 13.00 und die Stadt rüstet sich für das Wochenende. Nach einem Blick auf den Hafen haben wir Lust auf Kaffee & Kuchen, finden aber kein offenes Café. Also entscheiden wir uns für ein Restaurant an der „Waterfront“. Was für eine Übertreibung! Das Essen ist nicht der Rede wert. Da der Wind immer mehr zunimmt schenken wir uns den Stadtspaziergang und fahren nur kurz hoch zur Felsenkirche. Hier weht der Wind uns fast um. Na, dann eben nicht, dann fahren wir halt zurück.
Auf der B4 werden wir ordentlich durchgerüttelt und die Fahrbahn verschwindet teilweise im Sand. Was für ein unwirtlicher Ort! 🙁

Bei den Wildpferden ist der Wind zum Glück viel schwächer und da wir von der Straße aus schon wieder einige Pferde sehen können, biegen wir ab. Heute ist hier mehr Betrieb, 4 Autos stehen am hide.
Unsere Freude ist groß, denn es sind wieder so viele Pferde da wie gestern! Aber was ist das? 🤨 Es herrscht eine enorme Unruhe heute bei den Pferden. Und dann sehen wir es: Die Leute müssen doch wirklich zwischen die Pferde gehen! Nein, nicht nur dazwischen, sondern so dicht heran, dass sie ihnen die Nüstern streicheln können! 😠 Sie knien neben ihnen, sitzen auf dem Rand des Wasserloches und lassen die Speicherkarten glühen. Bin ich ein toller Typ, kann ich klasse Fotos machen... 🤢
Wir sind stinksauer und finden es einfach respektlos. 😈 Zeitweise tummeln sich 8 Leute zwischen den Pferden, die heute ganz aufgeregt herum rennen, beissen, ausschlagen und sich kabbeln. Ich sehe schon die Schlagzeile „Tourist vom wilden Pferd getreten“. 🤩 Sorry, aber da könnte ich nur sagen „selber Schuld“. Die steigen bestimmt auch in der Etosha für das ultimative Foto aus dem Auto aus. Ein Vater ist mit seiner ca 12jährigen Tochter immer mittendrin. Die Mutter des Mädchens steht im hide kurz vor dem Herzinfarkt und schreit immer wieder „come back, come back...“ 😵
Unsere Laune ist weit unter dem Nullpunkt und wir beeilen uns, hier weg zu kommen, bevor uns der Kragen platzt. Bei der Durchsicht unserer Fotos stellen wir dann fest, dass auf mehr als der Hälfte immer ein Zweibeiner mit drauf ist. Grrrrrr. 😠
Daher gibt es von heute nur dies Bild

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Um 16.30 kommen wir bei 11° wieder in Klein Aus Vista an und gönnen uns eine heiße Dusche und einen Tee. Bis zum Dinner sichten wir die Fotos des Tages, schaffen Platz auf den Speicherkarten und schreiben Tagebuch.
Vor dem Essen erkundigen wir uns noch nach unserer Etappe für morgen: Die C13 am Orange River war vor unserer Abfahrt noch eine Baustelle... Ja, sie sei wieder hergestellt, es seien gerade Wohnmobile dort entlang gefahren. Super, das spart uns den Umweg über Seeheim und Grünau! 🙂
Im Restaurant ist es heute voller und lauter, 2 große Gruppen sind da. Aber das Essen ist wieder lecker: Onion Tortelet, 3 Salate, Oryx-Kebab, Lamb-Braai-Vleis, Mielie Pap, Butternut, Green Bean Stir Fry und Apple Crumble mit Custard. Ich bekomme heute für alle Gerichte grünes Licht aus der Küche und das lasse ich mir nicht zweimal sagen... Lecker! 😁 Angenehm überrascht bin ich auch, als ich unserem waiter sage, dass ich noch einen Rest Weißwein im Kühlschrank habe. „I know, Madam! I‘ll bring it right now.“ Wow, von soviel Umsicht ist man auf manch anderer Lodge meilenweit entfernt! 😁

Den Weg zu unserem Zimmer legen wir im Laufschritt zurück - der Wind ist eisig. Der Kältepol Namibias... Drinnen ist es frisch und bald zittern wir uns in den Betten warm.
Teil 4709. Nov. 2011
Hallo Strelitzie,

gern geschehen 🙂
So gegensätzlich wie das Land ist, so gegensätzlich erleben wir es scheinbar auch 😉

Die Einrichtung ist aus dem Haus des Ladenbesitzers. Da gibt es auch noch
Schlafgemächer

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Und alte Bekannte aus Omas Küche

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Und diese Dinger waren damals bestimmt schon genau so staubtrocken wie sie heute noch sind 😗

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Hoffen wir, dass die Wetterkapriolen von diesem Jahr nicht zur Gewohnheit werden...

