Crazy ZebraThemenstarter3'766 Beiträge · seit 200605. Dez. 2010 · Ich hoffe dieser Link wurde nicht schon gepostet!
Interessantes Interview auf Spiegel zum Thema Spendenindustrie.
Ein Standpunkt von vielen und wohl auch nur ein Teil der Wahrheit
Spenden finanzieren KriegGruss Kurt
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Swakop521'223 Beiträge · seit 201005. Dez. 2010 · Ich stimme diesem teilweise völlig zu.
Das Problem ist aber, daß die Organisationen die Bedürftigen nur über die Machthaber erreichen können. Und die kassieren dafür, und werden plötzlich friedlich weil man sich damit das Luxusleben finanzieren können. Das bringt doch auch die bitter benötigten Devisen nach Zimbabwe, womit sich Mugabe und seine Militärjunta das Luxusleben finanzieren läßt. Es stehen ja Schätzungen im Raume, daß zum Teil nur 10% der Hilfe bei den Bedürftigen ankommt. Deshalb sind mir die alljährlichen Bettelorgien zu Weihnachten ganz einfach zuwider.
Wie man hört, liegt das doch auf gleicher Ebene wie die Bundeswehr in Afghanistan, die immer mit Dollars unterwegs ist um sich durch die Straßensperren der Warlords und vermutlich Taliban durchzukaufen. Fragen tut da auch niemand, wie viel AK47 Munition oder RPG-Geschosse in China und sonstwo damit für die Taliban gekauft werden. Nur der Amerikaner macht es richtig und ist konsequent: er schießt sie weg, und bezahlt damit nicht noch die Munition die die eigenen Leute tötet.
Deshalb unterstütze ich keine der großen Organisationen, eher kleine private Stiftungen und Hilfsorganisationen vor Ort, wo man weiß, daß das Geld auch ankommt und sinnvoll verwendet wird. Zu solchen Organisationen gehören z.B. die Imbili-Stiftung für die Buschleute, oder aber auch SOS-Kinderdörfer, wo man die Ergebnisse auch vor Ort sehen kann. Und da jage ich keiner Spendenbescheinigung zur Steuerabsetzbarkeit hinterher.
Meint der
very BadBoy
*Wer einen Fehler begeht und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten! (Konfuzius)
jaw2'048 Beiträge · seit 200705. Dez. 2010 · Hallo Kurt,
Linda Polman ist das sicher schon sehr extrem in ihren Betrachtungen. Ich möchte aber gerne 2 Bereiche unterscheiden:
1. die Krisennothilfe, bei der oft die gleichen Eliten/Täter als Krisenprofiteure von den Hilfsleistungen verdienen, die erst durch ihr Handeln notwendig geworden sind. Das ist ein großes Problem, das sicher allen Handelnden bewusst ist. Aber die Alternative wäre, die unschuldigen Opfer vor Ort verhungern oder erfrieren zu lassen und dabei einfach zuzusehen. Ich denke schon, dass es besser ist, wenn wenigstens ein Teil der Hilfe dort dann auch ankommt. Nur offen darüber reden sollten die Hilfsorganisationen - das tun sie in aller Regel aber nicht.
2. Die Entwicklungshilfe: Hier wird Afrika seit mind. 40 Jahren mehr und mehr bei der Entwicklung geholfen. Geschaffen werden Abhängigkeiten und die Erfolge dieser Entwicklungshilfe ist für mich mehr als fraglich. Hier ist die Frage, wo welches Geld für was ausgegeben wird weitaus spannender als bei der Krisennothilfe. Und die Fehlentwicklungen sind mindestens so zahlreich wie die Forderungen nach mehr von dieser "Entwicklungshilfe". Stimmen, die in diesem Sektor kritisch auf die erreichten Wirkungen und die Profiteure sowohl von Seiten der hilfegebenden Organisationen (teuer bezahlte Arbeitsplätze für Fachleute aus der entwickelten Welt) als auch in den Entwicklungsländern schauen, sind nur sehr spärlich überhaupt zu finden. Heute ist es üblich in falsch verstandener Selbstverantwortlichkeit statt konkreter Projekthilfe Gelder als allgemeine Haushaltshilfe zu gewähren. Die Ergebnisse sind dann als Prachtbauten, bei den Fahrzeug- und Flugzeugflotten der Regierungen und dem Prunk- und Verwaltungsaufwand vor Ort zu bewundern. Good Governance zu fordern oder bei der Vergabe solcher Mittel zu prüfen gilt als postkoloniale Fremdbestimmung und geht ja schon mal gar nicht.
