GAGastThemenstarterGast26. Jan. 2005 · Hallo!
Ich habe mich gerade im Netz (z.B. Reisebank...) nach den aktuellen Kursen erkundigt und festgestellt, dass diese doch recht unterschiedlich ausfielen. von 8,4$ bis 7,2$ war alles dabei...
Meine Frage: Wenn ich in Namibia mit VISA- oder MasterCard zahle, nach welchem Kurs wird dann hinterher abgerechnet? Ist da auch der Tageskurs maßgebend?
Welcher ist überhaupt der aktuelle Tageskurs? Kennt jemand eine seriöse Website?
Und welche Gebühren verlangen die Banken in Namibia nochmal zusätzlich zu den Kreditkartengebühren für Automatenabhebungen?
Ist es billiger immer mit Kreditkarte zu zahlen oder Bargeld am Automaten zu ziehen und dann in bar zu zahlen?
Gruß
Michael
PS: Ein Subforum "Geld", wie im alten Forum wäre für zukünftige Besucher sicher hilfreich!
GAGastThemenstarterGast26. Jan. 2005 · Ach ja, ich bin kein Bankkaufmann, sondern ein nichtswissender Laie auf diesem Gebiet. Deshalb bitte in verständlichen Ausdrücken antworten 🙂
Danke schonmal und Gruß!
ARArminThemenstarterGast26. Jan. 2005 · Hallo Michael,
bin zwar "Banker", trotzdem betrachte ich mich auf den von dir angesprochenen Gebieten als Laien. Trotzdem ein paar Tipps:
Die "seriöse" neutrale website ist
www.oanda.com
Kreditkarten sind in erster Linie zur bargeldlosen Bezahlung gedacht. Die Kreditkartengesellschaften erzielen dabei ihren Ertrag, indem der Händler oder Gastronom eine Umsatzprovision zahlen muss. Davon merkst du in der Regel (noch) nichts. Beim Bargeld-Abheben mit Kreditkarte am Geldautomaten (oder in der Bank selbst) bist du derjenige, der der Kreditkartengesellschaft zu ihrer Provision verhelfen muss. Diese Gebühren können von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich sein. Bei meiner Miles & More VISA sind es beispielsweise 2%, mind. 5€, am Geldautomaten und 3%, mind. 5€, am Schalter. Beim Kurs, der dir später abgerechnet wird, handelt es sich um den Devisenkurs, der an dem Tag gilt ist, wenn die Belastung des namibischen Händlers, der Bank usw. bei der Kreditkartengesellschaft aufläuft. Genau kalkulieren kannst du das im Ausland daher nicht. Grundsätzlich gilt aber, dass das direkte Bezahlen mit der Kreditkarte günstiger ist, als das vorherige Abheben von Bargeld und das anschließende Barzahlen deiner Rechnung. Der Rechnungsbetrag wird sich für dich dadurch i. d. R. nicht ermäßgen.
Für die Bargeldbeschaffung am Geldautomaten eignet sich auch in Namibia die normale ec-/maestro-Karte deiner Bank oder Sparkasse besser. Hier sind die Gebühren, die dir deine Hausbank später berechnet, günstiger, als bei der Kreditkarte. Aber auch hier wird ein Mindestbetrag berechnet, was bedeutet, dass es meist günstiger ist, einen höheren Betrag abzuheben.
Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und wünsche dir viel Freude bei der weiteren Planung.
Gruß
Armin
GAGastThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Ich habe gerade bei meiner Sparkasse 100 Euro in ZAR gewechselt, so für die ersten Tage. Ich habe mich tierisch erschrocken, dass ich einen Kurs bekam, der ca. 50% unter dem Kurs in Namibia lag. Deswegen ist für mich auch die Frage interessant, wie denn eine Kreditkarte abgerechnet wird. Nach dem schlechten deutschen Kurs oder nach dem namibisch/südafrikanischen. Kann mir da jemand weiterhelfen?