Liebe Grüße
Beate
Teil 4814. Nov. 2011
03. Juli 2011

Die letzte Nacht war wieder heftig. Beim Umdrehen war das Kopfkissen so kalt, dass ich es an der neuen Position immer erst einmal anwärmen musste oder wieder auf die alte Position zurück rutschen musste. Bis dahin war ich wach... Und dann lief die Nase...
Um 6.45 stehen wir auf, wie meist im Schnelldurchgang. Noch im Halbschlaf und im Halbdunkel fange ich an, den kleinen Trolley zu packen. Irgendetwas, das ich nicht eingepackt habe, rutscht mir über die Hand. Ein Gecko? Ich ziehe den Vorhang auf, blinzele und versuche am Fenster das Etwas zu identifizieren. Hm? Nein, kein Gecko - ein Skorpion! 🤩 Liegt er da, klein zusammen gerollt, im Kälteschlaf. 🤩
Nun kommt Leben in ihn und er zeigt seine Größe: Gut Damen lang ist er und rötlich braun. Kurz entschlossen wird das Tier entsorgt, raus aus dem Fenster. Nun bin ich wach, mir klopft das Herz, denn fast hätte ich eben in ihn hinein gefasst... Äh, vielleicht hätte ich ein Foto machen sollen? Zu spät, schon weg! 😗
Ich überlege, wo er wohl in den Trolley geschlüpft ist. Mir fallen nur 2 Nächte ein, in denen ich den Reißverschluss nicht geschlossen habe: Auf der Sossus Dune Lodge und hier in der letzten Nacht. Die letzte Nacht ist der wahrscheinlichere Einzugstermin. Waschzeug, Apotheke, Schlafanzüge, Wärmflaschen habe ich immer wieder ausgepackt - da wäre er mir sicher vorher schon mal aufgefallen. Zum Glück ist er mir nicht in den Pullover gekrabbelt, der im Trolley war und den ich gerade trage. Na, das wäre ja das I-Tüpfelchen gewesen! 😐 Vorsichtshalber wird heute Alles sehr gründlich ausgeschüttelt. Aber das war wohl unser einziger Gast auf der Suche nach einem warmen Plätzchen. Ich kann es ihm nicht wirklich übel nehmen...

Um 7.40 packen wir bei eisigem Wind und 1° das Auto und fahren nach vorne zum Restaurant. Im Restaurant ist heute der Bär los! Die Camper und die Gäste aus dem Eagle‘s Nest bitten um Asyl in der Wärme. Sie sehen alle ziemlich durchgefroren aus. Ich höre, dass man im Eagle‘s Nest das Feuerholz gestern bereits am frühen Abend verbraucht hatte und die Nacht wohl not amusing war. 🙁 Für die Angestellten sind die zahlreichen weiteren Gäste kein Problem, einige müssen halt ein wenig warten. Aber dann werden alle versorgt. Das Buffet ist wieder sehr reichhaltig und gut. Es wird laufend nachgelegt, so dass auch bei den vielen hungrigen Mäulern keiner zu kurz kommt. Der Service klappt mit viel Humor wieder 1A! 😁

Zugegeben, gestern Abend und heute Morgen ist es sehr voll hier. Aber unter dem Strich haben wir uns in Klein Aus Vista sehr wohl gefühlt. Das Essen war gut und reichhaltig und der Service sehr angenehm und aufmerksam. Wir würden wieder kommen! 🙂

Um 8.45 fahren wir bei immer noch 1° in den Ort. An der Tankstelle ist schon wieder Stau. Um kurz nach 9.00 kommen wir endlich los.
Die C13 wurde oft als langweilige Strecke beschrieben. Aber wir sind überrascht und empfinden die 90 Minuten Fahrt nach Rosh Pinah als ganz schön. Vielleicht liegt es auch hier an dem Gras und den Blumen, die der Landschaft Leben geben. Das Verkehrsaufkommen ist gleich Null, wir begegnen 2 Autos an diesem Sonntagmorgen. Dafür sitzen auf den Masten am Straßenrand ganz viele Turmfalken und wärmen sich. Und dann sehen wir diesen Riesen von Martial Eagle auf halbem Weg

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Wir rollen ganz langsam an ihn heran um ihn nicht zu verscheuchen und können ihn für einige Minuten beobachten. Ist der schön! Leider zeigt er sich nicht von vorne und wir trauen uns auch nicht weiter. Aber das war ein Erlebnis! 🙂

Kurz hinter Rosh Pinah geht es steil hinunter zum Orange River. Vor uns liegen wunderschöne Berge.

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An der Einfahrt zum Ai-Ais Richtersveld NP müssen wir uns in eine Liste eintragen. Dann liegt eine traumhaft schöne Strecke entlang des Orange River vor uns. Eingerahmt von hohen Bergen (auf unserer Seite Namibia, auf der anderen Seite Südafrika) fließt der Orange River schnell dahin.

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Am Ufer stehen viele Bäume und Büsche, und dazwischen blüht es in weiß, gelb und lila.

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Die pad ist frisch gehobelt und repariert. Dort, wo sie fast auf Höhe des Wasserspiegels verläuft, ahnen wir, wie viele Schäden es hier durch den Regen gegeben hat. Es wurde in den letzten Monaten viel Erdreich bewegt und die pad wurde mit großen Felsbrocken gesichert. Manche Stellen sind dort nur 1-spurig zu befahren, dies aber völlig problemlos.
Wir sind froh, dass wir hier entlang fahren können - wir hätten wirklich etwas verpasst! 😁

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An der Einmündung des Fish River verstehe ich nun, warum diese Brücke bei starken Regenfällen regelmäßig beschädigt wird.

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Teil 4914. Nov. 2011
3. Juli 2011 Fortsetzung 1.Teil

Wir sind total begeistert von der Landschaft hier. Es ist für uns eine der schönsten Strecken auf unserer Tour. Irgendwo machen wir Pause und genießen die Umgebung und die Wärme. 🙂

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Der Ort Aussenkehr ist eine Ansammlung mehr oder weniger windschiefer Strohhütten

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Daneben liegen am Flussufer die Orange River Vineyards. Die Weinfelder leuchten in herbstlichem gelb und orange, dahinter der Fluss und dahinter die hohen Berge. Wunderschön!