Ok. Meine Meinung. Und alle überzeugten Gutmenschen können eine andere haben.
Und Chrigu - tut mir leid - ich werde mal wieder politisch im Forum und hoffe nur, dass die Beitragkultur sachlich bleibt.
Vorweihnachtliche Grüße
jaw
Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden (Mark Twain)
gglink5'538 Beiträge · seit 200805. Dez. 2010 · Hallo Zusammen,
ein heißes Thema, das Du da angeschnitten hast, Kurt. Aber ich denke, wir alle waren und sind uns darüber im Klaren, dass Spendengelder, die nicht DIREKT an die Betroffenen gehen, immer zum Teil für Zwecke verwendet werden, die wir nicht mit unserem Geld unterstützen wollen/wollten. Sei es, dass die Hilfsorganisationen irgendwelchen Spendenwerbern Provisionen zahlen, sei es, dass die Verwaltungsorgane der Organisation sich mit Luxus-Dienstwagen versehn und, und, und. Dazu kommt dann das, was wir in dem Interview gelesen haben. Aber wie Abhilfe schaffen. Bei großen Projekten wie Tsunami, Erdbebenhilfe etc. brauchen wir nun einmal die Organisation und die Unterstützung der jeweiligen Behörden, damit bei den Betroffenen überhaupt Hilfe ankommt. Wir können da den Betroffen kaum eine sinnvolle direkte Unterstützung zukommen lassen, es sei denn, wir sind (zufällig) vor Ort.
Bleibt die Frage, ob wir zukünftig nur noch - wie ich es seit Jahren tue - Direkthilfe leisten bzw. Organisationen unterstützen, die so klein und überschaubar sind und bei denen wir die handelnden Leute kennen, dass die Gefahr der Fehlleitung gering ist. Ganz ausschließen können wir das aber nie. Direkthilfe und/oder Spenden an kleine Organisationen werden aber trotz allem nie die Wirkung entfalten können, dass sie bei großen Katastrophen das Leid wirklich mildern.
Und nachdem ich das geschrieben habe, komme ich wieder auf meinen Chinesen zurück. Wat Nu? Noch besser hingucken? Nichts mehr spenden? Jeder muss das für sich selbst entscheiden. Ich werde bei meiner bisherigen Handhabung bleiben.
Liebe Grüße von der (passend zum Thema)noch trüben Atlantikküste
Gerd
Nenette1'309 Beiträge · seit 200905. Dez. 2010 · Hallo Kurt,
von Linda Polman gibt es auch ein Buch zu diesem Thema und mich hat die Buchbesprechung in der Sueddeutschen sehr berührt:
http://www.namibia-forum.ch/index.php?option=com_kunena&Itemid=2&func=view&id=157397&catid=137#157397Viele Grüße,
Nenette
Il n'y a pas un atome de cette poussière que je n'aime infiniment.
Es gibt kein Atom in diesem Staub, das ich nicht unendlich liebe. (Elizabeth Riollet über Voi/Tsavo)
Botswana 2010:
http://nenette-f.over-blog.de/categorie-11610665.html
Mein anderes Hobby:
http://lauter-schoene-saetze.over-blog.com/ JEjeweller235 Beiträge · seit 200905. Dez. 2010 · Hallo BadBoy,
kann Dir nur beipflichten,ich unterstuetzen auch nur die Familien meiner schwarzen Angestellten. Mit Schulgeld, und was sonst noch noetig ist. Veraenderung kann immer nur von Innen kommen und nicht von Aussen. Deutschland muesste das an Ostdeutschland gelernt haben.
Ein Volk muss bereit sein sich selbst zu helfen.
Gruss Hubert
Nkosi Sikelel iAfrika