Gruß
Martin
GAGastThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Hallo Armin!
Danke für Deine Antwort und den Link.
Jetzt kann ich auf dieser Seite ja verschiedene Kurse abrufen.
Welcher ist nun für mich als Tourist maßgeblich?
Es wird unterschieden zwischen:
- Interbank Kassakurs
- Typischer Kreditkartenkurs +2%
- Typischer Notenkurs
- Interbank Kassakurs von 1% bis 10%
Bin etwas verwirrt. Welchen Kurs muß ich bei welcher Zahlungsart zu Grunde legen?
Gruß
Michael
ARArminThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Hallo Martin,
sicher kann man nicht pauschal vom "schlechten" deutschen und "guten" namibisch/südafrikanischen Kurs sprechen, obwohl der Tausch vor Ort i. d. R. wirklich günstiger ist. Das Hauptproblem ist Bargeld. Der Kurs für die Beschaffung ausländischer Banknoten ergibt sich in Deutschland in erster Linie aus zwei Faktoren,
- dem generellen Wechselkursrisiko der jeweiligen Währung (Südafrika/Namibia relativ hoch, obwohl der Kurs in den letzten Monaten auf recht ungünstigem Niveau stagniert)
- der Nachfrage nach Banknoten der jeweiligen Währung in Deutschland (bei ZAR/N$ relativ gering, da Einfuhr über 500 N$ pro Person nach Namibia beispielsweise verboten ist! Bei deinen 100 € liegst du da deutlich über der Grenze!)
Die beiden Faktoren bedeuten für dich, dass du für ZAR in Deutschland viel bezahlen musst, aber beim Rücktausch wenig dafür bekommst. Beim N$ ist das noch extremer.
Wenn du in Südafrika/Namibia € in die Landeswährung umtauschst, sieht das dort natürlich wieder ganz anders aus, weil die Banken/Wechselstuben dort mit dem € eine Tauschwährung annehmen, die eine hohe, kalkulierbare Währungsstabilität hat. Du bekommst also dort mehr für deine €.
Diese Verwerfungen hast du natürlich bei bargeldlosen Umsätzen nicht. Daher werden sie auch generell zum viel günstigeren Devisenkurs abgerechnet. Für diese Umsätze (dazu zählen auch Kreditkartenumsätze und Abhebungen an Geldautomaten mit maestro-/ec-Karte usw.) wird der Devisenkurs abgerechnet, der zum Zeitpunkt des Eingangs der Belastung beim deutschen Kreditinstitut bzw. der Kreditkartengesellschaft in Deutschland gilt (das ist aber nicht der von dir zitierte "schlechte" deutsche Sortenkurs). Die Devisenkurse dürften sich in den Ländern nur wenig unterscheiden.
Den Unterschied wirst du schon merken, wenn du dir von deiner Sparkasse im Vergleich zu deinem Bargeldtausch mal einen Preis für Reiseschecks in ZAR nennen lässt. Da wirst du sehen, dass dieser deutlich günstiger ist.
Ich wünsche dir viel Spaß im Urlaub
Armin
ARArminThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Hallo Michael,
die beiden Kassakurse kannst du getrost vergessen. Die gelten nur für den Interbankenhandel. Den Notenkurs nimmst du, wenn du Bargeld tauschen möchtest. Den Kreditkartenkurs kannst du für alle Kreditkartenzahlungen, aber auch für Abhebungen an Geldautomaten ansetzen. Verlass dich aber bitte nicht 100%ig darauf. Die Abrechnung erfolgt ja einige Tage später in Deutschland, außerdem weichen die Kurse der Banken und Kreditkartengesellschaften immer etwas voneinander ab. Mit dieser Kalkulation lag ich bisher aber immer ziemlich gut.
Viel Spaß bei der Planung
Armin
GAGastThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Hallo Achim!