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Durch die Vineyards fahren wir zu unserer Unterkunft für die nächste Nacht, dem „Norotshama River Resort“. Die Begrüßung durch den Manager fällt recht knapp aus und er holt einen Angestellten um uns unser Zimmer zu zeigen. Der weist aus der Ferne auf eine Reihe mit Chalets. „Drive there, turn right, number 26. See you later“. Kurz und knackig!

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Teil 5014. Nov. 2011
03. Juli 2011 Fortsetzung 2.Teil

Die 10 kleinen Reihenhäuschen sind ganz neu. Das Zimmer ist groß genug und nett eingerichtet, mit super moderner air con zum Kühlen und Heizen sowie Internet Zugang.

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Allerdings gibt es zwischen Zimmer und Bad keine Tür. Und das Moskitonetz, das im Bad als Fenster dient, ist leider nur bedingt tauglich, da es zwischen Netzrahmen und Wänden ziemlich große Löcher gibt. 🙁 Die Wirkung der air con wird dadurch im Sommer wohl auch eingeschränkt.

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Durch eine breite Schiebetür kommt man auf die Terrasse mit Blick auf ein großes Wasserbecken. Auch das Becken ist ganz neu und leider noch leer.

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Die website fand ich vor unserem Urlaub wenig ergiebig und so sehen wir uns erst einmal auf dem Gelände um. Von unserem Chalet aus gehen wir um das riesige Wasserbecken. Auf der anderen Seite liegt der Campingplatz, dahinter die Bungalows in verschiedenen Größen. Die Bungalows werden auch gerade renoviert.

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Am Flussufer stehen einige Riverside Cabins. Auch diese sind ganz neu, die alten sind der Flut zum Opfer gefallen.

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Auch vom Flussufer wurde viel weg gespült, eine Treppe endet im Nichts und ein Bootsanleger hängt schief im Fluss.
Wir gucken kurz in die Bar, hier läuft auf voller Lautstärke ein Sportprogramm im TV. Nee, dann gehen wir lieber spazieren. Der Gang durch die bunten Weinstöcke wird leider nur ein kurzer, da uns der Wind auch hier eisig kalt um die Ohren pfeift. Also geht es zurück. In der Bar hatte ich eine tolle Cappucino Maschine gesehen - das wäre jetzt genau das Richtige! 😎

Aus dem Cappucino wird leider nichts, die Angestellten können die Maschine nicht bedienen. 🙁 Dafür steht im Restaurant eine Kanne Kaffee auf der Warmhalteplatte, da dürfen wir uns kostenlos nehmen. Ich bitte um Milch und nach einer kleinen Ewigkeit wird ein Tetra-Pack gebracht. Der wird dann, so wie er ist, neben die Kaffeemaschine gestellt. 😵 Na ja, nicht die Hohe Schule, aber immerhin Kaffee mit Milch. Und er schmeckt besser als erwartet.

Wir trinken unseren Kaffee am Pool mit Blick auf den Fluss. Der ist im Sommer sicher toll.

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Danach setzen wir uns am Ufer auf die Stufen und lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Einige Eisvögel sind auf Fischfang und es fährt ein Floß nach irgendwo...

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Die Lage der Lodge am Fluss ist genial und sie wird insgesamt renoviert, wie wir erfahren. Die Rezeption zieht demnächst noch um, neben das Wasserbecken. Bar und Restaurant werden auch neu gestaltet. Ich bin ja neugierig und frage, was denn die Unterschiede zwischen den einzelnen Unterkünften sind: Ich hatte einen Bungalow gebucht, eine Suite wurde bestätigt und ein Chalet haben wir bekommen. Darauf bekomme ich keine ergiebige Antwort. Nur soviel, dass der Preis für alle gleich sei... Aha. 😵

Zurück in unserem Zimmer lockt mich die Dusche. Vorher mache ich eine Entdeckung der besonderen Art auf der Toilette. Deckel und Brille sind total nass. Na, da wurde aber feucht geputzt. Als ich sitze wird mir jedoch etwas anders: Feuchte Dampfbadwärme umschmeichelt meinen Allerwertesten... 🤨 Ups, das kenne ich bisher nur aus Dubai?! Das Wasser in der Kloschüssel hat Badetemperatur. Seltsam, aber wenn sie meinen... Unter der Dusche kommt dann die Ernüchterung: Hier ist das Wasser eiskalt!!! 🤩 Ich schliesse daraus, dass das heiße Duschwasser ins Klo geleitet wird und für die Dusche nur kaltes Wasser übrig bleibt. Also anziehen und zur Rezeption traben. „Oh, that‘s strange!“ Zwei Handwerker kommen sofort um sich der Sache an zu nehmen, lachen erst einmal lauthals und haben auch bald eine Idee. Am Morgen gab es irgendwo einen Rohrbruch und man habe wohl ein Ventil falsch gestellt, so dass das Wasser nicht richtig geleitet wird. ? 😕 ? Nachdem sie irgendetwas umgestellt haben wird es auf dem Klo wieder kalt und 30 Minuten später können wir duschen. 🙂
Die Dusche ist nicht ganz so nett, wie sie aussieht, denn im Grunde ist es auch eine Außendusche. Durch das Fliegengitter kommt die Kälte herein. Und da es keine Vorhänge gibt, überlege ich, was ich denn an Guckegebühr für meine Peepshow aufrufe. 😗 Denn mittlerweile ist es dunkel und die Camper sitzen in der ersten Reihe! 😊

Ab 18.00 gibt es Dinner, wir sind um 18.50 die ersten Gäste. Das Buffet ist noch abgedeckt und wir sehen uns im Restaurant um. Zwei lange Tafeln für insgesamt 50 Personen sind gedeckt und ein Tisch für 6 Gäste. Am Rand gibt es noch einige Bänke, dort ist aber nicht gedeckt. Also setzen wir uns an den 6er Tisch und warten was passiert... Nichts. 😐 Alle rennen geschäftig um uns herum, aber niemand spricht uns an. Schließlich halte ich einen jungen Mann an und frage, wo wir denn etwas zu trinken bestellen können. „With me“. Gesagt, getan. Und Essen, wir haben bisher nur B&B gebucht? „You can help yourselves with the buffet“. OK.
Also gucken wir in die Töpfe: Nudelsalat mit Thunfisch, Eisbergsalat mit Tomaten und Gurke, Toast und Butter. Dann gibt es Reis, Bohnen, Butternut und Lamb Knuckles mit Möhren. Lamb Knuckles - einer meiner liebsten Wintereintöpfe, herrlich! 🙂 Das Gemüse ist leider knapp lauwarm. Die Lammbeinchen sind fast nur Knochen und Sehnen. Schade... 🙁 Es schmeckt aber gut. Ob es wohl auch Dessert gibt, es liegen keine Löffel auf dem Tisch? „Yes, of course, Malva Pudding“. Wir müssen ihnen alles aus der Nase ziehen und das ist lästig.
Als wir mit dem Essen fertig sind sehe ich, dass es neben dem Buffet noch Essen a la Carte gibt. Oh, da hätte ich ja gerne mal reingeguckt... 😵
Der Kaffee vom Nachmittag ist mittlerweile verdampft und die Milch steht immer noch im Tetra-Pack dort. 😗

In der Zwischenzeit ist eine Busladung älterer Damen aus Kapstadt eingetroffen, die einen Ausflug machen und allerbester Stimmung sind. 😄 Wir nehmen uns ein Getränk mit und verabschieden uns für heute.
Auf unserem Zimmer machen wir die air con an. Es sind 14° im Zimmer und wir haben keine Lust mehr zu frieren. Sie ist zwar effektiv, zum Schlafen aber leider zu laut.
Beim Einschlafen stellen wir dann noch fest, dass wir mitten zwischen den schnatternden Ladys untergebracht sind. Die Chalets sind ziemlich hellhörig.


04. Juli 2011

Um 6.40 wachen wir auf und unser Thermometer zeigt 10° im Zimmer. Umphf! Eigentlich mag ich nur Zähne putzen, entdecke dann aber, dass das Wasser richtig heiss ist. Und ich sehe fürchterlich aus heute Morgen! Also springen wir doch schnell unter die Dusche und sind danach wach. 🙂
Kurz vor 8.00 ist das Auto beladen und wir fahren nach vorne zum Restaurant. 4° sind es heute.
Zuerst bezahlen wir unsere Rechnung. 80 NAM$ sind für das Dinner OK.

Beim Frühstück sind die Ladys in noch besserer Stimmung als gestern Abend. Es gibt etwas zu feiern, denn auf den Tischen stehen schon etliche leere Flaschen JC le Roux, hicks! 🤪 😄

Für uns ist kein Platz eingedeckt, das müssen wir in mehreren Schritten organisieren. Es gibt Cornflakes, Obstsalat aus der Dose, Saft, Toast, 1Sorte Wurst, geriebenen Käse, Honig und Eier. Es ist alles nicht wirklich lecker. Kaffeetassen kommen es erst nach einer Weile und beim Aufbauen derselbigen blockieren 3 Angestellte für einige Minuten die Kaffeemaschine.

Jetzt höre ich von einigen Damen, dass sie heute kein heisses Wasser gehabt hätten. Sie haben dann im Wasserkocher etwas erhitzt und ins Waschbecken gekippt. Dort halte der Stöpsel aber überhaupt nicht. Oh, da haben wir ja richtig Glück gehabt! 😎

Was soll ich sagen?! Die Lodge ist toll gelegen und hat ein ziemliches Potential. Aber das Management nutzt es nicht wirklich. Irgendwie geben sie sich ja Mühe hier, aber es wirkt doch ziemlich unorganisiert. Und die Angestellten brauchen dringend Anleitung. Mit gutem Service und gutem Essen wäre es ein toller Ort. So ist es für 1 Nacht OK. Die Lage macht halt manches wett.
Teil 5127. Nov. 2011
04. Juli 2011 Fortsetzung, 1.Teil

Um 8.40 fahren wir bei immer noch 4° los in Richtung „Canon Lodge“. Zuerst geht es ein kurzes Stück zurück auf der C13, dann biegen wir auf die C37 / D207 ab. Die Sonne lacht, der Himmel ist blau und die Landschaft ist einmal mehr umwerfend: 😁 Der Boden ist dunkel, fast schieferfarben. An den Hängen und in der Ebene blühen wieder viele Gräser und Blumen soweit das Auge reicht. Teppiche in gelb, lila, rot-grün... Wir kommen kaum voran, da wir immer wieder für Fotos halten müssen...

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Insbesondere an der D207 und D316 blühen die Blumenteppiche, ab der C10 / D601 gibt es mehr Gräser und kleine Büsche.

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Das letzte Stück an der C37 ist dann wieder voll mit Blumen.