Erst mal herzlichen Dank für Deine ausführlichen Antworten und Deine Geduld mit einem Unwissenden 🙂.
Wird man denn bei der Einreise nach Namibia gefilzt oder auf das Mitführen von € hin befragt?
Das billigste, um den Mietwagen zu bezahlen wäre wohl offenbar Cash und zwar in Euro, oder? Da gibt es oft sogar noch Rabatt!
Gruß
Michael
JOjoliThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Hallo Michael,
ich bin auch ganz happy über die Beiträge von Armin - wirklich sehr fundiert ( soweti ich das überhaupt beurteilen kann) und trotzdem gut verständlich. Deshalb habe ich mich auch dafür ausgesprochen, aus diesem Thema einen eigenen Punkt zu machen - sonst gehen Armins Beiträge hier ziemlich schnell unter. Aber nun zu Deiner Frage: € kannst Du meines Wissens in unbegrenzter Höhe einführen - da filzt Dich auch keiner nach. Totzdem ist das Mitführen größerer Barbeträge - egal, in welcher Währung - immer ein erhöhtes Risiko. Ich empfehle daher die Mitnahme von €-Reiseschecks. Und natürlich Kredit- und Bankkarte, um mal schnell an Bargeld heranzukommen.
Richtig ist, dass manche Autovermieter bei Barzahlung einen Sondernachlass einräumen - das tun die dann regelmäßig aber auch, wenn du mit ZAR oder N$ in bar bezahlst.
Gruß Joli
ARArminThemenstarterGast28. Jan. 2005 · Hallo Michael,
gefilzt worden bin ich noch nie. Hätte aber auch nie mehr wie 500 N$ pro Person dabei gehabt - warum auch? Fremdwährungen wie € kannst du in unbegrenzter Höhe einführen. Aber warum solltest du das tun? Natürlich gibt es Autovermieter, die auf Barzahlung einen Rabatt geben. Das tun die aber nur, um die Provision von meist 3-5% zu umgehen, die sie den Kreditkartengesellschaften "abdrücken" müssen. Wenn du so etwas vorhast, solltest du dich mal erkundigen, ob die auch Reiseschecks statt Bargeld akzeptieren und dir dann trotzdem den Rabatt geben. Das müsste eigentlich gehen, denn die kann der Autovermieter noch günstiger in die Landeswährung eintauschen, als dein €-Bargeld. Und was die Sicherheit angeht, hat Joli natürlich vollkommen Recht.
Wobei ich im Gegensatz zu Joli ja immer noch auf ZAR-Reiseschecks stehe, die ich hier in Deutschland kaufe, wenn mir der Kurs gerade mal günstig erscheint (was aber seit Monaten auf sich warten lässt). Die kann ich dann überall in Südafrika und Namibia 1:1 einlösen, ohne jegliche Gebühren vor Ort! Ich weiß dann hier in Deutschland schon genau, was die in Afrika Wert sind.
Weiterhin viel Spaß
Armin
JOjoliThemenstarterGast29. Jan. 2005 · Hallo Michael,
der Tipp von Armin bezüglich der ZAR-Reiseschecks hat schon was für sich. Beim letzten Mal wollte ich das auch so machen - aber 3 Wochen Bearbeitungszeit und miserabler Kurs. Deshalb habe ich dann doch wieder die €-Schecks genommen und bin mit dem deutlich besseren Kurs vor Ort dann auf jeden Fall günstiger gefahren. Bei AMEX und COOK habe ich auch keine Gebühren bezahlen müssen. Aber die gibts eben auch nicht an jeder Ecke. Vorteil der ZAR-Reiseschecks ist sicherlich, dass Du den fast überall wie Bargeld einsetzen kannst - zum Nennwert. Es gibt auch Lodges und Hotels, die €-Reiseschecks akzeptieren - aber die dort gebotenen Kurse grenzen an Unverschämtheit.
Gruß Joli