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Teil 5227. Nov. 2011
04 Juli 2011 Fortsetzung, 2.Teil

Gerade diesen Teil Namibias habe ich mir ziemlich öde vorgestellt. Zwar mit dem Canon als Highlight, aber darüber hinaus nur karg. Umso mehr freuen wir uns über diese Augenweide. 😁

Die pad ist frisch gehobelt und im Großen und Ganzen gut zu fahren. Es gibt nur einige kurze Wellblechpassagen. Aber die letzten Kilometer vor der Canon Lodge haben es in sich: Übelstes Wellblech, hier steht sogar ein Warnschild. 🤨

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Um 11.20 kommen wir nach 123km bei mageren 10° an der "Canon Lodge" an. Schon auf der Zufahrt gefällt uns die Anlage. Sie ist zwar groß, aber die Cottages stehen weit verteilt zwischen den Felsen.
Irgendwie habe ich gar keine gescheiten Fotos von der Lodge gemacht. Aber es gibt hier im Forum ja schon einige davon. Ich zeige euch lieber die geniale Natur...

Der Empfang ist wieder sehr freundlich und die Lodge wird uns bis ins Detail gezeigt und erklärt. Was für ein Unterschied zu gestern...

Unser Hexenhäuschen Nr 24 steht am Ende der Anlage, wir blicken in die weite Ebene.
Leider ist es so klein, so dass wir unseren Koffer nur auf dem Bett öffnen können und finster ist es drinnen.

Wir packen nur das Wichtigste aus und lernen den Südwestwind kennen. Fenster und Tür zeigen nach Westen, es kommt keine Sonne herein und der Wind rüttelt heftig an der verzogenen Tür. Durch die luftige Dachkonstruktion verschafft sich eine kalte Brise Zugang. Aber wir haben eine air con, die auch heizt. 🙂 Das muss nun sein, sonst frieren wir hier an. 30° werden eingestellt.... 😗

Wir machen einen Spaziergang über das Gelände, vorbei am Pool, auf dem sich kleine Wellen bilden.
Hier gibt es wieder zahlreiche Aliens und wir machen uns einen Spass daraus, sie zu fotografieren und zu filmen.

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Auf dem Gelände blühen ebenfalls viele Blumen, nicht nur im Steingarten. Jetzt macht mein Akku schlapp.

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Auf der Terrasse finden wir eine sonnige und windgeschützte Ecke und bestellen Sandwich und Pasta. Beides ist lecker und ausreichend. Die Angestellten sind sehr offen, sie stellen sich vor und haben Zeit für einen kleinen Schwatz. Wir halten eine kurze Siesta bei geschätzten 15°in unserem Cottage. Anschließend gönnen wir uns Kaffee & Kuchen und um 16.15 startet der sundowner walk.
Mittlerweile sind sicher 2 Busgruppen angekommen und die Gruppe, die den Felsen erklimmt ist recht gross. Simon, unser guide, hat nicht sooo viel Ahnung vom Gestein und den Pflanzen die er uns zeigt. Oben auf dem Felsen weht der Wind mehr als unangenehm. Fleecejacke, Goretexjacke, Halstuch, Stirnband und Kapuze reichen knapp. Ich erinnere mich, dass einige von euch im Sommer mit hängender Zunge hier herauf gekrabbelt sind - kaum vorstellbar! Wir trinken eine kalte Cola. Glühwein wäre angemessener... 😗
Leider verdeckt ein breites Wolkenband den Horizont. Die Sonne kommt dann aber doch noch einmal darunter hervor und geht ganz schön unter.

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Die ununterbrochen und laut schwatzenden Gruppen nerven hier wieder etwas. Da sie aber alle schon vor uns wieder hinunter gehen können wir noch einige Minuten die Stille genießen.

Kurz bevor wir unser Cottage erreichen bekommen wir Gesellschaft: Eine pechschwarze Katze schliesst sich uns an. Sie kommt mit hinein und fühlt sich sofort zu Hause. Während ich Tagebuch schreibe schläft sie an meinen Rücken angebuckt. Die nehme ich heute Nacht mit ins Bett - Katzenfell wärmt! 🙂 Wie wir später erfahren heisst sie Daisy - wir könnten sie glatt mitnehmen!

Kurz vor 19.00 gehen wir zum dinner. Draußen stehen die beiden Köche hemdsärmelig am Grill. Es gibt Gemüsesuppe, verschiedene Salate, Folienkartoffeln, Pap, hausgemachte Würstchen, Lammkotelett, Schweinekotelett, Oryxsteak, Knoblauchbutter und verschiedene Saucen. Beim Dessert können wir zwischen Granadillatorte und Lemon Meringue wählen. Alles ist sehr lecker. Und als Hauswein gibt es einen Groote Post „Old Man‘s Blend“ - immer wieder lecker und hier zum sehr guten Preis!

Die Lodge ist voll mit 2 großen Gruppen und etlichen Paaren, der Lautstärkepegel hält sich im Restaurant dafür aber in Grenzen. Leider ist es auch hier trotz des Feuers in der Mitte kalt und sehr dunkel. Wir sehen wieder kaum, was wir auf dem Teller haben. Und leider wärmen sie hier die Teller nicht vor. Bis man das Buffet hinter sich hat, ist das Essen kalt. Das ändert sich auch nicht nach einem Hinweis darauf. Ansonsten ist das Personal motiviert, aufmerksam und gut geschult. Zelma ist ein Schatz, wir haben viel Spass mit ihr. 🙂

Ich lasse mir wieder meine Wärmflasche füllen und dann geht es in die kalte Nacht. Im Cottage zieht es wie Hechtsuppe und die air con scheppert lauthals. Von den 30° merken wir nicht viel... Unsere große Reisetasche stellen wir vor die Tür, um den unteren 2 cm hohen Schlitz abzudecken. An der Seite können wir nichts zwischen Tür und Rahmen stecken, alles ist zu glatt und zu verzogen. Mir graut vor der Nacht.
Wir versuchen, mit der air con zu schlafen, schalten sie aber bald doch aus. Sie ist zu laut und bei uns unten kommt nur ein weiterer kühler Luftzug an. Es zieht einfach von überall kalt herein.
Teil 5305. Dez. 2011
05. Juli 2011

Die Nacht war grausam. Wir lagen beide lange wach: Die Betten waren zu hart, die Kopfkissen klumpig, 1 Kissen zu flach, 2 Kissen zu dick und es zog wie Hechtsuppe. 😠 Ich habe mir schließlich fluchend wieder mein Stirnband aufgesetzt und mein Schatz hat sich ein Piratenkopftuch gebunden. Mitten in der Nacht bin ich hochgeschreckt, weil mich ein eisiger Windstoß traf. Ich sass senkrecht im Bett, denn ich dachte jemand wäre ins Zimmer gekommen. Es war aber nur der Wind, der durch die Ritzen pfiff... Da war es mal wieder so weit: Ich war so abgenervt, dass ich sofort nach Hause wollte!!! Fish River hin oder her - nur noch weg! 🤢 Nach einiger Zeit hatte ich mich dann halbwegs beruhigt und glaubte, den letzten Tag und eine weitere Nacht auch noch überleben zu können.
Um 5.45 klingelt der Wecker und ich will nicht aus dem Bett. Der Blick in den Spiegel offenbart Schreckliches: Ein verquollener, wildgewordener Handfeger blickt mich an! 🤩 Egal, da muss die Welt jetzt durch, denn eine Dusche steht nicht zur Debatte.
Um 6.15 sind wir die ersten beim Frühstück. Obwohl das Feuer im Kamin lodert ist es steinkalt hier drinnen, es zieht und auf unserem Teller können wir wieder kaum etwas erkennen. Mit Fleecejacke, Goretexjacke und Stirnband sitze ich am Tisch und wünsche mir eine Decke für die Beine... Wenigstens der Kaffee ist heiss und ich wärme mir die Finger an der Tasse.
Das Frühstücksbuffet ist insgesamt reichhaltig und gut. Nur die Dosenpfirische zum Müsli sind etwas schlapp. Dafür gibt es leckere hausgemachte Wurst und Käse. Etwa 6 km entfernt liegt die Farm, die die Lodge mit Wurst, Käse, Fleisch und Gemüse versorgt.

Um 7.00 fahren wir los zum Fish River Canon. Das Thermometer zeigt 0°, der Rasen vor der Lodge und die Wegränder sind mit Raureif überzogen und die Autoscheiben sind vereist!!! 😮 Haben wir noch einen Scheibenkratzer? Nein, den haben wir in wahrscheinlich beim Umzug in Deutschland zurückgelassen... 😗 Aber gelobt sei die Sitzheizung!!! 🙂

Die C37 ist grottenschlecht: Übelstes Wellblech, viele lose kindskopfgroße Steine auf den Gefälleabschnitten, ansonsten viel loser Schotter und Schlaglöcher. Um 7.30 erreichen wir den Main View Point bei immerhin 1°.
Die Aussicht von hier in den Canon ist klasse, allerdings liegt der Grund des Canons noch im Schatten und die Lichtverhältnisse sind für Fotos noch nicht optimal. Alles wirkt milchig.

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So fahren wir nach einigen Bildern weiter auf dem Weg, der gleich neben dem View Point abzweigt. Die Strecke ist ruppig, aber machbar und die Aussicht am ersten View Point begeistert uns. Allerdings dürfte es etwas wärmer sein...

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Am zweiten View Point werden wir von diesen Pale winged Starling erwartet:

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Teil 5405. Dez. 2011
05. Juli 2011 Fortsetzung 1.Teil

Wir laufen eine ganze Zeit am Rand der Felsen entlang und machen jede Menge Fotos. Hier blühen auch wieder viele Blumen. In den nächsten Wochen wird es hier ein Blumenmeer geben!

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Danach fahren wir noch den Weg, der auch zu den Schwefelquellen führt. Die ersten 8 km kämpfen wir uns durch unzählige Schlaglöcher und über dicke Steine. Die letzten 12 km schenken wir uns.

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Der Canon begeistert uns in Formen und Farben.
Außer uns fährt niemand auf die Seitenwege. Ein Wagen dreht nach kurzer Strecke um, alle anderen bleiben beim Main View Point.

Auf dem Rückweg sitzt ein Turmfalke auf den Büschen am Wegrand.

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Teil 5505. Dez. 2011
05. Juli 2011 Fortsetzung 2.Teil

Kurz nach 11.00 sind wir noch einmal am Main View Point, hier ist es jetzt „voll“. Als dann noch ein großer Bus kommt verabschieden wir uns von diesem grandiosen Stück Natur. Bei 5° und immer noch eisigem Wind fahren wir zurück zur Lodge.
Die erreichen wir um 11.35 bei immerhin 13° - und kaltem Wind.

Wir gehen kurz auf unser Zimmer, stellen die air con auf 30° und gehen dann zum Lunch. Heute gibt es Sandwich, Greek Salad und Oryxsteak. Es schmeckt wieder gut und der Service ist aufmerksam und gut gelaunt. Wir drehen noch eine kleine Runde, machen Fotos und gönnen uns dann eine Siesta.
Danach ist es im Zimmer angenehm temperiert und ich traue mich unter die Dusche. Göttlich, aber es müssen auch alle Körperteile unter dem Wasserstrahl sein, sonst gibt es sofort Gänsehaut.
Zum Kaffee & Kuchen suchen wir uns wieder ein windgeschütztes Fleckchen. Leider sind die Kuchen hier etwas trocken und fade. Ich werfe noch einen Blick in den shop und unterhalte mich mit Mariam. Wir sehen, dass ein Paar sich zum Sundowner Drive in einen Wagen setzt. Mariam‘s Kommentar dazu: „They will be frozen“. 😐
Bis zum Sonnenuntergang gehen wir dann mit den Kameras an den Pool. Dort sind wir die meiste Zeit alleine und lassen unseren Urlaub Revue passieren.

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Beim Dinner ist es mit ca. 30 Gästen viel leerer als gestern. Heute gibt es Butternut Fritter mit Roter Beete, verschiedene Salate, Reis, Squash, Kohl, Hühnerteile und Kudusaltimbocca. Als Dessert Brandy Cake oder Creme Brulée. Das Essen ist wieder lecker, nur bei der Creme Brulée fehlt der karamellisierte Zucker.
Die Angestellten haben heute mehr Zeit als gestern und Zelma kommt wieder zum Schwatzen vorbei. 🙂

Auf dem Rückweg zu unserem Cottage gesellt sich Daisy zu uns. Sie ist als erste im Zimmer. Auf das Bett springen, einrollen und einschlafen geht nahtlos ineinander über... Wir gucken noch unsere Bilder an, schreiben Tagebuch und dann muss der kleine Wärmefrosch leider raus. Das gefällt ihr aber gar nicht, sie lässt mich nicht los, will wieder auf‘s Bett und schimpft vor der Tür mit mir.


06. Juli 2011

Die Nacht war besser, es war wärmer und windstill.
Im Morgengrauen scheppert es irgendwo draußen und in der Ferne höre ich eine Katze miauen. Kurz darauf donnert es an unserer Tür und ich höre ein deutliches „Miau!“ Daisy begehrt Einlass. Sofort kuschelt sie sich an meinen Bauch und schläft tief und fest. Kurz vor 7.00 stehen wir auf und trotz der Kälte dusche ich. Der einzige Grund dafür ist, dass ich nach einer Nacht mit dem Stirnband meinem Passbild nicht mehr ähnlich sehe und ich befürchte, nicht nach Südafrika hineingelassen zu werden. 😗 Aber so eine Dusche weckt auch die Lebensgeister und damit man außerhalb nicht einfriert muss man sich viel bewegen. Frühsport! 😉
Um 8.00 packen wir bei 6° die Koffer ist Auto.
Das Frühstück ist wie gehabt gut und wir lassen uns heute Zeit.
Insgesamt gefällt es uns hier auf der Canon Lodge ganz gut - nur nicht im Winter.

Um 9.00 sind wir bei immer noch 6° auf pad Richtung Heimat. Zuerst wieder auf der Rumpelstrecke Richtung FRC. Ab dem Abzweig zum FRC wird die C37 schlagartig viel besser. Die C12 ist dann herrlich eben und um 10.40 tanken wir in Grünau. Auf der B1 gibt es kaum Verkehr. Die Sonne lacht und wie meist weht ein heftiger Wind.
In der Ebene und auf den Hügeln blühen auch hier viele Blumen in weiss, lila und gelb. Es sieht hier völlig anders aus als vor 5 Wochen.

Um 12.00 erreichen wir den Grenzübergang Noordoewer. Hier haben wir 19°.
Auf namibischer Seite geht es recht schnell, wir kommen gerade vor einer größeren Gruppe an. Warum wir aber für unser Auto alle Angaben noch einmal auf einem Formular eintragen müssen, bleibt uns verborgen. Doppelt hält besser.
Auf der südafrikanischen Seite haken wir auch alle Stationen schnell und unbürokratisch ab. Bei der Agricultural Inspection werden wir hartnäckig gefragt, ob wir Obst und Gemüse dabei haben. Nein. Wirklich nicht? Nein! Woher kommt ihr? Canon Lodge. Aha, dann gute Fahrt. Danke! Ich hatte das Gefühl, als Camper hätten wir hier einen längeren Aufenthalt haben können...
Der junge Mann, der uns dann unseren Laufzettel abnimmt, strahlt uns schon von weitem an. „Good morning, how are you?“ Beim Blick in unsere Pässe schickt er ein „welcome back home“ hinterher. Das kommt von Herzen und mir wird ganz rührselig. 😘 Wir bedanken uns mit einem „thanks, it‘s good to be back home“ und schniefen. 🙂
Um 12.15 haben wir die Formalitäten hinter uns.

Nachdem wir aus den Bergen heraus sind wird es stürmisch - und wunderschön grün! Es blühen große Teppiche in lila und gelb, am Straßenrand gibt es gelbe und orange Blumen. Was für eine Veränderung seit unserer Herfahrt. Das kann eine gute Wildblumenblüte werden in diesem Jahr!
Um 14.00 kommen wir nach 364 km und bei 14° in Springbok an. Der erste Weg führt zum SPAR-Markt, Obst für morgen und Apfelstrudel für heute Nachmittag kaufen.
Unsere Unterkunft ist wieder das „Mountain View Guesthouse“. Diesmal bekommen wir den Mountain View Room. Er ist schöner und größer als das Zimmer neulich, mit dichten Aluminiumfenstern und einer leisen air con die sofort auf 30° gestellt wird. Wir stärken uns mit Tee und Kuchen, danach folgt die geliebte Siesta - mit einer Heizdecke im Bett!!! Es zieht nicht mehr, das Frieren hat ein Ende. Ich liebe Südafrika!!! 😁 😘

Zum Dinner gehen wir wieder ins Tauren und bestellen beide eine Pizza. Zum Glück sind wir früh dran, denn es wird rappelvoll. Die Pizzen sind gut und wir schaffen jeder nur eine Hälfte. Die Reste nehmen wir, wie geplant, als Lunch für morgen mit. Auf dem Rückweg wäre eine Taschenlampe auf den finsteren und kaputten Straßen hilfreich. Wir heizen wieder ein, lesen, schreiben Tagebuch und liegen früh im Bett.


07. Juli 2011

Was für eine gute Nacht! Es zog nicht, obwohl ein heftiger Wind wehte, und das Bett war gut. Kurz vor 7.00 stehen wir ausgeruht auf, duschen! 😁 und packen schnell die Koffer ins Auto.
Die Auswahl zum Frühstück ist hier nicht so groß. Es gibt weder Wurst noch Käse und zum Müsli nur gekochte Trockenfrüchte. Aber das warme Frühstück ist gut. Und der Kaffee kommt mit heißer Milch in vorgewärmten Tassen. 🙂

Das Mountain View Guesthouse können wir für einen Stopp in Springbok durchaus empfehlen.
Um 8.30 fahren wir bei 8° los, schnell tanken und dann ab in die Sonne.

Die Landschaft ist total verändert: Alles ist grün, es gibt große grüne Grasteppiche und das Getreide spriesst schon - toll! Überall stehen Pfützen, die Farmdämme sind randvoll, einige Flüsse führen Wasser. Wir genießen die Fahrt sehr und freuen uns, wieder in Südafrika zu sein.
Der Olifants River führt gut Wasser und der Clanwilliam Dam ist zu 98 % voll. Vor 5 Wochen waren es nur 31 %. Es muss also wirklich viel geregnet haben.

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Am Suikerbossie Farmstall stocken wir wieder unseren Honigvorrat auf und machen eine Mittagspause zwischen Orangenbäumen und mit Blick auf die schneebedeckten Cederberge. Hier haben wir 25°.

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An der Passbaustelle ist nicht allzu viel los. Wir schaffen die 11km in 20 Minuten. Der 2. Stop liegt schon auf der Südseite des Passes und wir haben einen tollen Blick auf den Piketberg und die sattgrüne Ebene.

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In Piketberg machen wir Boxenstop, tanken und fotografieren schnell noch die schneebedeckten Swartlandberge.

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Auf der N7 ist insgesamt wenig Verkehr und kurz nach 16.00 sind wir zu Hause. Dort sieht alles gut aus - nur mir geht es nicht gut. 2 Stunden später liege ich krank im Bett... 🙁


So, es hat nun viel länger gedauert den Reisebericht zu schreiben, als ich gedacht hatte.
5 Wochen sind eine lange Zeit und wir haben ja auch eine Menge erlebt. 🙂 😉
Und der Bericht ist eine wichtige Erinnerung geworden. Mittlerweile ist auch das Urlaubsvideo fertig und Freunde sagten neulich „das sieht doch nach einem schönen Urlaub aus!“
Es war auch ein schöner Urlaub - teilweise anders als erwartet und gewünscht. 😐 Dennoch interessant und faszinierend. 😁
Wir haben viele der Sehenswürdigkeiten gesehen. In die Etosha wollen wir auf jeden Fall noch einmal, einige andere Orte tragen ein Fragezeichen, einiges müssen wir nicht noch einmal sehen.
Viele Landschaften waren wunderschön. Ob sie uns auch ohne die Gräser und die Blumen so gefallen hätten, wissen wir nicht. 😕
Die Länge der Fahrtstrecken fanden wir beide gut gewählt. Wir hätten an vielen Tagen nicht weiter fahren wollen. Allerdings fehlte mir manchmal nach unserer Ankunft in den Lodges noch mehr Zeit bis zum Sonnenuntergang um richtig anzukommen. Das ist im Sommer sicher ganz anders.
Die Temperaturen waren tagsüber im Großen und Ganzen gut, nachts - nun ja... Dass der Winter so kalt wurde, dafür konnte niemand etwas. Dass es in vielen Unterkünften aber so kalt und zugig war - das war hart! Es zeigte uns, dass man in Namibia auf Winter ganz anders (eigentlich nicht) eingestellt ist als in Südafrika. Und das haben wir so nicht erwartet. 😵
Wir sind bisher in keinem Urlaub so lange und heftig krank geworden. Das hat die Freude und Entspannung sehr eingeschränkt. 🙁
Das Preis-Leistungs-Verhältnis fanden wir oft nicht in Ordnung. Da bietet Südafrika nach unserer Erfahrung mehr.
Und die viel gelobte Qualität des Essens hatte wohl auch gerade Urlaub... Auch hier haben wir in Südafrika bessere Erfahrungen gemacht.

Namibia ist ein schönes Land. Aber es begeistert uns insgesamt nicht so wie Südafrika. Vielleicht wäre es anders, wenn wir als erstes Land hier unten auch zuerst Namibia kennen gelernt hätten und dann Südafrika? Who knows?! 😎

Habt Dank für eure Ausdauer und Geduld mit meinem langen Bericht. Ich wünsche uns allen noch viele tolle Urlaube - wo auch immer wir sie verbringen werden.

Liebe Grüße
Beate

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